Der Bericht der Mitbestimmungskommission Analyse und Kritik
Abstract
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Full text
Neumann, Lo ha
A icle
De Be ich de Mi bes immungskommission Analyse und
K i ik
Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en
P o ided in Coope a ion wi h:
Duncke & Humblo , Be lin
Sugges ed Ci a ion: Neumann, Lo ha (1971) : De Be ich de Mi bes immungskommission Analyse
und K i ik, Schmolle s Jah buch ü Wi scha s- und Sozialwissenscha en, ISSN 0036-6234, Duncke
& Humblo , Be lin, Vol. 91, Iss. 1, pp. 37-56,
h ps://doi.o g/10.3790/schm.91.1.37
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Be ich e
De Be ich de Mi bes immungskommission
Analyse und K i ik
L
Die sozialpoli ische und wi scha spoli ische Diskussion übe die be-
iebliche Mi bes immung de A bei nehme ha sel en eine so hohe
Ak uali ä und poli ische Vi ulenz e lang wie sei de Ve ö en lichung
des Be ich s de Sach e s ändigenkommission zu Auswe ung de bis-
he igen E ah ungen bei de Mi bes immung1. Eine gewisse Eigen-
dynamik de Mi bes immungsdiskussion zeig sich an de Reak ion
alle im Bundes ag e e enen Pa eien. In dem Be eich de be ieb-
lichen Mi bes immung we den gesellscha spoli ische Re o men allge-
mein ü no wendig angesehen, wie un e schiedlich auch imme die
Re o m o s ellungen de poli ischen G uppie ungen im einzelnen sind2.
Übe die P obleme de be ieblichen Mi bes immung lieg ein um ang-
eiches Sch i um o , da un e auch me hodisch einwand eie empi-
ische Un e suchungen. Dennoch wu de zu Auswe ung de bishe igen
E ah ungen die „Mi bes immungskommission" eingese z . Dies könn e
als ein Indiz gewe e we den, daß ähnlich wie bei dem Sach e s än-
digen a zu Begu ach ung de gesam wi scha lichen En wicklung
einmal meh de P ozeß de poli ischen Willensbildung du ch echno-
k a ische Elemen e bes imm wi d3. In de Ta schein diese Be ich
1 Bundes agsd ucksache VI/334 . 4. Feb . 1970. — Vgl. e ne Bulle in des P esse-
und In o ma ionsam es de Bundes egie ung N . 10 . 23. Jan. 1970, S. 93 . De
Be ich de Sach e s ändigenkommission wi d im olgenden als „Mi bes immungs-
be ich " nach de Bundes agsd ucksache VI/334 zi ie .
2 Hinzuweisen is aus jüngs e Zei au die Vo s ellungen de CDU-Sozialaus-
schüsse, au das on de CSU-Landesg uppe im Deu schen Bundes ag e abschiede e
Konzep zu Mi bes immung (P essemi eilungen N . 70/1970 und N . 71/1970 .
10. und 11. Mai 1970 de CSU-Landesg uppe im Deu schen Bundes ag), au die Dis-
kussionen au dem Pa ei ag de SPD . 11. bis 14. Mai 1970 in Saa b ücken und au
die le z en Äuße ungen des Deu schen Gewe kscha sbundes.
3
Von echnok a ische Beein lussung des P ozesses de poli ischen Willensbildung
kann meis ens dann gesp ochen we den, wenn de poli ische Handlungs- und Ge-
s al ungsspiel aum so beg enz wi d, daß die poli ischen Ins anzen on den Aussagen
de Sach e s ändigen de ac o nich abweichen können.
Die Einse zung de Mi bes immungskommission ha eine wechsel olle Vo geschich e.
De Vo schlag zu Einse zung eine besonde en Kommission wu de e s mals au dem
Pa ei ag de SPD im Jah e 1966 in Do mund on Ka l Schille gemadi . E auch e
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38 Be ich e
die poli ische Diskussion „ e sachlich " zu haben. So können e schie-
dene Behaup ungen de Gegne de Auswei ung de be ieblichen Mi -
bes immung nich meh au ech e hal en we den4. Dennoch is diese
Be ich in de k i ischen Ö en lichkei nu obe lächlich pe zipie
wo den. Im Blick au seine poli ische Wi kung übe asch , daß e bis
au wenige Ausnahmen bishe kaum eine g ündlichen logisdien und
sozialwissenscha lichen Analyse un e zogen wu de5.
Eine solche Analyse b auch nich schwe gewich ig in de K i ik des
Inhal s de zug undeliegenden We en scheidungen und des Inhal s
de Emp ehlungen zu bes ehen, sonde n kann sich wei gehend da au
besch änken, die logische Konsis enz des Beg ündungszusammenhangs
zu übe p ü en und den En s ehungszusammenhang au zudecken und
nachzu ollziehen. Sie könn e olgende maßen au gebau we den:
1. Wissenssoziologische Analyse.
2. Lückenanalyse.
3. Analyse de dem Be ich zug undeliegenden Me hodologie.
4. Logische und empi ische Analyse, insbesonde e P ü ung de logi-
schen S ingenz, Au spü en on Wide sp üchen und ideologie e -
däch igen Aussagen, Übe p ü ung empi ische Hypo hesen und Be-
haup ungen au ih en Wah hei sgehal .
II. Zu wissenssoziologischen Analyse
Die Be ücksich igung wissenssoziologische Aspek e bei de Analyse
des Be ich s de Mi bes immungskomission kann o dem Hin e g und
eines e schä en Me hodenbewuß seins nich au jene A on Sozio-
logismus hinauslau en, de mi den Ansp üchen eine spezi ischen In-
duk ion au i und e wa alle Aussagen des Be ich s au das „Klassen-
dann in de Regie ungse klä ung de g oßen Koali ion on 13. 12. 1966 wiede au .
Die Be u ung de Sach e s ändigen e olg e abe zunächs nich . Bundesa bei s-
minis e Ka ze nominie e im Mai 1967 Kandida en, abe e s du ch eine An age
des SPD-Abgeo dne en Schellenbe g im Ok obe 1967 wu de die Kons i uie ung be-
schleunig . Sie and schließlich im No embe 1967 s a , as ein Jah nach de Re-
gie ungse klä ung. Die poli isch e wünsch e Ve zöge ung de Behandlung de Mi -
bes immungsp oblema ik wu de on de einmal e ablie en Komission nich o -
gese z . Sie e ledig e in den zwei Jah en ih e Tä igkei ein g oßes A bei spensum.
