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Die Anfänge der amerikanischen Soziologie

Jogland, Herta H.

Abstract

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Full text

Jogland, He a H. A icle Die An änge de ame ikanischen Soziologie Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Jogland, He a H. (1962) : Die An änge de ame ikanischen Soziologie, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 82, Iss. 4, pp. 407-444, h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290998 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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Jogland - Be lin Die o liegende his o ische Be ach ung de ame ikanischen Sozio- logie soll nich zu de Annahme e lei en, daß es sich au ame ika- nischem Boden um eine de eu opäischen analoge En wicklung handele. Vo nehmlich das Jah hunde des En s ehens de ame ika- nischen Soziologie kann nich , wie ielleich zu e mu en wä e, als eine im eu opäischen Sinne ideen indende Phase e s anden, sonde n muß ielmeh om Blickpunk des ziels ebigen und zweckgebundenen Expe imen ie ens gesehen we den, — als his o isch kaum be- schwe e Ve such, soziologisches Ideengu zu Bewäl igung gesell- scha liche P obleme zu nu zen, die sich in einem öllig neuen Sozial- gebilde e geben. Die Übe nahme soziologische Theo eme aus Eu opa is dabei dominie end, sei es in Fo m on Ideengu , welches Einwan- de e g uppen als in eg ie enden Bes and eil mi b ingen, seien es An- leihen, die sich aus de Aussich au B auchba kei he lei en. Das Momen des Abbildha en gegenübe Eu opa is auch hie nich ge- geben, denn wede die A de sich neu bildenden Sozials uk u noch die sepa a is ischen In en ionen de Einwande e g uppen wie auch de Aspek de B auchba kei be ech igen zu eine solchen An- nahme. Zudem nehmen Ideen, die in eine ande e Umwel e p lanz we den, s e s ein ande es quäle an. Die neue Gesellscha in den Ve einig en S aa en on Ame ika i zwa ideenmäßig das E be de eu opäischen Re olu ion an, da dieses ü die ein bü ge liche Gesellscha die nächs liegende und aussich s eichs e Bezugsebene da s ell , — abe die Auswahl wie auch das wei e e Geschehen inne halb diese neuen Gesellscha zeigen kaum meh Züge, die mi eu opäischen Ve häl nissen e gleichba wä en. So eichen die Fäden de eu opäischen T adi ion zwa hin- übe , doch sie e binden sich in Ame ika zu einem neuen Gewebe. Wäh end sich nämlich in Eu opa de Wandel de Sozials uk u auch * Diese S udie is Teile gebnis eine Fo schungsa bei , welche in dankenswe e Weise du ch ein S ipendium de Deu schen Fo schungsgemeinscha in Ve bindung mi de Fulb igh Commission e möglich wu de. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 24 He a H. Jogland 408 du ch die Re olu ion und ih e Folgen imme noch aus dem his o- ischen Schicksal g oße und ela i einhei liche Volksg uppen he - lei en und e deu lichen läß , inde in Ame ika ein B uch mi diese Ve gangenhei s a , den jede Einwande e neu ollzieh , und de zumindes mi de zwei en Gene a ion als endgül ig be ach e we - den kann. Loslösen on einem g oßen heima lichen Ve band und das Gebo de Neuanpassung sind das Schicksal in einem nun schon übe 200 Jah e wäh enden P ozeß. Und dieses gemeinsame Schicksal bilde bei allen zei lichen und ölkischen Va ian en die neue T adi ion in de we denden Gesellscha de Ve einig en S aa en. Ih e mosaikha e Sozials uk u is übe haup nu on den e schiedena igen und zei lich au einande olgenden G uppen he e klä ba . Da aus läß sich e messen, wie seh das iel di e enzie e e Gebie geis igen Lebens zunächs nu als Plu alismus e scheinen muß, — gleichsam ein we - dendes Gewebe aus iele lei Fäden, aus Übe lie e em e schiedene He kun , aus En liehenem, das umge o m und beim Ges al en des Neuen mi e wende wi d. Wie angesich s eines jeden Plu alismus e gib sich auch hie die F age, ob sich in Fo m on Ve dich ungen g öße e T ends ablesen lassen, ode ob ga die Viel al im Lau e de Zei un e einem neuen Aspek zu eine Ganzhei zusammenwächs , — ein Momen , welches insbesonde e du ch die s a ke P ägek a de neuen Umwel möglich wä e. Im Hinblick au die gesellscha liche S uk u Ame ikas wu de in jüngs e Zei die An wo gegeben, es handele sich um eine „un- e ige Gesellscha ", nachdem Riesmann die Theo ie on de „ein- samen Masse" ge unden ha e. Wie abe e häl es sich au dem Gebie de geis igen Re lek ion, im Be eich de Soziologie? Wi haben zwa das S ichwo „ame ikanische Soziologie", welches au Eigen ümlichkei hinweis , jedoch eichen die Deu ungen on de gemeinhin aus eu opäische Sich gep äg en De ini ion eine egio- nalen Teilen wicklung bis hin zu de wenige in Fachk eisen, um so meh abe in de Ö en lichkei de Ve einig en S aa en e e enen Ansich , die Soziologie sei die „ame ikanische Wissenscha ". Die e schiedena igen U eile lassen indessen Zwei el an de Be ech igung de jeweiligen Deu ungen o en, zumal diesen Thesen die wissen- scha lich e e ba e Beg ündung ehl . Dies is kein Zu all, denn eine de a ige E ö e ung müß e sich au eine eigene Vo geschich e ode besse Geschich e eben diese ame ikanischen Soziologie s ü zen können; die o handene his o ische Li e a u abe e mag ein solches eigenes Geschich sbild nich übe zeugend zu zeichnen. Die his o ische Sich in de soziologischen Li e a u e lie sich imme wiede in einem Plu alismus und wähl o diese ahis o- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 409 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 25 ischen Konsequenz einen Ausweg zu ande en, dem His o ischen nahe- liegenden Gebie en. Von den wich igen Au o en, die sich mi de Geschich e de ame ikanischen Soziologie be assen, kann so gesag we den, daß Roscoe L. Hinkle und Lu he L. Be na d zu Sozial- psychologie endie en, Manuel C. Elme und Albion W. Small Bio- g aphien bie en und And eas Wal he wie auch Floyd N. House ganz unhis o isch o gehen, indem sie einzelne P oblemk eise aneinande - eihen. Die we olle ch onologische A bei in dem We k on Howa d W. Odum bezieh sich wiede um nu au die Zei spanne, zu welche die ame ikanische Soziologie be ei s einen du chaus ins i u ionellen Cha ak e angenommen ha . Die gehal olls en Da s ellungen ü den o liegenden Zusammenhang inden sich zwei ellos bei Lu he L. Be na d, welche als einzige de F ühzei einen b ei e en Raum widme , bei Howa d Becke in seinen e schiedenen Beleuch ungen de his o ischen Pe spek i en und bei Go ied Salomon-Dela ou , de die his o ische Gesam kons ella ion e end skizzie 1. Um diesen An egungen abe nachzugehen, eich die soziologisch-his o ische Li e- a u nich aus; We ke und Quellen übe die in ellek uellen und mo alischen G undlagen Ame ikas müssen e gänzend he angezogen we den. Ein Ve gleich mi de übe aus eichhal igen sons igen Fachli e a u mag den Eind uck e wecken, daß de his o ische Gesich spunk hie bishe e nachlässig wu de. Aus eu opäische Sich kann sich soga leich eine unadäqua e Beu eilung einschleichen, wenn nich die g undsä zlich ande e Posi ion de ame ikanischen Soziologie so g- äl ig beach e wi d. Die ame ikanischen Soziologen sind nich ge- schich s eindlich, wie manchmal behaup e wi d, abe sie sind no - ged ungen wenige geschich sbezogen als ih e eu opäischen Kollegen. Die ame ikanische Si ua ion leg es ge adezu nahe, die Soziologie als eine sogenann e Gegenwa swissenscha zu handhaben. Diese ame ika- nische Si ua ion e gib sich eine sei s aus dem Ums and, daß die Soziologie zu jede Zei o wiegend in de äuße s dynamischen Gegenwa sp oblema ik au ging, wo aus sich ein kaum meh übe - schauba es Kaleidoskop on hema isch, me hodisch, abe auch egio- nal und indi iduell e schiedena igs e Lösungs e suche e geben ha ; ande e sei s beding die ame ikanische Uni e si ä ss uk u eine Au - gliede ung de Disziplinen in s eng oneinande abgeg enz e Depa - men s, wodu ch eine his o ische wie auch philosophische Bezugnahme zunehmend e schwe wu de, so daß sich kein dem eu opäischen e - 1 Lu he L. Be na d , O igins o Ame ican Sociology. New Yo k 1943; Howa d Becke u. Ha y E. Ba nes, Social Though om Lo e o Science. Washing on D. C., 1952 (2. Au ig.); Go ied Salomon-Dela ou in de Einlei ung zu de deu schen Ausgabe on Ha y E. Ba nes, Soziologie und Poli ik, Innsb uck 1927. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 26 He a H. Jogland 410 gleichba es Geschich sbewuß sein en al en konn e. Wede on He - ba bis zu Roman ik noch on de Geschich sphilosophie Com es bis zu den „ Annales"2 gib es eine His o ie, die mi de Soziologie e bunden wä e. So wi d de Mangel an au schluß eiche Li e a u übe die Geschich e ih e eigenen Wissenscha on den ame ika- nischen Soziologen zwa bedaue nd emp unden, doch sehen sie auch die Schwie igkei en kla e , welche de Bewäl igung dieses Themas wide s eben, und begegnen dahe dem Un e angen, übe dieses Gebie zu a bei en, meis mi o sich ige Skepsis. All diese Fes - s ellungen wä en geeigne gewesen, eine wei e e Un e suchung als un uch ba au zugeben, wenn nich gewisse Eigena en de ame ika- nischen Soziologie, wie ge ade die Be onung des Empi ischen, imme noch Aussich au posi i e E gebnisse o engelassen hä en. Jeden- alls e schien es wei e hin sinn oll, nach eine Pe spek i e zu suchen, welche den eigen ümlichen Cha ak e de ame ikanischen Soziologie auch geschich lich beleuch e . Zunächs e gib sich die F age, was übe haup an de ame ika- nischen Soziologie, — abgesehen on de egionalen Komponen e, — so wei eigen sei, das diese Bezeichnung als Ausd uck eine Besonde - hei ech e ig . Im enge en Zusammenhang, de au das En s ehen eben diese Soziologie abziel , muß dahe die F age lau en: Gib es übe haup eine eigene Geschich e de ame ikanischen Soziologie, — und was inne halb des Gesam e lau es kann als solche angesehen we den? — Wenn es eine selbs ändige ame ikanische Soziologie gib , dann muß sich auch ü dieses Phänomen eine En s ehungszei nach- weisen lassen. Diese F age s eh nach dem bishe Gesag en im Scha en eine E - wägung: Die in de Li e a u o ensich lichen Schwie igkei en de Da s ellung könn en ein Symp om ü die Nich exis enz eine eigenen Geschich e de ame ikanischen Soziologie sein. De sich in e s e Schau au d ängende Plu alismus de Ideen kann in diese Hinsich kaum Anhal spunk e lie e n und eigne sich nich als Basis, da eine ideengeschich liche He lei ung anhand de Al e na i e — eigen ode übe nommen — unadäqua wi d. Selbs bei de F age nach den e en uellen Dominan en, die mögliche weise zu eine neuen Ganz- hei s endenz üh en könn en, e schein eine ande s undie e his o- ische Vo gliede ung a sam. Es muß also eine dem Eigenleben de ame ikanischen Soziologie en sp echende Basis ge unden we den. Ausgehend on de egionalen Komponen e bie e sich hie zu agen an, wie sich denn de in einem gewissen Gegensa z zu ideengeschich - lichen He lei ung s ehende äuße e Ve lau da s elle. Gemein is 2 Annales o he Ame ican Academy o Poli ical and Social Science sei 1890. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 411 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 27 dami die äuße e Fo mie ung, die A und Weise de Au nahme, Ausb ei ung und Ein lußnahme soziologischen Gedankengu es übe - haup . Es is die F age nach dem S ando , nach de Rep äsen a ion und on da aus nach den Fo men de Ausb ei ung und Du chse zung soziologischen Denkens au ame ikanischem Boden in dem Ve lau bis hin zu Uni e si ä swissenscha . — Dies is gleiche weise ein wissenssoziologisch e e ba e Weg. E e sp ich hin eichend e - läßliche Anhal spunk e ü das« E schließen de Eigen ümlichkei de ame ikanischen Soziologie und ih e Geschich e. Aus den ge undenen Da en muß en diejenigen ausgewähl we den, welche einschneidend genug wa en, um den his o ischen Ve lau zu cha ak e isie en, — ande e sei s muß en die Phasen wei genug ge aß we den, dami nich e en uelle ideengeschich liche Be ach ungen du ch diese Ein- eilung beein äch ig wu den. So kam es zu eine his o ischen Skizze und de dami e bundenen Ein eilung in Phasen. Es s ell e sich bei diesem Ve such he aus, daß die ausgewähl en Da en nich nu en scheidende Punk e in de ein äuße en En wicklung ma kie en, sonde n auch einen gewissen ideen- geschich lichen Bezug haben, indem sie Zei abschni e um eißen, zu welchen bes imm e geis esgeschich liche Dominan en ih e p ägende K a ü die Gesam en wicklung en al en. Die zunächs unübe - sehba e scheinende Viel al o enba anhand diese Ein eilung Dominan en und zudem die Eigen ümlichkei , daß in den Ve einig en S aa en Ideen zu Wi kung gelangen, die in Eu opa kaum meh als eine Außensei e olle zu spielen e moch en. Das ge undene Schema sieh olgende maßen aus: Die e s e Phase um eiß die Zei om spä en 18. Jah hunde bis zu Mi e des 19. Jah hunde s. Die zwei e Phase beginn mi dem Jah e 1865 und ende mi dem Jah e 1892. Mi diesem Da um äng de d i e Abschni an, de die e s en Jah e de ame ikanischen Soziologie als ane kann e Wissenscha an Uni e si ä en und Colleges umschließ und hie bis zu G ündung de „Ame ican Sociological Socie y" im Jah e 1905 da ie we den soll. Es wä e denkba , als An angsda um de Gesam en wicklung die Unabhängigkei se klä ung om Jah e 1776 zu wählen, den Zei punk , zu dem die e s en 13 S aa en in ih selbs ändiges poli isches Leben ein e en, — und gewiß is die Unabhängigkei se klä ung selbs nich nu ein poli isches, sonde n auch ein Dokumen soziale Re lexion. Es muß alle dings be ücksich ig we den, daß auch diesem Geschehen eine Zei des He an ei ens o ausgeh und das meh poli ische Da um nu akzen uie enden We ü ein geis esgeschich liches We den da - s ell . Hinsich lich de An angszei soziologische Re lexion in Ame ika OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 28 He a H. Jogland 412 e schein es besse , kein in Jah eszahlen ausged ück es Da um es - zulegen und die G enze ließend zu belassen. Wich ig is , daß es in de Nach olge de siebzige Jah e in den Ve einig en S aa en zu eine Blü ezei de Diskussion soziologische Themen komm , die als An- angszei de ame ikanischen Soziologie gewe e we den kann. Cha ak e is isch ü jene Zei is das Zusammen e en wich ige Impulse, welche diese Ak i i ä an egen. Die neu e wo bene poli- ische Unabhängigkei bie e eine besonde s güns ige Vo ausse zung ü die in ensi e e Besinnung au sozial-menschliche Ve häl nisse und de en Besse ung, — nich nu angesich s de ypisch ame ikanischen Si ua ion, sonde n auch im Hinblick au den Willen, die o sch i - lichs e Gesellscha so dnung zu scha en. In diesem Bes eben e en die In en ionen de s a k eligiös gebundenen ame ikanischen ^Communi y" mi dem li e a ischen E gebnis des ei en 18. Jah - hunde s zusammen, das um diese Zei in alle Viel al aus Eu opa he übe gelang . Da aus e gib sich ein eiches Feld de Diskussion. Ein Zen um diese Diskussion bilden zue s die Neu-England-S aa en, ein wei e es en s eh wenig spä e in Pennsyl anien, o nehmlich in Philadelphia. Beide Zen en sind die O e de äl es en angelsäch- sischen Siedlungen mi den am wei es en ge ei en Kommunalwesen; hie gib es um diese Zei schon eine ame ikanische T adi ion, au die man zu ückblicken kann, und du ch die be ei s e lang e S abili ä wi d ein p ägende Ein luß au jünge e und neu en s ehende Sied- lungsgebie e ausgeüb . De p ägende Ein luß de jeweils ühe Eingewande en, die ih e Exis enz schon in Gemeinwesen es igen konn en, — de Al ein- gesessenen gegenübe den Neuankömmlingen, — is on höchs e Be- deu ung ü jede Beu eilung de Ve einig en S aa en in ih e spezi- ischen Mobili ä . Dieses K i e ium wi d nich nu im Hinblick au die Soizials uk u bedeu sam; es is auch bei jede his o ischen wie gegenwä igen Be ach ung une läßlich, o allem wenn dabei die maßgeblichen Lei ideen e wähn we den. So bes eh gene ell ein Vo - zug de ühe Eingewande en gegenübe den spä e Eingewan- de en, de sich neben eine g öße en Exis enzsiche hei in unge- sch iebenen Vo ech en und P es igemomen en ausd ück . Beim Übe - blick des Gesam geschehens kann hie on de Bildung eine A is o- k a ie gesp ochen we den. Es handel sich dabei um jene G uppe on Menschen, die ih e He kun au die ühes en Ansiedle zu ück- üh en ode zumindes zu de Nachkommenscha de schon im 18. Jah hunde in den Ve einig en S aa en ansässigen Familien ge- hö en. Wenigs ens de Abglanz des Ruhmes jene e s en Beg ünde des Ame ikane ums uh au diesen Nachkommen und e leih ihnen ein nich ge inges P es ige. Zwa bilde die unwah scheinlich OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 413 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 29 g oße Zahl de e , welche sich meh ode wenige be ech ig au diese He kun be u en, einen ielbelächel en Aspek im ame ikanischen All ag, doch gil ande e sei s schon die bloße He kun aus den Neu- England-S aa en als besonde s ame ikanisch. Auch die Fes age zu E inne ung an jene ühe Zei , de en bedeu ends e wohl „Thanks- gi ing" is , we den on de ganzen Na ion ein äch ig und seh adi- ionsbewuß begangen. Im ganzen kann gesag we den, daß aus de Zei o 1800 die wich igs en de heu e noch e bindlichen Lei bilde des Aine ikane ums s ammen. Es sind dies die o nehmlich an pu i- anischen Fo men o ien ie e Religiosi ä des 17. Jah hunde s und die demok a ischen Ideale des 18. Jah hunde s. De p ägende Ein- luß au die nach olgenden Einwande e gelang e zu eine so daue - ha en Wi ksamkei , daß das Vo ech de e s en Besi znahme des