Karrierewege von Fachkräften der Reisebranche: Ergebnisse des Forschungsprojektes "Berufsverläufe von Fachkräften in der Reisebranche. Wie haben Reiseverkehrskaufleute Berufserfahrung und Fortbildung nach ihrer Ausbildung verbunden?"
Abstract
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Full text
Wenzel, Ursula; Freyer, Walter; Todter, Norbert Research Report Karrierewege von Fachkräften der Reisebranche: Ergebnisse des Forschungsprojektes "Berufsverläufe von Fachkräften in der Reisebranche. Wie haben Reiseverkehrskaufleute Berufserfahrung und Fortbildung nach ihrer Ausbildung verbunden?" Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 39 Provided in Cooperation with: Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB), Bonn Suggested Citation: Wenzel, Ursula; Freyer, Walter; Todter, Norbert (1998) : Karrierewege von Fachkräften der Reisebranche: Ergebnisse des Forschungsprojektes "Berufsverläufe von Fachkräften in der Reisebranche. Wie haben Reiseverkehrskaufleute Berufserfahrung und Fortbildung nach ihrer Ausbildung verbunden?", Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 39, ISBN 978-3-88555-651-0, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0035-0112-2 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/236011 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/
Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 39 Ursula Wenzel Walter Freyer Norbert Tödter Karrierewege von Fachkräften der Reisebranche Ergebnisse des Forschungsprojektes „Berufsverläufe von Fachkräften in der Reisebranche. Wie haben Reiseverkehrskaufleute Berufserfahrung und Fortbildung nach ihrer Ausbildung verbunden?,, Bundesinstitut für Berufsbildung
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Inhaltsverzeichnis Seite 1. 1.1 1.2 1.3 2. 2.1 2.2 3. 3.1 3.2 3.3 3.4 4. 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 4.10 4.11 4.12 4.13 4.14 4.15 4.16 5. 5.1 5.2 5.2.1 5.2.2 5.2.3 5.2.4 5.2.5 Strukturdaten der Reisebranche Reisemittlermarkt Wettbewerbssituation Beschäftigte Angaben zum Forschungsprojekt Ausgangslage Projektaufbau Stellenanalysen Methodenbeschreibung Ergebnisse der Stellenanalysen Schlußfolgerungen aus den Stellenanalysen Neuordnung Reiseverkehrskaufmann/ Reiseverkehrskauffrau Fallstudien: Expertengespräche Ausgangslage Auswahl der Fallstudien Rechtsformen und Organisation Biographien Aufgabenbereiche der Betriebe Technischer, organisatorischer und ökonomischer Wandel Neue Technologien, Vertriebsliberalisierung und Marketing Mitarbeiter Fortbildung Qualifikationsdefizite Tätigkeitsmuster erfolgreicher Ausund Fortbildung Weiterbildung zum Touristikfachwirt Personalplanung Auswahlkriterien Rekrutierungsverhalten für Führungspositionen Personalentwicklung für studienberechtigte Mitarbeiter Fachkräfteinterviews Auswahl der Fachkräfte Ergebnisse der Fachkräfteinterviews Heutiger Arbeitsplatz Wissensbasis für die ausgeübte Tätigkeit Beruflicher Werdegang Fortund Weiterbildung Zufriedenheit mit dem Berufsleben 3 4 8 9 12 12 13 15 15 18 28 30 35 35 37 37 40 43 44 45 48 51 63 64 65 67 67 69 71 72 72 75 75 82 86 89 94
Inhaltsverzeichnis Seite 6. Zusammenfassung 98 Anhang Literatur 104 Verzeichnis der Abbildungen 107 Vorankündigung zu „Erläuterungen und Praxishilfen zur 109 Ausbildungsordnung Reiseverkehrskaufmann/ Reiseverkehrskauffrau" (Erlaß 1998)
1. Strukturdaten der Reisebranche Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Reisen wird nach allen Prognosen auch 1999 auf der Konsumskala ganz oben stehen Die Zahl der Reisen hatte sich von 1984 bis 1996 in Deutschland verdreifacht, von 55 Mio. auf 160 Mio. pro Jahr1. Damit stehen bei privaten Haushalten Ausgaben für den Urlaub an dritter Stelle. Neukunden kommen besonders aus dem Kreis der Senioren. Der Wertewandel der älteren Generation von der Besitzzur Erlebnisorientierung wird mit ihrer starken Beteiligung am Reisen2 besonders deutlich. Nach Schätzung der Welttourismus-Organisation wird die Wachstumsrate der Reiseund Tourismusbranche weiter stabil bleiben. Weltweit wird bis zum Jahre 2000 mit einem jährlichen Wachstum der Tourismusbranche um 3,7 % gerechnet. „Entwicklung des Tourismus zur wirtschaftsstarken Dienstleistungsbranche, Mobilität über alles - lautet die internationale Devise", unter dieser Überschrift stellte die Zeitschrift „Parlament"3 im April 1998 wesentliche Trends des Tourismus zusammen: • Die Boombranche Tourismus ist weltweit der größte Arbeitgeber; davon sind 11 % aller Beschäftigungsverhältnisse dem Tourismus zuzurechnen; • 2 Millionen Arbeitsplätze hängen in Deutschland direkt vom Tourismus ab; • 2/3 aller deutschen Urlauber reisen ins Ausland; • 62 Millionen Urlaubsreisen wurden in Deutschland 1997 verkauft; • die Flugpreise sind bis zu 2/3 preiswerter geworden als vor 20 Jahren; • Luxus wird demokratisiert bei Nivellierung des Angebots; • „All inclusive,,- Angebote schwächen lokale Infrastrukturen der Gastländer; • Last-Minute-Angebote boomen; • zunehmend buchen reiseerfahrene Kunden ihre Reise selbst (online); • Vertrieb von einfachen Linienflugtickets erfolgt über Call-Center (Lufthansa) • bisher werden 43 % aller Reisen über Reisebüros vertrieben; • die Tourismusindustrie hatte 1997 am Bruttoinlandsprodukt einen Anteil von 6 %4, vergleichbar mit der Chemieund der Autoindustrie. 1 160 Mio. Übernachtungen (= Urlaubsreisen + Geschäftsreisen + sonstige Privatreisen ab einer Übernachtung) In : European Travel Monitor 1996 2 European Travel Monitor 1996 3 Vgl.:Parlament Nr. 18,1998 „Thema Tourismus", Seite 5 ^ Nach Ausssagen des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) ist der Anteil der touristischen Leistungen 1998 inzwischen auf einen Anteil von 8 % am Bruttoinlandsprodukt angestiegen, in: Berliner Zeitung vom 22.10.1998
Die Entwicklung in der Branche ist inzwischen dadurch gekennzeichnet, daß durch wachsenden Preisdruck kleinere Betriebe von großen Ketten aufgekauft werden. Wie in anderen Dienstleistungsbereichen werden einfache Tätigkeiten immer häufiger EDVgestützt rationalisiert oder ganz an Automaten oder Online-Dienste (z.B. Ausstellen von Bahnfahrkarten und Flugscheinen5) abgegeben; andere Tätigkeiten dagegen, wie die Beratung gut vorinformierter Kunden, stellen immer höhere Ansprüche an die Qualifikation der Mitarbeiter. 1.1 Reisemittlermarkt Die Hälfte aller Reisen (davon 80 % aller Flugreisen) wird über Reisebüros (Reisemittler) gebucht. Da bei Reisemittlern ca. 70% aller Beschäftigten tätig sind, soll dieser Sektor der Reisebranche etwas genauer beschrieben werden. Die Erfassung der Strukturdaten erweist sich allerdings als schwierig, da es in Deutschland keine offizielle Statistik für diesen Bereich gibt. Die nachfolgenden Angaben sind der vom Deutschen Reisebüro-Verband (DRV) in Auftrag gegebenen Studie (Kreilkamp 1995) entnommen. Dieser Untersuchung6 ist der rasante Anstieg der Anzahl von Reisebüros zu entnehmen. Wurden 1970 noch 3.120 Reisebüros gezählt, so war ihre Anzahl 1994 bereits auf 17.5007 angestiegen (Abb.1). Die hohe Wachstumsrate bei den Reisevermittlern hat ihre Ursache im ständig steigenden Trend der Deutschen, ins Ausland zu reisen. Auslandsreisen sind überwiegend organisierte und über Reisebüros gebuchte Reisen. Zunehmender Wettbewerb drückt die Preise, global agierende Unternehmen konkurrieren untereinander. Sinkende Flugtarife, steigende Nachfragemacht von Großveranstaltern bei verschärftem Wettbewerb, Kapazitätsausweitung und der Zusammenschluß zu Konzernen haben einen Preisverfall zur Folge, der zahlreichen Gliedern der touristischen Wertschöpfungskette hart zusetzt.8 Zu Beginn diesen Jahres (1998) haben sich zwei große 5 Lufthansa InfoFlyway: CD-ROM: Verkaufstext 5.3.97: Gehen Sie mit online an den Start. Mit LH InfoFlyway hat LH ein zeitgemäßes Medium zu Reiseplanung und Buchung geschaffen. 6 Vgl.:,,Tourismusmarkt der Zukunft. Die Entwicklung des Reiseveranstalterund Reisemittlermarktes in der Bundesrepublik Deutschland,,. Hrsg.: DRV Frankfurt 1995, Seite 152 7 davon 2.800 in den Neuen Bundesländern 8 Vgl.: „Entwicklung des Tourismus zur wirtschaftsstarken Dienstleistungsbranche,,. In: Das Parlament. Thema Tourismus, 48. Jahrgang/Nr. 18, Seite 1
5 Blöcke9 im deutschen Tourismusmarkt gebildet, die im Veranstaltermarkt zusammen 45 % Marktanteil beherrschen. Darüber hinaus bestehen große Beteiligungen am Reisebüromarkt. Mit der Konzentration bei den Reiseveranstaltern wächst der Druck auf inhabergeführte kleinere Reisebüros. Von den 17000 Reisebüros (1996) wird nur ein Teil die nächsten Jahre überleben. Der Kooperationsprozeß hat in den vergangenen Jahren die selbständigen, unabhängigen Reisebüros zunehmend in Bedrängnis gebracht. 1996 waren bereits 18 Verbünde (Kooperationen von Reisebüros) zu vermerken. Dabei handelt es sich um Vertriebsorganisationen unterschiedlicher Ausprägung, von lockeren Einkaufszusammenschlüssen bis zu straff geführten Systemen. Der Konzentrationsprozeß ist noch nicht abgeschlossen. Prognosen gehen davon aus, daß von den 47 % ungebundener Büros des Jahres 1994 nur noch etwa 10 %10 im Jahr 2010 zu finden sein werden. 9 C &N AG = gelbes Lager, Zusammenschluß von Condor (Lufthansa) mit NUR Touristic (Karstadt); TUI (West LB und Preussag) mit Hapag-Lloyd (Preussag) = rotes Lager ' 10 Vgl. DRV/Kreilkamp 1995, Seite 22
Kooperationen sind freiwillige, überbetriebliche und/oder zwischenbetriebliche Formen der Zusammenarbeit selbständiger Unternehmen (Informationsaustausch, Absprachen, gemeinsamer Einkauf). Franchise ist eine Spezialform der Kooperation; damit ist ein einheitlich standardisiertes Marketingkonzept für die Distribution von Waren und Dienstleistungen verbunden. Reisebüroketten sind Unternehmen, deren Betriebsstätten ohne eigene rechtliche und/oder wirtschaftliche Eigenständigkeit in Form von Filialbetrieben von einer Zentrale einheitlich geführt werden.11 Die „Kooperationsgebilde,, sind zum Teil so kompliziert aufgebaut, daß eine konkrete Zuordnung nicht mehr möglich ist. Jede dieser Kooperationen wird mit unterschiedlichen Zielsetzungen gegründet. Dabei kann man grundsätzlich zwischen betrieblichen Kooperationen (ohne Gründung einer eigenen Rechtspersönlichkeit und damit keiner 11 Vgl Kreilkamp 1995, Seite 156
13 Studierneigung der Nachwuchsgeneration (2010 werden über 40% eines Altersjahrganges studienberechtigt sein) und der weiter angestrebte Ausbau der Hochschulen wird die Karrierechancen der betrieblich ausgebildeten Fachleute der Reisebranche beeinflussen. Generell ist zu befürchten, daß bei weiter steigendem Angebot an akademisch ausgebildeten Absolventen betrieblich Ausgebildete, die sich nicht kontinuierlich fortgebildet haben, beim anstehenden Generationenwechsel um die Chance der Übernahme von Führungspositionen gebracht werden. Das Forschungsprojekt sollte am Beispiel des Ausbildungsberufs RVK der Frage nachgehen, wie mit Beschreibung der Verwertbarkeit von Ausund Fortbildungsangeboten Karrierechancen wahrgenommen werden können. Dabei sollte die Hypothese überprüft werden, ob RVK bei entsprechender Fortbildung ihre Aufstiegsmöglichkeiten in der Reisebranche bewahren können. Auch war zu ermitteln, wie effiziente Fortbildung betrieblich Ausgebildete so qualifizieren kann, daß sie im Wettbewerb um Führungspositionen mit Fachund Hochschülern ihre Aufstiegschancen erhalten. 2.2. Projektaufbau Im ersten Schritt wurden Stellenanzeigen analysiert. Im zweiten Schritt wurden Expertengespräche in Betrieben mit unterschiedlichen Personengruppen geführt. Die Untersuchung wurde in einem dritten Schritt mit der Befragung berufserfahrener Fachkräfte nach ihrem beruflichen Werdegang abgeschlossen.
14 Abbildung 5 Aufbau des Forschungsprojektes Bei Expertenund Fachkräftebefragungen in ausgewählten Betrieben wurden folgende Themenbereiche angesprochen: • Wie wird der Bedarf an Zusatzqualifikationen für einzelne Beschäftigtengruppen gesehen (heute/künftig)? • Welche zusätzlichen Qualifikationen (z. B. nach der Ausbildung) haben Fachkräfte erworben? • Wie wird die Verwertbarkeit von Fortbildungsangeboten (intern/extern) gesehen? • Wie wird die Verwertbarkeit der Fortbildung zum Touristikfachwirt eingeschätzt? • Welche Qualifikationsanforderungen bestimmen das Rekrutierungsverhalten bei der Suche nach neuen Fachkräften? • Welche Personalentwicklungsstrategien haben sich bewährt? • Sind für bestimmte Tätigkeitsfelder Muster besonders erfolgreicher Ausund Fortbildung zu ermitteln? • Ist ein Verdrängungswettbewerb dual Ausgebildeter durch akademisch Ausgebildete zu bemerken? Mit der Durchführung der Expertenbefragungen und den 190 Fachkräfteinterviews wurden die Technische Universität Dresden, Lehrstuhl Tourismuswirtschaft, Leitung Professor Dr. Walter Freyer, sowie dessen Mitarbeiter, Diplom-Betriebswirt (FH) Norbert Tödter, beauftragt.
