Binnenwanderung und Lohnhöhe. Eine Analyse der Binnenwanderungen in der Bundesrepublik in den Jahren 1957-1967 im Hinblick auf die Frage ob Wanderungen "lohngerichtet'" sind
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Adebahr, Hubertus Article Binnenwanderung und Lohnhöhe. Eine Analyse der Binnenwanderungen in der Bundesrepublik in den Jahren 1957-1967 im Hinblick auf die Frage ob Wanderungen "lohngerichtet'" sind Schmollers Jahrbuch für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften Provided in Cooperation with: Duncker & Humblot, Berlin Suggested Citation: Adebahr, Hubertus (1969) : Binnenwanderung und Lohnhöhe. Eine Analyse der Binnenwanderungen in der Bundesrepublik in den Jahren 1957-1967 im Hinblick auf die Frage ob Wanderungen "lohngerichtet'" sind, Schmollers Jahrbuch für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, ISSN 0036-6234, Duncker & Humblot, Berlin, Vol. 89, Iss. 5, pp. 557-578, https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/291199 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Binnenwanderung und Lohnhöhe Eine Analyse der Binnenwanderungen in der Bundesrepublik in den Jahren 1957—1967 im Hinblick auf die Frage ob Wanderungen „lohngerichtet" sind Von Hubertus Adebahr, Berlin I. Vorbemerkungen „Die tendenzielle Angleichung der Löhne, die uns das Konkurrenzmodel im großen und ganzen erwarten läßt, beruht im wesentlichen auf der Wanderung der Arbeitskräfte von schlechter bezahlten zu besser bezahlten Posten1 " Diese These, die sich in ähnlicher Form häufig in Beiträgen zu Lohnund Mobilitätsfragen findet, schreibt dem Lohn, genaiuer den Lohndifferenzen, eine wesentliche Lenkungsfunktion auf dem Arbeitmarkt zu2. Gewöhnlich werden derartige Aussagen mit der Einschränkung versehen (so auch bei Rothschild3), daß dieser Lenkungsmechanismus durch mannigfache Einflußfaktoren abgeschwächt oder modifiziert werden kann. Offen bleibt dabei die Frage, welches Gewicht den Lohndifferenzen im Reigen der anderen Faktoren, die die Verteilung der Arbeitskräfte beeinflussen, zukommt. Sind Lohndifferenzen wirklich das gewichtigste Mobilitätsmotiv, wie es obiges Zitat nahelegt? — Im folgenden wird dieser generellen Frage in einer empirischen Teiluntersuchung nachgegangen. Es wird versucht, anhand der Entwicklung der Binnenwanderungen4 in der Bundesrepublik in den Jahren 1957—1967 die These zu verifizieren oder zu falsifizieren, daß Wanderungen stets Orte oder genauer Arbeitsplätze höheren Lohnes zum Ziel haben. * Kurt W. Rothschild: Lohntheorie. Berlin u. Frankfurt 1963. S. 93 f. (Hervorhebung von mir). 2 Vgl. Heinz Lampert: Bestimmungsgründe und Lenkungsfunktion branchenmäßiger und regionaler Lohnunterschiede. In: Lohnpolitik und Einkommensverteilung. Verhandlungen auf der Tagung des Vereins für Socialpolitik, Gesellschaft für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften, in Berlin 1968. Berlin 1969. S. 439 ff. — M. A. Zaidi: Structural Unemployment, Labor Market Efficiency and the Intrafactor AIlocation Mechanism in the United States of America. South. Ec. Journal, Vol. 35 (1969), S. 205. 3 Rothschild: a.a.O., S. 94 ff. 4 Unter Binnenwanderungen sollen hier alle Ortswechsel von Personen verstanden werden, die mit einer Wohnsitzverlegung über die Gemeindegrenzen hinweg, aber innerhalb der Grenzen der BRD verbunden sind. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