4 Vgl. Wol gang K üge : Abschied on eine Legende (ZEIT, 30. Jan. 1970). —
Heinz 0. Ve e : De Mi bes immungsbe ich . Analyse, K i ik, Folge ungen. Das Mi -
bes immungsgesp äch, 4/1970, S. 77.
5 Aus eine o hodoxen ma xis ischen Pe spek i e gl. F ank DeppeHeinz Jung,
Heinz Schä e : Welche Ziele e olgen die Emp ehlungen de „Biedenkop -Kommis-
sion"? Eine S ellungnahme zum Gu ach en de Mi bes immungskommission. Ins i u
ü ma xis ische S udien und Fo schungen (IMSF). In o ma ionsbe ich N . 4 .
20. Mä z 1970.
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Be ich e 39
bewuß sein" de Mi gliede de Kommission eduzie 6. Die s ik e
T ennung on En s ehungs- und Beg ündungszusammenhang bedeu e
abe keineswegs, daß om me hodisch-logischen S andpunk o ensich -
liche Inkonsis enzen und Inkonsequenzen nich zusä zlich eine wis-
senssoziologischen Analyse un e wo en we den könn en. Eine zusä z-
liche wissenssoziologische Analyse wü de z.B. nü zlich sein, wenn sich
he auss ell e, daß die Kommission ein dogma isches P oblemlösungs e -
hal en gegenübe den P oblemen des Be ich s p ak izie e. Da alle
wissenssoziologischen Aussagen in unse em Falle nich au eilneh-
mende Beobach ung be uhen können, we den iele Ve mu ungen
spekula i bleiben ode höchs ens eine gewisse Plausibili ä beansp u-
chen dü en. So is die Ve mu ung nich abwegig, daß die be u enen
Wissenscha le als Mi gliede eine geschlossenen Bezugsg uppe einem
gewissen Kon o mi ä sd uck ausgese z wa en7. E kann dazu ge üh
haben, daß bei dem so kon o e sen Gegens and de quali izie en Mi -
bes immung kein Minde hei s o um ü die Ausdehnung de pa i ä i-
schen Mi bes immung zus andegekommen is 8. Übe haup sind die Emp-
ehlungen de Kommission nich nu da au hin zu übe p ü en, ob sie
mi dem E ah ungs eil (Teil III) des Be ich s und den o geschal e en
G undlagen de Emp ehlungen (Teil IV) kompa ibel sind, sonde n ob
nich auße halb des Deduk ionszusammenhangs adi ionalis ische ode
e o me ische Ein lüsse wi ksam wu den ode A ini ä en zu be ei s
6 Ein Leh beispiel ü einen solchen poli isie enden und dogma isie enden In-
duk i ismus lie e Ludwig Mülle : Zum Biedenkop -„Gu ach en" übe Mi bes im-
mung. Ma xis ische Blä e , 8. Jg., Mai/Juni 1970, S. 47 .
7 Diese Ve mu ung b auch nich die Fes s ellung eines on den Gewe kscha en
en sand en „s ändigen Be a e s", O o Kunze, zu wide sp echen, „daß sich nach
meine Kenn nis de Pe sönlichkei en und meinen Beobach ungen alle Kommissions-
mi gliede um äuße s e Objek i i ä , insbesonde e bei de E o schung de Ta sachen,
bemüh haben. Wenn das eine Bes ä igung beda , so du ch meinen Eind uck, daß
meh ode minde alle He en mi ande en Vo s ellungen an die A bei he ange-
gangen sind, als sie nunmeh dem Be ich zug unde liegen." — Ande e sei s is die
eilweise Ausschließung de „s ändigen Be a e " on den Be a ungen de Kommission
auch noch keine Ve i ika ion ü die Kon o mi ä sd uckhypo hese. O o Kunze: Die
Regie ungskommission — En s ehung, Au ag, A bei sweise. Das Mi bes immungs-
gesp äch, 4/1970, S. 73. — Zu U eilsbildung de Kommission gl. e ne die
Aus üh ungen des Kommissionsmi gliedes Ku Balle s ed : Le nen is keine Schande
(ZEIT, 5. Juni 1970). — Fe ne : Haimo Geo ge: Mi bes immung nach Biedenkop
(Dialog, 1. Mä z 1970).
8 In dem Be ich de Kommission wi d an zwei S ellen deu lich, daß eine Minde -
hei übe haup in E scheinung ge e en i6 . Nach Ansich de Meh hei de Kommis-
sion soll de Vo s and ein Vo schlags edi ü die Bese zung des Au sich s a s e -
hal en, und nach Ansich de übe wiegenden Meh hei de Kommission wi d du ch
dieses Vo schlags ech die Kon oll unk ion des Au sich s a s nich ge äh de . Und:
„Die Kommission ha sich mi Ausnahme eines Mi gliedes da ü en schieden, bei
ih en Vo schlägen zu Ausges al ung de Mi bes immung de A bei nehme im Un-
e nehmen om Sys em he au dem Gesellscha s ech und dem Be iebs e as-
sungsgese z au zubauen." Vgl. Bundes agsd ucksache VI/334, S. 69, 104. — Ein
eigen liches Minde hei s o um is an keine S elle zus andegekommen,
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40 Be ich e
bekann en Mi bes immungsmodellen nachzuweisen sind9. Auße dem
kann ein poli ische Ges al ungswille de Kommission ode einzelne
Mi gliede de Kommission ü den Inhal de Emp ehlungen eine
Rolle gespiel haben, was dahin üh en könn e, daß ein sich abzeich-
nende poli ische Komp omiß an izipie wu de10. Hie ü sp ich
z.B., daß die Kommission ih en on de Bundes egie ung e eil en
Au ag seh wei ausgeleg und sich nich e wa au die Auswe ung de
bishe igen E ah ungen mi de Mi bes immung besch änk ha 11.
