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Richtlinien der Musikedition der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe

Bohl, Benjamin W.; Faßhauer, Tobias; Jäger, Hemma; Kuhl, Adrian; Marzillier, Felix; Pasdzierny, Matthias; Schlosser, Katharina; Schmidt, Dörte

Abstract

Cite as: Benjamin W. Bohl, Tobias Faßhauer, Hemma Jäger, Adrian Kuhl, Felix Marzillier, Matthias Pasdzierny, Katharina Schlosser, Dörte Schmidt: Richtlinien der Musikedition der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe, Berlin, Mainz 2024 (Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe XIV, 1), Version 1.0.0, 10.5281/zenodo.13842818

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BAZ-GA Richtlinien Musikedition 1.0.0 Benjamin W. Bohl, Tobias Faßhauer, Hemma Jäger, Adrian Kuhl, Felix Marzillier, Matthias Pasdzierny, Katharina Schlosser, Dörte Schmidt ii iii Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe XIV: Richtlinien Benjamin W. Bohl, Tobias Faßhauer, Hemma Jäger, Adrian Kuhl, Felix Marzillier, Matthias Pasdzierny, Katharina Schlosser, Dörte Schmidt Richtlinien der Musikedition der Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe XIV, 1  iv Impressum Die »Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe. Historisch-kritische Ausgabe seiner Wer ke, Schriften und Briefe« (BAZ-GA) ist ein Akademienvorhaben der Berlin-Brandenburgi schen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften und der Lite ratur | Mainz. Im Rahmen des von Bund und Ländern geförderten Akademienprogramms, das der Erhaltung, Sicherung und Vergegenwärtigung unseres kulturellen Erbes dient, wird die BAZ-GA seit 2016 durch den Bund und die Länder Berlin und Hessen gefördert. Koor diniert wird das Programm von der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften. Verlagspartner Kooperationspartner Alle Text und XML-Daten dieser Publikation können – soweit nicht anders vermerkt – un ter den Bedingungen der Creative Commons-Lizenz CC BY-SA 4.0 nachgenutzt werden. Hiervon ausgenommen sind Abbildungen bzw. Bilddateien. Veröffentlichung Berlin und Mainz 2024 Umschlag Benjamin W. Bohl Layout Benjamin W. Bohl DOI 10.5281/zenodo.13842818 Inhalt Kapitel 1. Vorbemerkung...................................................................................... 2 Kapitel 2. Inhalt der Bände und der digitalen Edition.............................................4 Kapitel 3. Editorischer Teil...................................................................................6 Editionsgrundsätze............................................................................................................6 Terminologie und Siglenvergabe...................................................................................... 8 Kritischer Bericht............................................................................................................11 Inhalt des Kritischen Berichts................................................................................12 Entstehung der Quellen...........................................................................................12 Verzeichnis der Quellen und Materialien...............................................................12 Quellenbeschreibung................................................................................................ 13 Quellenbewertung und Filiation............................................................................. 16 Editionsbericht.........................................................................................................16 Textkritische Anmerkungen....................................................................................17 Hinweise zur Gestaltung der Musikedition.................................................................. 18 Abbreviaturen...........................................................................................................18 Artikulations-Zeichen..............................................................................................18 Balkung...................................................................................................................... 18 Bögen......................................................................................................................... 18 Ergänzungen..............................................................................................................19 Erinnerung nach Systemumbruch............................................................................19 Flageolett-Notation.................................................................................................19 Graphische Auszeichnung des Notentextes.......................................................... 20 Graphische Notation................................................................................................20 Instrumentenbezeichnungen....................................................................................21 Instrumentenwechsel...............................................................................................21 Laissez vibrer........................................................................................................... 