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Datengestützte Unterrichtsentwicklung im Kontext von kollegialen Reflexionsprozessen

Stipsits, Elisabeth

Abstract

Als Ausgangspunkte der datengestützten Unterrichtsentwicklung bilden der bildungspolitische und gesellschaftliche Qualitätsanspruch an einen guten Unterricht sowie eine kontinuierliche Professionali- sierung der Lehrenden hinsichtlich Nutzung der Daten. Anlässe für eine datengestützte Unterrichtsent- wicklung und Reflexion bilden interne Evaluationen basierend auf Schulentwicklungsplänen entlang des Qualitätsrahmens für Schulen (BMB) bzw. gemeinsam ausgerichtete Ziele des Kollegiums, aber auch die Leistungsergebnisse aus iKMPLUS sowie externe Evaluationen des BMB. Als evidenzbasierte Methoden zur datenbasierten Reflexion in der Unterrichtsentwicklung bieten sich Lesson Study und das erprobte Verfahren „Luuise“ an, verknüpft mit einem reflexiven Leitfragenkatalog zur Nutzung der Daten, die in diesem Beitrag dargestellt werden.

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phpublico Fachzeitschrift für Bildung und Erziehung Dezember 2025 Schule entwickeln beraten führen 1 5 16 17 mehrere Planungszyklen (siehe Abb. 1) (Kullmann, 2012; Knoblauch, 2017; Vock et al., 2023) ko-konstruktiv durchgeführt werden. Davon ausgehend stuft Kullmann (2012) im theoretischen Wirkungsmodell der „Lesson Study“ die Kooperation von Lehrpersonen als Indikator für den Erfolg kumulativer LehrLernprozesse und für die Unterrichtsqualität ein (Kullmann, 2012, S. 123). LS werden demnach als geeignetes Verfahren unterrichtsbezogener Lehrerkooperation zur Professionalisierung der Mitglieder auf lange Sicht eingestuft, um Änderungen in einem kollektiven Lehr-Lernprozesse reflexiv und datengestützt auf interne und externe Evaluation (Landwehr, 2015) zu bewirken. In diesem Zusammenhang wird vor allem ihr Charakter als Problemlöseprozess explizit betont (Reinisch, 2009; Kullmann, 2012). Vor dem Hintergrund, dass einerseits eine Kohärenzerhöhung durch Lehrerkooperation für einzelne Lehrpersonen als eine Beschränkung ihrer pädagogischen Autonomie aufgefasst werden könnte, gilt es andererseits für die Gemeinschaft einer Fachgruppe hinsichtlich Implementierung von Innovationen Vereinbarungen auf Basis von internen und externen Datenquellen zu treffen. Diese kollektiven Vereinbarungen erfassen, inwieweit eine Anpassung bzw. Rekontextualisierung der intendierten Neuerungen an die vorhandenen Vorstellungen und Kontextbedingungen möglich sind (Fend, 2008; Gräsel et al., 2006). Zentrales theoretisches Fundament des Modells von LS nach Lewis et al. (2011) bilden konstruktivistisch orientierte Theorien sowie die Theorie des situierten Lernens. Die einzelnen Arbeitsschritte in einer LS sind im Ablaufprozess in Anlehnung an Dudley (2015) veranschaulicht (Abb. 1): Schritt 1: Kooperative Planung und Erarbeitung des didaktischen Konzepts einer Unterrichtseinheit unter Berücksichtigung vorgegebener Zielsetzungen gemäß des nationalen Bildungsauftrages zu Bildungsstandards (iKMPLUS), des Fachcurriculums oder auf Basis des Schulentwicklungsplans. Schritt 2: Durchführung kollegialer Hospitation während des Unterrichts zwecks Erprobung von Lehr-Lernmethoden bezüglich der vereinbarten Zielsetzungen und Erhebung von Evaluationsdaten mittels Beobachtungsbögen. Schritt 3: Kollegiale Reflexion des Unterrichtsverlaufs und der Ergebnisse der Lehr-Lernprozesse mittels Evaluierung sowie anschließender Optimierung der Konzeption. Schritt 