Wei e hin wä e zu un e suchen, nach welchen Gesich spunk en Aus-
wahl und Zusammense zung de Kommission ons a en ging. Hie bei
könn e de poli ische P opo z eine Rolle gespiel haben. Auße dem in-
e essie , wie die Eins ellung de Kommissionsmi gliede o ih e
Be u ung zu Auswei ung de be ieblichen Mi bes immung wa 12 und
ob alle ü den P oblembe eich de be ieblichen Mi bes immung ele-
an en wissenscha lichen Disziplinen in den Pe sonen de Kommis-
sionsmi gliede be ücksich ig wu den. De hohe Komplexi ä sg ad des
P oblems de be ieblichen Mi bes immung e o de e eine in e diszi-
plinä e Zusammense zung de Kommission. Haup sächlich e e en
wa en abe nu Rech swissenscha le und Wi scha swissenscha le .
Sozialwissenscha liche Disziplinen, e wa Indus ie- und O ganisa ions-
soziologie, sind nich hin eichend be ücksich ig wo den, was Inhal
und Duk us des Be ich s denn auch wide spiegeln. Die übe wiegend
9 Hie is besonde s au die S udie des Ra es de EKD hinzuweisen [Ra de
E angelischen Ki che in Deu schland (H sg.): Soziale hische E wägungen zu Mi be-
s immung in de Wi scha de Bundes epublik Deu schland. Eine S udie de Kam-
me ü soziale O dnung. Hambu g 1968], in de sich die Kamme ü soziale O d-
nung nich übe die pa i ä ische Bese zung des Au sich s a s einigen konn e. — Auch
das on Ka l-Heinz Sohn (Gegen den o alen Kon lik . De Volkswi , N . 35 .
30. Aug. 1968, S. 24) o ge agene Au sidi s a s-Modell bleib knapp un e de Pa i-
ä . — Vgl. zu A lini ä s hese mi de EKD-S udie Gün he Windschild: E ah un-
gen eigenwillig ausgewe e . Soziale O dnung, N . 3 . 31. Mä z 1970, S. 13.
10 Dami sind in einem demok a isch-pa lamen a ischen Sys em die Kompe en-
zen eines Sach e s ändigeng emiums übe sch i en. Dies gil nich nu ü die Mi -
bes immungskommission, sonde n auch ü eine Reihe ande e Sach e s ändigen-
g emien, die im Be eich on Regie ung und Ve wal ung ins allie sind. Vgl. hie zu
auch Elma Pie o h: Keine Al e na i e ü Pa i ä in den Be ieben. Soziale O d-
nung, N . 3 . 31. Mä z 1970, S. 5.
11 In dem Beschluß de Bundes egie ung . 8. No . 1967 wa on de Bildung
eine Sach e s ändigenkommission „zu Auswe ung de bishe igen E ah ungen mi
de Mi bes immung als G undlage wei e e Übe legungen" die Rede.
12 In de F ank u e Allgemeinen Zei ung . 1. Dez. 1967 hieß es hie zu: „Mi
de Be u ung de neun Wissenscha le is das poli ische Tauziehen um die Mi be-
s immungskommission beende . Nich alle u sp ünglich on Ka ze benann en Pe -
sönlichkei en sind be u en wo den. Gegen einige de Wissenscha le sind Bedenken
gel end gemach wo den, weil sie als einsei ige Be ü wo e eine Auswei ung de
Mi bes immung gal en. Ande e Pe sönlichkei en haben on sich aus die Mi a bei
in de Kommission abgelehn . Als en schiedene Be ü wo e de Mi bes immung
sind wohl nu noch die P o esso en Balle s ed und K elle anzusehen. Insgesam
schein die Kommission annähe nd ausgewogen bese z zu sein."
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Be ich e 41
ju is ische Dik ion des Be ich s zeug da on, daß nich einmal die Wi -
scha swissenscha le die Gesam konzep ion maßgeblich beein luß
haben13.
Auße dem wä e de Ein luß de gleichzei ig e nann en s ändigen Be-
a e de Kommission zu un e suchen. Sie wu den on den A bei -
gebe e bänden und den Gewe kscha en en sand . Sie nahmen on
den insgesam 19 A bei ssi zungen nu an 14 Si zungen eil. Auße dem
ag en jeweils einen Tag o den gemeinsamen A bei ssi zungen die
Kommissionsmi gliede un e sich. Die s ändigen Be a e e hiel en e s
im He bs 1969 Einblick in die P o okolle de Klausu agungen. Insge-
sam gesehen bes and ein e hebliches In o ma ionsge älle zwischen de
Kommission und den s ändigen Be a e n14. In dem Be ich sind die
abweichenden S ellungnahmen de s ändigen Be a e , ge enn nach
A bei gebe - und A bei nehme e e e , im Anhang abged uck . Nich
un e schä z we den soll e schließlich die Rolle de wissenscha lichen
Mi a bei e de Kommission, übe die in de Ö en lichkei abe noch
nich s bekann wu de.
Zwei ellos ging auch ein Ein luß au A bei ss il und A bei sweise
on de Poli ik aus. Hie bei is besonde s an den Nü nbe ge Pa ei ag
de SPD im Jah e 1968 zu denken, au dem den zus ändigen Pa ei-
g emien de konk e e Au ag zu Ausa bei ung on Gese zesen wü en
zu Mi bes immung e eil wu de, und na ü lich an die Bundes ags-
wahlen im He bs 1969. Das Konzep des Mi bes immungsbe ich s
schein in den Mona en Mä z bis Sep embe 1969 en s anden zu sein,
in die die meis en Klausu agungen ielen. Ge ade in diese Zei
konn e de s ell e e ende Vo si zende de Kommission, Ku Balle -
s ed , de als Be ü wo e de Auswei ung de Mi bes immung gal ,
wegen K ankhei nich eilnehmen15. Mögliche weise is dies und de
poli ische D uck on außen ü die Willensbildung de Kommission
und die Ve abschiedung des Konzep s des Be ich s on Bedeu ung ge-
wesen. Beides kann zu eine Ve s ä kung des Kon o mi ä sd ucks ge-
üh haben. — Diese Beme kungen mögen die Um isse eine e ie -
13 Die un e häl nismäßig b ei en Aus üh ungen zum Ein luß de Mi bes immung
au die Ta i au onomie scheinen au die ju is ischen A bei en des Vo si zenden de
Kommission zu ückzugehen. Vgl. Mi bes immungs ech , S. 93 . — Ku H. Bieden-
kop : G enzen de Ta i au onomie. Ka ls uhe 1964.
