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1 Citizen Science an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen AG Multiplikator*innen in Zusammenarbeit mit Eine Handreichung mit Ressourcen, Informationen und Praxistipps für Multiplikator*innen, Wissenschaftsmanager*innen und weitere Unterstützende
3 Beteiligte Autor*innen Hauptautorinnen mit Koordinationsfunktion Brandt, Julia Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Stiebritz-Banischewski, Julia Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Hauptautor*innen (in alphabetischer Reihenfolge) Arens, Katja Universität Münster Beißert, Ulrike Ruhr-Universität Bochum Bittner, Laura Bundesstadt Bonn Blum, Claudia Charité – Universitätsmedizin Berlin Braun, Corinna Universität Mannheim Gantenberg, Julia Universität Bremen Hedemann, Katrin Universität Vechta von der Heiden, Kirsten Sustainopreneurship Science Shop AFoReg Interchange Hülsen, Jannis Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie, Matter + Meta, To Begin With Pusoma, Maria Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden Rutten, Martine NABU Institut für Flussund Auenökologie Nöske, Nicole Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels, Bonn Nolte, Nina Universität Münster Schmidt, Florentin Joscha Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Weitere Mitwirkende (in alphabetischer Reihenfolge) Brink, Wiebke Wissenschaft im Dialog (WiD), Berlin Kiessling, Tim Direct Action Research Collective Wehrle, Fabienne Wissenschaft im Dialog (WiD), Berlin Eine Handreichung mit Ressourcen, Informationen und Praxistipps für Multiplikator*innen, Wissenschaftsmanager*innen und weitere Unterstützende Citizen Science an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen
5 Basiswissen und Überblicksdarstellungen 11 Mittelgebende und Förderprogramme 19 Schulungen und externe Beratung 27 Projektplanung und -durchführung 33 Rechtliche Fragen 41 Ethische Fragen 49 Kommunikation 55 Freiwilligenmanagement 61 Vernetzung 67 Evaluation und Qualitätssicherung 77 Inhalt
7 Vorwort Julia Brandt (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Service-Center Forschung) Citizen Science – die aktive Beteiligung von Bürger*innen an wissenschaftlicher Forschung – gewinnt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zunehmend an Bedeutung. Dabei entstehen vielfältige Formate und Kooperationen, die von partizipativer Datenerhebung über gemeinsame Auswertung und Analyse bis hin zur Mitgestaltung von Forschungsfragen reichen. Mit dem wachsenden Interesse an Citizen Science (im Folgenden abgekürzt als CS) geht an den wissenschaftlichen Institutionen ein erhöhter Bedarf an Information, Beratung und struktureller Unterstützung einher – insbesondere für Forschende, die ein CS-Vorhaben initiieren möchten. An dieser Stelle setzt die vorliegende Handreichung an. Sie ist im Rahmen der Arbeitsgruppe (AG) „Multiplikator*innen“ (auch liebevoll Multis abgekürzt) entstanden, die im Sommer 2024 durch die Plattform mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen ins Leben gerufen wurde. Ziel der AG ist es, den Austausch unter Personen zu fördern, die an Hochschulen und Forschungseinrichtungen als Multiplikator*innen für CS tätig sind – etwa in der Forschungsförderung, im Wissenschaftsmanagement, im Transfer oder in Bereichen wie Public Engagement und Wissenschaftskommunikation. Die Handreichung richtet sich primär an Wissenschaftsmanager*innen und andere Multiplikator*innen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Forschende bei der Planung und Durchführung von CS-Projekten unterstützen. Sie bietet Orientierung durch kompakt aufbereitete Informationen und Ressourcen, die bei themenbezogenen Anfragen gezielt nachgeschlagen und in der Beratung eingesetzt und weitergegeben werden können. Gleichzeitig kann die Handreichung auch Forschenden mit Informationsbedarf selbst als erste Orientierung dienen – insbesondere dort, wo bislang keine institutionellen Unterstützungsangebote bestehen. Das Ziel ist eine strukturierte und kommentierte Materialsammlung zur Verfügung zu stellen, aus dem bereits vorhandenen, umfangreichen Fundus an Ressourcen – wie Websites, Leitfäden, Broschüren, Anleitungen und Toolboxen. Für jedes Kapitel wurden Ressourcen ausgewählt, die sich inhaltlich und im Umfang sinnvoll ergänzen und gemeinsam ein bestimmtes CS-Unterthema abdecken. In der Regel sind die Ressourcen, die in der Handreichung zusammengestellt werden, frei verfügbar, auch wenn das nicht immer gekennzeichnet ist – unter Umständen ist allenfalls eine Anmeldung auf einer Plattform notwendig. Vorwort
9 Behandelt werden die Themen • „Basiswissen und Überblickdarstellungen“, • „Mittelgebende und Förderprogramme“, • „Schulungen und externe Beratung“, • „Projektplanung und -durchführung“, • „Rechtliche Fragen“, • „Ethische Fragen“, • „Kommunikation“, • „Freiwilligenmanagement“, • „Vernetzung“ • sowie „Evaluation und Qualitätssicherung“. Nach einer kurzen Einführung zu den jeweiligen Oberthemen wird eine strukturierte und kommentierte Auswahl an weiterführenden Ressourcen sowie Praxistipps basierend auf den Erfahrungen der Autor*innen präsentiert. Die Kapitel sind dabei in einer thematischen Abfolge angeordnet – von allgemeineren hin zu spezifischeren Aspekten – ohne jedoch inhaltlich strikt aufeinander aufzubauen. Daher können sie je nach Interesse und Bedarf auch unabhängig voneinander gelesen werden. Zusammenhänge und Querverbindungen zwischen den Kapiteln werden durch entsprechende Verweise kenntlich gemacht. Die Themenauswahl in dieser Handreichung wurde von der AG durchgeführt und fokussiert auf Themen, die einerseits für CS-Projekte besonders relevant sind und zu denen andererseits schon eine gewisse Auswahl von Ressourcen existiert. Bei der Darstellung der von diesen haben wir uns für eine tabellarische Darstellung mit Hashtags entschieden. Die Reihenfolge der Ressourcen orientiert sich an folgenden Prinzipien: Zunächst werden kürzere und kompaktere aufgeführt, gefolgt von längeren und umfassenderen. Inhaltlich beginnen die Tabellen mit allgemeiner gehaltenen Materialien und führen anschließend zu spezifischeren Ressourcen, etwa zu bestimmten Unterthemen oder Projekttypen. Im Sinne der Lesefreundlichkeit verwenden wir innerhalb der Tabellen zudem eine einheitliche Struktur, die aus hervorgehobenen Oberkategorien (eine pro Ressource) sowie einer Auswahl von bis zu drei Hashtags besteht. Zur Auswahl stehen vier Kategorien: NACHSCHLAGEWERK (Materialien zum gezielten Nachlesen), VORLAGE (Dokumente oder Schemata zur direkten Anwendung), TOOL (Hilfsmittel zur Unterstützung eines konkreten Arbeitsprozesses) und TRAINING (für Fortbildungen/Lernressourcen). Die Hashtags werden in der dritten Spalte unterhalb des jeweiligen Textblocks zu Tipps und Hinweisen eingefügt und dienen der zusätzlichen Einordnung der Quelle nach Umfang, inhaltlichem Fokus oder ergänzenden Elementen. In Bezug auf die Länge unterscheiden wir zwischen #QuickRead für kurze, niedrigschwellige Einstiege oder kompakte Zusammenfassungen (unter ca. zehn Seiten) und #DeepDive für ausführlichere, komplexere Ressourcen mit einem Umfang von mehr als zehn Seiten. Auch inhaltlich ermöglichen die Hashtags eine differenzierte Zuordnung: #Hintergrundwissen/Theorie kennzeichnet Ressourcen mit theoretischem Fokus, #Praxistipps/Methoden verweist auf praxisorientierte Inhalte, während #Strategie für Materialien steht, die strategische Orientierung oder politische Handlungsempfehlungen bieten. Zusätzliche Mehrwerte werden ebenfalls über Hashtags kenntlich gemacht: #Tool verweist auf enthaltene Vorlagen, Checklisten oder Anleitungen, und #Inspiration steht für Ressourcen, die Impulse zum Stöbern, Ideenfinden oder Nachmachen bieten, etwa in Form von Best-Practice-Sammlungen. Mit dieser Materialsammlung möchten wir einen Beitrag dazu leisten, CS an Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter strukturell zu verankern und die Beratungsarbeit für alle Beteiligten zu erleichtern. Wir danken Sophia Antoniello ganz herzlich für Ihre kreativen Illustrationen, die der Handreichung visuell eine neue Qualität verliehen haben. Die AG ist auch immer offen für neue Mitglieder: Wer Interesse hat, kann sich gerne bei den AG-Koordinatorinnen Julia Brandt ([email protected]) und Julia Stiebritz-Banischewski ([email protected]) melden. Vorwort
11 Basiswissen und Überblicksdarstellungen Basiswissen und Überblicksdarstellungen Basiswissen und Überblicksdarstellungen Basiswissen und Überblicksdarstellungen Julia Brandt (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Service-Center Forschung), Jannis Hülsen (Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V., Abteilung Technikbewertung; Matter + Meta; To Begin With), Nicole Nöske (Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels, Zentrum für Wissenstransfer), Martine Rutten (NABU Institut für Flussund Auenökologie), Julia StiebritzBanischewski (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Stabsstelle Bürgeruniversität) Die in Deutschland gängigste Definition für CS (nach dem Grünbuch Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland, S. 13)1 lautet: „Citizen Science umfasst die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses (…). Die Beteiligung reicht von der Generierung von Fragestellungen, der Entwicklung eines Forschungsprojekts über Datenerhebung und wissenschaftliche Auswertung bis hin zur Kommunikation der Forschungsergebnisse. Dabei kann sich die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und institutionell ungebundenen Personen sehr unterschiedlich gestalten, von völlig eigeninitiierten „freien“ Projekten (…) bis hin zur Anleitung durch wissenschaftliche Einrichtungen. Gemeinsames Ziel aller Citizen-Science-Projekte ist das Schaffen neuen Wissens. Hierbei wird an Forschungsfragen gearbeitet, deren Beantwortung einen Erkenntnisgewinn für die Wissenschaft sowie oft auch für Praxis und Politik mit sich bringt.“ CS kann verstanden werden als eine Form der Partizipation in der Forschung, bei der Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten.2 Sie ist genau wie partizipative Prozesse im Allgemeinen vielfältig und entwickelt sich ständig weiter. Zur systematischen Beschreibung der verschiedenen Formen von Bürger*innenbeteiligung an Forschungsprojekten wurden unterschiedliche CS-Typologien entwickelt (z. B. Vier-Stufen-Modell von Haklay et al. 20123; Fünf-Stufen-Modell von Shirk et al. 20124, grundlegend die „ladder of citizen participation“ von Arnstein 19695, Übersicht bei Haklay et al. 20216, S. 4-5). Diese Typologien greifen im Sinne der Klassifikation von Projekten auf unterschiedliche Bezugspunkte zurück, darunter den Grad der Partizipation, Zielsetzungen, räumliche oder zeitliche Rahmenbedingungen, disziplinäre Verortung oder den Einsatz von Technologien. 1 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/assets/dokumente/gewiss-gruenbuch_citizen_science_strategie.pdf#page=14 2 https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/2023/Partizipation-in-der-Forschung-Grafik-de.pdf?__blob=publicationFile&v=4 3 https://povesham.wordpress.com/wp-content/uploads/2013/09/haklaycrowdsourcinggeographicknowledge.pdf 4 https://www.ecologyandsociety.org/vol17/iss2/art29/ 5 https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/01944366908977225 6 https://royalsocietypublishing.org/doi/epdf/10.1098/rsos.202108
13 Basiswissen und Überblicksdarstellungen Akteur*innen und Organisationen zum Einstieg Wichtige Akteur*innen und Organisationen, die in dem Bereich CS bzw. transdisziplinäre und partizipative Forschung aktiv sind, werden in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet und näher beschrieben, für alle, die einen Einstieg und Anknüpfungspunkte in CS suchen. Die zweite Tabelle umfasst dann eine inhaltlich oder in Bezug auf den Umfang ergänzende Ressourcenauswahl mit Basisinfos zu CS. Akteur*innen und Organisationen zum Einstieg mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen7 Die zentrale Plattform für CS in Deutschland. Gelauncht 2014 ursprünglich als Bürger schaffen Wissen. Träger des Projektes sind Wissenschaft im Dialog und das Museum für Naturkunde Berlin, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Plattform bietet themenbezogene Informationen und Publikationen, einen Blog, eine Projektdatenbank mit über 330 Projekten (Stand: 08/2025) aus verschiedenen Disziplinen, ein Netzwerk sowie eine Expert*innen-Datenbank, Veranstaltungen und Ressourcen. Angebote und Mitwirkung Mitwirkung in regionalen und thematischen AGs (D-A-CH, Netzwerk Region West, Citizen Science Berliner Raum, Science of Citizen Science, Multiplikator*innen, Citizen Science in Schulen, Citizen Science in Medizin & Gesundheitsforschung).Teilnahme an Veranstaltungen. Beratung und Austausch. Gesellschaft für transdisziplinäre partizipative Forschung (GTPF)8 Die GTPF ist eine Fachgesellschaft der partizipativ Forschenden und Lehrenden sowie Praxispartner*innen aus dem deutschsprachigen Raum und wurde 2023 gegründet, mit Sitz an der TU Berlin. Zur Mission gehören die Vernetzung der Akteur*innen, die methodische und strukturelle Professionalisierung, Nachwuchsförderung und Interessenvertretung. Angebote und Mitwirkung Die Mitgliedschaft ist offen für Einzelpersonen und institutionelle Organisationen. Mitarbeit über AGs möglich (unter Voraussetzung einer Mitgliedschaft). Es werden auf der Website fachliche Stellungnahmen, Artikel, Interviews und Workshop-Dokumentationen bereitgestellt. Darüber hinaus gibt es einen Newsletter und ein Netzwerk. 7 https://www.mitforschen.org/ 8 https://www.gtpf.science/ European Citizen Science Association (ECSA)9 ECSA ist ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von CS in Europa, gegründet 2014 mit Sitz am Museum für Naturkunde in Berlin. Sie vernetzt CS-Akteur*innen, entwickelt Qualitätsstandards und Leitlinien, fördert Bildung, Open Science und Datenzugänglichkeit und berät die Politik. Angebote und Mitwirkung Mitarbeit an Publikationen und Positionspapieren ist über die eigene Mitgliedsorganisation (z. B. eigene Forschungseinrichtung) oder als Einzelmitglied möglich. Diese entstehen häufig im Rahmen der vielfältigen thematischen Working Groups (z. B. Agri-food; Citizen Science in conflict areas; Citizen Science for health; Citizen Science and open science; Citizen Science and universities; Co-Created Citizen Science; Empowerment, inclusiveness and equity; Impact assessment; Learning and education in citizen science; Monitoring biodiversity; Policy, strategy, governance and partnerships; Storytelling and other arts), werden darüber hinaus aber teilweise auch über die Mailingliste kommuniziert. ECSA bietet ein umfangreiches Spektrum an Veröffentlichungen und Dokumenten in einer Bibliothek auf ihrer Website und über die EU-Citizen.Science (ECS) Plattform10 an. Dazu gehört auch eine offene Webinar-Sammlung (siehe dazu auch das Kapitel „Schulungen und externe Beratung“ dieser Handreichung). Citizen Science Global Partnership11 CSGP ist eine globale NGO, gegründet 2022 in Österreich als „network of networks“. Mitglieder sind kontinentale bis nationale CS-Verbände aus Asien, Afrika, Europa, Australien und Nordamerika, darunter ECSA für Europa. Die CSGP-Website stellt laufende Projekte vor. Es werden zudem Webinare, Konsultationen und Mitmachaktionen angeboten. Angebote und Mitwirkung Die Mitarbeit ist über übergreifende Mitgliedsorganisationen (z. B. ECSA) möglich. Die CSGP erstellt Politikempfehlungen für UN und UNESCO, u. a. Strategiepapiere wie die Internationale Charta für CS (2025)12, zur Entwicklung, Durchführung und Bewertung von CS-Projekten, zur Förderung der Transparenz und Zusammenarbeit weltweit. 9 https://www.ecsa.ngo 10 https://eu-citizen.science/resources 11 https://citizenscienceglobal.org/ 12 https://climate-pact.europa.eu/eu-climate-action-academy/resources/international-charter-citizen-science_en?utm_ source=chatgpt.com