15 3. Stellenanalysen 3.1. Methodenbeschreibung Um die aktuellen Qualifikationsanforderungen an Beschäftigte in der Reisebranche zu ermitteln, wurde das Instrument der Stellenanalyse in der Fachpresse gewählt. Die Fachzeitschrift „fvw international. Zeitung für die Deutsche Tourismuswirtschaft,, hat in Deutschland den umfangreichsten Anzeigenteil für Stellenangebote mit dem Angebotsschwerpunkt bei Reiseveranstaltern und Reisemittlerunternehmen. Dabei wurde in Kauf genommen, daß diese Zeitschrift weniger repräsentativ für Angebote von Betrieben des Kurund Fremdenverkehrs ist. Der geringe Bedarf des Fremdenverkehrs in Deutschland an touristischen Fachkräften bietet nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten für RVK. 199621 suchten Fremdenverkehrsorganisationen in 75 % ihrer Stellenangebote Akademiker, die nebenbei noch berufliche Erfahrung (u.a. als RVK) mitbringen sollten. Der Stellenmarkt in der fvw international wurde auch deshalb herangezogen, da die Vergleichbarkeit der gefundenen Ergebnissen mit früheren Untersuchungen ermöglicht wird. Nach Abschluß dieser Untersuchung wurde an der Fachhochschule Wilhelmshaven 1996 eine weitere Auswertung der Angebote in der fvw international durchgeführt, so daß die Entwicklung der Qualifikationsanforderungen von 198722 über 1994/95 (BIBB)23 bis 1996 dargestellt werden kann. Die Stichpobe wurde aus einem ganzen Jahrgang gezogen, damit saisonale Schwankungen ausgeglichen werden. Die Größe der Stichprobe, jede zweite Anzeige, sollte Zufälligkeiten ausschließen. Die Stichprobenziehung erfolgte aus Heft 15 ,1994, bis Heft 14,1995, d.h. aus der Grundgesamtheit von ca. 3200 Stellenangeboten wurden alle zu besetzenden Stellen in jeder zweiten Anzeige erfaßt. Insgesamt waren dies 1599 Stellenangebote. 21 Vgl.. Kirstges, Torsten, Analyse des Stellenmarktes „Tourismus, des Jahres 1996, Arbeitspapier des Lehrgebiets Tourismuswirtschaft an der Fachhochschule Wilhelmshaven, Wilhelmshaven 1997 22 Schafberb, Bettina, „Jung und erfahren - wie paßt das zusammen?». In: fvw international Nr. 24, 1988, S. 99 f 2^ Bundesinstitut für Berufsbildung, Berlin
16 Jede angebotene Stelle wurde einzeln gezählt, entweder als Stelle in einer Einzelanzeige oder als Angebot in einem Sammelangebot. Soweit Anzeigen mehrmals aufgegeben waren, wurden diese wie neue Angebote gezählt. Da nur mit großem Aufwand Dopplungen herauszufinden gewesen wären, mußte eine Ungenauigkeit toleriert werden. In älteren Untersuchungen war man ebenso verfahren, so daß diese Ungenauigkeit dem Vergleich der gefundenen Aussagen zu Entwicklungstrends nicht negativ beeinflussen dürfte. Genauere Angaben zur Verteilung der Beschäftigten nach den hier untersuchten Bereichen waren nicht zu ermitteln. Die in Abbildung 6 gezeigte Verteilung der Beschäftigten mußte deshalb aus mehreren Quellen24 abgeleitet werden. Daß die Analyse des Stellenmarktes der fvw international tragfähige Aussagen ermöglicht, zeigt die gefundene Verteilung an Stellenangeboten nach den wichtigsten Sektoren der Reisebranche (Abbildung 7). Die Verteilung der erfaßten Stellenangebote spiegelt in etwa das Verhältnis der Beschäftigtengruppen des untersuchten Sektors wider. So suchten in 65% der Anzeigen Reisemittler, in 20% Reiseveranstalter und in 15% Fremdenverkehrsbetriebe, Autovermietungen, Hotels oder Airlines neue Mitarbeiter. 24 Kreilkamp 1995, Statistisches Bundesamt 1994, DWIF, Heft 42, 1991, Nahrstedt 1994 i
In der Auswertung von Kirstges im Jahre 199625 waren außer der fvw international noch folgende Fachzeitschriften einbezogen: Reisebüro Bulletin, Touristik Aktuell, Touristik Management und Touristik Report. Hieraus erklärt sich die etwas abweichende Verteilung 25 Kirstges 1997
18 der Stellenangebote. 1996 wie 1994/95 kamen ca. 80 % aller Angebote von Reisemittlern und Reiseveranstaltern. Trotz eines leichten Rückgangs war das Angebot für gut ausgebildete Verkaufskräfte 1996 immer noch groß. Aus der untersuchten Grundgesamtheit (n=1599) wurden die Qualifikationsanforderungen in den Stellenanzeigen ausgewertet nach • Art der gesuchten Vorbildung und Erfahrung (betriebliche Ausbildung (RVK), Fach-/Hochschulabsolventen), • Art der suchenden Unternehmen und ihrem speziellen Qualifikationsbedarf, • Stellenarten sowie • einzelnen Qualifikationsanforderungen. Wo immer vergleichbare Aussagen gefunden wurden, sind die Ergebnisse aus den Jahren 1987/88 ,1994/95 und 1996 miteinander verglichen worden. 3.2. Ergebnisse der Stellenanalysen Qualifikationsanforderungen Die Analyse der Stellenangebote fvw international (1994/1995) ergab ein differenziertes Anforderungsprofil für touristische Fachkräfte. Betrachtet man alle Stellenanzeigen, so werden besonders häufig (50%) Schlüsselqualifikationen gefordert. Für die Firmen sind persönliche Fähigkeiten, wie selbstsicheres Auftreten, positive Ausstrahlung, Teamgeist, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Dynamik, Engagement, freundliches Auftreten, Kreativität, Belastbarkeit, Aufgeschlossenheit, Selbständigkeit, Verantwortungsbewußtsein, ebenso wichtig wie das erlernte Fachwissen. „ Deshalb betonen viele, daß die Aufstiegschancen der Akademiker nicht größer sind als die der betrieblich ausgebildeten Mitarbeiter"26. Ebenso wichtig sind Qualifikationen auf dem Gebiet der Computer-Reservierungssysteme (CRS). War vor wenigen Jahren der Wunsch, „jedem Mitarbeiter ein Terminal,, geben zu 26 Göddert, Klaus, Studium allein genügt nicht. In Reisebüro Bulletin Nr.. 22, 1997, Seite 20
19 können, noch eine Vision, so ist dieser wenigstens bei den Reisebüro-Ketten inzwischen Realität.27 Geforderte lATA-Kenntnisse als Teil der CRS wurden nur dann extra gezählt, wenn diese explizit genannt waren. 27 Kropp, Wilfried Noch ist Start unangetasteter Marktführer. In. fvw international, Beilage Heft 14,27.06.1997, Seite 21
20 Abbildung 8 Qualifikationsanforderungen in Stellenangeboten gesamt n = 1599
21 Reiseverkehrskaufleute (RVK) und Fach-/ Hochschulabsolventen In 1599 Stellenanzeigen wurden 591 RVK und 43 Fach-/Hochschüler gesucht. Diese Relation zeigt, daß ein Verdrängungswettbewerb durch akademisch vorgebildete Bewerber auf dem touristischen Arbeitsmarkt noch nicht stattfindet. Unter den Angeboten für Akademiker ist der Anteil an Positionen für Führungskräfte allerdings bereits doppelt so hoch. Diese werden mit guten betriebswirtschaftlichen Kenntnissen für qualifizierte kaufmännische Fachaufgaben gesucht. Abbildung 9 Qualifikationsanforderungen bei Stellenangeboten für Bewerber unterschiedlicher Vorbildung Bei Stellenangeboten, die Mitarbeiter mit einem betrieblichen Ausbildungsabschluß ansprechen, werden spezielle Fachqualifikationen stärker gefordert als in der Gesamtheit der Stellenangebote. Höhere Anforderungen werden gestellt an Kenntnisse bezüglich CRS,
22 IATA, DB und auf dem Gebiet der Touristik. Auch Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, Selbständigkeit und Kommunikationsfähigkeit, werden in den Angeboten für RVK häufiger gesucht als in der Gesamtheit der Anzeigen. In 84% der Anzeigen für FH/HS-Absolventen werden dagegen sehr gute BWL-Kenntnisse vorausgesetzt; d.h. die Unternehmen suchen in diesen Fällen nicht für Sachbearbeiterund Countertätigkeiten, sondern hauptsächlich für kaufmännische Fachaufgaben. Diese verteilen sich auf allgemeine und besondere BWL-Kenntnisse (72%). Die Erfassung unter der Variablen „Besondere BWL-Kenntnisse,, wurde immer dann vorgenommen, wenn Absolventen mit in der Stellenanzeige genau benannten Fachqualifikationen als Spezialisierung, Wahlfach im Hauptstudium oder Thema der Diplomarbeit gesucht wurden. Darunter fallen insbesondere Marketing, Public Relations, Buchhaltung, Kostenrechnung, Einkauf, Verkauf, Organisation (u.a. Kongreßerfahrung) und Management (u.a. Personalwesen). Auch Auslandserfahrung wird häufiger erwartet als bei RVK. Für Führungspositionen werden bevorzugt FH/HS-Absolventen gesucht. In mehr als jeder 5. Anzeige wird ein Akademiker für eine Führungsposition erwartet, wozu vermutlich noch einige Anteile aus den 5% „keine Angabe,, zu rechnen sind. Dagegen werden RVK vorgesehen in mehr als 9 von 10 Fällen für die Besetzung von Mitarbeiterstellen. Bei CRS-Kenntnissen wird demgegenüber ein Anforderungsübergewicht bei den RVK deutlich. Von Hochschulabsolventen werden solche Qualifikationen deutlich seltener erwartet. Dabei wurden zu „CRS gefordert,, alle CRS-Systeme zusammengefaßt. Bei genauerer Betrachtung dominiert hier das START-System. Bei 77% der Anzeigen, wo „CRS gefordert,, wird, betreffen 74% START. Diese Dominanz von START (Amadeus und Btx) entspricht auch den Erhebungen von Kreilkamp 1995 in seinem Kapitel über „Anschluß an Buchungssysteme"28 , wie auch in derfvw international 1997.29 lATA-Kenntnisse und DB-Kenntnisse werden von FH/HS-Absolventen überhaupt nicht erwartet. IATA/DB werden eben als typische Tätigkeiten von Mitarbeitern im operativen Bereich angesehen. 28 Vgl. Kreilkamp, E.:„Tourismusmarkt der Zukunft - Die Entwicklung des Reiseveranstalterund Reisemittlermarktes in der Bundesrepublik Deutschland,,, Frankfurt a.M., 1995, S. 177-179 29 Vgl: Kropp, Wilfried: Noch ist START unangetasteter Marktführer. In: fvw international, Beilage zum Heft 14 vom 27.06.1997, Seite 21
Abbildung 14 29 Vergleich einzelner Parameter von Stellenanalysen Schafberg 1987/88, BIBB 1994/95, Kirstges 1996 IATA (Angebote für Reisemittler) DB (für Reisemittler) Fremdsprachen (nur Reisemittler) Fremdsprachen (alle Stellenangebote) RVK gefordert Studium gefordert Firmendienst CRS (START u.a.) EDV allgemein Führungspositionen 1987/88 n = 2084 nurfvw international 8 15 2 6 1994/95 n=1599 davon Reisemittler n= 1042 nur fvw international 49 25 5 18 37 3 16 50 11 13 1996 n=139531 davon Reisemittler n=793 fvw international u.a. Zeitschriften 34 17 7 24 39 7 16 41 15 16 Aus den Ergebnissen der drei Stellenanalysen ist abzulesen, daß heute eher noch Fach-/und Hochschulabsolventen mit den RVK um Countertätigkeiten konkurrieren. Kann ein Fach-/Hochschulabsolvent zusätzlich den Abschluß einer betrieblichen Ausbildung oder sonstige praktische Erfahrungen vorweisen, so sind seine Chancen beim Wettbewerb um eine Führungsposition besser. Kirstges empfiehlt Akademikern daher32, • sich gute EDVund CRS-Kenntnisse anzueignen, • möglichst, neben Englisch, eine weitere Fremdsprache zu erlernen, • die finanzielle Forderung an die Einstiegsstelle nicht zu hoch zu schrauben und 31davon 1083 aus fvw international : Vgl.: Fachkräfte haben eine große Auswahl In : fvw international Nr. 4, 1997, Seite 45
30 • idealerweise vor dem Studium noch eine betriebliche Ausbildung in der Tourismuswirtschaft zu absolvieren. In Anbetracht des rasant gewachsenen Angebots an Ausbildungsstätten33 für Abiturienten drängt sich die Frage auf, wo alle diese Absolventen Beschäftigung finden sollen. Bei Veranstaltern finden sich bisher zwischen 15% und 30 % Mitarbeiter mit Hochschulabschlüssen; bei regionalen Verkehrsämtern sind dies über 50 %. Das Gros an Beschäftigung wird jedoch weiterhin in Reisebüros angeboten, und dort liegt der Akademisierungsgrad immer noch bei 1 bis 2%. 3.4. Neuordnung Reiseverkehrskaufmann/Reiseverkehrskauffrau (RVK) Im Mai 1995 hatten die Sozialparteien beim Bundesministerium für Wirtschaft die Neuordnung des Ausbildungsberufs RVK beantragt. Dem Antragsgespräch waren seit 1992 zahlreiche Treffen vorangegangen. Der Novellierungswunsch, vom Verband Mittelständischer Reiseuntermehmen (asr) initiiert und später gemeinsam mit dem Deutschen Reisebüro-Verband (DRV)34 auf Arbeitgeberseite vertreten, soll mit veränderter Spezialisierung mehr Unternehmen die Möglichkeit einräumen ausbilden zu können. Nach fünf Sitzungen wurde 1996 das Erarbeitungsund Abstimmungsverfahren bis zur Wiederaufnahme im November 1997 unterbrochen. Die Arbeit am neuen Berufsbild war von Beginn an erschwert durch unterschiedliche Vorstellungen über die Ausgestaltung des künftigen Anforderungsprofils. Die Arbeitgeberseite drängte auf mehr Spezialisierung, die Arbeitnehmervertreter hielten eine breitere Grundbildung für unverzichtbar. Im Zentrum der Diskussion stand die Frage der Vermittlungstiefe von Qualifikationsinhalten zu Computer-Reservierungssystemen (siehe auch Abb. 11 u. Abb. 14). Im Artikel „Der Steinige Weg zum neuen Berufsbild" im Oktoberheft 1998 der Fachzeitschrift fvw international35 wird der langwierige Weg zur Neuordnung nachgezeichnet. Nach schwierigen Abstimmungsgesprächen konnte zum 1.8.1998 schließlich die neue Ausbildungsordnung für Reiseverkehrskaufleute in Kraft treten. Im novellierten Berufsbild RVK wurden neu aufgenommen: 33 Vgl.: Fachkräfte haben eine große Auswahl. In: fvw international Nr. 4, 1997, Seite 45 34 „DRV neu" nennt sich nach seiner Umstrukturierung vom 31.10.1998 nun DRV = Deutscher Reisebüro und Reiseveranstalter Verband 35 fvw international 24/1998, Seite 122
31 • Arbeitsorganisation, • Informationsund Kommunikationssysteme und • Anwenden einer Fremdsprache. Mehr Gewicht erhielten die Gebiete Controlling, Marketing und Verkaufstraining. Mit der novellierten Ausbildungsordnung für Reiseverkehrskaufleute wurde durch eine stärkere Spezialisierung in die Fachrichtungen Touristik einerseits sowie Kuren und Fremdenverkehr andererseits den veränderten Anforderungen des Reisemarkts entsprochen. Im Rahmen der beiden Fachrichtungen kommt es zu einer weiteren Differenzierung nach Einsatzgebieten; die sich in der Fachrichtung Touristik unterscheiden in • Reiseveranstaltung, • Reisevermittlung Touristik und • Reisevermittlung Beförderung . Bei der Fachrichtung Kuren und Fremdenverkehr können folgende Einsatzgebiete gewählt werden • Touristische Informationen, • Kuren und • Veranstaltungen. In der mündlichen Prüfung ist das gewählte Einsatzgebiet Prüfungsgegenstand. Das neue Ausbildungsmodell eröffnet auch kleineren Betrieben die Chance auszubilden. Mit dem neuen Berufsbild sollen vor allem auch Touristikbüros - ohne IATA/DB36 Lizenzen - ausbilden können. Es gibt jedoch viele Touristikreisebüros, die in Zusammenarbeit mit Consolidators (Großhändlern) schon Flugtickets verkaufen. Die Trennung Ferienflug (Charter) und Linienflugverkehr verfällt zunehmend. SpezialVeranstalter bzw. Studienreiseveranstalter bieten ihre Programme auf Linienflugbasis an. Kenntnisse aus dem IATA = International Air Transport Association, DB = Kenntnisse im Bereich des Verkehrsträgers Deutsche Bahn AG
32 IATABereich sind dafür erforderlich. Zudem werden in Deutschland jährlich mehrere Hundert neue lATA-Agenturen zugelassen (Abbildung 3). Ferienfluggesellschaften, wie z.B. LTU und Condor, sind ohnehin in der IATA und bieten zunehmend Linienflüge auch für den Touristikkunden an. Lufthansa z.B. faßt bei abnehmendem Geschäftsreiseverkehr Privatreisen als Wachstumssegment ins Auge. Auch starten mehr und mehr Low Cost Carrier, die ebenfalls auf den Urlaubsreisenden abzielen. Andererseits dehnt der Verkehrsleistungsträger Bahn seine touristischen Aktivitäten aus. Bei solchen Leistungsträgern löst sich das Anforderungsprofil zwischen Privatund Geschäftsreise für den Verkauf auf. Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, ob Touristikbüros künftig nicht auch mehr auf Mitarbeiter angewiesen sein werden, die entsprechende Flugund Bahnkenntnisse haben. Zunehmend bringen Reisebüros Programmangebote als Eigenveranstaltung auf den Markt; Mitarbeiter benötigen hierfür Kenntnisse aus dem Segment Reiseveranstaltung. In Anbetracht dieser vielfältigen Entwicklungen in der Reisebrache wird vom Bundeinstitut für Berufsbildung längerfristig eine Evaluation der RVK-Ausbildung ins Auge gefaßt, um zu untersuchen, in wie weit der Weg zur „stärkeren Spezialisierung" sich als erfolgreich für den beruflichen Werdegang der Fachkräfte erweist.