Landes in diesem Falle wie das Wi ken eines Na u gese zes anmu e . Die ühe Besiedlung de Os gebie e de Ve einig en S aa en e - olg o wiegend du ch eligiös ges imm e Menscheng uppen. Es sind Ab ünnige on de o iziellen Ki che ih es Heima landes und selbs wiede Ab ünnige de do igen „Dissen e s", welche um ih e Be- kenn nis eihei willen ein neues Leben in eine Neuen Wel be- ginnen wollen. Aus dem angelsächsischen Raum kommen Pu i ane und P esby e iane , aus dem deu schen P o es an en und Cal inis en, aus dem anzösischen Hugeno en, nich zu e gessen die e o - mie en Hollände . Die unsagba en Schwie igkei en des Neuan anges du chs ehen sie in ih en du ch Glaubensk a geein en kleinen Ge- meinscha en. Ih We k s eh un e den Maximen des eligiösen Lebens; ih soziale Lebens aum is die Gemeinde; die höchs e Au o i ä besi zen die Religions üh e und Inhabe eligiöse Äm e . Es en s ehen so Siedlungen mi ausgesp ochen heok a ischem Cha- ak e . Die Gemeinde selbs bilde den am ühes en s abilisie en Lebens aum, in dessen Rahmen sich das kommunale wie auch das gesam e soziale Leben einpaß . Diese Gemeinden sind die U zellen des Ame ikane ums, und de in ihnen geleb e Geis kann als die G undlage des Ame ikanismus e ach e we den. Wenn heu e im Ve - gleich mi eu opäischen Ve häl nissen die e s aunlich enge Bindung de Ame ikane an Ki che und Gemeinde als kennzeichnend es ge- s ell wi d, — die ohne Un e schied de jeweiligen Bekenn nisse be- s eh und wobei das Gemeindeleben wei gehend das soziale Leben bes imm , — so handel es sich hie nich um den E olg eines neuen Re o ms ebens de Ki chen im wei e en Ausg ei en in soziale Be- eiche, sonde n um bes e ame ikanische T adi ion. Die Neu^England-S aa en bilden du ch ih e Be ölke ungsdich e und das seh einhei liche eligiöse Bekenn nis bald den s ä ks en heo- OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 30 He a H. Jogland 414 k a ischen Block. Die bis zu In ole anz ge üh e Disziplin de ühen Zei wi k au nahes ehende Bekenn nisse und au wenige einhei - liche Siedlungsgebie e als geis ig beein lussende Mach . Ve anschau- lichend kann hie hinzuge üg we den, daß nach eine schä zenden S a is ik aus dem G ündungsjah de Ve einig en S aa en (1776) die angelsächsischen Pu i ane und die o nehmlich scho ischen P esby- e iane die g öß en einhei lichen Religionsg uppen inne halb de Gesam be ölke ung da s ell en. Die Gesam be ölke ung on und 2,5 Millionen Menschen läß sich in je eine G uppe cal inis ische und nich -cal inis ische Bekenn nisse au eilen. Au de Sei e de Cal inis en e gib sich olgendes Bild: Cong ega ionalis en ( o wiegend die Pu i ane Neu-Englands) 575 000 P esby e iane (scho isch-i isch) 410 000 Holländische Re o mie e 75 000 Deu sche Re o mie e 50 000 Bap is en 25 000 Gesam 1 135 000 Die zwei e G uppe se z sich zusammen aus e wa 1 Million Angli- kane , — ( on denen abe die Zahl de und 533 500 Nege abge- echne we den muß, da diese meis nu nominell dem Bekenn nis ih e He en angehö en), — e wa 25 000 Ka holiken, 2000 Juden und de damals noch ech ge ingen Anzahl de Me hodis en, Lu he- ane und ande e nich -cal inis ische Sek en3. Die ela i g oße G uppe de Anglikane konn e sich nich zu eine mi dem cal i- nis ischen Block auch nu annähe nd e gleichba en Wi ksamkei au schwingen, da ih e Leh e das Leben ih e Anhänge nich so o al beein luß e. Ralph Ba on Pe y gelang in diesem Zusammenhang zu de Aussage: „Es is als siche anzunehmen, daß de Ein luß des Pu i anismus im wei es en cal inis ischen Sinne die Haup k a wäh- end de spä en kolonialen Pe iode da s ell e, und daß diese einzig- a ig und g undlegend zu Ges al ung des ame ikanischen Geis es- lebens bei ug als dieses im En s ehen wa 4." Die ü das gesam e ame ikanische Leben so nachhal ige eligiöse G unds immung de ühen Zei des jungen no dame ikanischen S aa swesens is die wich igs e Vo ausse zung ü das sich en wik- kelnde Geis esleben. Dessen G undlagen we den on ki chlichen K eisen und den eben alls heologisch bes imm en Ve e e n des ö en lichen Lebens geleg . Diese eligöse G unds immung is de Boden, au dem übe die Annahme ode auch Ablehnung on neuen 3 S. H. Su he land , Popula ion Dis ibu ion in Colonial Ame ica. New Yo k 1936, S. XII. 4 Ralph B. Pe y, Pu i anism and Democ acy. New Yo k 1944, S. 80 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 421 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 37 Dieses Beispiel zeig , daß man zu jene Zei soziologische Themen in den We ken g oße ame ikanische Pe sönlichkei en, wie John Adams ode Thomas Je e son, ode in de heologischen Li e a u au spü en muß. In de Theologie e dien hie bei das We k on William Paley im Bemühen um eine „na ü liche Theologie" beson- de e Beach ung17. Eine s a ke Au nahme inden die scho ischen Thesen auch bei de Bewegung de ame ikanischen Uni a ie , als de en bekann e Mi beg ünde und Re o ma o William E. Channing gil . Von ihm wi d be ich e : „. . . die mo alische und e hische Leh e de scho ischen Philosophen und de in ui ionale Inspi a ionalismus on Cole idge und den idealis ischen Kan iane n wu den du ch die Ak i i ä on William Elle y Channing ausschlaggebend ü die Re- olu ion in ih en Reihen18." Einen in e essan en Teilaspek bie e in diese Hinsich auch de o nehmlich deis ische Loslösungs e such on ki chliche Be o mun- dung im Bes eben um eine unabhängige Soziale hik, wobei das We k on Elihu Palme e wähn we den muß wie auch das spä e e Wi ken on Robe Owen und F ances W igh , die eine e s e A bei e - bewegung in New Yo k o ganisie en19. De Schwe punk de Au nahme soziologischen Denkens lieg je- doch bei den P ak ike n des sozialen Lebens in mi le en und ge- hobenen Posi ionen, die in de Konzep ion de „Human Na u e" eine allgemeine ch is liche Basis e blicken und diesen sozialphilosophischen Rückhal ü ih e soziale und sozialpoli ische Tä igkei nu zen; de Ein luß de scho ischen Leh en wi d so o allem in den kleinen Be eichen p ak ische A bei wi ksam. In de Communi y-A bei e - geben sich neben de Ve wal ungs ou ine die P obleme des Zusam- men üh ens und Anpassens de Menschen, des O ganisie ens de Nachba scha shil e und des Bildungswesens. Ande e sei s um aß sie die Fü so ge im Beheben soziale Mißs ände, die du ch A mu , Un e bezahlung, K ankhei und K iminali ä he o ge u en we den. Ein besonde es P oblem bie en zu damaligen Zei die sogenann en A menhäuse , welche o das K ankenhaus e se zen muß en. Eine gu e Da s ellung de A dieses p ak isch-sozialen Wi kens inde sich in de Wü digung des als Pionie de ame ikanischen „Social Wo k" Adams, Bos on 1854, IX., S. 339; gl. Adam Fe guson, An Essay o he His o y o Ci il Socie y. Edinbu gh 1767, S. 2 . 17 William Paley, The P inciples o Mo als and Poli ical Philosophy. 11. ame- ikanische Au lage, Bos on 1825. 18 Me le Cu i, a.a.O., S. 163. 19 Elihu Palme , P inciples o Na u e. Da mou h 1802; gl. den Ein luß on Thomas Paine, The Age o Reason. Pa is 1794; Robe Oweny New Mo al Wo ld . .. New Yo k 1833. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 38 He a H. Jogland 422 bekann en P a e s Joseph Tucke ma i20. Diese Fü so gea bei im Kleinen is de An ang de ame ikanischen Cha i y-Bewegung, die gegen Mi e des 19. Jah hunde s mi eine eichhal igen eigenen Li e a u he o i . Obwohl die Impulse zu e ie en und wei e üh enden wissen- scha lichen Bemühungen schon Ende des 18. Jah hunde s gegeben wa en, komm es o e s in Ame ika zu keinem nennenswe en eigenen Sch i um. Die Pause wäh e wa on 1790 bis in die d ei- ßige Jah e des 19. Jah hunde s. Als G und we den die e höh en p ak ischen An o de ungen he o gehoben, e s ä k e Einwande ung, Indus ialisie ung und de Siedlungskamp im Wes en. Das de zei au blühende D ucke eigewe be komm neben de Ve b ei ung de9 Sch i ums de eu opäischen Au klä ung o nehmlich eine ame ika- nischen Li e a u zugu e, die un e dem Thema des au blühenden Ame ikanismus zusammenge aß we den kann. Die sich anschließende li e a ische Diskussion gip el in dem S ei um die Anwendba kei de neuen Ideen. So plädie en die e olu ionä en K ä e gegen F auen- und Kinde a bei , Skla e ei, e al e en S a ollzug usw., wäh end die meh konsolidie enden Konse a i en diesen Neue- ungen k i isch gegenübe s ehen. Diese auslegende Li e a u is je- doch meh ein Spiegel des p ak isch o sich gehenden Expe imen- ie ens, dessen adikals e Fo m wohl in de G ündung on Sied- lungsgemeinscha en nach den u opisch-koope a i en Ideen on Cha les Fou ie e eich wi d. Nach 1830 e scheinen in Ame ika zunächs noch zwei Spä sch i en de Mo alphilosophie, die in Au bau und Gehal den We ken on Adam Fe guson und auch Adam Smi h so ähnlich sind, daß sie sich lediglich in de Fo mulie ung zu un e scheiden scheinen21. Das Buch on dem aus Edinbu gh s ammenden Geo ge Combe weis alle dings zwei e wähnenswe e Besonde hei en au . Einmal be inde sich in diesem We k eine de e s en ein soziologischen S a is iken, was be- weis , daß die Mo alphilosophie auch in de Beach ung de s a i- s ischen Da en als legi ime Vo läu e de heu igen Soziologie be- ach e we den kann, daß sie nämlich auch schon ganz konk e ge- messene Da en benu z , de en me hodische Gewinnung on de heu- igen nich wei en e n is 22. Zum ande en is Combe wohl de 20 Daniel T. McColgan, Joseph Tucke man; Pionee in Ame ican Social Wo k .. , Washing on D. C. 1940; gl. Joseph Tucke man, On he Ele a ion o he Poo , a Selec ion om his Repo s as Minis e a la ge in Bos on . . . Bos on 1814. 