"Individueller" Wohnungsbau in der DDR
Abstract
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Full text
Ho mann, Man ed
A icle
"Indi iduelle " Wohnungsbau in de DDR
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de
Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Ho mann, Man ed (1972) : "Indi iduelle " Wohnungsbau in de DDR,
Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha
ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke &
Humblo , Be lin, Vol. 92, Iss. 4, pp. 441-460,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.92.4.441
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Be ich e
„Indi iduelle " Wohnungsbau in de DDR
Obwohl die poli ische Füh ung des in Mi eldeu schland e ablie en
SED-Regimes (ebenso wie die alle üb igen sowje sozialis ischen Län-
de ) den Au bau des Kommunismus — also eine Gesellscha so d-
nung, in de es nach den bishe igen Ve lau ba ungen nu noch „sozia-
lis isches Eigen um" an Wohn aum, nich abe meh wie noch heu e
Ein- und Zwei amilienhäuse sowie bäue liche Hauswi scha en als
„pe sönliches Eigen um" und schon ga nich meh p i a e Mie woh-
nungen als „kapi alis isches P i a eigen um" geben soll1 — o en als
ih o dnungspoli isches Fe nziel p oklamie 2, wi d den Bü ge n de
Bau p i a e Eigenheime (im Rahmen des sogenann en „indi iduellen"
Wohnungsbaues) sowohl in de DDR als auch in den ande en Lände n
des Sowje blocks nich nu nich g undsä zlich e bo en, sonde n pa a-
doxe weise soga noch s aa lich ge ö de .
Vo allem nach dem XXII. Pa ei ag de Kommunis ischen Pa ei
de Sowje union (KPdSU) wa im Jah e 1961 sowohl in de UdSSR
und bald da au auch in Mi eldeu schland eine g oßangeleg e Kam-
pagne ges a e wo den, in de gegen den p i a en Eigenheimbau
polemisie wu de e wa mi Vo wü en wie
— „Mißb auch" indi iduelle Wohnhäuse zu E zielung on Besi zeinkommen, zu
Spekula ion und P o i e zielung;
— Anscha ung und E hal ung indi iduelle Wohnhäuse seien häu ig mi ungese z-
lichen Geschä en e bunden (Kau on Bauma e ial „un e de Hand", Ve wen-
dung kon ingen ie e Ma e ialien usw.);
— „au gebläh es pe sönliches Eigen um" könne zu einem „Hemmnis des gesell-
scha lichen Fo sch i s", zu eine „B u s ä e de Si en und Gewohnhei en on
P i a eigen üme n" we den und zu „kleinbü ge lichen Auswüchsen" üh en3.
Dennoch wu de dieses Kessel eiben gegen p i a e Hauseigen üme
und Bauin e essen en ( e mu lich un e dem mäßigenden Ein luß eines
1 Da übe siehe im einzelnen Man ed Ho mann: Die Eigen umso dnung ü
G und und Boden in de DDR (II). Die eie Wohnungswi scha , 25. Jg. (1971),
S. 475
-
481.
2 Vgl. das au dem VI. SED-Pa ei ag im Jah e 1963 eins immig angenommene
Pa eip og amm de SED. 6. Au l. Be lin 1970. S. 157 .
3 Beach e hie zu Man ed Ho mann: Wohnungspoli ik de DDR — Das Lei-
s ungs- und In e essenp oblem. Düsseldo 1972. S. 71 .
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442 Be ich e
Au sa zes des bekann en Sowje ju is en B a us4) Mi e de sechzige
Jah e allmählich wiede abgeschwäch , weil die poli ische Füh ung
einsah, daß sie den Wohn aumbeda de Be ölke ung in olge des
no o ischen Mangels an Bauma e ialien, A bei sk ä en und Kapazi-
ä en kaum ohne Mobilisie ung (nu du ch Genehmigung und Fö de-
ung des p i a en und genossenscha lichen Wohnungsbaus zu e langen-
de ) um ang eiche Eigenleis ungen de Bauhe en und somi Wek-
kung p i a e Ini ia i e hin eichend be iedigen kann. Es bes eh also,
wie auch Raupach zu e end beme k 5, das Dilemma zwischen Ges al-
ung p i a e Ini ia i e, wenn de S aa — wie z. B. in de Wohnungs-
e so gung de Be ölke ung — den Beda nich deck , und de ideo-
logisch e wünsch en Sozialisie ung de Wohnungen.
I. Fö de ung des p i a en Eigenheimbaues im „Neuen Ku s"
Die e s en bedeu enden Maßnahmen zu Fö de ung des p i a en
Wohnungsbaues wu den im Rahmen des „Neuen Ku ses" zu „wei-
e en Ve besse ung de A bei s- und Lebensbedingungen de A bei-
e " nach dem Volksau s and om 17. Juni 1953 einge üh . Sie soll-
en neben zahl eichen wei e en Neu egelungen, zu denen auch de
Ve kau on olkseigenen Eigenheimen und Siedlungshäuse n an
DDR-Bü ge zähl 6, insbesonde e de Beschwich igung de mi dem
SED-Regime unzu iedenen Be ölke ung dienen.
Die im „Neuen Ku s" e o dne en Ve güns igungen zu Fö de ung
des indi iduellen Eigenheimbaues ü (Indus ie-) A bei e und Ange-
s ell e7, abe auch die ü Bauspa e 8 sowie spä e ü bes imm e Teile
de Be ölke ung in Landgemeinden9, e scheinen — insbesonde e in
4 Dazu siehe S. B a us: Ökonomik und Rech . Kommunis , Jg. 1963, H. 13, S. 94
bis 102 (deu sche Übe se zung on R. Schmid , Sozialis ische Demok a ie, 17. Janu-
a 1964, Beilage S. 9-16).