33 Ausbildungsprofil 1. Berufsbezeichnung Reiseverkehrskaufmann/Reiseverkehrskauffrau37 2. Ausbildungsdauer 3 Jahre Die Ausbildung erfolgt zu einem Drittel der Ausbildungszeit in einer der zwei Fachrichtungen • Touristik oder • Kuren und Fremdenverkehr Die Ausbildung findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt. 3. Arbeitsgebiet Reiseverkehrskaufleute sind in Unternehmen der Reisebranche und des Fremdenverkehrs sowie in Einrichtungen des Kurwesens tätig. Typische Einsatzgebiete von Reiseverkehrskaufleuten der Fachrichtung Touristik finden sich in Reisebüros und Firmendienste sowie bei Reiseveranstalter. Typische Einsatzgebiete von Reiseverkehrskaufleuten der Fachrichtung Kuren und Fremdenverkehr finden sich in Unternehmen und Organisationen des Kurwesens und des Fremdenverkehrs wie bei Touristinformationen, Tourismusverbänden, Kurbetrieben sowie Tagungsveranstaltern. 37 Anerkannt durch Verordnung vom 24. Juni 1998 (BGBI. I, S 1511)
34 4. Berufliche Qualifikationen Reiseverkehrskaufleute • verkaufen Produkte, Dienstleistungen und Zusatzleistungen und wenden dabei Kenntnisse über Zielgebiete an, • berücksichtigen bei der Produkterstellung Umweltgesichtspunkte, • wirken an Marketingmaßnahmen mit, • ermitteln und kalkulieren Preise und bearbeiten Zahlungssowie Abrechnungsvorgänge, • nutzen Informationsund Kommunikationssysteme, • koordinieren die Zusammenarbeit im Betrieb und mit externen Partnern. Reiseverkehrskaufleute mit der Fachrichtung Touristik • veranstalten, vermitteln und verkaufen Reisen an Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen, • führen Beratungsund Informationsgespräche, auch in einer Fremdsprache, • planen und gestalten Pauschalreisen und individuelle Reisen, • ermitteln Verkehrsverbindungen und -tarife, • ermitteln und werten Kennzahlen aus, wirken an Maßnahmen der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle mit. Reiseverkehrskaufleute mit der Fachrichtung Kuren und Fremdenverkehr • vermitteln und verkaufen touristische Produkte und Leistungen aus ihrem Einzugsbereich, wie medizinische Leistungen und Pauschalangebote, • koordinieren touristische Angebote nach den Wünschen der Gäste und informieren über Sehenswürdigkeiten und touristische Leistungen, • weisen Unterkünfte nach und vermitteln sie an Gäste, • setzen Marketingkonzepte zur Förderung des regionalen Tourismus mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit und Werbung um, • beraten und informieren Gäste, auch in einer Fremdsprache, führen Aktionen zur Gästebetreuung durch; organisieren und führen Kongresse und Veranstaltungen durch, arbeiten mit nationalen und internationalen Stellen zusammen.
35 4. Fallstudien: Expertengespräche 4.1 Ausgangslage Für den Tourismus lassen sich drei Bereiche der Beschäftigung unterscheiden, die mit unterschiedlichen Aufgaben und Anforderungen in Bezug auf die Tätigkeitsfelder/Karrierewege verbunden sind: • Im touristischen Outgoinggeschäft ist es Aufgabe der Tourismusbeschäftigten, Personen des Quellgebietes für andere Zielgebiete zu interessieren und die entsprechenden organisatorischen Aufgaben, wie Information über andere Länder, Reisevorbereitung und -Organisation, Bereitstellung von Plätzen im Transportund Beherbergungsbereich, sowie der Reisedurchführung zu übernehmen. --> Reisemittler und Reiseveranstalter. • Im touristischen Incominggeschäft müssen sich im Zielgebiet ansässige Unternehmen um Gäste aus den-Quellgebieten bemühen. Dies geschieht entweder im Zielgebiet "vor Ort", wo es sich im wesentlichen um Betreuungsaufgaben während des Aufenthaltes der Reisenden "in der Fremde" handelt. Oder es werden Incomingaufgaben im Quellgebiet der Touristen wahrgenommen, z.B. durch Niederlassungen im Quellgebiet. ->Fremdenverkehr • Zwitterfunktion Transport: Quasi eine "Zwitterfunktion" nehmen die Beschäftigten in Transportunternehmen ein. Sie müssen sowohl die Bewohner der Quellgebiete in die Zielgebiete, als auch - je nach Organisationsform - Reisende aus anderen Ländern in die Heimatländer der Transportunternehmen begleiten. Bei Linientransportunternehmen überwiegen die beiden binationalen Tätigkeiten, bei Chartertransportunternehmen (Flug, Bahn, Bus) sind die Reisenden bei Hinund Rückreise in der Regel identisch. Die Untersuchung beschäftigt sich nur mit dem Outgoingund dem Incominggeschäft, d.h. mit Betrieben der Reisevermittlung , Reiseveranstaltung und Unternehmen des Fremdenverkehrs.
Eine weitere für die Personalpohtik wichtige Unterscheidung der touristischen Tätigkeiten betrifft die Mobilität des touristischen Personals Entsprechend kann die Tourismuswirtschaft nach vier Tätigkeitsfeldern struktunert werden - Stationär zu erfüllende Aufgaben Stationare Aufgaben gibt es entweder im Quellgebiet, z B bei Reisemittlern, oder im Zielgebiet, in Hotels, bei Verpflegungsbetrieben, in Attraktionsbetrieben oder Freizeiteinrichtungen In beiden Fallen wird das Personal am Standort des Betnebes bzw am Heimatort der Beschäftigten eingesetzt, es ist weitgehend immobil - Tätigkeiten mit begleitender Aufgabenerfüllung: Hierbei wechseln die Tounsmusbeschaftigten die Orte aufgrund der Art der Leistung, wie z B Reiseleiter, Fremdenführer, Stewards Diese Tätigkeiten erfordern zwar eine ortliche Mobilität, jedoch ist der Auslandsaufenthalt zumeist nur von kurzer Dauer, selten langer als die eigentliche 36 Abbildung 15 Beschäftigungsfelder im Tourismus
37 Reise - oder eine Saisonzeit. Tätigkeiten mit externer Aufgabenerfüllung: Eine dritte Form der touristischen Tätigkeiten betrifft längerfristige Auslandsaufenthalte und -tätigkeiten mit hoher beruflicher Mobilität. Hier arbeiten Tourismusbeschäftigte über einen längeren Zeitraum in Außenstellen eines Unternehmens, z.B. in ausländischen Fremdenverkehrsämtern, in ausländischen Niederlassungen von Airlines oder Hotelbetrieben etc. Übernationale/globale Tätigkeiten: Als neue Form der internationalen oder globalen Tätigkeit kommen Aufgaben in multinational agierenden Unternehmen hinzu. 4.2 Auswahl der Fallstudien Insgesamt wurden entsprechend den Vorgaben des BIBB38 in der folgenden regionalen Verteilung Fallstudien im Zeitraum von September 1995 bis Januar 1996 durchgeführt. Abbildung 16 Regionale und branchenspezifische Verteilung Region NRW Bayern BadenWürttemberg Hessen Niedersachsen Berlin Fallstudien Reisemittler 3 2 1 2 1 2* 11 Reiseveranstalter 1 1 1 3 Fremdenverkehrsbetriebe 1 2 1 4 Anzahl 5 4 2 3 2 2 18 * Die Fallstudien in Berlin wurden durch das BIBB selbst durchgeführt. Die Fallstudien erfolgten anhand des vom BIBB vorgegebenen Leitfadens in den Betrieben in Form von qualitativen Interviews mit Experten in Betrieben der Reisebranche und des Fremdenverkehrs. 4.3 Rechtsformen und Organisation Während bei Reiseveranstaltern und Reisemittlern die Fragen der Rechtsform im 38 Bundesinstitut für Berufsbildung, Berlin
38 Zusammenhang mit der Untersuchung nur von untergeordnetem Interesse waren, haben sie im Fremdenverkehrsbereich eine nicht unerhebliche Bedeutung. Untersucht wurden ein Staatsbad, ein privatrechtlicher Verein und eine GmbH sowie ein Städtischer Eigenbetrieb In den Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Organisationsform bestehen zunehmend Bestrebungen, diese in privatwirtschaftliche Rechtsformen zu überführen In diesem Zusammenhang wird in den meisten Fällen auch eine Veränderung für die Arbeitnehmer erwartet Zudem wird durch die Privatisierung eine Losung vom BAT und vom Verwaltungsbezug gesehen Veränderungen in der Betriebsorganisation werden sich auch auf Ausund Fortbildung auswirken Dazu kommen Aspekte der Kommerzialisierung in den Unternehmen, die häufig mit der Übernahme neuer Aufgaben verbunden sind und neue Fortbildungserfordernisse für die Mitarbeiter nach sich ziehen Die hierarchische Untergliederung und damit auch die Karrieremoglichkeiten innerhalb eines Unternehmens weichen in den untersuchten Unternehmen sowie in der touristischen Praxis erheblich voneinander ab Sowohl Tiefe als auch Breite der Betnebshierarchie/- struktur sind sehr unterschiedlich Durch diese Konstellation haben Mitarbeiter in bestimmten Betrieben der Reisemittler nur dann eine Chance zum Aufstieg, wenn sie das Unternehmen wechseln. Die folgenden Grundmodelle wurden in den untersuchten Betrieben angetroffen Als einfachste Form gibt es einen (bzw zwei) Geschäftsführer und darunter Mitarbeiter, die alle auf einer Stufe stehen Dabei gibt es Unterschiede, je nachdem ob alle Mitarbeiter als Allrounder in allen Betriebsbereichen eingesetzt werden, oder ob es eine herkömmliche Linienorganisation entsprechend der Aufgabenbereiche, z. B Touristik, Bahn, Firmendienst, Flug, gibt An beiden Beispielen wird deutlich, daß in diesen Unternehmen für die Mitarbeiter sich keine Aufstiegsmöglichkeiten ergeben
45 stehende Budget für absatzfördernde Maßnahmen eine Rolle. 4.7 Neue Technologien, Vertriebsliberalisierung und Marketing Stellvertretend für verschiedene Aspekte der Anwendung neuer Technologien, Vertriebsliberalisierung und Marketingfragen stehen folgende Auszüge aus Interviews Neue Technologien „Des weiteren ist für uns bedeutsam, daß wir im Moment einer erheblichen Konzentration und zwar horizontal und vertikal ausgesetzt sind. Bei den jetzigen Renditen werden noch mehr Reisebüros diese Form des Konzentrationsprozesses nicht überleben. Jeder Vollsortimenter bekommt Probleme, d. h. wir werden in Zukunft in Spezialisierungen gehen müssen. Eine Spezialisierung hat jedoch auch Probleme besonders im unteren Preisbereich, da hier die neuen Medien zu starken Direktverkaufsstrategien führen werden. Im Moment gehen die Kunden noch in Reisebüros, aber im Billigsortimentbereich, wo Beratung nicht im Vordergrund steht, werden die neuen Medien längerfristig einen Einbruch bei den Reisebüros verursachen. Wir müssen in Zukunft die Medien selbst nutzen, was natürlich einen enormen Kostenund Schulungsaufwand bedeutet. Nicht nur das Anschaffen der Hardund Software und die laufenden Kommunikationskosten sind teuer, sondern auch die Schulungskosten für das Personal. Eine Entwicklung, die nicht finanzierbar ist in dem Umfang, in dem das notwendig wäre. Wegen niedriger Renditen der „Billigreisen" konnten die Unternehmen nicht ausreichend Eigenkapital ansammeln. Man hat zu lange versucht, den Markt über den Preis zu erobern und muß das jetzt bitter büßen". „Die Geschwindigkeit des Einsatzes neuer Medien kommt dabei auf das Produkt an, im Billigpreissegment sehe ich diese Entwicklung wesentlich schneller kommen. Im Hochpreissegment ist die neue Technologie zur besseren Beratung jedoch auch gut einsetzbar. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird sich die Reisebürolandschaft erheblich verändert haben. Sie wird sich allerdings auch in dem Segment verändern, wo die Kunden Beratung wollen. Es gibt viele Menschen, die der Vereinsamung vor dem Fernseher entgehen möchten und bewußt ihre Reise im Reisebüro buchen, damit sie sich nach der Reise auch dort später mit ihrem Verkäufer über das Erlebte austauschen können. Für mich sind unsere Kunden eine wichtige Auskunftsquelle für meine weitere Beratungsqualität. Wenn ein Kunde eine beratungsintensive Reise buchen möchte, dann wird bei uns ein spezieller Beratungstermin vereinbart".