558 Hubertus Adebahr Diese These scheint zunächst von der Theorie her eine Trivialität zu beinhalten. Denn wenn man von der gerechtfertigten Annahme rationalen Verhaltens der Wandernden im Sinne eines Strebens nach erhöhtem persönlichen Wohlstand ausgeht, wird der Wanderungsentschluß nur dann gefaßt werden, wenn der durch die Wanderung verursachte Wohlstandszuwachs größer ist als die durch sie verursachte Wohlstandsminderung. Abweichungen von dieser Handlungsmaxime können nur auf einem Irrtum des Wandernden, also mangelnder Markttransparenz beruhen. Allerdings dürfte bei Wanderungen der Fall, daß Arbeitskräfte sich bietende Chancen infolge mangelnder Transparenz nicht wahrnehmen und daher nicht nutzen, von weit größerer praktischer Bedeutung sein als der vorher angesprochene Fall, daß Arbeitkräfte infolge zu günstiger Beurteilung einer Situation sich durch ihr aktives Handeln selbst Schaden zufügen; denn Wanderungen, d. h. mit Umzügen verbundene Arbeitsplatzwechsel, stellen für jeden Haushalt einen schwerwiegenden Entschluß dar und werden daher im allgemeinen sorgfältig erwogen. Mit der Abschwächung dieses Einwands wird jedoch die Ausgangsfrage (ob nämlich die Wandernden zu den höheren Löhnen wandern) nicht problemlos. Es verbietet sich nämlich, die durch die Wanderung verursachte Wohlstandserhöhung mit der Erhöhung des Lohneinkommens und die Wohlstandsminderung mit den durch die Wanderung verursachten materiellen Aufwendungen (z. B. Umzugskosten) gleichzusetzen. Es ist vielmehr ganz offenbar, daß die Wandernden andere Subjekte und daher nicht oder schwer quantifizierbare Faktoren in ihr Wohlstands-Kalkül einbeziehen. Dazu gehören u. a. familiäre, kulturelle und religiöse Bindungen, klimatische und landschaftliche Präferenzen, das eingebildete oder tatsächliche Prestige, das die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Beruf oder zu einem bestimmten Unternehmen vermittelt5. Das Gewicht, das derartige Faktoren bei Wanderungsentscheidungen haben, ist selbst bei völlig gleichartiger wirtschaftlicher Konstellation von Individuum zu Individuum verschieden und entzieht sich daher einer Verallgemeinerung. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, welches Gewicht dem Einflußfaktor Lohnhöhe bei Wanderungsentscheidungen zukommt. Ließe sich nachweisen, daß das Gros der Wanderungen „lohngerichtet" 5 Vgl. u.a. Alfred Kruse: Art. Wanderungen (II). In: HdSw Bd. 11. Stuttgart 1961. S. 506. — Lampert: a.a.O., S. 442. — Lowell E. Gallaway: Labor Mobility, Resource Allocation, and Structural Unemployment. The Amer. Ec. Rev. Vol. 53 (1963), S. 696 ff. (Er weist auch auf die Rolle der Gewerkschaften hin, die durch bewußte Angebotsbeschränkung eine zusätzliche Beeinträchtigung der Lenkungsfunktion des Lohnes bewirken können.) — Joyce R. Long: Labour Turnover under Füll Employment. University of Birmingham Studies in Economics and Society. Monograph AZ. Birmingham 1951. S. 92. — OECD (Hrsg.): Wages and Labour Mobility. Paris 1965. S. 63 f., 91. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 559 ist, wäre der Beweis erbracht, daß dem Einflußfaktor Lohnhöhe von den Wandernden eine hervorragende Bedeutung beigemessen wird, und die obige These hätte einen empirischen Falsifikationstest bestanden. Diese allgemeine Schlußfolgerung wäre allerdings mit einigem Vorbehalt zu versehen; denn von einer Vorrangstellung des Teilziels „Einkommenserhöhung" könnte nur dann gesprochen werden, wenn ein Konflikt mit anderen Teilzielen bestände und der Wandernde durch seinen Entschluß den Beweis lieferte, daß er dem Teilziel „Einkommenserhöhung" den höheren Rang einräumt. Eine solche Konfliktsituation wird zwar in den meisten Fällen gegeben sein, aber sicher nicht immer in der „reinen" Form, daß e i n Teilziel (Lohnerhöhung) mit anderen Teilzielen konkurriert. Häufig dürfte vielmehr der Fall sein, daß die Wanderung außer dem Teilziel Einkommenserhöhung auch eines oder mehrere andere Teilziele positiv beeinflußt (z. B. schönere Landschaft, bessere kulturelle Versorgung u. ä.). In diesen Fällen erlaubt die Tatsache, daß die Wanderungen in