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Replik zum vorstehenden Beitrag von Dieter Eckel über die Bedeutung der Indifferenzkurvenanalyse für die ökonomische Theorie

Zinn, Karl Georg

Abstract

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Full text

Zinn, Ka l Geo g A icle Replik zum o s ehenden Bei ag on Die e Eckel übe die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse ü die ökonomische Theo ie Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Zinn, Ka l Geo g (1971) : Replik zum o s ehenden Bei ag on Die e Eckel übe die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse ü die ökonomische Theo ie, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 91, Iss. 4, pp. 460-464, h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/291253 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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I he documen s ha e been made a ailable unde an Open Con en Licence (especially C ea i e Commons Licences), you may exe cise u he usage igh s as speci ied in he indica ed licence. h ps://c ea i ecommons.o g/licenses/by/4.0/ Replik zum o s ehenden Bei ag on Die e Eckel übe die Bedeu ung de Indi e enzku enanalyse ü die ökonomische Theo ie Die Ve eidigung de Indi e enzku enanalyse, zu de sich Eckel du ch meinen Au sa z1 e anlaß sieh , könn e beim Lese den Ein- d uck e wecken, die Indi e enzku enanalyse sei on mi ziemlich un- di e enzie abgelehn wo den. Dem wide sp ich olgende Beme - kung: „Die Indi e enzku enanalyse e lie dadu ch (meine K i ik) nich an We als heo e isches Demons a ionsins umen ; nu ände sich das E gebnis: Die Indi e enzku enanalyse beweis ge ade nich , daß es ein nu zenop imales Haushal sgleichgewich gib , sonde n zeig das Gegen eil .. ."2 Die Aus üh ungen Eckels kommen diese Au as- sung en gegen, da e eben alls s ä ks e Zwei el an de Möglichkei äuße , eine ealisie ba e op imale Gü e kombina ion aus dem Indi - e enzku ensys em zu e mi eln3, und s e ig gek ümm e Indi e enz- linien nu noch als Ex em älle gleichnü zliche Gü e kö be be ach e 4. Eckel kons a ie , daß p ak isch kein Konsum-Op imum e eich wi d. Da ande e sei s ein heo e isches Op imum als O ien ie ungs- ma ke ungie , wä e die F age zu s ellen, wieso übe haup bei de konk e en Kau en scheidung noch au ein solches Op imum eku ie wi d, zumal Eckel dann mi zwei al e na i en Hil shypo hesen a bei en 1 Ka l Geo g Zinn: Die Einsch änkung on Indi e enzbe eichen du ch soziale Sub- s i u ionsg enzen. Schm. Jb., Bd. 90 (1970), S. 303 - 326. 2 Zinn: a.a.O., S. 306. 3 „Es lieg eigen lich au de Hand, daß in diesem Fall ( ehlende Realisie ba kei de op imalen Gü e kombina ion wegen Un eilba kei ; K. G. Z.) in de konk e en Kau si ua ion jene Gü e kombina ion gewähl wi d, die ealisie ba is und de op- imalen Kombina ion am nächs en komm ." Die e Eckel: Die Bedeu ung de Indi e- enzku enanalyse ü die ökonomische Theo ie. In diesem He S. 454. — Und: „Die Op imie ung de Konsumen scheidung wi d also nich als s a e Handlungsschablone zu e s ehen sein, die in jede Kau pe iode in gleiche Weise eingese z und bei Lie e ung eine nich ealisie ba en Lösung e wo en wi d." Eckel: a.a.O., S. 454 Eckel geh wegen de punk uellen Unlösba kei de Op imie ung zu Meh pe ioden- be ach ung übe , e läß abe dami den üblichen Ansa z de Indi e enzku en- analyse. Zudem wä e ja die Zusammen assung meh e e Pe ioden, übe de en exak e Abg enzung Eckel keinen Au sdiluß gib , nähe liegend als die o geschlagene Au - eilung. 