14 In den gemeinsamen Si zungen ungie e de Vo si zende de Kommission als
Be ich e s a e . Im Somme 1969 kam es zwischen de Kommission und den s än-
digen Be a e n au g und on Indisk e ionen, die man aus dem K eise de s ändigen
Be a e e mu e e, zu eine Ve auensk ise. Sie wu de schließlich jedoch übe -
wunden.
15 Nach den Aus üh ungen on Ku Balle s ed (Le nen is keine Schande.
ZEIT, 5. Juni 1970) is abe kaum anzunehmen, daß de Mi bes immungsbe ich
ande s ausge allen ode ein abweichendes Minde hei s o um zus andegekommen
wä e.
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42 Be ich e
en wissenssoziologischen Analyse anzeigen. Wei e e wissenssoziolo-
gische Eins iege sind jeweils bei den De ails o zunehmen.
III. Zu Lüdkenanalyse
Schon im Ti el des Be ich s wi d on de Auswe ung de „bishe i-
gen E ah ungen bei de Mi bes immung" gesp ochen. Dies läß au
eine um assende E hebung schließen. Es übe asch dahe , daß die
Kommission da au e zich e ha , die E gebnisse o liegende wi -
scha ssoziologische E hebungen he anzuziehen und mi den E geb-
nissen de eigenen empi ischen Reche chen zu kon on ie en16. Die
Kommission häl aus „manche lei G ünden" (welche das sind, wi d,
abgesehen on dem Hinweis, daß sich konk e e Einzele ah ungen nich
zu Ve allgemeine ung eignen, nich gesag ) die aus de Li e a u zu
gewinnende Ausbeu e an wissenscha lich e we ba en E ah ungs a -
sachen ü e gleichsweise bescheiden. Sie eiche keines alls dazu aus,
eine hin eichend b ei e empi ische G undlage zu e a bei en17. Die E -
gebnisse diese E hebungen we den als bekann o ausgese z , abe im
wei e en Ve lau des Be ich s in keine Weise be ücksich ig . Such
man hie ü auße halb des Deduk ionszusammenhangs nach eine E -
klä ung, so mag diese Un e lassung au das Fehlen des sozialwissen-
scha lichen Elemen s in de Kommission zu ückzu üh en sein. Im
üb igen s ellen die Sach e s ändigen zum empi ischen Gehal de bis-
he igen Un e suchungen im S ile ma xis isch ge ä b e Wissenssozio-
16 Aus de um ang eichen Li e a u seien als die wich igs en ange üh : O o Neu-
loh: Die deu sche Be iebs e assung und ih e Sozial o men bis zu Mi bes immung.
Tübingen 1956. — O o Neuloh: De neue Be iebss il. Tübingen 1960. — O o
Blume: Zwischenbilanz de Mi bes immung. Das Mi bes immungsgesp äch, 4/5, 1961.
E ich Po ho , O o Blume, Helmu Du e nell: Zwischenbilanz de Mi bes im-
mung. Tübingen 1962. — F i z Voig : Die Mi bes immung de A bei nehme in
den Un e nehmungen. Eine Analyse de Einwi kungen de Mi bes immung in de
Bundes epublik Deu schland au die Un e nehmens üh ung. In: Wal e Weddigen
(H sg.): Zu Theo ie und P axis de Mi bes immung. Be lin 1962. — O o Blume:
No men und Wi klichkei eine Be iebs e assung. Tübingen 1964. — Ral Dah en-
do : Das Mi bes immungsp oblem in de deu schen Sozial o schung. München 1965. —
Yiggo G a Blüche (EMNID-Ins i u e GmbH): In eg a ion und Mi bes immung.
Haup e gebnisse eine Un e suchungs eihe zum Thema „Wi ksamkei de e wei e -
en Mi bes immung au die A bei nehme ". Sennes ad 1966. — Zu K i ik diese
Un e suchung gl. Ka l-Heinz Dieke sho und Gundol Kliem : Ideologische Funk-
ionen demoskopische E hebungen. K i ische Beme kungen zu eine Um age de
EMNID-Ins i u e. Kölne Zei sch i ü Soziologie und Sozial o schung 1968, S. 62 .
— Ins i u ü Selbs hil e und Sozial o schung e. V. (H sg.): Eins ellung de A bei -
nehme zu Mi bes immung in G oßbe ieben des O ganisa ionsbe eichs de IG
Chemie-Papie -Ke amik. Köln 1966. — Ins i u ü Sozial o schung und Gesellscha s-
poli ik e. V. ( ühe : Ins i u ü Selbs hil e und Sozial o schung) (H sg.): Leis ungs-
s eige ung du ch besse es Zusammenwi ken on A bei gebe n und A bei nehme n
im Be ieb. Köln Feb ua 1970. Bea bei e : Ka l-Heinz Dieke sho .
17 Mi bes immungsbe ich , S. 17.
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Be ich e 43
logie pauschal es , daß im Kamp um eine gesellscha spoli ische Neu-
ges al ung allzu leich das aus p ak ischen Einsich en gewonnene Wis-
sen eine unau lösliche Ve bindung mi p inzipiellen Anschauungen
eingehe.
Die Kommission schein sich in de Rolle eines Obe gu ach e s on
echnok a isch-pla onische Quali ä zu sehen, was z. B. da an deu lich
wi d, daß die Einsich de Kommission ü schwe wiegende Schluß ol-
ge ungen he hal en muß18. Kein Wunde , daß de maßgebliche Mi e -
asse , Ku H. Biedenkop , nach dem E scheinen des Be ich s on dem
Beg ündungszwang sp ich , de ü alle diejenigen gel e, die on den
Emp ehlungen de Sach e s ändigen abweichen woll en19.