5 So Hans Raupack: G undlagen des Wi scha ssys ems de Sowje wi sdia . In:
We ne Gumpel und Die ma Keese (H sg.): Wi scha und Poli ik in Os eu opa
— Au sä ze und Vo äge zum 65. Gebu s ag on Hans Raupach. Be lin 1968. S. 145.
6 Hie übe beach e Gese z übe den Ve kau olkseigene Eigenheime und Sied-
lungshäuse om 15. Sep embe 1954 (Gbl. S. 784; Be . S. 826 und 838) i. d. F. des
Gese zes übe die Ve leihung on Nu zungs ech en an olkseigenen G unds ücken
om 14. Dezembe 1970 (Gbl. I S. 372) sowie die 5. Du ch üh ungsbes immung zum
Gese z übe den Ve kau olkseigene Eigenheime und Siedlungshäuse om 20. Sep-
embe 1968 (Gbl. II S. 813).
7 Vgl. Abschni II Zi . 3 Ve o dnung übe die wei e e Ve besse ung de A -
bei s- und Lebensbedingungen de A bei e und de Rech e de Gewe kscha en
om 10. Dezembe 1953 (Gbl. S. 1219) sowie Ve o dnung übe die Finanzie ung des
A bei e wohnungsbaues om 4. Mä z 1954 (Gbl. S. 253).
8 Siehe dazu Gese z übe die Au nahme des Bauspa ens om 15. Sep embe 1954
(Gbl. S. 783) sowie Ano dnung übe die allgemein e bindlichen Bauspa bedingun-
gen de Spa kassen om 18. Sep embe 1954 (Gbl. I S. 825; Be . S. 844).
9 Hie zu beach e Ve o dnung übe die Fö de ung des Baues on Eigenheimen in
Landgemeinden om 24. Janua 1957 (Gbl. I S. 121).
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Be ich e 443
inanzielle Hinsich — als äuße s g oßzügig sowohl im Ve gleich zu
s aa lichen Wohnungsbau ö de ung in de Bundes epublik10 als auch
gegenübe den sons üblichen K edi bedingungen de DDR, nach
denen seine zei bei Bauwe en un e 20 000,— DM imme hin Eigen-
mi el in Höhe on
33ils°/o
und da übe hinaus on 50% e o de -
lich wa en und K edi e mi 4,5% e zins sowie mi 1,5% ge ilg
we den muß en11.
Wäh end demnach on de Finanzie ungssei e he ü den Eigen-
heimbau nennenswe e Schwie igkei en kaum o lagen, zumal ge ade
du ch die Ein üh ung des Bauspa ens allen DDR-Bü ge n und dami
auch denjenigen, die nich im Rahmen de A bei e wohnungsbau ö -
de ung un e s ü z wu den, de Bau eines Eigenheims zu e leich e -
en K edi bedingungen e möglich we den soll e12, gab es indessen on
de ma e iellen Sei e he — also bei de Bescha ung on Bauma e-
ialien und -kapazi ä en sowie A bei sk ä en und dem E we b p i a-
en G undeigen ums — schie unübe windliche Hinde nisse. So ugen
soga die ü den Eigenheimbau e eil en Baulizenzen „ iel ach den
Ve me k, daß de Eigenheimbaue keinen Ansp uch au emde A -
bei sleis ungen und au Ma e ialien besi z ". Ebenso wa au den Li-
zenzen und Baugenehmigungen ü Um- und Ausbau en in p i a en
Wohng unds ücken häu ig da au hingewiesen wo den, daß de Bau-
au aggebe Zu eilung on A bei sk ä en und Ma e ialien nich be-
ansp uchen könne. De damalige Wohnungsbaukommen a o Fö s e
k i isie e diese Hinweise, weil sie on o nhe ein die Nich du di-
üh ung on Baumaßnahmen bewi k en, die Bauwilligen e ä ge en
und die Ve wi klichung de Baupläne behinde en13.
Obwohl ü den indi iduellen Eigenheimbau seh iele In e essen-
en o handen wa en und noch sind14, e lo e , nachdem insbeson-
de e nach und nach die o als einzige Ma e ialquelle be ach e en
T ümme ze s ö e Gebäude au geb auch wo den wa en, allmählich
imme meh an Bedeu ung: Wäh end im Jah e 1950 imme hin e wa
61% und be ei s 1960 lediglich noch 6% alle Wohnungen im Rah-
10 Siehe da übe : Die Finanzie ungshil en des Bundes und de Lände ü den
Wohnungsbau (einschließlich Wohngeld abellen). Z. . d. ges. K edi wesen, 24. Jg.
(1971), H. 2, (Sonde ausgabe).
11 Dazu gl. Hans Loch: Eine wei e e Maßnahme zu Fö de ung des Wohnungs-
baues. Zu Ein üh ung des Bauspa ens — aus de Rede des S ell e e enden Mi-
nis e p äsiden en und Minis e s de Finanzen. Deu sche Finanzwi scha , Jg. 1954,
H. 20, S. 1014.
12 Vgl. ebenda S. 1012 und 1014.
13 Vgl. Hans-Joachim Fö s e : Die Sen enbe ge E ah ungen in de Wohnungs-
baukon olle. Eigenheimbau — Um- und Ausbau en — Al bau-Ins andhal ungen.
Deu sche Finanzwi scha , Jg. 1960, H. 13, S. G 255.
14 So auch Hans Schilling: Die Eigenmi elbe eiligung im indi iduellen Bauen.
Deu sche Finanzwi scha — Ausgabe Geld und K edi /Ve siche ung, Jg. 1958,
H. 8, S. 232.
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444 Be idi e
men des p i a en Wohnungsbaues gebau wo den sind15, be äg de
An eil de on P i a en gescha enen Neubauwohnungen am gesam-
en Wohnungsneubau im Jah e 1971 nach de am lichen S a is ik mi
2 200 Wohnungen nu noch knapp 3,4 %16.