Richtung der höheren Löhne gehen, nicht den Schluß, die Einkommenserhöhung wäre das vorrangige Teilziel. Die exakte Überprüfung der vorgenannten These mit Hilfe der amtlichen Statistik ist schon aus diesem Grunde schwierig. Selbst wenn sich nachweisen ließe, daß die Wanderungsströme in die Richtung höherer Löhne gehen, bedürfte ein solches Ergebnis eigentlich einer weiterführenden Analyse hinsichtlich der Wanderungsmotive. Immerhin böte aber schon ein solches Ergebnis einen relativ sicheren Anhaltspunkt dafür, daß die Lohnhöhe ein vorrangiges Wanderungsmotiv ist, zumal man abseits aller theoretischen Überlegungen aufgrund der Lebenserfahrung vermuten kann, daß bei freiwilligen Wanderungen die Lohnhöhe einen entscheidenden Wanderungsanreiz darstellt. II. Das statistische Ausgangsmaterial Mit Hilfe des für die BRD zur Verfügung stehenden statistischen Materials ist es jedoch nicht möglich, einen solchen Nachweis auf direktem Wege zu führen. Voraussetzung dafür wäre nämlich eine Aufbereitung des Materials in der Weise, daß ein Lohnvergleich vor und nach der Wanderung vorgenommen werden könnte. Denkbar wäre etwa eine Aufgliederung der Abwanderungen nach den Herkunftsund den Zielbranchen. Hieraus könnte man durch direkten Vergleich der Branchenlöhne ermitteln, ob die Wanderungen vorwiegend lohngerichtet waren. Es ist allerdings zu bemerken, daß eine solche Statistik, selbst wenn sie nur für die mehr als 30 in der amtlichen Statistik aufgeführten Industriezweige erfolgte, die Ermittlung von rd. 1000 zusätzlichen Daten erfordern würde, die sich bei der notwendigen UnterteiOPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
560 Hubertus Adebahr lung nach Qualifikationsstufen, Geschlecht und Ländern vervielfältigen müßten6. Derartige Statistiken stellt — soweit ersichtlich — die amtliche Statistik nicht zur Verfügung. Sie beschränkt sich vielmehr darauf, die Gesamtbinnenwanderung nach Bundesländern aufzugliedern, so daß man daraus ersehen kann, erstens wie hoch die Abwanderungen aus einem Land waren und in welche Länder sie gegangen sind und zweitens wie hoch die Zuwanderungen in ein Land waren und aus welchen Ländern sie kamen. Daraus sind dann die Wanderungssalden errechnet, die darüber Auskunft geben, ob und gegenüber welchen Ländern ein Land Wanderungsüberschüsse oder -defizite hat. Schließlich sind die Zuund Abwanderungen der Länder in fünf Gemeindegrößenklassen unterteilt, die aussagen, in welche Gemeindeklasse die Abwanderungen anteilig gegangen bzw. aus welcher Gemeindeklasse die Zuwanderungen anteilig gekommen sind, nicht aber, in welche Länder sie gegangen bzw. aus welchen Ländern sie gekommen sind. Auch die Statistik „Wanderungen nach kreisfreien Städten und Landkreisen" hilft nicht weiter, weil man über die Herkunft der Zuzüge nur erfährt, ob sie aus einem anderen Landkreis oder einer kreisfreien Stadt im gleichen Land oder aus einem anderen Bundesland stammen; entsprechendes gilt für die Fortzüge. Das zwingt dazu, sich darauf zu beschränken, aus den gegebenen Zahlen einige im Hinblick auf die gestellte Frage aussagekräftige Indizien zu gewinnen. Als Quellen wurden für diese Untersuchung neben den Statistischen Jahrbüchern für die Bundesrepublik Deutschland hauptsächlich diverse Sonderstatistiken des Statistischen Bundesamts herangezogen. Diese Statistiken sind nach sachlichen Gesichtspunkten in „Fachserien" eingeteilt. Innerhalb der Fachserie A: Bevölkerung und Kultur, erscheint mit Reihe 3: Wanderungen, eine spezielle vierteljährliche Wanderungsstatistik, deren Ergebnisse später jeweils zu einer Jahresstatistik zusammengefaßt werden. Außerdem wurden die Fachserie M: Preise, Löhne, Wirtschaftsrechnungen, Reihe 15, zur Ermittlung der Lohnentwicklung und die Fachserie