15 Basiswissen und Überblicksdarstellungen Ressourcen und weiterführende Links Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK Citizen Science FAQs – European Citizen Science Association (ECSA)13 Die FAQs der ECSA zur Einführung in das Thema CS wurden 202 4 veröffentlicht. Sie bieten einen kompakten Überblick über die wichtigsten Basisinfos rund um CS (Definition, Mehrwerte, Herausforderungen, Projektplanung, Fachbereiche, Ressourcen, Plattformen, Diversität und Inklusion). Tipps und Hinweise Die FAQs der ECSA bieten kompakte und allgemeinverständlich formulierte Basisinfos. Sie spiegeln zudem die internationalen Standards der ECSA wider. #QuickRead #Hintergrundwissen/Theorie TOOL ECSA 10 Principles of Citizen Science14 Eine Reihe von zehn Prinzipien, die guter Praxis in der CS zugrunde liegen und 2015 von der Arbeitsgruppe „Sharing best practice and building capacity“ der ECSA formuliert wurden. Die Prinzipien sind auch auf Deutsch und in vielen anderen europäischen Sprachen verfügbar. Tipps und Hinweise Nützliche Checkliste für die Projektgestaltung und -durchführung. Sie kann auch bei der Kommunikation mit Forschenden verwendet werden, die an der Einrichtung eines europäischen Qualitätsstandards entsprechenden CS-Projekts interessiert sind, oder beim Erwartungsmanagement mit Citizen Scientists. #QuickRead #Praxistipps/Methoden TOOL Wegweiser Citizen Science – Tipps und Methoden zu den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation15 Der Wegweiser ist ein praxisorientierter, methodischer Leitfaden, der insbesondere für alle gedacht ist, die ein CS-Projekt neu starten, ausbauen oder reflektieren wollen. Zielgruppe sind Initiator*innen und Beteiligte von CS-Projekten. Er wurde 2024 von CS-Praktiker*innen der mit:forschen!-AG „Netzwerk Region West“ in Zusammenarbeit mit mit:forschen! partizipativ erarbeitet. Tipps und Hinweise Der Fokus des Wegweisers liegt auf dem Bereich der Methoden im Rahmen von CS-Projekten. Es sind dort vielfältige Tipps aus der Praxis aus verschiedenen Fachdisziplinen gesammelt. Es werden die Möglichkeiten der Partizipation auf möglichst hoher Ebene durch Praxisbeispiele veranschaulicht. Zudem wird sich der grundlegenden und langfristigen Motivation der Citizen Scientists gewidmet, bürokratische Hürden aufgezeigt und Methoden der Begleitund Abschlussevaluation wie Reflexion und Feedback vorgestellt. #QuickRead #Praxistipps/Methoden #Inspiration 13 https://www.ecsa.ngo/faqs/ 14 https://www.ecsa.ngo/10-principles/ 15 https://zenodo.org/records/13148678 NACHSCHLAGEWERK Handreichung „CS für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte“16 Diese Handreichung wurde in 2016 im Rahmen von Bürger schaffen Wissen (mittlerweile: mit: forschen! Gemeinsam Wissen schaffen) erstellt. Sie bietet einen Überblick über die CS-Praxis in Deutschland, strukturiert in folgende Kapitel: Definition, Motivation, Projektinitiation, Datenumgang, Kommunikation, Evaluierung, Förderinstrumente und Planung. Auch gibt es einen Überblick von Anwendungsfeldern: Naturschutz, Bildung, Digital, Sozialwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Geistesund Kulturwissenschaften und International. Tipps und Hinweise Die Handreichung bietet eine gute kompakte Einführung. Insbesondere die Motivationen für die unterschiedlichen Zielgruppen zur Teilnahme an CS in Kapitel 2 und der Planungsüberblick in Kapitel 8 sind bei der Vorbereitung eines Projekts (Antrags) hilfreich. Da das Dokument aus dem Jahr 2016 stammt, funktionieren einige Links leider nicht mehr und Kapitel wie „Förderinstrumente“ und „Daten“ sind veraltet. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden NACHSCHLAGEWERK Ein Leitfaden für Partizipation in der Forschung17 Der 2025 erschienene Leitfaden richtet sich an alle, die sich mit partizipativen Projekten in Forschung, Praxis oder an deren Schnittstellen befassen. Er soll inspirieren, Orientierung geben und praktische Unterstützung bieten – insbesondere angesichts der Vielfalt partizipativer Ansätze und Begrifflichkeiten. Entstanden ist der Leitfaden im Projekt PartWiss in einem kollaborativen Prozess mit Akteur*innen aus unterschiedlichen Partizipations-Communities. Er gliedert sich in zwei Teile: Teil 1 bietet einen Überblick über die verschiedenen partizipativen Ansätze und Communities. Teil 2 beleuchtet wissenschaftliche und praktische Erfahrungen in zehn zentralen Handlungsfeldern partizipativ arbeitender Communities. Tipps und Hinweise Der Leitfaden ist thematisch sehr breit angelegt und bietet erstmals eine umfassende Orientierung in der Vielfalt partizipativer Ansätze und Begrifflichkeiten, zu denen auch der Ansatz CS gehört. Er eignet sich als Ressource vor allem für Personen, die sich einen Gesamtüberblick über das Thema Partizipation in der Forschung wünschen und sich tiefergehend mit der Frage beschäftigen möchten, wie der Ansatz CS (S. 10), hier verortet werden kann. Der Leitfaden basiert auf den bestehenden Erkenntnissen und Erfahrungen in Forschung und Praxis und enthält neben theoretischen Hintergründen und praktischen Hilfestellungen auch eine umfangreiche weiterführende Materialsammlung, die u. a. auch einige Ressourcen zu CS enthält. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden TOOL Citizen Science mit Schulen – ein Leitfaden mit 10 Empfehlungen18 Der Leitfaden wurde 2023 im Rahmen der mit:forschen!- AG „Citizen Science in Schulen“ in Zusammenarbeit mit mit!forschen erarbeitet. Es gibt konkrete Empfehlungen für zehn Themen: Rollen in CS-Projekten im Kontext Schule; Mehrwert von CS in und mit Schulen; Forschungsund Bildungsziele erreichen; Ansprüche und Erwartungen; Realitätscheck Schule; Bildungsmaterialien; Teilhabe ermöglichen; Kommunikation; Datenschutz & Co; Spagat zwischen Wissenschaft und Schulalltag. Tipps und Hinweise Der Leitfaden bietet sehr spezifische und nützliche Basisinfos, wenn man ein CS-Projekt speziell mit Schüler*innen durchführen möchte. Die zehn Empfehlungen stellen eine nützliche Checkliste für den Aufbau und die Umsetzung eines CS-Projektes mit Schulen dar. #DeepDive #Praxistipps/Methoden 16 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/assets/dokumente/gewiss_citscifueralle_handreichung_web.pdf 17 https://zenodo.org/records/14786253 18 https://zenodo.org/records/10137030
17 Basiswissen und Überblicksdarstellungen Praxistipps und Erfahrungswerte NACHSCHLAGEWERK The Science of Citizen Science19 Der von einem internationalen Team 2021 auf Englisch herausgegebene Sammelband ist ein Grundlagenwerk zum Forschungsfeld der CS in den Natur-, Sozialund Geisteswissenschaften. Es werden verschiedene Modelle der Partizipation, ethische Fragen, aber auch Qualitätsstandards und politische Rahmenbedingungen diskutiert. Zahlreiche Fallbeispiele veranschaulichen die Vielfalt und praktische Anwendbarkeit von CS-Ansätzen. Tipps und Hinweise Der Sammelband dient als ausführliche Einführung für alle, die sich engagieren und mehr über die ‚Science of Citizen Science‘ erfahren möchten. Das Buch greift aktuelle gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen auf – darunter Klimawandel, Biodiversitätsverlust, die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit sowie wachsende soziale Ungleichheiten innerhalb und zwischen Gesellschaften. Neben einem systematischen Überblick über theoretische Grundlagen, Definitionen und Typologien von CS, vermittelt das Buch auch methodisches und fachbezogenes Basiswissen. Zusammen mit den Fallbeispielen werden wertvolle Impulse für die eigene Projektplanung geliefert. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden NACHSCHLAGEWERK Citizen Science: Innovation in Open Science, Society and Policy20 Dieser umfassende Sammelband von 2018 behandelt wissenschaftliche, politische und gesellschaftliche Aspekte von CS. Es wird betont, dass CS ein zentraler Bestandteil offener Wissenschaft ist und zur Demokratisierung von Wissen beiträgt. Tipps und Hinweise Dieser Sammelband kann als eine weitere ausführliche Einführung in das Thema dienen und bietet theoretische Grundlagen, internationale Fallstudien und praxisnahe Leitlinien. Auch unterschiedliche Beteiligungsmodelle und Qualitätsstandards werden thematisiert. Besondere Schwerpunkte sind technologische Innovation, politische Relevanz, Integration in Bildung und Wissenschaftskommunikation sowie ethische Fragen. Das Werk ist eine zentrale Ressource für alle, die CS in ihrer Forschungseinrichtung strategisch weiterentwickeln und strukturell verankern wollen. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden NACHSCHLAGEWERK Weißbuch Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland21 Das Weißbuch ist ein strategisches Dokument, das konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Verstetigung von CS in Deutschland bis zum Jahr 2030 formuliert. Es wurde im Rahmen eines zweijährigen, partizipativen Prozesses von über 200 Akteur*innen aus 136 Organisationen entwickelt und im April 2022 veröffentlicht. Es dient als Leitfaden für politische Entscheidungsträger*innen, Förderinstitutionen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen. Tipps und Hinweise Das Weißbuch ist ein praktischer Fahrplan, der alle relevanten Akteur*innen dabei unterstützt, CS in Deutschland strategisch, vernetzt und nachhaltig zu gestalten. Zu 15 Handlungsfeldern werden 94 Handlungsempfehlungen gegeben, die vielfältige Anregungen für die Entwicklung von CS-Maßnahmen in verschiedenen Arbeitsfeldern geben. #Hintergrundwissen/Theorie #DeepDive #Praxistipps/Methoden #Tool #Inspiration 19 https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-030-58278-4 20 https://www.jstor.org/stable/j.ctv550cf2 21 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2024/07/24/220510_Weissbuch_Internet_doppelseitig_klein_0.pdf Praxistipps und Erfahrungswerte • Um CS als Ansatz zu stärken, ist es sinnvoll, wenn Universitäten und Forschungseinrichtungen jeweils eine eigene Infowebsite (z. B. mit Basisinformationen, weiterführenden Ressourcen, Projekten und ggf. Ansprechpersonen) zu diesem Thema erstellen. So werden entsprechende Forschungsaktivitäten sichtbar, Forschende gezielt unterstützt sowie die interne und externe Vernetzung gefördert. • Eine feste Ansprechperson für CS bzw. die Schaffung einer Stelle für CS an einer Forschungseinrichtung trägt zur Professionalisierung von CS innerhalb der Institution bei. Die Person kann gezielt Unterstützungsangebote entwickeln, als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zu CS fungieren, Forschende und Projekte unterstützen und beraten, und ein CS-Netzwerk zu externen Akteur*innen etablieren. So wird dafür gesorgt, dass themenbezogenes Wissen erhalten bleibt, gebündelt weitergegeben wird und nicht in jedem Fall wieder bei null begonnen werden muss. • Ein offizielles Bekenntnis einer Forschungseinrichtung zu CS kann zudem die Entstehung von entsprechenden Projekten begünstigen (sog. CSMainstreaming). Durch eine institutionelle Verankerung von CS-Prinzipien, etwa in Leitbildern bzw. Strategiepapieren, wird die Sichtbarkeit und Akzeptanz dieser Forschungsmethode institutionell gestärkt. • Studierende können sehr gut in CS einbezogen werden in Form von projektorientiertem Lernen, einem Praktikum oder einer Abschlussarbeit. Sie können z. B. Daten sammeln, Protokolle testen, an eigenen kleinen Forschungsfragen arbeiten, Projekte in ihren ehemaligen Schulen betreuen etc. CS gibt Studierenden gute Möglichkeiten, Kommunikationsfähigkeiten zusammen mit fachbezogenen Kompetenzen zu entwickeln. CS hat das Potential einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsförderung zu leisten. • CS ist eine Praxis, die Schnittmengen und Überschneidungen zu anderen partizipativen Ansätzen aufweisen kann, die sich durch die Art und Tiefe der Partizipation unterscheiden und unterschiedliche Erwartungshaltungen adressieren. Aus diesem Grund ist die Frage nach der Zielstellung, Zielgruppe etc. wichtig, um sich für die passende Methode entscheiden zu können. • Um einen sinnvollen Rahmen für Partizipation in CS-Projekten zu schaffen, ist es sinnvoll zentral die Frage zu klären, wie viel Selbstorganisation erwünscht und möglich ist.
31 Schulungen und externe Beratung Praxistipps und Erfahrungswerte TRAINING Association for Advancing Participatory Sciences (AAPS, USA): Webinare und YouTube-Archiv56 Die amerikanische Association for Advancing Participatory Sciences (AAPS, zuvor: „Citizen Science Association“), bietet seit 2017 regelmäßig thematische Online-Vortragsformate und Infoveranstaltungen an. Alle Inhalte sind auch noch im Nachgang online verfügbar. Das entsprechende YouTube-Archiv umfasst mittlerweile bereits rund 50 Videos (je ca. 1-1,5 Std.). Themen sind bspw.: „Incorporate citizen science in your higher ed course“, „Strategies to produce quality data“, „Platforms for participatory sciences“ oder „Policy perspectives in citizen science and crowdsourcing“. Tipps und Hinweise Ähnlich wie das Angebot von EU-Citizen.Science ist das YouTube-Archiv der AAPS jederzeit online verfügbar und durch die Platzierung auf YouTube sogar ohne Registrierung zugänglich. Im Gegensatz zu den Angeboten von mit:forschen! und Citizen Science Zürich ermöglichen sie jedoch keine Vernetzung mit anderen CS-Aktiven. #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden 56 https://participatorysciences.org/webinars/ und https://www.youtube.com/channel/UChTgtIf9BqiEpWiczvH0jbA Praxistipps und Erfahrungswerte • Multiplikator*innen können die aufgelisteten Weiterbildungsangebote nicht nur selbst zur thematischen Einarbeitung nutzen, sondern im Sinne einer effizienten Beratungsund Unterstützungstätigkeit auch an interessierte Forschende ihrer Einrichtung weiterempfehlen. • Bei Beratungsanfragen zu sehr spezifischen Unterthemen können sich für Multiplikator*innen vertiefende Recherchen nach relevanten Workshops und Seminaren lohnen. Insbesondere das breite und stetig wachsende MoodleAngebot von EU-Citizen.Science sowie im YouTube-Archiv der AAPS kann mit dieser skizzenartigen und kompakten Überblicksdarstellung nicht vollständig vorgestellt werden. Je nach Fragestellung kann auch die Suche nach geeigneten Ansprechpersonen z. B. im Expert*innen Katalog von mit:forschen! zielführender sein. • Wer sich nicht allein zum Thema CS informieren möchte, sondern auch die Vernetzung mit anderen Interessierten in Deutschland sucht, für den sind die Online-Trainingsworkshops von mit:forschen! ideal geeignet: Denn hier tauscht man sich in einem Zeitraum von ein bis zwei Wochen in einer überschaubaren Gruppe zum Thema CS aus. • Bei den (halb-)jährlich stattfindenden Reihen (mit:forschen!, Citizen Science Zürich) lohnt es sich, z. B. über die Newsletter oder Websites der entsprechenden Anbieter die jeweiligen Starttermine im Blick zu behalten. Diese können dann bspw. auch über interne Verteiler an der eigenen Einrichtung kommuniziert werden.