Eigen ums o men de 1960 -1970 jäh lich in de
Bundes epublik Deu schland und de DDR gebau en Wohnungen (in */•)
Bundes epublik Deu schland DDR
ö en -Un e -p i a e a n a li />U genossen-p i a e
lich nehmen Haushal e SlaaLllCQ scha lich Haushal e
1960 3 36 61 44 50 6
1961 2 36 62 35 59 6
1962 2 37 61 37 58 5
1963 2 38 60 42 53 5
1964 3 40 57 55 40 5
1965 3 40 57 64 31 5
1966 3 40 57 69 26 5
1967 3 40 57 71 24 5
1968 2 41 57 70 25 5
1969 2 42 56 — — —
1970 — 60 — — —
Quellen: Wal e Fey: Tendenzen und Me kmale des Wohnungsbaues 1970/71.
Bundesbaubla 1971, S. 317. — Sowie Man ed Ho mann: Wohnungspoli ik de
DDR — Das Leis ungs- und In e essenp oblem. Düsseldo 1972. S. 66 .
Somi e geben sich beim Bau p i a e Wohnungen in de Bundes-
epublik und de DDR einige undamen ale Un e schiede: Wäh end
in de Bundes epublik de Eigenheimbau ganz o wiegend on den
e ügba en Finanzie ungsmöglichkei en abhäng , we den in de DDR
in den jäh lichen Volkswi scha splänen on de poli ischen Füh ung
nu seh wenige Lizenzen ü den Bau p i a e Wohnungen be ück-
sich ig , weil diese dem p i a en Eigen umss eben mi Miß auen be-
gegne und sozialis ischem Eigen um e klä e maßen den absolu en
Vo ang ein äum . Dahe können auch die güns igen Finanzie ungs-
möglichkei en nich e wa auch on allen Bauwilligen nach Belieben
ausgeschöp we den, sonde n nu on den ganz wenigen Emp änge n
eine Baulizenz. Da abe in de Regel nich einmal die E eilung eine
Baugenehmigung zu Zu eilung de ü den Eigenheimbau e o de -
lichen Bauma e ialien, Kapazi ä en und A bei sk ä e be ech ig , wi d
e s ändlich, daß o z des g oßen Bauin e esses de Be ölke ung und
15 Vgl. Ho mann: Wohnungspoli ik de DDR, a.a.O. S. 66.
16 Vgl. Übe die Du ch üh ung des Volkswi scha splanes 1971 — Mi eilung de
S aa lichen Zen al e wal ung ü S a is ik. Neues Deu schland (14.1.72).
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Be ich e 445
de g oßzügig e scheinenden Finanzie ungs egelung selbs das Bau-
spa en nu ge inge Beach ung and17.
II. Re o m des Fö de ungssys ems Ende 1970
Gegen Ende des Jah es 1970 wu de die Finanzie ung des Woh-
nungsneubaues alle Eigen ums o men plö zlich g undlegend umge-
s al e . Neben eine Neu egelung de Finanzie ung des olkseigenen
Wohnungsneubaues18 und des Neubaues on Wohnungen du ch die
sozialis ischen Wohnungsbaugenossenscha en19 e olg e insbesonde e
auch eine undamen ale Ände ung de Finanzie ung des p i a en
Eigenheimbaues.
Finanzminis e Sieg ied Böhm beg ünde e diesen un e ho en
Ku swechsel au de 19. Volkskamme -Tagung mi olgenden Wo en:
„Bishe wu den ü den Bau on Eigenheimen Finanzie ungsmi el des S aa es zu
auße o den lich güns igen Bedingungen zu Ve ügung ges ell und soga e hebliche
Sub en ionen gezahl . Diese Sub en ionen zu Siche ung eines wei übe dem
Du chschni liegenden Wohnkom o s ü einen kleinen Teil on Bü ge n müssen
on allen We k ä igen e a bei e we den und sind deshalb nich meh ge ech e -
ig .
Au8 diesem G unde is o gesehen, die Finanzie ungsbes immungen ü den Bau
on Eigenheimen zu e ände n. Dabei wi d on dem G undsa z ausgegangen, daß
Bü ge , die sich ein Eigenheim e ich en wollen, da ü auch die ollen Kos en nach
den gese zlich gül igen P eisen agen. Sie können zu Bezahlung de Baukos en
wei e hin K edi e e hal en, wenn sie sich an de Finanzie ung mi eigenen Mi eln
be eiligen und die en sp echenden Zinsen zahlen. Familien mi ie und meh Kin-
de n haben wei e hin Ve güns igungen. So e n Eigenheime au olkseigenen G und-
s ücken e ich e we den, soll da ü kün ig ein Nu zensen gel en ich e we den20."
Die Maßnahmen zu Besei igung bzw. Ve minde ung on Sub en-
ionen ü den Bau on Eigenheimen, die auch Schü e , de Vo si -
17 Beach e hie übe Hannsjö g Buck: Eigen umspoli ik und p i a e Ve mögens-
bildung in de DDR und in de Bundes epublik — ein Ve gleich. Deu schland-
A chi , Jg. 1971, H. 5, S. 499.
18 Dazu gl. Beschluß des S aa s a es de Deu schen Demok a ischen Republik:
„Die wei e e Ges al ung des Sys ems de Planung und Lei ung de wi scha lichen
und gesellscha lichen En wicklung, de Ve so gung und Be euung de Be ölke-
ung in den Bezi ken, K eisen, S äd en und Gemeinden" om 16. Ap il 1970 (Gbl.
I S. 39) — Abschni III — sowie die Ve o dnung übe die Finanzie ung des
Baues olkseigene Wohnungen und des Baues s aa liche Ein ich ungen om
15. Dezembe 1970 (Gbl. II S.764).
19 Ve o dnung zu Ände ung on Rech s o sch i en übe die Finanzie ung des
Wohnungsbaues du ch sozialis ische Wohnungsbaugenossenscha en om 15. Dezem-
be 1970 (Gbl. II S. 765).