D: Industrie und Handwerk, Reihe 1, zur Ermittlung der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und der Industrieumsätze herangezogen. III. Auswertung des Materials Eine Überprüfung der Entwicklung des Binnenwanderungsvolumens in den Jahren 1958—1968 ergab, daß die Binnenwanderungen in die6 Die Notwendigkeit der weiteren Untergliederung ergibt sich, um Vergleichbarkeit herbeizuführen. Zu diesem Zweck sind außer der Branchenunterschiedlichkeit möglichst alle anderen Unterschiede zu eliminieren, die einen Einfluß auf die Höhe des Lohnes haben. Nur für derart homogene Gruppen kann man mit Exaktheit nachweisen, ob der Branchenwechsel in Richtung höherer Löhne ging. (Vgl. dazu Lampert: a.a.O., S. 377 f.). OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 561 ser Zeit um rd. 11 °/o7 zugenommen haben. Auch die Wanderungen zwischen den Ländern einerseits und innerhalb der Länder anderseits wuchsen mit ähnlicher Rate (rd. 10% und rd. 12%). Bezogen auf die Einwohnerzahl sind jedoch insbesondere auch die Wanderungen zwischen den Ländern mit 17,4 pro Tausend für 1968 gegenüber 18,0 pro Tausend für 1958 fast konstant geblieben, d. h. sie sind im gleichen Tempo wie die Bevölkerungszahl gewachsen. Es hat also den Anschein, als gäbe es so etwas wie ein „normales" Wanderungsvolumen. Die Kürze des betrachteten Zeitraumes läßt allerdings eine solche Interpretation nicht zu. — Darüber hinaus ist zu konstatieren, daß die Wanderungen innerhalb der Ländergrenzen weit mehr als das Doppelte der Wanderungen zwischen den Ländern betragen: Für 1968 ergab sich für Wanderungen zwischen den Bundesländern die Zahl von 1 049 800 und für Wanderungen innerhalb der Bundesländer 2 567 800 8. Darauf ist deswegen hinzuweisen, weil im folgenden ausschließlich mit den Wanderungen zwischen den Ländern gearbeitet wird, weil die Analyse der Wanderungen innerhalb jedes einzelnen Bundeslandes im Rahmen dieses Beitrages nicht zu bewältigen ist. 1. Im ersten Schritt der Untersuchung wurden die Lohnentwicklung und die Entwicklung der Wanderungen in den einzelnen Ländern gegenübergestellt, um zu überprüfen, ob eine Parallelentwicklung zu beobachten ist, die auf eine Korrelation beider Phänomene schließen läßt. Zu diesem Zweck sind in Tabelle 1 a (im Anhang) die durchschnittlichen Bruttostundenverdienste der Industriearbeiter in den Ländern für 1957—1968 zusammengestellt. Man sieht, daß während des ganzen Zeitraumes zwischen den Ländern z. T. erhebliche Lohndifferenzen bestanden und noch bestehen. Zwischen Hamburg und Bayern betrug sie 1968 1,12 DM. In Tabelle 1 b (im Anhang) sind die Rangziffern der Länder in der Lohnhierarchie für 1957—1968 angegeben. Auf den ersten Blick fällt auf, daß Hamburg und Bayern ihren Platz über den gesamten Zeitraum halten. Relativ konstant sind auch die Rangziffern von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und BadenWürttemberg. Bei den Ländern mit stärker schwankender Rangziffer insbesondere bei den Positionen 5 bis 7 erkennt man, daß die Schwankungen großenteils auf den sehr geringen Lohndifferenzen zwischen manchen Ländern beruhen, die einen Positionswechsel schon bei minimalen Verschiebungen bewirken, ohne daß sie einschneidende Änderungen signalisieren. In der Tabelle 2 (im Anhang) sind für 1957 bis 1968 die Wanderungssalden der Länder aufgeführt. Die Wanderungssalden wurden 7 Errechnet nach Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Fachserie A: Bevölkerung und Kultur, Reihe 3: Wanderungen, 1967, S. 4. 8 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Fachserie A: Bevölkerung und Kultur, Reihe 3: Wanderungen, 4. Vierteljahr 1968, S. 4. 36 Schmolle« Jahrbuch 89,5 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