33 Schulungen und externe Beratung Projektplanung und -durchführung Projektplanung und -durchführung Projektplanung und -durchführung Corinna Braun (Universität Mannheim, Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsinnovation) und Julia Stiebritz-Banischewski (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Stabsstelle Bürgeruniversität) Im Vergleich zu konventionellen Forschungsprojekten bringen CS-Projekte einige spezifische Anforderungen mit sich. Der größte Unterschied liegt dabei in der aktiven Beteiligung von Bürger*innen an der Forschung. Diese Beteiligung geht einher mit weiteren Unterschieden, insbesondere hinsichtlich der Bereitstellung erweiterter Kapazitäten für die Kommunikation mit und Koordination der Citizen Scientists (siehe dazu vertiefend die Kapitel „Kommunikation“ und „Freiwilligenmanagement“ dieser Handreichung). Vor diesem Hintergrund gestaltet sich die Planung und Durchführung von CS-Projekten nicht nur anders, sondern teilweise auch komplexer und benötigt häufig mehr Ressourcen. Projektverantwortliche sollten in jedem Fall schon in der Konzeptionsphase überlegen, wie eine sinnvolle Einbindung der ‚Citizen Scientists‘ konkret erfolgen soll und welche Partizipationsgrade, Methoden und Tools sich dafür eignen. Zur Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von CS-Projekten stehen online verschiedenste Ressourcen zur Verfügung. Im Rahmen des vorliegenden Kapitels liegt der Fokus zunächst auf inhaltlich allgemeiner bzw. breiter angelegten Ressourcen, die Informationen zu vielen bzw. sämtlichen Phasen und Dimensionen von CS-Projekten enthalten. Eine besondere Untergruppe dieser Ressourcen ist auf spezielle Unterarten von CS-Projekten zugeschnitten (z. B. CS mit Schulen, Museen oder jungen Menschen). Prinzipiell ebenfalls für die Projektplanung und -durchführung relevante Ressourcen mit einem Fokus auf spezielle CS-Unterthemen werden hingegen später in den jeweils zugehörigen Kapiteln vorgestellt (v. a. Kapitel „Rechtliche Fragen“, Kapitel „Ethische Fragen“, Kapitel „Kommunikation“, Kapitel „Freiwilligenmanagement“ und Kapitel „Evaluation und Qualitätssicherung“).
35 Projektplanung und -durchführung Ressourcen und weiterführende Links Ressourcen und weiterführende Links VORLAGE mitforschen!-Planungstemplate – Von der Idee zum Konzept57 Das Template von mit:forschen! unterstützt Interessierte mit Leitfragen, Tipps und Literaturhinweisen bei der strukturierten Planung eines CS-Projekts. Es ist als Fragenkatalog zu insgesamt dreizehn Planungsschritten bzw. Themenfeldern aufgebaut, mit denen sich Projektinitiator*innen idealerweise im Vorfeld beschäftigen sollten (Zieldefinition, Mehrwert, Wissensformen, Ressourcenbedarf, Rahmenbedingungen, Zielgruppe, Kooperationen, Zusammenarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Datenmanagement, Evaluation, Ergebnisse, Abschluss). Zu jeder der zugehörigen Planungsfragen gibt es ein ausfüllbares Antwortfeld. Die Vorlage ist seit 2025 in einer überarbeiteten Fassung online frei verfügbar (als PDF zum Ausdrucken oder als Miro-Vorlage) und wird zudem allen Teilnehmenden der mit:forschen!-Trainingsworkshopreihe58 zur Verfügung gestellt. Tipps und Hinweise Durch seine klare Struktur und den kompakten Umfang (15 Seiten mit verhältnismäßig wenig Textanteilen) stellt das mit:forschen!-Planungstemplate ein niederschwelliges Werkzeug zur CS-Projektplanung dar. Bedingt durch seinen Ursprungsund Verwendungskontext im Rahmen der mit:forschen!-Trainingsworkshops enthält das Template allerdings neben kurzen thematischen Intros, den Reflexionsfragen und ausgewählten Literaturhinweisen keine ausführlicheren Informationen zur Projektplanung und -durchführung. Solche Informationen finden sich wiederum in umfangreicheren Ressourcen wie dem „Wegweiser Citizen Science“ oder der „Citizen-Science-Checkliste“ (s. u.). #QuickRead #Tool NACHSCHLAGEWERK Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte59 Diese Handreichung wurde 2016 im Rahmen von der deutschen CS-Plattform Bürger schaffen Wissen (mittlerweile: mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen) erstellt. Sie bietet einen Überblick über die Citizen Science Praxis in Deutschland, strukturiert in Kapitel zu Definition, Motivation, Projektinitiation, Datenumgang, Kommunikation, Evaluierung, Förderinstrumenten und Planung. Tipps und Hinweise Als noch kompaktere Alternative oder Ergänzung zum mit:forschen!-Planungstemplate (s. o.) kann bei der Projektplanung die grafische Darstellung „Ein Citizen-Science-Projekt planen: Vom Ende her denken!“ inkl. einer Checkliste auf den Seiten 26-27 dieser Handreichung dienen. #QuickRead #Tool 57 https://www.mitforschen.org/tools 58 https://www.mitforschen.org/veranstaltungen (jeweils die aktuellsten Termine) 59 https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%C3%9Cber_uns/Citizen_Science/gewiss_citscifueralle_handreichung_web_0.pdf NACHSCHLAGEWERK Wegweiser Citizen Science – Tipps und Methoden zu den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation60 Der „Wegweiser Citizen Science“ wurde 2024 als Handlungsrahmen für CS-Projekte von der AG Citizen Science Netzwerk „Region West“ der Plattform mit:forschen! erarbeitet. Zum hier fokussierten Themenbereich Projektplanung und -umsetzung, wie er weiter oben im Introtext dieses Kapitels abgesteckt ist, enthält der „Wegweiser“ Überblicke zu möglichen Partizipationsansätzen für die Citizen Scientists (Kapitel 1 „Vielfalt der Partizipationsgrade in CS“, S. 8-25) sowie zu Regularien, Voraussetzungen und Vorgaben wie bspw. Struktur, Finanzen und rechtliche Rahmenbedingungen (Kapitel „Schulungen und externe Beratung“: „Bürokratie und Organisation“, S. 60-68). Zu den drei prinzipiell ebenfalls für die Projektplanung und -durchführung relevanten übrigen Kapiteln des „Wegweisers“ siehe jeweils die Ressourcentabellen der Kapitel „Freiwilligenmanagement“ und „Evaluation und Qualitätssicherung“ der vorliegenden Handreichung. Tipps und Hinweise Eine große Stärke des Leitfadens für Multiplikator*innen und Forschende liegt darin, dass er in seinen Ausführungen sehr konkret und hands-on gestaltet ist, d. h. hier viele konkrete Methoden, Praxistipps und Lösungsvorschläge für mögliche Herausforderungen aufgezeigt werden. Er eignet sich nicht nur zur ersten Orientierung, sondern durch seine übersichtliche Gliederung und Strukturierung in thematische Unterkapitel auch als Impulsgeber für konkrete Fragestellungen. #DeepDive #Praxistipps/Methoden #Inspiration NACHSCHLAGEWERK Citizen-Science-Checkliste61 Aufbauend auf den Schweizer CS-Prinzipien,62 die eine landesspezifische Überarbeitung der europäischen „10 Prinzipien von Citizen Science“ darstellen,63 haben Schweiz forscht und Citizen Science Zürich 2024 gemeinsam eine interaktive Checkliste zur Unterstützung bei der Projektplanung und -umsetzung entwickelt. Die Checkliste beinhaltet Reflexionsfragen, entsprechende Hinweise und Hintergrundinformationen sowie weiterführende Links, die für die Planung und Durchführung eines qualitativ hochwertigen CS-Projekts relevant sind. Die Gliederung der Checkliste entspricht dabei der Reihenfolge der zehn Schweizer CS-Prinzipien (Voraussetzung; Ziel; Mehrwert; Partizipationsgrad; Kommunikation; Forschungsmethode und -kontrolle; Daten, Publikation und Sicherheit; Evaluation; Unterstützung; Anerkennung) und enthält zahlreiche entsprechende Zitate. Die Checkliste liegt als schreibgeschützte PPTX-Vollversion (98 Folien) sowie in Kurzversion (zwei S.) als PDF vor. Tipps und Hinweise Die Checkliste ist eine recht umfangreiche Ressource. Dabei liegt eine ihrer zentralen Stärken darin, dass sie sowohl strukturell als auch inhaltlich (Reflexionsfragen, Hintergrundinfos, weiterführende Links) quasi als ‚One-Stop-Shop‘ für die Projektplanung konzipiert ist – ganz im Sinne guter CS-Praxis nach Schweizer Standards, die sich ihrerseits an entsprechenden europäischen Standards orientieren. Doch auch während der Projektdurchführung kann sie helfen, die Qualität von CS-Projekten zu verbessern. Neben einer umfassenden Nutzung lässt sich die Checkliste auch gezielt selektiv in Bezug auf einzelne Prinzipien oder in der o. g. Kurzversion nutzen. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Tool 60 https://zenodo.org/records/13148678 61 https://www.citizenscience.uzh.ch/de/unterstuetzung/guidelines/checkliste.html 62 Aufbauend auf den europäischen 10 Prinzipien von CS heben die Schweizer CS-Prinzipien bspw. stärker die Möglichkeit der Entstehung von CS-Projekten aus der Initiative von Citizen Scientists (Prinzip 1: Voraussetzung), die Bildungspotenziale (Prinzip 2: Ziel) oder einen möglichst hohen Partizipationsgrad als Ideal von CS-Projekten hervor (Prinzip 4: Partizipationsgrad). 63 https://eu-citizen.science/resource/88
37 Projektplanung und -durchführung Ressourcen und weiterführende Links TOOL / Englisch Federal Crowdsourcing and Citizen Science Toolkit64 Das „Citizen Science Toolkit“ wurde 2015 von der US-amerikanischen Regierungswebsite CitizenScience. gov in Form einer interaktiven Website veröffentlicht. Neben einem „Case Study Overview“ mit Best Practices zur Inspiration und einer „Ressource Library“ enthält das Toolkit das auf Bonney et al. 200965 basierende Fünf-Schritte-Modell „Getting started“ (1. „Scope Your Problem“; 2. „Design a Project“; 3. „Build a Community“; 4. „Manage Your Data“; 5. „Sustain and Improve“), das sich als Unterstützung bei der Projektplanung und -umsetzung nutzen lässt. Tipps und Hinweise Das „Citizen Science Toolkit“ ist ein hilfreiches Werkzeug, welches umfassende und evidenzbasierte Hilfestellungen bei der Planung, dem Design sowie der Durchführung von CS-Projekten bietet. Das übersichtliche Fünf-Schritte-Modell „Getting started“ begleitet Projektinitiator*innen mit nützlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Tipps, Leitfragen und Infos bei der Planung eines CS-Projekts. Außerdem gibt es Verweise auf weitere Ressourcen und zahlreiche konkrete Projektbeispiele zur Inspiration. In Bezug auf seinen Umfang ist das Toolkit in einem mittleren Bereich – quasi zwischen dem kompakteren und weniger textlastigen mit:forschen!-Planungstemplate und der umfangreicheren CS-Checkliste – angesiedelt (s. o.). Neben einer umfassenden Nutzung lässt sich die Toolbox explizit auch selektiv in Bezug auf einzelne Steps nutzen. #DeepDive #Praxiswissen/Methoden #Tool TOOL Bürgerforschungsdaten planen66 Mit dem zwischen 2022 und 2024 entstandenen Tool „Bürgerforschungsdaten planen“ kann im Rahmen des Forschungsdatenmanagements (FDM) ein Datenmanagementplan speziell für CS-Projekte erstellt werden. Das digitale Tool entstand als BMBF-gefördertes Gemeinschaftsprojekt vom Deutschen Zentrum für Luftund Raumfahrt e.V. und dem Museum für Naturkunde Berlin in Kooperation mit mit:forschen!. Der Fragenkatalog wurde basierend auf dem Datenmanagementplan Horizon Europe (Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union) entwickelt und für CS-Projekte im deutschsprachigen Raum angepasst. Tipps und Hinweise Das digitale Tool führt einen Schritt für Schritt durch die Erstellung eines Datenmanagementplans für partizipative Forschungsprojekte. Als Hilfestellung zur Nutzung des Werkzeugs finden sich auf der Homepage ein Tutorial sowie ein Glossar. Begleitend zum Tool wird dort außerdem ein Leitfaden mit weiterführenden Informationen und Antworten auf wichtige Fragen zum Werkzeug zur Verfügung gestellt (28 S.). Es ist möglich, direkt in das Tool einzusteigen oder bei Bedarf zunächst die Begleitmaterialien (Tutorial und Leitfaden) durchzuarbeiten. Zur Nutzung des Tools muss man sich registrieren. #DeepDive #QuickRead #Hintergrundwissen/Theorie #Tool 64 https://www.citizenscience.gov/toolkit/# 65 https://academic.oup.com/bioscience/article/59/11/977/251421 66 https://buergerforschungsdaten-planen.de/?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAaaEpnuzDOHsxh23fxcnwEHUjwiHIQjVXNst_ qPW0LYf1eJH9kY0XQ3srJE_aem_XGRZH190tWMNQeJfsCA4xQ NACHSCHLAGEWERK Gemeinsam.Lokal.Forschen.67 mit:forschen! gibt in dieser 2024 entstandenen Handreichung Einblicke, Tipps und Praxisbeispiele aus dem Wettbewerb: „Auf die Plätze! Citizen Science in deiner Stadt“. Im Rahmen von „Auf die Plätze!“ wurden zwischen 2021-2024 lokale CS-Kooperationen in Deutschland gefördert. Der Wettbewerb (S. 6-13) und die Preisträger*innen-Projekte (S. 14-27) werden vorgestellt, darüber hinaus gibt es weitere hilfreiche Informationen zu CS mit lokalen Partner*innen (S. 28-45) und zu Projektplanung und -umsetzung (S. 46-51). Tipps und Hinweise Neben praxisnahen Einblicken in einzelne Projekte mit lokalen Kooperationen bietet die insgesamt 60 S. umfassende Handreichung ab S. 46 auch vier gut strukturierte und für den eigenen Kontext anpassbare Vorlagen. Diese umfassen alle Phasen eines Projekts, von der Ideenentwicklung über die strategische Planung und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen bis zur Abschlussreflexion. #DeepDive #Tool #Inspiration NACHSCHLAGEWERK / Sprache: Englisch Handbook of Youth – Citizen Social Science68 Dieses 2024 erschienene und im Rahmen des EU-geförderten „YouCount projects“ entstandene Handbuch gibt einen Überblick über alle Phasen von Citizen-Social-Science-Projekten mit jungen Menschen als Mitforschenden. Tipps und Hinweise Der Schwerpunkt des ausführlichen Handbuchs liegt auf CS-Projekten mit Bezug zu sozialen Themen und Herausforderungen. Es liefert aber auch allgemeine Hinweise für die Arbeit mit jungen Menschen in CS. In Kapitel 8 („Planning and Organising a Youth Citizen Social Science Project“, S. 177-191) werden die wichtigsten Überlegungen zusammengefasst, die bei der Planung und Organisation eines sozialwissenschaftlichen CS-Projekts mit jungen Menschen zu beachten sind. Der Leitfaden eignet sich für alle, die mit jungen Mitforschenden arbeiten wollen. #DeepDive #Praxiswissen/Methoden #Hintergrundwissen/Theorie NACHSCHLAGEWERK Citizen Science im Museum. Gemeinsam mit der Gesellschaft forschen69 Die 2023 publizierte Broschüre des Verbands der Museen der Schweiz gibt einen Einblick in die Besonderheiten, den Ablauf und die wichtigsten Akteur*innengruppen von CS in Museen. Tipps und Hinweise Das Dokument (12 S.) gibt kurz und knapp einen Überblick über CS im Museum inkl. inspirierender Beispiele. Die Broschüre eignet sich somit vor allem für Projektinitiator*innen, die CS-Projekte speziell im Museumskontext durchführen wollen. #QuickRead #Praxiswissen/Methoden #Inspiration 67 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2024/10/08/Publikation_AufdiePl%C3%A4tze_CSindeinerStadt_Digitalversion_9.24_0.pdf 68 https://zenodo.org/records/10566411 69 https://www.museums.ch/de/fachwelt/angebote/publikationen/citizen-science-3944.html