4 Vgl. ges ichel e Linie in Abb. 1 bei Eckel sowie den zugehö igen Tex . Eckel: a.a.O., S. 451 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:16 Li e a u 461 muß: 1. K edi ie ung bei zu ge ingen Finanzmi eln; 2. Kau eines bil- lige en Wa enko bes und Anspa en des nich e b auch en Be ages ü den nächs en Kau , bei dem dann de eu e e Wa enko b e s an- den wi d5. Modi ika ionen des Indi e enzku en e lau s, die on Eckel o - genommen we den, machen deu lich, daß sich die Op imum-Konzep ion nu mi Mühe e eidigen läß und nich die schlich e Bündigkei au - weis , mi de sie übliche weise angebo en wi d. Die Hil shypo hesen, K edi au nahme bzw. Spa en ü den nächs en Kau de gleichen Gü e , e scheinen zudem p oblema isch, da ein Haus- hal bzw. ein Indi iduum Spa en scheidungen und e en uelle K edi - au nahme be ei s bei de Planung seines Gesam budge s be ücksich- igen dü e und nich im Sinne eine ad-hoc-Maßnahme einse z , um seine a sächliche Kau en scheidung mi eine heo e isch op imalen in Einklang zu b ingen. Eckel gib du ch die Ein üh ung de genann en Hil shypo hesen implizi e zu, daß nu mi eine du ch die Kau en - scheidung als p ä e ie anzusehenden Gü e kombina ion ge echne we den kann, die nich mi einem heo e isch abgelei e en Op imum zusammen äll . Daß eine E wei e ung de P oblems ellung au die Ana- lyse de möglichen In e dependenz on Käu en de gleichen Gü e zu e schiedenen Zei punk en (Pe ioden i. S. Eckels) sinn oll is , wi d nich bes i en. Nu schein mi diese Auswei ung ge ade eine Folge de au gewiesenen Schwie igkei en de he kömmlichen Indi e enz- ku enanalyse zu sein ( gl. Punk 2 bei Eckel). Im Zusammenhang mi meinem Hinweis, „daß die Indi e enzku - enanalyse nu eine angebliche We neu ali ä au weis , a sächlich abe nich wenige we u eilsabhängig is als jedes ka dinale Nu zen- sys em"6, mein Eckel diese Aussage als subjek i es We u eil cha- ak e isie en und du ch Kon on a ion mi eine beu eilenden Folge- ung („De sugges i e Cha ak e solche Demons a ion und die Übe - we igkei de Indi e enzku enanalyse wi d du ch solche Einwände jedoch nich besei ig "7), die deu lich als meine Ansich am Ende eines Abschni s s eh , en k ä en zu können. Abgesehen on de sachlichen Zusammenhanglosigkei zwischen de on Eckel monie en Aussage und de zu Gegena gumen a ion he angezogenen Fo mulie ung sowie de in diesem Fall unzulässigen Ve kü zung beim Zi ie en, implizie ein Indi e enzku enschema das (wohl plausible) We u eil, daß meh besse is . De Hinweis au die Sinnha igkei dieses We - 5 Eckel: a.a.O., S. 454. 6 Zinn: a.a.O., S. 304. — Eckel: a.a.O., Fußno e 10, S. 452. 7 Zinn: a.a.O., S. 314. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:16 462 Li e a u u eils8 wide leg nich meine Aussage, daß es sich um ein We u eil handel , das zugleich de Ve ein achung dien ; es wi d nämlich nich meh bedach , daß g öße e Gü e kö be höhe e Einkommen bedeu en und daß sich dami die P ä e enzo dnung ände n kann. Daß dies üb- liche weise geschieh 9, wa ein Ansa z meine K i ik. Wenn Eckel zu- e end aus üh , daß „Ums uk u ie ungen des P ä e enz eldes du ch Konsume ah ungen wäh end des Konsums e olgen"10, abe bes ei- e , daß dami Übe schneidungen on P ä e enzku