20 Sieg ied Böhm: Übe all e ek i wi scha en und übe leg haushal en — aus
de Beg ündung des En wu s des Gese zes übe den S aa shaushal splan 1971 au
de 19. Tagung de Volkskamme . Neues Deu schland (15.12.70).
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446 Be ich e
zende de S aa lichen Plankommission, beim „gegenwä igen S and
de En wicklung" nich meh ü ge ech e ig häl 21, e geben sich im
einzelnen aus dem Minis e a sbeschluß om 15. Dezembe 1970 so-
wie den zu seine Du ch üh ung e lassenen wei e en Rech sno men22.
Sie üh en mi Wi kung om 1. Janua 1971 — also mi Beginn des
neuen Fün jah planes 1971 -1975 — nun auch zu eine e heblichen
Einsch änkung de Finanzie ungshil en, die in den ün zige Jah en
ge ade zu Mobilisie ung on ö lichen Rese en ü den Wohnungs-
bau gescha en wo den wa en. Die dami e bundene zusä zliche E -
schwe ung des Eigenheimbaues dü e insbesonde e in de Absich
eine wei e en Reduzie ung de on einzelnen P i a haushal en o z
alle adminis a i en Sch anken bei de E eilung on Baulizenzen
sowie o z de s engen Bewi scha ung on Bauma e ialien und
-kapazi ä en auße halb de s aa lichen In es i ions- und Baupläne
mi els Kompensa ionsma e ialien und Schwa za bei on Handwe ks-
be ieben du chge üh en Bau o haben e anlaß wo den sein23.
1. Abscha ung des p i a en Bauspa ens
So wu de das p i a e Bauspa en mi Wi kung om 1. Janua 1971
als Spa - und Finanzie ungs o m abgescha , da alle bes ehenden
Bauspa e äge en wede du ch Ve einba ung des Bauspa e s mi
de zus ändigen Spa kasse in Spa e äge umzuwandeln wa en ode
mi dem 31. Dezembe 1970 auße K a a en. Dagegen wu den die
Bedingungen ü die zu diesem Zei punk be ei s ausge eich en Da -
lehen nich geände . Fe ne muß nach de Neu egelung bei de Übe -
agung des Eigen ums an einem mi einem zinslosen lang is igen
Sonde bauda lehen inanzie en Eigenheim de E we be — mi Aus-
nahme des Ehega en — ü das zum Zei punk des Übe gangs noch
bes ehende Sonde bauda lehen bei einem Zins on 4,5 % und eine
jäh lichen Tilgung on 0,5% eine gleichbleibende Jah esleis ung ( ü
Zinsen und Tilgung) in Höhe on 5% bezahlen24.
21 Hie zu gl. Ge ha d Schü e : En scheidende Au gabe — höhe e E ek i i ä
au allen Gebie en — aus de Beg ündung zum Gese z übe den Volkswi scha s-
plan 1971 au de 19. Tagung de Volkskamme . Neues Deu schland (15.12. 70).
22 Siehe da übe den Beschluß des Minis e a es übe Regelungen zu besse en
Ausnu zung ökonomische Gese ze des Sozialismus in bes imm en Be eichen de
Volkswi scha sowie übe wei e e Maßnahmen zu Ve wi klichung de G undsä ze
zu Ges al ung de A bei s- und Lebensbedingungen de We k ä igen im Jah e 1971
om 15. Dezembe 1970. Neues Deu schland (17.12.70).
23 In diesem Sinne auch Buck: a.a.O., S. 495 .
24 Vgl. § 8 Abs. 4 Zi . c Gese z übe die Ve leihung on Nu zungs ech en an
olkseigenen G unds ücken om 14. Dezembe 1970 (Gbl. I S. 372) sowie die An-
o dnung zu Au hebung de allgemein e bindlichen Bauspa bedingungen de Spa -
kassen om 21. Dezembe 1970 (Gbl. II 1971 S. 31).
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Be ich e 447
2. Bodennu zungsgebüh ü Nu zungs ech e
an olkseigenen G unds ücken
Wäh end Bü ge mi Wohnsi z im Gebie de DDR ode Os be lins
in de Ve gangenhei un e bes imm en Vo ausse zungen ü den
Eigenheimbau25 au olkseigenem G und und Boden ode in ande en
Fällen26 ein unen gel liches und unbe is e es Nu zungs ech an dem
olkseigenen G unds ück e liehen we den konn e, muß ü die Ve -
leihung eines solchen Rech es ab 1. Janua 1971 ein om Minis e a
es zuse zendes „Nu zungsen gel " gezahl we den27. Alle dings blei-
ben die den bishe igen nu zungsbe ech ig en Bü ge n und ih en Ehe-
ga en nach den bishe igen Rech sno men be ei s e liehenen unen -
gel lichen Nu zungs ech e bes ehen.
3. Au hebung de Sub en ionie ung
on Bauma e ialien sowie on Bau-
und P ojek ie ungsleis ungen
ü p i a e Bau o haben
Nachdem die mi eldeu sche Be ölke ung bis zum Ende des Jah es
1970 ü Bauma e ialien sowie ü Bau- und P ojek ie ungsleis ungen
nu die ela i nied igen P eise zahlen b auch e, die o de im Zuge
de Du ch üh ung de Indus iep eis e o m am 1. Janua 1967 e olg-
en P eise höhung gal en28, müssen ab 1. Janua 1971 ü den Neu-
bau on
— Eigenheimen (einschließlich Hauswi scha en de Genossenscha en);
— Wochenendhäuse n, Bungalows und Lauben mi eine G und läche übe 16 m2;
— Ga agen und B unnen
(nich abe ü An- und Umbau en sowie ü Bau epa a u en) die ge-
genübe den al en P eisen um du chschni lich 30%29 e höh en Indu-
25 Hie übe beach e Gese z übe die Ve leihung on Nu zungs ech en an olks-
eigenen G unds ücken om 21. Ap il 1954 (Gbl. S. 445); § 12 Ve o dnung übe die
Finanzie ung des A bei e wohnungsbaues, a.a.O.; §8 Gese z übe die Au nahme des
Bauspa ens om 15. Sep embe 1954, a.a.O. sowie § 8 Ve o dnung übe die Fö de-
ung des Baues on Eigenheimen in Landgemeinden om 24. Janua 1957, a.a.O.