39 Projektplanung und -durchführung Praxistipps und Erfahrungswerte NACHSCHLAGEWERK Citizen Science mit Schulen. Ein Leitfaden mit 10 Empfehlungen für Projektinitiator*innen70 Der 2023 erschienene Leitfaden der AG „Citizen Science in Schulen“ in Zusammenarbeit mit Bürger schaffen Wissen (heute mit:forschen!) skizziert anhand von zehn Themenfeldern Empfehlungen für die Umsetzung eines CS-Projekts mit Schüler*innen, von der Konzeption, über die praktische Durchführung bis hin zum Abschluss des Vorhabens. Tipps und Hinweise Der insgesamt 38 Seiten umfassende Leitfaden richtet sich vor allem an Projektinitiator*innen, gibt aber auch Bildungsforscher*innen und Lehrer*innen Impulse. Er liefert wertvolle Hinweise und Tipps zu Besonderheiten von CS im schulischen Kontext sowie eine Checkliste in Form von Reflexionsfragen. Des Weiteren wird auf viele weitere Ressourcen sortiert nach Themenfeldern verwiesen. #DeepDive #Praxiswissen/Methoden #Tool TOOL / Sprache: Englisch Citizen Science Logger71 Der „Citizen Science Logger“ entstand 2023 als ein Gemeinschaftsprojekt unter der Leitung von Citizen Science Zürich. Er ermöglicht es, CS-Projekte zur Datenerhebung (bspw. Bilder, Videos, Geolocation) in Form einer Smartphone-App (iOS und Android) zu erstellen. Eine ähnliche Funktion hat das kostenlose Online-System Anecdata.72 Tipps und Hinweise Um eine App (hier Applet genannt) erstellen zu können, muss man sich bei MindLogger registrieren. Die Erstellung erfolgt über eine Weboberfläche mit einem einfachen Schritt-für-Schritt-Prozess Auf der Homepage des „Citizen Science Loggers“ findet sich außerdem ein Tutorial zur Erstellung eines Applets. #QuickRead #Tool 70 https://zenodo.org/records/10137030 71 https://lab.citizenscience.ch/de/tools/cslogger 72 https://anecdata.org/welcome Praxistipps und Erfahrungswerte • Für die Planungsphase von CS-Projekten ist es zentral, zunächst grundlegend den Mehrwert bzw. die Mehrwerte des partizipativen Ansatzes für das eigene Forschungsvorhaben zu reflektieren. Nur wenn frühzeitig klar ist, welche spezifischen Beiträge CS für das jeweilige Projekt leisten kann – etwa den Zugang zu neuen Wissensformen, alltagsnahen Perspektiven oder umfassenderen Datensätzen und Auswertungskapazitäten – lässt sich ein tragfähiges Forschungsdesign mit geeigneten Fragestellungen und passgenauen Methoden entwickeln. Eine klare Herausarbeitung der Mehrwerte des partizipativen Ansatzes ist darüber hinaus auch für die Argumentation in Drittmittelanträgen wichtig (siehe dazu das Kapitel „Mittelgebende und Förderprogramme“ dieser Handreichung). • Bei Schwierigkeiten und Unsicherheiten im Rahmen der Projektplanung und -durchführung kann ein Austausch mit anderen CS-Aktiven sehr hilfreich sein. Wer inhaltliche Beratung zur Projektkonzeption sucht, kann sich deutschlandweit z. B. an das mit:forschen!-Team wenden ([email protected]) oder über die mit:forschen!- Expert*innen-Datenbank mit CS-Praktiker*innen aus verschiedensten Fachbereichen in Kontakt treten.73 • Eine große Unterstützung können neben den aufgelisteten Ressourcen auch verschiedene Online-Plattformen und ihre unterschiedlichen Angebote zur Projektdurchführung sein. Diese sind zum Teil an verschiedene Fächergruppen (wie z. B. iNaturalist74 für Projekte zu Pflanzen und Tieren) oder bestimmte Partizipationsansätze (z. B. Zooniverse75) ausgerichtet. 73 https://www.mitforschen.org/kontakt und https://www.mitforschen.org/expertinnen 74 https://www.inaturalist.org/ 75 https://www.zooniverse.org/
41 Projektplanung und -durchführung Versicherungsschutz Rechtliche Fragen Rechtliche Fragen Ulrike Beißert (Ruhr-Universität Bochum, WORLDFACTORY) und Claudia Blum (Charité – Universitätsmedizin Berlin, NCRC – Neuroscience Clinical Research Center) CS-Projekte zeichnen sich durch eine enorme Variabilität aus – angefangen von dem Teilnehmendenkreis, den jeweiligen Arbeitsbeziehungen, den unterschiedlichen Arten von Tätigkeiten der Citizen Scientists und den erwarteten Ergebnissen der Projekte. In CS-Projekten ergeben sich wie in allen anderen wissenschaftlichen Projekten bei der Planung und Durchführung rechtliche Fragestellungen. Im Fokus stehen Fragen des Datenschutzes, Versicherungsschutzes und des Urheberrechts. Nachfolgende Aufstellung soll aufzeigen, mit welchen rechtlichen Fragestellungen sich die Initiator*innen eingehender beschäftigen sollten. Versicherungsschutz Mitwirkende aus Hochschulen, Unternehmen und anderen öffentlichen Einrichtungen, die im Rahmen ihrer Beschäftigung an Projekten mitwirken, sollten sich vorab bei ihrem*ihrer Arbeitgeber*in über den eigenen Versicherungsschutz im Schadensals auch im Haftungsfall informieren. Citizen Scientists können auf unterschiedliche Arten in Projekte eingebunden sein: als Verrichtungsgehilf*in, durch eine Institution beauftragt, als Vereinsmitglied oder selbständiges freiwilliges Engagement. Welcher Versicherungsschutz greift, ist abhängig vom Modell des Tätigwerdens des Citizen Scientists.76 Datenschutz Im Vordergrund steht der Schutz von „natürlichen Personen“, also Menschen, über welche diese Daten etwas aussagen. Beim Umgang mit Daten im Projekt – von Erhebung, Verarbeitung bis zur Veröffentlichung – ist daher zu klären, inwieweit es sich um schützenswerte Daten handelt, d. h. Daten mit Personenbezug bzw. ohne Personenbezug. Liegen schützenswerte Daten vor, sind Maßnahmen zu ergreifen, um die Persönlichkeitsrechte der Personen zu wahren sowie einem Missbrauch der Daten vorzubeugen. Hierunter zählen u. a. Aspekte von Pseudonymisierung und Anonymisierung, Einwilligungserklärungen sowie Widerrufs-Regelungen. 76 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2021/01/19/Citizen_Science_rechtlicher_Leitfaden_19.01.2021_WEB.pdf Rechtliche Fragen
43 Rechtliche Fragen Ressourcen und weiterführende Links Das Thema Datenschutz ist eng verknüpft mit den Themen Forschungsdatenmanagement (FDM) und Datenmanagementplan. Weiterführenden Informationen zu diesem Thema bietet das Tool „Bürgerforschungsdaten planen“77 – sie wird im Kapitel „Projektplanung und -durchführung“ in der Ressourcentabelle knapp vorgestellt. Urheberrecht Das Urheberrecht spielt in CS-Projekten in allen Phasen eine wichtige Rolle. Dabei geht es sowohl um das Entstehen von Urheberrechten während des Projektes als auch um den Umgang mit bereits bestehenden Urheberrechten. Über die Laufzeit des Projektes muss allen Beteiligten klar sein, wer die Urheberrechte an bestimmten Inhalten besitzt und unter welchen Bedingungen diese genutzt werden dürfen – ein Rechtemanagement ist dabei unerlässlich. Für die weitere Nutzung von im Projekt geschaffener Werke sind Nutzungsregelungen zu treffen, um Fragen einer möglichen Vergütung bzw. kostenfreien Nutzung für alle Seiten klar zu regeln. Im Kontext Rechtliches werden häufig auch ethische Aspekte und Fragestellungen angesprochen. Diese werden separat in Kapitel „Ethische Fragen“ betrachtet. Bitte beachten! Rechtliche Fragen lassen sich nur im jeweiligen Projektkontext zuverlässig beurteilen. Zudem unterliegt die Gesetzeslage ständigen Veränderungen. Die Hinweise und Materialien in diesem Dokument können daher nur eine erste Orientierung bieten. Sie ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Projektinitiator*innen oder Mitarbeiter*innen sollten sich frühzeitig mit den zuständigen Personen in ihrer Einrichtung bzw. anderen Institutionen (s. u.) in Verbindung setzen, um die rechtlichen Belange für ihr Projekt zu klären. 77 https://buergerforschungsdaten-planen.de/?fbclid=PAZXh0bgNhZW0CMTEAAaaEpnuzDOHsxh23fxcnwEHUjwiHIQjVXNst_ qPW0LYf1eJH9kY0XQ3srJE_aem_XGRZH190tWMNQeJfsCA4xQ Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK Wegweiser Citizen Science – Tipps und Methoden zu den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation78 Das Dokument „Wegweiser Citizen Science“ (2024) befasst sich mit den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation und wurde durch Mitglieder der mit:forschen! AG Netzwerk Region West erstellt. Der allgemeine Fokus des Wegweisers liegt auf dem Bereich der Methoden im Rahmen von CS-Projekten. Kapitel „Schulungen und externe Beratung“ „Bürokratie und Organisation“ im Abschnitt 4.3 (S. 63) handelt von rechtlichen Vorgaben. Tipps und Hinweise Im Wegweiser werden die wichtigsten Punkte zu den Themen Datenschutz, Versicherung und Urheberrecht kurz auf einer Seite beschrieben und auf den „Leitfaden für rechtliche Fragestellungen in Citizen-Science-Projekten“ (s.u.) verwiesen. Der Wegweiser eignet sich für rechtliche Belange als erste Orientierung. #QuickRead NACHSCHLAGEWERK Leitfaden für rechtliche Fragestellungen in Citizen-Science-Projekten79 Dieser Leitfaden wurde 2020 durch das Museum für Naturkunde im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „Rechtliche Fragen in Citizen-Science-Projekten“ erstellt und beleuchtet detailliert drei für CS-Projekte zentrale Rechtsbereiche: 1) Versicherungsschutz: u. a. Modelle des Tätigwerdens, Absicherung im Schadensfall, Haftung im Schadensfall; 2) Datenschutz: u. a. DSGVO, Schutz von Daten, Datenverarbeitung, Persönlichkeitsrechte und 3) Urheberrecht: Schutz des Urheberrechts, Nutzungsund Schutzrechte, Freie Lizenzen, Rechtemanagement. Im Leitfaden werden Rechtsfragen aus Perspektive der Forschenden und Citizen Scientist betrachtet. Tipps und Hinweise Der Leitfaden bietet detaillierte und allgemeinverständlich aufbereitete Hintergrundinformationen zu den genannten Rechtsbereichen, zeigt an vielen Stellen mögliche Handlungsoptionen auf und verweist auf weiterführende Quellen. Der Leitfaden enthält u. a. eine übersichtliche Einordnung zum Urheberschutz verschiedener Arten von Beiträgen in CS-Projekten (S. 50), Checklisten zu rechtlichen Dimensionen von CS-Projekten (S. 87) sowie Mustervereinbarungen u. a. zur Datenverarbeitung (S. 28). #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie NACHSCHLAGEWERK Weißbuch Citizen-Science-Strategie 203080 Im „Weißbuch Citizen Science“ (2022) werden im Kapitel 7 (S. 69-73) die Themen Recht und Ethik behandelt. Es gibt drei Unterkapitel: 7.1 Situationsanalyse: Wo stehen wir seit dem Grünbuch? 7.2 Welche Bedürfnisse, Möglichkeiten und Herausforderungen bestehen? 7.3 enthält Handlungsempfehlungen. Tipps und Hinweise Das Weißbuch ist ein strategisches Dokument, das konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Verstetigung von CS in Deutschland bis zum Jahr 2030 formuliert. Es bietet in Kapitel 7 einen Überblick über rechtsbezogene Bedarfe (zum Zeitpunkt seines Erscheinens) sowie daraus resultierende Maßnahmen. Neben Recht wird hier auf insgesamt fünf Seiten ausführlicher auch auf das Thema Ethik eingegangen. Einige Maßnahmen wurden bereits umgesetzt (z. B. die empfohlene Erstellung eines „Leitfadens für rechtliche Fragestellungen in Citizen-Science-Projekten“ (s. u.). #QuickRead 78 https://zenodo.org/records/13148678 79 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2021/01/19/Citizen_Science_rechtlicher_Leitfaden_19.01.2021_WEB.pdf 80 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2024/07/24/220510_Weissbuch_Internet_doppelseitig_klein_0.pdf