4: Erprobung und Evaluierung der überarbeiteten und verbesserten Unterrichtskonzeption. Am Prozessende ergibt sich eine qualitätsvolle, didaktische Unterrichtskonzeption als Produkt der ko-konstruktiven Arbeit, wobei die Konsolidierung der Lernergebnisse durch Weitergabe an den Lehrkörper erfolgt (Kullmann, 2012). Im Rahmen von LS geht somit deutlich die Fachgruppenarbeit über das gemeinsame Planungshandeln der Beteiligten hinaus, da die Zusammenarbeit Prinzipien einer professionellen Lerngemeinschaft zugrunde liegt (Horster et al., 2006) und Interaktionshandlungen der Lehrpersonen auf gemeinsame Evaluation beruhen. In diesem Zusammenhang wird der LS aufgrund der Ko-Konstruktion des Unterrichts (Gräsel et al., 2006), der kollegialen Hospitation unter Nutzung von strukturierten Be1 Unterricht systematisch und evidenzbasiert reflektieren Vordergründig für die Durchführung der systematischen Unterrichtsreflexion stehen die Qualitätsentwicklung von Unterricht nach Kriterien und eine datenbasierte Gestaltung von Lehr-Lernsettings basierend auf internen und externen Ergebnissen (Helmke, 2010). Um diesen Qualitätsanspruch in Form von Selbstreflexion, aber vor allem durch kollegiale Reflexion gerecht zu werden, ist eine Reflexionsbereitschaft unter Einbeziehung von Daten durch die Lehrenden erforderlich (Terhart et al., 2006; Buhren, 2016). Die damit verbundene Unterrichtsreflexion versteht sich im Kontext der datengestützten Unterrichtsentwicklung weit mehr als nur das alltägliche und selbstverständliche Nachdenken über die individuellen Handlungen in der Praxis. Ein evidenzbasiertes Reflexionsverständnis im Kontext von professionellem Handeln ist demgegenüber • kriteriengeleitet, d.h. die Reflexion bezieht sich explizit auf wissenschaftlich erprobte Kriterien guten Unterrichts und orientieren sich am Qualitätsrahmen für Schulen (BMB, 2020). • diskursiv, d.h. die Reflexion findet im kollegialen Austausch statt, um gezielt durch vielfältige Perspektiven Impulse zur Qualitätsentwicklung und Optimierung des Unterrichts zu erhalten. • methodisch abgesichert, d.h. die Reflexion basiert auf interne und externe Daten und Informationen (Schnack, 2024). Elisabeth Stipsits Datengestützte Unterrichtsentwicklung im Kontext von kollegialen Reflexionsprozessen Als Ausgangspunkte der datengestützten Unterrichtsentwicklung bilden der bildungspolitische und gesellschaftliche Qualitätsanspruch an einen guten Unterricht sowie eine kontinuierliche Professionalisierung der Lehrenden hinsichtlich Nutzung der Daten. Anlässe für eine datengestützte Unterrichtsentwicklung und Reflexion bilden interne Evaluationen basierend auf Schulentwicklungsplänen entlang des Qualitätsrahmens für Schulen (BMB) bzw. gemeinsam ausgerichtete Ziele des Kollegiums, aber auch die Leistungsergebnisse aus iKMPLUS sowie externe Evaluationen des BMB. Als evidenzbasierte Methoden zur datenbasierten Reflexion in der Unterrichtsentwicklung bieten sich Lesson Study und das erprobte Verfahren „Luuise“ an, verknüpft mit einem reflexiven Leitfragenkatalog zur Nutzung der Daten, die in diesem Beitrag dargestellt werden. Eine gezielte und systematische Datenerhebung bildet demnach die Grundlage der professionellen Unterrichtsreflexion. Als mögliche Datenquellen und zugleich als Methode zur Nutzung der Daten bieten sich schulintern Lesson Studies (Kulmann, 2012; Knoblauch, 2017; Dudley, 2015) mit kollegialer Hospitation (Brägge et al., 2013), Schüler:innenfeedback und Kollegiales Feedback sowie interne Evaluation basierend auf den Schulentwicklungsplänen an. Als externe und standardisierte Datenquellen können die Leistungsdaten von Schüler:innen der iKMPLUS, einem damit verbundenen Schuldatenblatt und der externen Evaluation (BMB, 2024) für die datengestützte Unterrichtsreflexion herangezogen werden. 