562 Hubertus Adebahr deshalb gewählt, weil sie auf einen Blick eine Übersicht über die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Zuund Abwanderungen in den Ländern ermöglichen. Die Tabelle zeigt bemerkenswerte Veränderungen der Wanderungssalden in den letzten zehn Jahren. Länder mit hohen Wanderungsdefiziten zu Beginn der Untersuchungsperiode wie Schleswig-Holstein und Bayern weisen 1968 hohe Wanderungsgewinne auf oder haben doch ihre Defizite kontinuierlich verringert (Niedersachsen), und Länder mit anfänglich hohen Wanderungsgewinnen (Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen) sind zu Defizitländern geworden bzw. verringerten ihre Gewinne (Baden-Württemberg). Hessen hatte schon zu Beginn des Untersuchungszeitraumes Wanderungsgewinne und vergrößerte sie bis 1968 ständig. Das Saarland weist Schwankungen seiner Salden auf, die sich jedoch mit dem 1957 erfolgten Anschluß des Saarlandes an die Bundesrepublik erklären lassen. In den drei dem Wiederanschluß folgenden Jahren nämlich ergibt sich abrupt eine positive Wanderungsbilanz, die danach wieder negativ wird. Die Defizite steigen in den folgenden Jahren ständig an. Rheinland-Pfalz ist das einzige Land, für das keinerlei Kontinuität der Entwicklung der Wanderungssalden festzustellen ist. Aus dem Vergleich der Entwicklung der Lohnhöhe mit den Wanderungssalden der Länder (Tab. 1 und 2) läßt sich kein offensichtlicher Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen ablesen. Zwar kann man für das Ausgangsjahr für die drei ersten der Lohnrangfolge (Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen) beachtliche Wanderungsgewinne und für die beiden letzten (Bayern und Rheinland-Pfalz) beachtliche Wanderungsdefizite feststellen, jedoch gilt das nicht für die anderen Länder, die unabhängig von der Lohnrangfolge stark unterschiedliche Defizite oder Gewinne aufweisen. Wichtiger aber ist, daß im Zeitverlauf die Hochlohnländer (Hamburg, Bremen, NordrheinWestfalen) steigende Wanderungsdefizite aufweisen, während typische Tieflohnländer (Bayern, Saarland, Rheinland-Pfalz) steigende oder wechselnde Wanderungsgewinne zeigen. Diese globale Gegenüberstellung liefert also keine Bestätigung der zur Diskussion stehenden These. Es ist hierbei auf zweierlei hinzuweisen: (1) Der Entwicklung der Industriearbeiterlöhne hätten korrekterweise die Wanderungen der Industriearbeiter gegenübergestellt werden müssen und nicht die Gesamtwanderungen, wie es geschehen ist. Entsprechendes statistisches Material liegt jedoch nicht vor. Das Verfahren ließe sich jedoch rechtfertigen, wenn das Lohngefälle zwischen den Ländern einem allgemeinen Einkommensgefälle entspräche. (2) Das Ergebnis der Gegenüberstellung widerlegt nicht die vorangestellte These. Denn Wanderungsdefizite von Hochlohnländern können entstehen, indem Arbeitskräfte des Hochlohnlandes aus WirtOPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 563 schaftszweigen mit niedrigem Lohn in Wirtschaftszweige mit höherem Lohn eines Niedriglohnlandes abwandern. 2. Im nächsten Schritt wurden die Entwicklung der Industriebeschäftigten und der Industrieumsätze in den Ländern als Indikatoren der industriellen (wirtschaftlichen) Expansion untersucht. Zugrunde lag der Gedanke, daß eine deutliche Übereinstimmung zwischen der industriellen Entwicklung der Länder und ihren Wanderungssalden den Schluß zuließe, daß die Wandernden vorwiegend von den expandierenden Industriezweigen attrahiert wurden. Bei solchen Wanderungen aber, die durch die Attraktion eines oder mehrerer wachsender Industriezweige ausgelöst werden, dürfte die Lohnhöhe eine vorrangige Rolle als Wanderungsmotiv spielen. Die Tabellen 3 und 4 (im Anhang) zeigen die Entwicklung der Industriebeschäftigten bzw. des Industrieumsatzes im Untersuchungszeitraum