Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs: Endbericht zum Vorhaben 4.0043
Abstract
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Full text
Borutta, Anka Research Report Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs: Endbericht zum Vorhaben 4.0043 Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 48 Provided in Cooperation with: Federal Institute for Vocational Education and Training (BIBB), Bonn Suggested Citation: Borutta, Anka (1999) : Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs: Endbericht zum Vorhaben 4.0043, Wissenschaftliche Diskussionspapiere, No. 48, ISBN 978-3-88555-672-5, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Bonn, https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0035-0119-0 This Version is available at: https://hdl.handle.net/10419/236018 Standard-Nutzungsbedingungen: Die Dokumente auf EconStor dürfen zu eigenen wissenschaftlichen Zwecken und zum Privatgebrauch gespeichert und kopiert werden. Sie dürfen die Dokumente nicht für öffentliche oder kommerzielle Zwecke vervielfältigen, öffentlich ausstellen, öffentlich zugänglich machen, vertreiben oder anderweitig nutzen. Sofern die Verfasser die Dokumente unter Open-Content-Lizenzen (insbesondere CC-Lizenzen) zur Verfügung gestellt haben sollten, gelten abweichend von diesen Nutzungsbedingungen die in der dort genannten Lizenz gewährten Nutzungsrechte. Terms of use: Documents in EconStor may be saved and copied for your personal and scholarly purposes. You are not to copy documents for public or commercial purposes, to exhibit the documents publicly, to make them publicly available on the internet, or to distribute or otherwise use the documents in public. If the documents have been made available under an Open Content Licence (especially Creative Commons Licences), you may exercise further usage rights as specified in the indicated licence. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/
Wissenschaftliche Diskussionspapiere Heft 48 Anka Borutta unter Mitarbeit von Frank Jander Wirtschaftsassistenten Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Endbericht zum Vorhaben 4.0043 Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung • Der Generalsekretär
Die WISSENSCHAFTLICHEN DISKUSSIONSPAPIERE des Bundesinstituts für Berufsbildung werden durch den Generalsekretär herausgegeben. Sie erscheinen als Namensbeiträge ihrer Verfasser und geben deren Meinung und nicht unbedingt die Meinung des Herausgebens wieder. Sie sind urheberrechtlich geschützt. Ihre Veröffentlichung dient der Diskussion in der Fachöffentlichkeit. Vertriebsadresse: Bundesinstitut für Berufsbildung Fachabteilung 1.2 (VÖ) 53043 Bonn Bestell-Nr. 14.048 Copyright 1999 by Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn Herstellung: Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn Umschlaggestaltung: Hoch Drei, Berlin Druck: Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn Printed in Germany ISBN 3-88555-672-3 Gedruckt auf Recyclingpapier, hergestellt aus 100% Altpapier Im laufenden Text wurden die geschlechtsspezifischen Berufsbezeichnungen verwendet. Sollten dennoch Bezeichnungsdefizite i. d. S. verblieben sein, so ist dies unabsichtlich geschehen und wird in der Folgeauflage eingebessert werden. Diese Netzpublikation wurde bei Der Deutschen Bibliothek angemeldet und archiviert. URN: urn:nbn:de:0035-0119-0 Der Inhalt dieses Werkes steht unter einer Creative Commons Lizenz (Lizenztyp: Namensnennung – Keine kommerzielle Nutzung – Keine Bearbeitung – 3.0 Deutschland). Das Werk wird durch das Urheberrecht und/oder einschlägige Gesetze geschützt. Jede Nutzung, die durch diese Lizenz oder Urheberrecht nicht ausdrücklich gestattet ist, ist untersagt. WWeitere Informationen finden Sie im Internet auf unserer Creative Commons-Infoseite http://www.bibb.de/cc-lizenz
Vorwort Heute sind viele Akteure bemüht, das duale System und die darauf fußende Fortbildung attraktiver zu gestalten. Wenn etwas verändert werden soll, muß das Bestehende untersucht werden, ob es sich bewährt hat oder ob Veränderungsbedarf besteht. Deshalb bekam das Bundesinstitut vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie die Weisung, die Fortbildungsregelungen zum/zur Wirtschaftsassistentin/-in zu evaluieren. Obwohl verschiedene Konzepte für die Ausund Fortbildung von Wirtschaftsassistenten existieren, werden hier auftragsgemäß hauptsächlich die Fortbildungsregelungen nach Berufsbildungsgesetz untersucht. Im vorliegenden Bericht steht die Analyse der Bundesregelung „Gepr. Wirtschaftsassistent/Gepr. Wirtschaftsassistentin - Industrie" und die Kammerregelungen „Wirtschaftsassistent/Wirtschaftsassistentin IHK" im Vordergrund. Ergänzend wird auch über die Ergebnisse von zwei Branchenanalysen des Handels und der Pappe, Kunststoffe und papierverarbeitenden Industrie sowie einer Absolventenbefragung zu Verwertungsmöglichkeiten berichtet. Grundlage dieser Evaluation waren die Befragungen von einigen Industrieund Handelskammern, die Prüfungen von Wirtschaftsassistenten abnehmen, sowie von Experten aus Betrieben und von Bildungsträgern. Diese Untersuchung wurde vom BIBB durchgeführt, das auch die gesamte Konzeption für die Evaluation erstellte. Die Branchenanalysen wurden von der Zentralstelle für Berufsbildung im Einzelhandel e.V. (ZBB), Köln und dem Hauptverband der Papier-, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie e.V. (HPV), Frankfurt/M., und die Absolventenbefragung vom Institut für Medien und Kommunikation (IMK), Gelsenkirchen, durchgeführt. Allen Auftragnehmern, insbesondere Herrn Thomas Pfeiffer und Herrn Jürgen Heinrichs (HPV), Herrn Herbert Schellenberger, Frau Uta Maria Schneppe (ZBB) und Herrn Michael Burgwald (IMK) sowie den Unterstützern der Evaluation sei herzlich für Ihre Mitarbeit gedankt. Dank auch den befragten Experten von Betrieben, Industrieund Handelskammern und Bildungsträgern sowie Absolventen, die sich zur Verfügung gestellt und engagiert und aufgeschlossen die Fragen beantwortet haben. Die Berichte verfolgen das Ziel, die bisherigen Fortbildungsregelungen sowie die derzeitigen und voraussichtlich künftigen Herausforderungen und Trends zu reflektieren und daraus Konsequenzen für die künftige Gestaltung von Fortbildungsprüfungsregelungen zu ziehen. BiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wir hoffen, daß die Daten und Ergebnisse dieses Berichts bei der Entscheidungsfindung für einen neuen Fortbildungsberuf und die Gestaltung eines Fortbildungssystems hilfreich sind und zur weiteren Verbesserung dieses Systems beitragen. Berlin, im Dezember 1999 Anka Borutta BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Inhaltsverzeichnis 1 Ausgangslage und Problemstellung der gesamten Untersuchung 7 2 Inhalte und Durchführung der Analysen und der Kammerbefragung 9 3 Die Entstehung der Abschlüsse „Geprüfte/r Wirtschaftsassistent/-in - Industrie" und „Wirtschaftsassistent/-in IHK" 10 3.1 Wirtschaftsassistentenmodelle nach § 46 (1) und (2) BBiG 13 3.1.1 Das bayerische Modell nach § 46 (1) BBiG 13 3.1.2 Das "Nürnberger Modell" nach § 46 (2) BBiG 14 3.1.3 Das Ludwigshafener Modell nach § 46 (2) BBiG 15 3.1.4 Das Darmstädter Modell nach § 46 (2) BBiG 16 4 Befragungsergebnisse zum Vergleich der Regelungen und Abschlüsse 16 4.1.1 Kammerund Bundesregelung im Vergleich 16 4.1.2 Andere vollzeitschulische Abschlüsse 17 4.1.3 Konkurrierende Abschlüsse 18 5 Istzustand des betrieblichen Personaleinsatzes aus Sicht der Unternehmen und anderer Experten 20 5.1 Beschreibung der typischen Arbeitsbereiche/Betriebliche Funktionen 22 5.2 Veränderung der Handlungsbereiche, Rollen, Qualifikationsschwerpunkte, Zusatzqualifikationen 23 5.3 Besondere Qualifikationsanforderungen im Betrieb 24 5.4 Betriebliche Rekrutierungsentscheidungen/ Wettbewerbschancen im Vergleich zu Hochschulabsolventen im Hinblick auf Aufstiegsmöglichkeiten.. 24 5.5 Qualifikatorische Überschneidungen mit anderen Abschlüssen 25 5.6 Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten der Absolventen im Unternehmen 26 6 Zielgruppen - Teilnehmerstruktur; Ausgangsqualifizierungsmerkmale der Teilnehmer in den Lehrgängen und Kammerbereichen 27 7 Zulassungsvoraussetzungen zur Prüfung nach Kammerbereichen 28 7.1 Beurteilung der Zulassungsvoraussetzungen 28 7.2 Befähigung zur Ausbildung in den Zulassungsvoraussetzungen 29 8 Bedingungen einer Vorbereitungsmaßnahme in Kammerbereichen 30 9 Trend bei der Entwicklung der Teilnehmerund Absolventenzahlen nach Kammerbereichen 32 10 Prüfungsforderungen und Prüfungsdurchführung in Kammerbereichen 33 10.1 Prüfungserfolg in Kammerbereichen 33 10.2 Künftige Berücksichtigung von Prüfungsanforderungen 34 11 Verwertbarkeit, Bezeichnung 36 Bf BB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
12 Notwendigkeit der Wirtschaftsassistenten-Abschlüsse 38 13 Bedarf und Auswirkungen einer einheitlichen Bundesregelung (evtl. auch Alternativen) 39 14 Exkurs: Sondermodelle heute 42 15 Schulische Abschlüsse 44 16 Zusammenfassung 45 17 Schlußfolgerungen 56 18 Literaturverzeichnis 58 19 Anhang: 60 BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines FortbildungsberufsSeite 7 1 Ausgangslage und Problemstellung der gesamten Untersuchung Das Bundesinstitut für Berufsbildung wurde mit Weisung des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung beauftragt, die Vorarbeiten für eine geplante Fortbildungsprüfungsverordnung gem. § 46 Abs. 2 BBiG "WirtschaftsassistentAin" durchzuführen1. Dabei sind die Voraussetzungen und die grundsätzlichen strukturellen Fragen einer vorgesehenen Verordnung sowie ggf. auch Alternativen im Rahmen von Vorarbeiten zur Erstellung einer Rechtsverordnung "Geprüfter Wirtschaftsassistent/-in" zu klären. Mit der Bezeichnung "Wirtschaftsassistent/-in" existieren mehrere Modelle, die in Schaubild 1 dargestellt sind: Schaubild 1: Konzept zum Prüfauftrag „Wirtschaftsassistentenanalyse" - Vergleich und Integrationsmöglichkeiten für ein Bundeskonzept Gepr. Wirtschaftsassistent/-in - Industrie Modelle nach § 46 BBiG Wirtschaftsassistent/ -in / WirtschaftsfachwirtAin IHK Gepr. Handelsassistent/-in - Einzelhandel Handelsfachwirt/-in IHK 3 Untersuchunqsteile: 1. 2 Branchenanalysen 2. 1 Kammeranalyse 3.1 Absolventenbefragung Schulische Konzepte (Länderregelungen) 4 1. Wirtschaftsassistent/-in BA 2. Staatl. gepr. Wirtschaftsassistent/-in (Berufskolleg) 3. Staatl. gepr. WirtschaftsassistentAin -DV - Informatik - Wirtschaft u. DV (Berufsfachschule) BiBB» Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat sich bereits in früheren Jahren u.a. mit diesen Mo1 Vgl Schreiben des BMBF vom 07 03.1997, s Anl 1 im Anhang BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 8 dellen befaßt2. Hier soll es nun auftragsgemäß um die Regelungen nach BBiG3 gehen. Die anderen Abschlüsse können nur am Rande betrachtet werden." Im Rahmen des Vorhabens 4.0043 wurde eine Kammerbefragung und zwei Branchenanalysen (Handel sowie Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie) sowie eine Absolventenbefragung für eine Neuordnung des Bundes durchgeführt, um den Qualifikationsund Regelungsbedarf zu erfassen. Die Kammerbefragung, die Branchenanalysen und die Absolventenbefragung beschäftigten sich mit dem/der "Geprüften Wirtschaftsassistenten/-in - Industrie" und dem/der "WirtschaftsassistentenAin IHK" (bzw. dem/der „Gepr. Handelsassistenten/-in - Einzelhandel" und dem/der „Handelsfachwirt/-in IHK"). Dieses Vorgehen sollte einen Vergleich der Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten und der Ebenen verschiedener Konzepte und Aussagen über Niveauunterschiede sowie Regelungsbedarf ermöglichen. Die ursprünglichen Initiatoren der Bundesregelung, die Stahlund Chemieindustrie, wurden vom Bundesinstitut für Berufsbildung auch angesprochen, konnten sich aber nicht bei der Erstellung der Analysen beteiligen. So teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl dem Bundesinstitut für Berufsbildung mit Schreiben vom 14.07.1997 mit, daß derzeit weder ein Bedarf für eine neue Bundesregelung noch für eine Fortschreibung/Weiterentwicklung der IHKRegelungen angemeldet werden kann. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. teilte mit Schreiben vom 04.07.1997 mit, daß Betriebe der chemischen Industrie immer seltener Mitarbeiter nach der Wirtschaftsassistenten-Fortbildungsverordnung fortbilden; das Interesse liegt zunehmend bei alternativen Modellen. Die gesamte Untersuchung sollte Grundlagen darüber liefern, ob und inwieweit die Intentionen der Regelungen und Modelle in der Praxis umgesetzt werden. Einbezogen werden sollte, inwieweit die zwischenzeitlichen und derzeit absehbaren wirtschaftlichen und technischorganisatorischen Entwicklungen die Schneidung der Regelungen bestätigen oder neue Schneidungen erfordern. Die durchzuführenden Analyse sollte die Strukturen, Zielvorstellungen, Zielgruppen und Qualifikationsverwertung sowie den Bedarf für eine Bundesregelung erkennen lassen. Auch sollten Aussagen zum Qualifikationsund Regelungsbedarf für eine Neuordnung zum Wirtschaftsassistenten im Kontext der kaufmännischen Weiterbildungsberufe, -ebenen und - modelle getroffen werden. Dies war notwendig, um die Teilanalysen, die Absolventenbefragung und die anderen vorliegenden Daten miteinander zu vergleichen und die AnfordeNeuber, R./Kalusche (1978) siehe Schaubild 1 2 3 4 s unter Punkt 14 und 15 Sondermodelle und Schulische Abschlüsse Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 15 zum/zur lndustriekaufmann/-frau und nach einem weiteren Jahr zum/zur Gepr. Wirtwird heute noch durchschaftsassistent/-in - Industrie. Das Modell wird nach wie vor als erfolgreich angesehen und geruhrt zum/zur lndustriekaufmann/-frau und nach einem weiteren Jahr zum/zur Gepr. Wirtschaftsassistent/-in - Industrie. Das Modell wird nach wie vor als erfolgreich angesehen und durchgeführt. 3.1.3 Das Ludwigshafener Modell nach § 46 (2) BBiG Das Wirtschaftsassistenten-Modell wird von den folgenden Unternehmen im RheinlandPfälzischen Raum getragen: WIV GmbH BASF Grünzweig & Hartmann Pfalzwerke Knoll Die Unternehmen Bayer und BASF haben Fördermodelle (Nachwuchsmodelle) unterschiedlicher Art, wie Führungskräfte zu rekrutieren sind. Das Fördermodell der BASF enthält ein Comittment des Vorstands: der Pool der Wirtschaftsassistenten kommt heute bis in die 4. Abteilungsleiterebene als Unterabteilungsleiter und Prokuristen, Universitätsabsolventen werden dagegen in Spezialbereichen eingesetzt. Dies ist sehr beachtlich. Am Anfang war das Ludwigshafener Modell ein sehr erfolgreiches Das LudwigsModell: in sehr kurzer Zeit war ein großes Wissen und Praxiserfahrung vorhanden. Eine hafener MoVielzahl von Praxisinformationen und ein Beziehungsnetz bot einen signifikanten Wettbede" ™Td heute nicht mehr werbsvorteil. Die BASF wollte früher die Wirtschaftsassistenten in der unteren und mittleren durchgeführt Führungsebene einsetzen. Einige Absolventen sind über diese Ebenen hinausgekommen, z.B. der Leiter des Personalwesens. Wenn nicht die Interessenänderung der jungen Leute und die schlechte Bezeichnung des Abschlusses bestünde, wäre die Bildungsmaßnahme von weiterem Interesse. Wirtschaftsassistenten werden eigentlich bei der BASF noch benötigt. Seit zwei Jahren wird neben dem Wirtschaftsassistenten -Modell das BiP-Modell (Dipl.- BiP-Modeii als Nachfolgern oBetriebswirt/-in - FH Internationale Betriebswirtschaft im Praxisverbund) als Nachfolgemodell deii verfolgt: Das BiP-Modell ist noch nicht der 100%ige Ersatz des Wirtschaftsassistenten-Modells. Es enthält auch den Ausbildungsabschluß IndustriekaufmannAfrau und als freiwilligen Teil den/die Fremdsprachenkorrespondenten/-in sowie den Abschluß Dipl.