21 Geo ge Combe, Mo al Philosophy o , he Du ies o Man. New Yo k 1841; F ances Wayland, Elemen s o Mo al Science. Bos on 1835. 22 A.a.O., S. 256 .; gl. F ancis Liebe , P oposais o a Wo k in S a is ics o he Uni ed S a es. New Yo k 1836. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 423 Die An änge de ame ikaniedien Soziologie 39 le z e Au o in Ame ika, de die Mo alphilosophie un e sozialwissen- scha lichem Aspek noch im Ti el des Buches bei ih em eigenen Namen nenn . Das is eine Sel enhei im E scheinungsjah 1841, denn dem Zei ideal de Wissenscha lichkei en sp echend e scheinen sozial- philosophische und soziologische Themen längs un e dem Ti el „Wissenscha ". — Zualle e s geh das mo alphilosophische Ge- dankengu in die poli ische Wissenscha ein, und die heu ige b ei e Fäche kombina ion un e dem ame ikanischen Beg i „ Poli ical Science" mag hie in eine Beg ündung inden23. Die in die Soziologie als selbs ändige Wissenscha di ek einmündende En wicklung geh on de Umbenennung in „Mo al Science", sel ene auch in „Social Philosophy" aus, die wenig spä e on den ame ikanischen Assozia- nis en den Namen „Social Science" e häl . — Aus dem u sp üng- lich o handenem sozialen En husiasmus, e bunden mi dem Fo - sch i sglauben des 18. Jah hunde s, e gib sich de Wille zu Besse- ung des menschlichen Wohle gehens. Die Wissenscha e mag zu- nächs eine sozialphilosophische Neuo ien ie ung zu es igen. De Wandel zu „Mo al Science" e binde sich dann mi dem He o - s ellen on Themen eine allgemein e bindlichen Lebens echnik, wäh end die spä e e „Social Science" di ek au eine soziale Techno- logie ausgeh . Die meh wissenscha lichen Bes ebungen münden in die akademische Soziologie ein, wäh end die Re o mbes ebungen wei e hin das Wesen de anwachsenden Bewegung de „Social Wo k" p ägen. Zu diese Aus o mung komm es jedoch e s gegen Ende des Jah hunde s. Nach diesem gene ellen Ausblick zu ück in die d eißige Jah e des 19. Jah hunde s: Es is die Zei de Blü e des Fou ie ismus in Ame ika. Seine sozial-u opische Syn hesis e schein den adikalen Neue e n als ein ealisie ba e T aum, wäh end e ande e sei s dem Ame ikanismus so wei en gegenkomm , daß e auch noch on den Konse a i en als ole ie ba e Abweichung beg i en wi d. „. .. Vo dem Bü ge k ieg wa de Ein luß on Owen und Fou ie wei gehend, und sozialis ische Gemeinscha en wie die B ook Fa m bilde en sich in e schiedenen Teilen des Landes. Diese Bewegung wa jedoch wenige ein P o es als eine Ex a aganz. Es wa die o schnelle F eude an eine möglich zu machenden U opie, die sich aus den Um- s änden e gab. Die Gemeinscha en wa en Enkla en, die on dem kapi alis ischen Sys em ges ü z und gedulde wu den. Sie s ell en keine Abweichung on den Idealen des adi ionellen Ame ikanismus da , sonde n wa en ehe momen ha e Ve kö pe ungen jenes Na u - 23 Schon John Adams sp ich on de „Science o socie y" und de „di ine science o poli ics", in „Wo ks o John Adams", a.a.O., S. 339 und 512. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 40 He a H. Jogland 424 zus andes, de die No m und das Ve sp echen de Unabhängigkei s- e klä ung beinhal e e24." Das We k Fou ie s wi d als ein Höhepunk in de Folge ung aus den E gebnissen de Au klä ung e s anden. Dami is gesag , das auch Elemen e de anzösischen Au klä ung in das allgemeine Den- ken Eingang ge unden haben. Sie inden diesen abe nu , wenn sie de ame ikanischen Si ua ion zu en sp echen e mögen. Ähnlich wie de on o nhe ein bü ge lichen Gesellscha in Ame ika die ha en Auseinande se zungen on Klassen und «S änden e spa bleiben, inden auch die ma e ialis ischen und a heis ischen Thesen bei de gegebenen eligiösen G unds immung kaum Resonanz. Beim Loslösen on de Bindung an die Ki che muß dahe genau un e schieden we - den zwischen heok a ische Ki chenpoli ik und eine bleibenden eli- giösen Bindung. Zwa wi d in den Ve einig en S aa en e s malig in de Geschich e de Neuzei die T ennung on S aa und Ki che oll- zogen25, und es komm zu den on de Ki che unabhängigen sozialen Bewegungen, abe da aus we den keine gene ell a heis ischen Folge- ungen gezogen. Audi de Weg in die Wissenscha bleib Diens an de Gesam hei im Sinne on Go es Schöp ung. „Diese Ausnu zung de heologischen Schöp e o s ellung ü au klä e ische Ziele de Gesellscha so dnung und Gesellscha sges al ung is ü Ame ika auch ü seine Sozialwissenscha on g öß e Bedeu ung. Die Au - klä ung e ug sich — ganz im Gegensa z e wa zu F ank eich — in den USA, abgesehen on gewissen wenn auch wich igen Reibungen, mi de Religion. Sie konn e zu Volksbewegung we den, Sozial- e o m und Wissenscha sen wicklung o an eiben und spä e soga einen Fo sch i sglauben he o b ingen, de imme noch mi ge- wissen Elemen en de ch is lichen Leh e abzudecken und zu ech - e igen wa , so daß sie de ame ikanischen Gesellscha auch heu e noch als Impuls zu Ve ügung s eh 26." Die Reak ion au den Fou ie ismus, — sei es in den d eißige Jah en wäh end de noch ungeb ochenen Begeis e ung ü sozial-u opische Ideen, sei es in den ie zige Jah en wäh end de einse zenden Re- signa ion au ku zlebige Realisie ungs e suche, — lei e eine Pe iode ein, die in eine bishe nich dagewesenen Weise on einem eigenen, au ame ikanischem Boden en s ehenden und ame ikanische P obleme be ücksich igenden Sch i um ge ö de wi d. Es is die Zei des ame- ikanischen Assozianismus, de on Lu he L. Be na d als e s e sub' 24 Ralph B. Pe y, a.a.O., S. 10 . 05 Die e s en S aa en wa en Rhode Island, Pennsyl ania, New Je sey und Delawa e. 26 R. C. Hinkle und G. J. Hinkle, Die En wicklung de ame ikanischen Soziologie. München 1960, S. 14. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 425 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 41 s an ielle Phase de ame ikanischen Wissenscha on de Gesellscha bezeichne wi d. Ebenso is es die An angszei de bekann en „Social Science Mo emen ". Die p imä sozialwissenscha liche Denkweise inne halb de „So- cial Scieiice"->Bewegung au de Suche nach eine b auchba en sozialen Technologie e häl wiede um ih en Haup an ieb on Menschen aus de sozialen P axis. Diese e ho en on eine e ie en und koo di- nie en wissenscha lichen Be ä igung neue Lösungen ü ih e d ing- lichen P obleme. In diesem Vo haben bilden sich egionale In e essen- g uppen, in denen sich P ak ike , geis ige Füh e und Wissenscha - le zusammen inden. Ein Zi a on Hinkle mag diese Si ua ion e - anschaulichen hel en: „Wo Selbs e kenn nis sich nich um adi ions- eiche kul u elle Zen en, um Hö e, Adelssi ze, Akademien und Uni- e si ä en g uppie , sonde n b ei e Schich en eine inhomogenen Ge- sellscha on k i ischen Au klä e n, geis lichen Re o me n, melio- is ischen Pionie en ge üh und angelei e we den, such auch in eine neu sich bildenden Gesellscha de Wissenscha le wenige nach eine on de Geschich e ge agenen E kenn nis, sonde n ehe nach dem G undlagenwissen übe soziale Pa allele scheinungen, Mi- no i ä en, Un e schiede on G uppen, P obleme des Auskommens de Menschen un e einande , de Anpassung und alle jene F agen, die mi asche Indus ialisie ung und Ve s äd e ung en s ehen27." Wie p ägend sich auch in de assozianis ischen Zei de sozialwis- senscha lichen Bewegung die Leh en de scho ischen Schule auswi - ken, zeigen besonde s die We ke on Albe B isbane, William E. Channing, F ancis Liebe und Hen y C. Ca ey. Au de Suche nach sozialen Gese zen als Na u gese zen e en die Lei ideen de „Science o Socie y" im Rahmen de „Social Sciencce" un e den e schieden- s en Ti eln und Themen he o , so beispielsweise un e „Social Phi- losophy", „Mo al Science", „Poli ical Eoonomy", „Specula i e Po- li ics", „Poli ical E hics", „Poli ical Science", „Legal Science" und auch „Na u al His o y o Socie y". Von Philadelphia ausgehend haben sich inzwischen die Leh en de scho ischen Schule an allen Colleges de Ve einig en S aa en du chgese z , — eine Si ua ion, die e wa um 1812 e eich wa 28. Die üh enden Pe sönlichkei en des ühen Assozianismus sind Al- be B isbane, Pa ke Godwin, Ho ace G eeley, Geo ge H. Cal e und William E. Channing29. Neben den selbs ändigen Ve ö en lichun- 27 Hinkle, a.a.O., S. 21. 