1.1 Datengestützte Unterrichtsentwicklung mit Lesson Studies Lesson Studies (LS) beinhalten nach Kullmann (2012) ein Konzept der schulinternen und kooperativen Weiterbildung von Lehrpersonen. LS dienen vorwiegend der Unterrichtsverbesserung und unter anderem dazu, unterrichtsbezogene Innovationen in der Praxis zu erproben und zu evaluieren. Das Konzept der LS verknüpft als Ausgangspunkt der Kooperation die gemeinsamen Ziele über ein verbessertes Planungsund Unterrichtshandeln mit höheren Leistungen von Schüler:innen. Im Fokus stehen dabei die Lernund Leistungssteigerung von Schülerinnen und Schüler und zugleich die Erweiterung der Handlungskompetenz von Lehrpersonen, indem Elisabeth StipsitsSchulentwicklung Abb. 1: Lesson-Study-Prozess nach Stipsits (2022, in Anlehnung an Dudley 2015) Elisabeth StipsitsSchulentwicklung Stipsits, E. (2025). Datengestützte Unterrichtsentwicklung im Kontext von kollegialen Reflexionsprozessen. phpublico, 15, S. 16-28. https://doi.org/10.5281/zenodo.17574444 18 19 obachtungsbögen (www.iqes-online) und der anschließenden datenbasierten Reflexion (Beywl et al., 2024) mit Auswertung der Beobachtungsergebnisse zwecks Optimierung der Lehr-Lernsettings eine hohe Wertigkeit beigemessen (Buhren et al., 2009). Eine mögliche Dokumentation des Ablaufprozesses der LS ist anhand eines praxisorientierten Leitfadens nach Stipsits (2022) im Anhang abrufbar (Anhang 1: Lesson Study Leitfaden). 1.2 Datenbasierte Reflexion mit „Luuise“ „Luuise“ ist ein auf empirischen Untersuchung nach Beywl (2024) ausgearbeitetes Verfahren zur datenbasierten Reflexion von Lehr-Lernsettings, welches sich einfach im Schulalltag integrieren lässt. Es beinhaltet einen Reflexionsund Handlungsprozess, der zu den gewünschten Veränderungen der Unterrichtspraxis führt und mit den eingeflochtenen Reflexionen das präventive Handeln („Vorausschauen“) fokussiert. Im Unterschied zu anderen Methoden, wie die klassische Hospitation, erfolgen die Datenerhebungen nicht nur während der Unterrichtszeit, sondern diese werden unmittelbar ausgewertet und genutzt, d.h. „das Datenerheben fungiert gleichzeitig als Unterrichtsintervention.“ (Beywl et al., 2024, S. 16) Das Luuise-Verfahren erfolgt in fünf Schritten und wird hier verkürzt dargelegt: Schritt 1: Identifikation der „Knacknuss“ aus einer Problemstellung oder aus Lernresultaten; Erarbeiten von Annahmen, die zur „Knacknuss“ geführt haben. Schritt 2: Formulieren von Veränderungen als Smart-Ziele. Schritt 3: Festlegen von auf das Ziel ausgerichtete Unterrichtsinterventionen aus Didaktik, Methodik etc. Schritt 4: Auswahl und Adaption eines Erhebungsinstruments, um die Zielerreichung während des Unterrichts zu erheben und darzustellen, z.B. Punktewolke auf Flipchart, Redezeitanteile im Tandem festhalten. Schritt 5: Schlussfolgern, wie erzeugte Daten für zukünftige Lehr-Lernsettings genutzt werden (Beywl et al., 2024). Die Bedeutung für die Professionalisierung hinsichtlich der Erweiterung des problemlösenden Handelns der Lehrpersonen liegt in den kontinuierAbb.2: Reflexionsprozess im Luuise-Verfahren (Beywl, 2024) lich wiederkehrenden Reflexionsschleifen in Form von reflection in action und reflection on action (Metareflexion). Abbildung 2 veranschaulicht den Reflexionsprozess im Luuise-Verfahren. 