-Betriebswirt/-in. BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 16 Das dauert 4 1/2 Jahre, während für die Abschlüsse lndustriekaufmann/-frau und Gepr. Wirtschaftsassistent/-in - Industrie nur 3 Jahre benötigt werden. Da man nicht mehr die entsprechend geeigneten Interessenten fand, weil heute gute Abiturienten ein Studium bevorzugen, wurde das BiP-Modell installiert. Daran sind vier Unternehmen beteiligt. Von der BASF kommen jährlich 25 Absolventen und zusätzlich noch Absolventen von anderen Unternehmen. Dieser Verbundstudiengang soll jungen Menschen die Chance geben, sowohl eine Berufsausbildung als auch ein Hochschulstudium abzuschließen, ohne dabei wesentlich länger zu studieren als bei einem „normalen" Studium. 3.1.4 Das Darmstädter Modell nach § 46 (2) BBiG Seit 15 Jahren besteht dieses Abiturientenmodell mit Fremdsprache. Die Firma MerckDas Darm- (chemische Industrie) und andere Firmen, z.B. Röhm (auch chemische Industrie) beteiligen stadterModeii sich daran. Die Firma Röhm und die anderen Firmen senden ihre Teilnehmer zu Merck, in wird heute noch durchderen Räumen der Lehrgang stattfindet. Bei dem Modell handelt es sich um eine gezielte gerührt Personalentwicklung. Heute wird dieser Abschluß berufsbegleitend noch neben Fachwirtund Betriebswirt-Abschlüssen angeboten. An den Lehrgängen nehmen ca. 20 Teilnehmer (darunter 1/3 Teilnehmer von MerckTöchtem aus dem Ausland) teil. Letztere haben ein spezielles Sprachprogramm mit einer Deutschoder Englischprüfung. Der Lehrgang ist am Rahmenstoffplan für Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie orientiert sowie enthalte Spezifika, die sich an den Belangen der Chemieindustrie oder an Merck orientieren. In einer Drei-Monate-Arbeit (Abschlußarbeit) können die Teilnehmer konkret Probleme der Sparten und Intema ihrer Firmen bearbeiten. An den Ergebnissen sind die jeweiligen Unternehmen interessiert. Die Dauer von drei Monaten für die Abschlußarbeit ist zu lang, d.h. 30 Kalendertage wie bei den BetriebswirtLehrgängen sei besser. 4 Befragungsergebnisse zum Vergleich der Regelungen und Abschlüsse16 4.1.1 Kammerund Bundesregelung im Vergleich Würzburg: Abiturientenmodelle in der Industrie (z.B. in Verbindung mit lndustriekaufmann/-frau und 16 Bei den Expertenaussagen aus den Interviews wurden zur besseren Vergleichbarkeit Marginalien herausgearbeitet Bf BEL Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 17 lndustriefachwirt/-in) führen zu einer Abwanderung an die Universitäten und haben sich in der Praxis nicht bewährt. Anders ist das bei den Handelsfachwirten. Hier bleiben die Absolventen und gehen nicht an die Universitäten. Mitarbeiter sollten zuerst ein kaufmännisches Handwerkszeug durch die Berufsausbildung haben und damit berufliche Handlungskompetenz und Berufserfahrung. Man braucht vertiefte Handlungskompetenz, die dann durch die Aufstiegsfortbildung geboten werden kann. Besonders deutlich kann man das mit den Soldaten bei der Bundeswehr vergleichen, die sich auch neben ihrer Berufstätigkeit fortbilden. Abitunentenmodelle haben sich in der Industrie nicht bewahrt Berufsbegleitende Fortbildung nach der Ausbildung und mit Berufserfahrung prafenert 4.1.2 Andere vollzeitschulische Abschlüsse Würzburg: Selbständiges Denken und Persönlichkeitskompetenz kann in einer rein schulischen Qualifizierung nicht vermittelt werden. So ist z.B. der Abschluß Wirtschaftsassistent/-in BA17 nur Zwischenstufe zum/zur Abschluß Betriebswirt/-in. Wenn ein schulisch Qualifizierter nach einer Praxisphase eine zusätzliche Kammerprüfung ablegte, wäre die Qualifizierung zu kurz und nicht genug praxisorientiert. Dieser Weg ist nicht realistisch. Die Praxisphase würde durch solche Modelle immer mehr aufgeweicht. Ludwigshafen: Der konkurrierende Abschluß der Berufsakademie existiert in Mannheim: Wirtschaftsassistent/-in und Dipl.-Betriebswirt/-in Informatik BA. Dort wird der Wirtschaftsassistent/-in BA - wie eine Zwischenprüfung zum/zur Betriebswirt/-in gehandhabt (Modell BadenWürttemberg). Dies ist kein berufsqualifizierender Abschluß. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, aber nach 2 Jahren erfolgt die Zwischenprüfung zum „Wirtschaftsassistent/-in BA" und nach einem Jahr dann die Abschlußprüfung Dipl.-Betriebswirt/-in BA. Die Kammerprüfungen sollen einer Nicht-Verwendbarkeit (Parkschleifen) gegensteuem. Die vollzeitschulischen Maßnahmen werden angeboten, um den Lehrstellenmarkt zu entlasten. Sie haben keine praxisrelevanten Zielsetzungen, sind Hilfsmaßnahmen ohne adäquate Praxis. Ausbildungsmaßnahmen dieser Art sind nicht vergleichbar mit solchen des dualen Systems oder des Abiturientenmodells. keine Vergleichbarkeit zu Abschlüssen des dualen Systems 17 Die Bezeichnung BA ist die Abkürzung für Berufsakademie. BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Darmstadt: Seite 18 Ein schulischer Abschluß ist nicht gleichwertig. Der IHK-Qualifikationsstand und die berufsbegleitende Version wird präferiert. Dazu stehen die Personalabteilungen der Unternehmend wohlwollend. Bei Merck waren es anfangs Vollzeitlehrgänge, nun sind es berufsbegleitende Maßnahmen. Dadurch wurden Kosten gespart. Andere vollzeitschulische Abschlüsse ersetzen die Praxis nicht und sind problematisch. Nürnberg: Es handelt sich um "Kopfgeburten" für Arbeitslose aufgrund der Arbeitsmarktverhältnisse. Abiturienten sollten besser studieren oder sich dual ausbilden lassen. MedidzinischTechnische Assistenten werden z.B. fast nur Frauen. Z.B. ist der/die Kaufmännische Assistenten kein vollwertiger Ausbildungabchluß. Diese Assistenten-Abschlüsse sind nicht genug praxisorientiert, da sie nicht dual ausgebildet werden. 4.1.3 Konkurrierende Abschlüsse Würzburg: Das Abiturientenmodell (mit den Ausbildungsund Fortbildungsabschlüssen Industriekaufmann/-frau und lndustriefachwirt/-in) Betriebswirt/-in IHK wurde aufgegeben und nun besteht nur noch der/die Handelsfachwirt/-in IHK als Abiturientenmodell/Blockverbundmodell. Abitunentenmodelle. Betriebswirten IHK aufgegeben HandelsfachwirtAin besteht noch Ludwigshafen: Betriebswirten IHK Der Abschluß Betriebswirt/-in IHK ist neu, die Markterfahrung noch nicht gesichert. Er liegt oberhalb der Ebene der Meister/Fachwirte/Fachkaufleute. Man kann „Äpfel und Birnen" nicht vergleichen. Dies ist ein „gemischter Obstkorb". Daher muß man die AbschlüsTechnischer Betnebswirt/-in se vorsichtig einordnen. Der Abschluß Wirtschaftsassistent/-in ist im Niveau unter dem des/der Betriebswirts/-^ IHK oder gleichwertig zu sehen. Unter der gleichen Abschlußbezeichnung werden sehr unterschiedliche Lehrgangsund Prüfungsinhalte vermittelt. Ein Beispiel ist der/die Technische Betriebswirt/-in. Es gibt historisch sehr unterschiedliche Prüfungsanforderungen in den Abschlüssen. Was früher sinnvoll war, wird aber inzwiBlBB* Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 19 sehen oft nicht mehr durchgeführt. Absolventen haben oft zwar die gleiche Abschlußbezeichnung, aber ein völlig unterschiedliches Wissen. Der Abschluß Gepr. Wirtschaftsassistent - Industrie gehört in einen mindestens gleichwertigen Pool für den qualifizierten Führungskräftenachwuchs. In der mittleren Führungsebene werden auch Fachwirte eingesetzt, aber nicht so gezielt. Abschlüsse mit gleichen Bezeichnungen nicht vergleichbar Nürnberg: Die Geprüften Industriefachwirte - Industrie sind die Praktiker, die vor dem Fortbildungsabschluß einen Ausbildungsabschluß und Berufserfahrung erwarben, während Abiturienten über das "Nürnberger Modell" Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie im Verbundmodell werden können. Für beide Gruppen sind im Betrieb andere Personalentwicklungsplanungen vorhanden. Die Industriefachwirte-Abschlüsse werden über Aufstiegsfortbildungslehrgänge erworben, während es sich bei dem Abschluß Gepr. WirtschaftsassistentAin - Industrie um eine Aus-/ Fortbildung im Sondermodell handelt. lndustnefachwirt/-in Den Betriebswirt-Abschluß sollte man besser durch ein Studium erwerben als nächst höheren Aufstiegsfortbildungsabschluß für den/die Gepr. Wirtschaftsassistent/-in - Industrie. Dieser Weg ist auch für Fachkaufleute eher geeignet als für Fachwirte. Die Basis bei den Gepr. Wirtschaftsassistent/-in - Industrie ist die breite Ausbildung in der Industrie. Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie und Fachwirte benötigen eine Durchlässigkeit zur Studienberechtigung mit Zusatzprüfung wie die Meister. Betnebswirt/-in Darmstadt: Evtl. sind als Konkurrenzangebote die Geprüften Industriefachwirte zu sehen, die auch Branchenspezialisten sind. Beide Abschlüsse sind im Niveau gleich zu bewerten. Der Abschluß Gepr. WirtschaftsassistentIndustrie ist ähnlich gestaltet und gleichwertig mit den Industriefachwirten. Der Abschluß Gepr WirtschaftsassistentIndustrie ist eher die Voraussetzung für den Abschluß Betriebswirt/-in IHK. Eigentlich sind die Abschlüsse nicht als Konkurrenz zu sehen, da die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie nicht in größerer Anzahl vorkommen. Gepr Industnefachwirt/-in Der Unterschied besteht darin, daß die Industriefachwirte sich selbst zur Fortbildung melden, während die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie durch die interne Personalentwicklung der chemischen Industrie mit Hilfe von Assessment Centern herausgehoben BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 20 ausgesucht werden. Evtl. stiegen diese ausgesuchten Personen höher auf, als solche, die nicht für die Fortbildung,Gepr Wirtschaftsassistenten - Industrie - ausgesucht wurden. Das ist aber nur intern zu sehen. 5 Betrieblicher Personaleinsatz der Wirtschaftsassistenten aus Sicht der Unternehmen und anderer Experten Würzburg: Das Funktionsbild des/der WirtschaftsassistentenAin IHK ist undeutlich. Es muß qualitativ undeutliches überarbeitet, neu formuliert und abgegrenzt werden. Der/die Wirtschaftsassistent/-in ist ein Generalist, während der/die lndustnefachwirt/-in zu sehr auf die Industrie zugeschnitten ist. Inzwischen ist das Niveau des/der WirtschaftsassistentenAin angehoben worden. Der/die Wirtschaftsassistent/-in lag unter den Fachkaufleuten. Jetzt kann der/die Wirtschaftsassistent/-in auch übergreifender Fachwirt oder Fachkaufmann werden. Das kann in der Namensgebung aufgenommen werden. Es wird für den/die Fachwirt/-in plädiert, der/die auch GeneralistAin sein kann. Niveau angehoben Die Wirtschaftsassistenten werden nicht nur mit Sachbearbeiter/Assistenzaufgaben betraut: Auch betriebliche Entscheidungen sind umzusetzen, Betriebsabläufe auch im Gesamtzusammenhang betriebsübergreifend zu verstehen. Daher muß die mittlere Führungsebene in das Funktionsbild aufgenommen werden. Evtl. sollte auch eine Mitwirkung bei der beruflichen Bildung berücksichtigt werden. Die Arbeitsgebiete der Wirtschaftsassistenten sind schwierig zu spezifizieren und festzuschreiben. Dieser Generalist ist universell in den klassischen kaufmännischen Bereichen einsetzbar. Generalist universell einsetzbar Bedarf an Wirtschaftsassistenten besteht mehr im mittelständischen Rahmen. In der Großindustrie sind diese die Ausnahme. Ludwigshafen: Heute werden die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie in allen Bereichen eingesetzt. Der Einsatzschwerpunkt liegt im Vertrieb und im Marketing. Auch in jeder Auslandsgesellschaft werden die Wirtschaftsassistenten beschäftigt. Einsatz in allen Bereichen BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines FortbildungsberufsSeite 21 Nürnberger Modell: Der Ist-Zustand des betrieblichen Personaleinsatzes und dabei ein Vergleich mit anderen Abschlußarten ist von der Personalentwicklungsplanung der Betriebe und von den einzelnen Mitarbeitern abhängig. Nach einigen Jahren Berufserfahrung können die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie überall eingesetzt werden. Es ist wichtig zu wissen, wo und wie die Wirtschaftsassistenten oder die Personen mit anderen Abschlüssen arbeiten. Einsatz von PE abhangig Bei Wiedersehenstreffen wurden erstaunliche Karrieren beschrieben, auch in anderen Unternehmen wie ursprünglich angenommen. Eine große Zahl von Absolventen wechselt das Unternehmen. Diese Tatsache ist evtl. als nicht so sehr günstig für die ausbildenden Unternehmen und deren Finanzierung der Ausbildung zu sehen. 1987 ist die Ausbildungsvergütung das Einkommen während der Ausbildungszeit durchschnittlich wie folgt gestaffelt gewesen: I.Jahr 2. Jahr 3. Jahr ca. ca. ca. 700,- DM 800,- DM 1.300,- DM bis zu den WA-Abschiüssen. Zur Zeit beträgt die Ausbildungsvergütung im 3. Jahr ca. 2.300,- DM. Jedes Unternehmen hat eine eigene Einkommenspolitik. Als Berufsanfänger werden die Absolventen zuerst als Sachbearbeiter eingesetzt. Ausbildungsvergutung Heute sind noch die folgenden Unternehmen im "Nürnberger Modell": Bosch AG, Nürnberg und Bamberg Diehl AG INAWerkSchaefflerKG Adidas Martin Bauer Puma Novartis (ehem. Sandoz) Heumann Pharma Alcan Mane Beizer. Beteiligte Unternehmen BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines FortbildungsberufsSeite 22 5.1 Beschreibung der typischen Arbeitsbereiche/Betriebliche Funktionen Würzburg: In der Großindustrie Schweinfurt spielen die Wirtschaftsassistenten IHK eine untergeordnete Rolle. Die Wirtschaftsassistenten sind auf verschiedenen Ebenen vertreten, als Sachbearbeiter, Gruppenleiter, Projektleiter, Bereichsleiter, Abteilungsleiter, darüber hinaus nicht. In diesen Ebenen gibt es auch Seiteneinsteiger mit höherwertigeren Abschlüssen. Im übrigen existieren keine besonderen Qualifikationsanforderungen für Wirtschaftsassistenten. In der Industrie benötigt der/die Wirtschaftsassisten/-in als Zusatzqualifikation Fremdsprachen, sonst brauchen die meisten diese evtl. nicht oder in der mittleren Führungsebene alle Mitarbeiter. Einsatz in verschiedenen Ebenen Zusatzqualifikation Fremdsprachen Nürnberg: Alle kaufmännischen Arbeitsbereiche in der Industrie kommen in Frage. Wie bei den Industriefachwirten sind alle betrieblichen Funktionen möglich. Der Einstieg erfolgt bei den Sachbearbeitern/Assistenten und die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie können sich nach oben ohne Grenze weiterentwickeln (vgl. Raster zur möglichen Einordnung)'8. alle kaufmännischen Arbeitsbereiche i. d. Industrie alle Funktionen Ludwigshafen: Die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie decken ein breites Einsatzspektrum ab, arwievor und beiten speziell in den Bereichen Marketing und Vertrieb, auch im Rechungswesen, in der Logistik und im Personalwesen. Überwiegend sind sie als qualifizierte Sachbearbeiter tätig. Dazu kommt die Managementebene bis zur 4. Führungsebene, d.h. bis zur Ebene, der 450 Mitarbeiter unterstellt sind. spezielle Bereiche überwiegend als Sachbearbeiter Auf die Frage, ob die Flexibilität nicht stärker/größer sei als bei den Fachwirten, wurde gesagt, das sei personenbezogen zu sehen. Bei Wirtschaftsassistenten ist es eine gezieltere Fortbildung, durch die Einbindung in die Personalentwicklungsplanung der Unternehmen, während Industriefachwirte sich individuell weiterbilden. Letztere arbeiten einige Jahre und bilden sich dann selbst weiter. Das Gros der Wirtschaftsassistenten entscheidet sich hingegen zu Beginn der Ausbildung für die Weiterbildung im Verbund. Daher handelt es sich hier um eine andere Struktur und eine unterschiedliche Lage.bei diesen Berufen. Die Industriefachwirte haben keine Unterstützung des eigenen Untemeh18 Vgl. Anl. 10 „Raster zur möglichen Einordnung" im Anhang BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48 gezieltere Persc nalentwicklung
