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Politische Okonomie oder mathematische Scholastik? Genesis, Bedeutung und Grenzen neoklassischen Denkens

Riese, Hajo

Abstract

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Full text

Riese, Hajo A icle Poli ische Okonomie ode ma hema ische Scholas ik? Genesis, Bedeu ung und G enzen neoklassischen Denkens Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Riese, Hajo (1975) : Poli ische Okonomie ode ma hema ische Scholas ik? Genesis, Bedeu ung und G enzen neoklassischen Denkens, Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en (ZWS) - Vie eljah essch i de Gesellscha ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, Ve ein ü Socialpoli ik, ISSN 0342-1783, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 95, Iss. 3, pp. 193-222, h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291354 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. So e n die Ve asse die Dokumen e un e Open-Con en -Lizenzen (insbesonde e CC-Lizenzen) zu Ve ügung ges ell haben soll en, gel en abweichend on diesen Nu zungsbedingungen die in de do genann en Lizenz gewäh en Nu zungs ech e. Te ms o use: Documen s in EconS o may be sa ed and copied o you pe sonal and schola ly pu poses. You a e no o copy documen s o public o comme cial pu poses, o exhibi he documen s publicly, o make hem publicly a ailable on he in e ne , o o dis ibu e o o he wise use he documen s in public. I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? Genesis, Bedeu ung und G enzen neoklassischen Denkens Von Hajo Riese Ve schiedene Aus o mungen de neoklassischen Theo ie we den da au hin un e such , ob sie dem neoklassischen Pa adigma, das an Un e sä igung, Ve - ügen übe ma e ielle Ressou cen und ku z is ige En scheidungen gebunden is , angemessen sind. I. 1. Diese Aus üh ungen sollen klä en, inwiewei das Ins umen a ium de neoklassischen Theo ie, das on de gegenwä igen Fo schung ü die Analyse iel äl ige ökonomische E scheinungen e wende wi d, seinen Fo schungsobjek en angemessen is . Dabei wi d da on ausge- gangen, daß die Je ons-Edgewo hsche Lösung des isolie en Tausches die G undlage neoklassischen Denkens bilde ; e ne wi d un e s ell , daß Wal as' Ablei ung des allgemeinen Gleichgewich s eine Ve allge- meine ung des Falles des isolie en Tausches da s ell und dami die Anlage neoklassischen Denkens angemessen ep äsen ie . P eis heo ie, Wohl ah sökonomie, Spiel heo ie und Wachs ums heo ie sind die mo- de nen Anwendungsbe eiche neoklassischen Denkens, die zu un e su- chen sind. Da in lieg zugleich eine Beg enzung au einen Be eich, de als Theo- ie ela i e Gü e p eise bezeichne we den kann. Eine Beschä igung mi de neoklassischen Geld heo ie muß ungeach e ih e Renaissance un e bleiben, weil sie den Rahmen diese Aus üh ungen sp engen wü - de. Denn es wü de nich genügen, die spezi ischen Aus o mungen de Geld heo ie im Lich e des wal asianischen Gleichgewich smodells zu übe p ü en; no wendig wä e es ielmeh zu klä en, ob das neoklassische Ins umen a ium übe haup in de Lage is , die Beziehungen zwischen Geld ode , allgemeine gesp ochen, Ve mögensbes änden und P oduk- ionsp ozeß, somi zwischen s ocks und lows, angemessen zu e assen. Eine diesbezügliche Un e suchung müß e schwe wiegende me hodische F agen, die heu e höchs ens im Ansa z bewäl ig sind, au we en, o allem abe eine Auseinande se zung mi dem mone a is ischen Keynes, au den sich insbesonde e de Neoklassike F iedman be u , no wendig machen. 13 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1975/3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 194 Hajo Riese 2. Einige Vo beme kungen sind no wendig, um die me hodologische Posi ion diese Abhandlung zu klä en. Sie beziehen sich o allem au die Ve wendung des Beg i s Angemessenhei . Fü die analy ische Wis- senscha s heo ie is eine Theo ie dann angemessen, wenn eine empi i- sche Ube p ü ung sie nich wide leg . Dieses K i e ium e weis sich ü die In en ionen diese Abhandlung als zu eng, da es zwa ein gewich iges Ins umen zu Kon olle de sozialökonomischen Rele anz on Theo- ien da s ell , abe nu eine unzu eichende G undlage zu Beu eilung on Fo schungsp ozessen bilde . Denn die Un e s ellung eines Fo - schungsp ozesses, de aus de Bildung, Falsi ika ion und e neu en Bil- dung empi isch übe p ü ba e Hypo hesen bes eh , übe sieh , daß Theo- ien du ch Ände ungen des Ka ego ienappa a es en s ehen, ü die die Falsi ika ion on Hypo hesen höchs ens den Ans oß geben kann. Ka e- go ien dagegen we den aus E ah ungen des Fo schungsp ozesses, o - nehmlich in den Geis eswissenscha en abe auch aus his o ischen E - ah ungen deduzie (Vgl. Kuhn, 1967). Ge ade die Geschich e ökonomischen Denkens läß sich ehe on eine T ans o ma ion on Ka ego ien als on de Falsi ika ion on Hypo hesen he assen. Theo ien we den dadu ch obsole , daß ih e Ins umen e e - al en; neue Theo ien en s ehen dadu ch, daß neue Ins umen e gescha - en we den. Das läß sich sowohl ü den Ube gang on de klassischen zu neoklassischen Ökonomie als auch zu Keynes zeigen. Die neoklassi- sche We leh e kann gegenübe de klassischen als die angemessene e angesehen we den, weil sie du ch die Einbeziehung subjek i e We - schä zungen eine Handlungs heo ie e möglich , Keynes' Beschä igungs- heo ie kann als angemessene gegenübe de neoklassischen einge- schä z we den, weil sie die Unmöglichkei , Vollbeschä igung p eis heo- e isch zu e klä en, nachweis . In beiden Fällen e gib sich die Angemessenhei de Theo iebildung dadu ch, daß eine e ände e E ah ung de sozialökonomischen Reali- ä e lek ie wi d. Eine solche Angemessenhei muß selbs e s ändlich nich nu den Maßs ab ü eine neue, sonde n auch ü eine wei e en - wickel e Theo ie abgeben. Le z e e is soga in besonde e Weise da on bed oh , sich on de sozialökonomischen Reali ä zu en e nen und da- mi unangemessen zu we den, weil T adi ionsbewuß sein wie Bequem- lichkei es nahelegen, den Fo schungsp ozeß an de übe kommenen Theo ie zu o ien ie en, auch wenn dami de Zusammenhang mi de sozialökonomischen Reali ä e lo engeh . Inwiewei die Neoklassik, die o 100 Jah en als P eis heo ie en s anden is und heu e ein Ins umen- a ium anbie en zu können mein , das gene ell au ökonomische Phä- nomene anwendba is (ode soga au alle sozialökonomischen P oble- me, die sich aus menschlichen Handlungen e geben und dami de neo- klassischen Maximie ungs egel un e wo en we den können), diese Ge- ah e legen is , soll diese Abhandlung klä en. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 195 In den Fällen, in denen sich dies nachweisen läß , lieg eine Dogma i- sie ung des Ka ego ienappa a es de Neoklassik o . Von eine Scho- las isie ung de Theo ie kann deshalb gesp ochen we den, weil die o - male Anwendung eines Ins umen a iums Vo ang o de sozialöko- nomischen Rele anz des Fo schungsansa zes ha ; die Scholas ik is ma- hema isch, weil sich die Theo ie im allgemeinen im ,mode nen' Gewand de Ma hema ik da bie e . Wenn die Fo schung dagegen den Ka ego ienappa a de Neoklassik au sozialökonomisch ele an e P obleme anwende , wi d die Neoklassik zu Poli ischen Ökonomie. De Beg i Poli ische Ökonomie wi d in An- lehnung an eine e schü e e heo iegeschich liche T adi ion bewuß ü eine sozialökonomisch ele an e O hodoxie in Ansp uch genommen, be- wuß gese z o allem gegen he e odoxe S ömungen, die legi ime weise ü sich allein den Beg i ,K i ik de Poli ischen Ökonomie' in Ansp uch nehmen können. II. 3. De Ke n neoklassischen Denkens läß sich ausgezeichne an de Auseinande se zung de sich kons i uie enden neoklassischen Ökonomie mi ih em klassischen Vo läu e demons ie en. Die In en ion de Be- g ünde de Neoklassik bes and zwei elsohne nich ausd ücklich da in, die klassische We leh e zu übe winden; anges eb wu de ielmeh eine P äzisie ung klassischen Denkens, o allem eine genaue e Fassung de P eis heo ie, bei de die Übe windung de An inomie on Ge- b auchswe und Tauschwe die en scheidende Rolle spiel e. De Fall des isolie en Tausches, bei dem sich zwei Indi iduen gegen- übe s ehen, die übe eine gegebene Gü e menge e ügen, is dabei ein besonde s au schluß eiches Demons a ionsobjek . Wäh end ü Adam Smi h ganz selbs e s ändlich Hi sch und Bibe im Ve häl nis de zu ih em E legen au gewende en A bei szei ge ausch we den, wi d ü Je ons das Tausch e häl nis du ch das ezip oke Ve häl nis de G enznu zen de auschenden Indi iduen bes imm . Objek i e, an den P oduk ionskos en o ien ie e und subjek i e, an den Nu zen o s ellun- gen de Tauschenden o ien ie e We leh e e scheinen in diesen beiden In e p e a ionen pa adigma isch e kö pe . Dabei wi d jedoch nu allzu leich übe sehen, daß beide Lösungen un ollkommen bleiben. Die klassische Lösung bleib un ollkommen, weil zwa eine Theo ie de P eiss uk u , abe keine Theo ie de Gü e - e eilung o lieg 1. Diese Lücke bleib auch bes ehen, wenn die Theo ie des isolie en Tausches zu eine P oduk ions heo ie e allgemeine wi d. Die klassische Ökonomie lie e in jedem Fall allein eine Theo ie, 1 Im Fall des isolie en Tausches: Die Ve eilung de o handenen Menge au Eigen e b auch und Tausch. 13* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 196 Hajo Riese die die Beziehungen zwischen P eisen und (Re-)P oduk ionsbedingun- gen, abe nich zwischen P oduk ionsmengen und Nach age e klä 2. Dagegen e such die Neoklassik du ch die Ein üh ung de subjek i en We schä zung als we bes immendes Elemen die simul ane Bes im- mung on P eiss uk u und Gü e e eilung. Typisch da ü is das In- e dependenzmodell on Wal as. Im Fall des isolie en Tausches is die Lösung jedoch, wie Edgewo h Je ons nachwies, inde e minie , weil ü die Bes immung de beiden zu auschenden Mengen nu eine Glei- chung, nämlich die G enznu zenbedingung, zu Ve ügung s eh . Des- halb gib es eine Vielzahl, au de sogenann en Kon ak ku e liegende Möglichkei en, die de G enznu zenbedingung genügen. E s wenn das P eis e häl nis o gegeben wi d, is das Modell de e minie . Die Ein üh ung des G enznu zenkalküls schein dami lediglich die Lücke zu üllen, die die klassische P eis heo ie hin e lassen ha . Fü den Fall des isolie en Tausches s imm das siche lich. Komplizie e is die Angelegenhei , wenn eine Vielzahl on Anbie e n und Nach age n au - i . Je g öße ih e Zahl is , des o enge wi d de Spiel aum, de ü die au onome Fes se zung des Tausch e häl nisses zu Ve ügung s eh . Ein E gebnis, das, wie o allem die ös e eichische G enznu zenschule be on ha (Schumpe e , 1954, S. 983 .), nich une wünsch is , weil es die De e minie hei des Tausch e häl nisses und dami ein de inie ba- es Gleichgewich an eine Vielzahl on Anbie e n und Nach age n bin- de . In Wal as' Gleichgewich smodell mani es ie sich das neoklassische C edo eine simul anen Bes immung on P eisen und Mengen. Abe wäh end beim Hi sch-Bibe -Beispiel on Adam Smi h be ei s die Theo ie au Tausch o gänge weis , die au eine Gü e p oduk ion be uhen, bleib bei Wal as auch das allgemeine Gleichgewich smodell dem Tausch o - gegebene Gü e mengen e ha e . Da die Fak o besi ze o die Wahl ges ell we den, die Fak o en en wede als p oduk i e Diens e4 den Un e nehme n zu e kau en ode selbs zu e wenden, sind die Fak o en den Gü e n gleichges ell ; ü die Vo s ellung eine Tauschwi scha , in de P oduzen en und Konsumen en iden isch sind, sp ich auch, daß dem Un e nehme die echnische Funk ion eines Ve mi le s ohne spezi- isches Einkommen zugewiesen wi d, daß de Un e nehme lediglich, wie Schumpe e (1954, S. 1011) es ausd ück , als eine Fi ma angesehen wi d, die als Agen u de Haushal e ungie . 2 Die klassische Lösung is , ande s o mulie , dann bes imm , wenn das P oduk ionse gebnis oll de Rep oduk ion de Fak o en dien . De Lohn en - sp ich dann den Rep oduk ionskos en de A bei , de P o i denen des Kapi- als. Die klassische Ökonomie bie e dami eine geschlossene Theo ie nu ü den Fall eine Subsis enzwi scha . Sobald on eine expandie enden Wi - scha ausgegangen wi d ode eine au onome Nach ages uk u o ausgese z we den muß, wi d die klassische P eis heo ie inde e minie . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 197 De Ansp uch eine P oduk ions heo ie, die au eine T ennung on Konsumen en und P oduzen en be uh , wi jedoch auch die neoklassi- sche Theo ie au die klassische p eis heo e ische F ages ellung zu ück. Denn bei eine solchen T ennung muß die P eis heo ie den P o i als ein Reineinkommen, das den P oduzen en als den Besi ze n de P oduk- ionsmi el zu ließ , e klä en; dabei muß sie be ücksich igen, daß als Be- messungsg undlage des P o i s de We de P oduk ionsmi el, das Ka- pi al, igu ie . Mi diesem Pos ula e lie eine Theo ie ih en Ke n, die die P eis- bildung au einen Tausch o gang zu ück üh , de sich aus de ewigen No wendigkei des Wi scha ens e gib . Die Theo ie kann nu noch dann angemessen sein, wenn sie die P eisbildung im Kapi alismus e - klä . Da an ha die O hodoxie sei Adam Smi h' Zei en schwe ge a- gen; imme wiede ha sie, e s eck ode o en, die Idylle gleicha ig handelnde Tauschpa ne beschwo en, indem sie wie die Nu zung on A bei sk a und Boden auch die Nu zung on Maschinen als Elemen des P eisbildungsp ozesses zu assen such e und dami das Wesen des P o i s e kann e. 4. An den A bei en de zwei en Gene a ion de Neoklassike , bei Wiese und Böhm-Bawe k, o allem abe bei Ma shall, zeig sich, daß die klassische F ages ellung nach den Kos enbes and eilen des P eises wiede Gewich e häl . Ma shall, de als Schüle on J. S . Mill dem klassischen E be e p lich e blieb, ließ on de Nu zen heo ie nu noch die allende P eis-Nach ageku e üb ig und se z e an die S elle des P o i s die Quasi en e. Dami wa en die me hodischen Vo ausse zungen da ü geleg , daß die P eis heo ie auch im neuen Gewände Kos en heo ie blieb. De Cha ak e de Neoklassik als subjek i e We leh e läß sich so- mi keines alls am spezi ischen Gehal de P eis heo ie e kennen. Das gil ungeach e dessen, daß Lohn und Boden en e ande s als on de klassischen Ökonomie e klä we den3. Beide Theo ien lassen sich so da - s ellen, daß sie P eise au Kos en zu ück üh en, dabei den Zusammen- hang zwischen Kos en und Einsa z an o iginä en P oduk ions ak o en zu klä en haben und beide o allem den P o i als ein den Un e neh- me n ode Kapi albesi ze n zu ließende Reine ag zu beg ünden ha- ben. 3 Die klassische Ökonomie e klä den Lohn ep oduk ions heo e isch, (bei Rica do) die Boden en e als Di e en ialgewinn; die neoklassische Ökonomie e klä Lohn wie Boden en e g enzp oduk i i ä s heo e isch. Das Ma ginal- p inzip allein abe beg ünde noch keine subjek i e We leh e, da es, wie im Fall eine Einp oduk wi scha mi ixie em Angebo an Fak o en, auch dann anwendba is , wenn subjek i e We schä zungen keinen Ein luß au die Gleichgewich slösung haben. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 198 Hajo Riese En gegen de Meinung ih e Beg ünde 4 lieg de e olu ionä e Ge- hal de Neoklassik nich da in, eine übe zeugende e P eis heo ie als die Klassik zu lie e n, sonde n da in, die Beziehungen zwischen P oduk- ionsmengen und Nach age zu klä en. Die P oduk ionss uk u , die im klassischen Modell o enblieb, bes en alls du ch die Rep oduk ionsbe- dingungen de e minie wu de und dami Pa ame e wa , wi d im neo- klassischen Modell zu Va iable, zum E gebnis des Wi scha sp ozesses. Das linea e P eis/Kos en-Modell de Klassik e wei e sich zum simul- anen P eis/Kos en-Nach age/Mengen-Modell. Das ha keineswegs nu o male Konsequenzen. Denn e s die Simul- anlösung mach eine Alloka ions heo ie möglich, die au eine e izien- en Ve ügung übe Ressou cen be uh und eine De ini ion ökonomische Ra ionali ä lie e , die an e ügba e Ressou cen, P oduk ionsmöglich- kei en und Nu zen o s ellungen gebunden wi d. Dami kons i uie die Neoklassik eine Theo ie des Wi scha ens, die sich on de de Klassik diame al un e scheide . De Sch i on de klassischen zu neoklassi- schen Ökonomie is de Sch i on de Theo ie de Rep oduk ion zu Theo ie de Wi scha lichkei . Das nu zen heo e ische Elemen is somi ein logisch no wendige Be- s and eil jede Alloka ions heo ie. Die gängige K i ik an den agwü di- gen sozialpsychologischen G undlagen de Nu zen heo ie, wie de Konsu- men ensou e äni ä , is in gleiche Weise sekundä wie die an de Zi ku- la i ä des Nu zenbeg i s. Das G enznu zenkalkül is ein heu is isches P inzip, das als Ausgangspunk ü spezielle Nach age heo ien un- uch ba sein mag, dessen Rele anz ü die Fo mulie ung ökonomische Logik da on abe nich be üh wi d. 5. Die Fo mel, daß im Gleichgewich das Ve häl nis de G enznu zen (Geb auchswe e) ih em P eis-(Tauschwe -) e häl nis en sp ich , s ell die logische G undlage de Alloka ions heo ie da , da ein a ionale Mi eleinsa z als K i e ium op imale Bedü nisbe iedigung da an ge- bunden is , daß die s o liche und we mäßige Sei e des P oduk ions- und Tauschp ozesses im Einklang s ehen. Eine solche E izienz heo ie bedeu- e einen adikalen B uch mi klassischem Denken. Da die klassische Ökonomie die Tauschwe bildung on de Geb auchswe sei e enn e, konn e sie ih en Beg i des Wi scha ens nich an ein Wi scha lich- kei sp inzip, sonde n nu an Subsis enz- ode Rep oduk ions o s ellun- gen binden, wie beispielsweise in de Lohn heo ie. Zwa lie e e die Klassik, allen o an Adam Smi h, eine Theo ie des Wohls ands, die sich au A bei s eilung und Akkumula ion s ü z e; abe 4 Daß o allem die Vo läu e de Neoklassik, wie Gossen, abe auch ih e Beg ünde , insbesonde e Je ons und Menge , in de nu zen heo e ischen Fas- sung de P eis heo ie den e olu ionä en Gehal sahen, wi d du ch die F on - s ellung gegen die klassische Lösung des P eisp oblems e klä ba . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 199 Wohls and wu de nich an den wi scha lichen Einsa z de Fak o en gebunden. Dadu ch blieb die klassische Ökonomie wide sp üchlich, da eine sei s das laissez- ai e-P inzip maximalen Wohls and ga an ie en soll e, ande e sei s abe de Mechanismus de kapi alis ischen Wi - scha den Lohn au dem Exis enzminimum hiel . Als Folge lie en We - heo ie und laissez- ai e-Dok in nebeneinande he . Ande s ausged ück : Die Klassik konn e lediglich kons a ie en, daß de sac o egoismo de Wi scha enden zu g öß möglichem Wohls and üh , nich abe zeigen, un e welchen Bedingungen dies geschieh . Die- ses Dilemma wa mi dem Ins umen a ium, das de Klassik zu Ve - ügung s and, nich au hebba ; deshalb s ell e s die Neoklassik dadu ch, daß sie an die S elle de klassischen Rep oduk ions o s ellung die Be- dü nisbe iedigung als Ra ionalp inzip se z , die Ve bindung on We - heo ie und libe ale Dok in he . III. 6. Alloka ions- und P eis heo ie machen Glanz und Elend de neo- klassischen Ökonomie aus. Beide sind zu un e scheiden, obwohl die P eis heo ie, o mal gesehen, Teil de Alloka ions heo ie is . Abe wäh- end die Alloka ions heo ie die Bedingungen au zeig , un e denen ein sozialökonomisches Op imum e eichba is und dami En scheidungs- heo ie pa excellence is , ziel die P eis heo ie au eine E klä ung de P eisbildung und ha dabei sozialökonomische Rahmenbedingungen, wie die Exis enz eines Ma k es, zu be ücksich igen. Die Alloka ions heo ie lie e dami das, was man gemeinhin als Ins umen a ium de ökono- mischen Theo ie bezeichne ; die P eis heo ie in endie eine E klä ung de sozialökonomischen Reali ä . Abe dami wi d nich jene Dicho omie on En scheidungslogik und Ma k soziologie apos ophie , die die analy ische Wissenscha s heo ie so ehemen be on . Vielmeh geh