nach Ländern. Dabei ist sowohl bei den Beschäftigtenzahlen als auch bei den Umsätzen eine sehr differenzierte Entwicklung zu registrieren. Die Veränderungen der Beschäftigtenzahlen, bezogen auf das Ausgangsjahr 1957, bewegen sich zwischen +19,0% in Bayern und — 10% in Nordrhein-Westfalen. (Die Zahl von — 14,2% für das Saarland ist streng genommen nicht vergleichbar, weil sie sich auf einen anderen Zeitraum, 1959—1968, bezieht.) Eine entsprechende Zusammenstellung von Hebe 9 für die Zeit von 1950—1962 bestätigt das Ergebnis. — Die Industrieumsätze (Tabelle 4 im Anhang) sind, wie nicht anders zu erwarten, in allen Ländern gestiegen, allerdings mit unterschiedlichen Wachstumsraten. Ein Vergleich der beiden Tabellen zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Beschäftigtenund Umsatzentwicklung. Die Länder mit dem höchsten Beschäftigtenwachstum (Bayern, Hessen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz) verzeichnen auch die höchsten Umsatzzunahmen. Die Länder mit schrumpfenden Beschäftigtenzahlen (Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen und das Saarland) verzeichnen auch die geringsten Umsatzzunahmen. Vergleicht man nun die Entwicklung der Industriebeschäftigten (Tabelle 3) mit der Entwicklung der Wanderungssalden der Länder (Tabelle 2), so zeigt sich eine deutliche Parallelentwicklung, d.h. in Ländern mit ansteigenden Wanderungsgewinnen oder sinkenden Wanderungsdefiziten steigt die Zahl der Industriebeschäftigten. Das gilt für Bayern mit dem höchsten Beschäftigtenwachstum von 19,0%, für Hessen mit 15,8%, für Niedersachsen mit 13,6%, für Rheinland-Pfalz mit 11,2% und für Schleswig-Holstein mit 6,7%. Die einzige Ausnahme 9 Wolfgang Uebe: Industriestruktur und Standort, prognosstudien 1. Stuttgart 1967. S. 77. 36* OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
564 Hubertus Adebahr scheint Baden-Württemberg zu bilden, das trotz ständig fallender Wanderungsgewinne einen erheblichen Beschäftigtenzuwachs von 12,1% erzielte. Eine plausible Erklärung erhält man, wenn man in der folgenden Tabelle die Zuwanderungen und Abwanderungen für 1957 und 1967 für Baden-Württemberg miteinander vergleicht. Es zeigt sich, daß Wanderungen zwischen den Bundesländern (in 1000) Zuwanderungen Abwanderungen 1957 1967 1957 1967 Schleswig-Holstein 61,5 79,2 68,4 66,0 58,1 56,0 49,3 67,1 Niedersachsen 113,7 135,1 177,2 142,3 Bremen 30,0 27,5 18,7 27,5 Nordrh.-Westfaleu 236,4 176,8 186,1 215,7 Hessen 99,9 121,1 94,5 102,5 Rheinland-Pfalz 81,3 85,1 84,1 85,8 Baden-Württemberg 148,1 155,2 124,5 136,8 Bayern 119,2 138,5 149,4 117,1 Saarland j 10,6 17,0 12,6 21,5 Quelle: Stat. Jahrbuch f. d. BRD 1959, S. 59. — Statistisches Bundesamt, Fachserie A: Bevölkerung und Kultur, Reihe 3: Wanderungen, 1967, S. 9. die Zuwanderungen gegenüber 1957 beträchtlich gewachsen sind, daß aber die Abwanderungen noch stärker zunahmen. So erklärt sich das Absinken des Wanderungsgewinns. Wenn man nun unterstellt, daß die Zuwanderer überwiegend in der Industrie Beschäftigung suchten (was bei einem Land mit stark expandierender Industrie wie Baden-Württemberg sehr wahrscheinlich ist), während die Abwanderer zum Teil aus nicht-industriellen Zweigen stammen, läßt sich die These aufrechterhalten, daß das Wachstum der Industriebeschäftigten aus den absolut zunehmenden Zuwanderungen gespeist wurde. Bei den anderen Ländern mit wachsenden Defiziten (Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen und Saarland) sinkt bzw. stagniert die Zahl der Industriebeschäftigten (Tabelle 3). Ein Blick auf obige Tabelle zeigt, daß das in den ersten drei Fällen im Gegensatz zu Baden-Württemberg bei Abnahme der Zuwanderungen und gleichzeitigem Anstieg der Abwanderungen erfolgt. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