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 23 mens, machen ihre Weiterbildung parallel zu ihrem Vollzeit-Job und sind dadurch in ihrer Arbeit stärker belastbar. Der Fortbildungsansatz ist ein ganz anderer und daher nicht zu vergleichen. Der Einsatz der Absolventen ist eine dezentrale Entscheidung. In den Unternehmensteilen und Abteilungen, sind die Portfolios, die kein Modell mit exemplarischen Entwicklungsverläufen, darstellen, vorhanden. 5.2 Veränderung der Handlungsbereiche, Rollen, Qualifikationsschwerpunkte, Zusatzqualifikationen Darmstadt: Fachhochschulprofessoren aus Frankfurt sind im Lehrgang, nicht nur Merck-Dozenten, dadurch ist man unabhängig und anpassungsfähig, auf Veränderungen von Anforderungen anpassungsfähig zu reagieren. Ludwigshafen: laufende Anpassung Laufende Anpassung der Qualifikationsanforderungen an veränderte Handlungsbereiche, Rollen, Qualifikationsschwerpunkte, Zusatzqualifikationen ist notwendig, z.B. zusätzliche Vermittlung von Qualifikationen im Bereich Kostenmanagement. Notwendig sind: • Besondere Führungsoder Motivationsfähigkeiten • EDV-Kenntnisse/Multimedia • Fremdsprachen sind nicht notwendig, werden abgedeckt, wenn Wirtschaftsassistenten den Abschluß Fremdsprachenkorrespondent IHK und evtl. Spanisch erwerben (gegenseitige Anrechnungsmöglichkeit) • Internationale Qualifikationen (als Zusatzqualifikation) • Teamfähigkeit (müßte in alle Fortbildungen) und • berufliche Handlungsorientierung. Ursprünglich wollten die Unternehmen keine führungstheoretischen Inhalte. Man sah damals die Wirtschaftsassistenten als Spezialisten. Die Stundenzahl für die Fächer Organisation und Personalwirtschaft war deshalb gleich. Das Fach Organisation ist heute BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 24 veraltet wie in den Berufsschulen. Heute müßte darin LEAN-Management aufgenommen werden. Außerdem wird bei den Lehrgängen für ein Bildungscontrolling plädiert. 5.3 Besondere Qualifikationsanforderungen im Betrieb Nürnberg: Als besondere Qualifikationsanforderungen im Betrieb sind zu nennen: Qualitätsmanagement, Arbeits-, Umwelt und Gesundheitsschutz, Kundenund Projektorientierung, Innovationsmanagement, Konfliktmanagement, Controlling. verschiedene besondere Qualifikationsanforderungen Ludwigshafen: Da nur in den Bereichen Marketing und Vertrieb eingesetzt wird, bestehen weiter keine besonderen Qualifikationsanforderungen außer Kundenorientierung für Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie Es kommt auf den Einsatzbereich an, ob noch besondere Qualifikationsanforderungen bestehen. keine besonderen Anforderungen 5.4 Betriebliche Rekrutierungsentscheidungen/ Wettbewerbschancen im Vergleich zu Hochschulabsolventen im Hinblick auf Aufstiegsmöglichkeiten Ludwigshafen: Die Gepr. WirtschaftsassistentenIndustrie in ihrer Verbundausbildung haben gewisse Vorteile durch das aufgebaute Netzwerk von Informationen, das Wissen über Internas und die starke Vermittlung von Theorie und Praxis, haben Belastbarkeit bewiesen und die „Feuerprobe" schon bestanden. In internen Stellenbeschreibungen werden Betriebswirte FH und Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie gleichwertig behandelt. aufgebautes Netzwerk von Informationen Belastbarkeit Gleichwertige Behandlung mit Betriebswirten FH Dagegen müssen Industriefachwirte selbst mit den Vorgesetzten verhandeln. Es bestehen aber keine signifikanten Vorteile für diese. Wenn sie sich für die Teilnahme an innerbetrieblichen Seminaren bewerben, hätten sie auch gute Chancen. Wenn sich Absolventen mit verschiedenen Abschlüssen auf bestimmte Stellen bewerben, haben sie unterschiedliche Wetbewerbschancen, z.B. bei Spezialsteilen im FinanzBiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
8 Bedingungen einer Vorbereitungsmaßnahme in Kammerbereichen Würzburg sind vorhanden. So wird deshalb später an Lehrgängen zum/zur Betriebswirt/-in teilgenommen. Es geschieht auch zur Arbeitsplatzsicherung, nicht nur zum Aufstieg. Die Kammer legt den Teilnehmern nahe, dies als weiteren Weg zu akzeptieren: es ist genereller Standard (Karriereweg), der absolviert werden kann. NürnbergDarmstadtLudwigshafen % 01 u I/I 3 c O. TB n V) o 3 IQ M I BiBB». Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
9 Trend bei der Entwicklung der Teilnehmerund Absolventenzahlen nach Kammerbereichen Würzburg Bei den bayerischen Kammern, einschl. Suhl in Thüringen, gab es in den letzten 3 Jahren 700 Absolventen. Suhl ist Patenkammer von Würzburg und beteiligt sich hier an den Maßnahmen und Prüfungen. Nürnberg Der Trend war in den ersten 5 Jahren steigend (max. 28 Teilnehmer, mind. 8 Teilnehmer).Seit es den Numerus Clausus beim Studium nicht mehr gibt, sind die Teilnehmer-Zahlen stark zurückgegangen. Es war schwierig, Teilnehmer zu finden. Die Abiturientenzielgruppe hatte nun andere Interessen als früher, z.B. viele Abiturienten studieren heute Betriebswirtschaft (ca. 10%). Darmstadt Der Trend ist gleichbleibend geblieben. Ludwigshafen Die Unternehmen bestimmen die Teilnehmerzahlen. Eine anfängliche Anzahl der Plätze wurde für Interessenten zur Verfügung gestellt. Die Zahl der Plätze wurde jetzt verändert auf geringere Teilnehmerzahlen. Anfangs gab es geringere Teilnehmerzahlen, dann mehr und danach ging es leicht zurück. Es waren 60 Teilnehmer in der Spitze. Die Zahl lag insgesamt 1977 bei ca. 900 bis 1.000 Teilnehmern. in in er ff I ET 3 a c (t Q. C in äf ro Bf BB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines FortbildungsberufSeite 33 10 Prüfungsforderungen und Prüfungsdurchführung in Kammerbereichen 10.1 Prüfungserfolg in Kammerbereichen Darmstadt: Selten haben Teilnehmer die Prüfung nicht bestanden (unter 10%). Die Prüfungsergebnisse sind relativ gut (meist durchschnittlich, Note 2-3). Die Prüfungsnote wird von der Firma Fa. Merck in ihrer Personalentwicklung für die weitere Planung des Einsatzes und Aufstiegs der Absolventen bewertet und berücksichtigt. Ludwigshafen: In den Prüfungen war eine sehr geringe Durchfallquote zu verzeichnen. Dies lag an den Teilnehmervoraussetzungen, der Teilnehmerauswahl, der Struktur des Lehrgangs und den geforderten Leistungsnachweisen. Die Teilnehmer mußten sich anstrengen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Der Prüfungs-Notendurchschnitt lag ca. zwischen Zwei und Drei. Nürnberg: In 18 Kursen gab es einmal einen Teilnehmer, der die Prüfung nicht bestand aufgrund der Auswahl des Unternehmens. Der Prüfungserfolg ist sehr hoch (Elite!) im Vergleich zu den Bilanzbuchhaltem (ca. 30%) und Industriefachwirten (20%). Durchschnittlich wurde die Note Zwei erreicht und ist im Zehntelbereich eher schlechter geworden. Im letzten Jahr hat es das schlechteste Ergebnis gegeben. Heute nehmen an den Lehrgängen nicht mehr die sehr guten Abiturienten teil. Als es noch den Numerus Clausus gab, war das Nürnberger Modell noch oft eine Warteschleife für die Teilnehmer, um die Wartezeit bis zum Studium zu überbrücken. Nun würden mehr Absolventen an der Fachhochschule weiterstudieren und nicht mehr die Fächer Germanistik, Biologie usw.. Der erhöhte Frauenanteil hat auch das Verhalten in Bezug auf den Karriereweg verändert. relativ gute Prufungsergebmsse dsgl dsgl. BiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs - Seite 34 10.2 Künftige Berücksichtigung von Prüfungsanforderungen Würzburg: Der Prüfungsausschuß erstellt die Prüfungsaufgaben für die Kammer nach der geltenden Prüfungsregelung. Die Prüfung sollte praktikabel gestaltet werden. Inhaltlich wurde im neuen Vorschlag19 zur Prüfungsregelung Wirtschaftsfachwirt-/in keine gravierenden Änderungen vorgenommen Geändert wurden: - die Zulassungsvoraussetzungen - die Erneuerung des Rahmenstoffplans (Update), an die Fortbildungsprüfungsregelungen zum/zur FachwinV-in angepaßt, auch mit der Anzahl der Unterrichtsstunden. Das Fach Datenverarbeitung war subsumiert vom Fach Betriebswirtschaftslehre und ist nun als Einzelfach vorgesehen. Änderung der Zulassungsvoraussetzung und des Rahmenstoffplans Eine integrierte Prüfung wird bisher nur bei den Betriebswirten IHK durchgeführt. Diese handlungsorientierte Prüfungsform stellt ein Problem bei der Durchführung von Prüfungen bei den Fachwirten dar. Das situationsbezogene Fachgespräch zu führen, ist ein Problem. Die technische Durchführbarkeit ist nicht möglich, z.B. mit 130 Teilnehmern Gespräche zu führen und die Aufgaben zu erstellen. Dafür wird ein hoher Zeitaufwand benötigt. Weiter ist die Verhältnismäßigkeit von schriftlicher zu mündlicher Prüfung nicht gegeben. Darmstadt: Die alte Rechtsverordnung Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie ist willkürlich entstanden: die Vereinigung der Fächer Fremdsprachen und Volkswirtschaftslehre und die Gesamtnote der Prüfungsergebnisse müsse man abschaffen, insbesondere auch das Fach Fremdsprachen. Dabei sei unstrittig, daß Fremdsprachenkenntnisse benötigt werden. Diese könnten auch anders erworben werden (vgl. Fachwirteund FachkaufleuteModell. Diese hätten auch in der Prüfung kein Fach Fremdsprachen). Man benötigt auch kein Abiturientenmodell mehr und die Abschlußarbeit sollte weniger aufwendig ausfallen. keine Fremdsprachenintegration, kein Abitunentenmodell mehru verkürzte Abschlußarbeit 19 siehe Anlage 5 BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Nürnberg: Seite 35 Die Prüfungsanforderungen der Prüfungsordnung „Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie" sollten so bestehen bleiben. Die Fächer Datenverarbeitung und Sprachen sind nicht mehr aktuell. Neben dem Fach der Datenverarbeitung sollte aber auch das Fach Fremdsprachen (als Zusatzqualifikation) berücksichtigt werden. Die Fremdsprachenvoraussetzungen sind sehr unterschiedlich. Für verschiedene Personen ist die im Rahmenstoffplan vorgesehene Stundenzahl zu klein. Das bayerische Kultusministerium hat zwei oder eine Fremdsprache zu beherrschen empfohlen oder wenn eine, evtl. Französisch. Controllinginhalte sollten auch in der Prüfung enthalten sein. Es handelt sich bei den Teilnehmern um die gleiche Zielgruppe wie bei den Betriebswirten IHK und die Prüfungsanforderungen seien daher gleich zu gestalten. DVund Sprachen aktualisieren Fremdsprachen als Zusatzqualifikation Controlling Gerade bei Fortbildungsprüfungen für Generalisten, die auch Führungsaufgaben übernehmen können, müßten immer die AEVO oder Inhalte daraus enthalten sein Die Verwertung des Abschlusses ist je nach Branche unterschiedlich. Z.B. ist für die Firma Sandoz der Titel der Absolventen wichtig. Die Firma Diehl hat Kosten für die Ausbildung in Höhe von ca. 40.000,- DM bis 45.000,- DM errechnet und wird danach fragen, was der Einsatz dieser Kosten dem Unternehmen für einen Ertrag bringt. Andere Unternehmen ziehen die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie den Betriebswirten FH vor, weil sie sich praxisorientierter und vertrauter mit dem Unternehmen gezeigt haben. Man muß feststellen, wo die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie verbleiben und wer sich selbständig gemacht hat. AEVO Ludwigshafen: Eine Veränderung des Fächerkanons in der Prüfungsordnung (s. auch 5.3 und 13) sollte sich nach einem in Zukunft veränderten Qualifikationsbedarf richten. Der Qualifikations-Bedarf ist in Bayern anders strukturiert als in Bereichen, die mehr Industriebetriebe aufweisen. Fremdsprachenkompetenzen sind in Großunternehmen sehr gefragt. Man muß diese nicht unbedingt in eine Prüfungsregelung festlegen. Die Unternehmen können über ihren Bedarf selbst entscheiden und die Vermittlungsund Prüfungsmöglichkeiten mit ihren Partnern vereinbaren. Es ist zu untersuchen, ob in der Industrie Bedarf besteht, Abiturienten im Sondermodell auszubilden. Fremdsprachen optimal DlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 36 11 Verwertbarkeit, Bezeichnung Würzburg: Für Personen, die den Abschluß „Betriebswirt/-in" erwerben wollen, ist es vorteilhaft, vorher den Abschluß „Wirtschaftsassistent/-in" zu erwerben. erst Wirtschaftsassistent/-in, dann Betnebswirt/-in Wenn man z.B. über die Technischen Fachwirte nachdenkt, passt die Assistentenbezeichnung nicht mehr in die Landschaft. Der Technische Fachwirt heißt auch nicht Assistent, nur weil er nicht branchenbezogen ist. Nur staatliche Abschlüsse sollten Assistenten-Bezeichnungen tragen. Assistentenbezeichnung nicht mehr zeitgemäß Die Assistenzbezeichnung hatte früher einen anderen Stellenwert. Dies rührt von den Assistenten an Lehrstühlen her. Heute ist der Begriff „unter die Räder" gekommen. Das kommt daher, weil er so viel Verschiedenes assoziiert. Nürnberg: Die Bezeichnung ist eine Notlösung. Auf dem Arbeitsmarkt läßt sich der Abschluß nicht so gut verkaufen. Kurz nach dem Erlaß ging ein Expose an das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Bezeichnungsfrage. In Nürnberg hatte man sich für den Abschluß Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie entschieden. Es gibt aber Probleme, wenn zu viele gleiche Bezeichnungen existieren und die Qualität dabei nicht zum Ausdruck kommt. Bezeichnung Notlosung Problem vieler gleicher Bezeichnungen Ludwigshafen: Ein Experte war folgender Meinung: Die Bezeichnung "Wirtschaftsassistent/-in" ist nicht angemessen. Das wurde schon von Anfang an so gesehen. Bei den Medizinisch Technischen Assistenten z.B. hat sich die Bezeichnung etabliert, aber bei den Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie hat sie sich nicht durchgesetzt. In Baden-Württemberg besteht eine Konkurrenz zu dem Wirtschaftsassistenten-Abschluß der Berufsakademie. Über die Zeugnisse und die Berufsbezeichnung herrscht Verwirrung. Die Folge ist, daß Wirtschaftsassistenten nicht gern gesehen werden, und daher ging die Zahl der Interessenten rapide zurück. Es meldeten sich hier eher die schlechteren Teilnehmer (die durch den Numerus Clausus usw. an den Hochschulen nicht ankamen). Viele Absolventen sind weiter an die Hochschulen gegangen. Der Kostenfaktor für die Ausbildung ist für die UnBiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48 Bezeichnung eher störend, stiftet Verwirrung und nachfragesenkend
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 37 ternehmen zu groß. Das liegt im Wesentlichen an der Abschlußbezeichnung. Überlegungen für eine neue Abschlußbezeichnung kamen noch zu keinem Ergebnis. Außerdem ist es schwierig, eine Bundesregelung zu verändern. Daher hat man den kürzeren Weg gewählt, und zwar den Studiengang BiP entwickelt, als erweiterten Ersatz. Der letzte Jahrgang Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie wurde nun verabschiedet. Studiengang BiP als erweiterter Ersatz Auch ein anderer Experte war der Meinung, daß die Bezeichnung nicht paßt.. "Assistenten-Abschlüsse" sind schulische Abschlüsse und nicht systemgerecht. Es ist eine Frage der Zielgruppe, ob man Absolventen der beruflichen Ausbildung zu versorgen habe oder Abiturienten. Abiturientenmodelle sehen anders aus und sind Abschlußkombinationen. Die Analyse eines dritten Experten: Man will einen "Alleskönner". Für verschiedene Zielgruppen müßten verschiedene Abschlüsse angeboten werden. Hier gibt es aber eigentlich keine Zielgruppe. Bei den Handelsassistenten ist die Sachlage ganz anders. Die Basis muß in der Bezeichnung erkennbar sein. „Alleskönner Darmstadt: Die Assistenten-Bezeichnung passt nicht in die Fachwirteund FachkaufleuteNomenklatura. Den bayerischen Weg muß man sich überlegen: Bezeichnung paßt nicht Bayern zeigt den Weg mit den Wirtschaftsfachwirten, dazwischen stehende Berufe sind die für die Industrie und den Handel. Weg: Wirtschaftsfachwirt/-in Wirtschaftsassistenten kann man evtl. für einzelne Unternehmen aus traditioneller Sicht behalten. Sie passen nicht mehr in die DIHT-Struktur. Dazu kommt dann das bayerische Modell. Wirtschaftsassistenten evtl für einzelne Unternehmen behalten 12 Notwendigkeit der Wirtschaftsassistenten-Abschlüsse Würzburg: Das Fachkaufleuteund Fachwirte-Konzept bildet den Rahmen für das neue Konzept „Wirtschaftsfachwirt/-in". Es ist eine Entwicklung aufgrund des bayerischen Vorschlags als Fortbildungsberuf des Bundes notwendig, für alle Bereiche, auch für die ManageBtBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48 Wirtschaftsfach wirt/-in Wer stellt das fest?