46 „Im Firmendienst sind wir einem ganz anderen Druck ausgesetzt, und hier ist der Einsatz der Medien unabdingbar. Wir kommen auch mit Sicherheit über kurz oder lang hier zu Managementfees. Technik soll mir Informationen vermitteln und zwar sowohl destinationsbezogen als auch produktbezogen. Technik muß einfach und verständlich zu handhaben sein. Wir werden als Reisebüro an der Erweiterung unserer Produktpalette arbeiten, d. h. wir werden Zusatzserviceleistungen erschließen müssen. Die Reisebüros müssen mehr Paketlösungen im Servicebereich anbieten. Serviceleistungen rund um die Reise, wie „ Wo bringe ich meinen Hund hin? Wer holt bei mir die Zeitung aus dem Briefkasten? Wie komme ich mit meinem Gepäck zum Bahnhof?" Es muß auch eben so sein, daß ein Kunde anruft mit einem Problem wie z.B.: „Ich habe in der Lounge in London mein Sakko hängen lassen, da ist mein Paß drin, ich muß morgen in die USA?". Wo kriegen Sie heute innerhalb von einem halben Tag einen neuen Paß her? Wenn ich da keine Verbindungen habe, wenn ich mich für den Kunden nicht einsetze, dann wird er mir bei seiner nächsten Reise als Kunde möglicherweise verloren gehen. Eine Rundumbetreuung ist anzubieten und im Ernstfall auch kompetent zu realisieren". Vertriebsliberalisierung „Also nach einem Jahr Vertriebsliberalisierung stellen wir fest, daß die Kunden das eigentlich relativ schnell als ganz normal angesehen haben. Einzelbüros haben jedoch Riesenprobleme, für NUR und TUI die Mindestumsatzzahlen auf Dauer zu bringen, das war auch mit ein Grund, weshalb wir weitere Büros betreiben werden, um die Palette an Reisen einem größeren Kundenkreis anbieten zu können. Trotz allem glaube ich, daß Einzelbüros in kleineren Orten nach wie vor gute Chancen haben, weil der Kundenkontakt persönlicher zu gestalten ist. Ich kann mir vorstellen, daß in Städten ab der Größenordnung von Reutlingen es in Zukunft für kleinere Büros schwierig werden wird, wenn sie nicht mehr die ganze Palette anbieten können". Marketing im Fremdenverkehr „Wir sehen ganz stark in den Mittelgebirgen und auch hier im Sauerland, daß wir kein so starkes Renommee mehr haben, wie wir das einmal hatten. Die Leute kommen nicht mehr wie selbstverständlich, und wir müssen uns um jeden einzelnen Gast sehr bemühen und Service und beste Dienstleistung bieten. Wir müssen damit mangelnde Infrastruktur ausgleichen, daß der Gast positiv über persönliche Erfahrungen spricht, wenn auch die Landschaft in Teilen austauschbar ist mit der Eifel oder dem Westerwald. Wir versuchen, diesen Gedanken in die Gästehäuser zu transportieren
47 um zu sagen Leute, wir können nicht nur Schöntun und freundlich miteinander umgehen, wir müssen noch intensiver auf die Wünsche unserer Gäste eingehen und dafür mehr leisten als früher. Ein bißchen Niederländisch können, bessere Antwortbriefe schreiben, geschickter telefonieren, abends länger erreichbar sein, kostenlos dies und jenes anbieten. Und nicht so knöchern und zugeknöpft agieren, wie man sich das einmal erlauben konnte. Daß man dem Gast den Schlüssel hingibt und sagt, dahinten ist die Ferienwohnung, schöne Ferien, machen sie es gut bis in 10 Tagen. Das geht nicht mehr. Also alles etwas blumiger machen und ein bißchen geschickter. Zum Beispiel sind wir werktags von 9 bis abends 21 Uhr erreichbar, telefonisch von außerhalb des Sauerlandes über die Telefonnummer 0130; wir bieten einen Abholservice von Bahnhöfen und auch von Heimatorten zu sehr günstigen Konditionen, zusätzlich haben wir vier Infosäulen aufgestellt, von denen aus der Gast auch abends noch sehen kann, wo noch ein Zimmer frei ist". „Das eigene Produkt ist nur noch effektiv in Kooperation mit der Nachbarregion zu vermarkten. Wir haben das Beispiel gerade in der Rhön gesehen, wie uninteressant das für den Gast ist, ob das die thüringische, die bayerische oder die hessische Rhön ist. Für uns bedeutet das, wir haben die Grenze nach Hessen und dem Sauerland: Willingen ist Hessen, Winterberg und wir sind Nordrhein-Westfalen, das spielt überhaupt keine Rolle vor den Augen des Gastes. Wir müssen unseren Fremdenverkehrsleuten klar machen, daß Vermarktung der eigenen Region nur noch interregional und interkommunal möglich ist. Wir haben gar keine Probleme, die Winterberger Highlights, also unsere attraktive Wintersport-Nachbarstadt, in unserer Werbebroschüre mit aufzunehmen, wir haben aber große Probleme, das manchen Leistungsanbietern klar zu machen. Sie zeigen großes Unverständnis, wenn wir für unsere Nachbarregion mitwerben. Da müssen wir noch kräftig vor Ort für den Gedanken der Kooperation werben."
48 4.8 Mitarbeiter Die Anzahl der Beschäftigten schwankt von zwei bis zu einigen Hundert bei Reiseveranstaltern. So beschäftigt der größte Reiseveranstalter TUI weit über 2000 Mitarbeiter. Größtes Unternehmen des Reisemittlerbereichs ist die AtlasReisen GmbH, die rund 1900 Mitarbeiter hat. Hierbei ist zu bedenken, daß AtlasReisen pro Vertriebsstelle (620) durchschnittlich nur unter vier Mitarbeiter beschäftigt. Ansonsten haben Reisemittler zwischen 4,5 und 40 Mitarbeiter (je Vertriebsstelle i.d.R. nicht über 13 Mitarbeiter). Bei den Fremdenverkehrsunternehmen schwankt die Zahl der Mitarbeiter bei den untersuchten Unternehmen zwischen 15 und 168 Beschäftigten. Hierin spiegeln sich die unterschiedlichen Aufgaben der Unternehmen wider. Vergleicht man lediglich den touristischen Kernbereich, so kann eine weitaus kleinere Streuung festgestellt werden. Das Durchschnittsalter bei den touristischen Mitarbeitern in den befragten Unternehmen liegt um 30 Jahre. Vereinzelt gibt es in den Unternehmen, vor allem bei den Reisemittlern, einen bzw. zwei ältere Mitarbeiter. Mitarbeiter unter 18 Jahren waren in den befragten Unternehmen nicht beschäftigt. Als Gründe für die Altersstruktur wird vor allem der hohe Frauenanteil, verbunden mit einem Ausscheiden zwecks Familiengründung, angegeben. Hinzu kommen Faktoren, wie kürzlich erfolgte Firmengründung bzw. Vergrößerung aufgrund von wirtschaftlichem Wachstum, verbunden mit Neueinstellungen. Die Altersstruktur der Führungskräfte der 2. Ebene ist bei den untersuchten Unternehmen im Verhältnis zu anderen Branchen ebenfalls relativ jung. Mitarbeiter der 1. Ebene liegen in der Mehrzahl zwischen 35 und 55 Jahren. Hier hat in einigen Unternehmen bereits ein Generationswechsel stattgefunden. Qualifikationsstruktur Im Reisemittlerund Reiseveranstalterbereich konnte bei den untersuchten Unternehmen festgestellt werden, daß das Berufsbild ReiseverkehrskaufmannAfrau durchweg eine hohe Akzeptanz hat und Wert darauf gelegt wird, daß die Mitarbeiter eine entsprechende Berufsausbildung absolviert haben. Lediglich ältere Mitarbeiter haben keine entsprechende berufliche Qualifikation bzw. eine andere kaufmännische Ausbildung. In Betrieben mit stark differenzierten Hierarchieebenen (Reiseveranstalter) sind Reiseverkehrskauffrauen vor allem auf Sachbearbeiterebene vertreten. In der obersten Ebene überwiegen Quereinsteiger mit Hochschulausbildung oder mit langjähriger Berufserfahrung. Bei Unternehmen mit flacher Hierarchie (Reisemittler) ist häufig nur eine Führungskraft vorhanden. Auf der Ebene Büroleitung und Prokurist überwogen Reiseverkehrskaufleute
49 und bei drei Unternehmen RVK's mit der Weiterbildung zur/zum TouristikkauffrauAmann. Bei vier von neun Reise-mittlern war kein Touristikfachwirt beschäftigt. Die Counterkräfte sind vorwiegend Reiseverkehrskauffrauen. Die Berufsverläufe der Beschäftigten Im Fremdenverkehr sind besonders vielfältig. Absolventen einer Ausbildung des Beherbergungswesens oder aus dem Verwaltungsbereich sind ebenso anzutreffen wie Reiseverkehrskaufleute. Daneben finden sich weitere kaufmännische Berufe, wie Bürokauffrauen, Verwaltungsfachwirte, Bankkaufleute und Absolventen von Universitäten. Betriebszugehörigkeit Die Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter liegt zwischen 1 und 25 Jahren, in der Mehrzahl der Mitarbeiterinnen allerdings unter 10 Jahren. Die Betriebszugehörigkeit der Belegschaft ist stark abhängig vom Frauenanteil, • von der Dauer des Bestehens des Unternehmens und vom Wachstum des Unternehmens. Einkommen Die Befragten berichten von Bezahlung nach Tarif, jedoch auch von überund untertariflicher Bezahlung. Hinzu kommen bei den Reiseveranstaltern eigene Tarifverträge. Im Fremdenverkehr erfolgt eine Bezahlung überwiegend nach BAT. Dabei existieren zusätzlich verschiedene Modelle der Umsatzbeteiligung. Zum einen bestehen teamorientierte oder personenbezogene Modelle der Umsatzbeteiligung, aber auch Ausschüttungen nach Erreichen der Superboni bei Veranstaltern. Vereinzelt hängt die Umsatzbeteiligung noch von den Komponenten Alter und Betriebszugehörigkeit des jeweiligen Mitarbeiters ab. Insgesamt wird allerdings auch angegeben (Reisemittler), daß die Einkommen durch die Marktsituation erheblich beeinflußt werden. Ist das regionale Angebot an Reiseverkehrskaufleuten knapp, so wird in jedem Fall über Tarif bezahlt, ist es groß genug, so wird lediglich Tariflohn bezahlt. Die hohe Fluktuation wurde mit dem insgesamt nicht sehr hohen Lohnniveau des "normalen" Mitarbeiters begründet.
50 Teilzeit Bedingt durch den hohen Frauenanteil existieren in fast allen Unternehmen verschiedene Teilzeitmodelle. Sie gliedern sich in • Job Sharing, • Vorbzw. Nachmittagsschichten, • 2, 3, 4 Tage-Woche, • Zeitkonten, • Aushilfskräfte (Stunden), • andere Arten. Als problematisch im Zusammenhang mit der Schaffung von Teilzeitarbeitsplätzen wird gerade bei den Reisemittlern die hohe Kundenbindung einzelner Mitarbeiter genannt. So erwartet nach Auskunft der Arbeitgeber der Kunde i.d.R., "seinen" Mitarbeiter anzutreffen. Arbeitsplätze Generell kann man die Arbeitsplätze unterscheiden nach: • Arbeitsplätzen mit Kundenkontakt, • Arbeitsplätzen ohne Kundenkontakt, Während bei den Reisemittlern i.d.R. mit Ausnahme der Büros der Geschäftsleitung alle Arbeitsplätze permanenten Kundenkontakt haben, hat die Mehrzahl der Arbeitsplätze im Fremdenverkehr keinen Kundenkontakt. Bei den untersuchten Betrieben war meist eine strikte Trennung zwischen Counterarbeitsplätzen und Sachbearbeitertätigkeiten (back Office) anzutreffen. Bei den Reiseveranstaltern sind es ebenfalls in der Mehrzahl Arbeitsplätze ohne direkten Kundenkontakt. Die Ausstattung der Arbeitsplätze bei Reisemittlern mit START-Systemen (oder anderen CRS) reicht von einer Person pro Anschluß bis zu mehren Personen pro Anschluß. Im Normalfall war sogar für jeden Auszubildenden ein eigener Arbeitsplatz eingerichtet. Ausbildungssituation Reiseveranstalter bilden selbst aus. Dabei wird versucht, die Auszubildenden nach Abschluß der Ausbildung zu übernehmen. Man weiß allerdings, daß man sowohl für den allgemeinen Markt mit ausbildet bzw. ein gewisser Teil zum Studium abwandert. So wird versucht, parallel zur dualen Ausbildung über eine BA-Ausbildung (Berufsakademie) Personal zu
51 rekrutieren. Die erfolgreiche Etablierung einer BA-Ausbildung, die nach zwei Jahren mit dem Reiseverkehrskaufmann/-frau und dann darauf aufbauend einer Vertiefung mit einer Examensarbeit abschließt, hätte sicher Konsequenzen für nur RVK-Absoventen beim Wettbewerb um qualifizierte Positionen. Reisemittler bilden nur zum Teil aus. Als Hauptgründe für das Nichtausbilden wurden weniger die mangelnde Ausbildungseignung des Betriebes genannt, vielmehr werden hohe Raumpachten bzw. insgesamt mangelnder Platz als Ausbildungshemmnis angeführt. Einigen Betrieben fehlt allerdings auch eine zugelassene Ausbildungskraft. Auch bei den Fremdenverkehrsbetrieben wird nicht überall ausgebildet. Selbst wenn ausgebildet wird, sind dies häufig andere Berufe, da aufgrund der örtlichen Situation keine Berufsschulklasse für Reiseverkehrskaufleute einzurichten ist. 4.9 Fortbildung Die Fortbildung soll Wissen und fachliche Qualifikation für einem Beruf vergrößern, um gegebenenfalls einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Im Unterschied hierzu versteht man unter Weiterbildung Maßnahmen, die bereits erworbenes Wissen erweitern und sich nicht nur auf das Berufsfeld beschränken. Hierunter sind vor allem Angebote der IHK, der Volkshochschulen und privater Bildungsträger zu subsumieren. Unter einer Karriereund Laufbahnplanung versteht man eine gezielte personenbezogene Förderung durch Aufzeigen beruflicher Perspektiven im Unternehmen. Als Methoden der Personalentwicklung können grundsätzlich sechs verschiedene Modelle abgegrenzt werden: Training „into the job", Hinführung zu einer neuen Tätigkeit, Berufsbildung, BAAusbildung, Training; Training „on the job", Bildung am Arbeitsplatz etc.; Training „near the job", arbeitsplatznahes Lernen, z. B. Qualitätszirkel; Training „off the job", Methoden außerhalb des Betriebes;
52 Training „along the job" laufbahnbezogene Entwicklung, und Training „out of the job", Ruhestandsvorbereitung. Betriebsinternes Fortbildungsangebot: Reiseveranstalter Beispielhaft werden hier auszugsweise Themen der „Chancen 95„ der TUI dargestellt. Die Personalabteilung übernimmt hierbei vor allem die Aufgaben „near the job", „off the job" und „along the job". Das Training „on the job" sowie „into the job" wird von Fachkräften der Personalabteilung, aber natürlich auch von Fachvorgesetzten am jeweiligen Arbeitsplatz des Mitarbeiters durchgeführt. Angebot folgender Themen: • Info-Veranstaltungen Informationen über relevante Sachverhalte innerhalb und außerhalb der TUI (Arbeitsabläufe, Produkte, Umwelt oder EG-Binnenmarkt) • Betriebswirtschaft/Recht Vermittlung von Grundbegriffen der Betriebswirtschaft, Aktualisieren relevanter Rechtsgrundlagen • Arbeitstechnik Training kreativer und kundennorientierter Katalogtextierung, Seminare zur Optimierung der Bewerberauswahl, Professionalisierung bereichsübergreifender Projektarbeit • Datenverarbeitung/PC Anwenden von Standardsoftware , TUl-Standardanwendungen (Betriebssysteme, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Dateiverwaltung, Präsentationsgrafik) • Fremdsprachen fremdsprachliche Qualifizierung (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch) • Verkauf/Vertrieb Vermittlung von Verkaufspsychologie , Verhaltensforschung, Vorstellung neuer Kommunikationsmedien im Vertrieb • Kommunikation Training effektiver Kommunikation am Telefon und Telefonverkauf, Erlernen und Festigen von Gesprächsund Verhandlungsführung, Rhetorik und Präsentation