28 Vgl. Noah Po e , Philosophy in G ea B i ain and Ame ica. Appendix I., in F.Übe weg, His o y o Philosophy. Bd. II., New Yo k 1874, S. 451—52, 455 . 29 Teilweise beein luß on diese G uppe wu den: N.Haw ho ne, G. Ripley, G. W. Cu is, M. Fülle , B. F. Sanbo n, S. G. Howe, A. D. Whi e, D. C. Gilman. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 42 He a H. Jogland 426 gen inden sich ih e Bei äge in den Zei sch i en „Phalanx", die nu wenige Jah e bes eh und 1845 in „The Ha binge " übe geh , in Channings „The P esen " und Pa ke Godwins „The Pa h inde ". — Albe B isbane (1809—1890), de eind ucks olls e Ini ia o diese G uppe, spiegel anhand seine wissenscha lichen Lau bahn genau jenes Phänomen wide , welches hie be ach e wi d. Von seinem Leh e John Monesca übe nimm e die T adi ion de scho ischen Mo alphilosophie, und nach einem S udienau en hal in Eu opa keh e als begeis e e Anhänge on Fou ie zu ück. Den g öß en Ein- d uck au ihn mach Fou ie s Sch i „T ai é de l'associa ion domes i- que-ag icole" (1821—1822). B isbane wi b in seinen Publika ionen ü den Assozianismus und die Leh e Fou ie s30. Besonde -s in seinem Buch übe Fou ie nehmen in k i ische und e gänzende Da legung die Themen de scho ischen Psychologie übe die „Human Na u e" und die Annahme eine u sp ünglich gu en und sozialen Menschen- na u als Vo ausse zung de im Rahmen eine e wei e en Assozia- ions heo ie anges eb en Besse ung des menschlichen Lebens einen g oßen Raum ein. Den Zusammenhang zwischen scho ische Schule und Fou ie zeig in ganz ähnliche Weise auch de zei genössische Robe Blackey31. H. W. Channing wu de o allem bekann du ch das P opagie en des Expe imen es de B ook Fa m. Au die Bedeu ung de Mo alphilosophie ü den Uni a ie W. E. Channing wu de be- ei s hingewiesen. Nach den e schiedens en Fehlschlägen, eine a ionale und wissen- scha liche Gesellscha nach dem Vo bild u opische Ideen zu o ga- nisie en, i allmählich bei den Assozianis en eine E nüch e ung ein. Die Fo men des on ihnen anges eb en Kommunismus s ehen im Wide sp uch zu dem o gesch i enen S and de Zi ilisa ion32. Sie lenken ih en melio is ischen Ei e in gemäßig e e Bahnen und wid- men sich wiede de Lösung on Teilp oblemen. In zunehmendem Maße inden S a is iken Beach ung, und auch die on Com e ange- eg e wei gehende e wissenscha liche Me hode ha ih e s es Ech,0', obwohl ge ade Com e e s in spä e e Zei meh gewü dig wi d und seine Thesen übe den Posi i ismus aus eligiösen G ünden ums i - en sind. J. H. Moyes, R. Owen, H. C. Ca ey. Un e den namha en Assozianis en de spä e en Zei be inden sich: J. O'Connell, G. F. Holmes, R. S. Hamil on, R. J. W igh , S . P. And ews, J. Wa en und L. Masque ie . 30 Albe B isbane, Social Des iny o Mano , Associa ion and Reo ganiza ion o Indus y. Philadelphia 1840; Associa ion: o a Concise Exposi ion o he P ac- ical Pa o Fou ie s Social Science. Philadelphia 1843; A Concise Exposi ion o he Doc ine o Associa ion. New Yo k 1844. 31 Robe Blakey, The His o y o Mo al Science. New Yo k 1833. 32 Vgl. A. E. Bes o j ., Ba kwoods U opia. New Yo k 1950. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 427 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 43 In de Suche nach einem besse en und gelenk en Zusammenspiel de K ä e inne halb de neuen Gesellscha sind inzwischen zwei mi einande i alisie ende Wissenscha sbe eiche e wachsen, die im G unde beide das gleiche Ziel e olgen und zu maßgeblichen T ä- ge n des soziologischen Ideengu es we den. Die eine Rich ung nenn sich „Poli ical Science" ode auch „Poli ical Philosophy", die an- de e, u sp ünglich eine Un e ab eilung de poli ischen Philosophie, i un e dem Ti el „Poli ical Economy" au . Die Sepa a ionsbe- s ebungen nehmen 1818 mi de E ich ung des e s en Leh s uhls ü „Poli ical Economy" in New Yo k ih en An ang, welches ein ühes Symp om ü die spä e e olgenschwe e Au spal ung de Wis- senscha om Menschen is . In beide Rich ungen geh wiede um das scho ische E be ein. Au dem Gebie de poli ischen Philosophie ode Wissenscha is es o - wiegend de an Columbia wi kende F ancis Liebe 33, welche die mo alphilosophischen Leh en in sein We k au nimm , und dessen Leh meinung sich um 1846 als dominie end du chgese z ha . De mi den Poli ike n um Ab aham Lincoln in Ve bindung s ehende Wissenscha le bemüh sich um die G undlegung eine p ak ikablen poli ischen E hik. Als Pos ula dien ihm die Theo ie on de „Hu- man Na u e", und gene alisie ende Übe blicke übe die Ve gangenhei we den on ihm im Sinne eine melio is ischen Fo sch i sidee ge- deu e . Wäh end die Schule de „Poli ical Economy"' in New Yo k seh bald einem Neo-Klassizismus huldig , die F eihandels heo ie on Adam Smi h mi den Thesen on Rica do und Mal hus e binde und o allem meh und meh zu eine ein posi i is ischen Wissenscha s- au assung neig , en wickel sich in Philadelphia die Ca ey-Schule un e öllig ande en Gesich spunk en. Sie bilde die na ionalis ische Rich ung inne halb de ame ikanischen Sozialwissenscha , und Hen y Cha les Ca ey, de Sohn i ische Flüch linge, wi d häu ig als Beg ün- de de ame ikanischen Schule de poli ischen Ökonomie bezeichne 34. Ca ey wie auch seine Schüle William Eide und Ho ace G eeley s ehen dem Assozianismus nahe. Wie diese übe nehmen sie on den Scho en die psychologischen und e hischen G undlagen, welche Ca ey zu mo alischen Impe a i en en wickel . E s ell hie zu ie Gese ze 33 F ancis Liebe , Manual o Poli ical E hics. New Yo k 1838; Legal and Po- li ical He meneu ics. New Yo k 1839; Essay on P ope y and Labo . New Yo k 1841; Ci il Libe y and Sei Go e nmen . New Yo k 1853. 34 Vgl. V. G. So ell, Ame ican Economics W i e s om Raymond o Ca ey, Ph. D. Diss. Be keley 1929; Paul T. Homan, Hen y Cha les Ca ey. In: Encyclo- paedia o he Social Sciences. Bd. III., S. 227 .; Hen y C. Ca ey, P inciples o Social Science. Philadelphia 1858—59. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 44 He a H. Jogland 428 au , das de Assozia ion, de Indi iduali ä , de Ve an wo lichkei und das des Fo sch i es als de bewegenden K a . Ca ey glaub an die Ve wi klichung des Ideals de Ha monie, was alle dings nu du ch P o ek ionismus und S eue ung de na ionalen Wi scha mög- lich we den kann. Hie mi wende e sich gegen die klassische Schule, gegen die F eihandels heo ie on Adam Smi h wie auch gegen die Vo s ellung om „homo oeconomicus" bei diesem, Rica do und Mal hus. Die Gesellscha wi d als ein in wei es e Sich zu e s ehen- de Wissenscha szusammenhang beg i en, ü den Ca ey sich be- müh , die na ü lichen e hischen No men au de G undlage eine ebenso na ü lichen Theologie zu inden. Die ganze Thema ik de Ca ey-Schule konzen ie sich meh au die soziologische Behandlung de wi scha lichen Be eiche als au Themen, die in de mode nen Wi scha swissenscha au gewo en we den. Es geh meh um die „. .. innewohnenden soziologischen P obleme de Rela ion on He und Diene , die A bei slöhne, um Skla e ei, A mu und wi scha - liche Möglichkei en. So wa die poli ische Ökonomie in ih em sys e- ma ischen Teil in Wi klichkei ein E gebnis aus Na u ech und Mo al- philosophie. In diese Hinsich un e schied sie sich nich on ande en Sozialwissenscha en, noich on de allgemeinen Social Science selbs 35." Eine in e essan e Beleuch ung de engen Bindung zwischen de ame ikanischen „Poli ical Economy" und de Soziologie e gib sich aus olgendem Sach e hal . Im Jah e 1885 wu de die „Ame ican Economic Associa ion" geg ünde . Wäh end de Jah e on 1870 bis 1890 ollzieh sich de Wandel on de humani ä en zu ins i u- ionellen Wi scha swissenscha . Au G und de dadu ch he o ge- u enen Uns immigkei en e en einige Mi gliede aus de Gesell- scha aus und g ünden im Jah e 1905 die „Ame ican Sociological Socie y". — De u sp ünglich übe g ei ende Zusammenhang, wie e sich in humani ä e Absich bei de ühen „Poli ical Economy" zeig , bes eh auch beim En s ehen ande e Teilwissenscha en om Men- schen, wobei die Communi y-Fo schung und die spä e e zu Sozial- psychologie gehö ige ame ikanische „Ecology"36 einen besonde en Hinweis e dien . Die Auswi kung de psychologischen Theo ie on de „Human Na u e" und de on den Scho en ange eg en in o- spek i en und kompa a i en Me hode au das En s ehen de ame ika- nischen Psychologie, E hnologie, Kul u an h opologie und Sozial- psychologie sei hie nu e wähn . 35 L. L. Be na d, a.a.O., S. 514. Vgl. Encyclopaedia o Social Sciences. Bd. I, S. 324—349. 