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Der Blick über den Tellerrand: Zur Konzeption und Durchführung eines "Studium Generale" an Fachhochschulen

Burkhardt-Reich, Barbara

Abstract

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Burkhardt-Reich, Barbara Research Report Der Blick über den Tellerrand: Zur Konzeption und Durchführung eines "Studium Generale" an Fachhochschulen Beiträge der Fachhochschule Pforzheim, No. 92 Provided in Cooperation with: Hochschule Pforzheim Suggested Citation: Burkhardt-Reich, Barbara (2000) : Der Blick über den Tellerrand: Zur Konzeption und Durchführung eines "Studium Generale" an Fachhochschulen, Beiträge der Fachhochschule Pforzheim, No. 92, Fachhochschule Pforzheim, Pforzheim, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:951-opus-971 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/97563 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. 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Zudem obliegt ihr seit vielen Jahren die organisatorische Leitung des Studium Generale an der Pforzheimer Hochschule. Darüber hinaus ist sie auf Landesebene bildungspolitisch engagiert. Bevorzugte Arbeitsgebiete sind die EU, Außenpolitik und politisches System der BRD. Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung ............................................................................................. 2 1 Vorbemerkung ............................................................................................... 3 2 Studium Generale an Fachhochschulen ........................................................ 4 2.1 Grundidee ................................................................................................ 4 2.2 Hochschuldidaktisches Konzept .............................................................. 4 3 Durchführung des Studium Generale an der FH Pforzheim ........................... 7 3.1 Konzeptionelle Fragen ............................................................................. 7 3.2 Erfahrungen bei der Umsetzung ............................................................ 10 3.3 Akzeptanz der Veranstaltungen ............................................................ 17 4 Projektgruppe Studium Generale ................................................................. 19 4.1 Organisationsstruktur ............................................................................ 19 4.2 Aufgaben ............................................................................................... 20 4.3 Schematische Übersicht der Aufgaben ................................................. 23 5 Finanzierung des Studium Generale ............................................................ 23 6 Öffentlichkeitsarbeit für das Studium Generale ............................................ 25 7 Zusammenfassung und Perspektiven .......................................................... 28 Anhang ............................................................................................................. 31 Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 2 Zusammenfassung Das Studium Generale an den Universitäten hat eine lange Tradition. Mit der Etablierung einer akademischen Alternative in Form der Fachhochschulen stellte sich die Frage, in welcher Weise auch hier fächerübergreifende Veranstaltungen angeboten werden sollten. Die vorliegende Arbeit stellt die Pforzheimer Konzeption des Studium Generale vor und berichtet über die langjährigen Erfahrungen bei deren Umsetzung mit dem Ziel, die Diskussion innerhalb der Fachhochschulen anzuregen Summary General Studies has a long tradition at the University. It was established to promote the open discussion of inter disciplinary problems within the University. The following report describes Pforzheim´s concept for General Studies together with the experience gained to date. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 3 1 Vorbemerkung Die folgenden Ausführungen stellen das Pforzheimer Konzept des Studium Generale vor. Der Bericht ist als Leitfaden konzipiert, der Fachhochschulen, die bislang kein Studium Generale anbieten, helfen soll, ein interessantes und abwechslungsreiches Studium Generale zu entwickeln. Er entstand im Rahmen eines vom damaligen wissenschaftlichen Leiter des Pforzheimer Studium Generale, Prof. Dr. Hans-Joachim Hof, betreuten Projekts, das vom Land BadenWürttemberg mit LARS-Mitteln (LARS = Leistungsanreizsysteme in der Lehre) gefördert worden ist. Die Durchführung des Projekts erfolgte - wie im Pforzheimer Studium Generale üblich - mit tatkräftiger Hilfe einer studentischen Arbeitsgruppe. Für die Phase der Entwicklung der Konzeption und der Aufbereitung der erforderlichen Informationen sind Daniel Bayer, Edda Karaatli, Simon Thun und Christian Müller namentlich