en denkba sind (so meine Fo mulie ung), d. h. e mein , daß ein ach zwei e schiedene P ä e enzsys eme o liegen, jedes bezogen au eine ande e soziale bzw. zei liche Si ua ion desselben Indi iduums, so wi d dadu ch de Ein- wand gegen die Einkommensunabhängigkei on Indi e enzlinien nich wide leg , sonde n nu e neu au die on mi k i isie e In e - p e a ion des Indi e enzku ensys ems e wiesen. Das Zwei-Gü e - Modell is ein Ausschni aus de gesam en Wa enkombina ion eines Indi iduums. Das du ch eine Indi e enzku e ep äsen ie e Nu zen- ni eau kann zugleich als Rep äsen an eine bes imm en Einkommens- si ua ion angesehen we den. Ein höhe es Nu zenni eau mi zugehö i- ge Indi e enzku e spiegel en sp echend ein höhe es Einkommens- ni eau wide . Wie anhand eines Beispiels e läu e wu de11, sind Übe - schneidungen diese beiden so e s andenen Indi e enzlinien mög- lich. Eckel beha hingegen da au , daß solche sich übe schneidenden Indi e enzlinien zu e schiedenen P ä e enzsys emen (desselben In- di iduums) gehö en. Un e Punk (4) wi d on Eckel au die Subs i u ionali ä de Gü- e im Be eich des Exis enzminimums hingewiesen. E bedien sich dazu de Kons uk ion eine Iso-Kalo ien-Ku e. Abgesehen da on, daß man übe die Quali izie ung eines exis enzminimalen Gü e ko bes s ei en kann, en häl e keineswegs nu Gü e , die sich au den ge- meinsamen Nenne de physikalischen Einhei Kalo ie b ingen lassen. Dies gil nich einmal ü den pa iellen Wa enko b es e Nah ungs- mi el (Kohlehyd a e, Eiweiß, Vi amine e c.). Daß man sich zwei sub- s i uie ba e Gü e zu Demons a ion eine solchen Iso-Kalo ien-Ku e aussuchen kann, is selbs e s ändlich. Ein solches Ve ah en wä e je- doch ge ade symp oma isch ü die on mi g undsä zlich als sugges i und simpli izie end k i isie e Da s ellungsweise, da dem Demons a- ionsins umen zuliebe ein seh spezielle Fall zum ep äsen a i en 8 Eckel: a.a.O., S. 453. „Es e schein bei de O dnung de P ä e enzen ein du ch- aus sinn olle Ansa z, daß eine objek i g öße e Gü e menge mi einem höhe en Nu zen e knüp wi d," 9 In den Punk en 1 und 3 bes ei e Eckel nich p inzipiell meinen Einwand, son- de n e weis nu au P ämissen, die de Au ech e hal ung des üblichen Indi e- enzku enschemas dienen. 10 Eckel: a.a.O., S. 455. n Zinn: a.a.O., S. 310 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:16 Li e a u 463 e hoben wi d. Du ch, die Beschä igung mi dem Gi en-Fall, de sich im Rahmen on Iso-Kalo ien-Ku en un e b ingen läß , schein Eckel die Komplemen a i ä beim Exis enzminimum nu in bezug au Nah- ungsmi el be ach en zu wollen. In den Aus üh ungen zu Punk (5) komm Eckel e neu au die Komp lemen a i ä s age zu ück und e such , du ch eigene und Ein- gehen au meine Beispiele in de Tendenz nachzuweisen, daß de An- eil de komplemen ä en Gü e eines Gesam wa enko bes im Ve häl - nis zu dem de subs i u i en on mi übe dimensionie wu de. Es is wenig sinn oll, hie meine e was di e enzie e e A gumen a ion zu wiede holen12, e kü z sei jedoch olgendes beme k : 1. Im Exis enzminimum lassen sich Nah ung, Wohnung, Kleidung, Heizung u. a. un e einande nich meh subs i uie en; 2. de Subs i u ionsbe eich wächs mi höhe em Einkommen (höhe- es Nu zenni eau), abe es gib Gü e un e schiedlichen Subs i u ions- g ades bzw. Komplemen a i ä sg ades; mi wachsendem Einkommen we den auch soziale Ein lüsse ü die Komplemen a i ä