36 Vgl. die Sch i en on Rode ick McKenzie und Robe E. Pa k. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 429 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 45 Die Be ach ung de e s en Phase soziologischen Denkens in Ame ika soll hie mi abgeschlossen we den. Als Mo o ü diesen Abschni könn e ein Aussp uch on Gladys B yson dienen: „Es s ell sich he aus, daß die Fo mulie ung, un e de die Sozialwissen- scha en ühe au a en . . . de Be eich de Mo alphilosophie wa . Jede Ve - such, de Geschich e eines de Teilgebie e soziale S udien on heu e ge ech zu we den, soll e dahe hie bei de äl e en Disziplin beginnen37." Als Da um ü den Beginn de zwei en Phase soziologischen Den- kens in Ame ika sei hie das Jah 1865 genann . Zu diesem Zei punk e en die ame ikanischen .Sozialwissenscha en als „Social Science'6 in ein neues S adium ein. Nach dem b i ischen Vo bild de on Lo d B ougham im Jah e 1857 gescha enen „Na ional Associa ion o he P omo ion o Social Science" wi d 1865 die „Ame ican Associa ion o he P omo ion o Social .Science" geg ünde . Dami en s eh in Ame ika e s malig eine O ganisa ion, in de die Bewegung de Sozial- Wissenscha en die Fo m eine zen alisie en Ins i u ion annimm . Diese Gesellscha is zugleich de O , wo das soziologische Be- s eben seine e s e ins i u ionalisie e Fo m e häl . De Zusammenschluß e olg keineswegs als eine ab up e Imi a ion des b i ischen Vo bildes, sonde n bilde den Abschluß ode auch o - läu igen Höhepunk eine mindes ie zigjäh igen En wicklung. Wie be ei s he o gehoben, a en sich in den o he gegangenen Jah en egionale In e esseng uppen zusammen, um in Zusammenhang mi de Wissenscha einen möglichs e ek i en Weg zu Lösung de neuen und schwe wiegenden sozialen P obleme zu inden. Diese e s en G uppie ungen bedeu en die Gebu ss unde des inzwischen zu ame ikanischen T adi ion gehö igen Beg i es de „ eam-wo k". An- angs um eiß diese Beg i eine Zusammena bei on Menschen aus den e schiedens en Tä igkei sbe eichen un e de Pe spek i e eines P oblems; spä e sind es au G und de kon ak gelös en Speziali- sie ung de einzelnen Fachgebie e meh die homogenen G uppen, welche in A bei s eilung zusammenwi ken, und so diesen Beg i e - was einsch änken. — Wiede um geh die An egung on de P axis aus, sie en s eh aus de No . Die schon ech wissenscha lich an- mu ende „Bos on Social Science Associa ion", de en G ündung au die Zei um 1822 zu ückgeh , da nich übe die g undlegende Ini ia- i e hinweg äuschen, die on den sozial ä igen Menschen ausgeh . Diese Gesellscha mi dem wissenscha lichen Ti el bleib lange Zei , — bis zu G ündung de „New Yo k Social Science Associa ion" 1862, — ein Einzelphänomen, wohingegen eine Vielzahl ande e Ins i u ionen 37 Gladys B yson, The Eme gence o Social Science om Mo al Philosophy. In: The In e na ional Jou nal o E hics. Bd. XLII. Ap il 1932, S. 306. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 46 He a H. Jogland 430 e wächs , welche die g undlegende Tendenz de „Social Science Mo emen " auch dem Namen nach besse zu cha ak e isie en e - mögen. Zunächs bilden sich iele lokal-kommunale Ausschüsse, de en philan h opisch-humani ä e Bemühungen un e dem ame ikanischen Beg i de „Cha i y" zusammenge aß we den können. Eine de e s en g öße en Ve bindungen is de „Boa d o Alien Commis- sione s", welche 1851 in Massachuse s en s eh . De Anlaß zu diese Koope a ion sind die du ch die anwachsende Zahl de i isdien Ein- wande e he o ge u enen sozialen P obleme. Meh den allgemeinen Au gaben wende sich de im Jah e 1863 geg ünde e „Massachuse s Boa d o S a e Cha i ies" zu. Sein Wi ken gil o nehmlich d ei Au gabenbe eichen, de allgemeinen Fü so ge38 zu Hebung des Lebenss anda ds, den Maßnahmen zu medizinischen Be euung und den P oblemen de K iminali ä mi eine K i ik am S a ollzug. Die Ausschüsse, Äm e ode Behö den in Massachuse s bie en das Vo bild, nach, welchem in den olgenden zwöl Jah en in wei e en ach S aa en solche o iziellen „Boa ds o S a e Cha i y" en s ehen. Die Behö de in Massachuse s abe is die di ek e Vo s u e de „Ame ican Associa ion o he P omo ion o Social Science"39, welche on den Neu-England-S aa en ausgehend beginn , die e schiedenen Ausschüsse und Äm e zen al zu be euen und auch im Aus ausch mi de Wissenscha die in ensi s e A bei leis e . Die Ziele diese Gesell- scha sind: „. .. das S udium de Social Science zu en wickeln — das ö en liche Wohle gehen zu ö de n und seine angemessene Ve ei- lung zu siche n — (und) die Ve b ei ung jene P inzipien zu un e - s ü zen, welche die G öße und S ä ke on Na ionen ausmachen40." De Au gabenbe eich de Social Science um aß ein übe aus wei es Gebie in de Anwendung de Fo schung au soziale P obleme und de Fö de ung neue En deckungen und Ve ollkommnungen inne - halb alle sozialen Rela ionen. Das P og amm wi d olgende maßen umsch ieben: „. . . was imme die Menschhei in ih en sozialen, ehe als in ih en indi iduellen Beziehungen be i und au de einen Sei e leich in die Me aphysik hinein eich , ande e sei s zu Philan- h opie gehö und d i ens mi poli ische Ökonomie zu un ha 41." 38 Die deu schen Wö e Wohl ah und Fü so ge sind keine adäqua e Übe - se zung ü den ame ikanischen Beg i „public wel a e". Wel a e ziel imme in melio is ische Absich übe die Linde ung de di ek en No hinaus. Hinzu i das e hische Ziel de Besse ung des Menschen, welches eng e bunden is mi de Hebung des allgemeinen Lebenss anda ds. 39 Zu den Mi gliede n des Boa d, welche die Gesellscha mi beg ünden hal en, zählen u. a. M. Allen, 0. No c oss, T. Me eal , F. B. Sanbo n. Un e den Mi gliede n be anden sich spä e J. C. Whi e, Palme , Russell, F. A. Ba na d und G. B. Eme son. 40 „T ansac ions . .de Ame ican Social Science Associa ion, Juli 1866. 41 Ebenda. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 437 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 53 du ch einen philosophischen Hin e g und, und die His o ike ha en noch nich begonnen, ih Gebie om soziologischen Blickpunk aus zu in e p e ie en54." Obwohl Blackma audi un e diesem Ti el die empi ische Beob- ach ung in den Vo de g und s ell und seine allgemeinen Hypo hesen in dem lokalen Rahmen on Kansas zu e i izie en such , inde die Ve bindung on Soziologie und Geschich e nu eine Fo se zung in de poli ischen Wissenscha , nich abe in de Soziologie. Die Sozio- logen e sp echen sich wei e hin meh on eine Koope a ion mi de An h opologie, und diese Koppelung is bis heu e beibehal en wo den, — wodu ch Blackma s Un e nehmen die Rolle eines Außen- sei e s zu äll . De Beginn de akademischen Phase wi d wohl dahe zumeis mi de G ündung des e s en „Depa men s o Sociology and An h opology" im Jah e 1892 angegeben, obwohl die P og amme beide Depa men s g oße Ähnlichkei mi einande au weisen, und obwohl Albion W. Small beinahe die Lei ung des e s en Depa men s bekommen hä e. 1892 wi d Albion W. Small on P äsiden Ha pe nach Chicago be u en und mi dem Au bau des Depa men s be au . De Ini ia- i e Ha pe s geh eine Auseinande se zung mi de Columbia Uni- e si ä o aus. Da die Planung de Chicagoe Ab eilung g oßzügige is als in Kansas, kann Small in g öße em S il a bei en. E selbs übe inmm die Theo ie, wäh end e ü die angewand e Soziologie den in de Soziala bei bekann gewo denen Cha les R. Hende son aus New Yo k he anhol . Hende son nann e sein Fach noch „Social Technology"50. Die an h opologischen Fäche übe nimm F ed ick S a ; W. I. Thomas un e ich e übe soziale U sp ünge, und Geo ge E. Vincen widme sich zunächs den ein üh enden Be ach ungen. Small wi d in seine Posi ion zu ich unggebenden Pe sönlichkei ü den Ausbau de Soziologie als selbs ändige Wissenscha , und sein Depa men wi d zum Vo bild ü die O ganisa ion dieses S u- diums an den ande en Hochschulen. „Wäh end de d eißig Jah e als Ve lege des Ame ican Jou nal o Sociology beg ünde e e die Sozio- logie als Uni e si ä ss udium ... Mi seinem wi scha swissenscha - lichen, philosophischen, his o ischen und heologischen Hin e g und wa e eine de G uppe, die e such en, die Soziologie zu eine eigenen Uni e si ä sdisziplin zu k is allisie en. E nahm s e s ak i en 54 Vgl. M. C. Elme , a.a.O., S 48; F ank W. Blackma , The S udy o His o y and Sociology, 1890; His o y o Human Socie y, 1896; Reasonable Depa men o Sociology o Colleges and Uni e si ies. In: Ame ican Jou nal o Sociology, 1914, Bd. 20, S. 261 . 55 C. R. Hende son s eh nich nu de ch is lichen Soziologie S uckenbe gs nahe, sonde n wu de auch on dem Scho en Pa ick Geddes ange eg . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 54 He a H. Jogland 438 An eil an de Scha ung des Rahmens, de Zwecke und de gene ellen Konzep e de Soziologie58." Smalls Depa men bleib ü lange Zei die g öß e soziologische Ausbildungss ä e, und die Schule on Chicago e lang du ch ih e Quali ä und die zahl eichen S uden en einen ganz en scheidenden An eil an de wei e en Ges al ung de ame ikanischen Soziologie. Aus de Chicagoe Schule gehen bis zum Jah e 1950 die Häl e de P äsi- den en de „Ame ican Sociological Socie y" he o . Audi in de Zahl de P omo ionen im gleichen Zei aum lieg sie mi 200 Dok o en on insgesam 1000 an de Spi ze57. Da inzwischen an 50 Uni e si- ä en die P omo ion in Soziologie möglich is , dü e sich diese s a ke Ein luß e was e inge n. In Ri ali ä zu de Ini ia i e in Chicago wi d an de Columbia Uni- e si ä in New Yo k im Jah e 1894 de e s e Leh s uhl ü Soziologie e ich e . Mi diesem Am wi d F anklin H. Giddings be au , de mi Richmond Mayo-Smi h zusammena bei e . Giddings ha e schon 1892 ö de nd in die Diskussion um die Soziologie als Uni e si ä s- wissenscha eingeg i en68. Mi diesen e s en Ein ich ungen sind die Vo bilde gese z , nach denen sich die Soziologie allmählich auch an den ande en höhe en Leh ans al en e ablie . Seh üh schon se z sich auch die ame ika- nische Si e de Tex büche ü die Soziologie du ch. Das e s e is die on Small und Vincen he ausgegebene „In oduc ion o Sociology" om Jah e 189459. Als P lich lek ü e zu den G und o lesungen we - den diese Tex büche obliga o isch. In de wei e en En wicklung und wei en Ve b ei ung e mi eln sie die Übe sich übe einen imme b ei e we denden Wissensbe eich. Sie scha en eine allgemeine Basis im ganzen Lande und eine O ien ie ungsmöglichkei , die nich nu ü S udienan änge wich ig is . Alle dings e üh en sie leich dazu, das Lesen de O iginalwe ke zu e nachlässigen. Die häu ig bemängel e No mung ode auch S anda disie ung des Wissenss o es und die o i- zielle Meinungsbildung haben jedoch zumindes einen g oßen Vo - eil: Es bleib kein Zwei el an de Soziologie als ane kann em Fach- gebie , und anhand diese Übe sich en e en nich zule z die be- u lichen Pe spek i en kla e he o . Ku z, die An wo da au , was Soziologie sei, äll nich ganz so schwe wie in Eu opa. •— Ab- gesehen da on ha die Soziologie au G und de ande en O ganisa- 56 M. C. Elme , a.a.O., S. 51. 57 H. W. Odum, Ame ican Sociology. New Yo k 1961, S. 7—9, 12, 74. 58 F. H. Giddings, Sociology as a Uni e si y S udy. In: Poli ical Science Qua - e ly. Bd. 6, 1891, S. 642 . 59 Als wei e e Tex büche e scheinen on C. R. Hende son, Elemen s o So- ciology (1889) und on J. H. W. S uckenbe g, In oduc ion o Sociology (1889) wie auch seine Sociology... (1903). OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 439 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 55 ion ame ikanische Hochschulen on An ang an ih en es en Pla z und wechsel nich zwischen ju is ischen, philosophischen und wi - scha swissenscha lichen Fakul ä en hin und he . Von den bishe genann en Ini ia o en de akademischen Sozio- logie gel en olgende Pe sönlichkei en als die e s en g oßen ie Soziologen Ame ikas: Les e F. Wa d (1841—1913), de als Nes o angesehen wi d und o nehmlich du ch sein We k „Dynamic Socio- logy" (1883) Ein luß gewinn , wäh end e e s in spä en Jah en zu eine Leh ä igkei an de B own Uni e si y gelang ; — William G. Sumne (1840—1910), de in Yale wi k , do 1876 die e s e Vo - lesung un e dem Ti el Soziologie häl und du ch sein Ein e en ü den ame ikanischen Libe alismus eine gewisse Außensei e olle zu- gesp ochen e häl ; — Albion W. Small (1854—1926), de g oße Ini ia o in Chicago; — F anklin H. Giddings (1855—1931) an de Columbia Uni e si y, de neben seinen bedeu enden heo e ischen We ken zu einem Pionie ü die s a is ische Me hode in de Sozio- logie wi d. — Ih e We ke bilden das klassische Sch i um de ame ikanischen Soziologie, da sie die e s e Wegs ecke diese Wissen- scha beglei en und ebnen. Diese ie Soziologen sind auch die e s en P äsiden en de spä e en „Ame ican Sociological Socie y"60. Als zwei e G uppe bedeu ende Soziologen nenn Howa d W. Odum die auch in de P äsiden scha de Gesellscha nach olgenden Ed- wa d A. Ross in Wisconsin, Geo ge E. Vincen in Chicago, Geo ge E. Howa d in Neb aska und Cha les H. Cooley in Michigan. De Beg i eine nach olgenden Gene a ion deck sich nu mi Ein- sch änkung bei diese G uppe, da sie nach Lebensal e und Wi ksam- kei as zei genössisch mi de e s en sind. — Um jedoch die An- angszei zu cha ak e isie en, dü en die nu in de Leh ä igkei wi kenden Soziologen nich e gessen we den, welche eilweise e s spä e mi ih en We ken he o e en und auch e s iel spä e die P äsiden scha e langen. Es sind dies o allem F ank W. Blackma in Kansas, de jede neue An egung ö de , E wa d C. Hajes, welche mi besonde em Nachd uck die Ve bindung on Soziologie und E hik ans eb , William I. Thomas mi seinen psychologischen Pe spek i en und Cha les C. Hende son, de Haup e e e de angewand en Soziologie in Chicago. Eine Ausnahme bilde de du ch seine Büche ein luß eiche J. H. W. S uckenbe g, de wede selbs leh noch spä e P äsiden wi d. — An diese zwei en G uppe läß sich deu - 60 Vgl. H. W. Odum, a.a.O., S. 247. Als Biog aphien gl. H. W. Odum, Ame ican Mas e o Social Science. New Yo k 1927; Ha is E. S a , William G. Sumne , 1926; A. A. Tenncy, F anklin G. Giddings. In: Columbia Uni e si y Qua e ly. Sep . 1931, S. 321 . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 56 He a H. Jogland 440 lieh ablesen, wie s a k de Mi elwes en am En s ehen de ame ika- nischen Soziologie be eilig is . Be ach e man die We ke de e s en g oßen Vie , so allen bei alle indi iduellen Ve schiedenhei des F ageansa zes Gemeinsam- kei en au . Im G unde sind diese Au o en noch ganz einem sozial- philosophischen Gesam bild e ha e . Ih e Sch i en wi ken gegen- übe den spä e en noch sys emha , obwohl sie im Ablesen de menschlichen Wi klichkei wiede einen Sch i wei e kommen. Im Gegensa z zu de mode nen Li e a u , in de o sich ig on dem Au - decken on Regelmäßigkei en die Rede is , glauben sie noch an das Au inden allgemeine Na u gese ze im Sozialen. Gemeinsam is ihnen auch de noch ungeb ochene Fo sch i sglaube, wobei selbs die k isenha en E scheinungen, welche du ch indus ielle Umwäl- zungen he o ge u en sind, im Sinne des Fo sch i s posi i be- we e we den. Die le z e en scheidende Einhei des Sozialen bleib das Indi iduum, wodu ch die psychologische Sich weise wei e hin e - hal en wi d. — Im Hinblick au die Mo alphilosophie kann gesag we den, daß ih e Impulse übe all spü ba sind, wenn auch ih e Thesen in de Di e enzie ung au ge äche sind und den Themen nach agmen ha au auchen. Obwohl sich die Analogien nu in Einzelanalysen sinn oll da s ellen lassen, seien hie einige Beispiele ange üh . Bei Sumne , dessen De e minismus am s ä ks en is , allen neben dem au Adam Smi h zu ückgehenden Libe alismus besonde s in den „Folkways" die Analogien zu Hume und Fe guson au . De in ganz ande e Weise wi ksame Ein luß on Smi h und Fe guson kann im We ke on Giddings nachgewiesen we den. Sowohl in Wa ds „An h opo-Teleologie" als auch in Smalls In e essen heo ie i die Un e scheidung on physische und sozial-psychische Na u in de Au assung des Indi iduums als dem „P inzip de Syn hesis" deu - lich he o . — Die We ke de zwei en G uppe sind so unhei lich, daß keine Gesam aussage meh möglich is . Die eine Rich ung, S uckenbe g, Hende son und spä e auch Hayes, be on in ch is - lich-sozial e o ma o ische Absich die Suche nach e hischen No men und is s a k on de G undidee de Mo alphilosophie beein luß . Ross, Howa d, Cooley und Vincen gehen me klich on eine zu- sammen assenden sozialphilosophischen Auslegung ab, da diese ja als gegeben gil , und widmen sich meh de wissenscha lichen De ini ion des Sozialp ozesses au G und empi ische Beobach ungen, wobei die Ka ego ie de G uppe allmählich meh in den Vo de g und i . Fü diese Soziologen und ü Thomas und Ellwood spiel die psycho- logische Be ach ungsweise eine he o agende Rolle, und im Zu- sammenwi ken mi de An h opologie kündig sich das En s ehen OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 441 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 57 und Abspal en de neuen Fachgebie e Sozialpsychologie und „Cul u al An h opology" an. Ross sch eib das e s e We k un e dem Ti el „Social Psychology" im Jah e 1908. Zu Zei de G ündung de „Ame ican Sociological Socie y" im Jah e 1905 in Bal imo e ha die ame ikanische Sozioloigie endgül ig ih e Lau bahn als o nehmlich akademische Wissenscha einge- schlagen. Kennzeichnend da ü is , daß auch die P äsiden en diese Gesellscha nunmeh namha e Akademike sind und auch