22 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Inhalt | vi Leersysteme..............................................................................................................22 Notation mehrerer Stimmen in einem System.......................................................22 Notendauern............................................................................................................. 23 Notenhals.................................................................................................................. 23 N-tolen...................................................................................................................... 23 Oktavierung.............................................................................................................. 24 Partituranordnung, Klammerungen, Systeme........................................................ 25 Pausen........................................................................................................................25 Schlüsselwechsel...................................................................................................... 25 Spielanweisungen und Vortragsbezeichnungen..................................................... 26 Studierzeichen..........................................................................................................27 Taktstrichgruppen....................................................................................................27 Taktzählung.............................................................................................................. 27 Tonhöhen...................................................................................................................27 Transponierende Instrumente.................................................................................28 Versetzungszeichen................................................................................................. 28 Warnakzidentien.......................................................................................................30 Worttext...................................................................................................................30 Kapitel 4. Register.............................................................................................36 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 2 | 1 - Vorbemerkung Kapitel 1. Vorbemerkung Die Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe (BAZ-GA) legt alle musikalischen Werke Zim mermanns, seine Bearbeitungen fremder Werke, seine Schriften und eine Auswahl seiner Korrespondenz in einer historisch-kritisch edierten Form vor. Dabei erscheinen die Schrif ten sowie Briefe und Gegenbriefe in einer kommentierten Edition. Die BAZ-GA erscheint als Hybrid-Ausgabe und besteht aus einer in Bänden veröffentlich ten Druckausgabe sowie einer digitalen, internetbasierten Edition. Die gedruckten Bände akzentuieren den kritischen Aspekt der Edition eines Notentextes und stellen vor allem die Informationen bereit, die für die musikalische Praxis sowie ein darauf ausgerichtetes wissenschaftliches Interesse relevant sind. Die digitale Edition ist dagegen mehr auf Ge nese wie Vernetzung der Werke untereinander ausgerichtet und dient so den Ansprüchen eines vertieften, insbesondere quellenorientierten Forschungsinteresses. Die Ausgabe ist nach Gattungen gegliedert und umfasst nach derzeitigem Stand elf Ab teilungen musikalischer Werke mit insgesamt 30 Bänden, sowie die beiden Abteilungen Schriften (2 Bände) und Briefe (4 Bände) (für eine Übersicht s.https://www.zimmermanngesamtausgabe.de/edition/bandubersicht.html). Die musikalischen Werke sind innerhalb der Abteilungen bzw. der Bände chronologisch geordnet, sofern dadurch miteinander zu sammenhängende Werke nicht auseinandergerissen werden. Die kommentierte Edition der Schriften versammelt die unselbständigen Schriften in chronologischer Ordnung sowie die Examensarbeit an der Kölner Musikhochschule und das Fragment der Dissertation (s. die gesonderten Richtlinien für die Schriftenedition). Die kommentierte Auswahledition der Briefe und Gegenbriefe wird thematisch gegliedert (etwa Verlagsbriefwechsel, Brief wechsel mit einzelnen Personen des Musiklebens etc.) und durch ein nach verschiedenen Kriterien sortierbares, digitales Verzeichnis aller Briefe ergänzt. Die Editionsrichtlinien der BAZ-GA werden online (Open Access) veröffentlicht. Dabei werden alle publizierten Versionen der Editionsrichtlinien dauerhaft zugänglich gemacht. Die Identifikation der Versionen erfolgt über die Vergabe einer Versionsnummer nach dem Konzept der Semantic Versioning Specification (siehe auch https://semver.org). 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 10 | 3 - Editorischer Teil ◦Manuskript ◦Typoskript ◦Typoskript-Durchschlag ◦Kopie •Quellenkategorie 3 (fakultativ): ◦bei Quellen fremder Hand: mit Eintragungen von Bernd Alois Zimmermann Stellenwert der Quellen innerhalb der Edition Hauptquelle Als Hauptquelle wird diejenige Quelle bezeichnet, an der sich die Edition grundsätzlich orientiert. Nebenquellen Nebenquellen sind diejenigen Quellen, die für das Aufdecken von Fehlern in der Hauptquelle, für den Beleg nachträglicher Änderungen des Komponisten oder zur Lösung von problematischen Quellenbefunden zu Rate zu ziehen sind und die die Hauptquelle ergänzen oder korrigieren. Dies können schriftliche und in einigen Fällen auch nicht-schriftliche Quellen sein Randquellen Unter Randquellen werden die Quellen verstanden, die für die editorischen Entscheidungen nicht relevant sind, in der Regel Skizzen, Faksimiledrucke der Hauptquelle, Quellen mit ausschließlich unautorisierten Eintragungen etc. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 11 Siglen Um eine Korrespondenz – und damit einen sichtund nachvollziehbaren Zusammenhang – zwischen dem BAZ-WV1 und den Editionen der BAZ-GA zu gewährleisten, orientiert sich die Siglenvergabe der BAZ-GA an derjenigen des Werkverzeichnisses. Für Korrespondenz und weitere Materialien aus dem Umfeld der Werkentstehung werden zusätzlich die Sig len K und U eingeführt. Bei neu erschlossenen Quellen folgt die Siglenvergabe dem System von Henrichs Werkverzeichnis.2 Diese Quellen werden aber nicht in die jeweilige chrono logische Nummerierung im Werkverzeichnis einsortiert, sondern die Nummerierung wird nach der letzten vergebenen Nummer fortgeführt (z .B. in der Quellenliste der BAZ-GA P1 P4 P2 P3 und nicht P1 P1a P2 P3). V Musikalische Vorlagen T Textvorlagen S Skizzen und Entwürfe P Partituren M Aufführungsmaterialien (Stimmen, Klavierauszüge, Einspielbänder) K Korrespondenz U Umfeldmaterialien mit Editionsrelevanz (z.B. Programmzettel) Kritischer Bericht Der Kritische Bericht bietet eine Beschreibung von Entstehung und Überlieferung des edierten Stücks sowie ein detailliertes Verzeichnis seiner Quellen, deren Beschreibung und Filiation sowie die eingehende Bewertung der Quellen. Weiterhin enthält er den Edi tionsbericht zu stückoder satzspezifischen Vereinheitlichungen ohne Einzelnachweise, die Diskussion von Textproblemen und zugehörigen Ausführungsvarianten sowie die text kritischen Anmerkungen in tabellarischer Form. _______________________________________________________________________________________________ 1. Heribert Henrich: Bernd Alois Zimmermann. Werkverzeichnis. Verzeichnis der musikalischen Werke von Bernd Alois Zimmermann und ihrer Quellen, erstellt unter Verwendung von Vorarbeiten von Klaus Ebbeke, Berlin, Mainz 2013. 2. Für die Siglen V bis M und die Nummerierung der Quellen vgl. Henrich: Werkverzeichnis, S.14. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 12 | 3 - Editorischer Teil Die Verzeichnung und Begründung der editorischen Eingriffe erfolgt in Relation zur Hauptquelle und nur im Ausnahmefall auch zu anderen Quellen, sofern diese für die edito rische Lösung des Problems relevant sind. Es erfolgt also keine Dokumentation sämtlicher Abweichungen von Quellen untereinander, stattdessen ist die digitale Edition so angelegt, dass sie eine synchronisierte parallele Durchsicht der Quellendigitalisate ermöglicht. Alle textkritischen Anmerkungen werden mittels eines Kategorienund Klassenmodells ausgezeichnet, das in der digitalen Edition die Möglichkeit bietet, sich individuell die text kritischen Anmerkungen zu jeweils ausgewählten editorischen und/oder musikalischen Phänomenen anzeigen zu lassen. Inhalt des Kritischen Berichts Die einzelnen Kapitel des Kritischen Berichts erscheinen stets in folgender Reihenfolge: •Entstehung der Quellen •Verzeichnis der Quellen und Materialien •Quellenbeschreibung •Quellenbewertung und Filiation •Editionsbericht Entstehung der Quellen Dieser Abschnitt beschreibt die Entstehungsgeschichte der Quellen für das jeweils edier te Werk (bspw. Entstehung autorisierter Abschriften und Drucke). Verzeichnis der Quellen und Materialien Das tabellarisch angelegte Verzeichnis der Quellen und Materialien informiert ausgehend vom BAZ-WV in Kurzform über sämtliche derzeit bekannten handschriftlichen und ge druckten Quellen, Abschriften, Kopien und Veröffentlichungen (bis zu Zimmermanns Tod im Jahr 1970) zum betreffenden Werk. Auch editorisch entscheidungsrelevante Korre spondenz wird verzeichnet. Aufführungsmaterial wird nur aufgenommen, wenn es für die Edition von Bedeutung ist. Dabei wird die Sigle, der Fundort mit Signatur und ein Stich wort zur Quellensystematisierung angegeben; die Sortierung erfolgt nach Möglichkeit gemäß ihrer filiatorischen Einordnung in Hauptquelle(n), Nebenquellen und Randquellen. Alle aufgeführten Quellen werden zudem als Quellendatensätze erfasst. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 13 Zu Beginn der Edition wird eine vollständige Quellenliste aller werkbetreffenden Quel len inkl. (ggf. gegenüber dem BAZ-WV aktualisierten) Fundortnachweisen mit Signatur erstellt. Für die Angabe von Fundorten wird nach Möglichkeit der Standort inkl. RISM-Bi bliothekssigel (https://rism.info/de/community/sigla.html) verwendet. Bei nicht von RISM verzeichneten Fundorten erfolgt die Angabe nach dem Muster: Ort-besitzende Instituti on/Person Signatur. Alle erreichbaren Quellen sind nach äußerem Befund (Handschrift, Druck, Autograph, Ab schrift etc.) und nach ihrer Funktion (Entwurf, Reinschrift, Korrekturfahne etc.) zu dif ferenzieren und zu systematisieren. Zuordnung der Quellen, ihre Systematisierung und chronologische Anordnung richten sich nach dem BAZ-WV, werden aber jeweils kritisch überprüft. Im Anschluss erhalten alle Quellen eine Sigle zur Kurzbeschreibung (s.Kap.Ter minologie und Siglenvergabe, S. 8). Nicht überlieferte Quellen werden mit eckigen Klammern versehen. Quellenbeschreibung Die Quellenbeschreibung bietet eine