26 Beach e dazu § 2 Abs. 2 und § 3 Abs. 1 sowie § 11 Gese z übe den Ve kau
olkseigene Eigenheime und Siedlungshäuse om 15. Sep embe 1954 (Gbl. S. 784)
und § 2 Zwei es Gese z übe die Ve leihung on Nu zungs ech en an olkseigenen
G unds ücken om 3. Ap il 1959 (Gbl. I S. 277).
27 Vgl. § 3 Abs. 4 Gese z übe die Ve leihung on Nu zungs ech en an olkseige-
nen G unds ücken om 14. Dezembe 1970 (Gbl. I S. 372).
28 Hie zu siehe die Ano dnungen, die au gezähl sind in § 4 Abs. 2 Ano dnung
übe die P eisbe echnung ü Bauma e ialien, Bauleis ungen und P ojek ie ungs-
leis ungen bei Du ch üh ung on Neubau en ü die Be ölke ung om 5. Janua
1971 (Gbl. II S. 78).
29 Vgl. Joachim
Tesch:
Die Auswi kungen de mi de Indus iep eis e o m in
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448 Be ich e
s iep eise nach dem S ande om 1. Janua 1967 bzw. die zu einem
spä e en Zei punk au g und on planmäßigen Indus iep eise höhun-
gen in K a gese z en P eise gezahl we den30. Diese Au hebung de
„Abblockung" de P eiss eige ungen ü p i a e Ve b auche , die ü
alle Lie e ungen on Bauma e ialien und ü P ojek ie ungsleis ungen
om 1. Janua 1971 an und bei Bauleis ungen ü nach diesem Zei -
punk neu begonnene Bau o haben gil , b ach e also eine wei e e
spü ba e E schwe ung des p i a en Wohnungsneubaues.
4. Eigenheimbau inanzie ung
nach dem Ku swechsel on 1970
Ähnlich den bis 1970 gül igen Finanzie ungsbes immungen, die nach
un e schiedlichen Pe sonenk eisen di e enzie wa en, so daß bei-
spielsweise de Eigenheimbau on Landa bei e n s ä ke als de on
Indus iea bei e n und diese wiede um meh als de lediglich im
Rahmen des Bauspa ens ge ö de e Bau on Eigenheimen de
„Du chschni sbü ge " sub en ionie wu de, wi d auch in de 1970e
Finanzie ungs egelung nach sozialen G uppen un e schieden. Alle -
dings gab es danach nu noch besonde e Ve güns igungen ü die
Eigenheimbau inanzie ung on kinde eichen Familien.
Finanzie ung des Eigenheimbaues de „Du chschni sbü ge 66: Nach-
dem die bishe igen Finanzie ungsbes immungen ü den Bau on
Eigenheimen am 1. Janua 1971 auße K a ge e en sind, können
Bü ge , denen eine s aa liche Genehmigung zum Bau eines Eigen-
heimes e eil wi d, da ü einen K edi e hal en, wenn sie mindes ens
25% de Baukos en mi eigenen Mi eln decken. Diese K edi e sind
ü den Eigenheimbau bei den ö lich zus ändigen Spa kassen bzw.
ü den Bau on Hauswi scha en de Genossenscha sbaue n bei de
zus ändigen Filiale de Bank ü Landwi scha und Nah ungsgü e -
wi scha zu bean agen. Sie müssen jäh lich mi 4,5% e zins und
0,5% ge ilg sowie du ch eine Hypo hek gesiche und mi eine
gleichbleibenden Jah esleis ung ( ü Zinsen und Tilgung) on 5%
des ausge eich en K edi es zu ückgezahl we den. Jedoch gel en die
nach den bis zum 31. Dezembe 1970 gül igen Bes immungen abge-
schlossenen K edi e äge un e ände wei e 31.
de Bauwi scha wi ksam gewo denen neuen P eise. In: Zu Indus iep eis e o m
in de Bauwi scha . Be lin 1967. S. 9.
30 Da übe gl. Ano dnung übe die P eisbe echnung ü Bauma e ialien, Bau-
leis ungen und P ojek ie ungsleis ungen bei Du ch üh ung on Neubau en ü die
Be ölke ung om 5. Janua 1971 (Gbl. II S. 78).
81 So gemäß §§ 1 und 5 Ve o dnung übe die Finanzie ung des Baues on Eigen-
heimen de Bü ge om 15. Dezembe 1970 (Gbl. II S. 722).
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Be ich e 455
wu de Ende Ap il 1972 die „Fö de ung junge Ehen und de Gebu -
enen wicklung" beschlossen58.
Ab 1. Juli 1972 können bes imm e Ka ego ien junge Eheleu e mi
einem gemeinsamen B u oeinkommen bis zu 1400 M. mona lich
zweckgebundene K edi e e hal en ü
— die Bezahlung des Genossenscha san eils nach Ein i in eine so-
zialis ische Wohnungsbaugenossenscha ,
— den Kau eines s ändig bewohnba en Fe ighauses ode den Bau
ode die E wei e ung eines Eigenheimes als Haup wohnsi z,
— die Bescha ung de Wohnungsauss a ung59.
Auch junge Leu e, die be ei sind, eine Wohnung „in eigene Ini ia-
i e" auszubauen ode zu mode nisie en, we den inso e n un e s ü z ,
als die Rech s äge ode genossenscha lichen Eigen üme solche Woh-
nungen on dem zus ändigen K edi ins i u einen da ü zweckgebun-
denen K edi e hal en.