die Mi - gliede as ausschließlich aus den ins i u ionell-akademischen K ei- sen kommen, was bei ande en wissenscha lichen Ve einigungen poli- ische , his o ische und wi scha swissenscha liche A iel sel ene de Fall is . — Mi dem Jah e 1905 soll diese Be ach ung abge- schlossen sein. Zu dem allgemeinen Klima und dem S and de Wissen- scha om Menschen in de damaligen Zei inde Howa d W. Odum die Wo e: „.. . selbs zu An ang des 20. Jah hunde s wa Psycho- logie meis noch Men ale Philosophie, E hik wa Mo alphilosophie und Wi scha swissenscha wie auch Soziologie wu den häu ig iden i- izie als Un e ab eilungen de Mo alphilosophie61." Zusammen assend kann gesag we den, daß es selbs e s ändlich de jeweiligen Be ach ungsweise oblieg , ob die Geschich e de ame i- kanischen Soziologie on do an da ie , wo de Namenswechsel s a inde , ode ob die En wicklung un e dem Thema des sozio- logischen Denkens in Ame ika zu den U sp üngen zu ück e olg wi d. Daß es sich in den siebzige Jah en um kaum meh als eine Umbenennung inne halb eines langen P ozesses handel , dü e in de o liegenden Be ach ung deu lich he o gehoben sein. — Wei e - hin ha sich gezeig , daß das geschich liche We den de ame ikanischen Soziologie so eng mi p ak ischen F agen e knüp is , daß sie als Geschich e de sozialen P obleme und de Ve suche ih e Bewäl i- gung e schein . Das gil sowohl ü die Zei o 1905 als auch ü die nach olgende En wicklung. Die ame ikanische Si ua ion eine we denden Gesellscha is wenig gescha en ü das Aus ei en g oße sozialphilosophische Syn hesen, — ielmeh we den on neuen Theo ien aus ande en Lände n die ü den ak uellen Geb auch no - wendigen P ämissen übe nommen. Eine besonde e Rolle komm hie - bei de Scho ischen Schule zu, da sie die ü eine Wissenscha om Menschen und om Sozialen no wendigen neuzei lichen P ämissen übe haup e s se z , ohne dabei in Wide sp uch zu de e o mie en Religion zu ge a en. Da aus esul ie ein geis iges Klima, welches heu e noch lebendig is und abgesehen on eine gewissen In ellek- 61 H. W. Odum, a.a.O., S. 17. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 58 He a H. Jogland 442 ualisie ung noch kaum his o ische Wandlungen au weis . Bei allen gelegen lichen Ismen aus den Na u wissenscha en und de Philo- sophie ha sich die Theo ie de „Human Na u e" imme noch als die aussich s eichs e Hypo hese e wiesen62. Die ame ikanische Soziologie is auch in ih e En s ehungszei g undsä zlich gegenwa sbezogen und empi isch. Aus de s a ken Gegenwa sbezogenhei e gib sich die Diskon inui ä de Themen, welche unhis o isch wi k . Die spezi ische Be onung on Teilgebie en wie de Mino i ä en agen, Einwande e p obleme, Mig a ion, Mo- bili ä , Rassen agen, soziale Kon olle, Communi y-Fo schung usw. is jedoch ein ge eue Spiegel de sozialen P oblema ik Ame ikas, de en immanen e Bedeu ung ü die ame ikanische Gesellscha kaum du ch die Li e a u , sonde n nu du ch die pe sönliche E ah ung des ame ikanischen All ags annähe nd beg i en we den kann. — Un e dem Beg i des Empi ischen e be gen sich die e schie- dens en Aspek e, welche du chaus his o ische Momen e au weisen. — U sp ünglich bedeu e Empi ie nu die geände e Sich wei e; eine Abkeh on allen spekula i en Theo ien übe die menschliche Ge- sellscha und die Zuwendung zu a sächlichen E ah ung inne halb de selben. Übe se z au ame ikanische Ve häl nisse wu de die an sich e olu ionie ende Wende zu Neuzei zu einem no wendigen Gebo . Fü eine Na ion aus Na ionen mi Menschen on e schie- dens e He kun , in welche die jeweiligen Beg i e on E be und T adi ion ih en allgemein e bindlichen We e lo en haben, gal es, ein neues einigendes Band zu inden. Die in Ame ika neua ige E ah ung des exis enzno wendigen Auskommens mi den Mi men- schen, den Nachba n, ja des po en iellen We es eines jeden Mi - menschen e binde sich mi den Thesen de Scho en, mi de g und- sä zlich sozialen Beding hei des Menschen und dessen Soziabili ä , welche in de in Analogie zu ch is lichen Nächs enliebe gescha enen Sympa hiemo al ih O dnungsp inzip inden. Die neue Einhei is mo alisch; sie wi d un e dem D uck de Ö en lichkei he ges ell . In diese .Soziale hik aus E ah ung, übe nommenen P ämissen und p ak ischem Ges al ungswillen is das ame ikanische Gebo de An- passung wei gehend einbezogen. Auße dem dokumen ie sich anhand de selben die on An ang an ü Ame ika so cha ak e is ische P ädominanz de Gesellscha o dem S aa . Neben de allgemeinen empi ischen .Sich weise, welche e hal en bleib , zeig sich ein Wandel bei den als empi isch e ach e en Me ho- 62 Es ha zwa nich an K i ik ge ehl , doch wa diese nich s a k genug, um einen allgemeinen Zwei el zu e egen. Vgl. Ellswo h Fa is, The Na u e o Human Na u e. New Yo k 1937; zu K i ik an de Sympa hiemo al, Max Schele , Wesen und Fo men de Sympa hie. Bonn 1923. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 443 Die An änge de ame ikanischen Soziologie 59 den. Es soll hie nich on dem wissenscha sgeschich lich beding en Au kommen eines Me hodenplu alismus gesp ochen we den, sonde n on de Bewe ung eine Me hode als empi ische . Die En wicklung beginn bei de in ospek i en Me hode, de In ui ion und eine in den An ängen s ehenden kompa a i en Me hode. Im Lau e de Zei e lage sich de Schwe punk dessen, was als empi ische Me- hode e e ba e schein , imme meh au P ozedu en, die ein objek i es Messen e lauben. Die u sp ünglich ech subjek i en Me hoden ge a en zunehmend in den Ve dach , übe haup unwissen- scha lich zu sein, ganz abgesehen da on, daß sie bei k i ische Be- ach ung in ielen Fällen doch die ul ima a io da s ellen. — Mi de Zunahme de Beobach ungsda en ände sich auße dem schwe - punk mäßig de Gegens and soziologische Be ach ung. An angs bil- de in nai e Schau „die" Gesellscha den Mi elpunk . Mi de Di e enzie ung dieses E kenn nisgegens andes konzen ie sich all- mählich das soziologische Denken au die Theo ie übe die Gesell- scha , au die Theo ie des Sozialen und die Theo ie on den sozialen K ä en. Heu e is die Me hodologie zum Mi elpunk de Be ach- ung gewo den; die F age, wie die sozialen Vo gänge übe haup wissenscha lich e aß we den können, s eh im Vo de g und. Als d i es Momen des Empi ischen s ell sich das p ak ische Tun da . Es is de Be eich des sozialen Expe imen s im p ak ischen Leben, dem im G unde alle soziologischen Ans engungen dienen soll en. — Die Zusammena bei zwischen Wissenscha und P axis is in Ame ika eine Reali ä , wäh end sie in Eu opa noch wei gehend ein Wunsch aum bleib . Nich nu au dem wei en Gebie de Sozial- a bei , sonde n auch in S i ungen, Regie ungsbü os usw. inden Soziologen als anges ell e Gu ach e ein b ei es Wi kungs eld. Die ö en liche Funk ion de Soziologie is o ganisie im „Team", in Kollek i a bei , in Ve eilung des Ma e ials au e schiedene Be- a bei e . Die Einhei lichkei lieg dabei in de Me hode. Alle dings ließ dabei eine ungenann subjek i e Bewe ung und Beu eilung du ch den Lei e des Teams ein, die wesen lich wi d, da auch heu e nich de S aa , sonde n die Gesellscha das einzig eale Zen um bilde . — F ag man nach de eigen lichen T iebk a des ganzen p ak ischen Tuns, so zeig sich in de P axis das E be des 18. Jah - hunde s in eins e Fo m. Es is de Fo sch i sglaube, die g und- sä zliche Annahme de Besse ungs ähigkei des Menschen und de Gesellscha , de Melio ismus, — jene Glaube, de Vo ausse zung ü das En s ehen de Soziologie wa , und de en eigen liches Agens e heu e noch da s ell . Wie seh diese Glaube als Be ei scha zu Ak ion auch in de b ei en Ö en lichkei e ha e is , beweis die Vielzahl de eiwilligen und unbezahl en Mi a bei e , welche neben OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33 60 He a H. Jogland 444 den Fachk ä en in unzähligen o iziellen und p i a en O ganisa io- nen und Ins i u ionen einen cha i a i en Diens un. — Die soziale Ak ion dehn sich allmählich auch au die Lände auße halb No d- ame ikas aus, insbesonde e au A ika und Südame ika. Cha i y wi d dabei meh und meh als Mission beg i en. Ausgehend on de Au - assung, daß die Hebung des Lebenss anda ds die Vo ausse zung ü Zi ilisa ion sei, ha sich hie eine neue Ve sion de englischen „Whi e Man's Bü den" e geben. De We gesich spunk ha sich dabei on Eu opa au Ame ika e lage . Zi ilisa ion is nich nu de eigene S anda d, sonde n uni e sell die E klä ung de Menschhei sgeschich e anhand des „Ame ican Way o Li e". Und da aus e gib sich die G undeins ellung gegenübe den sogenann en un e en wickel en Län- de n, welche de Maßs ab ü die E ziehungshil e und die echnische Aus üs ung is . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.82.4.407 | Gene a ed on 2023-04-04 11:31:33