53 Persönlichkeit Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung Führung Führungsverhalten, Teamarbeit Reisemittler Die geringe Betriebsgröße der meisten Reisemittler ermöglicht es meist nicht, ein eigenes internes Fortbildungsangebot zu installieren. Allerdings wird dieses zunehmend durch zwei verschiedene Modelle kompensiert. Zum einen wird durch den Anschluß des Unternehmens an eine Kooperation ein internes Fortbildungsangebot der Kooperation zunehmend angeboten. Zum anderen werden einzelne Mitarbeiter zu Fortbildungsveranstaltungen der Kooperationsgemeinschaft geschickt, die dann ihr erworbenes Wissen an andere Mitarbeiter im Betrieb weitergeben. Dadurch wird eine Multiplikatorwirkung der Fortbildung erreicht. Im Anschluß an die besuchte Fortbildung finden dazu interne Seminare statt, oder es werden Dokumentationen erstellt (Motto: "von Mitarbeitern für Mitarbeiter")- Zudem werden vor allem im Bereich EDV auch interne Schulungen durchgeführt. Fremdenverkehrsbetriebe Mit Ausnahme von EDV-Schulungen und einigen eher sporadischen Aktivitäten findet im Vergleich zu Reiseveranstaltern und Reisemittlern bei den untersuchten FremdenverkehrsUnternehmen wenig an Fortbildung statt. Betriebliche Unterstützung bei Fortbildungsbemühungen der Mitarbeiter Reisemittler/Reiseveranstalter Fortbildungsbemühungen der Mitarbeiter werden grundsätzlich unterstützt. Dabei ist es schwierig, zwischen der Unterstützung und einer Aufforderung zur Fortbildung zu unterscheiden. Zum Teil wird eine aktive Teilnahme und ein Sichbemühen um eine stetige Fortbildung bei vielen Unternehmen vorausgesetzt. Auch werden häufig notwendige Fortbildungen durch die Geschäftsführung für einzelne Mitarbeiter ausgewählt. Dabei wird der Einsatz von Freizeit des Mitarbeiters erwartet. Insgesamt wird aber sowohl Zeit als auch finanzielle Unterstützung für vielfältige Fortbildungsbemühungen gewährt. Durchweg kann festgestellt werden, daß in diesem Bereich mindestens eine bis zwei Wochen pro Jahr und Mitarbeiter als Fortbildungszeit sozusagen einkalkuliert ist und auch voll finanziert wird. In der Regel betrifft dies zwei Fortbildungen jährlich. Davon ist eine Fortbildung meist eine einwöchige Inforeise. Darüber hinaus wird auch der Jahresurlaub z. T. als Fortbildungszeit
54 für den Beruf genutzt. Dafür werden bei Informationsreisen zusätzliche Vergünstigungen eingeräumt. Für den Bereich EDV gelten besondere Bedingungen. Besteht hier ein Bedarf, so wird dem Mitarbeiter die Teilnahme an einer Fortbildung ermöglicht. Fremdenverkehrsbetriebe Die Unterstützung ist hier sehr unterschiedlich. Von Kostenbeteiligung und Übernahme der gesamten Kosten bis hin zu fehlender Erlaubnis bzw. einer Nichtunterstützung ist bei Fremdenverkehrsbetrieben jede Variante anzutreffen. Allerdings gilt auch die Verbindung von Fortbildung und beruflicher Verwertbarkeit am Arbeitsplatz. Von einem Anspruch auf Fortbildung ist nicht auszugehen. Hier führen eher persönliche Anstrengungen zum Besuch einer Fortbildung. Allerdings bemängeln Vorgesetzte auch, daß zu wenige Mitarbeiter aktiv werden. Unterstützt werden vor allem Fortbildungen des Deutschen Seminars für Fremdenverkehr (Berlin). Für den Bereich EDV gelten die gleichen Bedingungen wie bei Reiseveranstaltern und Reisemittlern. Fortbildungsthemen Die Fortbildungsthemen der Gegenwart bestimmen die - zumindest mittelfristige -Zukunft. Dabei stehen vor allem Themen im Vordergrund, wie bei Reiseveranstaltern/Reisemittlern Zielgebietskenntnisse, EDV-Technik, Kundenbetreuung/-beratung sowie Verkaufen/Verkaufsgespräche, bei Fremdenverkehrsbetrieben EDV-Technik und zunehmend auch Kundertbetreuung/-beratung. Zielgebietskenntnisse/Produktkenntnisse Ein eindeutiger Schwerpunkt liegt bei den Reiseveranstaltern und Reisemittlern auf dem
61 2. 2.1 2.2 2.3 2.4 3 4 4.1 4.2 4.3 Produkterstellung (§ 3 Abs. 4 Nr. 2) Recht (§3 Abs. 4 Nr. 2.1) Touristische Leistungen (§ 3 Abs. 4 Nr. 2.2) Pauschalangebote (§ 3 Abs. 4 Nr. 2.3) Gästeberatung und Verkauf (§ 3 Abs. 4 Nr. 2.4) Veranstaltungsorganisation (§ 3 Abs. 4. Nr. 3) Fachaufgaben im Einsatzgebie J§ 3 Abs. 4 Nr. 4) Öffentlichkeitsarbeit (§3 Abs. 4 Nr. 4.1) Betriebsspezifische Dienstleistungen (§ 3 Abs. 4 Nr. 4.2) Kalkulation und Abrechnung von Leistungen (§ 3 Abs. 4 Nr. 4.3) a) Voraussetzungen der Prädikatisierung von Kurund Fremdenverkehrsorten erläutern b) rechtliche Bestimmungen des Meldewesens anwenden c) rechtliche und organisatorische Auswirkungen verschiedenei Untemehmensformen des Kurund Fremdenverkehrs auf den Betriebsablauf unterscheiden d) vertragsrechtliche Bestimmungen anwenden a) örtliche Angebote mit den Wünschen des Gastes koordinieren b) Benutzerinformationen zur Verfügung stellen c) Zusatzleistungen erarbeiten a) über Bestandteile eines Pauschalangebotes Auskunft geben b) touristische Einzelleistungen, insbesondere Beförderungs-, Beherbergungsund Zusatzleistungen vergleichen und zu einem Pauschalangebot bündeln c) bei der Erstellung von Informationsunterlagen mitwirken d) Pauschalarrangements durchführen a) Leistungen des Ausbildungsbetriebes und Zusatzleistungen anbieten und verkaufen b) Gäste über regionale Besonderheiten informieren c) Gäste über die von ihnen zu tragenden örtlichen Abgaben informieren d) Gäste betreuen a) an Planung, Durchführung und Betreuung von Veranstaltungen mitwirken b) Terminübersichten und Veranstaltungskalender erstellen und koordinieren c) Veranstaltungen bewerben d) Veranstaltungen unter Berücksichtigung von Finanzierungshilfen, insbesondere Förderund Sponsorenprogrammen, kalkulieren und abrechnen a) Verteiler pflegen b) Presseberichte erstellen c) Daten und Informationen zur Erstellung von Pressetexten aufbereiten d) Pressekonferenzen und Journalistenbetreuungen planen und durchführen a) Betriebsspezifische Dienstleistungen anbieten und verkaufen b) mit Leistungsträgern des Ausbildungsbetriebes zusammenarbeiten c) Anregungen zu Infrastrukturmaßnahmen aufnehmen a) Vorschriften zur Haushaltsführung bei Leistungserstellung und -angebot anwenden b) Budgetvorgaben berücksichtigen c) Betriebsspezifische Leistungen kalkulieren und abrechnen
62 Karrierebezogener Nutzen von Fortbildungen für die Beschäftigten Reiseveranstalter „Touristische Erfahrung,, wird bei der Besetzung einer Stelle mindestens so gewertet wie ein absolviertes Studium. Positiv vermerkt werden auch Auslandserfahrung und fachspezifisches "Jobben" während des Studiums. Der Touristikfachwirt wird hier z.T. nur als Nachholen eines berufsqualifizierenden Abschlusses für Quereinsteiger angesehen. Insgesamt wird bis zu einer gewissen Ebene in der Hierarchie eher von einem betrieblichen "Emporarbeiten" ausgegangen, das mit einer Reihe von Fortbildungen verbunden ist. Ebenfalls zu nennen sind die vielfältigen Maßnahmen der internen Fortbildung, die bei den Reiseveranstaltern dazu führen, daß ausgebildete RVK im operativen Bereich meistens bessere Chancen haben als studierte Quereinsteiger. Allerdings scheinen diese Maßnahmen abrupt abzubrechen, wenn es um die Besetzung von Toppositionen geht. Reisemittler Die flache Hierarchie macht ein Weiterkommen im gleichen Betrieb häufig unmöglich. Daher sieht man Bestrebungen zur Fortbildung (Aufstiegsfortbildung), die eine direkte Verbindung zu monetären Ziele haben, eher skeptisch entgegen, da sie häufig den Wunsch zum Wechseln ankündigen. Die Fortbildung wird daher losgekoppelt von einer monetären/karrierebezogenen Verbesserung gesehen, manchmal sogar "barsch" abgelehnt. Fremdenverkehrsbetriebe Bei Fremdenverkehrsbetrieben werden die Weiterbildungsformen IHK-Abschluß zum Touristikfachwirt, die Ausbildung an den Berufsakademien und das Studium an einer Fachhochschule, Fachrichtung Touristik, geschätzt. Zunehmend werden Positionen mit entsprechenden Absolventen besetzt, jedoch müssen sich diese häufig mit niedrigeren Vergütungen zufriedengeben. Sie sind z. T. für ihre Tätigkeit sogar überqualifiziert. Im Fremdenverkehr wird durch Änderungen in der Rechtsform die hierarchische Struktur der Unternehmen verändert, so daß im Stellvertreterbereich neue Hierarchiestufen entstehen und damit neue Karrierechancen.
63 4.10 Qualifikationsdefizite Beim Beraten, Verkaufen sowie beim Erbringen von Serviceleistungen werden Mängel gesehen. Dazu kommen noch Defizite im Erkennen betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge, aber auch beim Umgang mit EDV. Unter allgemeinen EDV-Kenntnissen wird nicht nur der Umgang mit den Reservierungssystemen (CRS) verstanden, sondern zunehmend auch Textverarbeitung, Tabellenkalkulation etc. Als wichtigster Aspekt taucht das Thema „Beraten und Verkaufen,, als eines der größten Mankos bei der Ausbildung von Mitarbeitern auf. Darüber hinaus wird fachtheoretisches Basiswissen in Betriebswirtschaftslehre und Finanzwesen vorausgesetzt. Die ältere Ausbildung zum ReiseverkehrskaufmannAfrau (Erlaß 1979) wird in diesem Zusammenhang als rückständig und wenig praxisbezogen angesehen. Gerade im Bereich der EDV wurde bisher nicht genügend vermittelt. Dabei geht es neben den Kenntnissen, z. B. der Anwendung von START, um Grundlagen, die auch im betrieblichen Geschehen nicht immer vermittelt werden (Reisebüros ohne Lizenzen). Daneben gibt es aber auch persönlichkeitsbezogene Mängel, wie mangelnde Teamfähigkeit oder die fehlende Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen. Bedarf an Zusatzkenntnissen in Gegenwart und Zukunft Reiseveranstalter/Reisemittler Der Bedarf an Zusatzkenntnissen wird insgesamt eher hoch eingeschätzt mit weiterhin steigenden Anforderungen, die der Markt mit sich bringt. Einschränkend ist vor allem die direkte Verwertbarkeit von Maßnahmen und Arbeitsaufgaben zu nennen. Der Begriff Zusatzkenntnisse ist irreführend. EDV-Kenntnisse und Sprachkenntnisse werden vorausgesetzt und stellen somit keine Zusatzkenntnisse im herkömmlichen Sinn dar. Reisemittler/Fremdenverkehrsbetriebe Zusatzkenntnisse im betriebswirtschaftlichen Bereich beziehen sich bei Reisemittlern auf den Bereich "Verständnis für das Unternehmen,,. Mitarbeiter der Reisemittler klagen, daß sie ihre Sprachkenntnisse in der täglichen Arbeit nicht benötigen und auch nicht pflegen können. Ähnliches gilt im Fremdenverkehr, wo nicht direkt verwertbare Fortbildungen zum Erreichen von Zusatzkenntnissen teilweise sogar verhindert werden, selbst dann wenn in anderen Bereichen des Unternehmens eine entsprechende Anforderung durchaus gegeben sein könnte (mehrsprachige Prospekte).
64 4.11 Tätigkeitsmuster erfolgreicher Ausund Fortbildung Reiseveranstalter Als ein Muster für besonders erfolgreiche Ausbildung wird folgender Lebenslauf gesehen: "Schulabschluß, entweder Abitur oder noch besser, Höhere Handelsschule, im Idealfall mit einem halbjährigen Praktikum im Reisebüro. Nach Abschluß der Schule Ausbildung zum RVK, danach ein bis zwei Jahre Praxis außerhalb des Ausbildungsunternehmens im Bereich Incoming oder in einer Luftfahrtgesellschaft. Daran anschließend Studium an einer Fachhochschule, z. B. in Heilbronn, Kempten oder Worms, bei dem es vor allem auch auf paralleles Jobben und Sammeln von Erfahrungen ankommt. Diese beiden Dinge machen fit für den Beruf. Als wichtig wird vor allem gesehen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Firma zu sein." Da es keine ideale Ausbildung gibt, wird auf verschiedene Ausbildungsgänge zurückgegriffen, wie klassische RVK-Ausbildung, Berufsakademie, RVK in Verbindung mit einer Fachhochschule, Fachhochschule und Traineezeit. Sichtbar wurde, daß gerade die Reiseveranstalter eine gewisse Affinität zu regionalen Ausbildungseinrichtungen haben. Hier konnte festgestellt werden, daß z. B. Hetzel häufig von der Fachhochschule Heilbronn oder der Berufsakademie Ravensburg spricht, MEIERS Weltreisen von der Fachschule für Touristik Düsseldorf und die TUI von der Berufsakademie Hannover. Hier scheinen regionale Verbindung und Vertrautheit eine gewisse Bedeutung zu haben. Reisemittler Bei den Reisemittlern sind die meisten Unternehmen mit der bestehenden Ausbildung RVK zufrieden. Dieses betrifft allerdings nicht unbedingt die Inhalte oder die schulische Ausbildung, sondern mehr den Aspekt, daß Reisemittler i.d.R. nur diesen Beruf ausbilden oder nur Bewerber mit einer abgeschlossen Ausbildung als Reiseverkehrskaufleute einstellen. Alternativen zu der bestehenden Ausbildung stehen nicht im Vordergrund, vielmehr haben Verbesserungen der Ausbildung Priorität. Diese zielen in erster Linie darauf, möglichst ausgebildetes Personal für das betriebliche Aufgabengebiet zu erhalten. Berufserfahrung steht dabei vor einer karrierebezogenen Fortoder Weiterbildung. Als schulische Voraussetzung werden Absolventen der Höheren Handelsschule Bewerbern mit Abitur vorgezogen.
65 4.12 Weiterbildung zum Touristikfachwirt Reiseveranstalter Die Verwertbarkeit der Weiterbildung zum Touristikfachwirt wird als abhängig vom persönlichen Lebenslauf angesehen. Dabei wäre zu unterteilen: 1. Bei gelernten Reiseverkehrskaufleuten wird die Fortbildung zum Touristikfachwirt eher negativ eingeschätzt. Hier wird in Frage gestellt, ob zusätzliche Kenntnisse über die Ausbildung zum RVK tatsächlich für das Unternehmen zum Tragen kommen bzw. die dort vermittelten Kenntnisse dann wirklich eine entsprechende Qualifikationsverbesserung bedeuten. Als Lösung hierfür wird eher ein Studium an Fachhochschulen angesehen. 2. Der Touristikfachwirt wird zur Erlangung eines qualifizierten Abschlusses bei Quereinsteigern dagegen eher positiv eingeschätzt. Hier besteht die Möglichkeit für erfahrene Mitarbeiter im Tourismus, auch aus anderen Ländern der Europäischen Union, in Deutschland einen berufsqualifizierenden Abschluß zu erlangen. Voraussetzung wäre allerdings eine langjährige einschlägige Berufserfahrung. Gelegentlich konnte sogar festgestellt werden, daß es begriffliche Verwechslungen touristikfachspezifischer Ausbildungen gab, sowohl bei Verantwortlichen wie auch bei Mitarbeitern. Eine eindeutige Vorstellung von der Funktion der Weiterbildung sowie deren Inhalten fehlte oft. Der innerbetrieblichen Fortbildung wird eine weitaus höhere Bedeutung beigemessen. Es entstand der Eindruck, daß „wenn jemand sich weiterbilden will, dann soll er es richtig tun und studieren,,. Die Zahl der Touristikfachwirte sei außerdem in der Vergangenheit regional sprunghaft angestiegen, so daß dieser Abschluß keine besondere Qualifizierung mehr darstellt. Reisemittler Von Arbeitgeberseite wird vor allem angemerkt, daß der Touristikfachwirt für den Mitarbeiter Vorteile hat, sofern er sich selbständig machen bzw. in ein anderes Unternehmen wechseln will. Allerdings sind die Möglichkeiten bei Reisemittlern, diese Fortbildung zu honorieren, nur begrenzt. Nur wenige Positionen erfordern diese Qualifikation, und die daraus abgeleiteten finanziellen Ansprüche können in der Regel nicht befriedigt werden. Ferner hat die Weiterbildung auch bei den Reisemittlern durchaus ihren Sinn für Quereinsteiger und ausländische Arbeitskräfte.
