Jahresbericht / Rapport d'activité 2005
Abstract
Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung DT-35/2006
Full text
Jahresbericht 2005 Rapport d’activité 2005 Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung DT-35/2006 www.ta-swiss.ch
Herausgeber TA-SWISS Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung, Birkenweg 61, CH-3003 Bern Telefon: +41 (0) 31 322 99 63 Fax: +41 (0) 31 323 36 59 E-Mail: [email protected] Internet: www.ta-swiss.ch, www.publiforum Jahresbericht 2005. Rapport d’activité 2005 Redaktion Walter Grossenbacher-Mansuy Texte Marlène Aeschlimann, Danielle Bütschi, Michael Emmenegger, Walter Grossenbacher-Mansuy, Adrian Rüegsegger, Katrin Schneeberger
Jahresbericht 2005 Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung Rapport d’activité 2005 Centre d’évaluation des choix technologiques Bern 2006 Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung beim Schweizerischen Wissenschaftsund Technologierat Birkenweg 61 CH-3003 Bern
2 TA-SWISS Jahresbericht 2005
TA-SWISS Jahresbericht 2005 3 Inhalt 1. Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung ... 04 2. Fachbereich «Biotechnologie und Medizin» ................ 06 2.1. Hirnuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren ...................... 06 (Studie gestartet) 2.2. Anti-Aging (Studie ausgeschrieben 2005) .................................. 08 3. Fachbereich «Informationsgesellschaft» ........................10 3.1. Verselbständigung der Computer (Studie gestartet 2004) ......... 10 4. Dialog-Verfahren von TA-SWISS ........................................ 12 4.1. publifocus «Road Pricing» (Projekt abgeschlossen 2004) ......... 12 4.2. publifocus «Nanopartikel» (Projekt gestartet 2005) ....................15 5. Weitere laufende Projekte .......................................................17 5.1. Sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichtete Technolo- .......17 giefolgen-Abschätzung (Auftragsarbeit abgeschlossen 2005) 6. Internationale Tätigkeiten ...................................................... 19 6.1. INES Institutionalisation of Ethics in Science Policy .................. 19 (Projekt gestartet 2004) 6.2. ICT and privacy (Projekt gestartet 2004) ………………………… 21 6.3. EPTA European Parliamentary …………………………….……....23 Technology Assessment Network 6.4. Netzwerk TA ................................................................................24 7. Öffentlichkeitsarbeit ................................................................... 25 8. TA-SWISS Leitungsausschuss ............................................. 27 9. TA-SWISS Geschäftsstelle ...................................................... 28 Anhang 1) TA-SWISS Aktivitäten 2005 ..................................................................29 2) TA-SWISS Projektübersicht 2006 ........................................................30
4 TA-SWISS Jahresbericht 2005 1. TA-SWISS – Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS untersucht die Chancen und Risiken neuer technologischer Entwicklungen in den Bereichen «Biotechnologie und Medizin», «Informationsgesellschaft», «Mobile Gesellschaft» und «Nanotechnologien». TA-SWISS erfüllt seinen Auftrag der Politikberatung durch Expertenstudien und partizipative Verfahren der Technologiefolgen-Abschätzung. Seine interdisziplinären, von Experten verfassten Studien und die dazu erstellten Kurzfassungen richten sich sowohl an die Entscheidungsträger/innen in Politik und Wirtschaft, als auch an die breite Öffentlichkeit. Dasselbe gilt für die Empfehlungen und Resultate aus den Mitwirkungsverfahren mit der Bevölkerung (PubliForum, publifocus und PubliTalk). Das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung ist dem Schweizerischen Wissenschaftsund Technologierat (SWTR) angegliedert. Der SWTR berät den Bundesrat in wissenschaftsund technologiepolitischen Belangen. In einer Motion (05.3369) fordert Nationalrat T. Bortoluzzi im Juni 2005 vom Bundesrat die Abschaffung des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung. Die unbedingt wahrzunehmenden Aufgaben seien durch die Bundesverwaltung und andere bestehende Institutionen (Hochschulen, Ethikkommission usw.) wahrzunehmen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Vorstosses. Er schreibt in seiner Stellungnahme von Ende August 2005: «Die Aufgabe der Technologiefolgen-Abschätzung wurde vom Parlament wiederholt in Auftrag gegeben, zuletzt mit der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie in den Jahren 2004-2007. Im Übrigen wird die Technologiefolgen-Abschätzung auch im internationalen Vergleich von allen führenden Forschungsnationen als notwendige Aufgabe anerkannt.» Im Kontext der laufenden Arbeiten zur Reform des Hochschulsystems 2008 erfolgt derzeit eine Überprüfung der Aufgaben des Schweizerischen Wissenschaftsund Technologierates SWTR und seiner angegliederten Zentren. Im Falle von TA-SWISS werden zurzeit mehrere Varianten geprüft. Gestützt darauf, wird der Bundesrat im Rahmen der Botschaft für Bildung, Forschung und Technologie 2008-2011 dem Parlament entsprechende Anträge
TA-SWISS Jahresbericht 2005 5 zur Reorganisation unterbreiten. Das Parlament wird in den kommenden Monaten darüber entscheiden, ob und in welcher Form TechnologiefolgenAbschätzung in der Schweiz weiter betrieben werden wird.