es da um, daß No wendigkei en de Theo iebildung — in diesem Fall: sozialökonomisch bes imm e No - wendigkei en — die Wahl de Ka ego ien p äjudizie en. Wäh end die Rahmenbedingungen des neoklassischen Modells — o gegebene Res- sou cen, P oduk ionsmöglichkei en und Nu zen o s ellungen — eine Alloka ions heo ie beg ünden, kann eine P eis heo ie nu diejenigen Ressou cen als Da en be ach en, die o iginä e P oduk ions ak o en, wie A bei und Boden, sind5. Alle Ressou cen dagegen, die p oduzie e P o- 5 Daß sich auch Bedü niss uk u , P öduk ionsbedingungen und Bes and an o iginä en P oduk ions ak o en ökonomisch e klä en lassen, is selbs e - s ändlich; daß die Neoklassik sie als Pa ame e be ach e , s ell die Möglich- kei eine neoklassischen En wicklungs heo ie in age, is ü eine P eis heo ie jedoch nich on Belang. Deshalb is es auch übe lüssig, hie au die Diskussion einzugehen, ob P oduk ions ak o en übe haup o iginä sein können — eine Diskussion, die o allem in den 30e Jah en du ch die K i ik Knigh s an de OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 200 Hajo Riese duk ionsmi el sind, kann eine P eis heo ie nich ein ach als gegeben hin- nehmen, da sie E gebnisse on P oduk ionsp ozessen ühe e Pe ioden sind, ein Ums and, de ü eine Alloka ions heo ie, die sich ü die Be- dingungen e izien e P oduk ion eine abgeschlossenen Pe iode in e - essie , gleichgül ig is . Dami ge ä die neoklassische P eis heo ie in ein Dilemma, das sie bis heu e nich übe wunden ha . Von de Funk ion im P oduk ionsp ozeß he gesehen müssen o iginä e und p oduzie e P oduk ionsmi el gleich behandel we den. Da on ging Wal as aus, de olge ich ig on eine unbes imm en Zahl on P oduk ionsmi eln sp ich , de en D ei eilung in A bei , Boden und Kapi al nu illus a i e Bedeu ung ha . Von de Einkommensbildung he gesehen müssen dagegen p oduzie e P oduk- ionsmi el ande s als o iginä e behandel we den, da die P eise de Gleichgewich slösung6 lediglich bei le z e en Reineinkommen7 da s ellen, bei e s e en dagegen B u og ößen sind, die sich aus Rep oduk ions- kos en und dem Reineinkommen8 zusammense zen9. Das Dilemma exis ie deshalb, weil sich die P eis heo ie, die sich au Wal as be u , au eine abgeschlossene Pe iode bezieh , in die — du ch die Vo gabe p oduzie e P oduk ionsmi el — Einkommenselemen e ühe e Pe ioden eingehen und sich mi Einkommenselemen en de lau enden Pe iode e mischen. De Ausweg, die o gegebenen p odu- zie en P oduk ionsmi el als dasjenige Angebo zu in e p e ie en, das ein sich s e ig e neue ndes Gleichgewich gewäh leis e und en sp e- chend die B u op eise als Einkommen ühe e Pe ioden zu be ach en, is e schlossen, weil dami die o gegebenen Ressou cen ih en Da en- ös e eichischen Va ian e de Ma ginal heo ie ange eg wu de. Zu Ausein- ande se zung on Knigh mi de ös e eichischen Kapi al heo ie siehe Kaldo (1960), S. 153 ., insbesonde e S. 174 . 6 Sie en sp echen den Scha enp eisen de Ak i i ä sanalyse. 7 Das i in de neoklassischen Theo ie neben Boden o allem au A bei zu. De p inzipielle Un e schied zu klassischen Lohn heo ie, ü die de Lohn du ch die Rep oduk ionskos en de A bei bes imm wu de, wi d deu lich. Die neoklassische Lohn heo ie geh implizi genau wie die Konsum heo ie, ü die es die Li e a u s ä ke explizie , on de Egali ä de Wi scha enden aus, wenn sie den Lohn nach age heo e isch e klä . Auch in diesem Punk be- s and in de klassischen Ökonomie eine Inkonsis enz zwischen Ha moniedok- in und We heo ie, die es Ma x e laub e, seine Ausbeu ungs heo ie als logische Konsequenz klassischen Denkens zu p äsen ie en. Denn die sozialöko- nomische Implika ion de Rep oduk ionskos en heo ie lieg da in, daß de Un e nehme übe die Fak o en nich nu im P oduk ionsp ozeß e üg , son- de n auch ih e E hal ung kalkulie . Die klassische Lohn heo ie implizie des- halb, we heo e isch gesehen, eine Skla enwi scha . 8 In diesem Zusammenhang in e essie noch nich , ob es sich beim Rein- einkommen um P o i ode Quasi en e handel . 9 Das P imal des wal asianischen Modells e gib den B u op oduk ionswe , das Dual somi nich allein Reineinkommen, sonde n da übe hinaus bewe - e e Vo leis ungen an. Das e wisch Wal as du ch sein Konzep de p oduk- i en Diens e'. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 207 de Knapphei s en e ü ep oduzie ba e P oduk ionsmi el und den Re- p oduk ionskos en zusammense z , und lie e dami eine Theo ie des Einkommensmischmasch, die zwa die Einkommensbildung in de ku - zen Pe iode e lek ie , abe nich s übe die Mechanismen de Ve ei- lung des Einkommens au A bei und Kapi al aussag . 14. Es is ielleich kein Zu all, daß de aus de spä klassischen Schule kommende Ma shall und kein ausgesp ochene Neoklassike eine spezi- ische P eis heo ie zu beg ünden e moch e, die den agwü digen Im- plika ionen des allgemeinen Gleichgewich smodells en ging. Vo allem seine Me hode, eine Analyse on Angebo s- und Nach age igu a ionen au Einzelmä k en („small indus y") o zunehmen, e wies sich als äuße s uch ba . Denn die P eis heo ie aus de Sich des einzelnen Wi scha ssubjek s — o allem des Un e nehme s, abe auch des An- bie e s an A bei sk a — zu konzipie en, e laub es, eine genaue beg i - liche Klä ung on P o i und Quasi en e o zunehmen, ohne sich um eine (mak oanaly isch undie e) E klä ung de En s ehung des P o i s zu bemühen. Ma shalls Vo sich , die Quasi en e als ku z is iges Phäno- men zu in e p e ie en, es abe ü möglich zu hal en, daß sie lang is ig gesehen mi dem P o i zusammen äll 19, is da ü ypisch. Sein Ve diens kann deshalb nich hoch genug bewe e we den, weil allein diese o als eklek isch geschol ene A de Theo iebildung es e - hinde e, die P eis heo ie on den Bedingungen des allgemeinen Gleich- gewich s he zu konzipie en und sie de Kon unda ion on ku z is ige und lang is ige Analyse, on ku z is ig und lang is ig s abilem Gleichgewich und o allem de Kon unda ion on Quasi en e und P o i auszuse zen. Auch die sich on Ma shall he e ablie enden P oduk ions- und Ma k - o men heo ien, die o allem die Diskussion de beginnenden 30e Jah- e behe sch en, wa en ge ade als pa ialanaly ische Theo ien de ku - zen Pe iode uch ba . Da ü bie e die Theo ie de un ollkommenen Konku enz, die insbesonde e mi dem Namen Chambe lin und Robin- son e bunden is , ein gu es Beispiel, weil sie die Ma shallsche Theo ie de small indus y zu eine Theo ie de Einzel i ma e eine e und da- mi das Ins umen a ium noch s ä ke pa ialanaly isch o ien ie e20. Ebenso gab sie den Ansp uch au , e was ande es als eine Theo ie de ku zen Pe iode zu lie e n21. Die ku z is ige Pa ialanalyse ha e dami jedoch ih e Möglichkei en e schöp , wie sich eind ücklich an Keynes' sich asch du chse zende mak oökonomisch o ien ie e Beschä igungs- heo ie zeig e. 19 Ma shall (1890), S. 493. 