2 Unterrichtsreflexion mit Leistungsdaten Evaluationsbasierte Entwicklungsprozesse im Unterricht stellen Lehrpersonen vor besondere Herausforderungen. Gründe für das Wirkungsdefizit von schulischen Leistungsmessungsdaten nach Landwehr (2015) sind neben Motivationsund Kompetenzproblemen auch Probleme mit der Leistungsmessungslogik. Als Motivationsproblem hebt sich „die mangelnde Bereitschaft, sich in einer lernund entwicklungsorientierten Haltung mit den Daten der Leistungsmessung auseinanderzusetzen“ (Landwehr, 2015) hervor. Der Anspruch an die Leistungsmessungsverfahren der Lehrpersonen umfasst die Problematik im Lesen und Verstehen von Daten, um daraus Analysen als Basis von Reflexionsund Entwicklungsprozessen zu ziehen (Landwehr, 2015). Dem entgegenwirkend erstellt das Institut für Qualität an Schulen (IQS, 2023) übersichtliche und umfangreduzierte Datenaufbereitungen und -rückmeldungen zwecks Lesbarkeit und Interpretation von Daten bei den jeweiligen fachund schulstufenbezogenen iKMPLUS-Erhebungen. Als eine Bewältigungsstrategie neben Schaffung von strukturellen Voraussetzungen auf Schulebene und individuellen Voraussetzungen der Lehrpersonen steht die kooperative Durchführung von Rezeptionsund Reflexionsprozessen im Umgang mit Leistungsdaten von Lernenden. Die ko-konstruktive Auseinandersetzung fokussiert vordergründig auf die Qualitätssteigerung des Unterrichts und auf eine Verbesserung der Leistungen der Lernenden durch eine gezielte Datennutzung. Damit verbunden setzen leistungsdatengestützte Entscheidungen Diagnosekompetenz sowie die Bereitschaft zur kollegialen Reflexion der Ergebnisse bei den Lehrpersonen voraus. (Gärtner et al., 2024) Aufbauend auf ein entsprechendes Professionsverständnis liegt demzufolge die Bedeutung der datengestützten Unterrichtsentwicklung in einer Optimierung der Gestaltung von Lehr-Lernsettings auf Reflexionsbasis sowie der daraus abzuleitenden Förderung der Lernenden. Nach dem Reflexionsmodell von Landwehr (2015) dient ein reflexiver Fragenkatalog für die Analyse und Nutzung der Leistungsdaten auf fünf Ebenen: 1. Analyse der Testergebnisse auf der Ebene Klasse und Einzelschüler:in 2. Rekonstruktion der Lernprozesse, die den Testergebnissen zugrunde liegen 3. Rekonstruktion der Lernprozessteuerung und -unterstützung 4. Analyse des Lernumfelds Klasse 5. Analyse des Lernumfelds Schule Die systematische Aufarbeitung dieser Ebenen im Rahmen der kollegialen Reflexionsprozesse die Entscheidungsfindung bezüglich Unterrichtsentwicklung datengestützt vorzunehmen (Landwehr, 2015). (Anhang 2: Reflexiver Fragenkatalog) 3 Resumee und Ausblick Eine auf Datennutzung ausgerichtete Ko-Konstruktion der Lehrpersonen nach ihren gemeinsamen Handlungsfeldern erweist sich durch den Einsatz von LS oder im Luuise-Verfahren als wirkungsvoll. In diesem Zusammenhang stellen die gemeinsame Verantwortungsübernahme einhergehend mit einer kooperativen Konzipierung von Unterricht basierend auf gemeinsamen Vereinbarungen von Lernzielen und auf datengestützten Vorgehensweisen sowie kontinuierlichen Reflexionsprozessen Gelingensfaktoren für die Qualitätssteigerung der LehrLernprozesse dar. Der Ablauf einer Professionsentwicklung von Lehrenden im Sinne von Lesson Studies nimmt dementsprechend die gemeinsame Zielstellung bzw. ein gemeinsam zu lösendes Problem als Ausgangspunkt der kooperativen Unterrichtsentwicklung. Die Entwicklung einzelner oder mehrerer Kompetenzfacetten der