systematisierte Zusammenstellung von Informatio nen zu Beschaffenheit und Erscheinungsbild der editionsrelevanten Quellen. Sie ist in ih rer Ausführlichkeit differenziert nach dem Stellenwert der jeweiligen Quelle innerhalb der Edition und enthält folgende Informationen: Hauptund Nebenquellen Musik •Sigle •Quellensystematisierung •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur •Datierung •Provenienz •Titelseite (diplomatische Wiedergabe des Titels sowie ggf. weiterer Eintragungen ge mäß der Titelseite) •Endeintrag •Umfang •Maße in cm (H x B) •Beschreibung: 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 14 | 3 - Editorischer Teil ◦Ortsangabe von Orchesterbesetzung, Orchesteraufstellung und Vorbemerkungen ◦Angaben zum Einband ◦Vorund Nachsatzblatt ◦autographe Paginierung ◦weitere Merkmale •Bindung und Lagenordnung •Papiermerkmale mit Angaben zur Rastrierung, bei Lichtpausen zusätzlich Angabe der Systemlaufweite •schreibende Person und Schreibmittel (Manuskripte) •Verlag und Verlagsnummer (Drucke) •autographe Korrekturen innerhalb des Notentextes (Überklebungen, Rasuren, Strei chungen, Überschreibungen, Einfügungen, Ergänzungen); Überklebungen werden nicht gelöst; nachgezeichnete Noten werden nicht dokumentiert •Eintragungen fremder Hand •Datum der letzten Autopsie Nebenquellen Text •Sigle •Bibliographische oder archivarische Angaben •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur (des verwendeten Druckexemplars) •Datierung und Provenienz •Beschreibung mit: ◦Seitenanzahl ◦Angabe des Formats ◦bei Drucken Angaben zu Einband, Schriftart, editionsrelevanten Seiten ◦bei unpublizierten Quellen Angaben zu Beschreibungsart, Schreibmittel, Papiermerk malen, Lagenordnung •Angaben zu Korrekturen und Eintragungen •Datum der letzten Autopsie 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 15 Nebenquellen Brief •Sigle •Briefdaten •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur •Datierung und Provenienz •Beschreibung mit: ◦Seitenanzahl ◦Angabe des Formats ◦Incipit ◦Angaben zu Beschreibungsart, Schreibmittel, Papiermerkmalen, Lagenordnung •Angaben zu Korrekturen und Eintragungen •Datum der letzten Autopsie Randquellen Musik •Sigle •Quellensystematisierung •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur •Titelseite (diplomatische Wiedergabe des Titels sowie ggf. weitere Eintragungen gemäß der Titelseite) •Endeintrag •Umfang •Maße in cm (H x B) •Beschreibung: ◦Angaben zu Einband ◦Vorund Nachsatzblatt •schreibende Person und Schreibmittel •Datum der letzten Autopsie 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 16 | 3 - Editorischer Teil Randquellen Text •Sigle •Bibliographische oder archivarische Angaben •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur (des verwendeten Druckexemplars) •ggf. Hinweis auf Eintragungen Zimmermanns •Datum der letzten Autopsie Randquellen Brief •Sigle •Briefdaten •Standort (ggf. RISM-Bibliothekssigel), Signatur •ggf. Hinweis auf Eintragungen Zimmermanns •Datum der letzten Autopsie Diese Informationen erfolgen auf der Grundlage des BAZ-WV, werden im Zuge der Edition aber durch Autopsie überprüft und ggf. korrigiert. Quellenbewertung und Filiation In der Quellenbewertung wird die Abhängigkeit (Filiation) der Quellen zueinander vor dem Hintergrund der quellenspezifischen Besonderheiten beschrieben. Hieraus wird die Be gründung für die Wahl der Hauptquelle abgeleitet sowie die Relevanz aller übrigen Quel len für die Edition bestimmt. Die Ergebnisse der Quellenbewertung können bei komplexen Quellenlagen zusätzlich in Form eines Stemmas dargestellt werden. Editionsbericht Der Editionsbericht legt den Entstehungsund Ausarbeitungsprozess des edierten Werkes dar und informiert über den grundsätzlichen Umgang mit der Hauptquelle sowie über die editorischen Eingriffe in den Notentext der Hauptquelle. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 17 Dabei werden grundsätzliche redaktionelle Entscheidungen zum gesamten edierten Werk in einer Vorbemerkung dargelegt. Darunter fallen etwa die Entscheidungen zum Umgang mit Versetzungszeichen und Balkung unter Berücksichtigung der werkspezifischen Eigen heiten. Darüber hinaus können weitere werkspezifische Vereinheitlichungen festgelegt und erläutert werden, sodass gegebenfalls eine Kommentierung der betreffenden Einzel stellen entfallen kann. Bei mehrsätzigen oder mehrteiligen Werken wird für jeden Satz bzw. Teil eine eigene, den jeweiligen textkritischen Anmerkungen vorangestellte Vorbe merkung erstellt, in der grundsätzliche editorische Entscheidungen in Bezug auf den Satz bzw. Teil mitgeteilt werden. Zudem erfolgt eine Diskussion editorisch unlösbarer Stellen (Klasse: Textproblem), auf die in den textkritischen Anmerkungen verwiesen wird. Alle Vorschläge für Ausführungs varianten werden, ggf. mit Notenbeispielen, vorgestellt und diskutiert. Textkritische Anmerkungen Die textkritischen Anmerkungen dienen nicht dazu, eine Rekonstruktion der Quellen zu ermöglichen (diese sind in der digitalen Edition als Digitalisate einsehbar), sondern sollen editorische Entscheidungen transparent machen und begründen. Das Verzeichnis bietet eine ggf. satzoder nummernweise Dokumentation sämtlicher Stellen, an denen der edierte Text von der Hauptquelle abweicht bzw. nicht den Editions richtlinien entspricht, wobei jeweils eine Begründung des Eingriffs gegeben wird. Sofern diese Abweichungen bereits durch die grundsätzlichen editorischen Hinweise in der Vor bemerkung oder durch die Editionsrichtlinien abgedeckt sind, erfolgt keine stellenweise Verzeichnung. Abweichungen des edierten Textes oder der Hauptquelle zu den Nebenund Randquellen erhalten keine stellenweise Verzeichnung. Das Verzeichnis der Einzelanmerkungen zu einzelnen Stellen ist tabellarisch nach folgen dem Muster angelegt: Takt Stimme Zeichen im Takt Kategorie Klasse Anmerkung Für »Zeichen im Takt« werden nur Hauptnoten und Pausen gezählt, also keine Vorschlags noten oder dynamische Angaben. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 18 | 3 - Editorischer Teil Hinweise zur Gestaltung der Musikedition Abbreviaturen Sogenannte »Faulenzer« zur Notation von wiederholten Takten oder Taktgruppen werden aufgelöst, ein Einzelstellenkommentar erfolgt nur bei Zweifelsfällen oder editorischen Eingriffen. Abbreviaturen für Tonrepetitionen und Tremolo-Notationen können nach Ein zelfallentscheidung beibehalten werden, während Auflösungen dokumentiert werden. Teilweise verwendet Zimmermann in einzelnen Stücken autorund/oder werkspezifische Kurzschreibweisen (z.B. die Verwendung von Fortsetzungspfeilen oder die Notation lang gehaltener Liegetöne mithilfe von Bindebögen unter Aussparung zahlreicher Notensym bole). Der Umgang mit diesen Schreibweisen wird über die werkoder satzspezifischen Vorbemerkungen geregelt. Artikulations-Zeichen Die Positionierung von Artikulationszeichen wird in eindeutigen Fällen ohne textkritische Anmerkung standardisiert. Bei akkordischer Stimmführung mit einfacher Halsung werden Artikulationszeichen nur einfach gesetzt. Diese Vereinheitlichung erfolgt unkommentiert. Balkung Da Zimmermann innerhalb seiner Werke bei der Balkung unterschiedlich verfährt, muss hierüber werkspezifisch entschieden werden. Im Editionsbericht wird deshalb der Umgang mit der Balkung innerhalb der jeweiligen Edition erläutert und ggf. begründet. Als Ent scheidungsgrundlage dient jeweils die Hauptquelle. Bögen Treten Bindebögen in Kombination mit Haltebögen auf, werden die übergebundenen Noten in der Regel in den Bindebogen einbezogen. Bei Überbindung der Zielnote wird der Binde bogen bis zur ersten volltaktigen Note gesetzt. Auch in diesen Fällen erfolgt keine Kom mentierung. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 19 Haltebögen werden unabhängig von der Hauptquelle stets durchgängig, nicht gestrichelt gesetzt. Dies gilt auch in Kombination mit Flatterzunge u.Ä. Es erfolgt keine Einzelstel lenkommentierung. Mitunter greift Zimmermann auf die Notationskonvention zurück, die Länge eines über gebundenen Tones – die durch die Tondauer und einen entsprechenden Haltebogen bereits eindeutig angegeben ist – mithilfe eines zweiten Haltebogens zusätzlich anzuzeigen. In eindeutigen Fällen werden solche redundanten Bögen unkommentiert entfernt. Ergänzungen Editorische Ergänzungen und Zusätze erfolgen quellenbasiert, die Notwendigkeit zur Er gänzung ist jeweils stichhaltig zu begründen. Freie Ergänzungen erfolgen nur, wenn eine besondere Quellensituation dies ausnahmswei se erfordert. Solch ein Fall ist im Editionsbericht darzustellen und die Ergänzung ist hin reichend zu begründen. Ausführungshilfen (bspw. Fingersätze) werden nicht hinzugefügt; originale Ausführungs anweisungen Zimmermanns werden wiedergegeben. Erinnerung nach Systemumbruch Stimmangaben (1, 2, a2) und Divisi-Angaben werden nach Systemumbruch zur Erinnerung in runden Klammern ohne Einzelstellenkommentar ergänzt. In der Hauptquelle gesetzte Erinnerungen, die aufgrund in der Edition geänderter Umbrüche unnötig sind, entfallen unkommentiert. Flageolett-Notation Für Flageolett wird entsprechend der Hauptquelle entweder die Griffnotation oder die klingende Notation verwendet. An manchen Stellen kombiniert Zimmermann die beiden Schreibweisen, indem zusätzlich zur Griffnotation der klingende Ton mit einem Flageo lettkreis angegeben ist. In solchen Fällen wird die Angabe des klingenden Tones beibehal ten, allerdings an die üblichen Satzregeln angepasst. Bei übergebundenem natürlichem Flageolett wird der folgende Ton unabhängig vom In strument immer mit Flageolett-Kreis notiert; bei Ergänzung eines Flageolett-Kreises in einem solchen Fall erfolgt kein Einzelstellenkommentar. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 26 | 3 - Editorischer Teil Spielanweisungen und Vortragsbezeichnungen Spielanweisungen und Vortragsbezeichnungen werden in der Regel vereinheitlicht. Ab weichungen zur Hauptquelle werden in den textkritischen Anmerkungen verzeichnet, so fern sie nicht von der Abkürzungsliste abgedeckt sind. Abkürzungen, die nicht in der Ab kürzungsliste erfasst sind, werden ausgeschrieben. Eine Kommentierung in den textkriti schen Anmerkungen erfolgt nur in mehrdeutigen Fällen. Die Positionierung von Spielanweisungen, Vortragsbezeichnungen und Dynamik-Angaben wird in der Edition ohne textkritische Anmerkung standardisiert. In der Regel werden technische Spielanweisungen (pizz., arco, col legno etc.) über dem Notensystem und Vor tragsangaben (cresc., dim. aber auch pp oder mp dolce etc.) unter dem Notensystem plat ziert. Ausdrucksanweisungen wie espr. und dolce stehen über dem System. Auch die Anordnung allgemein üblicher Anweisungen aus