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 38 mentbereiche im Krankenhaus, Kindergarten, Pflegeheim usw. Die Absolventen können mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen arbeiten und haben den Überblick über alle kaufmännischen Aufgaben. Deshalb sollten diese Bereiche in das Funktionsbild aufgenommen werden. Dazu gibt es keinen alternativen Qualifikationsweg. Durchlässigkeit sollte möglich sein. Nürnberg: Wenn der Abschluß nicht mehr als Abiturientenmodell läuft, wird er sterben, oder man müßte etwas entsprechendes Neues erfinden. Evtl. müßte ein (Bundes-)Modell bis zum/zur BetriebswirtAin entwickelt werden. Aber es handelt sich um ein anerkanntes Modell auch bei wenigen Absolventenzahlen. Anerkanntes Modell Die letzten drei Jahrgänge hatten wieder eine steigende Tendenz. Auch die Firmenbeteiligung ist steigend. Es gibt keine Abbrecher, wer angefangen hat, kommt auch zu einem erfolgreichen Abschluß. Da die Wirtschaftsregion schwächer wurde (Grundig, Triumph, Vereinigte Papierwerke bestehen nicht mehr), gingen die Teilnehmerzahlen zurück. mit steigender Tendenz Die Wirtschaftsassistenten-Konkurrenzabschlüsse, z.B. der Berufsakademie (BA) haben, seit diese in der Kultusministerkonferenz anerkannt wurden, zugenommen. In Bayern hat der Landtag die Nicht-Beteiligung an dieser Anerkennung beschlossen. In SchleswigHolstein existieren Wirtschaftsakademie-Abschlüsse. In Sachsen gibt es BA-Abschlüsse wie in Baden-Württemberg, während man sich im Schulbereich an Bayern orientiert. Die Unternehmen suchen nach anderen Modellen in den Bundesländern und möchten die Ausgebildeten länger in den Unternehmen behalten. Der Lehrgang ist extern organisiert und bei Merck, Darmstadt, existiert der gleiche Lehrgang, aber intern. Diese Firmen INA und Bosch sind die Hauptträger dieses Ausbildungsganges in Nürnberg. Wenn die anderen Trägerfirmen nicht mehr mitmachen, werden sie den Lehrgang evtl. intern durchführen. Allerdings wäre eine Trennung von Theorie und Praxis nicht zu vertreten. Das wäre dann konträr zur jetzigen Praxis organisiert. Eine Projektarbeit in der Prüfung ist gut. Der Umfang der Projektarbeit soll sich bei 25 Seiten +- 2 Seiten bewegen, und man sollte dafür drei Monate Zeit einräumen. Die Themen sollten in Absprache mit den Unternehmen und Prüfungs-Teilnehmem vergeben werden und praxisbezogen sein. Sie müssen von den Unternehmen auch direkt umgesetzt werden können. Ein Beispiel-Thema sei "Reaktionen der Unternehmen auf die Globalisierung im Bereich des Bildungswesens" gewesen: der Teilnehmer war in Japan bei Projektarbeit gut und praxisbezogen BlBBv Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 39 einer Zweigstelle. Dabei gab es eine gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Träger, und die Arbeit war direkt umsetzbar. Der Unterschied zwischen Zulassung zur Prüfung und zur Projektarbeit ist wie folgt: die Projektarbeit ist teambezogen. Die Juristen sehen dagegen eine Abschlußarbeit nur als justiziabel an, wenn die Einzelleistung erkennbar ist. Bei einer schriftlichen Arbeit ist die Teambezogenheit daher schwierig durchzusetzen. 13 Bedarf und Auswirkungen einer einheitlichen Bundesregelung (evtl. auch Alternativen)20 Stahlindustrie In der Stahlindustrie sieht man derzeit weder einen Bedarf für eine neue Bundesregelung noch für eine FortschreibungA/Veiterentwicklung der IHK-Regelungen21 Würzburg: Es besteht Bedarf, und es wird auf den Vorschlag der bayerischen Industrieund Handelskammern an den Deutschen Industrie und Handelstag für eine Bundesregelung Gepr. Wirtschaftsfachwirt/-in verwiesen, der mit diesem abgestimmt werden muß. Das Funktionsbild und die Prüfungsrichtlinien sowie Abgrenzungen müßten noch erarbeitet werden und das Einverständnis der anderen Kammern und des Deutschen Industrie und Handelstages eingeholt werden. bedarfsgerechter Vorschlag Eine Bearbeitung des Modells aus dem Jahre 1972, das bis heute Bestand hat, war notwendig. Einige Inhalte waren nicht mehr zeitgemäß. Als neues Fach ist nun Datenverarbeitung, das unabdingbar ist, dazugekommen. Der Fortbildungsabschluß Wirtschaftsfachwirt/-in ist weiterzuverbreiten und soll nicht nur als bayerisches Eigengewächs existieren. Mit seiner Flexibilität und Attraktivität soll sich dieses Modell bundesweit bewerben. Das Bundesinstitut für Berufsbildung und weitere Fachkompetenz soll an einer Entscheidung dafür mitwirken. Wirtschaftsfachwirt/- in: flexibel und attraktiv Nürnberg: Es besteht kein Handlungsbedarf für eine neue Rechtsverordnung und keine neue kein Handlungsbedarf für neue RVO, nur Überarbeitung; Die Aussagen der Kammerbereiche und der Analysen zum Bedarf für eine Bundesregelung finden Sie als Synopse im Anhang (Anlage 4) 21 Schreiben v. 14.07.97 der Wirtschaftsvereinigung Stahl BlBB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 40 Formulierung zu den Industriefachwirten hin. Allerdings sei die Rechtsverordnung überarbeitungsbedürftig für die bisherige Zielgruppe. Jetzt besteht sogar größeres Interesse bei den Unternehmen als Bewerber vorhanden sind. Dies war früher genau umgekehrt. Ein Grund kann die "verwaschene" Bezeichnung "AssistentAin" sein. Eine Novellierung kann eine Bezeichnung "Wirtschaftsfachwirt/-in oder -fachmann/-frau -" beinhalten. Die Zusatz-Bezeichnung "Industrie" ist aber verbindlich und die Fortbildung muß als Abiturientenmodell, gestaltet werden, sonst müssen die Fortbildungsabschlüsse "Industriefachwirt/-in" oder "Betriebswirt/-in IHK" ausreichen (vgl. die Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) von 1987 zu Sonderausbildungsgängen). evtl. Wirtschaftsfachwirt/-in oder -fachmann/-frau Die Firmen wollen die Wirtschaftsassistenten behalten. Evtl. aber „stirbt" dieser Sonderausbildungsgang. Darmstadt: Es besteht kein Regelungsbedarf. Durch die kleine Absolventenzahl ist kein Druck dafür vorhanden. Es ist wichtiger, andere Prüfungsordnungen zu überarbeiten. Die Wirtschaftsfachwirte-Version aus Bayern hat auch keine Fremdsprache und ist fast sinnvoller als die alte Rechtsverordnung und andere anerkannte, eindeutigere Modelle. Die Wirtschaftsassistenten sind Exoten neben den Fachwirte-/Fachkaufleute-Modellen und noch nicht eindeutig genug verbreitet, wenn dies geschieht, dann als Wirtschaftsfachwirte. Es bestehe keine Konkurrenz zu den Betriebswirten bei Wirtschaftsassistenten und Wirtschaftsfachwirten. kein Regelungsbedarf evtl. Wirtschaftsfachwirte Merck sieht das ähnlich. Dort präferiere man die Betriebswirte FH nach weiteren Assessment Centern. Ludwigshafen: Für die Wirtschaftsassistenten gibt es noch Raum. Es ist inhaltlich gut, müßte aktualisiert werden und Flexibilität zulassen. Es gibt zwischen Industriekaufleuten und Wirtschaftsassistenten eine Lücke. Man müßte andere Personen einsetzen oder ein Modell aufgreifen, das attraktiv ist: Aktualisierung und Flexibilisierung Voraussetzung einer Modifizierung ist die Namensänderung und die Flexibilisierung der Inhalte. BiiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 47 Positionsveränderungen im Einzelnen bei den Wirtschaftsassistenten IHK: Bei den Wirtschaftsassistenten IHK zeigt sich ein differenzierteres Bild. Hier ist eine deutliche Zunahme der leitenden Positionen - höhere leitende Position oder Abteilungsleiter - zu verzeichnen. „Ebenfalls ist für Assistenten eine Zunahme zu verzeichnen. Der Anteil der Sachbearbeiter und der Positionen im Sekretariat nimmt dementsprechend ab."40 Der Abschluß Wirtschaftsassistenten IHK ist eine Generalisten-Qualifikation, die nicht nur, wie bei den Industriefachwirten auf die Industrie zugeschnitten ist. Mit dem Niveau eines Fachwirtes/einer Fachwirtin ist der Abschluß noch besser zu verwerten als bisher. Diese Generalisten seien universell in allen klassischen kaufmännischen Bereichen und in allen betrieblichen Funktionen einsetzbar. Bei den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten wird heute die Prioriätenfolge Hochschulabsolvent/-in, IndustriefachwinV-in, Wirtschaftsassistent/-in verfolgt. Wirtschaftsassistenten IHK sind in nahezu allen Branchen vertreten, während die befragten Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie zum größten Teil in der Chemie-/Pharmazieund Medizinindustrie arbeiten: BlBB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 48 Die Fortbildung war für einen oder eine Wirtschaftsassistent/-in IHK eine sinnvolle und zielführende Ergänzung zur technisch ausgerichteten Ausbildung und betrieblichen Tätigkeit sowie für die heutige Funktion als Geschäftsführer (HPV). Auch die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie werden in allen Bereichen eingesetzt. In Ludwigshafen liegt ihr Schwerpunkt im Vertrieb und Marketing. Dort sollen sie überwiegend als qualifizierte Sachbearbeiter tätig sein. Der Einsatz sei eine dezentrale Entscheidung in den Unternehmensteilen. Die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie haben Vorteile durch das von ihnen aufgebaute Netzwerk an Informationen. 40 dsgl., S. 16 BlBB». Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 49 Positionsveränderungen durch die Abschlüsse im Vergleich: Aus der Absolventenbefragung wird deutlich, daß die Absolventen die erworbenen Qualifikationen als Ursache für Karriere erlebt haben: BiBB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 50 In Ludwigshafen werden sie gleichwertig mit Betriebswirten FH behandelt. Bei Stellen im Marketing und Vertrieb können sich dort die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie mit Hochschulabsolventen messen. In Nürnberg ist die Verwertung je nach Branche unterschiedlich. Z.B. sieht das eine Unternehmen nach dem Titel der Absolventen und vergleicht Kosten und Ertrag der Qualifizierung. Manche Unternehmen ziehen die Wirtschaftsassistenten den Betriebswirten FH vor, weil sie praxisorientierter und vertrauter mit dem Unternehmen sind. Die Erfahrungen mit den Bildungsgängen zum/zur „HandelsassistentenAin" und zum/zur „Handelsfachwirt/in" werden auch positiv beurteilt. „Die ausgebildeten Mitarbeiter sind im Unternehmen gut angesehen und bringen die Voraussetzungen für eine Karriere mit. Das vermittelte Wissen befähigt die Absolventen zum Einstieg in die mittlere Führungsebene (Subsituten-Abteilungsleiterpositionen) in allen Funktionsbereichen des Einzelhandels und ermöglicht ihnen, die übertragenen Aufgaben zu bewältigen und Anerkennung zu finden. Aufstiegswillige und engagierte Führungsnachwuchskräfte werden im Handel gesucht, daher bestehen gute Aufstiegsmöglichkeiten. Die Personalverantwortlichen weisen jedoch daraufhin, daß die Ausbildung alleine nicht ausreicht, um Karriere zu machen. Der Wille zur Leistung, Flexibilität und Einsatz sind stärker denn je gefragt."41 Branchenspezifische Kenntnisse im technischen und kaufmännischen Bereich sind bei der HPV-Analyse wesentliche Voraussetzungen für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, daher werden diese durch die Wirtschaftsassistenten-Fortbildung positiv beeinflußt. Die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie wird als kleinbis mittelständische Branche beschrieben. Für den größeren Teil der Aufgabenprofile sind technische Kenntnisse von entscheidender Bedeutung. Bezeichnung Rund die Hälfte der befragten Absolventen halten die Abschlußbezeichnung für nicht zutreffend bzw. störend. Von den Absolventen mit IHK-Abschluß wird die Bezeichnung „Wirtschaftsfachwirt/-in" präferiert, während die meisten Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie sich die Bezeichnung „Betriebswirt/-in" wünschen: 41 Anlage 2, S. 9 42 Über Ausbildung, Beschäftigung, Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildung/Fortbildung, vgl. auch Marek/Paulini (1999) BfBB* Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 46
Wirtschafteassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 51 Alle Befragten waren sich einig in der Aussage, daß die Bezeichnung „Assistent/-in" nicht mehr zeitgemäß und auf dem Arbeitsmarkt nicht so gut zu verkaufen ist. In Würzburg war man der Meinung, daß z.B. der/die Technische Assistenten auch nicht der/die Assistenten heißt, nur weil der Abschluß nicht branchenbezogen ist. Die Bezeichnung Assistenten soll nur staatlichen Abschlüssen vorbehalten sein. Es gibt Probleme und Verwirrung, wenn zu viele Bezeichnungen für unterschiedliche Qualifikationen existieren und die Qualität so nicht zum Ausdruck kommt. Die ist auch ein Grund für die sinkende Nachfrage nach Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie. BlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 52 Einerseits passt die Assistentenbezeichnung nicht in das Fachwirteund FachkaufleuteKonzept des DIHT. Seinerzeit war aber bei der Entstehung der Abschlüsse Bedarf an diesen Qualifikationen vorhanden. Andererseits werden Abiturienten-Modelle auch heute noch verfolgt (z.B. die Berufsakademie-Abschlüsse) werden. Teilnehmerzahlen An der Statistik kann man ablesen, daß die Prüfungsteilnehmerzahlen bei den Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie stärker gesunken sind. (Vgl. Ass.-Tabelle [.XLS] im Anhang der Branchenanalyse Handel, Anlage 2). In Nürnberg ist man der Ansicht, daß es sich dort trotzdem um ein anerkanntes Modell handelt. Die Nachfrage ist wieder etwas gestiegen. Die Aussagen der Experten zum/zur Gepr. Wirtschaftassistenten - Industrie und die Prüfungsteilnehmer-Zahlen (1997:150 Prüfungsteilnehmer) könnten auf ein Modell hinweisen, das nur noch in geringem Maße besteht, bzw. Auslaufmodell ist. Teilweise wird, nur wenn BlBB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 53 der Abschluß modifiziert und die Bezeichnung geändert werden, dem Fortbildungsabschluß noch Chancen gegeben. Die Teilnehmerzahl bei den WA IHK ist ungefähr gleichbleibend geblieben (1997:174 Prüfungsteilnehmer). Bei dem vergleichbaren Modell Handelsassistenten sind die Prüfungsteilnehmerzahlen ab 1990 gestiegen (1997: 522 Prüfungsteilnehmer), während die der Handelsfachwirte bis 1992 gestiegen sind und 1997 bei 3.532 Prüfungsteilnehmern lagen. Die Analyse der zbb (Anlage 2) bezeichnet dies als eine gelungene Zielgruppenorientierung in den beiden handelsbezogenen Regelungen. Die Statistiken der Prüfungsteilnehmer können nur ein Kriterium unter vielen sein, um zu beurteilen, ob sein weiterer Bedarf besteht, und es sich um erfolgreiche Maßnahmen handelt, so daß eine Überführung in Bundesregelungen sinnvoll erscheint43. Rekrutierungsaltemativen Als konkurrierende Abschlüsse werden evtl. Betriebswirte, diverse Fachwirte, z.B. Handelsfachwirte, Industriefachwirte, Fachkaufleute gesehen. Die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie gehören in einen gleichwertigen Pool für den qualifizierten Führungsnachwuchs. Der Abschluß ist dem des/der Betriebswirt/-in IHK gleichwertig oder darunter zu sehen. In der mittleren Führungsebene sind auch Fachwirte, werden aber nicht so gezielt eingesetzt wie die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie mit ihren Fördermodellen. In Nürnberg werden für Industriefachwirte andere Personalentwicklungsplanungen vorgesehen. Der Unterschied besteht nur durch die Art des Erwerbs der Abschlüsse (Erwachsenenbildung und Abiturientenmodell). Man ist auch der Meinung, daß der Betriebswirt-Abschluß besser durch ein Studium zu erwerben ist. Hochschulabsolventen von der Universität haben je nach Spezialgebiet Vorteile. Die Unternehmen suchen nach anderen Modellen für die Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie z.B. den Wirtschaftsassistenten BA und denen der Wirtschaftsakademie und möchten die Ausgebildeten länger in den Unternehmen behalten. Von allen Experten werden rein schulische Abschlüsse als nicht gleichwertig mit den Abschlüssen nach BBiG angesehen. Berufliche Handlungskompetenz, insbesondere selbständiges Denken und Persönlichkeitskompetenz könnte dort schwer erworben werden. 43 Auch der DIHT hält die Akzeptanz der erfolgreichen Teilnehmer bei den Unternehmen für wichtiger, vgl. DIHT (1998) S. 70 Bf BB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 54 In der mittleren Führungsebene, dem Einsatzgebiet, ist keine Wettbewerbssituation zu wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabsolventen gegeben (HPV) (Anlage 1). Daher ist eine Substitution „von oben" nicht zu erwarten. Eine ähnliche Aussage trifft die Analyse aus dem Bereich Handel. Da die beiden dort bestehenden Fortbildungsabschlüsse von der Branche akzeptiert werden und sich etabliert haben, werden diese aufgrund des guten Ansehens ihrer Qualifikation bevorzugt. „In diesem Zusammenhang räumen einige Unternehmensvertreter Berufspraktikern mit handelsspezifischen Fortbildungsgängen auch gegenüber Hochschulabsolventen durchaus bessere Chancen ein."