66 Die Weiterbildung zum Touristikfachwirt weist regional erhebliche qualitative Unterschiede auf und ist deshalb nicht einheitlich zu bewerten. Mitarbeiter erhoffen sich neben monetärem Weiterkommen eine persönliche Weiterentwicklung, neue Chancen und eine gewisse Unabhängigkeit. Für die Position eines Büroleiters könnte sie in Einzelfällen dann allerdings auch entscheidend bei der Vergabe einer Stelle sein. Allerdings erhält der Abschluß erst dann diese Bedeutung, wenn alle anderen Voraussetzungen an den Stelleninhaber gleich gut erfüllt werden. Von der Arbeitnehmerseite wird angeführt, daß die Weiterbildung zum Touristikfachwirt eine Erweiterung des Horizonts bedeutet. Fremdenverkehrsbetriebe Fremdenverkehrsbetriebe sehen die Weiterbildung zum Touristikfachwirt eher positiv. Sie vermittelt im öffentlichen Dienst Aufstiegsmöglichkeiten, die sich auch finanziell niederschlagen. Allerdings kann dies gegebenenfalls nur durch einen Arbeitsplatzwechsel oder durch Änderungen in der Organisationsstruktur des Unternehmens realisiert werden. Unterschiede in Bezug auf Fortbildungsmöglichkeiten Insgesamt wird das Angebot an Fortbildungsmöglichkeiten durchweg als ausreichend bezeichnet. Je nach Standort des Unternehmens sind alle Angebote in der unmittelbaren Umgebung bzw. durch kurze Anfahrten zu erreichen. Bemängelt werden jedoch z.T. die nicht unerheblichen Kosten, vor allem im EDV-Bereich. Bei der Weiterbildung zum Touristikfachwirt wurde von einem Reisemittler (Münster) beklagt, da es keine kontinuierlichen Termine gibt; aufgrund mangelnder Teilnehmer war es nur zu einem Kurs nach mehreren Jahren gekommen. Bei einem Fremdenverkehrsunternehmen wurde deutlich, daß große Entfernungen die Teilnahme an Fortbildungslehrgängen stark behindern. Die Durchführung räumlich naher Fortbildung würde aber durch Desinteresse von Arbeitgebern und von Arbeitnehmern blockiert. Fachliche Angebote zählen allgemein zu den beruflich verwertbaren Angeboten. Probleme haben die Unternehmen teils mit Persönlichkeitsfortbildungen sowie mit frauenspezifischen Themen. Hinzu kommen unseriöse Angebote von Institutionen, die dann keine entsprechende Verwertbarkeit mit sich bringen. Die Befragten Unternehmen konnten hier spontan nur selten Fortbildungen nennen, die nicht beruflich verwertbar sind. Die meisten äußerten sich eher so, daß der Eindruck entstehen könnte, daß sie alle Fortbildungen für sinnvoll erachten würden. Auf Nachfrage wurde jedoch deutlich, daß sich das Verständnis von Fortbildung lediglich auf beruflich verwertbare Fortbildungen bezieht.
67 4.13 Personalplanung Hohe Fluktuation, vor allem das Ausscheiden aufgrund von Familiengründung, läßt eine systematische Personalplanung genauso wenig zu wie flache Hierarchien und mangelnde Möglichkeiten im öffentlichen Dienst, entsprechende Stellen zu schaffen. Wenngleich die Motive für fehlende Personalplanung unterschiedlich sind, so wird aufgrund der Expertenbefragung deutlich, daß dieses Instrument schwer umsetzbar ist. In einigen Unternehmen hat sich zudem innerhalb der letzten Jahre bereits ein Generationswechsel vollzogen, so daß für neue Mitarbeiter Perspektiven für die nahe Zukunft nur eingeschränkt vorhanden sind, da die Führungspositionen erst kürzlich von „Jungen" eingenommen worden sind. In bezug auf Personalbeschaffung sind vor allem regionale Unterschiede festzustellen. Einerseits werden aufwendige Verfahren der Bewerberauswahl durchgeführt, auf der anderen Seite findet nur eine einfache Bewerberauswahl statt. Zwischen den beiden Extremen "Freier Auswahl" und "Nehmen, was man kriegt" existiert bei den Reiseveranstaltern vor allem das Instrument der internen Ausschreibung, die sich auch auf ehemalige Praktikanten oder Freunde von Mitarbeitern erstreckt. Die untersuchten Betriebe versuchen i.d.R. die Auszubildenden zu übernehmen. Bei den Reiseveranstaltern ist festzustellen, daß sie der internen Beschaffung Vorrang vor anderen Methoden einräumen. Bei den Reisemittlern spielen eher Verfahren der externen Personalbeschaffung eine Rolle. Dabei ist es vom regionalen Standort und der regionalen Arbeitsmarktsituation abhängig, ob der Betrieb Maßnahmen der Personalbeschaffung aktiv oder passiv durchführt. So war z.B. im Raum Hannover bei einem Reisemittler und einem Reiseveranstalter eher ein Nachfrageüberhang (vor allem bei Auszubildenden) festzustellen, während Reisemittler im Frankfurter Raum und im Münsterland erhebliche Problemen bei der Personalbeschaffung angaben. 4.14 Auswahlkriterien Ziel der Personalauswahl ist es, geeignete Bewerber zur Besetzung freier Stellen zu finden. Dazu sind Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber mit den Anforderungen der zu besetzenden Stellen abzugleichen. Im Reiseverkehr finden systematische Personalbeschaffungsmaßnahmen nur bedingt Anwendung. So finden Assessment-Center nur bei größeren Unternehmen von Reiseveranstaltern statt. Betriebliche Praktika haben sich hingegen bei vielen touristischen Unternehmen durchgesetzt und werden zur Auswahl
68 von Bewerbern für höher qualifizierte Tätigkeiten genutzt. Reiseveranstalter Bei Reiseveranstaltern geht in der Regel eine Vielzahl von Bewerbungen ein; die Unternehmen müssen in mehrstufigen Verfahren - gerade bei Auszubildenden - auswählen. Bei der Rekrutierung von bereits ausgelernten Mitarbeitern werden Stellen vor allem innerbetrieblich ausgeschrieben. „Neue Mitarbeiter werden auf verschiedenen Wegen rekrutiert. Erfolgt eine Ausschreibung, so wird diese vorwiegend in der Fachzeitschrift fvw international, in der Rheinischen Post und in der Süddeutschen Zeitung ausgeschrieben, je nach Art der zu besetzenden Stelle. Wichtig für das Unternehmen ist, daß der Mitarbeiter in die Altersstruktur des Unternehmens paßt. Da wir ein sehr junges Unternehmen sind, suchen wir Bewerber, die unter 40 Jahre alt sind. Voraussetzungen sind für uns vor allem die Ausbildung zum RVK, ein fachorientiertes Studium mit anschließender beruflicher Praxis sowie Reiseerfahrung oder auch die Fortbildung zum Touristikfachwirt. Mit Berufserfahrung wird z. T. Reiseerfahrung gleichgesetzt. Die Ausschreibung hängt allerdings auch von der Art der zu besetzenden Stelle ab, so sind z. B. bei einem Einkäufer Zielgebietskenntnisse und Auslandserfahrung wichtige Kriterien. Ein Großteil der Rekrutierung neuer Mitarbeitern erfolgt über die Ausbildung im Unternehmen bzw. über interne Stellenausschreibung. Auch ehemalige Praktikanten werden häufig unbekannten Bewerbern vorgezogen". Reisemittler Bei Reisemittlern gibt es erhebliche regionale Unterschiede bei der Mitarbeiterauswahl. Diese Unterschiede zeigen folgende drei Beispiele. „Als erstes Kriterium muß jemand ins Team passen, muß offen sein, eine gewisse Ausstrahlung haben; denn alles andere können wir schulen. Derjenige muß gut in Deutsch sein. Ansonsten bevorzuge ich zur Zeit noch Abiturienten, aber nicht auf Grund der schulischen Ausbildung, sondern wegen des Alters, weil ich dann einfach nicht mehr an das Jugendarbeitsschutzgesetz gebunden bin und die Auszubildenden ins Ausland zu Seminaren schicken kann. Ansonsten waren das in der Vergangenheit auch welche, die das Abitur abgebrochen oder z. T. schlechte Noten hatten, und das waren m. E. die besten Mitarbeiter. Ich gehe im Prinzip nicht nach Zeugnissen, sondern nach der Frage, hat diese Person den Willen
69 zu lernen? Was macht sie dafür? Was nimmt sie in Kauf, um das zu lernen, und inwieweit engagiert sie sich aktiv. Wir kriegen die Bewerbungen frei Haus und können auswählen." „Wir schreiben regional hier im Bereich Münster/Münsterland aus und gehen natürlich auch in die überregionale Fachpresse, beispielsweise in die fvw international. Dazu sind wir gezwungen, denn hier in Münster ist der Markt eng. Es ist zwar eine relativ geringe Fluktuation vorhanden, aber über die fvw international erreicht man Leute, die vielleicht mit dem Gedanken spielen, sich hier in der Region niederzulassen oder hierher zurückwollen. Wir legen Wert darauf, daß die Mitarbeiter möglichst in der Nähe ihren Wohnsitz haben. Weiterhin ist die Qualifikation der Mitarbeiter von Bedeutung, d.h. sie sollten eine abgeschlossene Ausbildung haben, wenn wir jetzt von normalen Mitarbeitern ausgehen, heißt das eine abgeschlossene Ausbildung als RVK. Auszubildende benötigen nicht unbedingt Abitur, genauso gut ist Realschule und Höhere Handelsschule. Bei den Auszubildenden bevorzugen wir Auszubildende, die 18 Jahre oder älter sind." „Wir müssen hier im Raum Frankfurt im Augenblick nehmen, was kommt. Jeden, der halbwegs einen Bleistift halten kann, müssen wir nehmen. Wir sind nicht in der Situation, traditionell unser Personal auswählen zu können. Uns werden die Leute förmlich abgesaugt. Hunderte Airlines, Fremdenverkehrsämter und Hotels, die uns die Mitarbeiter abziehen, wollen Repräsentanten möglichst aus der Reisebürobranche. Es ist verheerend für uns. Ich kriege ja leichter einen neuen Kunden als einen neuen Mitarbeiter." 4.15 Rekrutierungsverhalten für Führungspositionen Absolventen mit Fach-/Hochschulabschluß bewerben sich in zunehmender Zahl bei Reiseveranstaltern. Reisemittler sind von dieser Entwicklung aufgrund ihrer hierarchischen Strukturen und ihrer Abneigung gegen überqualifizierte Theoretiker weitgehend unberührt. In einigen Betrieben ist jedoch schon festzustellen, daß es in den Führungsebenen einen langsamen Wechsel von den Praktikern hin zu Hochschulabsolventen gibt. Reiseveranstalter „Das Rekrutierungsverhalten hinsichtlich Führungspositionen wird bei uns noch nicht sehr von der Zunahme an Bewerbern mit Fachund Hochschulabschluß beeinflußt. Das relativ junge Unternehmen hat seine bestehenden Führungspositionen bereits besetzt.
70 An der Spitze sind Hochschulabsolventen mit praktischer Erfahrung tätig. Auf der Ebene der Bereichsleiter gibt es verschiedene staatlich geprüfte Betriebswirte mit Praxiserfahrung. Auch sind hier durchaus Fachhochschulabsolventen bereits vertreten. Allerdings werden sie nicht gleich in Führungspositionen eingestellt, sondern müssen häufig die normale Hierarchie des Unternehmens absolvieren". Reisemittler Insgesamt ist festzustellen, daß kein Bedarf an entsprechender Hochschulqualifikation für diesen Teil der touristischen Leistungserstellung gesehen wird. Vielmehr wird bei einigen Unternehmen sogar große Abneigung gegen entsprechende Institutionen und deren Absolventen geäußert. Fremdenverkehr „Wenn wir Stellen ausschreiben, erhalten wir sehr viele Bewerbungen von Fachhochschulabsolventen, die immer wieder überqualifiziert sind. Ich habe ganz simple Ausschreibungen auf Föhr gesehen, da meldeten sich 20, 30 und mehr Fachhochschulabgänger mit einwandfreien Zeugnissen, wo ich mich frage, wieso bewerben die sich auf so eine simple Tätigkeit, das kann nicht wahr sein. Und die wir eigentlich suchten, die waren nicht dabei. Jemand wird ja auch nicht zufrieden, wenn er hier nur Counterdienst machen muß. Wir können ja nicht ihm oder ihr zuliebe einen neuen Arbeitsplatz schaffen. Also ist scheinbar ein großer Überhang an wissenschaftlich Ausgebildeten vorhanden, während es an diesem von mir so postulierten Bodenpersonal fehlt. Mir scheint in Bezug auf unsere tatsächlichen Gegebenheiten, daß wir gar nicht so viel Universitätswissen brauchen, viel mehr praktische Kenntnisse sind gefragt und die müssen ordentlicher vermittelt werden. Wir brauchen besseres Bodenpersonal, und das gilt für alle benachbarten Gemeinden und viele Regionen. Da hätte ich gern mal eine Bewerbung mit ganz solidem Werdegang als RVK, vielleicht ergänzt mit einer 2-jährigen Fortbildung zur Marketingoder Betriebswirtin, das würde uns völlig reichen."
Abbildung 24 77 Frauenanteil von Auszubildenden zum RVK Ausbildungsjahrgang RVK 19824U 1987 1992 1997 Frauenanteil der Auszubildenden 83% 82% 84% 85,2 % Arbeitsmarktchancen Aus Sicht der befragten Mitarbeiter wird die derzeitige wirtschaftliche Lage der Branche weniger schlecht beurteilt, als sie zum Teil in der Fachpresse dargestellt wird. 77% bewertet sie mit sehr gut oder gut. Nur 2% der befragten Mitarbeiter bezeichnen die wirtschaftliche Lage des Betriebes als „schlecht" und weitere 21% als „weniger gut". Insgesamt kann man sagen, daß für 3/4 die Lage gut oder sehr gut erschien, während 1/4 sie als eher negativ oder bedenklich einschätzten. Noch positiver werden die eigenen beruflichen Aussichten eingeschätzt, 95% der Befragten haben wenig Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. 40Die befragten Fachkräfte hatten zwischen 1982 und 1987 ihre Ausbildung abgeschlossen.
Pessimistischer als die wirtschaftliche Lage beurteilen Fachkräfte die Frage nach der Möglichkeit, eine ebenso gute Stellung für den Fall, daß sie entlassen würden, neu finden zu können. Knapp die Hälfte ist der Meinung, leicht einen ebenso guten Arbeitsplatz zu finden. Hingegen sind 43% der Meinung, daß es schwierig würde, 3%, daß es praktisch unmöglich ist, und 3%, daß sie einen ebenso guten Arbeitsplatz nur durch einen Branchenwechsel bekommen könnten. Der geringe Anteil der Beschäftigten nach 5 - lOjähriger Berufserfahrung mit Zukunftsangst wird vielleicht auch durch die persönliche Erfahrung der Befragten mit Arbeitslosigkeit deutlich. Auf die Frage nach eigener Arbeitslosigkeit in der Vergangenheit gaben 82% an, noch nie arbeitslos gewesen zu sein, weitere 7 % waren bisher lediglich unter einem Jahr arbeitslos und nur 4% mehrmals. So war auch nur 1% der Fachkräfte nach ihrer Ausbildung zunächst arbeitslos gewesen, während 81% direkt einen adäquaten Arbeitsplatz gefunden haben. Einkommen Von insgesamt 168 Angaben zum monatlichen persönlichen Bruttoeinkommen liegt der am häufigsten genannte Betrag zwischen 4000,- und 4500,- DM pro Monat (1996). Zusammen mit einem Einkommen zwischen 3500,- und 4000,- DM verdienen damit 40% der Befragten zwischen 3500,- und 4500,- DM brutto. Die 4% derjenigen, die unter 2000,- DM erhielten, sind Teilzeitbeschäftigte. 12% verdienen zwischen 4500,- und unter 5000,- DM. Nur gut 78 Abbildung 25: Wie hoch schätzen Sie die Gefahr ein, in nächster Zeit von Ihrem Betrieb entlassen zu werden?