6 TA-SWISS Jahresbericht 2005 2. Fachbereich «Biotechnologie und Medizin» 2.1. Hirnuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren So genannte «bildgebende Verfahren» erlauben Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns, die sowohl Hoffnungen wie auch Befürchtungen wecken. Während die Verbesserung der Diagnose und Therapie von Gehirnerkrankungen unbestrittene Ziele der Neurowissenschaften sind, werden Erkenntnisse, die keinen unmittelbaren Bezug zu Krankheiten haben, bisweilen sehr kontrovers beurteilt. Wie weit dürfen Forscher/innen gehen bei der Untersuchung der Hirnfunktionen, die unseren Charakter, unsere Begabungen und Neigungen prägen und wie sollen wir mit den Erkenntnissen dieser Forschung umgehen? Der Auftrag für die Studie ging im Juni 2004 an eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter der Leitung der Biologin Dr. Bärbel Hüsing vom Fraunhofer Institut für Systemund Innovationsforschung in Karlsruhe. Aus der Schweiz arbeiten folgende Fachpersonen in der Projektgruppe mit: Der Physiker Prof. Peter Bösiger (Universität und ETH Zürich), der Neuropsychologe Prof. Lutz Jäncke und die Juristin Prof. Brigitte Tag (beide Universität Zürich). In der Studie werden die Zukunftsperspektiven der Verwendung bildgebender Verfahren bei Untersuchungen des Gehirns abgeschätzt. Dargestellt werden die aktuellen technischen Entwicklungen auf dem Gebiet sowie mit der Anwendung entsprechender Verfahren verbundene Chancen (beispielsweise in der Diagnostik) bzw. Risiken (beispielsweise durch starke Magnetfelder). Bei der Bearbeitung der ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen wird untersucht, inwiefern die Ergebnisse der Anwendung bildgebender Verfahren Aussagen zulassen, die sich auf die Psychiatrie und ausserhalb der Medizin auf Bereiche wie das Strafrecht, die Pädagogik oder die Marktforschung auswirken könnten und inwiefern das Selbstverständnis des Menschen durch die neuen Erkenntnisse tangiert wird. Auch die Problematik der Abgrenzung zwischen Therapie einer Krankheit und Verbesserung der Hirnleistung bzw. Steigerung des Wohlbefindens («enhancement») ist dabei von Interesse. Ferner werden rechtliche Fragen vertieft analysiert. Dabei geht es einerseits um die Rechtslage bei der Untersuchung von Patientinnen und Patienten bzw. von gesunden Versuchspersonen, andererseits wird die Thematik der Willensfreiheit erörtert,
TA-SWISS Jahresbericht 2005 7 die für das Strafrecht von grosser Bedeutung ist. Es wird ein Bezug zur rechtlichen Situation in der Schweiz hergestellt, wobei die gegenwärtige Gesetzgebung im Bereich «Forschung am Menschen» berücksichtigt wird. Abschliessend wird die Situation in einer Gesamtbeurteilung bewertet und Empfehlungen werden präsentiert, die an verschiedene Akteurgruppen – insbesondere Politiker/innen und Forscher/innen – gerichtet sind. Die Studie wird mit Unterstützung der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften SAMW durchgeführt. Öffentlichkeitsarbeit Publikationen Die Veröffentlichung des Schlussberichts und der Kurzfassung ist auf Frühjahr 2006 vorgesehen. Bisher erschienen: TA-SWISS: «Weitreichende Einblicke ins Gehirn», Ausgabe 01/2004, En bref..., Bern TA-SWISS: «Voir comment notre cerveau fonctionne», Edition 01/2004, En bref…, Berne TA-SWISS: 9.12.2004 Pressemitteilung «Fragen zum Blick ins Gehirn». Communiqué de presse «L’imagerie cérébrale en question». Press release «Questioning views of the brain». TA-SWISS Internetseite www.ta-swiss.ch/www-remain/projects_archive/life_sciences/Hirnforschung_d.htm
14 TA-SWISS Jahresbericht 2005 18.1.2005 Podiumsdiskussion «Road Pricing: Wundermittel oder unnötige Gebührenlast?», Aula der Universität Zürich, gemeinsam mit Tages-Anzeiger, Zürich 16.02.2005 Podiumsdiskussion «Péages routiers», in Genf gemeinsam mit Tribune de Genève TA-SWISS Internetseite www.ta-swiss.ch/www-remain/projects_archive/energy_mobility/roadpricing_d.htm