20 Kaldo (1934), wiede abged uck in: Kaldo (1960), S. 34 . 21 Blaug (1962), S. 376. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 208 Hajo Kiese Keynes ha e dami nich nu ein bedeu sames Kapi el Theo iege- schich e abgeschlossen, sonde n auch die G enzen jede neoklassischen P eis heo ie ma kie . Denn de P eis, den Ma shall da ü zahl e, eine me hodisch angemessene Theo ie zu lie e n, wa hoch: Dadu ch, daß die In e dependenz on Teilmä k en igno ie wu de, blieb de Weg zu eine Beschä igungs heo ie und dami zu eine Theo ie zusammenhängende Wi scha sp ozesse e spe . Dennoch s ell Ma shalls Pa ialanalyse gegenübe Wal as' agwü digem Ve such, die â onnemen s als Ins u- men de dynamischen Analyse einzu üh en22, die übe zeugende e Lei- s ung da . Ma shall und nich Wal as ha die Theo ie on g öße e S in- genz gelie e . VII. 15. Die Wohl ah sökonomie s ell deshalb eine wich ige Rich ung zei - genössischen neoklassischen Denkens da , weil sie das indi idualis isch- en scheidungs heo e ische Fundamen de Neoklassik des 19. Jah hun- de s zu eine Theo ie kollek i e En scheidungen und dami zu eine Theo ie de Wi scha spoli ik zu e wei e n such . Ih e Wu zeln liegen zum einen in dem Wohls andsbeg i Pa e os, de au Wal as au bau e, zum ande en in de P oduk ions heo ie Ma shalls; Pigou, de Beg ünde de , al en4 Wohl ah sökonomie, ha in diesem Sinne eine Syn hese on Ma shall und Pa e o gelie e 23. Die Theo ie de ex e nen E ek e bilde den Ausgangspunk de Wohl- ah sökonomie. Posi i e ex e ne E ek e esul ie en aus Abhängigkei- en zwischen einzelnen Un e nehmen; sie e en dann au , wenn die E - höhung des Ou pu s eines Un e nehmens zu eine Ve billigung des inpu s bei ande en Un e nehmen üh 24. Dieses Konzep s ell äuße s s enge Maßs äbe an das Au e en on ex e nen E ek en: sie müssen (1) Folge ma ginale Ände ungen sein, (2) e e sibel sein, (3) sich au die P oduk- ionssphä e besch änken. Die e s e und zwei e Beg enzung e geben sich da aus, daß das neo- klassische Modell keine Rückwi kungen de Va iablen au das Da en- sys em e assen, sonde n nu Ma k beziehungen de inie en kann, die beim Au e en ex e ne E ek e übe den Umweg des Da ensys ems s a inden. Das abe i nu au ma ginale und e e sible E ek e zu; alle ande en we den Teil des Da ensys ems. Die d i e Beg enzung e- sul ie da aus, daß sich ex e ne E ek e zwischen Un e nehmen und 22 Solow bezeichne Wal as' â onnemen s ausd ücklich als Schwindel. Siehe dazu Leijonhu ud (1973), S. 74. 23 Vgl. dazu auch Blaug (1962), S. 362 . und S. 548 . 24 Deshalb läß sich in diesem Zusammenhang nu on ex e nen E ek en des Einzelun e nehmens sp echen; ü die Indus ie insgesam handel es sich um in e ne E ek e. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 209 Konsumen en de Bewe ung en ziehen, wäh end diejenigen zwischen Un e nehmen om Ma k bewe e we den. 16. Da übe hinaus blieb die Beg i sbildung Ma shalls pa ialanaly- ischem Konzep e ha e . Mi einem implizi en Reku s au Wal as und Pa e o e such e deshalb Pigou (1920), du ch die Ein üh ung des Be- g i spaa es ,ma ginales soziales und ma ginales p i a es Ne op oduk ' (ma ginal social and ma ginal p i a e ne p oduc ), de en Ein luß au das Volkseinkommen de inie wu de, eine gesam wi scha liche Theo ie ex e ne E ek e und dami eine eigen liche Theo ie ökonomische Wohl- ah zu konzipie en. Die Iden i ä des We es des sozialen G enzp o- duk s ü al e na i e Ve wendungsa en is dabei das K i e ium da ü , daß ein maximales Volkseinkommen (na ional di idend) e eich is (ebd. S. 136), die Iden i ä des We es on p i a em und sozialem G enzp oduk das K i e ium da ü , daß die du ch das Selbs in e esse de Wi scha ssubjek e ges eue en Ma k k ä e zu einem maximalen Volkseinkommen üh en (ebd. S. 143, S. 172). De Sch i on eine Theo ie de ex e nen E ek e zu eine Theo ie gesellscha liche Wohl ah bes eh also da in, das Konzep , Beziehun- gen zwischen Teilmä k en zu analysie en, du ch ein Konzep , das die Be- dingungen gesellscha liche Wohl ah und ih e Realisie ung angib , zu e se zen. Dennoch geh de Fo sch i nich übe die beg i ssys e- ma ische Ebene hinaus. Denn bei nähe em Hinsehen zeig sich, daß das Pigousche Konzep lediglich eine e minologische Ve allgemeine ung en häl , ohne inhal lich übe Ma shall hinauszukommen. Zum einen sugge ie die Dis ink ion on p i a em und sozialem G enzp oduk die Möglichkei , das soziale G enzp oduk bewe en zu können. Abe ü eine Bewe ung de Abweichungen on de Ra iona- li ä des Ma k p ozesses muß au das P eissys em des Ma k es zu ück- geg i en we den — ein Wide sp uch, de nu dann nich au i , wenn de Ma k übe den Umweg des Da ensys ems ex e ne E ek e hono ie . Das abe ech e ig Ma shalls Beg enzung de Analyse au die P o- duk ionssphä e. P oduk ionskos en jedoch, die Un e nehmen de Allge- meinhei übe lassen (wie Lu - und Wasse Ve schmu zung), können nich bewe e we den, weil sie auße halb de Ma k p ozesse au e en. Auße dem un e lieg Pigous wohl ah sökonomische Ansp uch de Ge ah , die Beg enzungen, die aus de Anwendung des Ma ginalp inzips esul ie en, zu igno ie en. So üh Pigou selbs als Beispiele ü Abwei- chungen on soziale und p i a e P oduk ion Fälle an wie Slums, Bal- lungszen en, In alidi ä , F auen- und Kinde a bei , Umwel e schmu - zung und echnologische A bei slosigkei , die die Ma ginalbedingungen e le zen (Blaug, 1962, S. 550). Alle diese diseconomies gehö en in den Da enk anz des Modells; ih e alloka i en Wi kungen en ziehen sich dem- zu olge eine neoklassischen Analyse. 