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572 Hubertus Adebahr HS a ed Tf CM o> o 00 CM ÌQ g co g Oì io t^ IO E co £ co o CM rf 00 CO CM IO co IO u T—< co CM Cvi Tf t^ es CO 1 1 + + + 1 1 1 1 1 1 1 S CO CO CM co CO CO Oì CM o CM co co io o> CM r— io ss s CO o co tr-s T 1 « IO CM co co o co CM 00 Oì o CM y—t C<I CM CM PQ 1 1 1 + + + + + + + + + . ti CS J3 S in Tf o IO 0 01 o> IO 3 io Ti« CM CM CO CM o f—t CM S Oì CO TT o CM Tf i * CO CM CM CM IO co CM TT CM Oì 00 + + + + + + + + + + + + rà JZ N s t> s to 00 o CO 00 IO 8 IO o o CM 5 Si 00 IO CO io t^ 8 o .S « s «*« A ^ tó CM 1 1 io 1 00 1 1 + + 1 + CM + 1 CM 1 d o a CM ro> ss CM co co co co s io co ^ co co CM 00 Oì CO s ^ IO s T CD « co co o> co 00 T—H CM o CM ss 00 y—4 CM CM CD « + + + + + + + + + + + + . d lH (9 § co co TT o Oì TT 00 IO 8 o CO CM co 8 00 £ s co Io CM i 00 CM S g « g t-00 CM o> CM 00 CM o co 00 CO o CO + + + 1 1 1 1 1 1 l 1 1 d a <D co co co o CM a IO co o ^ 5 io Tf 00 Oì 00 s Io 00 CO co 5 IO d a <D £ io Oì CM cg ö + + + + + + + + + + 1 1 A s 45 m t— io CM SS o 00 co CM i 00 CM o co IO 00 CM Ci TT o CM s io Oì 00 CM CM 'S £ « Ä » co co 1 9 i co co 1 o> CM 1 co CM 1 00 1 t^ 1 CM 1 Oì 1 oo 1 t^ 1 r^ 1 bfi h d co CM t— CM Ti» 00 co 8 co 00 00 CM s TT CM IO CM CO Ì Oì to CM wQ B 00 io io co «t CO Oì co CM ^ es M + + + + 1 1 1 1 1 1 1 1 « ¿2 JE « cd ® CO O O CD 00 Ol (D ^ (N 3 00 00 IO IO CO CO IO CO T co co ^ io t^ Tf i-" CM CO 00 CM ^ O IO M rn N Tt N N 00 co oo co rr co co I + + + + + + + + hdOOlOHMfOTfiOiOhOO loioiocococococococococo OìOìOìOìOìOìOìOìOìOìOìOì OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 573 i 2" bß £ £ 2 ^ Q) cn oo o" TT CO U 1 Saarland cT ff^ kO - 14,2 % 1 Bayern 1 1067 1270 19,0% - BadenWürttbg. 1288 1 444 12,1 % Rheinld.- Pfalz $ 8 CO CO 11,2% m Hessen 1 i o" 00 CM Nordrh.- Westfalen 2817 2 535 - 10,0 % o> Bremen CO Tf o o> 00 00 1 00 Niedersachsen O CO CO CM co r— CO co" CO Hamburg 22 8 o> CO 1 r^ Schlesw.- Holstein TT IO co r^ <o~ CO 1957 1968 Wachstumsraten Rangziffern OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
574 Hubertus Adebahr s? Q :S J •e « ti v « « H i £ S i5 w 199 551d) 405 599 o" S 1 Saarland u —< CM © m c5 »o o" rt CM 1 Bayern 24 866 57 232 # CO - BadenWürttbg. 31449 66 656 .o o CM Rheinld.- Pfalz 9246 21 278 o CO CM Hessen 14800 32 536 o CM CO Nordrh.- Westfalen 80 926 135 623 o> Bremen 3 699 6 664 g Niedersachsen 19340 40 377 § »o Hamburg 9861 16 782 r^ 00 Schlesw.- Holstein 5 363 10 326 c? CO o> CO 1957 1968 s s CD •e « * 0 N Rangziffern 4> « rH £ 'S « J s « * 5 ^ er. g fl M O fl ° o co M •r » V £ co WD 00 VO 00 0 0\ V T3 CS 0 tt T3 r-l A .. « •e .2-2 1 s'f ON -S S IO ON • w U ~ Ö :0 VN a s 4-» Sjè fl CO A N 0 fl CQ fl « 00 ^ V CQ •e . I CO N 1 !a 2 à se TS 0) PQ 1 « U \ 0 fl J o LO be ^ fl »-I JJ M V ON :CO bD 00 V rH ® H3 fl V Ö« 0 PQ "'S 2 ns ® 1 . 0 1 «4M "0 * A "C 53 Si -Q » 00 0 T3 « fl "3 CO • 6 « J « C/3 fl V fl E « £ .fl O a ^ (j 0 OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 575 Tabelle 5: Beschäftigtenwachstum und Lohnhierarchie in expansiven Industriezweigen Beschäftigtenwachstum Rangziffern in der Lohnhierarchie 1956—62 in v. H.a) 1963—68 in v. H.b) von 46Industriezweigen im Juli 1967e) Kunststoffverarbeitendc Industrie .... 110 43,3 24 53 10,6 4 47 15,0 22 Maschinenbau 26 3,7 14 Chemische Industrie 25 30,5 5 Druckereiund Vervielfältigungsindustrie 25 11,3 1 Kautschukund asbestverarbeitende 25 8,8 7 Papierund pappeverarbeitende 23 7,9 17 Mineralölverarbeitende Industrie 22 9,2 3 Industriedurchschnitt 12 -0,7 Quellen: a) Wolfgang Uebe: Industriestruktur und Standort, prognosstudien 1. Stuttgart 1967. S. 121. — b) Errechnet nach Statistisches Bundesamt, Fachserie D: Industrie und Handwerk, Reihe 1: Beschäftigung und Umsatz, Brennstoffund Energieversorgung, Januar 1963. S. 10 f. und 1968. S. 6 f. — c) Zusammengestellt aus: Statistisches Bundesamt, Fachserie M: Löhne, Preise, Wirtschaftsrechnungen, Reihe 15: I. Arbeiterverdienste Juli 1967. S. 33—41. (Es handelt sich um die Rangfolge der Bruttostundenverdienste der männlichen Arbeitskräfte der Leistungsgruppe 1.) OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