*1 Fortbildungsebenen In den Branchenanalysen von HPV (Anlage 1) und zbb (Anlage 2) werden die Wirtschaftsassistenten auch als Vorstufe zur Fachwirteund Fachkaufleute-Ebene45 eingeschätzt, während die Vertreter der Industriemodelle ihre Wirtschaftsassistenten-Fortbildung als Studium mit einem Gesamtvolumen von ca. 800 Lehrgangsstunden bezeichnen. Das Niveau und die Integration in die Betriebspraxis hat eine herausragende Bedeutung für die Absolventen und ist sicher in der Spitzengruppe der kaufmännischen Fortbildungsangebote angesiedelt. „Von Dauer und Inhalt, Intensität und Prüfungsniveau her gesehen, aber auch aufgrund seiner Einbettung in die Betriebspraxis und Betriebsorganisation des fortbildenden Betriebes unterscheidet er sich auch vom/von der IndustriefachwinV-in, einem insbesondere berufsbegleitend vermittelten Abschluß, der für viele eine erste Weiterbildung nach einer beruflichen Erstausbildung oder entsprechender beruflicher Erfahrung darstellt. Eine gewisse Vergleichbarkeit ergibt sich eher mit der Ausbildung zum/zur Betriebswirt/-in Fachrichtung Industrie an den baden-württembergischen Berufsakademien. Ähnliches gilt auch für einige Abiturienten-Sonderstudiengänge an einzelnen Verwaltungsund Wirtschaftsakademien."46 Bei den Wirtschaftsassistenten IHK werden durchschnittlich 500 Unterrichtsstunden (3702000) pro Lehrgang angegeben, wobei die einzelnen Regelungen sehr uneinheitlich sind.47 Anlage 2, S. 9 45 Zum Fachwirtekonzept des DIHT vgl. Neuber, R., S 56 f. Neben der wirtschaftszweigbezogenen Fortbildung zum Fachwirt existiert ein Konzept für die funktions bezogene Fortbildung zum Fachkaufmann/-frau. Außerdem war im ursprünglichen Konzept als Querschnittsqualifikation mit sowohl wirtschaftszweigbezogenen als auch funktionsbezogenen Inhalten der Abschluß „Praktischer Betriebswirt/-in" vor gesehen. Die Qualifizierung geschieht in allen Funktionsbereichen unter Einbe Ziehung der jeweiligen wirtschaftszweigspezifischen Inhalte. 46 Vgl. Hütten, E. u. Richter, H., 10 Jahre Wirtschaftsassistent - Erfahrungen mit einem Fortbildungsmodell der Industrie. In: WuE 3/83 BfBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 55 Bedarf und Auswirkungen einer einheitlichen Bundesregelung Die Befragten zum Modell Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie sehen keinen Bedarf für eine neue Bundesregelung. Allerdings halten sie die bestehende Regelung für überarbeitungsbedürftig. Sie ist inhaltlich gut, müßte aktualisiert werden und Flexibilität zulassen. Letzteres solle eine bessere Anpassung erleichtern. Voraussetzung einer Modifizierung ist eine Änderung der Bezeichnung. In Nürnberg wird Wert darauf gelegt, daß die Bezeichnung "Industrie" und das Abiturientenmodell verbindlich ist. Während Nürnberg und Darmstadt noch an diesem Abschluß festhalten, hat man in Ludwigshafen ein anderes Modell (das BiP-Modell) konzipiert. In der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie wird ein größerer Bedarf der Branche an Wirtschaftsassistenten gesehen, die aber branchenspezifische Marktkenntnisse haben müßten. Ähnlich sehen es auch die Experten der Branchenanalyse Handel: nämlich daß eine Regelung nur unter Wahrung der einzelhandelsspezifischen Besonderheiten im Rahmen der Lernziele bspw. als Spezialisierung denkbar ist. Das bayrische Modell wurde für eine Bundesregelung "Gepr. Wirtschaftsfachwirt/-in" vorgeschlagen. Dieses Modell ist flexibel und attraktiv. Die Experten aus Nürnberg und Darmstadt sprechen sich auch für die Bezeichnung 1Wirtschaftsfachwirt/-in' aus. Wenn man dem Vorschlag der Bayerischen Kammern folgt und sich für einen Abschluß Wirtschaftsfachwirt/-in entscheidet, könnte ein Fachwirtabschluß, der kein Abiturientenmodell wie die bestehende Bundesregelung ist, Personen zur Verfügung stehen, die aus den Bereichen kommen, für die bisher keine bestimmten Branchenabschlüsse bestehen. Denkbar wäre aber auch hier die Bildung von verschiedenen Fachrichtungen in der Fortbildung. Insofern könnte dem Vorschlag, eine/n solche/n Generalist/in zu bekommen, sinnvoll sein. Es sind auch andere Fortbildungsabschlüsse nicht eindeutig einer Branche zuzuordnen (Technische Fachwirte, Betriebswirte IHK). Wichtige Voraussetzung für die erwünschte Qualifizierung für die mittlere Führungsebene ist eine Öffnung der Fortbildungsmaßnahme zum/zur Wirtschaftsassistent/-in für Mitarbeiter mit technischer Vorbildung (Techniker). Bislang ist eine Ausbildung und Praxiszeit in einem kaufmännischen Beruf Zulassungsvoraussetzung zur Fortbildungsprüfung (HPV). In der Branchenanalyse des Handels wird eine bundeseinheitliche Regelung des Fortbildungsabschlusses „HandelsfachwinV-in" bejaht. Da der Einzelhandel seine spezifisch auf 47 Vgl. Letzner, S., Analyse der Fortbildungsregelungen gem. § 46,1 BBiG, in: BIBB (Hrsg.), Berlin und Bonn 1998 BlBB». Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Seite 56 seine Belange zugeschnittenen Bildungsgänge anderen Berufen vorzieht, ist eine bundeseinheitliche Qualifikationsregelung für „Wirtschaftsassistenten" nur unter Wahrung der einzelhandelsspezifischen Besonderheiten im Rahmen der Lernziele bspw. als Spezialisierung denkbar. Die Praktiker sehen allerdings keinen Handlungsbedarf, da sie mit den vorhandenen Ausbildungsgängen sehr zufrieden sind. Es wird lediglich eine Überarbeitung der Prüfungsziele und -inhalte angeregt, um die Prüfungen an aktuelle Entwicklungen und technische Neuerungen anzupassen. 17 Schlußfolgerungen Dieses Feld sollte nicht nur den Sondermodellen und schulischen Modellen, die z. T. außerhalb des BBiG gestaltet werden, und den dort vorhandenen verschiedenen Assistentenberufen überlassen werden. Auch heute muß, genauso wie früher, über attraktive praxisbezogene Ausbildungsund Fortbildungswege in Verbindung mit Studienmöglichkeiten in Verbindung mit Personalentwicklung innerhalb des BBiG nachgedacht und diese umgesetzt werden (vgl. unter Punkt 3 Ausführungen der Stahlindustrie und der Chemieindustrie, das BiPModell unter Punkt 3.3.1, die BA-Modelle usw.). Schon das Abiturientenmodell Wirtschaftsassistenf-in - Industrie war in die Personalentwicklung von Betrieben integriert. Eine Personalentwicklung mit sogenannten Fördermodellen, die die Abschlüsse nach BBiG und Studienmöglichkeiten einschließt, scheint für die Beteiligten, Teilnehmerund Betriebe, effektiv zu sein. Bei der Beschreibung der Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie wurde das immer wieder betont. Dort, wo dieses Modell noch verfolgt wird, sollte es weiterlaufen. Bei der Fortbildungskonzeption des DIHT, die den meisten Fortbildungsordnungen des Bundes im kaufmännischen Bereich zugrunde liegt und die bei möglichst allen Neuordnungen greifen sollte, werden eine kaufmännische Ausbildung und Berufserfahrungen vorgesehen. Berufsbegleitende Lehrgänge führen dabei zum Fortbildungsabschluß. Noch liegt der regionale Schwerpunkt für die Wirtschaftsassistent/-in in Bayern. Das könnte sich bei der Aufnahme des Vorschlags der bayrischen Kammern für eine Bundesregelung „Gepr. Wirtschaftsfachwirt/-in" ändern. Damit wird den Bedürfnissen von unterschiedlichen Branchen, Unternehmen und deren Struktur und Größe Rechnung getragen48. Schon in der ursprünglichen Konzeption des DIHT war der/die Praktische/r BetriebswirtAin als eine Querschnitts4a Auch Berger/Walden (1996) weisen auf die Abhängigkeit von grundlegenden Strukturmerkmalen und unterschiedlichen Rekrutierungsund Beschäftigungsstrukuren in den Betrieben hin, vgl.S.95ff BfBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Anlage 1 Die Produktion der Papierverarbeitung - Struktur und Entwicklung Smstfge Paperi69% Tapetm5% Scftrabwtren uxJBCroBedarf 1114 Skaten 8.« % (Produktionswert 1970: 7,4 Mrd-DM)(Produktionswert 1997: ca. 25 Mrd.DM) |0u4U Satatocrt«« Bundnwncl Die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie erfahrt neben technischen Veränderungsprozessen auch einen Wandel in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie z.B.veränderte Marktund Wettbewerbsstrukturen, Internationalisierung, neue Konkurrenten z.B. aus Osteuropa, Umweltgesetze (z.B. Verpackungsverordnung, Kreislaufwirtschaftsgesetz, Bundesimmissionsschutzgesetz), zunehmende Notwendigkeit integrierter und zertifizierter Qualitätsund Umweltschutzsicherungsmaßnahmen (DEN ISO 9000 ff., EU-ÖkoAudit) usw. Vor allem für die kleinen und mittleren Unternehmen der Branche sind damit neue Aufgaben und Herausforderungen verbunden, auf die sich die Unternehmensführung, -Strategie und operative Untemehmenspolitik einstellen muß. Damit stellen sich auch neuartige Anforderungen an die ökonomische Kompetenz der oberen und insbesondere der mittleren Führungsebene. 3. Befragung einschlägiger Branchenvertreter 5.1 Befragung von einschlägigen Branchen Vertretern der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Der Bedarf der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen an Wirtschafts-Assistenten, das Anforderungsprofil, Aufgabengebiete, Funktionen und die Erfahrungen mit dem Wirtschafts-Assistenten wurden durch eine Befragung von einschlägigen Branchenvertretern und der zuständigen Sachbearbeiterin der IHK Frankfürt am Main ermittelt. Die befragten
Anlage 1 Branchenvertreter repräsentieren die unterschiedlichen Betriebsgößen und Warengruppen der Branche. Die befragten Personen sind: - Inhaber und Geschäftsführer von HPV-Mitgliedsunternehmen - Personalleiter, Ausund Weiterbildungsleiter von HPV-Mitgliedsunternehmen - - Mitglieder des Berufsbildungsausschusses des HPV (Sitzung 1.12.1997) - Vertreter von beruflichen Fortbildungseinrichtungen der Branche. Der Einsatz des Wirtschaftsassistenten in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie wurde unter TOP 5 Wirtschaftsassistent und Betriebsassistent - Vorstellung der Fortbildungsmaßnahmen und Diskussion über die Erweiterung zum Betriebsassistenten „Papierverarbeitung der Sitzung des HPV-Kuratoriums für Berufsbildung, Technik und Forschung am 1. Dezember 1997 anhand des BIBB-Leitfadens intensiv behandelt. Die Diskussionsergebnisse der Sitzung sind maßgeblich in den vorliegenden Bericht eingeflossen. An der Sitzung nahmen insgesamt 18 Branchenvertreter (Teilnehmerliste siehe Anlage 1) teil. Somit wurden Gespräche mit insgesamt 26 Branchenvertretem geführt. 3.2 Interviewleitfaden Die Interviews wurden anhand des vom BIBB vorgegebenen Leitfadens geführt. Der BBB-Interviewleitfaden enthält Fragen zur Kammer-, Betriebsund Trägerbefragung. Für die Betriebsbefragung konnten nur jene Fragen herangezogen werden, die von den Branchenvertretern aus ihrer betrieblichen Erfahrung auch sinnvoll beantwortet werden konnten. Dabei wurde auch das Beratungsergebnis vom 25.09.1997 beim BIBB berücksichtigt, wonach die Anzahl der Fragen nicht zu hoch sein sollte. Das Interview mit der IHK Frankfurt am Main wurde anhand des kompletten BIBB-Interviewleitfadens geführt. 3.3 Ergebnisprotokolle je Interview Die Ergebnisprotokolle der Interviews sind als Anlage 2 beigefügt. 3.4 Zusammenfassende Auswertung der Interviews mit den Branchenvertretern 3.4.1 Vorstellungen, Ziele, Strukturen, Initiatoren, Erfahrungen Der Vergleich zwischen Kammerund Bundesregelung konnte von den befragten Unternehmensvertretern mangels detaillierter Kenntnisse beider Regelungen und deren Unterschiede in der Regel nicht vorgenommen werden. Ein befragter Absolvent der Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten gemäß Kammerregelung (IHK Ulm) hat berichtet, daß die Fortbildung eine sinnvolle und zielführende Ergänzung zu seiner bislang rein technisch ausgerichteten
Anlage 1 Ausbildung und betrieblichen Tätigkeit für seine heutige Funktion als Geschäftsführer darstellt. 3.4.2 Konkurrierende Abschlüsse Als konkurrierende Abschlüsse werden von den Interviewteilnehmern die Ausbildung zum Industriefachwirt und zum Fachkaufmann/Fachkauffrau gesehen. Der Abschluß Wirtschaftsassistent/in wird dabei durchaus auch als Vorstufe zur Fachwirteund Fachkaufleute-Ebene eingeschätzt. 3.4.3 Typische Arbeitsbereiche und betriebliche Funktionen Als typische Arbeitsbereiche und betriebliche Funktionen des Wirtschaftsassistenten werden genannt: - Sachbearbeiter/Assistent - Gruppenleiter - Abteilungsleiter in allen betriebswirtschaftlichen Bereichen wie z.B. Verkauf/Vertrieb, Einkauf, Rechnungswesen. Bei den kleinen und mittleren Betrieben, die in der Regel eine weniger ausgeprägte Organisationsstruktur und -tiefe haben als Großbetriebe, wird der Wirtschaftsassistent eher als Generalist denn als Spezialist eingesetzt. 3.4.4 Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten Die Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten in seiner jetzigen Form ist nicht allein ausschlaggebend für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Branchenspezifische Kenntnisse sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich sind wesentliche Voraussetzungen für berufliche Entwicklungsmöglichkeiten in den Unternehmen. Die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie ist traditionell eine sehr technisch geprägte Branche mit der Folge, daß insbesondere in den kleinen und mittelständischen Betrieben die Führungsaufgaben von Technikern wahrgenommen werden, die nach Möglichkeit über eine kaufmännische Zusatzausbildung verfügen sollten. Mitarbeiter, die über beide Kenntnisbereiche verfügen, haben gute Aufstiegschancen. Insofern werden die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten durch die Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten positiv beeinflusst. 3.4.5 Wettbewerbschancen im Vergleich zu Hochschulabsolventen Wie die typischen Arbeitsbereiche und betrieblichen Funktionen (siehe 3.4.3) gezeigt haben, wird der Wirtschaftsassistent hauptsächlich auf mittlerer Führungsebene eingesetzt, auf der in den meisten Fällen keine Wettbewerbssituation zu wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabsolventen (z.B. DiplomKaufmann oder Diplom-Volkswirt) besteht.
Anlage 1 3.4.6 Besondere Qualifikationsanforderungen im Betrieb Als besondere Qualifikationsanforderungen an den Wirtschaftsassistenten werden in erster Linie Kundenund Projektorientierung angesehen. Wegen des scharfen Wettbewerbs auf den Märkten der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie sind marktbezogene Fähigkeiten z.B. bei Einkaufund Verkauf von besonderer Bedeutung. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Managementsysteme im Bereich Qualität und Öko-Audit werden auch in diesem Bereich entsprechende Anforderungen an den Wirtschaftsassistenten auf mittlerer Führungsebene gestellt. 3.4.7 Neue Handlungsbereiche, Rollen, Qualifikationsschwerpunkte, Zusatzqualifikationen Neue Führungsmethoden erfordern auch auf mittlerer Ebene besondere Führungsund Motivationsfähigkeiten z.B. bei team-, kündenund projektorientierter Gruppenarbeit. Gerade im Hinblick auf die Kundenund Lieferantenbeziehungen kommt "es dabei auf gute rhetorische Fähigkeiten an. Qualifizierte EDV-Kenntnisse und Fremdsprachen (insbesondere Englisch) sind angesichts neuer Kommunikationsund Informationstechnologien (Multimedia) und der Internationalisierung (Globalisierung) Standard-Anforderungen insbesondere der größeren Betriebe der Branche an die Führungskräfte auf mittlerer und höherer Ebene. -m /»*« •-*•. - •••*• 3.4.8 Qualifikatorische Überschneidungen mit anderen Abschlüssen Die Interviewpartner bestätigen qualifikatorische Überschneidungen zur Ausbzw. Fortbildung insbesondere zum Betriebswirt, Fachwirt und Fachkaufmann. 3.4.9 Typische Ausgangsqualifizierungsmerkmale In der Regel werden besonders qualifizierte, motivierte und einsatzfreudige Mitarbeiter für Fortbildungsmaßnahmen wie u.a. zum Wirtschaftsassistenten herangezogen. Eine Beschränkung der Zulassungsvoraussetzungen auf eine kaufmännische Berufsausbildung wird als nicht praxisgerecht gesehen. Die Fortbildungsmaßnahme zum Wirtschaftsassistent sollte auch für einschlägige Berufsbilder der Papierverarbeitung (z.B. Industriemeister Papierverarbeitung, Papiertechniker und Ingenieure) geöffnet werden.
Anlage 1 3.4.10 Befähigung zur Ausbildung Die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie hält die qualifizierte Ausbildung für den Fortbestand des Industriezweiges für unabdingbar. Aufgrund der Größe der Betriebe sind hauptamtliche Ausbilder nur in Einzelfällen vorhanden. Insofern müssen Mitarbeiter, die in Bereichen, in denen beispielsweise der Wirtschaftsassistent tätig ist, die Befähigung zur Ausbildung haben. 3.5 IHK-Interview Die IHK Frankfurt am Main prüft gemäß Bekanntmachung der Empfehlung für die Durchführung von Fortbildungslehrgängen zur Vorbereitung auf die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Wirtschaftsassistent - Industrie" des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft vom 20. Oktober 1978 (Bundesanzeiger Nr. 204a vom 27. Oktober 1978). Als konkurrierende Abschlüsse zum Wirtschaftsassistenten werden seitens der IHK Frankfurt der Industriefachwirt, Wirtschaftsinformatiker, Personalfachwirt und Leasingfachwirt gesehen. Der Abschluß Wirtschaftsassistent wird als Vorstufe zur Fachwirteund Fachkaufleute-Ebene gesehen. . Als typische Arbeitsbereiche des Wirtschaftsassistenten werden Sachbearbeiterfunktionen im Einkauf, Verkauf und z.T. im Personalwesen, i.d.R. unterhalb des Betriebswirtes, genannt. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich zum Gruppenleiter oder Abteilungsleiter. Besondere Vorteile des Wirtschaftsassistenten bei betrieblichen Rekrutierungsentscheidungen gegenüber anderen Abschlüssen werden nicht erkannt. Aufgrund unterschiedlicher Arbeitsbereiche ergeben sich in Konkurrenz zu Hochschulabsolventen keine Überschneidungen. Qualifikatorische Überschneidungen mit anderen Abschlüssen wie z.B. Betriebswirt, Diplom-Kaufleute, Fachwirte, Fachkaufleute gibt es grundsätzlich bei den Fortbildungsfächern, nicht jedoch im Hinblick auf die Ausbildungstiefe. Als Zusatzqualifikationen werden EDV-Kenntnisse/Multimedia und Fremdsprachen als zunehmend wichtig angesehen Die Vorbereitungslehrgänge der IHK Frankfurt für die Prüfung zum Wirtschaftsassistenten erfolgen im Ausbildungszentrum der Hoechst AG (früher auch AEG). In den letzten 5 Jahren haben daran insgesamt rund 70 Personen teilgenommen. Die Teilnehmerstruktur stellte sich folgendermaßen dar: - je ca. 50 % männlich/weiblich - Alter zwischen 20 und 30 Jahren - Schulabschlüsse: qualifizierter Haupschulabschluß, mittlere Reife, Abitur selten - Vorbildungen, Berufsabschlüsse: entsprechende kaufmännische Ausbildung - schwerpunktmäßig 1-2jährige Berufspraxis.