14 Zei sch i ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en 1975/3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 210 Hajo Riese Die Unangemessenhei on Ka ego ienappa a und Fo schungsobjek is angesich s de poli ischen Rele anz on diseconomies besonde s d ük- kend. Um so meh , als es sich dabei um Folgekos en des P oduk ionsp o- zesses handel , die eine Alloka ions heo ie e assen müß e. Abe das neoklassische Ins umen a ium kann nich s zu eine Theo ie soziale Schäden und dami zu eine S a egie de Besei igung diese Schäden bei agen, da es nu zu Analyse ku z is ige Ma k p ozesse aug 25. Die neoklassische Theo ie de ex e nen E ek e ha deshalb nu einen beg enz en Wi kungsk eis: sie kann lediglich als Va ian e eine Mono- pol heo ie in e p e ie we den, bei de Ma k impe ek ionen du ch Rückwi kungen übe das Da ensys em au e en. Das is in e wa de Ansa z on Ma shall, de dami den me hodisch einzig legi imen Bei ag de Neoklassik zu eine Theo ie de sozialen Folgewi kungen de P o- duk ion gelie e ha . Pigou dagegen ha lediglich P obleme o mulie . Dabei gebüh ihm siche lich das Ve diens , den My hos ins Wanken geb ach zu haben, daß das neoklassische Gleichgewich smodell Ausd uck des Ausgleichs gesellscha liche In e essen sei. Dazu genüg e die Fik ion eines sozialen G enzp oduk s. Diese Fik ion abe eich e nich aus, die neoklassische Theo ie angemessen wei e zuen wickeln, weil Pigou au eine we - und handlungs heo e ische Fundie ung seines Konzep s e zich e e. Das E - gebnis wa inhal slee e Fo malismus ans elle eine Theo ie de sozia- len Wohl ah . 17. Das Schei e n de ,al en' Wohl ah sökonomie ha die sich sei den 30e Jah en en wickelnde Wohl ah s heo ie in die Isola ion logische Exe zi ien ge ieben. Die 7neue' Wohl ah sökonomie weis dabei den Vo zug au , keinen ande en Ansp uch meh zu e heben, als die o malen Beziehungen zwischen indi iduelle und gesam wi scha liche Ra io- nali ä zu un e suchen. An die S elle de K i ik des Ma k modells, die bei Pigou dominie e, i die Analyse de Beziehungen zwischen kollek- i e Wahl und indi iduellen P ä e enzen, zwischen poli ischen Zielen und den Bedü nissen de Wi scha ssubjek e {Sen, 1970, S. 1). Üb ig blieb eine Wohl ah s heo ie im allgemeinen Sinne: indi iduelle P ä- e enzen we den ohne Reku s au die P oduk ionssphä e un e such , so daß P oduk ionsmöglichkei en und Fak o mengen aus de Theo ie e - 25 Deshalb müssen auch Bes ebungen de jünge en Fo schungsp axis, wie z. B. in de Ze i ika sökonomie, die Alloka ionsmechanismen eines Ma k es ü Gebo e und Ve bo e zu un e suchen, Bedenken e wecken. Denn das Spezi ikum de neoklassischen Me hodik, einen sozialökonomischen Be eich o ab zu de i- nie en, dessen inne e Alloka ionsp obleme dann un e such we den, e üh in diesem Fall zu bloße Ra inesse, da die Rückwi kungen de Alloka ion au die Da en o ensich lich zu beach en sind. Das gil z.B. ü die Vo s ellung, Gebu en egelung übe einen Ma k ü Babyze i ika e be eiben zu können, die deshalb unsinnig is , weil die Gesellscha Sank ionen gegen eine Ve - weige ung de Bindung on Gebu en an den Besi z on Ze i ika en kaum akzep ie en dü e. Vgl. dazu F ey (1972), insbes. S. 100 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 211 schwinden; de Nu zenbeg i wi d du ch eine P ä e enzo dnung übe En scheidungsal e na i en e se z , die nu noch den o malen Bedingun- gen de T ansi i i ä , Re lexi i ä und Volls ändigkei genügen muß26, wobei angenommen wi d, daß jedes Indi iduum übe eine P ä e enz- o dnung übe indi iduelle und soziale P obleme e üg . Das wohl- ah s heo e ische P oblem bes eh da in es zus ellen, un e welchen Bedingungen die Exis enz indi iduelle P ä e enzo dnungen kollek i e En scheidungen e möglich . Sen beispielsweise un e such ein wei es Spek um on P ä e enzo dnungssys emen, on einmü igen bis zu kon- lik geladenen, ebenso wie kollek i e En scheidungsmodelle, die au Kompensa ionszahlungen, au de eilweisen Ve le zung on P ä e enz- o dnungen, au Meh hei sen scheidungen u. a. m. be uhen. T o z ih es hohen Abs ak ionsg ades und de Be onung o male Elemen e muß die Wohl ah s heo ie als Aus luß neoklassischen Den- kens be ach e we den. Theo iegeschich lich gesehen en s and die Ab- lei ung on P ä e enzo dnungen aus de Auseinande se zung o allem mi dem pa e ianischen Nu zenkonzep ; die Ve allgemeine ung dieses Ansa zes übe ein bloßes P oduk ionsmodell hinaus keh die In en ion de Neoklassik, das subjek i e Elemen on En scheidungen zu be onen, besonde s he o ; en scheidend abe dü e sein, daß die Fo mulie ung eines O dnungsge üges das ü die Neoklassik ypische Wahlp oblem, das die Anwendung de Maximie ungs egel e möglich , en häl . Die K i ik be on o allem den mangelnden Reali ä sgehal de P ä- missen wie die Au onomie de indi iduellen P ä e enzen, die die Theo ie au ologisie . Abe diese posi i is ische K i ik e mag ü sich genom- men nich zu übe zeugen. Abs ak ionen können du chaus legi im sein; e s wenn sie dem E kenn nisobjek unangemessen sind, lassen sie sich e we en. Dabei is in diesem Fall da on auszugehen, daß die Wohl- ah sökonomie eine kollek i e En scheidungs heo ie in endie , wobei sie jedoch om neoklassischen Gleichgewich smodell die Bindung des sozialökonomischen Op imums an die Summa ion indi iduelle Wohl- ah übe nimm und kollek i e En scheidungen als Funk ion indi iduel- le P ä e enzen analysie . Das abe bleib nu dann angemessen, be- üh nu dann nich den Ke n de Theo ie, wenn die gegen eilige Ab- hängigkei , d. h. die Beein lussung indi iduelle P ä e enzen du ch kol- lek i e En scheidungen, ausgeschlossen we den kann. Es is jedoch schwe einsehba , daß dies möglich is . P ä e enzen a ikulie en sich in einem hohen Ausmaß inne halb eines bes imm en sozialen und his o i- 26 T ansi i i ä bedeu e , daß, wenn x mindes ens so gu wie y und y minde- s ens so gu wie z, x mindes ens so gu wie z sein muß; Re lexi i ä , daß jedes ande e x mindes ens so gu als es selbs beu eil wi d; Volls ändigkei , daß ü jede Al e na i e zwischen x und y, x mindes ens so gu wie y ode y minde- s ens so gu wie x is . Vgl. dazu Sen (1970), S. 2 . 14* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 212 Hajo Riese sehen Kon ex s, de du chaus auch om kollek i en En scheidungs äge gep äg wi d, de indi iduelle P ä e enzen beein lussen kann. 18. Handlungs heo e isch gesehen üh die p ä e enz heo e ische Lö- sung de neoklassischen Wohl ah s heo ie dazu, daß nu die Bedingun- gen kollek i e En scheidungen un e such we den, ohne daß ein En - scheidungs äge ablei ba wä e, de diese Bedingungen ealisie en könn e. Denn diese En scheidungs äge wi d ge ade auch als o male Abs ak ion zu eine con adic io in adjec o, weil e eine sei s übe alle In o ma ionen übe die P ä e enzen de Wi scha ssubjek e e ügen muß, um das sozialökonomische Op imum zu ga an ie en, ande e sei s abe gegenübe den Wi scha ssubjek en keinen In o ma ions o sp ung haben da , de ihm eine au onome Poli ik e lauben könn e. In de Fik- ion eines ,wohlmeinenden Dik a o s', de allein das sozialökonomische Op imum ealisie en kann, d ück sich diese con adic io aus. Die F agwü digkei de Wohl ah s heo ie lieg somi nich da in, daß