Da die Kommission die No wendigkei eine b ei en empi ischen
G undlage be on , hä e es nahegelegen, übe die Gewinnung und die
S uk u diese empi ischen G undlage Aus üh ungen zu machen. Abe
Fo m und Inhal wede de Anhö ungen noch de sch i lichen Be a-
gung sind un e me hodischen Gesich spunk en e läu e 20. Dies mag
auch übe lüssig sein, da die Kommission selbs be on , daß es z. B. bei
den Anhö ungen nich um eine Rep äsen a i be agung im s engen
Sinne des Wo es ging21.
Imme hin sind 55 Funk ions äge de be ieblichen Mi bes immung
in sog. Tie enin e iews ein bis zweieinhalb S unden be ag wo den.
Als In e iewe lei aden dien e de F agebogen de sch i lichen Um-
age. Die Kommission ha e allen P obanden ü ih e Auskün e
s engs e Anonymi ä zugesiche . Bei de mündlichen Be agung wa en
z. B. die on den A bei gebe n und A bei nehme n en sand en Sach e -
s ändigen nich zugegen. Es is zu e mu en, daß du ch diese zwei ellos
un e meidlichen Vo keh ungen zu Einhal ung de Disk e ion die
18 Vgl. Mi bes imiTiungsbe ich , S. 12, 61.
19 Ku H. Biedenkop : En scheidungshil e ü Poli ike . F ank u e Allgemeine
Zei ung, N . 86 . 14. Ap il 1970, S. 13. — Wie un e wissenscha s heo e ischen
Aspek en de Ansp uch eines solchen Sys ems on Emp ehlungen zu beu eilen is ,
wi d sich im Ve lau e dieses Bei ags noch zeigen. — Un e wissenssoziologischen
Aspek en sei in diesem Zusammenhang Ka l Mannheim (Wissenssoziologie. Be lin
u. Neuwied 1964. S. 426) zi ie : „De Konse a i e denk sys ema isch nu dann,
wenn e eak i wi d, sei es, daß e gezwungen wi d, gegen das p og essi e Sys em
ein Gegensys em au zus ellen, sei es, daß e du ch das Fo sch ei en des P ozesses
om Gegenwa szus and abgegli en is und ak i eing ei en muß, um den Geschich s-
p ozeß ückläu ig zu machen."
20 Zu E läu e ung de Anhö ungen und de sch i lichen Um age we den eine
Reihe s a is ische Angaben gemach . Vgl. hie zu insbes. S. 9 . des Mi bes immungs-
be ich s und die Ve weisungen au den Anhang des Mi bes immungsbe ich s. — Zu
K i ik an dem F agebogen de sch i lichen Um age gl. Do o hea B inkmann-He z,
Rol P im, Pe e Rölke: Bedeu ung und A bei de Mi bes immungskommission.
K i ische Anme kungen. Die Neue O dnung, He 6, 1969, S. 442 . — Fe ne :
Haimo Geo ge: Mi bes immung nach Biedenkop . Dialog . 1. Mä z 1970, S. 16.
21 Mi bes immungsbe ich , S. 30.
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44 Be idi e
la en o handenen Bezugsg uppen o s ellungen e s ech i ulen
gewo den sind22. Fü den Inhal des Be ich s noch iel olgenschwe e
dü e die Homogeni ä de Mi bes immungskommission gewesen sein.
Homogeni ä de In e iewe g uppe wi d im Sch i um zu den me ho-
dischen F agen de empi ischen Sozial o schung als besonde s geeigne
angesehen, Ve ze ungen des Be agungse gebnisses he o zu u en.
Insgesam gesehen, kann den empi ischen E hebungen de Kommission
nach den me hodologischen An o de ungen de empi ischen Sozial-
o schung nich de Cha ak e eines Beweismi els zue kann we den.
De We de E hebungen de Kommission schein ielmeh da in zu
liegen, daß insbesonde e die „Tie enin e iews" zu Findung on
Hypo hesen geeigne wa en. Sie sind spä e eilweise zu Fo mulie ung
on Zusammenhängen zwischen den Modell o s ellungen de Kommis-
sion und den wi klichen Sach e hal en he angezogen wo den. Un e
diesen me hodologischen Aspek en muß man die E gebnisse des empi-
isch-analy ischen Teils des Be ich s und na ü lich auch die empi ische
Absiche ung de Emp ehlungen de Kommission beu eilen.
Die Kommission ha den seh age o mulie en Regie ungsau ag,
„die bishe igen E äh ungen mi de Mi bes immung als G undlage
wei e e Übe legungen auszuwe en" auße o den lich poli isch in e -
p e ie . Sie ha sich wenige als ein au Ta bes andsanalyse beg enz-
es, wissenscha liches G emium e s anden, sonde n sich in de Rolle
e wa eines Pa lamen sausschusses mi Hea ingsbe ugnis gesehen23. Ob
ge ade dieses Rollen e s ändnis Tempe amen und Cha ak e alle
Kommissionsmi gliede en sp ochen ha , is unwah scheinlich. Ve mu -
lich ha sich hie das poli ische Engagemen des Vo si zenden de Kom-
mission du chgese z 24.
Hinsich lich ih e Auswe ungsk i e ien bezeichne die Komission
als Zweck des Be ich s, „diejenigen Angaben und Gesich spunk e da -
zus ellen, die de Kommission in den Anhö ungen o ge agen wu den
und die sie ü ele an häl , sei es, weil sie die Bedeu ung bes imm e
22 Mögliche weise gib de noch auss ehende 2. Band, de on den wissenscha -
lichen Mi a bei e n de Mi bes immungskommission he ausgegeben wi d, einige Au -
schlüsse übe die Me hode. De e wa 30 Sei en um assende F agebogen wa so
komplizie , daß e in de Regel on dem Ad essa en allein nich ausge üll we den
konn e. De Kommission is denn auch bekann gewo den, daß sich in meh e en
Fällen Vo s and, Au sich s a und Be iebs a bei de Aus üllung abges imm und
konsul ie haben. — Die Schwie igkei en de Auswe ung we den eilweise im Ta-
bellen eil des Be ich s deu lich. Vgl. hie zu Geo ge: a.a.O., S. 16.
23 Die s ändigen Be a e ha en de Kommission abge a en, Emp ehlungen zu
o mulie en.