Anlage 1 Die Zulassungsvoraussetzungen für eine derartige Fortbildungsmaßnahme werden mit dem Abschluß in einem anerkannten kaufmännischen Ausbildungsberuf und mindestens einjähriger Berufspraxis als ausreichend angesehen. Die Vorbereitungsmaßnahmen haben eine Dauer von 500 Stunden. Aus Sicht der IHK Frankfurt wird die Integration der Ausbildung zum Ausbilder (Ausbildungsbefahigung) als erstrebenswert angesehen. Die IHK Frankfurt sieht aufgrund der mittlerweile 20 Jahre alten Prüfungsordnung eine Überprüfung und gegebenenfalls Aktualisierung der Fortbildungsund Prüfungsinhalte als notwendig an. 4. Vergleich mit anderen Industriezweigen Wegen des branchenübergreifenden Berufsbildes des Wirtschafts-Assistenten wurden auch Erfahrungen anderer, möglichst verwandter Industrie-Branchen berücksichtigt. -, / In der benachbarten Branche der Druckindustrie wird seit 1990 der ,3etriebsassistent Druck" als Fortbildungsmaßnahme ausgebildet. Insgesamt haben in diesem Zeitraum ca. 800 Absolventen diese Fortbildungsmaßnahme durchlaufen. Rechtsgrundlage der Fortbildung zum Betriebsassistenten Druck sind die Richtlinien der IHK Ulm nach § 46 Berufsbildungsgesetz. Zulassungsvoraussetzungen sind die einschlägige Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf der Fachrichtung Druck oder einem kaufmännischen Beruf mit jeweils dreijähriger einschlägiger Berufspraxis. Zusätzlich zu den Prüfungsfächern des Wirtschaftsassistenten werden im wirtschaftszweigspezifischen Teil folgende Prüfungsfächer angeboten: - Betriebsorganisation mit Personalführung - Produktionswirtschaft - Materialwirtschaft - Absatzwirtschaft - Industrielles Rechnungswesen, Buchführung, Kostenund Leistungsrechnung, - Kalkulation mit branchenspezifischer Software -Bürokommunikation. In der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie wird wegen dieser branchenbezogenen Fortbildungskonzeption angestrebt, das Modell des Betriebsassistenten Druck für die Papierverarbeitung zu übernehmen. Dazu laufen derzeit Beratungen auf Arbeitgeberseite sowie Abstimmungsgespräche mit dem Sozialpartner (IG Medien).
9 Anlage 1 5. Schlußfolgerungen 5.1 Verbreitung des Wirtschafts-Assistenten in der Branche * * * Der Wirtschafts-Assistent ist in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden ;. Industrie gegenwärtig nicht weit verbreitet. Je nach Hierarchieebene sind im , kaufmännischen Bereich eher der Dipl.-Kaufmann (Universitätsstudium), Dipl.- c Betriebswirt (FH) oder Industriebzw. Büro-Kaufmann zu finden. Da die Unternehmen der Branche - auch aus ihrer Entwicklungsgeschichte heraus - sehr technisch geprägt sind, werden kaufmännische Funktionen gerade auf mittlerer i Hierarchieebene häufig von Technikern wahrgenommen. 5.2 Bedarf der Branche an Wirtschafts-Assistenten l Rund 75 % der insgesamt rund 100.000 Beschäftigten in den Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen sind in technischen Bereichen, ca. 25 % t in kaufinännischen Bereichen tätig. Infolge der weiteren Rationalisierung in den "'. Produktionsprozessen wird sich diese Relation hin zu einem größeren Beschäftigtenanteil im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich verschieben. Die Branche besteht hauptsächlich aus Kleinund Mittelbetrieben ohne klare und eindeutige Abgrenzung zwischen technischen und kaufinännischen Führungsaufgaben. In vielen Fällen rekrutiert sich der Führungsnachwuchs in diesen Unternehmen aus qualifizierten Mitarbeitern mit technischer Vorbildung (Industriemeister, Techniker und Ingenieure). Die branchenspezifischen Fortbildungsmöglichkeiten sind deshalb heute auch hauptsächlich auf der technischen Ebene angesiedelt wie z.B. die branchenbezogene Meister-, Technikerund Ingenieurausbildung. Eine Öffnung der Fortbildungsmaßnahmen zum Wirtschaftsassistenten für diesen Mitarbeiterkreis mit technischer Vorbildung würde dem Bedarf der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen am ehesten gerecht werden. Aus den unter 2. kurz skizzierten neuen wirtschaftlichen Herausforderungen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen sowie aus den Befragungsergebnissen der Branchenvertreter kann durchaus ein größerer Bedarf der Branche an Wirtschafts-Assistenten abgeleitet werden. Dabei kommt es aus Sicht der befragten Branchenvertreter wesentlich auf branchenspezifische Marktkenntnisse an. 5.3 Anforderungsprofil der Branche an den Wirtschafts-Assistenten Aus Sicht der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen sollte die Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten fundierte kaufmännisch/betriebswirtschaftliche Kenntnisse, volkswirtschaftliche Grundkenntnisse, EDVKenntnisse, Fremdsprachen (insbesondere Englisch) sowie moderne Führungsund Motivationsfahigkeiten vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Branchen-
10Anlage 1 besonderheiten umfassen. Die Qualifikationsschwerpunkte sollten dabei eindeutig auf der Markt-, Kundenund Projektorientierung liegen. r n- • • Die Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitende Industrie ist im Hinblick auf die produzierten Warengruppen, die bedienten nationalen und internationalen Märkte und die Betriebsgrößen eine sehr heterogene Branche. Ein allgemein gültiges Anforderungsprofil der gesamten Branche an den Wirtschaftsassistenten kann deshalb nicht gezeichnet werden. Insbesondere in den kleinen und mittelständischen Betrieben der Branche umfasst das Tätigkeitsprofil des Wirtschaftsassistenten breit angelegte Managementund Führungsaufgaben bis hin zum Assistenten der Geschäftsführung. Mit zunehmender Betriebsgröße wandelt sich der Wirtschaftsassistent im Hinblick auf seine Aufgaben und Funktionen vom „Generalisten" zum „Spezialisten" sowie in seiner Ansiedlung in der Untemehrnenshierarchie. Die auf den „Generalisten" ausgelegten Fortbildungsund Prüfungsinhalte z.B. der „Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß Geprüfter Wirtschaftsassistent - Industrie" treffen deshalb eher die Anforderungen der kleinen und mittelständischen Unternehmen. -31 5.4 Schlußfolgerungen für die Fortbildungsordnung „Gepr. WirtschaftsAssistent" aus Sicht der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Fortbildungsund Prüfungsinhalte Die betriebsund volkswirtschaftlichen Fortbildungsund Prüfungsinhalte des Wirtschaftsassistenten - Industrie entsprechen grundsätzlich den Anforderungen insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche, sollten jedoch um - Qualitätsmanagement - Führungsund Motivationstechniken - Rhetorik ergänzt und darüberhinaus auch wirtschaftszweigspezifisch ausgerichtet sein. Dies gilt insbesondere für die marktbezogenen Fortbildungsund Prüfungsinhalte der Absatzund Materialbzw. Beschaffungswirtschaft. Strukturen Fortbildung und Prüfung zum Wirtschaftsassistenten sollten folgende Struktur haben: - Allgemeine und branchenspezifische Industriebetriebslehre — Materialund Produktionswirtschaft — Absatzwirtschaft ,„, — Personalwirtschaft — Organisation
11 Anlage 1 - Rechnungswesen, Controlling - Qualitätsmanagement - EDV, Mathematik, Statistik - Grundlagen der Volkswirtschaftslehre - Fremdsprachen - Führungsund Motivationstechniken Zielvorstellungen &•• Die Teilnehmer der Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten sollen befähigt werden, komplexe wirtschaftHch-kaufmännische Aufgaben im Betrieb zu lösen. Marktund Kundenorientierung stehen dabei im Vordergrund. Zielgruppen Zielgruppen der Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten in den Unternehmen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie sollten Mitarbeiter mit kaufmännischer oder technischer Berufsausbildung mit einschlägigen - in der betrieblichen Praxis erworbenen - kaufmännischen Kenntnissen und Fertigkeiten sein. Qualifikationsverwertung Die mit der Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten erworbenen Qualifikationen ermöglichen den Einsatz der Absolventen auf Sachbearbeiter-, Gruppenleiterund Abteilungsleiterebene mit kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Aufgaben und Funktionen. Die in dem Begriff des Wirtschaftsassistenten implizierte Assistenten-Funktion kommt dem Bedarf insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen entgegen, z.B. als Assistent der Geschäftsführung, des Verkaufs usw. 6. Fazit Aus Sicht der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen kommt es aufgrund der schon mehrfach erwähnten Bedeutung detaillierter technischer Branchenkenntnisse der Führungskräfte auf mittlerer Ebene wesentlich darauf an, daß die Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten auch den Mitarbeitern mit qualifizierter technischer Berufsausbildung geöffnet wird. Insofern ist aus Sicht der Branche eine bundeseinheitliche Fortbildungsordnung Wirtschaftsassistent mit entsprechender Öffnungsklausel für technische Berufe anzustreben.
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 2 "Analyse des Bedarfs und der Verwertung von Qualifikationsregelungen zum Wirtschaftsassistent/-in" -Branchenanalyse Handel ENDBERICHT BfBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
• . - -& -7-Anlage 2 Dieser Gedanke wird auch durch die geplante Überführung der „Handelsfachwirt"- Regelungen in eine Verordnung gemäß § 46 Absatz 2 BBiG bestätigt. Eine ähnlich Entwicklung hat seinerzeit auch der Fortbildungsgang zum Handelsassistenten genommen, der von 1975 bis 1984 zunächst als ein betrieblicher Ausbildungsgang konzipiert wurde und auf einer Vereinbarung der Sozialpartner beruhend mit einer Prüfung vor der zbb abgeschloß, bis er 1984 in eine staatliche Fortbildungsverordnung überführt wurde. Gegen eine bundesweite Vereinheitlichung spricht eine gewisse Starrheit des Systems. Eine Evaluation verordneter Bildungsgänge ist langwierig und oft aussichtslos. Dadurch wird eine Reaktionsmöglichkeit auf aktuelle Entwicklungen und technische Neuerungen sehr erschwert. Eine Kammerregelung wie bspw. der „Wirtschaftsassistent - IHK" dagegen ist sehr flexibel und kann diese Veränderungen leichter berücksichtigen. Diese Argumente werden auch im Rahmen der Befragung von den Arbeitgeber-, den Arbeitnehmerund den Kammervertretem kontrovers diskutiert. Die „Vereinbarung zur beruflichen Fortbildung gemäß § 46 Berufsbildungsgesetz und § 42 Handwerksordnung zwischen DGB, DAG und Spitzenorganisationen der Wirtschaft, vertreten im Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung" vom 20. Dezember 1996 klärt aus Sicht der Beteiligten das Verhältnis von 46.1-Regelungen zu 46.2-Verordnungen und enthält Kriterien für die Überführung von 46.1-Regelungen in 46.2-Verordnungen. III. Analyse der Zielgruppen für die einzelnen Berufsbilder Sieht man von den berufsintegrierten Abiturienten-Sondermodellen bspw. beim Handelsassistenten und beim Handelsfachwirt ab, so sprechen alle Regelungen ausschließlich Berufspraktiker an, die nach einer abgeschlossenen, dreijährigen, kaufmännischen Berufsausbildung mindestens ein Jahr (Handelsfachwirt früher drei, jetzt in der Regel zwei Jahre) Berufspraxis erlangen konnten. (Vergl. Tabelle I) Die Auswertung der Befragung im Einzelhandel (Frageblock 3. Zielgruppen) gestaltet sich aufgrund der unterschiedlichen Angaben der befragten Personen etwas schwierig, da die Heterogenität im Einzelhandel zu vielen unterschiedlichen Aussagen führt. Generell gilt, daß Unterschiede im Geschlechtsund Altersgefüge dadurch entstehen, daß Berufspraktiker und Abiturienten an den Bildungsmaßnahmen teilnehmen. Die Geschlechterverteilung bspw. ist auch abhängig von der Spezialisierung innerhalb der Einzelhandelsbranche. Im Textilbereich nehmen deutlich mehr Frauen als Männer (zwischen 65 und 90 Prozent) an der Handelsassistentenfortbildung teil, im Bauund Heimwerkermarkt kehren sich die Zahlen um. Außerdem läßt sich ablesen, daß mit zunehmender Anzahl von Berufsjahren der Anteil der Männer gegenüber dem Anteil der Frauen zunimmt. Bei näherer Betrachtung der Antworten der Betriebspraktiker ergeben sich folgende Schwerpunkte: • Im Textilbereich sind fünf Unternehmen tätig. Alle bieten ausschließlich die Bildungsmaßnahme zum Handelsassistenten an, bis auf ein Unternehmen, daß nur für Abiturienten diese Möglichkeit anbietet, laufen Betriebspraktikerund Abiturientenlehrgänge in diesen Unternehmen parallel. Der Anteil der weiblichen Teilnehmer liegt zwischen 65 und 90 Prozent, die Altersstruktur zwischen 18 und 30 Jahren.