TA-SWISS Jahresbericht 2005 15 4.2. publifocus «Nanotechnologien – Bedeutung für Gesellschaft und Umwelt» Nanowissenschaften und -technologien wird eine grosse Zukunft vorausgesagt. Visionen zeigen eine Erde mit sauberem Wasser für Alle und genügend Energie aus neuartigen Solarzellen. «Nanotechnologie» ist ein Überbegriff für das Arbeiten in der Grössenordnung von einem bis hundert Nanometer. Ein Nanometer ist ein Milliardstel-Meter. Quantenmechanische Effekte bewirken, dass Stoffe im Nanoformat gänzlich neue chemische und physikalische Eigenschaften haben können. Durch die gezielte Manipulation von nanoskaligen Strukturen eröffnen sich neue Perspektiven, z.B. in der Krebstherapie, für die Unterhaltungselektronik oder in der Ernährungsindustrie. Erste Produkte mit «Nano-Design» werden in der Medizin, in Kosmetika und Farben oder bei der Beschichtung von Oberflächen erfolgreich angewandt. Nanotechnologien werden als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhundert bezeichnet. Entsprechend hoch sind die wirtschaftlichen Erwartungen, aber auch die möglichen technologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Denn: Mit den neuen Eigenschaften von nanoskaligen Stoffen kann sich auch ihre Toxizität ändern. Verschiedene Forschungen haben nachgewiesen, dass noch im Mikrometerbereich völlig harmlose Stoffe im Nanometer-Bereich für Mensch und Umwelt schädigend sein können. «Nanotechnologien» sind in der Öffentlichkeit erst wenig bekannt. Aufgrund der weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen die mit der Entwicklung im Nano-Bereich einhergeht, braucht es eine frühzeitige und breite öffentliche Diskussion. Darin sind sich die «Stakeholder» einig. Die Fragen der Regulation werden in der Schweiz seit kurzem koordiniert angegangen. Aber eine Debatte, die die Haltung der Bürgerinnen und Bürger erfahren will, fehlt bisher. Hier setzt das publifocus «Nanotechnologien - Bedeutung für Gesundheit und Umwelt» an. TA-SWISS wird zusammen mit der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) Diskussionsrunden durchführen. Ziel ist es, von Bürgerinnen und Bürgern aus allen Landesteilen Einschätzungen zu den Chancen und Risiken von Nanotechnologien und ihren Anwendungen zu erhalten. Die Resultate bilden eine Grundlage für die Information des schweizerischen Parlaments. Das Projekt startete im Herbst 2005. Die publifocus-Veranstaltungen finden im Sommer 2006 statt. Das Projekt wird von der Trägerschaft (TA-SWISS mit ZHW, BAG, BAFU) und einer Begleitgruppe mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft,
16 TA-SWISS Jahresbericht 2005 Wirtschaft, Interessenorganisationen und Politik kritisch begleitet. Der Schlussbericht soll im Herbst 2006 vorliegen und Grundlage für die weitere Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema sein. Öffentlichkeitsarbeit Publikationen Der Schlussbericht folgt Ende 2006. Veranstaltungen - TA-SWISS Internetseite www.ta-swiss.ch/www-remain/projects_archive/life_sciences/pf_nanoparticles_d.htm
TA-SWISS Jahresbericht 2005 17 5. Weitere laufende Projekte 5.1. Sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichtete Technologiefolgen-Abschätzung Der Bericht «TA-SWISS erweitert seinen Blick. Sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichtete Technologiefolgen-Abschätzung» ist eine Auftragsarbeit, ausgeführt durch die beiden Wissenschaftsforscherinnen Prof. Dr. Sabine Maasen und Dr. Martina Merz. Dieser befasst sich mit den Grundzügen und dem Design einer sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichteten Technologiefolgen-Abschätzung. Damit betritt TA-SWISS Neuland. Auslöser für den von der Schweizerischen Akademie für Geistesund Sozialwissenschaften SAGW mitunterstützten Berichts ist die Beobachtung, dass in den (bisherigen) Arbeiten von