45 Rechtliche Fragen Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte 81 Diese Handreichung wurde 2016 im Rahmen von der deutschen CS -Plattform Bürger schaffen Wissen (mittlerweile: mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen) erstellt. Sie bietet einen Überblick über die CS-Praxis in Deutschland u. a. mit einem Kapitel zu „4. Daten: Was gibt es im Umgang mit CS-Daten zu beachten?“ (S. 13-16). Tipps und Hinweise Die Handreichung enthält in Kapitel „Schulungen und externe Beratung“ (S. 13) eine kurze Auflistung an Rechtsthemen, die u. a. in Verbindung von Citizen Science-Daten zu beachten sind. Zudem werden Informationen zur Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten (S. 14) zur Verfügung gestellt (Übersicht über Repositorien von Forschungsdaten82). #QuickRead NACHSCHLAGEWERK Rechtliche Rahmenbedingungen von Bürgerforschung83 Das 17-seitige Dokument „Rechtliche Rahmenbedingungen von Bürgerforschung“ wurde von Dr. Katrin Vohland und Valerie Knapp 2019 verfasst und ist ein Bericht über ein Fachgespräch vom 21. Mai 2019 im Museum für Naturkunde Berlin. Ziel des Workshops war es, offene rechtliche Fragen für Bürger*innenforschung zu identifizieren und zu schärfen. Der Bericht enthält folgende Themenschwerpunkte: Urheberrechte und geistiges Eigentum, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz sowie Versicherungsfragen. Tipps und Hinweise Im Bericht werden zu rechtlichen Rahmenbedingungen für CS-Projekte sowohl juristische Expertise aus dem Fachgespräch als auch Erfahrungen aus der CS-Praxis aufgeführt. Zudem wird das Thema Entlohnung von Citizen Scientists erwähnt und welche Vorteile die Gründung eines Vereines im Rahmen von CS-Projekten hat. #QuickRead NACHSCHLAGEWERK Citizen Science mit Schulen – Ein Leitfaden mit 10 Empfehlungen für Projektinitiator*innen84 Dieser Leitfaden wurde 2023 durch die mit:forschen!-Arbeitsgruppe „Citizen Science in Schulen“ erarbeitet. Er richtet sich an Projektinitiator*innen, die gemeinsam mit Schulen CS-Projekte durchführen möchten. Insbesondere bei der Zusammenarbeit mit jungen Menschen gibt es einiges zu beachten. Dieser Leitfaden skizziert übersichtlich zu zehn Themen Empfehlungen für die Planung und Durchführung. In Empfehlung 9 (S. 25-26) stehen Datenschutz, Aufsichtspflicht, Nutzung von Smartphones und Internet-Plattformen im Fokus. Tipps und Hinweise Insbesondere in der Zusammenarbeit mit jungen Menschen gibt es besondere Anforderungen hinsichtlich rechtlicher Fragen. So ist i. d. R. bei Teilnahme von Minderjährigen die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Der Umgang mit personenbezogenen Daten von Minderjährigen ist besonders sensibel und unterliegt strengeren Regelungen und es sollte sichergestellt sein, dass ihre Beteiligung in einem sicheren und geschützten Rahmen stattfindet. #QuickRead 81 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/assets/dokumente/gewiss_citscifueralle_handreichung_web.pdf 82 www.re3data.org 83 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2019/08/30/Bericht_Rechtliche_Rahmenbedingungen_von_Buergerforschung.pdf 84 https://zenodo.org/records/10137030 VORLAGE Österreich forscht – Empfehlungskatalog für juristische Fragen in Citizen Science Projekten 85 Das Dokument „Österreich forscht – Empfehlungskatalog für juristische Fragen in Citizen Science Projekten“ (2018) wurde durch die Arbeitsgruppe für juristische Aspekte in Citizen Science des Citizen Science Network Austria aufgrund der Änderungen, die durch die Europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auch CS-Projekte betreffen, erstellt. Der Katalog soll Hilfestellungen zur Erstellung einer Datenschutzerklärung geben. Die Textvorlagen wurden in Workshops mit Expert*innen erarbeitet. Sie sollen als Anregung dienen und nicht als verbindliche Vorlage. Tipps und Hinweise Es handelt sich um Hilfestellungen und nicht um Kopiervorlagen. Je nach Projekt wird es vermutlich nötig sein, zusätzliche Informationen anzugeben oder vorhandene Textabschnitte wegzulassen. Eine individuelle rechtliche Beratung wird zusätzlich jedem Projekt dringend empfohlen. Die Hilfestellungen erheben keinen Anspruch auf Rechtsverbindlichkeit oder Vollständigkeit. Sie dienen als Anregung vor allem für jene Personen, die noch keine Erfahrung in der Erstellung der juristischen Erklärungen haben. #Praxistipps/Methoden #Inspiration VORLAGE Citizen Science Einsatzvereinbarung86 Citizen Science Zürich bietet hier eine Vorlage zur schriftlichen Fixierung der Zusammenarbeit mit Mitforschenden an. Die Vorlage ist frei verfügbar. (s. Kapitel Freiwilligenmanagement). Tipps und Hinweise Für die Zusammenarbeit mit Citizen Scientists ist es in manchen Fällen sinnvoll, die wichtigsten Punkte der Zusammenarbeit schriftlich festzuhalten. Um die Arbeit zu erleichtern, hat Citizen Science Zürich eine Vorlage erstellt, die online frei zugänglich ist. In der Vorlage werden auch die Punkte Aufwandsentschädigung und Versicherung berücksichtigt. #Praxistipps/Methoden #Inspiration VORLAGE Data Management Plan (DMP) – Leitlinien für Forschende87 Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) stellt ein Template für die Erstellung des Data Management Plan (DMP) zur Verfügung. Der Inhalt eines DMP erstreckt sich auf vier Bereiche: (1) Datenerhebung und -dokumentation, (2) ethische, rechtliche und Sicherheitsfragen, (3) Datenspeicherung und -erhalt sowie (4) Austausch und Weiterverwendung der Daten. Tipps und Hinweise Um den Datenschutz zu sichern, empfiehlt es sich, einen Data Management Plan (DMP) zu erstellen. Dieser dient der Planung des Lebenszyklus von Forschungsdaten. Er ist langfristig angelegt und legt dar, wie die Daten produziert, erhoben, dokumentiert, veröffentlicht und archiviert werden sollten. Im Hilfetext der Vorlage ist detailliert beschrieben, was beim Erstellen des DMP zu beachten ist. #Praxistipps/Methoden #Inspiration 85 https://zenodo.org/records/3653616 86 https://www.citizenscience.uzh.ch/de/unterstuetzung/guidelines/einsatzvereinbarung.html 87 https://www.snf.ch/de/FAiWVH4WvpKvohw9/thema/forschungspolitische-positionen
47 Rechtliche Fragen Praxistipps und Erfahrungswerte Praxistipps und Erfahrungswerte • Bei der Nutzung von Erklärungen oder rechtlichen Hinweisen gegenüber Citizen Scientists sollte auf die Verwendung von einfacher Sprache geachtet werden, um sicher zu stellen, dass diese Dokumente für jede Person verständlich sind. Gerade dadurch, dass alle Beteiligten ihre Rechte und Pflichten kennen (und verstehen) und auf dieser Basis fundierte Entscheidungen für die Zusammenarbeit treffen, wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen. Leichte Sprache hilft darüber hinaus, Barrieren für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Lernschwierigkeiten, Migrationshintergrund oder anderen Gründen, die die Lesefähigkeit beeinträchtigen, zu überwinden. Verschiedene Websites bieten weiterführende Informationen zum Thema.88 • In allen Projekten ist frühzeitig ein Daten-Verantwortlicher zu benennen – bestenfalls bereits zur Projektplanung – der*die sich mit Fragen des Datenschutzes beschäftigt und Projektbeteiligte in ihrem Handeln unterweist. Der*die Verantwortliche entscheidet über Zwecke und (wesentliche) Mittel der Verarbeitung. Auftragsverarbeiter*innen verarbeiten personenbezogene Daten im Auftrag des*der Verantwortlichen. Die Pflichten des Datenschutzrechts u. a. zur Rechtmäßigkeit der Datennutzung treffen vor allem den*die Verantwortliche*n. • Um Rechtsverletzungen im Urheberrecht zu vermeiden und eigene Schöpfungen zu sichern, ist ein Rechtemanagement unerlässlich: Es muss stets der Schutzstatus genutzter Inhalte geprüft und geklärt werden, ob diese für den spezifischen Zweck verwendet werden dürfen oder eine Lizenz benötigt wird. Dies gibt die nötige Rechtssicherheit in der Projektarbeit. • Im Vorfeld der CS-Projekte ist zu prüfen, ob eine Verwertung oder Verbreitung der angedachten Projektergebnisse möglich und geplant ist, u. a. Buchveröffentlichung, Patentlizenzierung. • In technisch-orientierten Projekten ist zu empfehlen, die möglichen Schutzrechte zu prüfen und die Voraussetzungen für ihr Entstehen sicherzustellen. Entstehen technische Erfindungen können schon kleine Veröffentlichungen vor Erfindungsmeldung den nötigen Neuheitsgrad zerstören und eine Patentanmeldung unmöglich machen. • Ist eine Ergebnisverbreitung durch Buchveröffentlichungen oder Beiträge geplant, ist die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken – auch von Projektbeteiligten – vorab zu regeln, um spätere Ansprüche auf Vergütung auszuschließen. Die Regelung der Nutzungsrechte Dritter an eigenen Inhalten beugt unsachgemäßer bzw. ungewollter Nutzung durch Dritte vor. 88 https://toolkit.incluscience.org/3-kommunikation/02-tools-und-quellen-fuer-leichte-sprache/ • Projektinitiator*innen oder Mitarbeiter*innen wissenschaftlicher Einrichtungen sollten sich frühzeitig mit den zuständigen Personen in ihrer Einrichtung (wie Datenschutzbeauftragte, Ansprechpersonen zu Forschungsdatenmanagement, Versicherung, Patente) in Verbindung setzen, um die rechtlichen Belange für ihr Projekt individuell zu klären. • Rechtberatung durch Studierende: An (einigen) Unis (wie der HHU89 oder der Uni Bonn90) und Forschungseinrichtungen gibt es auch (kleinere) rechtliche Beratungsangebote für Forschende (v. a. an Unis mit Jura-Studiengängen). • Es wird häufig empfohlen, in der Projektplanung ein Budget für Aufwandsentschädigungen der Citizen Scientists einzuplanen.91 Hilfreiche Informationen und eine individuelle und rechtssichere Beratung von Fachanwält*innen zu spezifischen Fragen bzgl. Aufwandsentschädigungen kann unter „Deutsches Ehrenamt“ erfragt werden.92 Projektinitiator*innen an wissenschaftlichen Einrichtungen sollten mit ihrer Verwaltung die Modalitäten der Abrechnung im Vorfeld besprechen. • Rechtsfragen von Einrichtungen ohne Rechtsabteilung, von Vereinen oder der Citizen Scientists selbst können ggf. über folgende Stellen geklärt werden: • Verbraucherzentrale93: Die Verbraucherzentralen beraten zu vielen Verbraucherthemen und können bei allgemeinen Fragen zu Datenschutz, Urheberrecht oder Versicherung erste Orientierung bieten. Sie sind jedoch primär auf klassischen Verbraucherschutz ausgerichtet. • Deutsche Stiftung Engagement und Ehrenamt94: Die Stiftung bietet juristische Beratung für Vereine. Sie ermöglicht eine fundierte Einschätzung der rechtlichen Fragen von der Gründungsberatung über Fragen zur Satzung bis zu Einzelfallanfragen. • Patentinformationszentren95: Es gibt über 20 Patentinformationszentren (PIZ) in Deutschland mit qualifizierten Ansprechpartner*innen zu Fragen des gewerblichen Rechtsschutzes. Sie stellen ein umfassendes Informationsangebot und Literatur zu gewerblichen Schutzrechten (Patente, Gebrauchsmuster, Marken, eingetragene Designs) zur Verfügung und vermitteln den Zugang zu elektronischen Datenbanken. 89 https://www.jura.hhu.de/zusatzangebote/rechtsberatung-durch-jurastudierende/law-clinic-rechtsberatung-durch-jurastudierende 90 https://lawandlegal.de/standorte/bonn 91 https://toolkit.incluscience.org/2-partizipative-forschung-planen/05-aufwandsentschaedigung/#bedeutung-der-aufwandsentschadigung 92 https://deutsches-ehrenamt.de/steuern-finanzen/aufwandsentschaedigung-verguetung/aufwandsentschaedigung/ 93 www.verbraucherzentrale.de 94 https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/beratung/juristische-beratung/ 95 https://www.dpma.de/docs/dpma/veroeffentlichungen/2/piz_dt.pdf
49 Rechtliche Fragen Ethische Fragen Ethische Fragen Ethische Fragen Julia Brandt (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, KONTAKT Kooperationszentrum Wissenschaft – Praxis) und Julia Gantenberg (Universität Bremen, UniTransfer) Ethisches Handeln ist ein grundlegendes Prinzip verantwortungsvoller Forschung. Dazu zählen vor allem: • Verhältnismäßigkeit, • Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten, • körperliche und geistige Unversehrtheit, • Gleichheit und Nichtdiskriminierung, • ein hohes Schutzniveau für Umwelt und Gesundheit. Diese Grundsätze sind in der Wissenschaftslandschaft durch Leitlinien und Kodizes verankert, die einen Orientierungsrahmen für faire und verantwortungsbewusste Forschung bieten. Beispiele sind die „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der DFG.96 Oder das Konzept „Responsible Research and Innovation“ (RRI) der Europäischen Kommission, das in die Programme „Horizon 2020“ und „Horizon Europe“ eingeflossen ist.97 Im Bereich CS betreffen ethische Fragen nicht nur die wissenschaftliche Praxis, sondern auch den Umgang mit den beteiligten Personen. Die European Citizen Science Association hat dies 2015 in den „Ten Principles of Citizen Science“ aufgegriffen.98 Wichtig sind dabei z. B. Fragen des Zugangs: Welche Gruppen können mitwirken und welche Hindernisse bestehen? Um möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen die Beteiligung zu ermöglichen, sollte geprüft werden, inwiefern der Zugang sozial gerecht ist, d. h. wie mögliche Exklusionsmechanismen ausgeschlossen werden können. Zudem können die unterschiedlichen Rollen und Erwartungen oder Formen der Anerkennung zu Interessenskonflikten in der Zusammenarbeit zwischen professionell Forschenden und Bürger*innen führen. Hier spielen auch struktureller Unterschiede, etwa Machthierarchien, Wissen oder Forschungserfahrung, eine Rolle. Transparenz über Zielsetzung, Fortschritt, Ergebnisse und den Beitrag der Teilnehmenden im gesamten Projektverlauf unterstützt eine faire Zusammenarbeit. Dazu gehört auch Klarheit über die Verwendung der Beiträge, die gewonnenen Erkennt96 https://www.dfg.de/de/grundlagen-themen/grundlagen-und-prinzipien-der-foerderung/gwp 97 https://www.hub.rwth-aachen.de/cms/hub/~otoqs/responsible-research-and-innovation-rri/ 98 https://zenodo.org/records/5127534#.YPrkNEBCRhE