-8Anlage 2 • Aus dem Lebensmittelbereich kommen zwei Praktiker, deren Unternehmen nur Handelsfachwirte ausbilden. • Aus dem Bauund Heimwerkerbereich stammt eine Meinungsäußerung. In dem entsprechenden Unternehmen werden nur Handelsassistenten ausgebildet und zwar sowohl Berufspraktiker als auch Abiturienten. Durchschnittlich liegt der Anteil der Männer bei 60 Prozent, die Teilnehmer an der Bildungsmaßnahme sind zwischen 20 und 28 Jahren alt. • Dem Kaufund Warenhausbereich ist eine Äußerung zuzuordnen. Hier werden überwiegend Abiturientensondermodelle angeboten, deren Teilnehmer zwischen 20 und 21 Jahren alt und etwa zu 2/3 weiblich sind. ; - _.. ,,, Diese Ergebnisse zeigen eine Vorliebe der Unternehmen für Abiturienten als Teilnehmer an den Handelsassistentenlehrgängen. Sicherlich ist das begründbar mit der Idee junge und talentierte Menschen für den Einzelhandel zu begeistern und ihnen nach einer entsprechenden Ausbildung eine Position anzubieten. Nach übereinstimmenden Angaben aus der Praxis ist die Anzahl der Berufsjahre bei den Berufspraktikern in der Regel höher als gefordert. Vergleicht man diese Ergebnisse mit den Ergebnissen einer Befragung bei Handelsfachwirten, die von der Akademie Handel in Bayern 1995 durchgeführt wurde und deren Ergebnisse als Anlage beigefügt sind, so zeigen sich deutliche Unterschiede, die auch durch die Orientierung der Bildungsmaßnahmen zu erklären sind. Der Anteil der Teilnehmer im Abiturientenmodell beträgt nur etwa ein Drittel, das Durchschnittsalter liegt weit höher als bei den Handelsassistenten und der Anteil der männlichen Teilnehmer überwiegt absolut gesehen. Die Ausbildung zum „Wirtschaftsassistenten" ist nicht verbreitet im Einzelhandel, wohl auch, weil sie den Führungsnachwuchs zu wenig auf die brancheninterne Situation vorbereitet, daher können zum eigentlichen Untersuchungsziel aus der Befragung keine Aussagen abgeleitet werden. Die Angaben der Vertreter der Bildungsträger und der Handelskammern bestätigen die oben ausgearbeiteten Trends. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, daß die bei der Verordnung angedachten Zielgruppen für die einzelnen Bildungsmaßnahmen auch tatsächlich an diesen teilnehmen. Diese Tatsache spricht zum einen für die Konzeption der Bildungsgänge als auch für die Akzeptanz, die diese innerhalb der Branche erreicht haben. Für eine gelungene Zielgruppenorientierung sprechen zudem die Absolventenzahlen in den beiden handelsbezogenen Regelungen. Quantitativ konnte ein hohes Niveau erreicht und gehalten werden, das auch im Vergleich mit der Entwicklung der Absolventenzahlen in den anderen betrachteten Maßnahmen für das derzeitige Angebot spricht. Die statistische Aufbereitung der Absolventendaten ist dem Bericht als Anlage ml
-9Anlage 2 IV. Analyse der Qualifikationsverwertbarkeit in der Praxis Die befragten Betriebspraktiker beurteilen ihre Erfahrungen mit den Bildungsgängen zum „Handelsassistenten" bzw. zum „Handelsfachwirt" durchweg positiv (Fragenblöcke 2.2 und 9). Die ausgebildeten Mitarbeiter sind im Unternehmen gut angesehen und bringen die Voraussetzungen für eine Karriere mit. Das vermittelte Wissen befähigt die Absolventen zum Einstieg in die mittlere Führungsebene (SubstitutenAbteilungsleiterpositionen) in allen Funktionsbereichen des Einzelhandels und ermöglicht ihnen, die übertragenen Aufgaben zu bewältigen und Anerkennung zu finden. Aufstiegswillige und engagierte Führungsnachwuchskräfte werden im Handel gesucht, daher bestehen gute Aufstiegsmöglichkeiten. Die Personalverantwortlichen weisen jedoch daraufhin, daß die Ausbildung alleine nicht ausreicht, um Karriere zu machen. Der Wille zur Leistung, Flexibilität und Einsatz sind stärker den je gefragt. Die Arbeitgeber-, Arbeitnehmerund Kammervertreter bestätigen diese Einschätzung und auch die Träger der Weiterbildungsmaßnahmen sind davon überzeugt, daß die beiden handelspezifischen Bildungsgänge deshalb Zukunft haben, weil sie den Führungsnachwuchs für die Aufgaben von morgen qualifizieren. Außerdem sind die Experten der Ansicht, daß sich die beiden Bildungsmaßnahmen etabliert haben, was wiederum zum Vorteil für die Absolventen wird, wenn diese sich bspw. bewerben und aufgrund des guten Ansehens ihrer Qualifikation bevorzugt werden. In diesem Zusammenhang räumen einige Unternehmensvertreter Berufspraktikem mit handelsspezifischen Fortbildungsgängen auch gegenüber Hochschulabsolventen durchaus bessere Chancen ein. Auch die Frage, ob die Absolventen ausreichend auf ihre berufliche Tätigkeit vorbereitet sind, wird durchgängig bejaht. Einige Verbesserungsund Ergänzungsvorschläge werden benannt: • Handeisassistent (14 Befragte, davon 8 ohne Verbesserungsvorschlag) - Aufnahme von Warenwirtschaft (4 Nennungen) - Aktualisierung insb. bei technischen Neuerungen (1 Nennung) - EDV-Kenntnisse ausbauen (4 Nennungen) - Fremdsprachen (3 Nennung) - Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit (1 Nennung) - Ausbau von Führung und Motivation (5 Nennungen) - Multimedia (1 Nennung) • Handelsfachwirt (4 Befragte, 2 Nennungen) - keine Ergänzung, aber Wunsch nach einer Vereinheitlichung der Prüfungsbestimmungen durch Oberführung der Verordnung in eine „§ 46 Absatz 2" -Regelung
-10Anlage 2 V. Analyse des Bedarfs für eine Bundesregelung " Wie bereits oben angedeutet werden die Argumente für oder wider eine bundeseinheitliche Regelung kontrovers diskutiert. Betrachtet man die beiden einzelhandelsspezifischen Bildungsgänge, so ist festzustellen, daß der „Handelsassistent" bereits seit 1984 bundeseinheitlich geregelt ist und daß für den Handelsfachwirt eine entsprechende Regelung für 1998 geplant ist. Äquivalent zu dieser Tatsache antworten die Experten (Fragenblock 8). Die zum „Handelsfachwirt'" Befragten bejahen den Regelungsbedarf gemäß § 46 Absatz 2 bezogen auf diese Bildungsmaßnahme. Da aber von mehreren Gesprächspartner darauf verwiesen wird, daß der Einzelhandel seine spezifischen auf seine Belange zugeschnittenen Ausbildungsgänge anderen Berufsbildern vorzieht, ist eine bundeseinheitliche Qualifikationsregelung für „Wirtschaftsassistenten" nur unter Wahrung der einzelhandelsspezifischen Besonderheiten im Rahmen der Lernziele bspw. als Spezialisierung denkbar. Grundsätzlich sehen die Praktiker jedoch keinen Handlungsbedarf, da sie mit den vorhandenen Ausbildungsgängen sehr zufrieden sind. Sie regen lediglich eine Überarbeitung der Prüfungsziele und -inhalte an, um die Prüfungen an aktuelle Entwicklungen und technische Neuerungen anzupassen. Schlußbetrachtung ., - -- - • - Abschließend sei nochmals darauf verwiesen, daß aus der Befragung der Experten für eine Beurteilung des Regelungsbedarfs für eine Fortbildungsordnung „Geprüfter Wirtschaftsassistent" nur soviel abzuleiten ist, daß im Handel dafür kein Bedarf ist. Die derzeit angebotenen Maßnahmen zum Handelsassistenten und Handelsfachwirt reichen vollkommen aus und qualifizieren den einstimmigen Äußerungen zufolge besser für die Belange der Branchen, als dies bei einem branchenübergreifenden Fortbildungsgang zum Wirtschaftsassistenten zu erwarten ist. ^ • / •
-11 - Abkflrzungsverzeichnis: Anlage 2 Die Bedeutung der im Bericht verwandten Abkürzungen auf einen Blick: Abs. Absatz BBiG bspw. BWL DEHT DV EDV EH -'- - FiWi 1 Hassi Hdl.-Fachwirt IHK Ind. Infou. Komm.-tech. insb Orga RECHT REWE . Tab. _ ^ U-führung vergl. VWL Wi Wi-Assi z.B. Berufsbildungsgesetz beispielsweise Betriebswirtschaftslehre Deutscher Industrieund Handelstag Datenverarbeitung Elektronische Datenverarbeitung Einzelhandel Finanzwirtschaft Handelsassistent Handelsfachwirt Industrieund Handelskammer Industrie Informationsund Kommunikationstechniken insbesondere Organisation Rechtslehre Rechnungswesen Tabelle Untemehmensfuhrung vergleiche Volkswirtschaftslehre Wirtschaft Wirtschaftsassistent zum Beispiel
TABELLE I: Vergleich der Bildunqsmaßnahmen Allgemeine Ausrichtung Zulassungsvoraussetzungen Abschlußprüfung Prüfungsfacher Wi-Assistent - Industrie Kaufmännische Fortbildungsmaßnahine mit Prüfungsabschluß gemäß § 46 Abs 2 BDiG <=t> Biindeseinheitlich Abgeschlossener, anerkannter, kaufmännischer Ausbildungsberuf mit 3-jähriger Ausbildungsdauer, mind. I Jahr Berufspraxis und Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme besteht aus: einer schriftlichen Abschlußarbeit (3 Mon Bearbeitungsdauer), je einer schriftlichen Aufsichtsarbeit ä 120 Min. in den drei Prüfungsfächern und einer mündlichen Prüfling im Fach Fremdsprache 1. Industriebetriebslehre einschließlich Rechtsfragen 2. Rechnungswesen und Finanzwirtschaft einschließlich Rechtsfragen, automatisierte Datenverarbeitung, Mathematik und Statistik 3. Volkswirtschaftslehre und Fremdsprache Handelsassistent - EH Kaufmännische Fortbildungsmaßnahme mit Prüfungsabschluß gemäß § 46 Abs. 2 BBiG O Biindeseinheitlich Abgeschlossener, anerkannter, kaufmännischer Ausbildungsberuf mit 3-jähriger Ausbildungsdauer, mind. 1 Jahr Berufspraxis oder alternativ 5 Jahre Berufspraxis, auf die eine adäquate Ausbildung anzurechnen ist besteht aus: je einer schriftlichen Aufsichtsarbeit ä 90 Min. in den drei Prüfungsfächern und einer mündlichen Prüfung in zwei Prüfungsfächer ä 15 Minuten. 1. Handelsbetriebslehre und Personalwesen 2. Organisation, Rechnungswesen und Datenverarbeitung 3. Volkswirtschaftslehre und Rechtslehre Wi-AssistentIHK Kaufmännische Fortbildungsmaßnahme mit Prüfungsabschluß gemäß § 46 Abs. 1 BBiG O IHK-spezifisch Abgeschlossener, anerkannter Ausbildungsberuf (kaufmännischer oder verwaltender Bereich), mind. 2 Jahre Berufspraxis oder alternativ mindestens 6 Jahre kaufmännische Tätigkeit besteht aus: je einer schriftlichen Aufsichtsarbeit ä 90 Min. in allen sechs Prüfungsfächern. Eine mündliche Prüfung ist nur als Ergänzungsprüfung vorgesehen 1. Volkswirtschaftslehre 2. Elektronische Datenverarbeitung, Infonnationsund Kommunikationstechniken 3. Unternehmensfuhrung 4, Rechnungswesen 5. Recht/Steuern 6. Betriebswirtschaftslehre Handelsfachwirt - IHK Kaufmännische Weiterbildungsmaßnahme mit Prüfungsabschluß gemäß § 46 Abs. 1 BBiG O IHK-spezifisch Abgeschlossener, anerkannter, kaufmännischer Ausbildungsberuf mit 3jähriger Ausbildungsdauer, mind. 3 Jahre Berufspraxis bzw. alternativ mind, 6 Jahre einschlägige Tätigkeit im Handel besteht aus. je einer schriftlichen Aufsichtsarbeit ä 120 Min in den Prüfungsfächern 1 bis 5 (s.u.) und einer mündlichen Prüfung im Fach 6 (Volkswirtschaftslehre) 1. Handelsbeti iebslehre, Organisation und Unternehmensfuhrung 2. Kostenund Leistungsrechnung 3. Betriebl. Personalwesen 4. Beschaffung und Lagerhaltung 5. Absatz 6. Volkswirtschaftliche Grundlagen> ST (D
Ziel der Bildungsmaßnnhme Lerninhalte und Gewichtung Wi-Assistent - Industrie Qualifikation für die mittlere Führungsebene. Absolventen sind in der Lage, qualifizierte Sachbearbeiterfunktionen in betriebswirt-schaft liehen Bereichen auszuüben und schwierige kaufmannische Aufgaben zu lösen. ges. 800 Unterrichtsstunden davon: Materialwirtschaft 30 Absatzwirtschaft 75 Produktionswirtschaft 50 Organisation 40 Personalwirtschaft 50 Rchnungswesen und Finanzwirtschaft 155 Automatisierte DV 35 Mathematik/Statistik 90 Volkswirtschaftslehre 110 Recht 65 Fremdsprache 100 Handelsassistent - EH Qualifikation für die mittlere Führungsebene. Absolventen können qualifizierte Funktionen in betriebswirtschaftlichen Bereichen des Einzelhandels übernehmen, schwierige kaufmännische Aufgaben lösen und betriebliche Strukturen und Abläufe mitgestalten. ges. 400 Unterrichtsstunden davon: Arbeitsmethodik 10 Handelsbetriebslehre 60 Oiganisation 40 Personalwesen 50 Rechnungswesen 80 Datenveraibeitung 50 Volkswirtschaftslehre 50 Rechtslehre 50 Wi-AssistentHIK Qualifikation für die mittlere Führungsebene. Absolventen sind in der Lage Betriebsabläufe und ihre betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhänge zu erkennen und auf Grund einer erhöhten Fachkompetenz betriebliche Entscheidungen mitverantwortlich zu treffen und umzusetzen ges. 500 Unterrichtsstunden davon: Betriebswirtschaftslehre ! 150 Personalwesen/U-fuhrung 80 Rechnungswesen 80 EDV, Info-u.Komm.-tech. 60 Volkswirtschaftlehre 50 Recht/Steuern 80 Handelsfachwirt - IHK Qualifikation für die mittlere Führungsebene, Anpassung und Ausbau der Kenntnisse von Berufspraktikern, deren Berufsbildungsprozess schon abgeschlossen ist. Absolventen sollen befähigt werden, für Probleme, Aufgaben und die Organisation eines Handelsbetriebs betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu erkennen und umzusetzen. ges. 510 Unterrichtsstunden davon Arbeitsmethodik 10 Beschaffung/Lagerung 76 Absatz 64 Handelsbetriebslehre, Orga ti. U-fuhrung 144 Betriebl. Personalwesen 72 Kostenu. Leistungsrechnung 96 Volkswirtsch. Grundlagen 48 Quelle: Verordnungstexte bzw. Rahmcnlehrstoffplflne zu den einzelnen Mußnahmen (Q CD
Anlage 2 1 Fragen 1 Vorstellungen, Ziele, Strukturen, Initiatoren, Erfahrungen 1.1 Kammerund Bundesregelung im Vergleich 1.1.1 bei der Kammerregelung: 1.1.2 bei der Bundesregelung: 1.1.3 Andere vollzeitschulische Abschlüsse: Halten Sie einen solchen Ausbildungsweg für gleichwertig? Wenn „Nein", würden Sie diese für gleichwertig halten, wenn ein schulisch Qualifizierter nach einer Praxisphase eine zusätzliche Kammerprüfung ablegte? 1.1.4 Gibt es konkurrierende Abschlüsse? (z.B. Industriefachwirte etc.) 2. Vergleichende Überlegungen zum Handelsassistenten/zur Handelsassistentin und andere Berufe 2.1 Sollzustand (für Spezialisten, die über die Ziele Aussagen machen können): 2.1.1 Handelsassistent/-in nach § 46,2 BBiG 2.1.1.1 Wie gestaltet sich das Funktionsbild (Soll) - Arbeitsgebiete und Funktion - für Handelsassistenten/Handelsassistentinnen? 2.1.1.2 In welchen Wirtschaftszweigen arbeiten sie? 2.1.1.3 Hat die Tätigkeit mehr einen funktionsoder wirtschaftszweigspezifischen Schwerpunkt (vgl. Fachkaufleute in funktionsorientierter Tätigkeit, z.B. Gepr. Bilanzbuchhalter/- in, Gepr. Sekretariatsfachkaufmann/-frau und Fachwirte in wirtschaftszweigorientierter Tätigkeit, z.B. Gepr. Industriefachwirt/-in und Gepr. Leasingfachwirt/-in)? 2.1.1.4 Hat die Tätigkeit evtl. keinen spezifischen Schwerpunkt? Das Schema der Anlage 1 (Beispiel für
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 2 Inhaltsverzeichnis 1. EINLEITUNG 3 2. ART UND UMFANG DER UNTERSUCHUNG / METHODISCHES VORGEHEN „ 4 3. LEITFRAGESTELLUNGEN 6 4. ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG 7
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 3 1. Einleitung Das BIBB wurde vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie aufgefordert,, die notwendigen Vorarbeiten für eine geplante Fortbildungsverordnung gem. §46 Abs. 2 BBiG „Wirtschaftsassistent" einzuleiten1. Zunächst sollten die Voraussetzungen und grundsätzlichen strukturellen Fragen einer vorgesehenen Verordnung sowie ggf. Alternativen im Rahmen von Vorarbeiten zur Erstellung einer Rechtsverordnung „Geprüfter Wirtschaftsassistent" geklärt werden. Insbesondere wurde das BIBB gebeten, die folgenden Fragen zu prüfen: 1. Welche beruflichen Strukturen und Funktionen liegen den bestehenden Fortbil- • dungsregelungen der zuständigen Stellen zugrunde? Welche Vorstellungen werden verfolgt? 2. Welche Zielgruppen nehmen diese Regelung in welchem Umfang in Anspruch und welche Verwertungsgründe dominieren dabei? 3. Entspricht die Bezeichnung Wirtschaftsassistent den Verwertungsgesichtspunkten in dieser Qualifikation? 4. Läßt sich aus den Fortbildungsregelungen der zuständigen Stelle ein einheitliches Gesamtkonzept für eine Regelung des Bundes entwickeln? Im Rahmen des Vorhabens 4.0043 war geplant, eine Kammerbefragung, eine Absolventenbefragung und Branchenanalysen durchzuführen, um den Qualifikationsund Regelungsbedarf zu erfassen. Das Institut für Medien und Kommunikation wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung beauftragt im Rahmen des Vorhabens eine Absolventenbefragung durchzuführen. Die vorliegende Untersuchung orientiert sich in vollem Umfang an der vom Bundesinstitut für Berufsbildung formulierten Leistungsbeschreibung vom 26. Juni 1997. Danach waren folgende Teilleistungen zu erbringen: • Entwicklung eines schriftlichen Fragebogens für eine Absolventenbefragung in Abstimmung mit dem BIBB • Abstimmung der Auswahl der zu Befragenden mit dem BIBB • Organisation und Durchführung der Feldarbeit (schriftliche Befragung von ca. 1.000 Absolventen) • Aufbereitung und Auswertung der Daten • Zusammenstellung der Ergebnisse zu einem Abschlußbericht. Schreiben des BMBF an das Bundesinstitut für Berufsbildung vom 13.3.1997
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 4 2. Art und Umfang der Untersuchung / Methodisches Vorgehen Die Leitfragestellungen, die bei der Entwicklung des Fragebogens umzusetzen und zu verfeinern waren, lagen bereits vor, so daß diese als inhaltlicher „Leitfaden" für die Fragestellungen der standardisierten schriftlichen Befragung dienten. Bei der Entwicklung des Fragebogens wurden die Erfahrungen aus anderen Absolventenbefragungen berücksichtigt. Laut Vorgabe sollte der Fragebogen ca. 10 geschlossene Fragen umfassen. Die Version des Fragebogens, die bei der Untersuchung zum Einsatz kam, beinhaltete 12 Fragenkomplexe, die aus geschlossenen, halboffenen und offenen Fragen bestanden. Bei der Entwicklung des Fragebogens wurde davon ausgegangen, daß ein Fragebogen mit wenigen Fragen die Wahrscheinlichkeit des Rücklaufs erhöht. Die Kürze der Fragebögen (12 Fragen, bzw. Fragenkomplexe auf insgesamt 2 Seiten) sollte mit dazu beitragen, die Absolventen zum Beantworten der Fragen zu motivieren . Auswahl der zu Befragenden / Organisation und Durchführung der Feldarbeit Bei der Beschaffung der Absolventenadressen durch den Auftraggeber kam es zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen, da die Unterstützung des DIHT, der zustandigen Kammern und von Bildungsträgem erst eingeworben werden mußte. Als sich abzeichnete, daß es zu erheblichen Verzögerungen bei der Beschaffung der Adressen kommen würde, hat das IMK dem BIBB seine zusätzliche Unterstützung bei der Beschaffung der Adressen zugesagt. Im weiteren Verlauf wurde direkter Kontakt von Seiten des IMK mit den Kammern und den Bildungsträgern aufgenommen, die vom BIBB als Anbieter bzw. Prüfungsinstanz für die Fortbildung "Wirtschaftsassistent" identifiziert wurden. Die Modalitäten für die Durchführung der Befragung wurden vom IMK mit den zuständigen Kammern und Bildungsträgern geklärt. Dabei zeichnete sich ab, daß das zunächst angestrebte Verfahren der Bereitstellung von Adressen an das BIBB bzw. IMK von fast allen Kammern und Bildungsträgem aus datenschutzrechtlichen Vorbehalten (Adressenweitergabe an Dritte) abgelehnt wurde. Es wurde daher ein Verfahren vereinbart, daß die Kammern bzw. Bildungsträger die Versendung der Fragebögen selbst vornehmen (bei Rückerstattung der Kosten durch das IMK). Die Rückanworten gingen zuerst an die Kammern und wurden dann an das IMK weitergeleitet. Allerdings war das vereinbarte Verfahren mit folgenden Problemen verbunden. - eine Paginierung der Fragebögen und Zuordnung zu den Adressen konnte aufgrund der Mehrbelastung und der fehlenden Erfahrung von den Kammern bzw. Bildungsträgern nicht erwartet werden Eine Kontrolle über die Rückantworten
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 5 konnte deshalb nicht erfolgen. Das hatte insbesondere Auswirkungen auf gezielte Nachfaßaktionen, die dadurch nicht realisierbar waren. Den befragten Absolventen wurde optional die Möglichkeit gegeben auf dem Rückumschlag ihren Absender anzugeben; allerdings war damit zu rechnen, daß nur ein Teil die Angaben tätigen wird. - die zeitliche Kontrolle über die Versendung, das Sammeln der Rückläufe und eventuelles nochmaliges Nachfassen lag bei diesem Verfahren nur noch zum Teil in den Händen des IMK. Hier konnte nur an die Kammern und Bildungsträger an eine zügige Versendung der Fragebögen appelliert werden. Insgesamt kann festgehalten werden, daß die Kammern und Bildungsträger, die vom IMK angesprochen wurden, die Absolventenbefragung nachhaltig unterstützt haben und durch ihre Hilfe zu einem Gelingen der Befragung beigetragen haben3. Folgende Organisationen stellten Adreßmaterial für die Befragung zur Verfügung bzw. übernahmen den Versand der Fragebögen: - Kolping Bildungswerk Würzburg - Kolping Bildungswerk Regensburg - IHK Nürnberg - IHK Passau - IHK Augsburg - IHK für die Pfalz - DAA Bamberg - Merck KG aA, Darmstadt In den Abstimmungsgesprächen mit dem Auftraggeber in Berlin, an denen auch die anderen Auftragnehmer für Teilprojekte des Gesamtvorhabens teilnahmen, wurde die in der Ausschreibung angenommene Rücklaufquote von 35% als zu optimistisch angesehen. Vergleichbare Untersuchungen und Erfahrungen eines Auftragnehmers (Hauptverband des Deutschen Einzelhandels) mit vergleichbaren Absolventenbefragungen erzielten nur eine Rücklaufquote von 12%. Vor diesem Hintergrund wurde die in der Ausschreibung benannte Zielvorgabe von 350 auswertbaren Fragebögen als zu hoch gewertet. Gemeinsam mit dem Auftraggeber BIBB wurde daher eine Rücklaufquote von mindestens 15% (bzw. 150 Respondenten) vereinbart. Insgesamt wurden 1094 Absolventen angeschrieben und um die Beantwortung des Fragebogens gebeten. Von diesen 1094 Absolventen schickten 306 den Fragebogen zurück. Das entspricht einer Rücklaufquote von 27,9%. An dieser Stelle nochmals nachhaltiger Dank an die zuständigen Mitarbeiter und Mitarbeite rinnen der Industrieund Handelskammern und der Bildungswerke und -träger für ihre freund liehe Unterstützung.