Die K edi e zu Finanzie ung on Genossenscha san eilen we den
jungen Eheleu en on de ö lich zus ändigen Spa kasse in Höhe des
Genossenscha san eils — und zwa inne halb on eineinhalb Jah en
nach Schließung de E s -Ehe bis zu einem Be ag on 5 000 M. zins-
los — gewäh und sind inne halb on ach Jah en in mona lichen
Ra en zu ilgen, wobei de Beginn de Tilgung e aglich zu e ein-
ba en und spä es ens d ei Jah e nach K edi au nahme anzuse zen is .
Die jungen Eheleu en ü den Kau eines Fe ighauses ode den Bau
ode die E wei e ung eines Eigenheimes (nu inne halb on eineinhalb
Jah en nach Schließung de E s -Ehe) gewäh e Un e s ü zung be-
s eh aus einem zusä zlich zu den be ei s länge einge äum en Ve gün-
s igungen gebo enen zinslosen An eil am Bauleis ungsk edi in Höhe
on 5 000 M., de bei Übe gang des Eigen ums an dem Eigenheim alle -
dings nu dann zinslos bleib , wenn das Eigen um an dem Eigenheim
sowie die da ü ausge eich en K edi e au ande e junge Eheleu e übe -
gehen. Wäh end die Regelung ü den Tilgungsbeginn de jenigen ü
K edi e zu Finanzie ung on Genossenscha san eilen en sp ich , ich-
e sich die Tilgung des zinslosen An eils am Bauleis ungsk edi im
üb igen nach de Eigenheimbau ö de ungs e o dnung.
58 Dazu siehe Gemeinsame Beschluß des ZK de SED, des Bundes o s andes des
FDGB und des Minis e a es de DDR übe sozialpoli ische Maßnahmen in Du ch-
üh ung de au dem VIII. Pa ei ag beschlossenen Haup au gabe des Fün jah pla-
nes (Neues Deu schland, 28.4.1972).
59 Ve o dnung übe die Gewäh ung on K edi en zu e güns ig en Bedingungen
an junge Eheleu e om 10. 5. 1972 (Gbl. II S. 316).
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456 Be ich e
Von den zu ückzuzahlenden zinslosen K edi be ägen we den zu
Gebu en ö de ung inne halb de Tilgungs is en, jedoch höchs ens bis
zum Ablau on ach Jah en nach K edi au nahme, bei de Gebu on
Kinde n gewisse Be äge e lassen.
IV. O dnungspoli isches Resümee und Ausblick
1. ökonomische Rücksich en e zwingen
Nich beach ung ideologische G undsä ze
En gegen den P ognosen on F ied ich Enge/s60, de in de Woh-
nungsno „ein no wendiges E zeugnis de bü ge lichen Gesellscha s-
o m" sah, das nu besei ig we den könne, wenn die ganze Gesell-
scha so dnung, de sie en sp inge, on G und aus umgewälz we de61,
ha sich die Wohnungs e so gung insbesonde e auch de a bei enden
Be ölke ung sowie de in de Regel sozial besonde s bedü igen kin-
de eichen Familien (wenige in de als „impe ialis isch"62 e sch ie-
enen Bundes epublik Deu schland63 als ielmeh ) in dem „e s en A -
bei e -und-Baue n-S aa au deu schem Boden" nach übe einem Vie -
eljah hunde kommunis ische Wohnungspoli ik de a ig e schlech-
e , daß selbs de ansons en ehe op imis ische Vo si zende des Mi-
nis e a es, S oph, e s kü zlich zugab:
„Wi wissen, daß wi mi de übe al e en und im Lau e iele Jah e e schlech-
e en Al bausubs anz o einem g oßen P oblem s ehen. Es kann nich in wenigen
Jah en gelös we den64."
Angesich s dieses Einges ändnisses de poli ischen Füh ung selbs
kann es nu übe aschen, wenn Peschke o zdem glauben machen
möch e, „au dem lebenswich igen Gebie de Wohnungs e häl nisse"
zeige sich „anschaulich die Übe legenhei de sozialis ischen Gesell-
scha so dnung gegenübe dem kapi alis ischen Sys em on de e s en
S unde ih es Bes ehens an"65.
60 Beach e hie zu F ied ich Engels: Zu Wohnungs age. Be lin 1948. S. 1 .
61 Vgl. in diesem Sinne auch G. Peschke: F ied ich Engels und die Wohnungs age
in Wes deu schland. De Bau (27.11. 70).
62 Dazu siehe Au o enkollek i : De Impe ialismus de BRD. H sg. om Ins i u
ü Gesellscha swissenscha en beim ZK de SED. Be lin 1971. S. 9 .
63 Zum Ve gleich de Wohnungsbauleis ungen in de BRD und de DDR beach e
Man ed Ho mann: DDR-Wohnungsmise e. De A bei gebe , He 11 (1972), S. 431 .
64 Willi S oph: Im Mi elpunk unse e Pläne: De Mensch mi seinen Bedü -
nissen. Rede o de Volkskamme zu Beg ündung de Gese ze übe den Fün -
jah plan ü die En wicklung de Volkswi scha de DDR 1971 -1975 und übe
den Volkswi scha splan 1972. Sozialis ische Demok a ie (31. 12. 71), Beilage.