hervorzuheben, für Vorbereitung und Umsetzung der Ergebnisse als Internetauftritt gebührt vor allem Stefan Przybyl und Matthias Rollbühler Dank. Für die Produktivität der Gruppe erwies es sich als sehr vorteilhaft, dass sich Studierende mit unterschiedlichen Interessen und Begabungen zusammenfanden, die für gemeinsam abgesteckte Teilaufgaben jeweils Eigenverantwortung übernahmen und mit hohem Engagement bei der Sache waren. Studenten und Projektleiterin haben sich dabei weiterentwickelt und viel voneinander gelernt, was - neben diesem Leitfaden - zweifellos auch ein wichtiges Ergebnis ist. Ergänzend zu diesem Bericht findet sich im Internet auf der Homepage der Fachhochschule eine Datenbank, in der alle bisherigen Studium GeneraleVeranstaltungen in Pforzheim erfasst sind. Aus diesem mit den Jahren gewachsenen beachtlichen Fundus kann man nach Namen, Themen und Sachgebieten recherchieren und so Anregungen für eigene Veranstaltungen erhalten. Eine laufende Aktualisierung ist geplant. Konkrete Hilfestellung für eigene Aktivitäten soll auch der Anhang bieten, in dem ausgewählte Beispiele für das „organisatorische Handwerkszeug“ der Veranstaltungsorganisation vorgestellt werden. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 4 2 Studium Generale an Fachhochschulen 2.1 Grundidee Unter Studium Generale versteht man allgemein Vorlesungen und Seminare (die auch nicht an einer Hochschule Eingeschriebenen zugänglich sind) zur Einführung in Disziplinen, die nicht zum eigentlichen Fachgebiet des Studierenden gehören1 2.2 Hochschuldidaktisches Konzept . Ziel ist dabei, den „Blick über den Tellerrand“ und interdisziplinäres Denken zu fördern. An den herkömmlichen Universitäten mit ihrem breiten Fächerspektrum setzt sich das Studium Generale in der Regel aus Einführungsangeboten der an der Hochschule vertretenen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zusammen. Die vor rund 30 Jahren als alternativer akademischer Ausbildungsweg entstanden Fachhochschulen weisen dagegen eine geringere Bandbreite an Fächern auf, sodass ein Studium Generale dort anders konzipiert werden und sich viel stärker auf externe Referenten stützen muss. Es liegt auf der Hand, dass damit u.a. auch höhere organisatorischen Anforderungen verbunden sind. Möglicherweise ist dies mit ein Grund dafür, dass das Studium Generale an manchen Fachhochschulen noch nicht den ihm gebührenden Platz eingenommen hat, möglicherweise wird aber auch die hochschulpolitische Bedeutung dieses Lehrangebots an den Fachhochschulen teilweise noch unterschätzt. Die Fachhochschule Pforzheim hat schon Mitte der achtziger Jahre damit begonnen, regelmäßig Veranstaltungen im Rahmen eines Studium Generale anzubieten. Nach dem Fachhochschulgesetz von Baden-Württemberg sollen Lehre und Studium den Studierenden auf ein berufliches Tätigkeitsfeld vorbereiten und ihm die dafür erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden dem jeweiligen Studiengang entsprechend vermitteln2 1 Vgl. Meyers neues Lexikon in zehn Bänden, 1993, Band 9, S. 307. 2 Neufassung des Gesetzes über die Fachhochschulen im Land Baden-Württemberg vom 1. 2. 2000, § 25. . Die Fachhochschulausbildung ist also im Vergleich zu herkömmlichen Universitäten stärker an den konkreten Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 11 bekannte Persönlichkeit eher den Ausschlag gibt, den Abend im Studium Generale zu verbringen statt vor dem Fernseher, im Kino etc. 3.2.2 Tagesaktuelle Themen treffen auf große Resonanz Hier liegt die Betonung besonders auf dem Begriff „tagesaktuell“. Wenn es gelingt, ein Thema anzubieten, das gerade in dem Moment auch in den Medien beherrschend ist, dann kann auf das Interesse vieler Besucher gezählt werden. So wurde an der Fachhochschule Pforzheim z.B. im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung am 10. 1. 1990 eine Podiumsdiskussion eingeschoben: “Soziale oder sozialistische Marktwirtschaft?“ Dabei diskutierte Prof. Dr. Lotze von der Handelshochschule Leipzig mit dem damaligen Pforzheimer Bundestagsabgeordneten Wolfgang Roth und Prof. Dr. Wagner von der Fachhochschule. Das Auditorium platzte aus allen Nähten, die Veranstaltung traf auf eine riesige Resonanz in den Medien. Ein anderes Beispiel für Aktualität war der Vortrag von Jens Reuter „Zur aktuellen Entwicklung in Jugoslawien“ am 11. 12. 1991. Auch der Vortrag von Prof. Leonhard am 24. 11. 1993 über „Die aktuelle Situation in der GUS: Entwicklung – Probleme – Perspektiven“ stieß nicht zuletzt auf Grund der hohen Aktualität auf einen großen Zuhörerkreis. Im Wintersemester 1997/98 wurde - ebenfalls kurzfristig - auf die zu dieser Zeit heftige hochschulpolitische Debatte mit einer Podiumsdiskussion reagiert: „Keine Meinung zum Streik?“ Am 11. 12. 