das Pa e oop imum du ch seine Bindung an das Nu zenkalkül des einzelnen Indi iduums einen allzu engen En scheidungsspiel aum be- g ünde (und zu E ablie ung on Kompensa ionsk i e ien zwing ), son- de n da in, daß kein kollek i e En scheidungs äge allein au de G undlage de Anwendung ode Ve le zung des Pa e o-K i e iums ope- ie en kann. Dahin e e bi g sich de Ums and, daß die Ka ego ien des allgemeinen Gleichgewich smodells eine mak oökonomische Fassung nich zulassen. Es zeig sich, daß die Ka ego ien de Neoklassik keine kollek i e En - scheidungs heo ie beg ünden können. Die Neoklassik is ein P oduk de libe alen Ökonomie und bleib an diese gebunden. Die Wohl ah s heo ie ze s ö soga ih e eigenen libe alen G undlagen, wenn sie die Realisie- ung eines Op imali ä sk i e iums, das au eine Theo ie indi iduelle En scheidungen be uh , de en Kompa ibili ä allein de Ma k gewäh - leis e , einem En scheidungs äge zuo dne , de nu de S aa sein kann. Die Wohl ah s heo ie e äng sich in ih em eigenen indi idualis i- schen Konzep . Eine libe ale Theo ie kann nu einen S aa beg ünden, dem de Schu z de Gesellscha so dnung oblieg und de dann in Ma k - p ozesse eing ei , wenn die Funk ions ähigkei des Ma k es, beispiels- weise du ch Monopolisie ungen, bed oh is . In solchen Fällen abe b auch eine S aa sin e en ion nich an die Nich Ve le zung indi iduel- le P ä e enzen gebunden zu we den. De klassische Libe alismus wa olge ich ig, weil ihm das P inzip des laissez- ai e die No m ü die E - hal ung des konku enzwi scha lichen Sys ems, abe nich ü die E - hal ung de P ä e enzen des einzelnen Indi iduums lie e . Das is in de neoklassische Wohl ah s heo ie e lo en gegangen. Im Gegensa z zum klassischen Sys em wi d kollek i en En scheidungen keine p in- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 213 zipielle G enze meh gese z ; da ü bleib die Siche ung indi iduelle P ä e enzen die nu schwe zu beach ende Maxime. Dami we den gegen- übe dem klassischen Sys em ex eme Posi ionen bezogen. Die Wohl- ah s heo ie ha das ü jede libe ale Theo ie cha ak e is ische Span- nungs e häl nis zwischen kollek i en und indi iduellen En scheidungen ins Une ägliche dicho omisie . So s a k dicho omisie , daß die Ein- üh ung eines kollek i en En scheidungs äge s unmöglich wi d — ode in de Konsequenz einen Dik a o he o u , weil eine sei s de En - scheidungs äge ein Eigengewich ha , das au die indi iduellen P ä e- enzen zu ückwi k , ande e sei s ihm abe K i e ien ü eine Mach - beg enzung ehlen. Die Wohl ah s heo ie schei e da an, daß sie nich e kenn , daß de S aa nich allein Volls ecke indi iduelle P ä e enzen sein kann, son- de n imme auch eine sys ems abilisie ende Funk ion ha . Beg i e wie Sys ems abilisie ung ode He scha abe auchen im Vokabula eine Wohl ah s heo ie, die glaub , sich mi de Ka ego ie eine P ä e enz- o dnung begnügen zu können (sie bes en alls noch au den S aa übe - äg ), nich au . Als Konsequenz muß de S aa igno ie we den, wo- du ch dann kollek i e En scheidungen, ba jeden Vollzugso gans, in de dünnen Lu un e bindliche Re lexionen angesiedel we den. Die Ve eidige de Wohl ah s heo ie p legen alle dings e con a io zu a gumen ie en, dami nämlich, daß eine En scheidungs heo ie, die nich au de Un e le zba kei indi iduelle P ä e enzen be uhe, un e - s ellen müsse, daß die Gesellscha eine eigene Pe sonali ä mi au ono- me P ä e enzs uk u habe (Sen, 1970, S. 1). Abe eine solche A gumen- a ion is nich schlüssig. Sie zeig nu , daß diese Ve ech e de Wohl- ah s heo ie auch Al e na i en nu in p ä e enz heo e ischen Ka ego- ien assen können und als Folge Gesellscha ode S aa pe sonalisie- en — mi de Konsequenz, daß neben dem a omis ischen Indi iduum nu noch de Dik a o als En scheidungs äge ungie en kann. 19. Dami kann das Resümee diese Aus üh ungen gezogen we den. Die Analyse ha gezeig , daß sich ,al e' wie ,neue' Wohl ah sökonomie nich p inzipiell un e scheiden. Beiden ehl de Bewe ungsmaßs ab ü soziale Phänomene, weil sie ein au selbs ändigen indi iduellen En schei- dungen be uhendes We sys em zu G undlage s aa liche En scheidun- gen machen. Das i ü Pigou zu, dessen Konzep eines sozialen G enzp oduk s on o ensich lich no ma i em Gehal is und dennoch inhal slee bleib . Die ,neue' Wohl ah sökonomie ha gegenübe Pigou lediglich eine höhe e o male S ingenz e eich , indem sie an die S elle eines me apho ischen Sozialp oduk skonzep s exak e P ä e enz- k i e ien se z e. Inhal lich is sie keinen Sch i wei e gekommen. Beide schei e n nich e wa, weil sich We u eile nich e meiden las- sen, sonde n weil sie on inadäqua en ausgehen; sie schei e n nich , weil OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 214 Hajo Riese die Beziehungen zwischen indi iduellen und kollek i en En scheidungen zu komplizie sind, sonde n weil diese Beziehungen ihnen den Maßs ab ü poli ische En scheidungen lie e n. Beide schei e n an de Unange- messenhei on Ka ego ienappa a und Fo schungsobjek , indem sie das indi idualis isch-p ä e enz heo e isch o ien ie e Ins umen a ium de neoklassischen Theo ie als G undlage de Analyse gesellscha liche En - scheidungsp ozesse wählen. VIII. 20. Auch die Spiel heo ie ha ih e Wu zeln in de K i ik am allgemei- nen Gleichgewich smodell. Mo gens e n, eine de Beg ünde de Spiel- heo ie, ha e be ei s Mi e de 30e Jah e au den logischen Wide - sp uch hingewiesen, den die Annahme ollkommene Konku enz da- du ch en häl , daß die Handlungen de Wi scha ssubjek e und dami die Gleichgewich ssi ua ion bes imm sein müssen, be o sie du ch das Zusammenspiel de Wi scha ssubjek e, das sich im Gleichgewich mani es ie , übe haup bes imm sein können27. Die Spiel heo ie ha an die S elle des implizi en scheidungs heo e ischen Gleichgewich s die explizi en scheidungs heo e ische Spiellösung gese z ; die Annahme ollkommene Konku enz wu de du ch die Möglichkei on Koali ions- bildungen e wei e , die Annahme ollkommene Vo aussich als „Kon- olle des Spiele s übe alle Va iablen, on denen das E gebnis ab- häng "28, in e p e ie . Die Spiel heo ie e häl ih e Bedeu ung dadu ch, daß sie Kon lik e, Kämp e und Koali ionen zu Elemen en des ökonomischen Kalküls mach . Dami wi d die Fik ion des isolie en Wi scha ssubjek s, das nu übe den Ma k mi ande en kommunizie , übe wunden29. Das e wei e zu- gleich den Beg i de ökonomischen Ra ionali ä . Denn eine Si ua ion, in de einige Va iable on einem, ande e on ande en Ma k eilnehme n kon ollie we den, das E gebnis abe on allen Va iablen abhäng , läß sich nich meh als Maximie ungsp oblem o mulie en; eine adäqua e Me hode lie e n dagegen die Spiele de S a egie30. Abe diese en scheidungs heo e ischen Gene alisie ung s eh eine ex eme Spezialisie ung gegenübe . Denn die Spiel heo ie e zich e au eine Theo ie de P oduk ion und dami au eine Theo ie de Gü e p eis- s uk u ; es we den nu meh die Mechanismen de Ve eilung eines Einkommens analysie , dessen P imal, nämlich das P oduk ions olumen 27 Mo gens e n (1935), S. 337 .; siehe dazu auch Kade (1962), S. 157. Diese Wide sp uch e lie alle dings an Rele anz, wenn, wie in diese A bei , das Gleichgewich als heu is isches P inzip be ach e wi d, eine neoklassische P eis heo ie dagegen nu pa ialanaly isch aßba e schein . 