65 Vgl. Peschke: a.a.O.
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Be ich e 457
Die ka as ophale Wohn aumsi ua ion, die im gesam en Os block
kons a ie we den kann66, dü e auch die Haup u sache sein, die die
poli ischen Füh ungen sowohl de DDR als auch de Sowje union, Po-
lens und Unga ns bewogen haben, undamen ale ideologische P in-
zipien aus ökonomischen Übe legungen bedenkenlos übe Bo d zu
we en und im Gegensa z zu ih em e klä en o dnungspoli ischen
Fe nziel — de Sozialisie ung des gesam en Wohnungsbes andes67 —
den p i a en Wohnungsneubau nich nu nich wei e zu un e bin-
den, sonde n pa adoxe weise zu „Mobilisie ung de Bü ge ini ia i e"
soga noch s aa lich zu sub en ionie en. Alle dings wi d de p i a e
Wohnungsneubau auch in Zukun au den Bau on Eigenheimen und
nu mi ausd ückliche Genehmigung sowie im Rahmen des planmäßig
o gesehenen Kon ingen s besch änk sein68. De Kau on Eigen-
umswohnungen soll jedoch (im Gegensa z zu UdSSR) wei e hin nich
ges a e we den, wie
Schmiechen
nachs ehend da leg und ziemlich
me kwü dig beg ünde :
„Beim ,Eigenheimbau in Geschoßbauweise' e geben sich nu zungs ech liche P o-
bleme, die gegen diese Fo m des G uppeneigen ums sp echen. Das is auch ein en -
scheidende G und da ü , daß de käu liche E we b eine Eigen umswohnung bei
uns nich o gesehen is . De Kau on Eigen umswohnungen wü de zwangsläu ig
dazu üh en, daß de Bü ge am schnells en eine Neubauwohnung e häl , de am
zahlungsk ä igs en is . Unse e Wohnungspoli ik is jedoch da au ge ich e , be-
o zug A bei e amilien und kinde eichen Familien besse e Wohnbedingungen zu
scha en, unabhängig on den Einkommens e häl nissen^9."
2. Kein Neubau p i a e Mie wohnhäuse
o z ekla an e Wohnungsno
Eben alls nich e laub is de Bau p i a e Mie wohnhäuse . Da
diese als „p i a kapi alis isches Eigen um64 be ach e we den, das
de Ausbeu ung de we k ä igen Be ölke ung diene und den Eigen-
üme n unge ech e ig e, weil nich e a bei e e Gewinne einb inge,
sollen sie als „Übe gangse scheinung" in de gegenwä igen „Pe iode
des um assenden Au baus des Sozialismus" lediglich noch einige Zei
ole ie und dann sozialisie we den. Aus ideologischen G ünden
wi d dahe die Finanzie ung solche Wohngebäude nich nu nich
ge ö de , sonde n de en E ich ung übe haup e s ga nich geneh-
mig und mi allen e ügba en Mi eln zu e hinde n e such .
66 Siehe hie zu Laszlö
Re esz:
Mie e und Wohnung im Os block. Wohnungs-
wi scha und Wohnungs ech in de Sowje union und in den Sa elli ens aa en.
Sch i en eihe des Schweize ischen Os -Ins i u s, Jg. 1963, H. 17.
67 Da übe beach e im einzelnen
Ho mann:
Die Eigen umso dnung ü G und
und Boden in de DDR (II), a.a.O.
68 Vgl.: F agen und An wo en zum Wohnungsbau, a.a.O.
69 Ka l
Schmiechen:
Eigenheime meh geschossig? F age — An wo . Sozialis i-
sche Demok a ie (10.12. 71).
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458 Be ich e
Daß die poli ische Füh ung an eine schnellen Ve besse ung de
Wohn aum e so gung de Be ölke ung mi Hil e de E ich ung on
p i a en Mie wohnhäuse n nich in e essie is , geh aus de olgen-
den unmiß e s ändlichen E klä ung eines lei enden Anges ell en des
Minis e iums de Finanzen he o , in de es u. a. heiß :
„Die Be a ungen in den K eisen haben ... gezeig , daß die poli ische Zielse zung
au dem Gebie des Wohnungswesens on den ö lichen Finanzo ganen nich übe -
all genügend beach e wi d. So z. B. wu de ein g öße e F iseu meis e in Be n-
bu g so eichlich mi s aa lichen K edi en e so g , daß e in de Lage wa , ein
zweis öckiges Mie shaus zu e ich en. Die Scha ung eines neuen Hausbesi ze s an-
des mi Hil e s aa liche K edi mi el s eh abe o ensich lich nich im Einklang
mi de Au gabe des Au baues des Sozialismus in unse e Republik70."
3. „Sozialis ische Wohn e häl nisse"
wei e hin o d n u n g s p o
1
i i s c h e s Fe nziel
Indessen dü e die poli ische Füh ung auch zukün ig de Bildung
p i a en Sach e mögens — selbs in de Fo m des Baues on Eigen-
heimen — g undsä zlich mi einem ge ü el ' Maß an Miß auen be-
gegnen und diese mi un e hohlene Skepsis e olgen. Auch wi d es
dem schwe älligen und sei Jah en mi Pa olen on de Schädlich-
kei „au gebläh en pe sönlichen Eigen ums" indok inie en bü ok a-
isie en Funk ionä sappa a kaum gelingen, nun plö zlich die Fö -
de ungswü digkei des p i a en Wohnungsneubaues zu beg ei en, so
daß zumindes bis au wei e es noch manche lei adminis a i e Hin-
de nisse aus dem eichhal igen A senal an bü ok a ischen Sch anken
au dem Ve wal ungswege zum Ve d uß de Bauwilligen un e ände
beibehal en und de en mögliche Eupho ie gehö ig dämp en we den.