1997 diskutierten Prof. Dr. Dr. h.c. Huth, damaliger Rektor der Hochschule und Vizepräsident der HRK, Dieter Salomon, hochschulpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Stuttgarter Landtag und zwei Vertreter des ASTA unter der Leitung von Horst Pieper, dem damaligen Chefreporter der Pforzheimer Zeitung. Diese Veranstaltungen waren jeweils sehr gut besucht, sowohl von den Studierenden als auch von Gästen aus der Stadt und der Region. 3.2.3 Hohe Bedeutung der Medien für die Zugkraft eines Themas Es ist schwieriger, die Menschen für Themen zu gewinnen, deren zukünftige Bedeutung für Experten zwar bereits absehbar ist, die aber in den Medien noch Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 12 nicht diese Rolle einnehmen. So war z.B. Jens Reuter im Sommersemester 1993 nochmals eingeladen, um über „Albanien ohne Kommunismus“ zu sprechen. Wenige Wochen später sind dort heftige Unruhen ausgebrochen, zu denen Herr Reuter prognosesicher Hintergrundinformationen geliefert hatte; aber die Tagesaktualität war (noch) nicht gegeben und so war der Zuhörerkreis entsprechend klein. Ähnlich war es beim Podiumsgespräch über „Die Osterweiterung der Europäischen Union – politische Notwendigkeit oder ökonomisches Desaster“: Die Veranstaltung wurde von den Zuhörern als informativ, gerade im Hinblick auf die bevorstehende Debatte über die Osterweiterung der Europäischen Union eingeschätzt, aber der Hörsaal war eben doch nicht gefüllt. 3.2.4 Balanceakt zwischen anspruchsvollem Niveau und ausreichenden Zuhörer-Resonanz Auf Grund der oben beschriebenen Erfahrungen befindet man sich bei der Programmgestaltung und Konzeption des Studium Generale oft in einem Dilemma: Einerseits sollten Veranstaltungen angeboten werden, die auf eine breite Resonanz stoßen, andererseits sollte das Studium Generale-Programm auch dem selbst gestellten Anspruch an Niveau, Themenvielfalt, Blicköffnen für neue Themen und Heranführen an andere Veranstaltungsformen gerecht werden. So wurde im Wintersemester ein Gesprächskonzert: „Orlando di Lasso – magische Gewalt eines Musikers“ durchgeführt, das inhaltlich und musikalisch auf hohem Niveau war. Die Anwesenden waren begeistert, leider waren aber nur wenige Zuhörer gekommen. Ähnliche Erfahrungen wurden mit zwei Symposien gemacht, die zwar durchaus an einer aktuellen Problematik anknüpften („Die Sozialstaatlichkeit der BRD“ und „Nachhaltige Entwicklung“), dennoch war die Resonanz eher enttäuschend. In dem Balance-Akt zwischen dem inhaltlichen Anspruch des Studium Generale und dem Bemühen, Studierende für die Veranstaltungen zu gewinnen, musste deshalb im Laufe der Zeit leider von bestimmten Themen Abstand genommen werden. Dies betraf in erster Linie die Musik. Ähnliches gilt für historische Themen. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 13 3.2.5 Den Blick für Neues öffnen Es gehört wie schon erwähnt zur Grundphilosophie des Studium Generale an der Fachhochschule Pforzheim, vor allem Themen anzubieten, die mit dem eigentlichen Fachstudium nichts zu tun haben. Bis zum WS 93/94 war die Definition, was zum Fachstudium gehört und was nicht, klar abgrenzbar. Seit der Zusammenlegung der Hochschule mit dem Bereich Gestaltung und der Erweiterung um den Bereich Technik ist es so, dass Themen aus dem Bereich der Kunst durchaus ausreichend fachfremd für die Wirtschaftsstudentinnen und – studenten sind, aber eben nicht für Studierende im Bereich Gestaltung. Umgekehrtes gilt naturgemäß für Wirtschaftsthemen gegenüber Technikern und Künstlern. Abgesehen von diesem Abgrenzungsproblem hat es sich als nicht einfach erwiesen, Studierende an Themengebiete heranzuführen, die ihnen völlig fremd sind. So hatten wir z.B. eine hervorragende Veranstaltung über „Keine Angst vor der Neuen Musik“ mit Prof. Dr. Dr. h.c. Eggebrecht, mit leider nur sehr wenigen Zuhörern. Leichter ist es dagegen, z.B. Randthemen der Ökonomie anzubieten. Beispielhaft seien genannt: Dr. Karl-Heinz Meid: „Wirtschaftserfolg durch Konfliktvermeidung – Der Harmoniegedanke in der japanischen Gesellschaft“; Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Lenk: „Fairness – Ideal und Realität in Sport und Wirtschaft“; Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ: “Globalisierung aus wirtschaftsethischer Sicht“. 3.2.6 Die Herausforderung, das Niveau zu halten Die Studium Generale-Veranstaltungen an unserer Hochschule waren bislang durchweg „hochkarätig“. Dies setzt allerdings zugleich Maßstäbe, die nicht immer leicht zu erfüllen sind. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aber wohl nicht zuletzt dadurch sowohl bei den Gästen aus der Stadt und Region als auch bei den Studierenden ein gewisses Stammpublikum, das sich darauf verlässt, dass Auswahl der Themen und Referenten dem gewohnten Niveau entsprechen. Dies ist zugleich ein Pfund, mit dem man wuchern kann, denn aufgrund der begrenzten Finanzmittel fällt das Honorar als Anreiz, einen Vortrag im Pforzheimer Studium Generale zu halten, aus. Mancher Referent hat nicht zuletzt deshalb zugesagt, weil er die renommierten „Vorgänger“ als Qualitätsmerkmal der Ver- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 14 anstaltungsreihe werten konnte. Nicht selten kommen Referenten auch mit einem Themenvorschlag auf das Studium Generale zu. Hier muss dann jeweils geprüft werden, ob Thema und Referent zur Grundphilosophie des Studium Generale passen. 3.2.7 Das eigene Kollegium gewinnen Es hat sich – wie nicht anders zu erwarten – erwiesen, dass die Resonanz im Professorenkollegium recht unterschiedlich ist. Manche Professoren nehmen das Angebot des Studium Generale kaum wahr, andere besuchen selektiv einzelne Veranstaltungen und manche kommen fast regelmäßig - dies ist leider die Minderheit. Die Professoren erhalten zu Beginn jedes Semesters eine Einladungskarte mit allen Veranstaltungen und vor jedem Vortrag nochmals eine Einladung mit ausführlichem Text und der Bitte, die Studierenden in den eigenen Lehrveranstaltungen auf die Vorträge aufmerksam zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass Studierende eher zu einer Veranstaltung gehen, wenn sie von ihren Professoren in den Lehrveranstaltungen eingeladen werden. Um die Einbindung der Lehrenden zu verbessern, wurde das Studium Generale im Sommersemester 1997 um die Rubrik „Beiträge Pforzheimer Professoren“ erweitert. Hier können Kolleginnen und Kollegen – auch ehemalige – besondere Forschungsgebiete, fachliche Randgebiete oder aktuelle Fragen im Rahmen eines Vortrags der gesamten Hochschulöffentlichkeit vorstellen. In dieser Reihe sprach der gegenwärtige Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Höptner, über: „Wenn Zahlen zu Musik werden – eine experimentelle Einführung in die Funktionsweise von CD-Playern und DAT-Systemen“; Prof. Dr. Grupp referierte über „Der Wandel in Recht und Gerechtigkeit“; Prof. Dr. Scheerer über „Die KGunst zu sprechen – Tipps für gutes Ankommen“; Prof. Dr. Wienert über „50 Jahre Soziale Marktwirtschaft: Auslaufmodell oder Zukunftskonzept?“ und Prof. Dr. Eisenmann über „Inquisition – Strafen – Hexen“. Die bisherige Resonanz mit dieser Reihe ist durchweg positiv. Die Studierenden finden es interessant „ihren Prof“ einmal in dieser Rolle und mit einem ganz an- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 15 deren Thema zu erleben, die Bevölkerung aus der Stadt hat zugleich die Gelegenheit, Professoren der Hochschule näher kennen zu lernen. 3.2.8 Erfahrungen mit der studentischen Arbeitsgruppe Die genaue Arbeitsweise wird weiter unten ausführlicher beschrieben, doch zu einem Rückblick auf 15 Jahre Studium Generale gehören auch die Erfahrungen mit dieser Arbeitsgruppe. Im Hinblick auf die Themengestaltung und Themenformulierung gingen von den Studierenden wichtige Impulse aus, so z.B. bei dem Workshop „Lerntechniken erleichtern das Leben“ oder „Aber bitte nicht das Zitronenwasser trinken! – Tischsitten rund um ein fünfgängiges Gourmetmenü“. Im Hinblick auf die Zusammenführung der beiden Bereiche Gestaltung und Wirtschaft ist ein ebenfalls von Studierenden initiierter Workshop zu erwähnen: „Studenten des Bereichs Gestaltung diskutieren mit den Studenten des Bereichs Wirtschaft über ihre Diplomarbeiten“. Oft können Studierende ihre ganz spezifischen Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen, so z.B. eine Studentin, die als ehemalige Ballett-Tänzerin den Workshop „Tanz der Sinne – zwischen Anmut und Hochleistung. Einblick in den Alltag des Stuttgarter Balletts mit anschließendem Besuch einer Aufführung“ organisiert hat. Die Studierenden in der Arbeitsgruppe stellen einmal einen Resonanzboden dar, an dem abzulesen ist, wie bestimmte Themen und Referenten angenommen werden und mit welcher Begründung. Zum anderen sind sie auch Transmissionsriemen, da sie ihre Kommilitonen durch direkte Ansprache in die Veranstaltungen einladen können und dies häufig mit Erfolg getan haben und tun. 3.2.9 Öffnung der Hochschule für die Bevölkerung Das Studium Generale der Fachhochschule Pforzheim ist mit den Jahren zu einem „Aushängeschild“ der Hochschule geworden. Nicht nur auf Grund der Tatsache, dass viele Besucher zu den Veranstaltungen des Studium Generale kommen, sondern auch auf Grund der breiten öffentlichen Resonanz. Die Veranstaltungsplakate sind in der ganzen Stadt zu finden: Bei Sparkassen und Banken, bei Buchhandlungen etc. Darüber hinaus ist das Studium Generale- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 16 Plakat während des gesamten Semesters an den Kultursäulen der Stadt angebracht. Dies kann sich die Fachhochschule allerdings nur leisten, weil es – wie oben ausgeführt - gelungen ist, Sponsoren zu finden. Alle Veranstaltungen werden in den Tageszeitungen