28 A . Spiel heo ie (O. Mo gens e n). Handwö e buch de Sozialwissen- scha en. Band 9, S. 707. 29 Nyblen (1951), S. 74. 80 Mo gens e n (1950), S. 440 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 Poli ische Ökonomie ode ma hema ische Scholas ik? 215 und seine S uk u , höchs ens als Re lex on Ve eilungskämp en e - schein . Zwa gib es Ve suche, das Modell eines allgemeinen n-Pe sonen- Spiels au die gesam e Volkswi scha zu übe agen31. Dabei wi d un e s ell , daß die Un e nehme du ch Koali ions e handlungen Ge- winnzuschläge au ih e P oduk ionskos en aushandeln (sog. Vollkos en- kalkula ion), wobei ü jedes Zuschlagssys em, das eine bes imm en Ve handlungss a egie en sp ich , ein und nu ein im Gleichgewich be- indliche P eis ek o , de die Mengens uk u des Modells de e minie , exis ie . Abe eine solche Abhängigkei de Mengens uk u de P oduk ion om Gewinnzuschlag beg ünde keine spezi ische Theo ie de P oduk- ion; de inie wi d lediglich eine dem jeweiligen Gewinnzuschlag en - sp echende Alloka ionslösung. Die Mengens uk u wi d zum Re lex de Koali ions e handlung, wi d abe nich du ch die P ä e enzen de Ve - b auche beein luß . Dami is ein essen ielles Elemen de neoklassi- schen Theo ie au gelös . 21. Die Spiel heo ie schließ somi auch dann lediglich e eilungs heo- e ische P obleme ein, wenn die Ablei ung eines allgemeinen Gü e - gleichgewich s in endie wi d. Das bedeu e , daß das Pa e ok i e ium nu au die Gewinnsi ua ion de koali ions ähigen Ma k eilnehme , nich abe au die Konsumen en angewende we den kann. Dami wi d jedoch die G undlage, die die Neoklassik als soziale Theo ie legi imie , au gegeben. Denn sowohl die klassische Ökonomie, allen o an bei Adam Smi h, als auch die neoklassische mi ih en Op imali ä sk i e ien in en- die en nachzuweisen, daß sich die Handlungen alle Ma k eilnehme , de Un e nehme wie de Konsumen en, gesellscha lich legi imie en lassen. Eine Alloka ionslösung mi posi i en Gewinnzuschlägen abe wide sp ich dem sozialökonomischen Op imum32, das Aushandeln on Gewinnzuschlägen e le z aus de Pe spek i e de Konsumen en das Pa e ok i e ium. Die Spiel heo ie kenn nu noch die Oppo uni ä de Ma k eilnehme , die so handeln, wie es ihnen güns ig e schein . Siche lich s ell die Spiel heo ie eine An wo au das Ve sagen eine Neoklassik da , die o allem im allgemeinen Gleichgewich , abe auch bei Ma shall eine Handlungs heo ie bie e , die, wie sich am Beispiel de allenden P eis-Nach ageku e zeig , die Funk ion eines Lückenbüße s bei de Ablei ung p oduk ions heo e ische Zusammenhänge ha . Inso- e n gebüh de Spiel heo ie das Ve diens , das handlungs heo e ische Elemen im neoklassischen Denken e s ä k zu haben. Abe sie bleib udimen ä , da sie au die einsei igen p oduk ions heo e ischen Züge de Neoklassik on Wal as bis Ma shall eine noch einsei ige e Posi ion am handlungs heo e ischen Ende de Skala bezieh . 11 Schneide (1969), S. 141 .; e ne S. 203 . 82 Schneide (1969), S. 226. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50 216 Hajo Riese Deshalb kann sich die Spiel heo ie nich allein da au be u en, daß sie gegenübe de u sp ünglichen Neoklassik einen höhe en Reali ä sgehal au weise, da Kämp e, In igen, Blu und Koali ionen alle A nun ein- mal Bes and eil des Wi scha slebens seien. Denn die Spiel heo ie be- zweck nich , lediglich diese Reali ä en zu besch eiben, und kann sich, wenn sie nich empi ische Soziologie sein will, auch nich dami begnü- gen. Sie is wie jede ökonomische Theo ie En scheidungs heo ie, die No men ü a ionale Handlungen angib , ungeach e dessen, daß die Theo ie zu un e suchen ha , wie sich diese No men in de Reali ä du ch- se zen. No men abe sind imme auch au ih e soziale Dimension hin zu übe - p ü en. Fü die Spiel heo ie ha das Eigenin e esse de Wi scha ssub- jek e nich s meh mi gesellscha liche Wohl ah zu un; deshalb kann die Spiel heo ie auch keine G undlage ü eine Theo ie de Wi scha s- poli ik lie e n. Sie deg adie ielmeh den libe alen No menka alog de Neoklassik zu eine En scheidungs echnik ü Ma k eilnehme . IX. 22. Die neoklassische Wachs ums heo ie s ell aus de Pe spek i e des allgemeinen Gleichgewich smodells den Ve such da , seinen s a io- nä en Cha ak e zu übe winden. Die Un e schiede zu Wal as liegen in e s e Linie in de mak oökonomischen Fassung, die ans elle eine n- Gü e wi scha das Ne oe gebnis des P oduk ionsp ozesses, ü das das Sozialp oduk s ehen mag, se z 33, in de Ein üh ung des echnischen Fo sch i s (de in de Regel als abs ak e E izienzka ego ie igu ie ) und in de explizi en Be ücksich igung des Akkumula ionsp ozesses. Die Theo ie is Gleichgewich s heo ie. Aus dem uhenden, sich ep oduzie- endem Gleichgewich we den P ade mi kons an en Wachs ums a en, de en Exis enzbedingungen un e such we den. Die Agg ega ion de Gü e p oduk ion zum Sozialp oduk ha eine doppel e Wi kung: zum einen e laub sie, das Gleichgewich in eine gegenübe dem s a ionä en Modell be iedigende en Weise als lang- is ig s abil zu in e p e ie en, da die Ne op oduk ion als E gebnis eine länge en Pe iode angesehen we den kann und dami un e s ell wi d, daß die p oduzie en P oduk ionsmi el dem lau enden P oduk ions- p ozeß en s ammen. Dennoch e en, wie zu zeigen sein wi d, die P o- bleme des s a ionä en Modells bei de Ein üh ung des Kapi albes ands wiede au . 33 Fo mal gesehen kann das Modell auch als Einp oduk wi scha , de en E gebnis ü Konsum- und In es i ionszwecke e wende wi d, in e p e ie we den. Abe ein solche Kuns g i e schleie die E kenn nismöglichkei en diese Theo ie, weil e nu noch e laub , die logische Validi ä des Ablei ungs- zusammenhangs zu übe p ü en. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.95.3.193 | Gene a ed on 2023-04-04 11:51:50