24 Wäh end de Daue de A bei de Kommission ha e Ku H. Biedenkop
übe haup eine g oße poli ische Ak i i ä en wickel . So g i e ene gisch die Hoch-
schulpoli ik des Landes No d hein-Wes alen an, äuße e sich k i isch zu Ve as-
sungsmäßigkei de Konze ie en Ak ion und e e ie e o dem Wi scha s a de
CDU übe die P oblema ik de be ieblichen Mi bes immung.
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Be ich e 51
e häl das A ibu „wi scha liche Zweck a ionali ä "47. Die an wi -
scha liche Zweck a ionali ä o ien ie e un e nehme ische Planung,
d.h. die Fes legung de wi scha lichen Ziele selbs , is kons i u i 47
und dami de ins i u ionellen Mi bes immung a p io i en zogen. Zu
Rech e igung diese G unden scheidung de Kommission wi d die in
diesem Zusammenhang agwü dige beg i liche T ennung on „Un e -
nehmen" und „Be ieb" einge üh . Die O ganisa ionen „Un e neh-
men" und „Be ieb" dienen un e schiedlichen Zwecken, denen angeb-
lich un e schiedliche O ganisa ions o men und dami auch un e schied-
liche, den unk ionellen Di e enzen adäqua e Fo men de Leis ungs-
und O ganisa ionsgewal , en sp echen48. „Das Un e nehmen is de O
de un e nehme ischen Planung und dami de T äge un e nehme i-
sche Au onomie47." Dem Be ieb ehl dagegen die Au onomie. „So-
wei im Be ieb selbs Planungsen scheidungen ge o en we den, ge-
schieh dies nich in Ausübung au onome Planungskompe enz, sonde n
im Rahmen eines E messens, das den be ieblichen O ganen du ch den
un e nehme ischen Plan einge äum wi d, an dessen Ve wi klichung
de Be ieb mi wi k 47."
Daß diese s ik e T ennung zwischen Un e nehmen und Be ieb be-
g i lich zwa möglich, abe empi isch nich du chzuhal en is , schein
auch die Kommission zu spü en. Sie will nämlich mi diese Un e schei-
dung nich sagen, „daß die Teilnähme de A bei nehme an de Aus-
übung de be ieblichen Lei ungs- und O ganisa ionskompe enz unab-
hängig oneinande ausges al e we den könn e. Eine solche Annahme
wü de nach Ansich de Kommission den unk ionellen, du ch das Un-
e nehmen als Zweck e band beg ünde en Zusammenhang beide Kom-
pe enzen igno ie en und dami de Sachgese zlichkei des Un e neh-
mens wide sp echen48." Dennoch muß das Beg i spaa ü schwe -
wiegende Konsequenzen he hal en: „Da aus olg ü die Zwecke eine
ins i u ionellen Mi bes immmung ein quali a i e Un e schied zwischen
be iebs- und un e nehmensbezogene Mi bes immung de A bei neh-
me . Diese quali a i e Un e schied is de G und da ü , daß das P o-
blem de un e nehmensbezogenen Mi bes immung nich du ch eine
Auswei ung de be iebsbezogenen Mi bes immung gelös we den kann.
Ebenso wie sich die be iebliche und die un e nehme ische O ganisa-
ion» und Lei ungsgewal un e scheiden, müssen sich auch die Fo men
eine ins i u ionellen Teilnahme de A bei nehme an diese O gani-
sa ions- und Lei ungsgewal quali a i un e scheiden, wenn sie dem
Cha ak e de jeweiligen Funk ion zu e end Rechnung agen
sollen49."
47 Vgl. Mi bes immungsbe ich , S. 60.
48 Mi bes immungsbe ich , S. 61.
49 Mi bes immungsbe ich , S. 61.
4*
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52 Be ich e
Das in dem ganzen Be ich s a k s apazie e Sp achsymbol „Funk-
ion" ha hie wie bei ande en Zusammenhängen o enba eine „ideo-
logische Funk ion". De E messensspiel aum ü die Ausübung des
Ve ügungs ech s übe die A bei sk a is nach Meinung de Kommis-
sion du ch die „Na u de Sache" beg enz 50. Mi dem Hinweis da au ,
daß die Be ei scha de Un e nehmenslei ung zu koope a i en Hand-
habung des A bei s e häl nisses mi A bei sk ä emangel zu-, mi
A bei slosigkei abe abnimm 50, e kenn die Kommission implizi e an,
daß diese E messensspiel aum schwie ig zu beg enzen is . Sie sieh die
G enze in de sog. „F emdbes imm hei " de konk e en A bei s-
leis ung. Akzep ie man einmal diese Aussage, so läß sie sich ielleich
als A gumen gegen die sog. „Mi bes immung am A bei spla z" e -
wenden, abe keines alls als A gumen gegen Mi bes immung bei den
g undsä zlichen F agen de Disposi ionsbe ugnis de Un e nehmens-
lei ung.
In de A gumen a ion de Kommission läß sich unschwe ein na u a-
lis ische Fehlschluß en decken: Nimm man einmal an, de beg i -
lichen T ennung on „Un e nehmen" und „Be ieb" en sp eche die a -
sächliche empi ische S uk u de Einzelwi scha en, und nimm man
einmal an, das Un e nehmen sei a sächlich de T äge un e nehme i-
sche Au onomie, dann läß sich da aus nich eo ipso schließen, daß dies
kün ig so bleiben müsse. Diese Schluß wä e nu dann zulässig, wenn
eine zusä zliche no ma i e P ämisse einge üh wü de. Diese no ma i e
P ämisse e b äm die Kommission mi den olgenden Aus üh ungen:
Obgleich die Emp ehlungen de Kommission om inne en Zusammen-
hang be iebliche und un e nehmensbezogene Mi bes immung aus-
gingen, be uh en sie abe zugleich au de Einsich , „daß die be ieb-
liche Mi bes immung zwa das be iebliche Di ek ions- und Weisungs-
ech , nich abe die Ausübung un e nehme ische Kompe enz und da-
mi die Inansp uchnahme de Au onomie des Un e nehmens e eichen
kann. Die un e nehme ische Mi bes immung is ih em Ausgangspunk ,
ih em Gegens and, ih em Ad essa en und dami auch ih e no ma i en
Quali ä nach on de be ieblichen Mi bes immung e schieden51." Die
inhal lich nich nähe bes imm e Funk ions ähigkei muß auch bei de
konk e en Ausges al ung de Mi bes immung he hal en: „Die Ausge-
s al ung de Mi bes immung da den Leis ungs- und O ganisa ions-
p ozeß im Un e nehmen nich in seine Funk ions ähigkei beein äch-
igen und muß in ech liche Hinsich de p i a ech lichen G undlage
des Un e nehmens, insbesonde e de Rech ss ellung de An eilseigne
Rechnung agen52."