79 jeder Zehnte verdient mehr als 5000,- DM brutto, nur 2% verdienen über 7000,- DM im Monat. Abbildung 26 Monatliches Bruttoeinkommen Fachkräfte mit abgeschlossenem Studium beziehen nicht automatisch höhere Einkommen. Dagegen ist es auf der anderen Seite für "lediglich" betrieblich Ausgebildete ebenso möglich, über 7000,- DM zu verdienen. Während Teilzeitkräfte ohne Studium unter 2000,- DM erhalten, liegt das Gehalt für "Teilzeitakademiker" zwischen 2000 - DM und 3000,- DM. Bei der Gehaltsgruppe zwischen 6001,- DM und 7000,- DM ist die Zahl der Fälle bei beiden gleich Erst bei einem Bruttoeinkommen über 7000,- DM ändert sich das Verhältnis zugunsten der Akademiker auf 3 zu 1. Innerhalb der jeweiligen Gruppe verdienen damit rund 70 von 1000 der "Akademiker" über 7000,- DM, während nur rund 7 von 1000 der "RVK ohne" in diese Einkommensklasse vorstoßen.
80 Formen der Teilzeit Insgesamt hatten nur 7% der befragten Fachkräfte in Teilzeit gearbeitet. Dieser Anteil war nach den Aussagen der Experten höher zu erwarten . Formen der Teilzeit sind • halbe Tage 42% , • bestimmte Tage 33%, • saisonal schwankend 16% und • Arbeitszeitkonten 9%. Art der Tätigkeiten Auf die Frage nach der Haupttätigkeit ergibt sich eine Vielfalt an Betätigungsfeldern. Betrachtet man nun die "Akademiker" im Verhältnis zur Gesamtzahl, so haben sie überproportional Aufgaben in Bereichen, wie Aquisition, Außendienst, Agenturbetreuung, Marketing, Touristischer Einkauf, Hoteleinkauf, Back-office, Produktplanung, Produktmanagement, Firmendienst und Führungsaufgaben. Unterproportional sind sie dagegen in den Tätigkeitsfeldern Sachbearbeiter, Buchhaltung, Flugdisposition und Counterkraft vertreten. Überraschend ist, daß immerhin 25% der Akademiker ebenfalls im Bereich Counter-Allround tätig sind. Hierdurch wird die relative Übereinstimmung mit dem Einkommen von Nichtakademikem erklärbar. Je 1/4 der befragten Akademiker sind als Büroleiter tätig. Akademisch ausgebildete Fachkräfte stehen damit in einem gewissen Ausmaß in Konkurrenz zu nicht akademisch Ausgebildeten. Bestimmte Tätigkeiten sind ihnen jedoch ausschließlich vorbehalten.
81 Abbildung 27 Haupttätigkeiten von „RVK ohne" im Vergleich zu Akademikern Counter-Allround Büroleiter Counterkraft Touristik Counterkraft Firmendienst/Gruppen Abteilungsleiter Sachbearbeiter Marketing Filialleiter Back-Office Produktplanung Counterkraft Flug Produktmanagement Counterkraft Bahn Aquisition Außendienst Agenturbetreuung Touristischer Einkauf Flugdisposition Buchhaltung Hoteleinkauf Gesamt 42,5 14,4 12,7 4,4 3,9 3,3 2,8 2,8 2,2 1,7 1,7 1,1 1,1 0,6 0,6 0,6 0,6 0,6 Akademiker 25,0 25,0 6,8 4,5 2,3 2,3 11,4 4,5 2,3 2,3 2,3 2,3 2,3 RVK ohne 48,2 10,9 14,6 4,4 4,4 3,6 2,2 2,2 1,5 2,2 1,5 1,5 0,7 0,7 Ein deutlicher Unterschied liegt in der Übertragung von Personalverantwortung. Von den "Akademikern" sind über 2/3 als Vorgesetzte tätig, während es bei den "RVK-ohne" nach fünfbis zehnjähriger Berufspraxis nur 39% sind. Über 50% der Fachkräfte sind zudem im Bereich der Ausbildung tätig. Dabei ist der
82 überwiegende Teil (39%) nebenamtlich und nur 1% hauptamtlich mit diesen Aufgaben betraut; 12% haben durch Ablegen der Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung41 auch die formale Qualifikation hierfür. Inbezug auf die Notwendigkeit einer entsprechenden Ausbildungsqualifikation sind rund 50% der "RVK-ohne" und 34% der "Akademiker" der Meinung, daß ihre Tätigkeit auch mit einer geringeren Ausbildung ausgeführt werden könnte. Bei den Akademikern sagen 34% , daß ihre Tätigkeit auch mit einer anderen Ausbildung ausgeführt werden könnte, wohingegen "RVK-ohne" dieses nur zu 20% bejahen. 5.2.2 Wissensbasis für die ausgeübte Tätigkeit Die Bedeutung der dualen Ausbildung für die Berufspraxis wird mit den Befragungsergebnissen untermauert. "Akademiker" schätzen das "Selbstlernen in der Freizeit" und verständlicherweise Abschlüsse an einer Fachhochschule/Universität deutlich höher ein als diejenigen, die "nur" eine duale Berufsausbildung haben. Die benötigten Kenntnisse bei der jetzigen Tätigkeit wurden in vier Bereiche unterteilt: • EDV (Start), • Tourismus und Dienstleistung, • betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie • Sprachen. Ähnlich wie in der Auswertung der Stellenanzeigen zeigt sich die größere Bedeutung von START-Kenntnissen für "RVK-ohne" als für Hochschüler. Bei lATA/DB-Kenntnissen sind dagegen gleiche Werte zu finden. Die Bereiche Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik/Gestaltung sind Schwerpunktaufgaben der „Akademiker". 41 Verordnung über die berufsund arbeitspädagogische Eignung für die Berufsausbildung in der gewerblichen Wirtschaft
83 Abbildung 28 Die Bedeutung von EDV-Kenntnissen für Akademiker im Vergleich zu „RVK ohne" START IATA Bahn Andere CRS Textverarbeitung Tabellenkalkulation Grafik/Gestaltung EDV-Fotobearbeitung Gesamt 80,1 57,5 47,5 43,1 37,0 23,2 6,6 4,4 Akademiker 56,8 52,3 52,3 38,6 50,0 36,4 13,6 11,4 RVK ohne 87,6 59,1 46,0 44,5 32,8 19,0 4,4 2,2 Tourismus Im Bereich touristischer Kenntnisse werden die Ergebnisse der Expertenbefragung bestätigt: Zielgebietskenntnisse, Produktkenntnisse und KundenberatungA/erkauf sind von elementarer Bedeutung. Ähnlich wie bei der EDV brauchen Akademiker weniger Spezialwissen (START, Zielgebiete). Umso bedeutender ist das kaufmännisch/touristische Fachwissen für Reiseverkehrskaufleute. Abbildung 29 Die Bedeutung kaufmännischer/touristischer Kenntnisse für Akademiker im Vergleich zu „RVK ohne" Zielgebietskenntnisse Produktkenntnisse Kundenberatung Verkauf allgemein Verkaufstechnik Back-office Gesamt 82,3 80,7 74,0 57,5 55,2 28,2 Akademiker 59,1 79,5 65,9 47,7 45,5 36,4 RVK ohne 89,8 81,0 76,6 60,6 58,4 25,5
84 Betriebswirtschaft Während für "RVK-ohne" CRSund Zielgebietskenntnisse besonders wichtig sind, benötigen Akademiker besondere Qualifikation auf den Gebieten von Betriebswirtschaft , Kostenrechung, Personalführung , Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Abbildung 30 Die Bedeutung von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen für Akademiker im Vergleich zu „RVK ohne" Buchhaltung BWL allgemein Kostenrechnung Personalführung Marketing Organisation Management Public Relations Einkauf Haushaltswesen Gesamt 35,9 28,7 25,4 24,9 22,7 17,1 16,6 11,6 9,4 3,9 Akademiker 38,6 50,0 40,9 38,6 40,9 20,5 34,1 25,0 11,4 11,4 RVK ohne 35,0 21,9 20,4 20,4 16,8 16,1 10,9 7,3 8,8 1,5 Weiterbildung 7,2 7,7 7,2 12,2 12,2 4,4 8,8 4,4 0,6 0,0 Sprachen Der Bedarf an englischen Sprachkenntnissen wird von den befragten Fachkräften deutlich höher eingestuft, als dies in der Expertenbefragung zum Ausdruck kam. Darüber hinaus benötigen noch fast 30% eine weitere Sprache, entweder Französisch oder Spanisch.
Abbildung 31 85 Die Bedeutung von Sprachkenntnissen für Akademiker im Vergleich zu „RVK ohne" Englisch Französisch Spanisch Gesamt 62,4 17,1 12,2 Akademiker 50,0 15,9 11,4 RVK ohne 66,4 17,5 12,4 Arbeitsanforderungen, Arbeitszufriedenheit Die größten Anforderungen sehen die Fachkräfte darin, daß sie „praktisch immer" (57,5%) oder „immer mal wieder" (36,5%) auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen sind und häufig unter Termindruck stehen. Abbildung 32Arbeitsanforderungen Zusammenarbeit mit anderen Terminund Leistungsdruck Starke Konzentration Kompetenzen, Verhandlungen Neue Aufgaben Bisherige Verfahren verbessern Arbeitsgang wiederholt sich Arbeitsdurchführung vorgegeben praktisch Immer •i t 57,5 48,1 49,2 44,8 8,3 9,4 12,7 5,5 immer mal wieder 36,5 47,0 44,8 38,1 68,0 66,3 45,3 16,6 selten 3 5,0 5,5 6,1 14,9 22,7 18,2 28,7 45,9 nie 4 1,0 1,7 1,1 5,5 12,7 32,0 Mitarbeiter müssen aufgrund der speziellen Arbeitsanforderungen im Team arbeiten können, kommunikativ und belastbar sein.
86 Trotz des beklagten Termindrucks ist insgesamt die Zufriedenheit der Fachkräfte groß. Bei den "RVK-ohne" sind jeweils über 50% in allen Bereichen sehr zufrieden bzw. im großen und ganzen zufrieden. Weniger zufrieden sind die Befragten mit ihrem Einkommen und den eingeschränkten Aufstiegsmöglichkeiten. 5.2.3 Beruflicher Werdegang Schulabschluß Fachkräfte mit Abitur verbleiben länger im Beruf. Daher findet sich nach 5-10 Berufsjahren ein etwas höherer Anteil von Beschäftigten mit Abitur als während der Ausbildung zum RVK (siehe Tabelle). Die Hälfte der Befragten hat ihren Schulabschluß zwischen 1981 und 1987 (49%) erworben. Abbildung 33 Schulabschlüsse von Auszubildenden RVK Schulabschlüsse von Auszubildenden RVK Hauptschule Realschule Abitur Sonstige 1982 6,1 % 37,5 % 41,4% 15,9% 1987 4,2 % 21,3% 64,7 % 9,7 % 19814Z bis 1987 4% 26% 69% 1 % Ausbildung Ein interessantes Ergebnis für die Karrieremöglichkeiten im Zusammenhang mit der dualen Berufsausbildung ist, daß 91% der Befragten über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen und lediglich 8% keine Berufsausbildung haben. Über 65% der "Akademiker" verfügen über einen zusätzlichen berufsqualifizierenden Abschluß; dabei hatten 7% als Zweitausbildung den Beruf RVK erlernt. 42Diese Spalte gibt die Verteilung der Schulabschlüsse der befragten Personen an.
94 5.2.5 Zufriedenheit mit dem Berufsleben Abbildung 40 Chancen zum beruflichen Aufstieg Gesamt AkademikerRVK-ohne \ Welcher Meinung sind sie. Wird es bei Ihnen beruflich aufwärts gehen oder wird sich da nichts mehr ändern? k.A. es wird aufwärts gehen es tut sich nichts mehr 2 51 47 2 66 32 2 47 52 Möchten sie denn gern, daß es bei Ihnen noch beruflich aufwärts geht? es sollte auf alle Fälle aufwärts gehen unter gewissen Umständen Nein 44 44 13 52 36 11 41 46 13 Das Karrierebewußtsein der Akademiker ist stärker ausgeprägt als bei den „RVK-ohne". Zukunftsplanung Die beschriebenen Diskrepanzen zwischen Karrieremöglichkeiten und Streben nach beruflichem Aufstieg beeinflußt die Zukunftsplanung. 79% der Fachkräfte sagen, Fortbildungslehrgänge zu besuchen, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Dies ist insbesondere verwunderlich, da 95% keine Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes hatten. Zumindest ist eine hohe Bereitschaft zum Besuch von Fortbildungen festzustellen. Ebenfalls herauszugreifen ist der hohe Anteil derjenigen, die bereits planen, eine Weiterbildung zu absolvieren (39%). Bisher waren lediglich unter 10% der Fortund Weiterbildungen aller mit dem Zweck eines beruflichen Aufstiegs verbunden. 18% haben auch schon daran gedacht, ins Ausland zu gehen, um ihre Aufstiegschancen zu verbessern.
95 An die Möglichkeit, in Zukunft ein Studium zu beginnen, haben bisher lediglich 3% gedacht, während weitere 14% schon einmal erwogen, den Beruf zu wechseln, 7% davon zu einem Reiseveranstalter. Geplante Veränderungsbedürfnisse bei den Fachkräften machen zudem deutlich, daß aus Sicht der Fachkräfte Qualifikationen benötigt werden, die einen Wechsel zu einem anderen Branchenteilnehmer (z.B. Reiseveranstalter), aber auch zu branchenfremden Unternehmen grundsätzlich ermöglichen. Hier haben Akademiker ein weitaus größeres Spektrum an Tätigkeitsfeldern. Um dies zu verdeutlichen, wurde die Mitgliederliste des Contact e.V. ausgewertet. Mitglieder dieses Vereins sind u.a. Absolventen der Fachhochschule Heilbronn, an der man Betriebswirtschaft Fachrichtung Touristik ( mit Schwerpunkten: Hotel, Kur und Fremdenverkehr, Reiseveranstalter und -mittler) studieren kann. Auch wenn diese Auswertung nicht repräsentativ ist, so macht sie doch deutlich, daß ein Wettbewerb mit Akademikern nur begrenzt auftreten wird. Nur wenn Fachhochschüler keine anderen betriebswirtschaftlichen Beschäftigungsfelder finden, bewerben sie sich auch auf Stellen im Tourismus, für die sie i.d.R. deutlich überqualifiziert sind. Ansonsten stehen eher Reiseverkehrkaufleute ohne Studium mit Reiseverkehrskaufleuten mit Studium im Wettbewerb auf den verschiedenen Ebenen.