der Region und z.T. auch den Rundfunksendern angekündigt. Über die Vorträge und die Workshops wird anschließend häufig ausführlich berichtet. Das Studium Generale hat sich insgesamt zu einer beachtlichen Ergänzung des Bildungsund Kulturangebots der Stadt Pforzheim und der Region entwickelt. Viele Bürger kennen die Hochschule nur über das Studium Generale. Für die Studierenden ergibt sich umgekehrt die Gelegenheit, zu einem Austausch mit anderen Bevölkerungsgruppen zu kommen. Interessante Veranstaltungen können auch mit Kooperationspartnern durchgeführt werden, so ist es z.B. mit Hilfe der „Pforzheimer Zeitung“, des „Kulturhaus Osterfeld“ und der IHK gelungen, Fritz Rau von der berühmten Konzertagentur „Mama Concerts“ für einen Vortrag zu gewinnen. Darüber hinaus ist die Fachhochschule Pforzheim über das Studium Generale auch in Projektgruppen der Stadt vertreten gewesen, in denen verschiedene Kulturträger der Stadt zusammenarbeiten. Zum 50. Jahrestag der Zerstörung Pforzheims boten wir z.B. folgende Vorträge an: Prof. Dr. von Cube über Gewalt und Aggression in unserer Gesellschaft und Prof. Dr. Langner über Pablo Picassos Guernika. Zum grenzüberschreitenden Kulturprojekt „Humanismus 96“ konnten wir u.a. Ignatz Bubis gewinnen, der über „Humanismus und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“ sprach. Im Rahmen eines Workshops wurde ein Planspiel zum Themenfeld „Parlamentarisches Handeln – Ökologie – Ökonomie“ angeboten. Ergänzt wurde dies durch ein Symposium: „Ansprüche der Gegenwart zu Lasten der Lebenschancen zukünftiger Generationen?“ Zum 150. Jahrestag der Badischen Revolution sprach der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Dr. h.c. Manfred Rommel, zum Thema „Freiheit, die wir meinen. Gedanken zu Freiheit und Demokratie von 1848 bis heute“. Das aktuelle Projekt zur Jahrtausendwende unter dem Motto „Durchbruch 2000“ wird vom Studium Generale durch mehrere Vorträge begleitet. So sprach z.B. der Sozialphilosoph Prof. Dr. Lübbe zum Thema „Sicherheit – über Gründe abnehmender Risikoakzeptanz“. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 17 Insgesamt bergen 15 Jahre Studium Generale reichhaltig Erfahrung in sich. Die positive Gesamtbilanz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass laufend überprüft werden muss, wie das Studium Generale auf veränderte Rahmenbedingungen und die sich ändernden Vorstellungen und Wünsche der Teilnehmer dieser Veranstaltungen reagieren kann. Dazu ist ein intensiver Kontakt und Austausch mit den Studierenden und der gesamten Hochschulöffentlichkeit erforderlich und eine selbstkritische Haltung des Organisationsteams. 3.3 Akzeptanz der Veranstaltungen Die Studium Generale-Veranstaltungen werden vom Pforzheimer Publikum in der Regel recht gut angenommen. Bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen liegt die Besucherzahl meist zwischen 100 und 250 Personen; mit selten „Ausreißer“ nach unten (z.T. unter 50) und oben (400). Die Workshops sind vom Charakter her wie eingangs erwähnt nicht auf große Besucherzahlen angelegt, häufig muss wegen sachlicher oder räumlicher Restriktionen eine Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 10 bis 20 Personen vorgenommen werden. Auffällig ist die starke Beteiligung von Bürgern der Stadt und der Region, was nicht zuletzt auf die kontinuierliche, intensive Öffentlichkeitsarbeit zurückzuführen sein dürfte. Es gibt inzwischen eine - wenngleich kleine - Gruppe von Besuchern, die praktisch zu jedem Vortrag in die Fachhochschule kommt, weil sie sich darauf verlässt, dass interessante Vorträge qualifizierter Referenten zu hören sind. Die Mehrzahl der Besucher aus der Stadt orientiert sich allerdings von Fall zu Fall am Thema bzw. an den Referenten. Entsprechend unterschiedlich, z.B. im Hinblick auf Alter und Geschlecht, ist auch die Zusammensetzung des Publikums. In jedem Falle kommen durch das Studium Generale Menschen in die Hochschule, mit denen sonst kein Kontakt besteht. Da sich nach fast jedem Vortrag eine Diskussion zwischen Referent und Publikum, aber auch innerhalb des Publikums entwickelt, tragen die Veranstaltungen des Studium Generale erheblich zur Kommunikation zwischen der Bevölkerung und Mitgliedern der Hochschule bei. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 18 Ausdruck des großen Interesses am Studium Generale außerhalb der Hochschule ist die Resonanz in den lokalen Medien. Die Veranstaltungen werden durch Pressemitteilungen angekündigt. In der Regel wird in den beiden Pforzheimer Zeitungen über jeden Vortrag berichtet, häufig ausführlich mit Bild. Dies ist deshalb wichtig, weil so zusätzliches Interesse an den Studium GeneraleVeranstaltungen geweckt und das Programm von den übrigen Kulturveranstaltern als wichtige Ergänzung des regionalen Angebots anerkannt wird. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben sich in Laufe der Zeit verschiedene, teilweise sehr erfolgreiche Kooperationsveranstaltungen ergeben. Die Beteiligung der Hochschulangehörigen an den Veranstaltungen des Studium Generale ist aus Sicht der Projektgruppe trotz intensiver Bemühungen immer noch geringer als erwünscht. Alle Professoren erhalten vor Beginn des Semesters das gesamte Programm in Form eines gedruckten Faltblatts. Jeweils eine Woche vor dem Vortrag erfolgt per Email und Umdruck eine Einladung mit der Biografie des Referenten und einer Kurzbeschreibung des Vortrags. Trotzdem kommen in der Regel weniger als 5 % der Professorinnen oder Professoren zu den Veranstaltungen. Rückfragen ergaben, dass für dieses Verhalten vor allem Zeitgründe geltend gemacht werden; die Notwendigkeit des Studium Generale wird dagegen breit bejaht, und das Programm findet in der Regel auch inhaltliches Interesse. Der Besuch des Studium Generale durch die Studierenden ist angesichts der verfolgten persönlichkeitsbildenden Zielsetzung gelegentlich ebenfalls enttäuschend. Ähnlich wie bei den Lehrenden werden dafür Zeitgründe geltend gemacht. Allerdings sind diese Gründe ganz offensichtlich je nach Thema, Referent und Ansprache durch die Lehrenden von ganz unterschiedlichem Gewicht. Einige Hinweise auf die Akzeptanz des Studium Generale bei den Studierenden liefert die von Frau Prof. Dr. Wehner durchgeführte Befragung von 413 Absolventen (Stand Juli 1999). Danach sahen sich rund ein Drittel der Befragten nicht in der Lage, ein Urteil über die Relevanz des Studium Generale für die persönliche Entwicklung abzugeben, die Qualität des in Pforzheim angebotenen Programms mochten sogar 43 % nicht beurteilen, was wohl auf mangelnde Kenntnis des Programms bzw. Interesse am Programm zurückgeführt werden muss. Die- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 19 jenigen, die ein Urteil abgeben haben, bewerteten die Relevanz des Studium Generale nach den üblichen Schulnoten im Schnitt mit der Note 2,64 und die Qualität des angebotenen Programms mit 2,25. Die Antworten streuen erwartungsgemäß um diesen Mittelwert. Der Tendenz nach kann man sagen, dass Absolventen, die über das Gymnasium zur Hochschule gekommen sind und/oder in vergleichsweise jungen Jahren gute Diplomabschlüsse geschafft haben, die Relevanz und Qualität des Studium Generale offenbar weniger gut bewerten als Absolventen, die die Fachhochschulreife über das Kolleg erworben und/oder mit einem etwas schlechteren Examen in einem höheren Alter abgeschlossen haben. Angesichts der in der Regel statistisch nur schwach gesicherten Unterschiede verbieten sich aber weit reichende Interpretationen. Zusammenfassend kann man die Akzeptanz beim Publikum trotz gelegentlicher Enttäuschungen als zufrieden stellend bezeichnen, denn wegen der wachsenden Konkurrenz vielfältiger Kulturund Informationsangebote ist es nicht einfach, Menschen mit engem Zeitbudget in großer Zahl für ein anspruchsvolles Angebot zu gewinnen. Ein Studium Generale-Programm ist folglich kein Selbstläufer, in der Regel muss man sich intensiv um Besucher bemühen und vor allem Studierende von der persönlichen Bereicherung, die der Besuch solcher Veranstaltungen mit sich bringen kann, überzeugen. Übertriebene Erwartungen an die Teilnehmerzahl sind daher nicht angebracht, nach den Pforzheimer Erfahrungen ist je nach Veranstaltung - bezogen auf die Studentenzahlen - mit einer Größenordnung von 3 bis maximal 10 % zu rechnen. Vergleicht man diesen Wert mit der Resonanz in den großen Massenuniversitäten, so darf man nicht unzufrieden sein. 4 Projektgruppe Studium Generale 4.1 Organisationsstruktur Das Studium Generale an der Fachhochschule Pforzheim wird wie eingangs erwähnt durch eine eigenständige Projektgruppe geplant und durchgeführt. Sie steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wienert und der organisatorischen Leitung von Frau Dr. Burkhardt-Reich und ist keinem Fachbereich Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 20 zugeordnet, sondern handelt im Rahmen der dargestellten hochschulpolitischen Aufgabenstellung autonom. Die studentischen Mitglieder engagieren sich freiwillig und kommen aus verschiedenen Fachbereichen und Semestern. Ihre Zahl ist nicht begrenzt, jedoch hat sich in der Vergangenheit eine Größenordnung von fünf bis acht Mitgliedern herausgebildet und unter dem Aspekt von Arbeitsfähigkeit und Verantwortlichkeit auch als sinnvoll erwiesen. Die Projektgruppe trifft sich in der Regel ein bis zwei Mal im Monat. Bei diesen Treffen wird z.B. gemeinsam über das kommende Semesterangebot diskutiert und entschieden. Jedes Mitglied der Projektgruppe hat die Möglichkeit, Referenten oder Themen vorzuschlagen. Workshops werden grundsätzlich von den Studierenden organisiert und durchgeführt. Sie werden dabei bei Bedarf durch die beiden Projektleiter mit Rat und Tat unterstützt. Es ist naturgemäß zu beachten, dass die ausgewählten Themen der Grundphilosophie des Studium Generale entsprechen, also den Blick „über den Tellerrand“ ermöglichen. Das Engagement der Studierenden in der Projektgruppe wird durch ein Zertifikat der Hochschule als Zusatzqualifikation bescheinigt. 