Lehrpersonen in ihrer individuellen Professionalität, z. B. datengestützte Handlungsoptionen und problemlösendes Handeln, kann dieses Ziel darstellen und erfordert in den Lesson Studies sowie im Luuise-Verfahren eine Evaluierung der Zielerreichung. Gelingensbedingungen einer datengestützten Unterrichtsentwicklung zeigen sich nicht nur darin, ob mit der Elisabeth StipsitsSchulentwicklung Elisabeth StipsitsSchulentwicklung 20 21 Unterrichtsevaluation praxiswirksame Impulse zur Unterrichtsentwicklung einhergehen, sondern vor allem darin, dass eine partizipative Gestaltung der Reflexionsund Auswertungsprozesse umgesetzt wird. Herausforderungen an die Lehrpersonen ergeben sich bei den gemeinsamen Planungen auf Grundlage von unterschiedlichen Datenquellen durch das Zusammenführen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen über fachdidaktische Fragen, vor allem über Handlungsalternativen sowie Lösungswege zur Problembewältigung. Herausforderungen bestehen zudem darin, dass sowohl die Bereitschaft zur kritischen Auseinandersetzung mit Ergebnissen gegeben sein muss als auch vorhandene Daten in Erkenntnisse überführt werden müssen, die sich für die Prozessgestaltung nutzen lassen. Die Analyse und Nutzung der Leistungsdaten entlang des vorgestellten Fragenkatalogs nach Landwehr (2015) verknüpft mit der Umsetzung der Lesson Studies oder dem Luuise-Verfahren dient hierbei der professionellen Entwicklung von kollegialer Reflexion, um eine datengestützte Unterrichtsentwicklung voranzutreiben. Eine gezielte Begleitung durch die Schulleitungen auf Ebene der Organisations-, Personalund Unterrichtsentwicklung oder durch die Schulentwicklungsberatung unterstützen konzertiert die Qualitätssicherung dieser kooperativen und datengestützten Lehr-Lernprozesse. Literaturverzeichnis Altrichter, H. & Posch, P., 2007. Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht. 4. Auflage. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Altrichter, H. & Wiesinger, S., 2004. Der Beitrag der Innovationsforschung im Bildungswesen zum Implementierungsproblem. In: Reinmann, G. & Mandl, H., (Hrsg.): Psychologie des Wissensmanagements. Perspektiven, Theorien und Methoden. 220-233. Göttingen, Bern, Toronto: Hogrefe. Beywl, W., Schmid, Ph. & Pirani, K., 2024. Datenbasierte Reflexion mit Luuise. Pädagogik, 76. Jahrgang, Heft 7-8, 2024, S. 16-20. Beltz. Bonsen, M., Bos, W. & Rolff, H.-G., 2008.Zur Fusion von Schuleffektivitätsund Schulentwicklungsforschung. In: Bos, W., Holtappels, H. 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Lernangebot/Lernmaterialien Methoden Beobachtungsfokus Beobachtungsbogen/-indikatoren Reflexion (1. Nachbesprechung) Schulentwicklung Elisabeth Stipsits Anhang 1 Schulentwicklung Elisabeth Stipsits 24 25 Schulentwicklung Elisabeth Stipsits Anhang 2 Schulentwicklung Elisabeth Stipsits 26 27 Schulentwicklung Elisabeth Stipsits Schulentwicklung Elisabeth Stipsits 28 29 Schulentwicklung Elisabeth Stipsits 1 Einleitung Unterrichtsund Schulentwicklung sind zentrale Bausteine für die Qualität und von Bildung. In ihrer Verbindung tragen Unterrichtsund Schulentwicklung dazu bei, Bildungseinrichtungen als lernende Organisationen zu verstehen, die sich kontinuierlich an neue Herausforderungen anpassen und so die Qualität von Lehren und Lernen nachhaltig sichern. Lesson Study (LS) hat sich international als wirkungsvolles Instrument der Unterrichtsund Schulentwicklung etabliert. Ursprünglich in Japan entwickelt, verfolgt LS das Ziel, Unterricht systematisch