576 Hubertus Àdebahr O o CN CN CS -ö 3" oT IO co a o 3" IO CO aj CO co CVI 00 rf oT i T IO l> 00 cn 00 00 IO 00 CN co « cn co IO CN oT crì ** co un o of co o CN CD CN p ja •ss »o co 00 co cfì Tf CN co $ co 00 © oT 2 N .S « ir « © co CN CNT o co a" CN VO 00 00 00 co 00 o co io co © af co co co CN o 3 . a H C8 il -M J 5 o oT IO t— IO co CN o? co 00 1-1 IO co" o © "t CN CN p fl V Ut m co © i> co" © oT 00 IO CQ T3 2 v "Ö £ ea S «0 VO 00 CN 00 CN ^ IO »-« CN o © 3 o co p -Q 2 ^ cn oo © <S ~ CO r-T ^ CN o co CN Ji J® CD ffi 0 1 00 00 co co IO p " p^ a JS-- 2 p* s s S 5 j'S a £ 1 c -fi •§ 4J IM ti CD 4-t "O p "p . £ S2 3 «H Cti 3 S .2 p u 11-3 ^ 3 8 ¿9 § V > b£ •a ss § a» o • m ^ V a E-* MS . O Oh s hS « > 12 V p • Ol « CS V 2« a-a V P A T3 « «J OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
Binnenwanderung und Lohnhöhe 577 Tabelle 7 a: Wanderungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Hauptaufnahmebzw. Hauptabgabegebieten (1 000) Abwanderungen nach Zuwanderungen aus 1957 1967 Veränderung in y. H. 1957 1967 Veränderung in v. H. Schleswig-Holstein 15,6 13,3 — 14,8 21,7 10,3 — 52,5 Niedersachsen 51,1 46,4 - 9,2 81,5 46,3 — 43,2 Hessen 25,6 33,2 32,8 27,4 23,3 — 15,0 Rheinland-Pfalz 26,2 28,8 10,0 32,1 24,8 — 22,7 Baden-Württemberg 26,1 35,2 34,8 24,9 24,0 — 3,6 Bayern 25,8 31,1 20,5 31,4 21,3 — 32,0 Tabelle 7 b: Wanderungen zwischen Bayern und Hauptaufnahmebzw. Hauptabgabegebieten (1 000) Abwanderungen nach Zuwanderungen aus 1957 1967 Veränderung in v. H. 1957 1967 Veränderung in v. H. 7,8 8,7 11,5 10,8 11,4 5,6 Nordrhein-Westfalen 31,4 21,3 —32,2 25,8 31,1 20,5 Hessen 20,2 18,0 — 10,9 16,7 18,2 9,0 Rheinland-Pfalz 11,1 7,8 — 29,7 8,2 8,9 8,5 Baden-Württemberg 65,0 45,2 — 30,5 48,4 47,0 -2,9 Quelle: Stat. Jahrbuch f. d. BRD 1959, S. 59. — Stat. Bundesamt, Fadiserie A: Bevölkerung und Kultur, Reihe 3: Wanderungen, 1967, S. 9. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
578 Hubertus Adebahr Summary Internal Migration and Regional Wage Levels An Analysis of Internal Migrations in the Federal Republic of Germany 1957—1967 The author attempts an empirical verification of the thesis that migrations always tend to areas with higher wage levels. He finds statistical data so poor, however, that only a few arguments in favour of this thesis can be obtained. First, he shows a strong correlation of industrial growth in different German states and the development of their migration balances. In this case of demand induced migrations the different wage levels seem to be a decisive incentive for migration. Second, the author finds that those branches, which rank highest in the rate of growth of employment, also top the wage scale. Moreover, these industries had the fastest expansion in states with positive migration balances. Finally, the author shows, that interlocal distances have lost their former importance as an obstacle to migration. Thus interregional wage level differences increase their importance as a migration stimulus. In view of the unsatisfactory statistical basic material the author demands more public support of empirical research in the field of social sciences. OPEN ACCESS | Licensed under CC BY 4.0 | https://creativecommons.org/about/cclicenses/ DOI https://doi.org/10.3790/schm.89.5.557 | Generated on 2023-04-04 11:42:41