4.2 Aufgaben 4.2.1 Diskussion über Referenten, Themen, Workshops und die Konzeption Die Vorträge und Veranstaltungen werden mindestens ein Semester im Voraus geplant. Themen für die Veranstaltungen oder auch Referenten werden von allen Mitgliedern während der regelmäßigen Treffen vorgeschlagen. Der leitende Gedanke dabei ist, ein möglichst breit gefächertes, aktuelles und anspruchsvolles Programm zu erstellen. Dieses Programm sollte auch mit den Interessen der Studierenden, und zwar nicht nur der Mitglieder der Projektgruppe, übereinstimmen. Die Themenauswahl findet in einem „brainstorming“ statt. Das erfordert von den Studenten, sich mit fachfremden Themen in Diskussionen auseinander zu set- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 27 nen Pressebericht. Für die Studierenden ist dies eine gute Übung; ein ehemaliges Mitglied der Projektgruppe hat nach Abschluss seines Studiums sogar eine Stelle in der Redaktion der „Pforzheimer Zeitung“ erhalten. Die häufig positive und interessante Berichterstattung über das Studium Generale-Programm macht neugierig auf weitere Veranstaltungen, sodass auch über die Berichterstattung nach den Vorträgen weitere Besucher gewonnen werden können. Das Studium Generale-Programm richtet sich allerdings - wie erwähnt - in erster Linie an die Studierenden. Deshalb ist eine intensive FH-interne Werbung notwendig. Zusätzlich zu den Plakaten, die einen Überblick über das ganze Semester bieten, werden an der Fachhochschule eine Woche vor der Veranstaltung Plakate mit Informationen über den unmittelbar bevorstehenden Vortrag oder Workshop aufgehängt. Außerdem werden die Professoren durch eine FHinterne Einladung auf den jeweiligen Vortrag aufmerksam gemacht und aufgefordert, in Ihren Vorlesungen auf das Studium Generale hinzuweisen. Diese Einladung finden die Professoren in ihrem Fach vor, darüber hinaus über den internen E-mail-Verteiler auch in ihrem elektronischen Briefkasten. Manche, aus Sicht der Projektgruppe leider noch zu wenige, lassen diese ausführliche Einladung in ihren Vorlesungen herumgehen, sodass sich die Studenten nochmals informieren können. Im Internet-Auftritt der Fachhochschule finden sich die aktuellen Studium Generale-Veranstaltungen unter den „News“. Natürlich ist auch jedes Mitglied der Projektgruppe ein Werbemedium durch „Mund zu Mund“-Propaganda, was sich als sehr effektiv herausgestellt hat. Hier ist die Zusammensetzung der Projektgruppe von großem Vorteil, da die Studierenden untereinander oft eher Teilnehmer für Veranstaltungen gewinnen können, insbesondere dann, wenn sie selbstständig einen Workshop organisiert haben. Wichtig für die hochschulinterne Werbewirkung ist die eigene „Werbesäule“ im Foyer der Fachhochschule auf der durch Plakate, Ankündigungen und Presseberichte geworben wird und die verlässliche Informationen rund um das Studium Generale liefert. Jedes Jahr wird an der Fachhochschule ein Hochschulinformationstag durchgeführt, an dem sich die verschiedenen Fachbereiche und Einrichtungen der Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 28 Fachhochschulen präsentieren. Das Studium Generale ist bei jeder dieser Veranstaltungen mit einem eigenen Stand vertreten. Hier wird durch aufwändige Gestaltung des Standes mit Logo, Presseberichten, Bildern und Einsatz der Datenbank über das Studium Generale informiert. In Gesprächen wird der direkte Kontakt mit den zukünftigen Studenten gesucht. Hierbei wird die Konzeption des Studium Generale erklärt und auf die Mitarbeit in der Projektgruppe hingewiesen; auch Fragen nach Wunschthemen oder interessanten Referenten werden gestellt. Zur Öffentlichkeitsarbeit des Studium Generale gehört auch die Möglichkeit, geeignete Vorträge in der Publikationsreihe “Beiträge der Fachhochschule Pforzheim” zu veröffentlichen. Die „Beiträge“ werden an Bibliotheken, Institutionen und Privatpersonen über einen festen Verteiler verschickt und bieten dadurch eine zusätzliche Möglichkeit, das Pforzheimer Studium Generale bekannt zu machen. Alle genannten Prozesse und Aktionen dürfen nicht als statisch angesehen werden. Die Projektgruppe ist ständig bemüht, die Öffentlichkeitsarbeit durch Kontakt zu Besuchern der Veranstaltungen, aber auch durch Umfragen unter den Studierenden zu verbessern. Auf den Gruppensitzungen werden deshalb regelmäßig nicht nur Themen und Referenten, sondern auch Vorschläge und Ideen der Mitglieder für Werbekonzepte besprochen. 