63 Freiwilligenmanagement Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK td-net toolbox – Methoden und Werkzeuge für die Koproduktion von Wissen118 Die „td-net toolbox“ der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) enthält eine Sammlung von verschiedenen Methoden und Tools, die sich für die gemeinsame Produktion von Wissen eignen. Sie ist darauf ausgerichtet, die gemeinsame Entwicklung von Projekten sowie die Wissensgenerierung und Wirkungsentfaltung in heterogenen Gruppen zu unterstützen. Die hier zusammengetragenen Methoden und Tools zielen darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis sowie verschiedenen Anspruchsgruppen systematisch und transparent zu gestalten. Tipps und Hinweise Die Sammlung stammt aus dem Bereich der transdisziplinären Forschung, bei der es sich – wie bei CS – um einen Ansatz der partizipativen Forschung handelt. Die Sammlung ist also nicht spezifisch für CS-Projekte konzipiert. Nichtsdestotrotz sind viele Methoden der „td-net toolbox“ (z. B. Idea Tree, Theory of Change oder Nomadic Concepts) auch für die gemeinsame Wissensproduktion von hauptamtlich Forschenden und Citizen Scientists nutzbar im Rahmen eines CS-Forschungsprojekts. Aus diesem Grund baut auch die Schulungsreihe „Methoden am Montag“119 von CS Zürich auf der td-net Toolbox auf. #QuickRead #Praxistipps/Methoden #Tool NACHSCHLAGEWERK Wegweiser Citizen Science – Tipps und Methoden zu den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation120 Der „Wegweiser“ wurde 2024 als Handlungsrahmen für CS-Projekte von der AG Netzwerk „Region West“ der Plattform mit:forschen! erarbeitet. Er bietet in Kapitel 2 („Rekrutierungsstrategien, Akquise und Motivation“, S. 26-41) einen Überblick zu konkreten Rekrutierungsmethoden (z. B. Online-Plattformen & Social Media, Einsatz von Rekrutierungsagent*innen, Kooperationen mit Bildungsstätten) sowie Anreizen (z. B. Zertifikate, Lernmöglichkeiten, kleine Geschenke) zur Teilnahme an CS-Projekten. In Kapitel 3 („Motivation hochhalten im laufenden Projekt“, S. 42-59) gibt er zudem Hinweise zur Motivation in laufenden Projekten. Tipps und Hinweise Eine große Stärke des Leitfadens für Multiplikator*innen und Forschende liegt darin, dass er in seinen Ausführungen sehr konkret und hands-on gestaltet ist, d. h. hier viele konkrete Methoden, Praxistipps und Lösungsvorschläge für mögliche Herausforderungen aufgezeigt werden. Er eignet sich nicht nur zur ersten Orientierung, sondern durch seine übersichtliche Gliederung und Strukturierung in thematische Unterkapitel auch als Impulsgeber für konkrete Fragestellungen. #DeepDive #Praxistipps/Methoden #Inspiration NACHSCHLAGEWERK Weißbuch Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland121 Das 2022 publizierte Weißbuch stellt eine Strategie als Unterstützung für die Bundesregierung mit Handlungsempfehlungen für Deutschland vor, die CS bis 2030 stärken soll. Die Inhalte des Weißbuchs wurden von der AG Weißbuch, einem Konsortium von Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Fraunhofer-Gesellschaft zusammen mit universitären und außeruniversitären Partner*innen auf Basis des Grünbuchs „Citizen Science Strategie 2020 für Deutschland“ entwickelt. Es wurden 15 wegweisende Handlungsfelder identifiziert, eines davon ist das Freiwilligenmanagement (siehe Kapitel 3). Tipps und Hinweise Das Weißbuch bietet im Kapitel 3 „Citizen Science – Freiwilligenmanagement“ (S. 43-50) eine gute Orientierung u. a. zu diesem Thema, indem es Kernaussagen und wichtige Ergebnisse zusammenfasst und Visionen skizziert. Es zeigt Bedarfe/Herausforderungen auf, gibt Handlungsempfehlungen und bietet Orientierung in politischen Fragestellungen. In seiner Anlage als Weißbuch ist es weniger praxisorientiert als der als Handreichung konzipierte „Wegweiser“ (s. o.) von mit:forschen!. #QuickRead #Hintergrundwissen/Theorie #Strategie 118 https://naturwissenschaften.ch/co-producing-knowledge-explained/methods/td-net_toolbox 119 https://www.citizenscience.uzh.ch/de/kurse/methodenmontag.html 120 https://zenodo.org/records/13148678 121 https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/Forschung/Weissbuch_Citizen_Science_ Strategie_2030.pdf NACHSCHLAGEWERK Handbook of Youth Citizen Social Science122 Dieses 2024 erschienene und im Rahmen des EU-geförderten „YouCount projects“ entstandene Handbuch gibt einen Überblick über alle Phasen von Citizen-Social-Science-Projekten mit jungen Menschen als Mitforschenden. Tipps und Hinweise Der Schwerpunkt des Handbuchs liegt auf CS-Projekten mit Bezug zu sozialen Themen und Herausforderungen. Es liefert aber auch allgemeine Hinweise für die Arbeit mit jungen Menschen in CS. Es gibt konkrete Tipps zum Recruiting und dauerhaften Engagement von Jugendlichen und jungen Menschen (S. 60 – 75). Der Leitfaden eignet sich für alle, die mit jungen Mitforschenden arbeiten wollen, da es in der Kommunikation und im Umgang mit dieser Zielgruppe einige Besonderheiten zu beachten gibt (z. B. S. 48; 59; 87). #DeepDive #Praxistipps/Methoden #Hintergrundwissen/Theorie VORLAGE Einsatzvereinbarung123 Citizen Science Zürich bietet hier eine Vorlage zur schriftlichen Fixierung der Zusammenarbeit mit Mitforschenden an. Tipps und Hinweise Die Vorlage bietet einen guten Überblick über wichtige Punkte des gemeinsamen Forschens und kann an die Gegebenheiten und Bedarfe der jeweiligen Organisation/Institution angepasst werden. #QuickRead #Tool VORLAGE Kompetenznachweis124 Citizen Science Zürich bietet zwei Vorlagen für eine Teilnahmebestätigung und ein Kurszertifikat an. Tipps und Hinweise Die Aneignung von Kompetenzen und die Persönlichkeitsentwicklung bekommen einen Rahmen, in dem sie dargestellt werden können. Es kann als Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Mitforschenden genutzt werden. Die hilfreichen Vorlagen können an die Gegebenheiten und Bedarfe der jeweiligen Organisation/Institution angepasst werden. #QuickRead #Tool VORLAGE Questionaire for the Motivation for Citizen Science Scale125 Der Fragebogen wurde von The Citizen Science COST Action2018 entwickelt. Die Motivation, an CS-Projekten teilzunehmen, wird hier in 18 Kategorien geclustert, und 58 Items zur Messung von Motivation angeboten. Tipps und Hinweise Der Fragebogen eignet sich, um detailliert die Motivation der Mitforschenden in CS-Projekten zu ermitteln. Die Ergebnisse können Impulse für die weitere Gestaltung eines Projekts bzw. zur Entwicklung neuer Projekte liefern. #Tool 122 https://zenodo.org/records/10566411 123 https://www.citizenscience.uzh.ch/de/unterstuetzung/guidelines/einsatzvereinbarung.html 124 https://www.citizenscience.uzh.ch/de/unterstuetzung/guidelines/kompetenzen.html 125 https://cs-eu.net/news/questionare-motivation-citizen-science-scale
65 Freiwilligenmanagement Praxistipps und Erfahrungswerte TRAINING mit:forschen!-Trainingsworkshop „Freiwilligenmanagement in Citizen Science“126 In diesem themenbezogenen Modul der 2x jährlich stattfindenden digitalen Trainingsworkshopreihe von mit:forschen! werden die Bedeutung und Herausforderungen des Freiwilligenmanagements in CS-Projekten beleuchtet. Von einer klaren Rollendefinition bis hin zu Rekrutierungsstrategien und der Motivation sowie Anerkennung der Freiwilligen kann man seine Kenntnisse über die Schlüsselrolle des Freiwilligenmanagements in CS-Projekten vertiefen. Die Workshops finden regelmäßig statt; Termine werden auf der Homepage und im Newsletter127 bekannt gegeben. Tipps und Hinweise Die live stattfindenden Online-Workshops von mit:forschen! bestehen üblicherweise aus einem theoretischen Input sowie praktischen Übungen in der Gruppe. So fördern die Workshops nicht nur das theoretische Verständnis von CS und bieten Unterstützung bei der Planung und Umsetzung, sondern ermöglichen auch die Vernetzung mit anderen Interessierten aus der Community (siehe dazu ausführlicher auch Kapitel „Vernetzung“ dieser Handreichung). Die Workshops eignen sich als Einstieg ins Thema, aber auch zur Auffrischung. Im Nachgang werden die Workshopdokumentation sowie weiterführende Ressourcen zur Verfügung gestellt. #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden #Inspiration TRAINING „Volunteer engagement, management and care“128 Dieser asynchrone Online-Kurs der von 2020-2026 EU-geförderten European Citizen Science Academy (ECSA) bietet einen Überblick über das Thema Freiwilligenmanagement. Es handelt sich vor allem um Texte, angereichert mit Videos und zusätzlichen Verlinkungen zu Beispielen und weitere Ressourcen. Der Kurs ist in englischer Sprache und dauert ca. 1:45h. Tipps und Hinweise Um alle Funktionen wie das Abschlussquiz inkl. Badge freizuschalten, muss man sich anmelden. Der Kurs kann aber auch ohne Anmeldung in geringerem Funktionsumfang durchgeführt werden. #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden 126 https://www.mitforschen.org/veranstaltungen (jeweils die aktuellsten Termine) 127 https://www.mitforschen.org/newsletter 128 https://moodle.eu-citizen.science/course/view.php?id=20 Praxistipps und Erfahrungswerte • Bei der Anfangsakquise von Freiwilligen kann es äußerst hilfreich sein, auf die etablierten Kommunikationskanäle der eigenen Institution zurückzugreifen. Das umfasst nicht nur die Sozialen Medien, sondern auch Newsletter, Websites oder interne Veranstaltungskalender. Diese Kanäle erreichen eine breite, an wissenschaftlichen Inhalten interessierte Zielgruppe, und können die Glaubwürdigkeit sowie das Ansehen von CS-Projekten erhöhen. Forschende können sich bezüglich der Nutzung zentraler Kommunikationskanäle an die Kommunikationsabteilungen ihrer Hochschule bzw. Forschungseinrichtung wenden. • Weitere wichtige Partner*innen bei der Anfangsakquise von Freiwilligen können projektabhängig z. B. auch Vereine, Verbände oder die kommunale Verwaltung sein. Sie verfügen über etablierte Netzwerke und/oder direkten Zugang zu themenbezogen engagierten Bürger*innen. In vielen Hochschulen und Forschungseinrichtungen gibt es spezielle Anlaufstellen, die Forschende dabei unterstützen, auf bestehende Kontakte etwa in die Zivilgesellschaft oder in Kommunen zurückzugreifen. Mögliche Anlaufstellen sind z. B. Transferstellen (Vernetzung mit öffentlichen Institutionen, Unternehmen und Start-Ups), Öffentlichkeitsarbeit/Wissenschaftskommunikation (Kontakte zu Medien, städtischen Pressestellen, NGOs oder anderen gesellschaftlichen Akteur*innen), Alumni-Büros (Kontakte zu ehemaligen Studierenden in relevanten Positionen), Studierenden-Service-Center/Talentscouting (Kontakte zu Schulen) oder die Drittmittelberatung (Vermittlung von Partner*innen aus Wirtschaft und Gesellschaft). Je nach Forschungseinrichtung können die Strukturen unterschiedlich sein. Es lohnt sich aber in jedem Fall, die jeweiligen Stellen gezielt nach bestehenden Netzwerken oder Kontaktund Unterstützungsmöglichkeiten zu fragen. • Auch über die erwähnte Arbeit mit Partner*innen (Vereine, Verbände oder die kommunale Verwaltung) hinaus zeigt die Erfahrung in vielen Projekten, dass sich ein besonders guter Rücklauf bei der Anfangsakquise häufig über persönliche Ansprachen, Kontakte und Netzwerke erzielen lässt. • Gemäß den „Zehn Prinzipien von Citizen Science“ sollen Citizen Scientists in Projekten nicht nur gute Betreuung und Wertschätzung erfahren, sondern auch einen persönlichen Mehrwert aus der Projektteilnahme ziehen können. Dies kann sich z. B. durch Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten wie Schulungen, Workshops oder lokale Infoveranstaltungen, Freude an der Tätigkeit oder sozialen Austausch äußern. Als Projektleitung hat man im Rahmen des Freiwilligenmanagements maßgeblichen Einfluss darauf, diese Aspekte zu fördern und zu unterstützen.
67 Freiwilligenmanagement Vernetzung Vernetzung Vernetzung Katrin Hedemann (Universität Vechta, Science Shop Vechta/Cloppenburg), Kirsten von der Heiden (Sustainopreneurship Science Shop AFoReg Interchange); Florentin Joscha Schmidt (Transfer Center enaCom, Universität Bonn) Citizen Science (CS)-Initiativen sind per Definition auf soziale Vernetzung zwischen Bürger*innen und Forschenden angewiesen. Sie setzen auf Partizipation unterschiedlichen Grades bis hin zu Co-Creation – einem Mitgestalten auf Augenhöhe. Die Entstehung einer CS-Initiative als soziales Netzwerk benötigt Einzelpersonen oder kollektive Entitäten, im weiteren Akteur*innen genannt.129 Zu Beginn eines Netzwerks steht ein Impuls, eine zündende Idee, und die Bereitschaft, diese Idee gemeinschaftlich zu realisieren. Netzwerkstrukturen ergeben sich dabei häufig anlassbezogen und agil. Sie können in ihrer Ausprägung strukturell sehr unterschiedlich sein. CS-Netzwerke können auf ganz unterschiedliche Weise entstehen. Hier ein paar typische Beispiele: a. Bürger*innen sammeln Daten und betreiben gemeinsam in/mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) lokale Forschung, b. eine kommunale Stelle kontaktiert die CS-Serviceeinrichtung, auf der Suche nach interessierten Bürger*innen, NGOs und Forschenden als „Bürgerrat“ zu einem konkreten lokalen Gestaltungsanlass, c. NGOs tragen einen Impuls an Multiplikator*innen heran und bauen gemeinsam ein Netzwerk auf, aus dem sich mit der Zeit ein CS-Projekt entwickelt und eine Finanzierung gefunden wird, d. hauptamtliche Wissenschaftler*innen forschen auf wissenschaftliche Initiative hin gemeinsam mit Bürger*innen und ggf. zivilgesellschaftlichen Organisationen (Vereine, Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen etc.). In fortgeschrittenen Netzwerkphasen können sowohl formale Kooperationen oder Projekte entstehen als auch Veränderungen in Institutionen erwirkt werden. Wenn die impulsgebenden Handlungen getan sind, endet ein Netzwerk meist, es sei denn, ein neuer Impuls hält die Bindungen und somit das Netzwerk zusammen und es ergibt sich eine neue Ausrichtung. 129 Soziale Netzwerke beschreiben informelle Beziehungen mit sozialem Inhalt. Sie leben von offenem partnerschaftlichem Dialog und gemeinsamem Handeln.