TA-SWISS, Technologien oft als «neutraler» bzw. Kontext unabhängiger Gegenstand thematisiert werden. Zudem analysiert TA-SWISS heute vorwiegend «naturwissenschaftliche» Technologien, verstanden als Massnahmen, Einrichtungen und Verfahren, die dazu dienen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse praktisch nutzbar zu machen. Aus sozialund kulturwissenschaftlicher Perspektive kommen dabei einerseits der soziokulturelle Kontext von Technologien und andererseits die so genannten Spezialtechnologien zu kurz. Der soziokulturelle Kontext trägt der Gesellschaftsabhängigkeit und Kontextgebundenheit von Technologien Rechnung. Sozialtechnologien bezeichnen jene Technologien, die das sozialund kulturwissenschaftliche Wissen zur Lösung konkreter praktischer Fragestellungen der Gesellschaft nutzbar zu machen versuchen. Der Bericht befasst sich allem voran mit der Frage, welche inhaltlichen Auswirkungen der systematische Einbezug der sozialund kulturwissenschaftlichen Perspektive auf den Untersuchungsgegenstand der Technologiefolgen-Abschätzung hat. Während der Einbezug des soziokulturellen Kontexts auf eine Verbesserung und Systematisierung des bisherigen Tätigkeitsfeldes abzielt, kommt die Thematisierung von Sozialtechnologien einer Erweiterung des Tätigkeitsfeldes gleich. Ausgehend von einer (exemplarischen) Ist-Analyse inund ausländischer TA-Projekte, wird unter Berücksichtigung des soziokulturellen Kontexts und von Sozialtechnologien ein möglicher Soll-Zustand
18 TA-SWISS Jahresbericht 2005 skizziert und dieser im Hinblick auf eine zukunftsgerichtete TechnologiefolgenAbschätzung beurteilt. Öffentlichkeitsarbeit Publikationen DT-34d/2006 «TA-SWISS erweitert seinen Blick. Sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichtete Technologiefolgen-Abschätzung», Sabine Maasen, Martina Merz, 2006, Bern. Veranstaltungen 21.04.2006 geplante Tagung mit Workshops «TA-SWISS erweitert seinen Blick», Palais du Peyrou, Neuenburg TA-SWISS Internetseite www.ta-swiss.ch/www-remain/projects_archive/methods/SOKUTA_d.htm
TA-SWISS Jahresbericht 2005 19 6. Internationale Tätigkeiten 6.1. INES Institutionalisation of Ethics in Science Policy Das Projekt INES bringt eine Gruppe europäischer Expertinnen und Experten auf den Gebieten der Wissenschaftsund Technikethik und der Wissenschaftsund Technologiepolitik zusammen, um zu untersuchen, wie die ethische Beratung in den politischen Entscheidungsstrukturen der verschiedenen Länder erfolgt. Zu Beginn des Projekts wird abgeklärt, welche Themen in den am Projekt beteiligten Ländern überhaupt als «ethische Probleme» wahrgenommen werden. Ferner stehen unterschiedliche Konzepte von Ethik vs. Moral bzw. Ethik vs. Bioethik zur Diskussion. Schliesslich wird die Rolle «ethischer Expertise» sowie die Art und Weise erörtert, wie die Perspektive von Laien in ethischen Diskussionen berücksichtigt wird. Im Projekt werden einerseits Forschungsergebnisse zur öffentlichen Wahrnehmung wissenschaftsethischer Fragen aufgearbeitet. Andererseits werden anhand von Fallstudien zu den Themen medizinische Genetik, genetische Datenbanken und gentechnisch veränderte Lebensmittel Formen der Institutionalisierung von Ethik untersucht. Die Ergebnisse der Fallstudien sollen in einer «europäischen Landkarte» zusammengefasst werden, die vergleichende Aussagen über Praxis und Wirkung ethischer Beratung erlaubt. Ziel des Projektes ist es darüber hinaus, eine europäische Plattform für Ethiker/innen, Politiker/innen und Vertreter/innen gesellschaftlicher Gruppen zu etablieren. Diese soll den Erfahrungsund Meinungsaustausch fördern und Möglichkeiten aufzeigen, wie die ethische Beratung besser in politische Entscheidungsprozesse integriert werden kann. TA-SWISS wirkt mit bei drei Unterprojekten sogenannten «Work Packages». Es sind dies: «Work Package 2: Public perception issues», «Work Package 5: Food technologies» und «Work Package 7: Dissemination». Das «Work Package 5» des INES-Projekts befasst sich mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Gerade bei diesem Thema kann die Schweiz wichtige Anregungen in den internationalen Vergleich einer Technologie-Debatte einbringen: Denn bereits 1998 hat die «Genschutz-Initiative» eine breite öffentliche Debatte ausgelöst, die unter anderem dazu geführt hat, dass eine strenge Gentechnik-Gesetzgebung in