7 Zusammenfassung und Perspektiven Lässt man 15 Jahre Erfahrung mit dem Studium Generale an der Fachhochschule Pforzheim Revue passieren, so kann abschließend Folgendes festgehalten werden: • Die Organisationsstruktur und hier insbesondere die Anlage der Projektgruppe haben sich bewährt. Die Studierenden profitieren von dieser Art des problemorientierten Lernens und es ist sichergestellt, dass sich das Studium Ge- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 29 nerale Programm an den Interessen, Vorstellungen und Wünschen der Studenten orientiert. • Bei den inhaltlichen Schwerpunkten zeigen die Erfahrungen, dass es sinnvoll ist, ein breit gefächertes Themenspektrum anzubieten. Betrachtet man die Zusammenstellung der bisherigen Veranstaltungen an der Pforzheimer Fachhochschule, so waren dies Themen aus dem Bereich der Ethik und Philosophie, der Naturwissenschaften, der Kunst und Musik, der Psychologie, der Politik und dem aktuellen Zeitgeschehen. Sinn dieses breiten Angebots ist es, die Studierenden zu motivieren, sich mit neuartigen Fragestellungen zu beschäftigen und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen zu wecken. • Das beste Mittel, um dem selbst gestellten hohen Anspruch des Studium Generale gerecht zu werden und andererseits auch die Zielgruppe, in erster Linie die Studierenden, zu erreichen, sind bekannte Referenten. Mit entsprechenden Persönlichkeiten lassen sich nicht nur bestimmte Themen transportieren, die den inhaltlichen Vorstellungen des Studium Generale-Konzepts entsprechen, sondern hier erhalten die Studierenden auch die Gelegenheit, sich mit eigenständigen, häufig auch neuartigen Denkweisen zu beschäftigen. Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung der Studenten ist es wichtig, gereifte, ungewöhnliches leistende Persönlichkeiten zu erleben und ihre Biografie kennen zu lernen. Abschließend sollen die Fragen nach der Weiterentwicklung und damit verbunden den Perspektiven des Studium Generale behandelt werden. Wie oben ausgeführt werden die sozialen und kommunikativen Kompetenzen sowie das fachübergreifende Denken im Berufsleben immer wichtiger. Von daher ist ein zusätzliches persönlichkeitsbildendes Studienangebot eine wichtige Ergänzung des Fachstudiums. Bei vielen Studierenden steht die reine Fachausbildung noch zu stark im Vordergrund, häufig wird der persönliche Gewinn, der mit dem regelmäßigen Besuch von Studium Generale – Veranstaltungen verbunden ist, unterschätzt. Um hier gegenzusteuern, hat die Arbeitsgruppe zusätzliche „Marketingaktivitäten“ beschlossen. Zukünftig werden alle Studierenden zu Beginn ihres Studiums zusätzlich mit Hilfe eines Faltblattes, in dem die Konzeption vorgestellt wird, auf das Studium Generale aufmerksam gemacht. Mit elektronischen „Newslettern“ wird versucht, auch neue Medien zur regelmäßigen Ans- Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 30 prache zu nutzen. Außerdem werden Studierende, die mindestens 12 Veranstaltungen des Studium Generale während ihres Studiums an unserer Hochschule besucht haben, zukünftig ein Zertifikat erhalten können. Die Arbeitsgruppe erhofft sich dadurch stärkere Anreize für die regelmäßige Teilnahme. Das Zertifikat soll zukünftigen Arbeitgebern signalisieren, dass diese Studenten sich nicht nur um ihre fachliche Ausbildung gekümmert, sondern sich auch mit fachübergreifenden Themen auseinander gesetzt haben. Die wichtigste zukünftige Herausforderung für die Studium Generale Veranstaltungen wird sein, den selbst gestellten Anspruch an das Niveau dieses Programms zu halten und gleichzeitig insbesondere die Studierenden dafür zu gewinnen und sie zu motivieren, sich auf ein solch anspruchvolles Programm einzulassen. Beiträge der Fachhochschule Pforzheim Nr. 92 31 Anhang 1. Beispiel für Semesterplakat aller Veranstaltungen (von DIN A2 auf DIN A4 verkleinert) .................................................................................................... 32 2. Beispiel für zusätzliche Einzelveranstaltungswerbung (von DIN A3 auf DIN A4 verkleinert) ........................................................................................ 33 3. Beispiel für Einladungsschreiben an die Professoren ................................. 34 4. Beispiel für Pressemitteilungen ..................................................................... 35 5. Musterbrief zur Anbahnung eines Vortrages ................................................. 36 6. Beispiel für Werbung neuer studentischer Mitglieder für die Projektgruppe „Studium Generale“ ....................................................................................... 37 7. Checkliste für die Organisation eines Workshops für die Studenten ............. 38 8. Beispiele für Presseresonanz ........................................................................ 39