69 Vernetzung Netzwerke Die Vorteile von Vernetzung in der CS-Community sind vielfältig. Durch „Out-of-theBox“-Denken und neue Bindungen können CS-Aktive miteinander Informationen und Erfahrungen teilen, ihren persönlichen Horizont erweitern und neues Wissen und Innovationen generieren. Weiterhin können sich neue Möglichkeiten zur Finanzierung von Aktivitäten und Initiativen eröffnen, indem sich beispielsweise durch die Vernetzung die Passfähigkeit für eine Förderung durch Mittel von regionalen bis (inter)nationalen Geldgeber*innen ergibt. Vernetzungen können darüber hinaus dabei helfen, relevante Ressourcen wie Plattformen, Datenbanken, Archive und Tools zu identifizieren und Zugang zu erhalten. Im Folgenden werden zunächst etablierte Netzwerke vorgestellt und näher beschrieben, die im Bereich CS bzw. transdisziplinäre und partizipartive Forschung aktiv sind. Die anschließenden Abschnitte widmen sich Ressourcen und weiterführenden Links, sowie Praxistipps und Erfahrungswerten für Multiplikator*innen und Beratende, die Unterstützung bei der eigenen Vernetzung suchen oder Personen bei der Vernetzung beraten. Netzwerke NETZWERK mit:forschen! – Gemeinsam Wissen schaffen130 mit:forschen! ist die zentrale Plattform für CS in Deutschland, gegründet 2014, ursprünglich als „Bürger schaffen Wissen“. Träger des Projektes sind Wissenschaft im Dialog und das Museum für Naturkunde Berlin, gefördert vom BMFTR. Das Netzwerk bietet z. B. eine Projektsowie Expert*innen-Datenbank, Publikationen, Tagungen, Trainingsworkshops und Online-Veranstaltungen rund um CS sowie regionale und thematische Arbeitsgruppen, z. B. „Science of Citizen Science“ oder „Citizen Science in Schulen“. Tipps und Hinweise Die offene mit:forschen!-AG Multiplikator*innen hilft allen, die CS vor allem an Hochschulen und Forschungseinrichtungen bekannter machen wollen. In der Expert*innen-Datenbank lässt sich gezielt nach Kontakten mit Expertise in bestimmten Bereichen oder nach Kontakten in einer bestimmten Region suchen. Die Digitale Mittagspause ist ein mehrmals im Jahr stattfindendes, einstündiges Online-Format mit Impulsvorträgen und Raum für Austausch für CS-Projektverantwortliche und Multiplikator*innen. Das Forum Citizen Science ist die größte deutschsprachige CS-Konferenz. Bislang fand das Forum einmal im Jahr an wechselnden Orten in Deutschland statt. Aktuelle Informationen dazu gibt es auf der Website. Call for Proposals: ja 130 https://www.mitforschen.org/ NETZWERK wissnet – Netzwerk deutschsprachiger Wissenschaftsläden131 wissnet ist das deutschsprachige Netzwerk von Wissenschaftsläden, ein lockerer Verbund von universitären sowie unabhängigen Wissenschaftsläden. Jeder Wissenschaftsladen arbeitet lokal oder regional für sich, darüber hinaus werden gemeinsame Veranstaltungen und Projekte durchgeführt. Tipps und Hinweise Lokale Wissenschaftsläden sind eine gute Anlaufstelle, um Teilnehmende zu gewinnen. Das wissnet bietet Austausch rund um Netzwerke und partizipative Projekte, berät und unterstützt Interessierte, die über einzelne CS-Projekte hinaus eine auf Dauer angelegte Organisation in Form eines Wissenschaftsladens etablieren wollen. NETZWERK HBdV – Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V.132 Das HBdV ist ein Netzwerk zur Förderung innovativer Formate wie Service Learning, Community Research, Social Entrepreneurship Education, Campus-Community-Partnerships, Reallabore und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Tipps und Hinweise Das Netzwerk des HBdV kann für CS-Projekte besonders dann interessant sein, wenn über die Lehre Studierende in CS-Projekten involviert sind. Das Netzwerk veranstaltet Jahrestagungen an wechselnden Orten. NETZWERK FORTRAMA – Forschungsund Transfermanagement e.V.133 FORTRAMA ist die Vereinigung von Forschungsund Transfermanager*innen aus dem deutschen Wissenschaftssystem (z. B. Transferstellen an Hochschulen). Tipps und Hinweise Im Netzwerk gibt es u. a. die AG interund transdisziplinäres Arbeiten in Forschungsteams. Das Netzwerk veranstaltet die FORTRAMA Jahrestagungen: Turnus: jährlich Ort: wechselnd in Deutschland Call for Proposals: ja NETZWERK Living Knowledge Network134 Living Knowledge ist das internationale Netzwerk von Wissenschaftsläden und ähnlichen Organisationen, die unabhängige, partizipative Forschungsunterstützung für von der Zivilgesellschaft geäußerte Anliegen bieten. In der praktischen Umsetzung kann dies beispielsweise durch CS, Community Based Research oder Service Learning geschehen. Das Netzwerk bietet Ressourcen, eine Discussion List und einen Newsletter. Tipps und Hinweise Für CS-Netzwerke & -Projekte dürfte besonders die alle zwei Jahre stattfindende Living Knowledge Conference als Möglichkeit zur internationalen Vernetzung interessant sein. Es können neue Teilnehmende kennen gelernt werden. Die Living Knowledge Toolbox bietet einen Werkzeugkasten für den Aufbau eines Science Shops.135 Zudem lassen sich über die „Network Partners“ mögliche Partnerorganisationen für international ausgerichtete Projektanträge (z. B. EU-Förderungen) finden. Die Living Knowledge Conference ist das Treffen der internationalen Wissenschaftsladen-Community. Turnus: alle zwei Jahre Ort: wechselnd, innerhalb Europas Call for Proposals: ja 131 https://www.wissnet.de/ 132 https://netzwerk-bdv.de/ 133 https://fortrama.net/ 134 https://livingknowledge.org/ 135 https://livingknowledge.org/resources/toolbox/
71 Vernetzung Ressourcen und weiterführende Links NETZWERK ECSA – European Citizen Science Association136 ECSA ist ein europäisches CSNetzwerk und wurde 2014 als Mitgliederorganisation gegründet. Das Netzwerk bietet Leitlinien und andere Ressourcen zu CS, eine Reihe von Arbeitsgruppen, Webinare und eine Mailingliste, über die man Anfragen und Infos versenden kann. Tipps und Hinweise Über AGs, die Mailingliste oder die ECSA Conference lassen sich mögliche Partnerorganisationen für international ausgerichtete Projektanträge (z. B. EU-Förderungen) finden. Die ECSA Conference ist eine große CS-Konferenz auf europäischer Ebene. Turnus: alle zwei Jahre Ort: wechselnd, innerhalb Europas Call for Proposals: ja NETZWERK Vernetzungsmöglichkeiten auf EU-Ebene Auf EU-Ebene existieren diverse Möglichkeiten für CS-Initiativen zur Vernetzung, die durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden, z. B. a) EIP Programme (European Innovation Partnerships): seit 2014 durch EU-Partnerschaftsprogramme137, b) Forschungsnetzwerke/ Strategic Partnerships: strategische Partnerschaften, Bsp. in englischer Sprache: Ecocycles,138 c) EU-Suchportal: Suchmaske der Europäischen Union,139 in der potenzielle Partner*innen und Netzwerke gefunden werden können. Tipps und Hinweise Die EU fördert Vernetzung in unterschiedlicher Weise, z. B.: a) durch EIPs, dies sind Partnerschaften, die zu komplexen Problemstellungen relevante „Parteien“ auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene zusammenbringen, b) über strategische internationale interdisziplinäre Forschungsvernetzung zu international gesellschaftsrelevanten Fragestellungen, c) über eine Online-Suchmaske, über die sich Partnerorganisationen für international ausgerichtete Netzwerke & Projektanträge (z. B. EU-Förderungen) finden lassen. 136 https://www.ecsa.ngo/ 137 https://research-and-innovation.ec.europa.eu/strategy/past-research-and-innovation-policy-goals/open-innovation-resources/ european-innovation-partnerships-eips_en 138 https://www.ecocycles.net 139 https://research-and-innovation.ec.europa.eu/partners-networking_en?prefLang=de Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK Citizen Science Communities140 Sechs Infografiken zu CS mit den Themen: Co-Creation, Communities (S. 2), Tools & Methods, Data, Ethics & Inclusion, Action. Tipps und Hinweise Die Infografiken bieten eine niederschwellige Übersicht zum ersten Kontakt mit CS, z. B. als Poster am Infostand. #QuickRead #Praxiswissen/Methoden NACHSCHLAGEWERK PartWiss Leitfaden für Partizipation inder Forschung141 Der 2025 erschienene Leitfaden richtet sich an alle, die sich mit partizipativen Projekten in Forschung, Praxis oder an deren Schnittstellen befassen. Er soll inspirieren, Orientierung geben und praktische Unterstützung bieten – insbesondere angesichts der Vielfalt partizipativer Ansätze und Begrifflichkeiten. Entstanden ist der Leitfaden im Projekt PartWiss in einem kollaborativen Prozess mit Akteur*innen aus unterschiedlichen Partizipation-Communities. In Teil 1 des Leitfadens, der einen Überblick über die verschiedenen partizipativen Ansätze und Communitys bietet, gibt es auch ein kurzes Kapitel zum Quadruple bzw. Quintuple Helix-Modell (S. 18). Dieses Modell beschreibt Akteurs*gruppen in Prozessen von Innovation und Transfer: Wissenschaft, Wirtschaft/Industrie, Regierung, Zivilgesellschaft (und Umwelt). Tipps und Hinweise Das im Leitfaden in Teil 1 (S. 18) kompakt auf einer Seite beschriebene Quadruple bzw. Quintuple Helix-Modell hilft, relevante Akteurs*gruppen zu definieren und keine zu übersehen. Darüberhinaus enthält der Leitfaden in Teil 2 Praxishinweise, Quellen, weiterführende Materialien und wissenschaftliche Literatur zum Thema „Beteiligte Akteur*innen“: Grundlegende Dimensionen zur Beschreibung von Bevölkerungsgruppen (S. 34) Ansprüche an die Zusammensetzung der Beteiligten (S. 35) Wer wird oft ausgeschlossen oder nicht erreicht? (S. 36) #QuickRead #Hintergrundwissen/Theorie #Praxistipps/Methoden NACHSCHLAGEWERK Co-Creation Referenztool für Netzwerke142 Vision von Netzwerken als lebende Organismen und theoretischer Zugang zu der Energie, die Menschen erfahren, wenn sie Teil solcher Netzwerke sind. Zudem haben die Autor*innen eine Methodik entwickelt, um diese Energie in der täglichen Praxis zu steuern. Tipps und Hinweise Tools für Co-Creation, um innerhalb von Netzwerken die eigenen Prozesse zu verstehen und zu begleiten. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxiswissen/Methoden 140 Perelló, Josep (2023): Infographics of six key aspects in the development of citizen science projects. Online verfügbar unter: https://zenodo.org/records/10366173 141 Schrögel, Philipp (2025): Ein Leitfaden für Partizipation in der Forschung. Unter Mitarbeit von Lale Altinalana, Julia Backhaus, Birgit Behrisch, Andreas Bischof, Martin Burwitz, Carolin Enzingmüller et al. Hg. v. Andreas Bischof. Online verfügbar unter https://www.partizipation-wissenschaft.de/leitfaden 142 https://netwerkenco.nl/english/ Wielinga, H.E., Robijn, S. (2020):Energising Networks: tools for co-creation.Wageningen Academic Publishers
73 Vernetzung Praxistipps und Erfahrungswerte NACHSCHLAGEWERK Weißbuch Citizen Science – Strategie 2030 für Deutschland143 Das Weißbuch ist ein strategisches Dokument, das konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Verstetigung von CS in Deutschland bis zum Jahr 2030 formuliert. Es wurde im Rahmen eines zweijährigen, partizipativen Prozesses von über 200 Akteur*innen aus 136 Organisationen entwickelt und im April 2022 veröffentlicht. Tipps und Hinweise Nützliche Informationen zur Zusammenarbeit diverser CS-Stakeholder sind u. a. in Kapitel 1 „Vernetzung und Austausch“ zu finden. Es dient als Leitfaden für politische Entscheidungsträger*innen, Förderinstitutionen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen. #DeepDive #Strategie TOOL Methodensammlung der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Parteinahe Stiftung) Methodensammlung für die Netzwerkarbeit für Multiplikator*innen und politisch Aktive.144 Tipps und Hinweise Die Sammlung hilft dabei, das eigene Netzwerk zu analysieren und passende Methoden zu finden. #DeepDive #Hintergrundwissen/Theorie #Praxiswissen/Methoden Praxistipps und Erfahrungswerte Der folgende Abschnitt liefert Impulse und Fragestellungen für Beratungen zum Thema Netzwerke – etwa zur Anbahnung, Gestaltung und Pflege. Netzwerkanbahnung und -aufbau: In der Beratungsrolle sollte zunächst die Situation der zu beratenen Person(en) geklärt werden. Wichtige Aspekte sind dabei das Beratungsanliegen, der Netzwerkstatus, der Impuls, das Bearbeitungsthema sowie das inhaltliche Anliegen und vorgesehene Akteur*innen. Folgende Fragen können hilfreich sein: a. Was hat den Impuls gegeben, ein Netzwerk zu initiieren? b. Was ist die Mission, die alle Zusammenkommenden mittragen möchten? c. Auf welcher Ebene möchte das Netzwerk handeln: regional, national, im deutschsprachigen Raum = DACH, EU? d. Wie finden und begeistern die Initiator*innen die passenden Akteur*innen und Netzwerkpartner*innen für das Vorhaben in unterschiedlichen Netzwerkphasen (Impuls, Inspiration, Planung, Entwicklung, Realisierung, Verbreitung, Implementierung)? 143 https://www.mitforschen.org/sites/default/files/grid/2022/05/02/220423_Weissbuch_Internet_doppelseitig_klein.pdf 144 https://linx.rosalux.de/netzwerken e. Welcher Netiquette folgt das Netzwerk intern und wie kommuniziert es nach außen? f. Welche Methoden & Tools eignen sich für genau dieses Netzwerk mit diesem Vorhaben (fachlich)? Multiplikator*innen, die selbst aktiv ein Netzwerk mit noch offenem Thema suchen bzw. eine Beratung aufbauen, können einen öffentlichen Aufruf für Themenvorschläge (Beirat, Newsletter, (lokale) Presse, Social Media, etc.) verbreiten oder einen gezielten Aufruf an (lokale/regionale) Organisationen richten. Weiterhin können sie nach passenden Ausschreibungen für Fördergelder suchen und sich davon ausgehend vernetzen. Für Multiplikator*innen, die selbst aktiv Vernetzung zu einem bereits bestehenden Thema suchen bzw. eine Beratung aufbauen, können folgende Fragen relevant sein: a. Wer hat Wissen zu diesem Thema (lokales Wissen, Alltagswissen, Professionswissen, wissenschaftliches Wissen)? b. Gibt es organisierte Interessengruppen? c. Wer hat direkte Entscheidungsmacht, wer indirekten Einfluss? d. Welche direkten und indirekten Konsequenzen hat eine Entscheidung und für wen? e. Wen finde ich trotz Betroffenheit nicht in den organisierten Interessengruppen? f. Sich das „Feld“ aktions-anthropologisch145 erschließen und Menschen nach weiteren relevanten Akteur*innen fragen (Schneeball-Prinzip) Netzwerkpflege und Bindungsmanagement: Mit wachsendem Umfang der Vernetzung wird feine, effiziente und strukturierte Pflege der Bindungen umso wichtiger. Gutes Bindungsmanagement, einschließlich einer ausreichenden Dokumentation, ist empfehlenswert, denn gelingende Vernetzung hängt stark von Einzelpersonen, ihrer Haltung, Expertise und Bekanntheitsgrad ab. Das Ausscheiden einzelner Partner*innen (u. a. durch Generationenwechsel) kann daher negative Veränderungen für das Netzwerk zur Folge haben. Brain Drain sollte durch vorausschauendes Wissens-, Kontakt- & Energiemanagement vorgebeugt werden. Softwaretools aus dem Bereich des CRM (Customer Relationship Management) können ein systematisches Kontaktmanagement unterstützen. Das 145 Aktions-Anthropologie ist ein Ansatz der praktischen Ethnologie, der sich mit gesellschaftspolitischen Forschungsthemen beschäftigt.