20 TA-SWISS Jahresbericht 2005 die Wege geleitet und die Eidgenössische Ethikkommission für die Gentechnik im ausserhumanen Bereich (EKAH) eingesetzt wurde. Zudem hat TA-SWISS 1999 das PubliForum «Gentechnik und Ernährung» durchgeführt - daraus ergibt sich ebenfalls ein interessanter Beitrag für das INES-Projekt, bei dem ja auch die Sichtweise der Laien bei ethischen Fragen eine der zentralen Fragestellungen ist. Im November 2005 fand in Den Haag der abschliessende Workshop statt, der Schlussbericht zum Projekt wird im Verlauf des Jahres 2006 veröffentlicht. Durch die Annahme der Volksinitiative für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft Ende November 2005 bleibt das Thema dieses «Work Package’s» in der Schweiz von hoher aktueller Bedeutung. Öffentlichkeitsarbeit Publikationen Bisher noch keine Veranstaltungen Bisher noch keine TA-SWISS Internetseite www.eptanetwork.org/EPTA/projects/project.php3?pid=45
TA-SWISS Jahresbericht 2005 21 6.2. ICT and privacy L’électronique tient un rôle de plus en plus important dans nombre d’activités quotidiennes. Parallèlement, le nombre de situations dans lesquelles les individus laissent des traces informatiques sous forme de données ne cesse de croître: au travail, lors des achats, durant un séjour hospitalier, en participant à des jeux on-line, etc. Tous les systèmes électroniques, dont l’objectif premier est de faciliter notre vie ou de nous proposer de nouvelles activités, peuvent en fait également être utilisés à des fins de surveillance et de contrôle. L’enjeu est de taille, lequel est encore renforcé par les développements actuels conjuguant miniaturisation, mise en réseau et intégration (pervasive computing ou ubiquitous computing). La protection de la sphère privée (privacy) dans une société et une économie de plus en plus numérisée place les Etats démocratiques devant une situation inédtie. Ceux-ci vivent une véritable révolution informatique qui touche tous les domaines de la société et de l’économie et ils sont confrontés à des enjeux de sécurité, deux tendances qui justifient la collection et l’analyse de données individuelles. Dans le même temps, ils se doivent de garantir la sphère privée des individus, inscrite au nombre des droits fondamentaux. La plupart des institutions européennes d’évaluation des choix technologiques ont abordé cette tension entre les possibilities de contrôle et de surveillance offertes par les nouvelles technologies de l’information et la protection de la sphère privée. Réunies au sein du réseau EPTA (European Parliamentary Technology Assessment), les institutions TA d’Autriche (ITA), du Danemark (Danish Board of Technology), des Flandres (viWTA), de Grande-Bretagne (POST), de Norvège (Norvegian Board of Technology), des Pays-Bas (Rathenau Institute) et de Suisse (TA-SWISS), ont lancé en juin 2004 un projet commun destiné à rassembler leurs expériences et résultats sur le sujet. L’objectif est de produire une synthèse d’une vingtaine de projets, destinée à mettre en évidence les domaines dans lesquels on assiste à une tension entre protection de la sphère privée et bénéfices des ICT, les questions ouvertes, ainsi que les similitudes et différences entre diverses réalités politiques et culturelles. Le projet s’appuie également sur des experts internationaux, invités à élaborer des recommendations destinées aux décideurs européens et nationaux.