96 Beschäftigungsfelder von FH-Absolventen Abbildung 41 Tätigkeitsfelder von Absolventen der FH Heilbronn (Contact e.V.) n=85, Stand 1995 Von 85 Absolventen der FH Heilbronn, die sich im Verein organisiert haben, arbeiten lediglich 22% bei Reiseveranstaltern und Reisemittlern, dem eigentlichen Kernbeschäftigungsbereich der Reiseverkehrskaufleute Rund 78% der Mitglieder des Vereins arbeiten in anderen touristischen Bereichen oder anderen Branchen. Wie bereits in der Expertenbefragung deutlich wurde, arbeitet mit 21% ein relativ hoher Anteil bei
97 Fremdenverkehrsbetrieben des Inund Auslandes. Zusammen sind damit 43% der Absolventen im Untersuchungsbereich dieses Forschungsprojektes beschäftigt. Selbst bei dieser, an der touristischen Praxis ausgerichteten Fachhochschulausbildung arbeitet die Mehrheit (56%) bei anderen Unternehmen des Tourismus bzw. in nichttouristischen Branchen. Der größte Anteil entfällt dabei mit knapp 17% auf Tätigkeiten bei Unternehmensberatungen. Abschließend muß trotz der vereinzelt dargestellten Kritikpunkte der Befragten festgestellt werden, daß 1/4 der Fachkräfte "RVK-ohne" und 1/3 der Akademiker mit ihrem bisherigen Berufsleben sehr zufrieden sind. Weitere 2/3 der Akademiker und fast 3/4 der "RVK-ohne" sind im großen und ganzen zufrieden. Lediglich 2% der Befragten waren eher unzufrieden mit ihrem Berufsleben. Fachkräfte, die sehr unzufrieden sind, waren in der durchgeführten Befragung nicht vertreten
98 6. Zusammenfassung Viel Trennendes und wenig Gemeinsames Als wichtigstes Ergebnis der Fallstudien und der Fachkräftebefragung in den Reiseveranstalter-, Reisemittlerund Fremdenverkehrsbetrieben ist festzustellen, daß im Personalmanagement diese mehr trennt, als daß Gemeinsamkeiten zu finden sind. Selbst unter den einzelnen Betrieben eines Bereiches gibt es sehr unterschiedliche Aktivitäten und Engagements in der Personalplanung, Fortund Weiterbildung. Abbildung 42 Berufsbilder im Tourismus, Rahmenbedingungen und Einflüsse In den untersuchten Betrieben von Reisemittlern, Reiseveranstaltern und des Fremdenverkehrs stellt sich speziell für Reiseverkehrskaufleute (RVK) folgende zukünftig zu erwartende Situation dar: Es sind überwiegend Frauen45 , die den Ausbildungsberuf ReiseverkehrskaufmannAfrau (RVK) erlernen und auch nach fünfbis zehnjähriger Berufserfahrung noch in den 45 Quelle BIBB Datenblatter 85,2 % waren Frauen, die 1997 den RVK erlernten
99 untersuchten Betrieben tätig sind. Die Mehrzahl der Beschäftigten ist bei kettengebundenen Reisemittlern mit durchschnittlich 4 bis 10 Mitarbeitern tätig. Nach fünfbis zehnjähriger Berufstätigkeit verdienen sie in der Regel brutto zwischen 3500,- und 5000,- DM monatlich als Vollzeitkraft. Im Laufe ihrer Tätigkeit besuchen „durchschnittliche Mitarbeiter" mindestens eine Fortbzw. Weiterbildung jährlich zu einem neuen Themenkomplex im engen Zusammenhang mit dem Aufgabengebiet. RVK sind hauptsächlich als Counter-Allround-Kräfte eingesetzt und benötigen besondere Kenntnisse in den CRS, hier vor allem START, gute Zielgebietsund Produktkenntnisse sowie als Fremdsprache mindestens Englisch. Die Beschäftigten sind dabei mehr geschulte Verkäufer als sachbearbeitende kaufmännische Mitarbeiter. Aufstiegsmöglichkeiten haben RVK vor allem durch Ablegen der Ausbildereignungsprüfung, langjährige Berufserfahrung sowie kontinuierliche Fortbildung auf dem EDV-Sektor. Dabei wird nur jeder dritte RVK nach mindestens fünfjähriger Berufserfahrung Personalverantwortung erlangen. Die Weiterbildung zum/zur Touristikfachwirt/in kann ausschlaggebendes Kriterium für einen beruflichen Aufstieg bei einem Arbeitsplatzwechsel zu einem anderen Reisemittler sein. Auch wenn der berufliche Aufstieg in die Büroleitung gelingt, wird das Hauptaufgabengebiet weiterhin im Verkauf von Reisen liegen. Arbeitsplätze ohne Kundenkontakt sind weiterhin Seltenheit. Betriebswirtschaftliche Spezialisierungen spielen im Reisemittlerbereich nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich ein gewisses Grundverständnis betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge, der Buchführung und der Kostenund Leistungsrechnung sind erforderlich. Die beruflichen Anforderungen an Kenntnisse und Bedienung multimedialer EDV werden ansteigen. Nur durch besondere Dienstleistungsmentalität und Kommunikationsfähigkeiten sowie ausgezeichnetes Wissen über Produkte und Zielgebiete können die Mitarbeiter in Zukunft abschlußsicher verkaufen. Die Palette der zu verkaufenden Produkte, die nur indirekt mit der eigentlichen Reise zu tun haben, wird größer werden. Ein weiterführendes Studium an Fachhochschulen, Berufsakademien oder an einer Universität führt auch in Zukunft bei der Mehrzahl der Beschäftigten zu einer Überqualifizierung für den Reisemittlerbereich. RVK, die bei einem Reisemittler gelernt haben, können nur schwer zu einem Reiseveranstalter wechseln. Reiseveranstalter selbst bilden weit über ihren Bedarf hinaus aus und bevorzugen die von ihnen Ausgebildeten bei Stellenbesetzungen. Sie ermöglichen ihren Mitarbeitern Karrieremöglichkeiten überwiegend auf dem Weg interner Stellenausschreibungen. Konzentrationsprozesse und zunehmender Wettbewerb erfordern
100 Spezialisierungen. Die Ausbildung RVK ist auch eine Basisausbildung für Betriebe der Reiseveranstaltung. Neben kontinuierlicher betrieblicher Fortbildung bringt der Besuch von Fachhochschulen oder Berufsakademien Reiseverkehrskaufleuten die Chance des beruflichen Aufstiegs. Qualifiziertere Aufgaben können dann in Abteilungen wie Hoteleinkauf, EDV, Marketing oder Controlling übernommen werden. Mehrjährige Auslandsaufenthalte und der Erwerb von Spezialwissen über Destinationen kann berufsqualifizierende Abschlüsse ersetzen. Bei Reiseveranstaltern sind es vor allem Spezialisierungen in betriebswirtschaftlichen Funktionen gepaart mit Unternehmenskenntnissen, die der Karriere förderlich sind. Um die ganz wenigen Spitzenpositionen stehen Mitarbeiter im Wettbewerb mit Universitätsabsolventen (mit oder ohne touristische Spezialisierung) wie auch mit Absolventen anderer kaufmännischer Berufsausbildungen. Mehrheitlich nehmen Reiseveranstalter Bewerber mit einer RVK-Ausbildung und vermitteln diesen nach der Ausbildung noch betriebswirtschaftliche Qualifikationen. Dabei sind hier Studiengänge berufsbegleitend oder in Vollzeit an Fachhochschulen und Berufsakademien mehr geschätzt als die Weiterbildung zum/zur Touristikfachwirt/in. Der mit dem Touristikfachwirt zu erreichende Spezialisierungsgrad wird in seinem Wert generell geringer eingeschätzt. Die Arbeitsteilung sowie der notwendige Grad an Spezialisierung bei den großen Veranstaltern mißt hier einer 540-Stunden Ausbildung einen geringeren Stellenwert bei. Bevorzugt wird ein betriebswirtschaftliches Fachstudium in Bereichen Wirtschaft, Marketing oder EDV gepaart mit Praxiskenntnissen , erworben durch eine betriebliche Ausbildung zum RVK. Berufliches Engagement, auch nach offiziellem Arbeitsschluß, wird von Mitarbeitern bei Reiseveranstaltern und Reisemittlern erwartet. Es handelt sich um Arbeitsplätze, die in der Mehrzahl hohe Belastungen abfordern und die nur mit Teamarbeit effektiv zu bewältigen sind. Dafür scheinen sie ihren Mitarbeitern eine gewisse Arbeitsplatzsicherheit zu versprechen. Obwohl die Mehrzahl der Mitarbeiter im großen und ganzen mit ihrem jetzigen Arbeitsplatz zufrieden ist, klafft eine Lücke zwischen dem Wunsch nach Fortkommen und der realistischen Einschätzung der eigenen beruflichen Karrieremöglichkeiten. Während Reiseverkehrskaufleute bei Reisemittlern um aufzusteigen häufig den Arbeitsplatz wechseln müssen, versuchen sie bei Reiseveranstaltern, ihre Karrieremöglichkeiten durch „Emporarbeiten,, innerhalb des Unternehmens zu erreichen. Die Möglichkeiten für akademisch ausgebildete Fachkräfte im Berufsfeld Tourismus gehen über den untersuchten Bereich hinaus. Insoweit bedeutet eine steigende Zahl an
101 akademisch ausgebildeten Absolventen nicht zwingend bzw. nicht für alle Bereiche einen steigenden Wettbewerb von akademisch Qualifizierten mit dual Ausgebildeten. Es sind vor allem der Fremdenverkehr und die Reiseveranstalter, die sich zukünftig mit weiterhin steigenden Zahlen an akademisch-touristisch ausgebildeten Fachkräften befassen müssen. Chancen bei den Reiseveranstaltern scheinen dabei nur diejenigen zu haben, die entweder bereits einen beruflichen Erfolg hatten, die ausgebildete RVK sind und/ oder die einschlägige Auslandserfahrung sowie Praktika nachweisen können. Dabei spielt häufig auch der eigene Werdegang der Entscheidungsverantwortlichen bei der Integration akademisch Ausgebildeter eine wichtige Rolle. Im Fremdenverkehr konkurrieren bereits akademisch ausgebildete mit dual ausgebildeten Fachkräften. Dies liegt vor allem daran, daß es bisher keine ausreichende Akzeptanz der bestehenden Ausbildung und deren Verwendbarkeit für die besonderen Anforderungen im Fremdenverkehr gab46 . Im Fremdenverkehr liegen die Einstiegsgehälter für Fachhochschulabsolventen nach Empfehlung des VDKF47 jedoch in etwa der gleichen Höhe wie für Reiseverkehrskaufleute mit fünfbis zehnjähriger Berufserfahrung. Die Ergebnisse der Expertenund der Fachkräftebefragungen sind in folgenden vier Thesen zusammenzufassen. These 1: Reiseverkehrskaufleute haben nur begrenzte Karrieremöglichkeiten Die Ergebnisse der 18 Fallstudien der Expertenbefragung, die ausgewerteten 1599 Stellenanzeigen und die 190 Fachkräfteinterviews zeigen in den untersuchten Betrieben, daß für Reiseverkehrskaufleute nur eng begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten gegeben sind. Die Mehrheit der Auszubildenden wird bei den Reisemittlern ausgebildet und beschäftigt. Diese haben in den bestehenden flachen Strukturen nur wenig Möglichkeiten und Perspektiven für ihre Mitarbeiter aufzuzeigen. Selbständigkeit im Reisemittlerbereich oder der Wechsel zu Großveranstaltern sind für Fachkräfte der zweiten Führungsebene (Büroleiter etc.) häufig die einzige Chance eines beruflichen Aufstiegs innerhalb der Branche. Insgesamt sind nach fünfbis zehnjähriger Berufstätigkeit 41% der befragten Mitarbeiter in Führungspositionen als Bürooder Abteilungsleiter tätig, und 46% haben eine Vorgesetztentätigkeit mit Personalverantwortung, allerdings schätzen nur 21% dies als ihre Haupttätigkeit ein. Eine Countertätigkeit in den Bereichen Flug, Bahn oder Firmendienst wird von 62% als Haupttätigkeit genannt. Mit der novellierten Ausbildungsordnung RVK, Erlaß 1998, wurde durch die Spezialisierung in Form einer Fachrichtung „Kur und Fremdenverkehr,, dieser Mangel beseitigt. VDKF = Verband Deutscher Kurund Tourismus-Fachleute
102 These 2: Fortbildung dient der Sicherung des Arbeitsplatzes In den letzten 5 Jahren haben 93% der befragten Fachkräfte Lehrgänge, Kurse oder Seminare besucht, die der Fortund Weiterbildung im Beruf dienten. Wichtigste Themen der Fortbildungen waren Inforeisen (67%), Touristik allgemein (49%), EDV allgemein (48%), IATA (46%), Produktkenntnisse (45%) und Verkaufsseminare (38%). Dabei erfüllt die Mehrzahl der Fortbildungen in erster Linie die Aufgaben der Erweiterung und Auffrischung beruflicher Kenntnisse; sie sichern somit den Arbeitsplatz, schaffen aber keine direkten Aufstiegsmöglichkeiten. Nur 3% der Fortbildungsbemühungen dienten vorrangig dem beruflichen Aufstieg. Dem Unternehmen sichern sie vor allem Wettbewerbsfähigkeit, weshalb die Verantwortlichen der Unternehmen bereit sind, entsprechend in ihre Mitarbeiter zu investieren. Vom Mitarbeiter wird hierbei auch der Einsatz von Freizeit erwartet; so lesen 80% entsprechende Fachliteratur außerhalb der Arbeitszeit und 21% geben an, daß sie ihre zusätzliche Qualifikation überwiegend in der Freizeit erworben haben. Verstärkt wird die o.g. These noch dadurch, daß 79% der Befragten der Aussage zustimmen, in Zukunft Fortbildungslehrgänge zu besuchen, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. These 3: Konkurrenzsituationen bestehen nur in Einzelfällen Konkurrenzsituationen zu Absolventen von Fachhochschulen und Universitäten bestehen für Reiseverkehrskaufleute i.d.R. bei der Mehrzahl der Unternehmen noch nicht. Lediglich in den wenigen touristischen Großunternehmen, vor allem des Veranstalterbereichs, konkurrieren zunehmend tourismusspezifisch ausgebildete Fachhochschulund Universitätsabsolventen mit Absolventen der Fachrichtungen Allgemeine Betriebswirtschaft um wenige Traineeplätze. Diese Betriebe sind allerdings auch in der Lage, mit privaten Bildungsträgern oder Berufsakademien eigene „regionale" Wege zu gehen und sich insofern ein Stück weit unabhängig von allgemeinen Bildungsentwicklungen zu machen. Dies hat unter anderem zur Folge, daß auch bereits betrieblich ausgebildete Reiseverkehrskaufleute ein Studium an eine duale Ausbildung anschließen, um dann nach Abschluß wieder in die Branche bzw. das gleiche Unternehmen zurückzukehren. Dabei ist aber auch der Abschluß eines berufsqualifizierenden Studiums an Fachschulen, Berufsakademien usw. keine Garantie für eine berufliche Karriere. Insgesamt geben 25% der Befragten mit weiterführendem berufsqualifizierenden Abschluß (ohne Touristikfachwirt) an, daß ihre Haupttätigkeit die einer Counter-Allround-Fachkraft ist. Insofern konkurrieren in
109 Inhaltsverzeichnis Erläuterungen und Praxishilfen zur Ausbildungsordnung Reiseverkehrskaufmann/ Reiseverkehrskauffrau ( Erlaß 1998) Vorwort Einführung 1. Intentionen der Neuordnung 2. Das Ausbildungsprofil in deutscher, englischer und französischer Sprache Ausbildungsprofil Occupational training profile Profil de formation professionelle 3. Wegweiser durch die Erläuterungen I. Erläuterungen zum Verordnungsteil Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes Ausbildungsdauer Ausbildungsberufsbild Ausbildungsrahmenplan Ausbildungsplan Berichtsheft Zwischenprüfung Abschlußprüfung in der Fachrichtung Touristik Abschlußprüfung in der Fachrichtung Kuren und Fremdenverkehr Übergangsregelung Inkrafttreten/ Außerkrafttreten II. Ausbildungsrahmenplan 1. Erläuterungen zur sachlichen Gliederung (Anlage 1 der Verordnung) Gemeinsame Ausbildungsinhalte Fachrichtung Touristik Fachrichtung Kuren und Fremdenverkehr 2. Zeitliche Gliederung (Anlage 2 der Verordnung) III. Beispielhafte Handlungshilfen 1. Erstellen eines betrieblichen Ausbildungsplanes 2. Aktive Lernformen und Lernmethoden 3. Anwenden einer Fremdsprache 4. Beispiele für das Führen eines Berichtsheftes 5. Gestalten der Abschlußprüfung Hintergrund des neuen Prüfungsansatzes Schriftliche Prüfung Prüfungsbereich Praktische Übungen
110 IV. Erläuterungen zu ausgewählten Stichworten Abstimmung zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule Ausbildereignung Ausbildungsverbund Ausbildungsvergütung Berufliche Handlungskompetenz Berufsausbildungsvertrag Checkliste (chronologisch)/Planung der Ausbildung Eignung der Ausbildungsstätte Flexibilitätsklausel Fortbildung Ende der Ausbildung/ Kündigung Probezeit Urlaub Zeugnis Zuständige Stelle V. Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Reiseverkehrskaufmann/ kauffrau Rahmenlehrplan Neuerungen im Rahmenlehrplan Kooperation zwischen Unternehmen und Berufsschulen Handlungsorientiertes Unterrichtsbeispiel aus dem Lernfeld 4 VI. Möglichkeiten beruflicher Fortbildung VII. Verzeichnisse 1. Literatur und Materialien 2. Adressen 3. Abkürzungen