zu planen, zu beobachten, zu reflektieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Optimierung einzelner Unterrichtsstunden, sondern vor allem das Lernen der Schüler:innen sowie die Professionalisierung der Lehrkräfte. Durch die enge Zusammenarbeit von Kolleg:innen entstehen professionelle Lerngemeinschaften, die langfristig die Qualität des Unterrichts und die Schulkultur prägen. International wird LS in zahlreichen Ländern - etwa den USA, Großbritannien und im asiatischen Raum - erfolgreich eingesetzt. Studien zeigen, dass LS sowohl die Unterrichtsqualität als auch die Teamkultur stärkt und eine Brücke zwischen Forschung und Praxis schlägt. Die Bedeutung für die Schulentwicklung liegt insbesondere in der Förderung einer kooperativen Schulkultur, in der Lehrkräfte gemeinsam Verantwortung übernehmen und Veränderungen nachhaltig verankern. Für den österreichischen Kontext ergibt sich daraus ein doppelter Mehrwert: Einerseits unterstützt LS die individuelle ProfessioIsolde Kreis, Sabine Apfler & Elisabeth Stipsits Kollaborative Unterrichtsentwicklung durch Lesson Study Lesson Study (LS) ist ein kollaboratives Verfahren zur Unterrichtsund Schulentwicklung, das seinen Ursprung in Japan hat und seit 2010 auch in Österreich implementiert wird. Der Beitrag bietet einen Überblick über unterschiedliche Formen der Umsetzung von LS in den drei Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Kärnten, sowie eine qualitative Interviewstudie mit österreichischen LS-Expert:innen. Die Ergebnisse zeigen, dass es für eine nachhaltige Etablierung der Lesson Study neben Lesson Study Expert:innen einer institutionellen Absicherung, struktureller Unterstützung und politischer Rahmensetzung bedarf. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf geplante hochschulübergreifende Kooperationsprojekte für eine zukünftige österreichweite Vernetzung von LS-Initiativen in Österreich. nalisierung durch praxisnahe Reflexion und Feedbackprozesse, andererseits fördert es schulweite Entwicklungsprozesse, die sich an internationalen Erfolgsmodellen, wie den Lesson Studies orientieren. 2 Lesson Study in Österreich Lesson Study (LS) ist eine Methode der kollaborativen Unterrichtsentwicklung und -forschung, die ihren Ursprung in Japan hat und durch zahlreiche Publikationen weltweit Verbreitung fand (Cheng & Lo, 2013; Lewis & Tsuchida, 1998; Stigler & Hiebert, 1999). Seit 2010 wurde die Methode auch in Österreich von Forschenden und Lehrkräften aufgegriffen, wodurch verschiedene Projekte initiiert und wissenschaftlich dokumentiert wurden (BIFIE, 2014). Einer LS liegt ein Zyklus zugrunde, bei dem ein Team von Lehrpersonen gemeinsam eine Unterrichtsstunde plant, erprobt, reflektiert und adaptiert in derselben oder in einer anderen Klasse noch einmal durchführt. So kann einerseits die Qualität des Unterrichts verbessert werden, andererseits liegt der Fokus auf dem Lernen der Schüler:innen. Durch das gemeinsame Beobachten und Reflektieren erkennen die Lehrkräfte, was im Unterricht gut funktioniert und was noch verbessert werden kann. LS fördert so die kollegiale Zusammenarbeit und schafft eine Kultur des Austausches, in der Lehrkräfte voneinander und miteinander lernen. Mit der Zeit entsteht so eine professionelle Lerngemeinschaft, die geSchulentwicklung Isolde Kreis, Sabine Apfler & Elisabeth Stipsits Kreis, I., Apfler, S. & Stipsits, E. (2025). Kollaborative Unterrichtsentwicklung durch Lesson Study. phpublico, 15, S. 29-34. https://doi.org/10.5281/zenodo.17574485