sbeziehungen bes immend. Die un e den Punk en (6) bis (8) au gewo enen Einwände Eckels be uhen zum Teil au leich en Miß e s ändnissen. Ad 6. Es wu de nich behaup e , daß z. B. bei allgemeine Vie zig- s undenwoche jede A bei szei -F eizei -Kombina ion ealisie ba is und somi auch eine A bei szei on „ äglich 4 S unden und 40 Mi- nu en" e eich we den kann, obgleich sich auch hie ü zu e ende Beispiele inden ließen (Teilzei a bei ). Hingegen wu de au die Ta - sache abgehoben, daß p inzipiell Lebenszei ü F eizei ode Einkom- mense zielung (A bei szei ) au gewand we den kann, also eine p in- zipielle Teilba kei o lieg , wäh end z. B. ein Pe sonenwagen und Eigen umswohnungen keine e gleichba e Teilba kei au weisen. Ad 7. Teilweise wu de diie&e Punk — auch bei Eckel — be ei s mi de Einkommensabhängigkei on Indi e enzlinien behandel . Eckel wende sich im üb igen nu gegen meine angeblich zu globale Fo mulie ung, nich gegen die p inzipielle Aussage und e gänz die Diskussion um den Hinweis au einen in e essan en, in Rezessionen ak uellen Sonde all. Ad 8. Es ging nich um die „soziale F age", sonde n um sozial be- ding e G enzen on Indi e enzbe eichen. Die Be ücksich igung on Besi zeinkommen und die Di e enzie ung nach A bei squali ä en hä e meine Aus üh ungen zwa e b ei e , abe keine p inzipiell neuen 12 Vgl. Zinn: a.a.O., S. 307 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:16 464 Li e a u Gesich spunk e zum Thema beige agen. Die Wi kung on Besi zein- kommen hä e u. a. als Ein luß ak o beim Spa olumen und de F ei- zei p ä e enz be ücksich ig we den können. De F eizei cha ak e be- s imm e Tä igkei en, au den Eckel e weis und de siche lich nich ü die Meh zahl de abhängig Beschä ig en gil , wü de das in de soziologischen Li e a u be ei s eingehend e ö e e P oblem de Abg enzung on F eizei und A bei au gewo en haben, was nich im Rahmen meine A bei lag. Daß Di e enzie ungen des F eizei mini- mums nach eine Vielzahl on speziellen (medizinischen, sozialen, hi- s o ischen e c.) K i e ien möglich sind, schein mi selbs e s ändlich, abe de Hinweis on Eckel sei dankba e me k . Das gleiche gil ü Eckels E wähnung des Ein lusses de F eizei beschä igung au die A - bei squali ä ; zu pola isie en wä en dabei wohl noch die be u sbezo- gene Fo bildung und de Alkoholexzeß. Abschließend sei eine ku ze Beme kung zu de Fußno e 35 in Eckels Au sa z e laub , die de Ve asse ähnlich wie Punk (8) insgesam wenige au meinen Au sa z als meh au die zi ie e Monog aphie „Basis heo ie des ökonomischen Wohls andes in de Demok a ie" ge- münz haben dü e. De Fall, daß eine bes imm e Tä igkei bei einem Menschen „höchs e A bei s eude", beim ande en „höchs es A bei s- leid" he o u , mag sich zwa mi i gendeinem Beispiel noch belegen lassen, abe Eckel wi d dies wohl kaum als Regel hins ellen wollen. Ein solches Ex embeispiel dann als Basis eines „wissenscha lichen S andpunk es" (gegen welche und wie de inie e Unwissenscha lich- kei will sich de Ve asse absiche n?) ü die Kons a ie ung in e - subjek i e Un e schiede on „Men ali ä " und „Bewe ung" und ge- gen eine explizi e ian eine bes imm e Au assung des Gleichhei sp in- zips anknüp ende Ve eilungskonzep ion ins Feld zu üh en, mach es de Replik zu leich . Ka l Geo g Zinn, Aachen OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.4.460 | Gene a ed on 2023-04-04 11:46:16