75 Vernetzung Praxistipps und Erfahrungswerte Netzwerkforscher*innenteam,146 assoziiert mit den Kommunikationswissenschaften der niederländischen Wageningen University & Research, empfiehlt grundsätzliche für Netzwerke eine Person als „freie*n Akteur*in“ einzusetzen, die*der sich frei um alles kümmern kann, das im Moment netzwerkintern ansteht. Ein*e freie Akteur*in kann anregen Netzwerkregeln neu zu gestalten. Strukturelle und praktische Unterstützung: Einige Hochschulen bieten strukturelle Unterstützung für CS, z. B. durch TransferAbteilungen sowie spezielle CS-Serviceeinrichtungen oder eigene Wissenschaftsläden, durch Veranstaltungen147, Fördermaßnahmen148 oder Preise149. Ein Beirat kann hilfreich sein zur längerfristigen Begleitung aller Arbeitsprozesse in CS.150 Außerhalb der Hochschulen existieren vielfältige lokale oder regionale Organisationen, die beim Start in die Vernetzung hilfreiche Schnittstellen sein können. Zu diesen zählen (teil-)kommunale Stellen für Bürger*innenbeteiligung, Vereine und Verbände mit ihren Veranstaltungen wie dem „Tag der Vereine“, Ehrenamts-/Freiwilligenagenturen, Bibliotheken, Archive, Wissenschaftsmuseen151 und andere Museen, Häuser der Wissenschaft152, DIY-Labore, fabLabs153, Schülerlabore154, Repair-Cafés155, Bildungseinrichtungen. Wertvolle Orientierungshilfen bieten Methodenportale/ Toolboxen zum Thema Community Based Research, z. B. vom Centre for Studies on Poverty and Social Citizenship der Carleton University.156 Weitere Tipps zur Zusammenarbeit, Kommunikation, agilem Arbeiten und zur digitalen Selbstorganisation, die Netzwerke unterstützen können, haben verschiedene Akteur*innen anschaulich zusammengefasst.157 146 Wielinga, H.E., Robijn, S. (2020):Energising Networks: tools for co-creation. Wageningen Academic Publishers. https:// netwerkenco.nl/english/ 147 https://www.uni-muenster.de/AFO/archiv/2024/brown-bag-sessions_sose_2024.shtml 148 https://www.buergeruni.hhu.de/stabsstelle-buergeruniversitaet/partizipative-forschung/foerderprogramm-buergeruniversitaet-in-der-forschung 149 https://www.uni-muenster.de/AFO/citizen_science/cs_wettbewerb/index.shtml 150 Barisani, Francesca; Grossi, Giovanna; Garrison, Helen; Gečienė, Ingrida; Kleibrink, Jan; Nevinskaitė, Laima et al. (2018): Science Shop Establishment Guide. Online verfügbar unter https://www.scishops.eu/resources/science-shops-establishment-guide/, zuletzt geprüft am 27.06.2025. 151 https://www.science-museum.de/orte/ 152 https://www.dwih-netzwerk.de/de/ueber-uns/ 153 https://fablab.fau.de/was-ist-ein-fablab/ 154 https://www.lernortlabor.de/ueber-schuelerlabore 155 https://anstiftung.de/ 156 https://carleton.ca/cspsc/research-toolkit/ 157 https://www.inqa.de/DE/vernetzen/netzwerkarbeit/erfolgreiche-netzwerkarbeit.html, https://linx.rosalux.de/netzwerken, https:// freifunk.net/
77 Vernetzung Evaluation und Qualitätssicherung Evaluation und Qualitätssicherung Evaluation und Qualitätssicherung Katja Arens (Universität Münster, Arbeitsstelle Forschungstransfer) und Nina C. Nolte (Universität Münster, Arbeitsstelle Forschungstransfer) Qualitätssicherung und Evaluation spielen in allen (Forschungs-)Projekten eine zentrale Rolle. Citizen-Science-Projekte stehen hier größtenteils vor den gleichen Herausforderungen wie andere wissenschaftliche Projekte. Die fachliche Zuordnung des CS-Projektes (geistes-, sozial-, naturwissenschaftlich) hat einen größeren Einfluss auf Zielsetzung, Anforderungen, Methoden und Tools für Evaluation und Qualitätssicherung als die Frage nach dem bürgerwissenschaftlichen Forschungsansatz. Die spezifischen Anforderungen an die Qualitätssicherung und Evaluation müssen daher stets auf das jeweilige Fachgebiet und die jeweilige Forschungsmethodologie zugeschnitten werden und darüber hinaus die besonderen Gegebenheiten partizipativer Forschung im Rahmen von Citizen Science berücksichtigen. Während sich die Qualitätssicherung häufig eher auf den Bereich der Durchführung des Projektes (Methoden & Datenerhebung) bezieht, betrachtet die Evaluation üblicherweise die Wirkung des Projekts auf unterschiedlichen Ebenen. Grundsätzlich kann die Evaluation im Sinne von Analyse und Beurteilung eines laufenden oder abgeschlossenen Projektes separat, aber auch als Teil der Qualitätssicherung insgesamt angesehen werden. Gewonnene Erkenntnisse und Informationen des Evaluationsprozesses fließen in jedem Fall sinnvollerweise entweder in die Projektsteuerung des laufenden Projektes mit ein und/oder werden in Anschlussprojekten berücksichtigt. Qualitätssicherung umfasst alle Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass das Forschungsprojekt den Anforderungen, Ansprüchen und Standards der Wissenschaftlichkeit entspricht. Im Kern geht es darum, über den gesamten Projektverlauf hinweg nachvollziehbar Prozesse zu planen, zu dokumentieren, zu überprüfen und ggfs. Anpassungen vorzunehmen. Dies umfasst z. B. die sorgfältige Datenerhebung, Transparenz und Reproduzierbarkeit genutzter Methoden, Schulungen der Freiwilligen, klare Rollen, Dokumentation von Vorgehensweisen, regelmäßige Audits oder Reviews der Datenerhebung und -verarbeitung. Insbesondere die Qualitätssicherung von Daten, die unter Bürger*innenbeteiligung in CS-Projekten gesammelt und ausgewertet werden, unterscheidet sich in den Anbzw. Herausforderungen von rein fachwissenschaftlichen Forschungsprojekten, da z. B. sichergestellt werden muss, dass die beteiligten Citizen Scientists in den angewandten Methoden der Datenerhebung und -auswertung sicher genug sind, um valide Daten und Ergebnis-
79 Evaluation und Qualitätssicherung Ressourcen und weiterführende Links se zu produzieren oder ggfs. andere/weitere Sicherungsschleifen eingebaut werden müssen. Auch die Frage nach dem Datenschutz ist bei partizipativen Projekten besonders sensibel (vergleiche Kapitel „Rechtliche Fragen“). Evaluation hingegen dient primär dazu, Stärken und Schwächen zu identifizieren und insbesondere nachzuvollziehen, ob das Projekt die gewünschten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Effekte erzielt. Motive für bzw. Funktionen von Evaluationen sind somit vielfältig und reichen von der Erkenntnisfunktion (z. B. wie Teilnehmende ein Format/Projekt erleben), Lernbzw. Dialogfunktion (z. B. welche Mechanismen einem Format/Projekt zugrunde liegen), über Optimierungsfunktion (z. B. wie ein Format/Projekt die Bedarfe seiner Zielgruppe adressiert) und Entscheidungsfunktion (z. B. ob ein Format/Projekt weitergeführt wird) bis hin zur Legitimationsfunktion (z. B. inwieweit ein Projekt seine Ziele erreicht hat).158 Eine klare Definition von u. a. Projektzielen bildet nicht nur die Grundlage bei der strategischen Planung und Umsetzung von (Citizen-Science-)Projekten, sondern auch der Evaluation, in deren Rahmen das Erreichen von Projektzielen überprüft werden soll. Evaluiert werden üblicherweise neben Input (Ressourcen, die in das Projekt einfließen) vor allem Output (Leistungen/direkten Resultate des Projektes) und Outcome (erhofften Wirkungen des Projekts), während die Beurteilung des Impacts (gesellschaftlichen Wirkungen des Projekts) sich oft nur qualitativ beschreiben und schwer oder nur mit sehr viel Aufwand erheben lässt. Eine Besonderheit bei Citizen-ScienceProjekten liegt darin (z. B. im Unterschied zu ‚reinen‘ Wissenschaftskommunikationsprojekten), dass die Evaluation verschiedene Ebenen berücksichtigen muss: Zum einen die wissenschaftliche Ebene, auf der das Projekt nach Kriterien der Wissenschaftlichkeit neues Wissen generiert, und zum anderen auf der projektinternen Ebene, wie z. B. der Evaluation der Kommunikationsprozesse, Effizienz der Methodenschulungen für die Citizen Scientists, Projektdurchführung etc. 158 Vgl. Döring, Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozialund Humanwissenschaften, 2023, S. 963. Ressourcen und weiterführende Links TOOL Ten principles of Citizen Science der European Citizen Science Association (ECSA)159 Citizen Science ist ein flexibler Ansatz, der an verschiedene Gegebenheiten und Disziplinen angepasst werden kann. Die Prinzipien wurden von der AG „Austausch von Praxiserfahrungen und Kapazitätenentwicklung“ der ECSA entwickelt. Ziel ist die Verständigung auf Kernaussagen […], die Voraussetzung für eine gute Praxis in Citizen Science sind. Die Prinzipien sind auch auf Deutsch und in vielen anderen europäischen Sprachen verfügbar. Tipps und Hinweise Grundlegende Orientierung von Qualitätskriterien für Citizen Science. Nützliche Checkliste für die Projektgestaltung und -durchführung. Sie kann auch bei der Kommunikation mit Forschenden verwendet werden, die an der Einrichtung eines europäischen Qualitätsstandards entsprechenden CS-Projekts interessiert sind, oder beim Erwartungsmanagement mit Citizen Scientists. #QuickRead #Praxistipps/Methoden NACHSCHLAGEWERK Qualitätskriterien für Citizen Science Projekte auf Österreich forscht160 Viele Institutionen, welche in Citizen Science aktiv sind, haben sich 2017 auf Initiative der Plattform Österreich forscht im Citizen Science Network Austria zusammengeschlossen und sich damit dazu bekannt, die Qualität von Citizen Science in Österreich zu fördern. Ein wichtiger Schritt zur Förderung dieser Qualität war es, transparente Kriterien aufzustellen, die Projekte erfüllen müssen, die auf der Plattform Österreich forscht gelistet werden möchten. Tipps und Hinweise Komprimierte Darstellung von Qualitätskriterien in den Bereichen Wissenschaftlichkeit, Zusammenarbeit, Open Science, Kommunikation, Ethik, Datenmanagement. #QuickRead #Inspiration NACHSCHLAGEWERK Co-Creating and Implementing Quality Criteria for Citizen Science161 Um Citizen Science als valide Forschungsmethodik zu stärken, hat die Plattform Österreich forscht in einem transdisziplinären, partizipativen Prozess Qualitätskriterien entwickelt. Ziel ist es, einerseits Transparenz und Konsistenz zu ermöglichen, darüber hinaus den Zweck der Plattform zu stärken und gleichzeitig ein klares Verständnis von Citizen Science in der Wissenschaft und darüber hinaus zu fördern. Tipps und Hinweise Darstellung von 20 Qualitätskriterien von CS-Projekten #DeepDive #Tool 159 https://share.google/rtmSnZcrZJyDjQOfn 160 https://www.citizen-science.at/netzwerk/arbeitsgruppen/ag-qualitaetskriterien 161 https://theoryandpractice.citizenscienceassociation.org/articles/10.5334/cstp.294
81 Evaluation und Qualitätssicherung Ressourcen und weiterführende Links NACHSCHLAGEWERK Citizen Science für alle. Eine Handreichung für Citizen Science-Beteiligte162 Diese Handreichung wurde 2016 im Rahmen von Bürger schaffen Wissen (mittlerweile: mit:forschen! Gemeinsam Wissen schaffen) erstellt. Sie bietet einen Überblick über die CS-Praxis in Deutschland strukturiert in folgende Kapitel: Definition, Motivation, Projektinitiation, Datenumgang, Kommunikation, Evaluierung, Förderinstrumente und Planung. Auch gibt es einen Überblick von Anwendungsfeldern: Naturschutz, Bildung, Digital, Sozialwissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Geistesund Kulturwissenschaften und International. Tipps und Hinweise Teil 1.6 befasst sich mit der Evaluierung: Was macht ein erfolgreiches Citizen-Science-Projekt aus? Fragen dieser Art werden häufig im Rahmen von Evaluierungsprozessen gestellt, wobei der Bedarf nach angemessenen Qualitätskriterien sowohl von Seiten der Forschungsförderinstitutionen als auch der CS-Projekte selbst geäußert wird. Die besonderen An/ Herausforderungen der Evaluierung von CS-Projekten werden kurz skizziert. #QuickRead NACHSCHLAGEWERK Weißbuch Citizen-Science-Strategie 2030 für Deutschland163 Das Weißbuch ist ein strategisches Dokument, das konkrete Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung und Verstetigung von CS in Deutschland bis zum Jahr 2030 formuliert. Es wurde im Rahmen eines zweijährigen, partizipativen Prozesses von über 200 Akteur*innen aus 136 Organisationen entwickelt und im April 2022 veröffentlicht. Es dient als Leitfaden für politische Entscheidungsträger*innen, Förderinstitutionen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteur*innen. Tipps und Hinweise Leitbild 15: Im Jahr 2030 ist Begleitforschung ein integraler Bestandteil von CS-Projekten, wird bereits bei der Projektplanung initiativ mitgedacht und durch entsprechende finanzielle Ressourcen unterstützt. Begleitforschung wird durch interdisziplinäre Teams umgesetzt und orientiert sich an den wissenschaftlichen Standards der empirischen Sozialforschung bzw. Evaluationsforschung. Hierbei werden Bürger*innen einbezogen, um zentrale Punkte und Fragestellungen zu klären. Relevanzdarstellung und Entwicklung von Perspektiven für Begleitforschung (darunter auch: Evaluation) inkl. Situationsanalyse, Darstellung von Bedürfnissen und Herausforderungen, Best-Practice-Beispiele und Handlungsempfehlungen. #DeepDive #Praxistipps/Methoden #Tool #Inspiration NACHSCHLAGEWERK Wegweiser Citizen Science – Tipps und Methoden zu den Themen Partizipation, Teilnehmende, Motivation, Bürokratie und Evaluation164 Der Wegweiser ist ein praxisorientierter, methodischer Leitfaden, der insbesondere für alle gedacht ist, die ein CS-Projekt neu starten, ausbauen oder reflektieren wollen. Zielgruppe sind Initiator*innen und Beteiligte von CS-Projekten. Er wurde 2024 von CS-Praktiker*innen der mit:forschen!-AG „Netzwerk Region West“ in Zusammenarbeit mit mit:forschen! partizipativ erarbeitet. Tipps und Hinweise Kapitel 5 des 2024 erschienenen Methodenleitfadens befasst sich auf 15 Seiten mit Monitoring und Evaluation von CS-Projekten. In diesem Kapitel werden die zentralen Aspekte vorgestellt, auf CitizenScience-Projekte angewandt und diskutiert. Dabei werden Hinweise für die Umsetzung in der Praxis gegeben sowie Best Practices besprochen. Es wird darauf eingegangen, wie eine Evaluation auf verschiedenen Ebenen – Projektverlauf, Methoden und Datenqualität – ablaufen kann. Kompakte, strukturierte und anschauliche Übersicht zu Monitoring und Evaluation mit Hinweisen zum Vorgehen in CS-Projekten inkl. Literaturhinweisen, veröffentlicht von der Plattform mit:forschen!. #QuickRead #Inspiration #Methoden 162 https://www.mitforschen.org/citizen-science/handbuch 163 https://www.mitforschen.org/netzwerk/ag-weissbuch 164 https://www.mitforschen.org/netzwerk/ag-netzwerk-region-west, NACHSCHLAGEWERK DeGEval-Standards für Evaluation165 Die „Standards für Evaluation“ der DeGEval definieren grundlegende Anforderungen an die Qualität von Evaluation. Sie stellen damit einen wesentlichen fachlichen Bezugspunkt und zugleich einen wichtigen Meilenstein für die Professionalisierung der Evaluation dar. Tipps und Hinweise Die DeGEval-Standards für Evaluation sind online in einer Langund Kurzfassung verfügbar, zudem eine Checkliste für Anwendungen. Hilfreich bei der grundsätzlichen bzw. vertiefenden Konzeption von Evaluationen. #DeepDive NACHSCHLAGEWERK Leitfaden Selbstevaluation und Citizen Science. Hilfestellungen für Einsteigerinnen und Einsteiger166 Was ist eine Selbstevaluation? Warum ist sie in CitizenScience-Projekten sinnvoll? Wie können Projektverantwortliche eine solche Evaluation durchführen? Der neue Leitfaden wurde im Rahmen der Evaluation der Bürgerforschungsaktivitäten des BMFTR von Technopolis und dem Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) erarbeitet und bietet wertvolle Hilfestellungen für Einsteiger*innen. Tipps und Hinweise Der Leitfaden bietet einen klar gegliederten Einstieg in die Thematik. Aus der Praxis für die Praxis eignet er sich sowohl als grundsätzlicher Überblick, zum Nachschlagen als auch zum Vertiefen in den angegebenen weiterführenden Quellen. #DeepDive #Tool #Methoden NACHSCHLAGEWERK Wie wirkt Citizen Science eigentlich? Ein Blick in die Forschungsliteratur.167 Citizen-Science-Projekte generieren wie andere Forschungsprojekte auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit besonderer Rolle von Bürger*innen, die sich aktiv in verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses beteiligen. Tipps und Hinweise Diese Publikation bietet eine systematische Literaturrecherche mit Einblick in den aktuellen Forschungsstand und hilfreiche Ressourcen u. a. zu den Fragen „Wie wirkt CS auf Teilnehmende, was lernen sie, was verändert sich?“. #DeepDive #Tool #Methoden 165 https://www.degeval.org/degeval-standards/ 166 https://technopolis-group.com/wp-content/uploads/2025/03/Leitfaden-Selbstevaluation_Technopolis.pdf 167 https://zenodo.org/records/6797923