22 TA-SWISS Jahresbericht 2005 Relations publiques Publications Le rapport final sera disponible dans le courant 2006. Activités - Site internet de TA-SWISS www.eptanetwork.org/EPTA/projects/project.php3?pid=65
TA-SWISS Jahresbericht 2005 23 6.3. EPTA European Parliamentary Technology Assessment Network TA-SWISS ist Mitglied des europäischen Netzwerks parlamentarischer Technologiefolgen-Abschätzung. Das EPTA Netzwerk wurde 1990 gegründet. Zur Zeit zählt es 13 Mitglieder und vier assoziierte TA Institutionen. Die Partner Institutionen im EPTA Netzwerk unterscheiden sich hinsichtlich ihrer institutionellen Verankerung und ihren Arbeitsweisen. Alle EPTA Mitglieder teilen jedoch das Ziel, die Parlamentsmitglieder mit fundierten, unabhängigen Informationen über die Folgen wissenschaftlich und technologisch neuester Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Das Netzwerk wird geleitet durch den EPTA Rat. In diesem sind neben Parlamentsmitgliedern auch die Direktionen der einzelnen TA Institutionen vertreten. Im Jahr 2000 wurde TA-SWISS als vollwertiges Mitglied aufgenommen und hielt 2003 den Vorsitz im EPTA Rat. Das Präsidium 2005 oblag der TA Institution beim flämischen Parlament viWTA Vlaams Instituut voor Wetenschappelijk en Technologisch Aspectenonderzoek. Öffentlichkeitsarbeit Publikationen - Veranstaltungen 21./22.3.2005 Treffen der Direktoren des EPTA Netzwerkes in Brügge, Belgien 19.20.9.2005 EPTA Kolloquium für Länder aus Zentralund Osteuropa in Budapest 17./18.10.2005 EPTA Jahreskonferenz in Brüssel, Belgien Internetseite www.eptanetwork.org
30 TA-SWISS Jahresbericht 2005 Anhang 2 TA-SWISS Projektübersicht 2006 TA-SWISS Studien Biotechnologie und Medizin Bildgebende Verfahren in der Hirnforschung (Arbeitstitel; Abschluss 2006) Gemeinsam mit der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Kontakt: Adrian Rüegsegger, Tel. 031 324 14 58 E-Mail: [email protected] Anti-Aging (Arbeitstitel; in Vorbereitung; Abschluss 2007) Bringt uns die Medizin ein «besseres Altern»? Gemeinsam mit der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Förderagentur für Innovation KTI/CTI Kontakt: Adrian Rüegsegger, Tel. 031 324 14 58 E-Mail: [email protected] Informationsgesellschaft Die Verselbständigung der Computer (Arbeitstitel; Abschluss 2006) Autonome IT Systeme und ihre Auswirkungen auf Individuum und Gesellschaft Kontakt: Danielle Bütschi, Tel. 022 348 05 77 E-Mail: [email protected] Querschnittsthemen Sozialund kulturwissenschaftlich ausgerichtete TechnologiefolgenAbschätzung (Abschluss 2005). Gemeinsam mit der Schweizerischen Akademie der Geistesund Sozialwissenschaften. Kontakt: Walter Grossenbacher, Tel. 031 324 13 42 E-Mail: [email protected] Dialog-Verfahren Nanotechnologien publifocus «Nanopartikel» Nanotechnologien: Bedeutung für Gesundheit und Umwelt (in Vorbereitung; Abschluss 2006). Gemeinsam mit Zürcher Hochschule Winterthur, Bundesamt für Gesundheit und Bundesamt für Umwelt. Kontakt: Michael Emmenegger, Tel. 031 322 78 56 E-Mail: [email protected] Internationale Projekte ICT and Privacy (Abschluss 2006) Projekt des Europäischen Netzwerks Parlamentarischer Institutionen für Technikfolgen-Abschätzung Kontakt: Sergio Bellucci, Tel. 031 322 99 66 E-Mail: [email protected]
TA-SWISS Jahresbericht 2005 31 Institutionalisation of Ethics in Science Policy (Abschluss 2007) Kontakt: Sergio Bellucci, Tel. 031 322 99 66 E-Mail: [email protected] 30.01.2006
TA-SWISS Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung Birkenweg 61 CH-3003 Bern Tel. (++41) 031 322 99 63 Fax (++41) 031 323 36 39 www.ta-swiss.ch www.publiforum.ch