mehreren Bestandteilen wird un kommentiert standardisiert. Der Umgang mit für Zimmermann spezifischen Anweisungen (wie etwa sempre con tutta la forza) wird hingegen jeweils pro Stück entschieden und im Editionsbericht kenntlich gemacht. Sind dynamische Angaben (bspw. cresc. und dim.) auf eine Zieldynamik bezogen, werden ohne Kommentierung Verlängerungsstriche ergänzt (Bsp. p cresc. - - - ff). Endet ein Cre scendo oder Diminuendo offen, werden keine Verlängerungsstriche gesetzt (Bsp. poco morendo). Spielanweisungen stehen in den Quellen bisweilen in Klammern, unabhängig davon, ob sie erstmalig oder als Erinnerung gesetzt sind. Nur wenn durch die Klammerung einer Spielan weisung Unsicherheit entstehen kann, wie der Notentext auszuführen ist, wird editorisch eingegriffen. In diesen unklaren Fällen werden bei Erstnennung die Klammern entfernt, bei Wiederholung Klammern gesetzt bzw. erhalten und der jeweilige Eingriff mit einem Einzelstellenkommentar dokumentiert. Redundante Spielanweisungen werden in der Regel entfernt, aber in den textkritschen Anmerkungen verzeichnet, außer es handelt sich um eine Erinnerung nach Systemumbruch. Sprechen werkspezifische Gründe für eine Erhaltung redundanter Spielanweisungen, wer den diese in Klammern gesetzt. Die Ergänzung solcher Klammern wird in den textkritischen Anmerkungen dokumentiert. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 27 Wenn durch einen Anmerkungstext die Notation einer besonderen Spieltechnik erklärt wird, wird diese Erläuterung nur bei der Erstnennung beibehalten, folgende Wiederholun gen des Textes oder Verweise darauf werden stillschweigend entfernt. Wenn dieselbe Notation in einem anderen Instrument benutzt wird, gilt dieselbe Vorgehensweise. Sind in der Hauptquelle bei Aufführungshinweisen eckige Klammern verwendet, werden diese ohne Kommentierung zu runden Klammern vereinheitlicht, da eckige Klammern zur Auszeichnung editorischer Eingriffe dienen. Bei Anmerkungstexten außerhalb der Notenzeile wird »* Anmerkung« unkommentiert ver einheitlicht zu »* Taktangabe, Instrumentenangabe: [Anm. d. Komp.] Anmerkungstext«. Studierzeichen Enthält die Hauptquelle Studierzeichen, so werden diese übernommen und verbleiben je weils in dem Takt, in dem sie stehen. Aussehen und genaue Positionierung werden standar disiert. Bei in der Hauptquelle fehlenden Studierzeichen können diese ohne Einzelstellen nachweis ergänzt werden, die Ergänzung wird pauschal im Editionsbericht nachgewiesen. Taktstrichgruppen Taktstrichgruppen werden in der Regel normalisiert wiedergegeben. Diese Eingriffe er folgen stillschweigend, die originale Anlage der Partitur ist jedoch in der digitalen Edition einsehbar. Übernahmen spezifischer, nicht normalisierter Gruppierungen aus der Haupt quelle werden im Editionsbericht kommentiert und ggf. begründet. Taktzählung Zur leichteren Benutzbarkeit wird eine (ggf. nummernweise) Taktzählung am Anfang jeder Akkolade ergänzt. Tonhöhen Die Schreibung von Tonnamen wird standardisiert. Die Vereinheitlichung erfolgt mit text kritischer Anmerkung wie folgt: 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 28 | 3 - Editorischer Teil Tonhöhen werden mit kursiven Buchstaben in Verbindung mit hochoder tiefgestellten Ziffern (nicht kursiv) zur Angabe der Oktavlage wiedergegeben (bspw. c1). Die große Ok tave wird hierbei mit Großbuchstaben ohne Ziffer (C), die Kontraoktave durch Großbuch staben in Verbindung mit tiefgestellter Ziffer (C1), die kleine Oktave mit Kleinbuchsta ben angegeben (c). In textkritischen Anmerkungen werden Töne transponierender Instrumente klingend be nannt, Tonfolgen werden durch Komma getrennt (c2, a1, g1), Akkorde durch Halbge viertstrich ohne Leerzeichen (c1–e1–g1). Transponierende Instrumente Die Notationsweise von transponierenden Instrumenten folgt der Hauptquelle; ist z.B. die Partitur in C notiert, wird auch bei der Klar. in B die Notation inC beibehalten. Versetzungszeichen Zimmermanns Behandlung der Versetzungszeichen ist aufgrund der Entwicklung seiner Kompositionstechnik und der unterschiedlichen Komplexität des Tonsatzes uneinheitlich. Daher ist eine für alle Werke durchgehende Systematik in der Behandlung der Verset zungszeichen problematisch und eine Entscheidung hierzu muss jeweils werkspezifisch getroffen werden. Im Editionsbericht wird deshalb der Umgang mit Versetzungszeichen innerhalb der jeweiligen Edition erläutert und ggf. begründet, das heißt geklärt ob und warum Versetzungszeichen taktweise oder pro Note gelten. Als Entscheidungsgrundlage dient jeweils die Hauptquelle. Gültigkeit pro Note Gelten in einem Werk Versetzungszeichen pro Note, wird zu Beginn der Edition explizit darauf hingewiesen. Dies geschieht durch den innerhalb der werkspezifischen Zusatztex te vor dem edierten Notentext anzubringenden Hinweis »Die Versetzungszeichen gelten nur für die Note, vor der sie stehen.«. Ist in der Hauptquelle ein eigener Hinweis Zimmer manns überliefert, so wird dieser übernommen. In Werken, in denen Versetzungszeichen pro Note gelten, werden zur Vermeidung von Missverständnissen sämtliche Auflösungszeichen ohne Kommentierung entfernt. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 29 In Werken, in denen Versetzungszeichen pro Note gelten, werden sie bei Überbindungen über den Taktstrich hinweg und auch bei Systemumbruch im neuen Takt stets ohne eine Klammerung wiederholt. Beispiel Gültigkeit pro Takt In Werken mit taktweise geltenden Versetzungszeichen werden diese bei Überbindungen im neuen Takt nur bei Systemumbrüchen wiederholt, dies geschieht ebenfalls ohne Klam merung der Versetzungszeichen. Sollte die Hauptquelle von dieser Handhabung abweichen, wird darüber im Editionsbericht informiert. Beispiel Beispiel Für den Sonderfall, dass im neuen Takt nach Systemumbruch derselbe Ton noch einmal vorkommt, wird das entsprechende Versetzungszeichen auf den übergebundenen Ton vor gezogen. Beispiel Aus Platzmangel im Vortakt notierte Versetzungszeichen werden in der Edition unkom mentiert im Takt der Bezugsnote gesetzt. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 30 | 3 - Editorischer Teil Warnakzidentien Gelten in einem Werk Versetzungszeichen taktweise, werden die von Zimmermann gesetz ten Warnakzidentien übernommen, etwaige Klammern werden unkommentiert entfernt. Zusätzliche Warnakzidentien werden in der Regel nicht gesetzt. Worttext Worttexte aller Kategorien – nicht nur die vertonten Texte, sondern auch alle Arten von Spielanweisungen, werkspezifische Zusatztexte wie Widmung, Kompositionsauftrag, Be setzungsangabe, Orchesteraufstellung etc. – werden als integraler Bestandteil der kom positorischen Arbeit aufgefasst und ebenfalls kritisch ediert. Für die Edition der Wort texte wird unterschieden zwischen: •Titelei und werkspezifische Zusatztexte: alle Texte vor der ersten und nach der letzten Notenzeile, z.B. Werktitel, Komponist, Widmung, Besetzungsliste etc. sowie Endeintrag •Ausführungstext: alle Texte ab der ersten Notenzeile, die Vorgaben zur Ausführung machen, z.B. arco, mit halber Luft, ausführlichere Spielanweisungen sowie auch szenischer Text wie Bühnenanweisungen, Angaben zum Bühnenbild etc. •Aufführungstext: gesungener oder gesprochener Text (auch auf Tonband) •Zitatangabe: verbaler Verweis Zimmermanns auf zitierte Werke innerhalb des Noten textes, z.B. Wagner: Parsifal •Worttext: Texte, die sich keiner der obigen Kategorien zuordnen lassen, z.B. System vorsatz Allgemeine Regeln Bei allen Textsorten werden in der Regel historische Orthographie, regelmäßig wieder kehrende Schreibeigenheiten Zimmermanns sowie die originale Zeichensetzung erhalten. Im Detail gelten folgenden Regeln: Folgendes wird wie im Original belassen: •Schreibung von Zahlen im Fließtext (z.B.: sich hineinfinden in das Sprechen und Spiel der 3 Agierenden) •generisches Maskulinum (z.B.: 2 Mann Schlagzeug, 2–3 Spieler, Jazzer, Dirigent) •autographe Kleinschreibung von italienischen/lateinischen Lehnwörtern (z.B.: tempo) •von Eigennamen abgeleitete Adjektive (z.B.: Luther‘sche, luthersche, Luthersche) 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 31 Folgende Eingriffe werden grundsätzlich vorgenommen: •Änderung des originalen Zeilenfalls •Ausschreiben von Abkürzungen, die nicht in der Abkürzungsliste stehen •Auflösung von eindeutigen Verweisen (z.B.: »s. Bemerkung bei der Trp.« → »so leise als möglich (mit halber Luft), cresc. und dim. ad lib., aber nie über p hinaus«) und eindeutigen Ersatzzeichen (z.B.: + → und) •Vereinheitlichung von Ziffern in Instrumentenangaben (siehe auch Instrumentenbe zeichnungen, S.21) •Standardisierung der Transliteration von Namen und Werktiteln nach zeitgenössi schen Standardwerken (z.B. Riemann-Musiklexikon, Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG1) oder Kindler-Literaturlexikon) •Vereinheitlichung von eckigen zu runden Klammern •Instrumentenbezeichnungen, Spielanweisungsabkürzungen werden entsprechend der Abkürzungsliste standardisiert. Rechtschreibung und Zeichensetzung: •Historische Rechtschreibung (Orthographie) und regelmäßige individuelle Wortschrei bung werden wie im Original belassen. •Schreibfehler, die nicht durch die individuelle Regelschreibung abgedeckt sind, werden gemäß historischem Duden oder einem vergleichbaren Standardwerk korrigiert. •Die originale Zeichensetzung wird erhalten, außer wenn – etwa durch falsche Komma setzung – der Inhalt nicht verstehbar oder irritierend ist. Ausführungstext Folgende Vereinheitlichungen werden bei Ausführungstexten (Texte ab der ersten Noten zeile) unkommentiert vorgenommen: •Ergänzung von nicht vorhandenen Systemvorsätzen •Ergänzung von Bindestrichen bei zusammengesetzten Wörtern (z.B.: Kb.-Bogen) •Übertragung von Stimmangaben aus dem Notentext in den Systemvorsatz 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 32 | 3 - Editorischer Teil Folgende Vereinheitlichungen werden bei Ausführungstexten (Texte ab der ersten Noten zeile) mit textkritischer Anmerkung vorgenommen: •Ergänzung von nicht vorhandenen, aber notwendigen Instrumentenwechseln •bei unklarem Befund in der Hauptquelle Ergänzung von Stimmnummern im Systemvorsatz Weitere werkspezifische Vereinheitlichungen sind möglich und werden im Editionsbericht dokumentiert. Endeintrag Ein ggf. vorhandener Endeintrag wird wörtlich wiedergegeben. Vereinheitlichungen wer den nicht vorgenommen (ist der Erstdruck die Hauptquelle, wird der Endeintrag so ediert, wie er im Druck vorliegt). Die Positionierung im edierten Notentext wird mit einem Einzel stellenkommentar standardisiert. Zusätzlich wird der Endeintrag sowohl der Hauptquelle als auch von Nebenquellen in der Quellenbeschreibung transkribiert. Graphische