50 Vgl. Mi bes immungsbe ich , S. 62.
51 Mi bes immungsbe ich , S. 61.
52 Mi bes immungsbe ich , S. 70.
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Be ich e 53
Die on de Kommission ü sich beansp uch e Einsich und das, was
sie als No wendigkei hins ell , en sp ich genau dem, was Max Webe
als T adi ionalismus bezeichne : das Fes hal en am Al he geb ach en,
die Ablehnung gegenübe jedem Re o mismus und gegenübe jedem
gewoll en Neue ungss eben53. Du ch die O ganisa ion „Un e nehmen"
sollen übe kommene He scha ss uk u en und das diese S uk u en
um assende Gesellscha s- und Wi scha ssys em möglichs un e än-
de e hal en we den54. De Appell an P inzipien, in diesem Fall an
die zum P inzip e hobene Funk ions ähigkei und an die Rech ss ellung
de An eilseigne , soll die no wendige Legi ima ionsg undlage scha en.
Die au onome un e nehme ische Planung s ell die Summe a ionale
Regeln da , die aus diese Legi ima ionsbasis abgelei e we den. De
Ansp uch au Be olgung diese Regeln is au de S u e de Planung
en pe sonalisie ; die zen ale Au o i ä de O ganisa ion „Un e neh-
men" wi d hie wenige du ch Pe sonen als du ch den Plan selbs
e kö pe .
Mi de gleichen desk ip i -no ma i en Doppeldeu igkei beg ünde
die Kommission „un e Be ücksich igung de aus den Sachgese zlich-
kei en des Un e nehmens und des Ma k es esul ie enden Bedingun-
gen"55 ih e einzelnen Emp ehlungen. Sie häl zwa ein D i el de Si ze
des Au sich s a s zu Bese zung du ch A bei nehme e e e ü zu
ge ing, die pa i ä ische Bese zung abe nich ü zweckmäßig. Dami
nach de o geschlagenen Regelung e ah en we den kann, wi d
auße dem ein komplizie es Sys em de Zusammena bei en wickel .
Es läu insgesam gesehen au eine g öße e, obgleich nich hin eichende
demok a ische Legi imie ung on Vo s and und Au sich s a hinaus.
Alles das is abe wei gehend, wenn auch un ollkommen, P axis de
pa i ä ischen Mi bes immung, wie sie aus de Mon anindus ie bekann
is und wie sie die Kommission eilweise selbs bes ä ig ha . Es s ell
sich die F age, weshalb die Kommission zwa die Wi kungen de pa i-
ä ischen Mi bes immung du ch komplizie e Regeln e eichen, abe
die Pa i ä nich ein üh en will. Hie ü ehl eine übe zeugende E -
klä ung. Zu Ablehnung des Pa i ä sp inzips üh die Kommission nu
aus, sie habe sich nich da on übe zeugen können, daß das Pa i ä s-
p inzip im Sinne eine Gleichbe ech igung on Kapi al und A bei eine
allgemeine sachge ech e Rich linie ü die Bean wo ung de mi de
Mi bes immung de A bei nehme im Au sich s a ges ell en gesell-
53 Vgl. Ka l Mannheim: Wissenssoziologie. Be lin u. Neuwied 1964. S. 412. —
Webe : a.a.O., S. 19, 611.
54 Ha mann (a.a.O., S. 90) mu e es „ge adezu schizoph en an, daß die Kommis-
sion on eine Au onomie de Geschä slei ung ausgeh und an ih es häl und da-
bei doch gleichzei ig das Mi bes immungssys em bes ä ig und soga im Ansa z aus-
wei e ".
55 Mi bes immungsbe ich , S. 96.
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54 Be ich e
scha s- und un e nehmens ech lichen F agen sein könne56. Im Au -
sich s a komme es nich au eine Neu alisie ung, sonde n au ein
lüssiges Zusammenspiel un e de Maxime des E olges an. —
Dami sind wi wiede am Ausgangspunk dieses au wendig kon-
s uie en Zi kels angelang 57. Denn was als E olg anzusehen is , da -
übe ha die Kommission an meh e en S ellen des Be ich s keinen
Zwei el gelassen: die E wi scha ung eine möglichs hohen Rendi e
au das in es ie e Kapi al. — Ge ade das lüssige Zusammenspiel un-
e de Maxime des auch on den A bei nehme n e mein lich akzep-
ie en Ren abili ä sp inzip ha e die Kommission in dem empi ischen
Teil des Be ich s abe ausd ücklich bes ä ig . In den pa i ä isch bese z-
en Au sich s ä en wa es nach den Reche chen de Kommission wede
zu Neu alisie ung, noch zu eine ins i u ionalisie en Kon lik aus-
agung gekommen, die s a egische Un e nehmensen scheidungen be-
ein äch ig ode wesen lich e zöge hä en.
Wenn es nich empi ische E ah ungs a sachen sind, die gegen die
Pa i ä sp echen, wa es dann ein poli ische Konse a ismus, de die
Kommission zu Ablehnung de Pa i ä e anlaß e? Doch selbs un e
dem Aspek eines poli ischen Konse a ismus könn en ins i u ionelle
Regelungen, die sich im Lich e de bishe igen E ah ungen bewäh
haben, du chaus au ande e Be eiche ausgedehn we den. Ka l Mann-
heim besch änk den poli ischen Konse a ismus in Abg enzung zum
T adi ionalismus keineswegs au „bloß o mal- eak i es Handeln", son-
de n besch eib ausd ücklich einen konse a i en Re o mismus, de in
de E se zung und Ve besse ung on Einzel a sachen du ch ande e Ein-
zel a sachen bes eh 58. Mögliche weise ha die Kommission bewuß ode
unbewuß die E ah ungen mi de pa i ä ischen Mi bes immung doch
nich so güns ig bewe e , wie de E ah ungs eil des Be ich s den An-
schein e weck . Häl man sich dagegen am Wo lau dieses Teiles des
Be ich s, dann be uh die Ablehnung des Pa i ä sp inzips au Sei en
de Kommission au dem a alen P inzip de Inkonsequenz.