Fe ne schein es aglich, ob die Be ölke ung be ei sein wi d, sich
in dem ü den Eigenheimbau e o de lichen hohen G ade — insbe-
sonde e auch mi eigenen A bei sleis ungen — zu engagie en. Ob-
wohl de Wunsch nach einem eigenen Heim in Anbe ach de Woh-
nungsno in allen Lände n des Sowje impe iums als auße o den lich
b ennend emp unden wi d, we den zahl eiche Bauwillige wegen de
bei de Ve ügung übe Eigenheime zu beach enden s aa lichen Be-
sch änkungen und zu be ücksich igenden Risiken nich zum Bauen be-
ei sein. Zwa „gehö en auch G unds ücke und Gebäude (z.B. Ein-
amilienhäuse , Wochenendg unds ücke), die ih em Zweck nach zu
Be iedigung de Wohnbedü nisse des Eigen üme s und seine Fa-
milienangehö igen bes imm sind", zum „pe sönlichen Eigen um" de
70 Rudol Mülle : P obleme de Finanzie ung des Wohnungswesens. Re e a au
de A bei s agung lei ende Finanzkade im Minis e ium de Finanzen am 17. und
18. Ap il 1958. Deu sche Finanzwi scha , Jg. 1958, H. 11, S. G 307.
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Be ich e 459
Bü ge 71, das ( o e s noch) du ch die Ve assung „gewäh leis e "
is 72, doch wi d die Ve iigungsbe ugnis de Eigen üme on Eigen-
heimen sowie des dazugehö igen G und und Bodens seh s a k ein-
geeng u. a. du ch
— die G unds ücks e keh s e o dnung73;
— das Rech de zus ändigen Wohn aumlenkungso gane, bei „k asse Un e bele-
gung" on Wohn aum in Eigenheimen auch diesen zu „e assen" und Mie e
einzuweisen74;
— die Vo sch i , nu ein Teil des in einem Eigenheim be indlichen Wohn aums75,
nich abe das Eigenheim als Ganzes, dü e e mie e we den76;
— das gel ende Mie ech 77.
Noch wei aus meh als die schon gegenwä ig p ak izie e und im
Zuge des wei e en „Au baues des Sozialismus" beabsich ig e imme
s ä ke e Aushöhlung de Eigen ums ech e dü e indessen die wiede -
hol e künde e „Pe spek i e" de Sozialisie ung des gesam en Woh-
nungsbes andes — also auch de p i a en Eigenheime — im Kommu-
nismus78 geeigne sein, die Be ölke ung ( o z de kü zlich e o d-
ne en Eigenheimbau ö de ung) o alschen Illusionen und übe ie-
benen Ho nungen zu bewah en sowie den on de poli ischen Füh-
ung nunmeh e wa e en Elan bei de Realisie ung ih e Baupläne
zu dämp en.
Wenn e ne bei eine Beu eilung de zukün igen Rolle des p i a-
en Wohnungsneubaues in de DDR be ücksich ig wi d, daß die 25 000
nach den o liegenden Planzielen79 wäh end des Fün jah planes 1971
bis 1975 zu e ich enden p i a en Eigenheime du chschni lich eine
jäh lichen Bauleis ung on 5 000 Eigenheimen en sp echen, so bedeu e
71 Vgl. Au o enkollek i : Ve assung de Deu schen Demok a ischen Republik.
Dokumen e/Kommen a . 2. Au l., H sg. on Klaus So genich u. a. Be lin 1969.
Band 1. S. 349.
72 So A ikel 11 Abs. 1 Ve assung de DDR om 6. Ap il 1968 (Gbl. I S. 199).
73 Siehe dazu Ve o dnung übe den Ve keh mi G unds ücken — G unds ücks-
e keh s e o dnung — om 11. Janua 1963 (Gbl. II S. 159) i. d. F. de 2. Ve -
o dnung om 16. Mä z 1965 (Gbl. II S. 273) sowie die 1. Du ch üh ungsbes im-
mung dazu om 22. Mä z 1963 (Gbl. II S. 201).
74 Hie übe beach e § 13 Abs. 2 Ve o dnung übe die Lenkung des Wohn-
aumes om 14. Sep embe 1967 (Gbl. II S. 733). — Sowie Gün e Hildeb and
und Joachim Mandel: Neu egelung de Wohn aumlenkung und einige zi il ech -
liche Aspek e. Neue Jus iz, Jg. 1968, H. 10, S. 306 .
75 Vgl. Bodo Gundlach und Emil Piaszinski: Im In e esse de ollen Wohn-
aum-Ausnu zung: Ve mie ung on Wohn aum in „Eigenheimen". Deu sche Finanz-
wi scha , Jg. 1963, H. 18, S. G 14.
76 Hie zu siehe im De ail Ho mann: Wohnungspoli ik de DDR, a.a.O., S. 61.
77 Beach e dazu ebenda S. 198 .
78 Nähe es be inde sich ebenda S. 68 .
79 Vgl. da übe den Sek o enlei e im Minis e ium de Finanzen Ha y Ben z:
Wich ige Au gabe auch ü Finanzo gane: Besse e Wohnbedingungen bis 1975. So-
zialis ische Finanzwi scha , 6/1972. S. 7.
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460 Be ich e
diese Anzahl gegenübe den (einen An eil on nu knapp 3,4 % am
Gesam wohnungsneubau des be e enden Jah es ausmachenden) 2 200
im Jah e 1971 gescha enen p i a en Neubauwohnungen80 zwa eine
me kliche E höhung des Eigenheimbaues in den nächs en Jah en, zumal
1972 bis 1975 auch noch de be äch liche Rücks and on 2 800 Eigen-
heimen gegenübe dem zu Plane üllung e o de lichen jäh lichen
Du chschni on 5 000 aus dem Jah e 1971 au zuholen sein wi d, doch
zeigen die genann en Rela ionen deu lich, welch ein kümme liches
Maue blümchendasein de „indi iduelle" Wohnungsbau auch in Zu-
kun üh en muß. Da übe kann auch nich die on de SED-Füh ung
jüngs en ach e P opaganda übe die „neuen Pe spek i en" des „in-
di iduellen" Wohnungsbaues hinweg äuschen.
Man ed Ho mann, Ma bu g/L.
80 Vgl. Übe die Du ch üh ung des Volkswi scha splaues 1971, a.a.O.
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