Auszeichnung von Worttext: Titelei, werkbezogene Zusatztexte, Ausführungstext, Zitatangabe Editorische Eingriffe der Klassen Zusatz, Elision und Textproblem werden im edierten Notentext kenntlich gemacht. Die Auszeichnung erfolgt im Fall von editorischen Zusätzen durch eckige Klammern, bei Elision mittels leerer eckiger Klammern ([ ]). Textprobleme werden mit einer Grauhinterlegung gekennzeichnet. Grau markierte Stel len erhalten in der Regel eine Fußnote, die wenn möglich Varianten anbietet und auf den Kritischen Bericht verweist. Editorische Eingriffe der Klassen Angleichung, Übernahme aus anderer Quelle und Erhalt Spezifikum (außer Textprobleme) werden in die textkritischen Anmerkungen des gedruck ten Bandes aufgenommen, aber nicht im Notentext ausgezeichnet. Editorische Eingriffe der Klassen Normalisierung, Einfache Korrektur und Lesehilfe wer den nicht graphisch ausgezeichnet und sind kein Bestandteil der textkritischen Anmer kungen des gedruckten Bandes. In der digitalen Edition sind alle textkritischen Anmerkungen als Icons auf den in der je weiligen Edirom enthaltenen Digitalisaten der Quellen und des edierten Notentexts ein blendbar. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 33 Schreibeigenheiten Zimmermanns Die Buchstaben f, k, h wirken im Worttext bisweilen wie als Großbuchstaben geschrieben. Beispiel Bernd Alois Zimmermann: »Stille und Umkehr), Partitur, Autograph, AdK BAZ1.68.55, fol.2v Die Buchstaben werden in den entsprechenden Fällen ohne Kommentierung als Kleinbuch staben gesetzt. U-Häkchen werden nicht übernommen, eine Kommentierung erfolgt nicht. Bei zusammengesetzten Wörtern mit Binnenabkürzung beginnt bei Zimmermann der zwei te Wortteil meist mit einem Großbuchstaben (z.B. Vibr.Schl., PK.Schl.). Diese Wörter wer den mit Bindestrich geschrieben, die Abkürzung wird ggf. an die Abkürzungsliste der BAZGA angepasst, eine Kommentierung erfolgt nicht. Zimmermann verwendet meist hochgestellte Anführungzeichen. Diese werden unkommen tiert zu Chevrons normalisiert. Schreibfehler Eindeutige Schreibfehler werden gemäß der damals gültigen Rechtschreibung (Duden) kor rigiert und in den textkritischen Anmerkungen vermerkt. Die verwendete Duden-Ausgabe wird in den allgemeinen Bemerkungen des Editionsberichts dokumentiert. Bei nur vermu teten Schreibfehlern sind diese im Editionsbericht zu diskutieren. Eindeutige fremdspra chige Schreibfehler werden ebenfalls gemäß der damals gültigen Rechtschreibung (z. B. Latein → Der kleine Stowasser 1949) korrigiert und im Editionsbericht transparent ge macht. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. 34 | 3 - Editorischer Teil Werkspezifische Zusatztexte Für Widmungen und Informationen zur Auftragsvergabe sowie Erläuterungen zur Notati on, Ausführungshinweise und weitere Zusatzangaben gilt, dass alle Eingriffe, die über die Auflösung von eindeutigen Abkürzungen hinausgehen, in den textkritischen Anmerkungen verzeichnet werden. Bei Orchesterwerken erfolgt die Angabe der Besetzung gemäß der Partituranordnung des edierten Texts. Eingriffe in die Reihenfolge werden in den textkritischen Anmerkungen verzeichnet. Zusätzliche Informationen in der Besetzungsangabe der Hauptquelle (z.B. Tonhöhen von Schlaginstrumenten) werden übernommen. Die Instrumentenbezeichnun gen werden in der Besetzungsliste standardisiert und ausgeschrieben. Daraus resultie rende Änderungen an den Instrumentenbezeichnungen, die über Schreibvarianten und die Auflösung von Abkürzung hinausgehen, werden in den textkritischen Anmerkungen do kumentiert (z.B. kleine Flöte → Piccoloflöte). Stimmtöne und Nebeninstrumente wer den ohne Klammern angegeben, Nebeninstrumente folgen in einer neuen Zeile eingerückt. Instrumente werden untereinander gereiht (Ausnahme: mehrere Schlaginstrumente bei fester Zuteilung zu den jeweiligen Ausführenden), eventuell vorhandene Kommata ent fallen, ebenso unübliche Gliederungszeichen. Die Nummerierung von Instrumenten und Instrumentengruppen folgt den allgemeinen Regelungen zu Instrumentenbezeichnungen, S.21. Ist keine Besetzungsliste in der Hauptquelle vorhanden, wird diese hinzugefügt und die Ergänzung mit einer textkritischen Anmerkung kommentiert. Etwaige in der Hauptquelle überlieferte Graphiken Zimmermanns zur Orchesteraufstel lung werden übernommen und in ihrem originalen Erscheinungsbild beibehalten, Instru mentenbezeichnungen werden jedoch gemäß der Vorgaben im Abkürzungenverzeichnis standardisiert wiedergegeben. Lediglich bei Änderungen der Instrumentenbezeichnungen erfolgt eine Kommentierung. Zitatangaben Zitatangaben aus der Hauptquelle werden übernommen, aber vereinheitlicht nach dem Schema: Nachname: Werktitel 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen. Richtlinien Musikedition | 35 Vornamen werden nicht ergänzt, die Transliteration von Komponistennamen wird nach historischer Schreibweise (Riemann / ggf. MGG1, Kindler-Literaturlexikon) standardisiert und Fehler korrigiert. Diese Eingriffe werden in den textkritischen Anmerkungen doku mentiert. Abkürzungen werden unkommentiert aufgelöst. Werktitel werden entsprechend der längsten im Stück verwendeten Variante mit Doku mentation in den textkritischen Anmerkungen vereinheitlicht, Werkverzeichnisnummern oder Opus-Zahlen werden jedoch nicht ergänzt. 10.5281/zenodo.13842818 CC BY-SA 4.0 ausgenommen Abbildungen.