An diese S elle des Be ich s begeh die Kommission noch eine an-
de e, ü den oben angedeu e en e wei e en E olgsbeg i eilich
glückliche Inkonsequenz. Sie e wende nämlich das Sp achsymbol „E -
olg", sp ach heo e isch ko ek in An üh ungszeichen gese z , noch
zu Bezeichnung eines ande en Beg i es: die Wah ung de sozialen
Gesich spunk e gehö e selbs e s ändlich mi zum „E olg"59. Dami
nähe sich die Kommission dem an ühe e S elle skizzie en um as-
56 Mi bes immungsbe ich , S. 101 .
57 Ha mann
(a.a.O., S. 89) sp ich on den „Logeleien" de Kommission.
58
Mannheim:
a.a.O., S. 413, 426.
59 Mi bes immungsbe ich , S. 101.
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Be ich e 55
sende en E olgsbeg i , de nich au o male Ra ionali ä , sonde n
au ma e iale Ra ionali ä im Sinne Max Webe s ge ich e is . Sie ha
ihn abe nich konsequen angewand , weil sie sich kaum bemüh ha ,
ih e Analyse und ih en Emp ehlungen die di e gie enden gesell-
scha spoli ischen Vo s ellungen zug unde zu legen. Diese Un e lassung
begüns ig e ein P oblemlösungs e hal en, das man als dogma isch be-
zeichnen kann. Dabei schein die Kommission on einem „In eg a ions-
dogma" ausgegangen zu sein. Was in de poli ischen Soziologie bei de
Analyse poli ische He scha on einigen Au o en kons a ie wi d,
läß sich in diesem Zusammenhang eilweise au die He scha im Un-
e nehmen übe agen60: Die F age nach de konk e en Ve eilung on
Ein lußmöglichkei en wi d inne halb des ins i u ionellen Bezugs ah-
mens Un e nehmen nach dem K i e ium e olg eiche In eg a ions-
leis ungen bean wo e . Die he schende G uppe muß diejenige sein,
die diese In eg a ion am bes en gewäh leis e . Nach de Vo s ellung
de Kommission is das in eg ie ende P inzip die Ren abili ä des Un-
e nehmens, und we sie am zu e lässigs en ga an ie , muß den g ö-
ße en He scha san eil besi zen. He scha e schein dami nich
meh als P i ileg diese G uppe, sonde n als unk ional e o de lich,
um das Sys em zu e hal en. — Von diesem Ansa z he kann man mi
Heinz Ha mann au die F age, wa um die Kommission o z ih e
ielen posi i en U eile übe die pa i ä ische Mi bes immung sich ge-
gen de en Übe agung au Be eiche auße halb de Mon anindus ie
ausgesp ochen habe, die An wo de Kommission ablei en, „daß die-
jenige Pa ei im Un e nehmen, die endenziell das Ren abili ä sp in-
zip am s ä ks en s ü ze, in ih em S imman eil zumindes en um ein Ge-
inges be o zug we den soll e"61.
Nich das poli ische Engagemen des Vo si zenden de Kommission
und auch nich de Inhal de gesellscha spoli ischen Vo s ellungen
de Kommmission insgesam wa de haup sächliche Gegens and diese
k i ischen Analyse, sonde n ih e ideologische Ve hüllung hin e Voka-
beln wie Sachge ech igkei , Funk ions ähigkei usw. und hin e eine
legi imis ischen Ideologie, in olge de e — wie Julius K a in Anleh-
nung an Eugen Eh lich beme k — die Ju is en sei jehe „ iel meh
60 Vgl. Claus O e: Poli ische He scha und Klassens uk u en. Zu Analyse
spä kapi alis ische Gesellscha ssys eme. In: Gisela K ess und Die e Senghaas (H sg.):
Poli ikwissenscha . Eine Ein üh ung in ih e P obleme. F ank u /M. 1969. S. 159. —
Zu ideologischen Ve wendung des In eg a ionsansa zes bei demoskopisdien E he-
bungen gl. Dieke sho und Kliem : a.a.O., S. 66 .
61 Ha mann: a.a.O., S. 91. — Ka l O o Hond ich (Mi bes immung in Eu opa. Köln
1970. S. 110) häl zwa den Ve such de Kommission, aus Elemen en de He -
scha s heo ie und de Un e nehmens heo ie einen Ansa z zu eine Theo ie de
Mi bes immung zu inden, ü den e s en seine A , kons a ie abe im üb igen das
Fehlen eine heo e ischen Pe spek i e in dem Mi bes immungsbe ich ,
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56 Be ich e
eine e hal ende als eine eibende K a gewesen sind"62. Und was
Eugen Eh lich zu ömischen Ju isp udenz gesag ha , läß sich, kaum
a iie , au diesen mi ju is ische Schlagsei e e sehenen Be ich übe -
agen: E gib nu zöge nd, wide willig und mißmu ig den unabweis-
lichen Fo de ungen des Lebens nach und geh nich übe das unbe-
ding No wendige hinaus. Und auch das unbeding No wendige u e
am liebs en e s eck , e kleide das Neue als Al es mi Hil e unmög-
liche Auslegungen, Fik ionen, Kons uk ionen63.
Lo ha Neumann, Köln
62 Julius K a : Vo agen de Rech ssoziologie. Zei sch i ü e gleichende
Rech swissenscha , 45. Bd. (1929/30), S. 40.
63 Vgl. K a : a.a.O., S. 40. — Ha mann (a.a.O., S. 91) k i isie , daß sich die
Kommission ungenügend au geschlossen ü die Wah scheinlichkei gezeig habe,
„daß die on ih übe nommenen Annahmen, die ja doch säm lich soziale Se zungen
da s ellen, on de Gesellscha einem Wandel un e wo en we den könn en".
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