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 6 Aufbereitung und Auswertung der Daten Der Vercodungsplan für den standardisierten Teil der Fragebögen wurde parallel zur Entwicklung der Erhebungsinstrumente erstellt. Die eingegangenen Bögen wurden codiert, für die SPSS-Auswertung aufbereitet und datentechnisch erfaßt. Parallel dazu wurden die Antworten auf die offenen Fragen stichwortartig in Listen erfaßt, um die Materialbasis für die Entwicklung und Validierung empirisch sinnvoller Codes zu schaffen. Anhand der validierten Codierliste wurden anschließend die offenen Antworten sämtlicher Fragebögen nachvercodet . Formale Plausibilitätskontrollen der Dateneingabe erfolgten automatisch durch den Einsatz einer Eingabemaske mit vordefiniertem zulässigem Wertebereich je Variable. Darüber hinaus wurden eine abschließende inhaltliche Plausibilitätskontrolle der Datenbasis sowie ggf. notwendige Korrekturen und Datenbereinigungen nach Abschluß der vollständigen Erfassung aller zurückgeschickten Fragebögen vorgenommen. -- v '. — 3. Leitfragestellungen Die Absolventenbefragung ist eingebettet in ein Gesamtvorhaben, daß die Voraussetzungen und grundsätzlichen struktureilen Fragen einer vorgesehen Verordnung sowie ggf. auch Alternativen im Rahmen der Vorarbeiten zur Erstellung einer Rechtsverordnung „Geprüfter Wirtschaftsassistent/-in" klären soll. Die grundsätzliche Problemstellung des gesamten Vorhabens umfaßt dabei die folgenden Aspekte: 1. Erfassung des Qualifikationsund Regelungsbedarf 2. Lieferung von Grundlagen a) ob und wieweit die Intention der Regelungen in der Praxis umgesetzt werden b) inwieweit die zwischenzeitlichen und derzeit absehbaren wirtschaftlichen und technisch-organisatorischen Entwicklungen die Schneidung der Regelungen bestätigen oder neue Schneidungen erfordern. 3. Die Ergebnisse sollen zur strukturellen und inhaltlichen Gestaltung von kaufmännischen Fortbildungsregelungen beitragen Zur Klärung des Qualifikationsund Regelungsbedarfs waren eine Kammerbefragung, Absolventenbefragung und Branchenanalysen vorgesehen. Dabei sollte die Absolventenbefragung zu den Abschlüssen „Geprüfter Wirtschaftsassistent/-in - Industrie" und „Wirtschaftsassistent/-in IHK" insbesondere Rückschlüsse über die folgenden Fragestellungen liefern: - ursprüngliche Erwartungen der Absolventen - Verwertung der erworbenen Qualifikationen - Zielgruppen und Verwertung der Abschlüsse
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 7 Der standardisierte Fragebogen umfaßte die folgenden Befragungsinhalte : Befragungsinhalte - Angaben zur Person (Alter, Geschlecht, Schulabschluß, Berufsabschluß) - Angaben zum Lehrgangsbesuch (Ort, Jahr, Bildungsträger, Prüfungsabschluß) - Gründe für die Teilnahme am Lehrgang / ursprüngliche Erwartungen - Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn / Erfolg der beruflichen Karriereplanung - Position im Unternehmen, Einsatzbereiche und Arbeitsgebiete, Branche - Beurteilung der Verwertbarkeit - Beurteilung der Qualifikationsinhalte / fehlende Inhalte - Bezeichnung des Abschlusses (zutreffend) - zusammenfassende Gesamtbeurteilung. 4. Ergebnisse der Befragung Insgesamt konnten 306 Fragebögen in die Auswertung einbezogen werden. Von den 306 Respondenten haben durchschnittlich 95% gültige Antworten angegeben. Die im Folgenden getroffenen Aussagen beziehen sich auf den Teil der Befragten, die gültige Antworten gegeben haben. Alle Befragungsergebnisse sind in Tabellenform im Anhang dokumentiert. Für den vorliegenden Bericht wurden nur bestimmte Tabellen ausgewählt und im Textteil dargestellt. Rezipienten, die an den vollständigen Ergebnissen interessiert sind, finden die entsprechenden Tabellen im Anhang. Unter den 306 Befragten sind 73 Personen, die den Abschluß "Geprüfter Wirtschaftsassistent/-in -Industrie" und 233 Personen, die den Abschluß "Wirtschaftsassistent/-in IHK" angegeben haben. 45,7% sind männlich und 54,3% sind weiblich (die Verteilung nach den verschiedenen Abschlüssen entnehmen Sie bitte der Tabelle). Die Altersverteilung liegt bei den "Geprüften Wirtschaftsassistenten - Industrie" im Schwerpunkt zwischen 23 und 28 Jahren. Bei den "Wirtschaftsassistenten IHK" liegt der Schwerpunkt zwischen 26 und 37 Jahren.
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten"8 Tabelle 1: Angaben zur Person Geschlecht 1 männlich 2 weiblich Insgesamt (o.Missing) Alter in Jahren 21 22 23 24 25 26 27 28 ' 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 45 47 48 50 53 Insgesamt (o.Missing) Schulabschluß 1 Hauptschule/ quäl Hauptschule 2 Realschule/ mittlere Reife 3 Abitur/ Gymnasium/ Hochschulreife 4 Fachabitur/ Fachhochschulreife 6 sonstige Abschlüsse Insgesamt (o.Missing) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 33 40 73 1 2 12 12 9 13 8 8 6 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 73 4 0 57 10 2 73 % 45,2% 54,8% 100,0% 1,4% 2,7% 16,4% 16,4% 12,3% 17,8% 11,0% 11,0% 8,2% 2,7% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% ,0% 100,0% 5,5% ,0% 78,1% 13,7% 2,7% 100,0% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 106 125 231 0 1 5 5 8 14 19 22 18 28 19 15 16 10 6 7 9 3 5 5 1 5 1 1 1 3 1 1 229 37 140 19 14 13 223 % 45,9% 54,1% 100,0% ,0% ,4% 2,2% 2,2% 3,5% 6,1% 8,3% 9,6% 7,9% 12,2% 8,3% 6,6% 7,0% 4,4% 2,6% 3,1% 3,9% 1,3% 2,2% 2,2% ,4% 2,2% ,4% ,4% ,4% 1,3% ,4% ,4% 100,0% 16,6% 62,8% 8,5% 6,3% 5,8% 100,0% Insgesamt (o.Missing) n 139 165 304 1 3 17 17 17 27 27 30 24 30 19 15 16 10 6 7 9 3 5 5 1 5 1 1 1 3 1 1 302 41 140 76 24 15 296 % 45,7% 54,3% 100,0% ,3% 1,0% 5,6% 5,6% 5,6% 8,9% 8,9% 9,9% 7,9% 9,9% 6,3% 5,0% 5,3% 3,3% 2,0% 2,3% 3,0% 1,0% 1,7% 1,7% ,3% 1,7% ,3% ,3% ,3% 1,0% ,3% ,3% 100,0% 13,9% 47,3% 25,7% 8,1% 5,1% 100,0%
Anlage 3 Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" 9 Bei den Wirtschaftsassistenten - IHK sind die vorherrschenden Schulabschlüsse der Hauptschulbzw. qualifizierte Hauptschulabschluß. 77,4% haben einen kaufmännischen Berufsabschluß. Beim Wirtschaftsassistenten - Industrie zeigt die Verteilung der Abschlüsse, daß dieser als Alternative zum Studium wahrgenommen wird. Die Respondenten besitzen die Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife (Fachabitur). Die Kombination aus kaufmännischer Ausbildung mit der Qualifizierung zum Wirtschaftsassistenten drückt sich auch in der Angabe zum beruflichen Abschluß aus (97,1 % kaufmännische Abschlüsse). Hier ist anzunehmen, daß der Abschluß im Rahmen der Qualifizierung zum Wirtschaftsassistenten - Industrie erworben wurde (in der Regel handelt es sich hierbei um die Ausbildung zum Industriekaufmann / -kauffrau). Tabelle 2: Berufsabschlüsse Beruf 1 kfm. Abschlüsse 2 Sekretariat/Bürohilfen 3 techn. Abschlüsse/ Handwerk 4 Verwaltungsabschlüsse 5 Fachhochschulund Hochschulabschlüsse 6 Sonstige Fälle (prozentuiert: Nennungen) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 67 0 0 0 0 2 68 % 97,1% ,0% ,0% ,0% ,0% 2,9% 98,6% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 192 16 14 8 7 11 227 % 77,4% 6,5% 5,6% 3,2% 2,8% 4,4% 91,5% Nennungen n 259 16 14 8 7 13 295 % 81,7% 5,0% 4,4% 2,5% 2,2% 4,1% 93,1% Interessant wird es, wie die Befragten auf die Frage geantwortet haben, ob die Bezeichnung des Abschlusses zutreffend ist. Rund die Hälfte der Befragten halten die Abschlußbezeichnung für nicht zutreffend. Das gilt für beide Abschiußarten gleichermaßen. Die Befragten wurden um Vorschläge für eine bessere Bezeichnung gebeten. Für den IHK Abschluß wünschen sich 73% derjenigen, die die Bezeichnung für nicht zutreffend halten, einen Abschluß mit dem Namen Wirtschaftsfachwirt oder Fachwirt. Von den geprüften Wirtschaftsassistenten - Industrie wünschen sich 69,6%, die eine Namens-Alternative vorgeschlagen haben, die Bezeichnung "Betriebswirt". Insbesondere wurde von einigen Respondenten die Bezeichnung "Assistent" als störend empfunden .
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 10 Tabelle 3: Abschlußbezeichnung Abschlußbezeichnung zutreffend?1 ja 2 nein Insgesamt (o.Missing) bessere Bezeichung 1 Wirtschafts(fach)assist ent 2 Wirtscnaftsfach'wirt 3 Betriebswirt 4 Fachwirt Industrie 5 Fachwirt 6 kaufmännischer Meister Insgesamt (o.Missing) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 40 31 71 4 0 16 2 1 0 23 % 56,3% 43,7% 100,0% 17,4% ,0% 69,6% 8,7% 4,3% ,0% 100,0% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 111 116 227 10 56 4 0 27 3 100 % 48,9% 51,1% 100,0% 10,0% 56,0% 4,0% ,0% 27,0% 3,0% 100,0% Insgesamt (o.Missing) n 151 147 298 14 56 20 2 28 3 123 % 50,7% 49,3% 100,0% 11,4% 45,5% 16,3% 1,6% 22,8% 2,4% 100,0% Die Tabelle "Gründe für die Teilnahme am Lehrgang" gibt Hinweise auf die Motivationen der Absolventen. Der am häufigsten genannte Grund betrifft die Erlangung größeren Fachwissens (86,5% der Respondenten). Fast ebenso häufig wurden die Aufstiegschancen als Teilnahmegrund genannt. Diese rangieren noch vor dem Teilnahmegrund "Mehr Geld verdienen". Die Antworten unterstreichen auch den Charakter des Abschlusses Wirtschaftsassistent IHK als Fortbildungsmaßnahme. 45,7% haben Wissensauffrischung und 39,7% die berufliche Veränderung als Grund genannt. Bei den Wirtschaftsassistenten -Industrie spielen diese Motivationen keine Rolle, da es sich hierbei ja um eine Kombination aus Erstausbildung und Qualifizierung handelt. Arbeitslosigkeit war nur für 4,3% der IHK-Absolventen die Motivation für die Lehrgangsteilnahme. Interessant ist, daß für ein gutes Drittel der Befragten die Sicherung des Arbeitsplatzes ein wichtiger Grund für die Teilnahme am Lehrgang war. Offensichtlich erhofft man sich durch eine höhere Qualifikation auch verbesserte Chancen im Bereich der Arbeitsplatzsicherheit. Für einen Teil der Wirtschaftsassistenten - Industrie kamen als sonstige Gründe hinzu, daß die Qualifizierung von der Firma vorgesehen, bezahlt und/oder angeboten wurde. Auch hier zeigt sich, daß die Qualifizierung als Alternative zum Studium gewählt wurde.
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 11 Tabelle 4: Gründe für die Teilnahme am Lehrgang Teilnahmegrund Wissensauffrischung Teilnahmegrund größeres Fachwissen erlangen Teilnahmegrund' mich beruflich verändern Teilnahmegrund, beruflich mobiler sein Teilnahmegrund Aufstiegschancen Teilnahmegrund Arbeitsplatz sichern Teilnahmegrund: mehr verdienen Teilnahmegrund: wieder Arbeit finden 0 nicht genannt 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt o" nicht genannt* 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt 0 nicht genannt 1 genannt Insgesamt (o.Missing) Fortbildungsprufung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 62 3 7 58 62 3 39 26 4 61 43 22 16 49 65 0 65 % 95,4% 4,6% 10,8% 89,2% 95,4% 4,6% 60,0% 40,0% 6,2% 93,8% 66,2% 33,8% 24,6% 75,4% 100,0% ,0% 100,0% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 126 106 33 199 140 92 140 92 44 188 149 83 100 132 220 10 230 % 54,3% 45,7% 14,2% 85,8% 60,3% 39,7% 60,3% 39,7% 19,0% 81,0% 64,2% 35,8% 43,1% 56,9% 95,7% 4,3% 100,0% Insgesamt (o.Missing) n 188 109 40 257 202 95 179 118 48 249 192 105 116 181 285 10 295 % 63,3% 36,7% 13,5% 86,5% 68,0% 32,0% 60,3% 39,7% 16,2% 83,8% 64,6% 35,4% 39,1% 60,9% 96,6% 3,4% 100,0%
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 18 Tabelle 10: Arbeitsgebiet vor und nach der der Fortbildung • Arbeitsgebiet jetzt 1 Geschäftsführung/ -leitung 2 Sekretariat 3 Einkauf/Materialwirtschaft/ Beschaffung/Disposition 4 Verkauf/Vertrieb 5 Rechnungswesen/ Buchhaltung 6 Personalwesen 7 Marketing/Werbung/PR/ Öffentlichkeitsarbeit 8 Controlling/ Qualitätssicherung 9 sonstige Verwaltung 10 sonstiges 11 selbständig Insgesamt (o.Missing) Arbeitsgebiet vor Fortbildung 1 Geschäftsführung/- leitung 2 Sekretariat 3 Einkauf/Materialwirtschaft/ Beschaffung/Disposition 4 Verkauf/Vertrieb 5 Rechnungswesen/ Buchhaltung 6 Personalwesen 7 Marketing/Werbung/PR/ Öffentlichkeitsarbeit 8 Controlling/Qualitätssicherun 9 Sonstige Verwaltung 10 Sonstiges 11 Selbständig Fortbildungsprüfung zu 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 0 0 8 29 3 3 9 9 4 2 6 19 0 0 1 5 2 1 1 5 1 3 0 % ,0% ,0% 11,9% 43,3% 4,5% 4,5% 13,4% 13,4% 6,0% 3,0% ,0% 100,0% ,0% ,0% 5,3% 26,3% 10,5% 5,3% 5,3% 26,3% 5,3% 15,8% ,0% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 21 2 23 49 27 16 5 10 29 13 2 188 8 9 21 48 28 13 5 14 30 11 1 % 10,7% 1,0% 11,7% 24,9% 13,7% 8,1% 2,5% 5,1% 14,7% 6,6% 1,0% 100,0% 4,3% 4,8% 11,2% 25,5% 14,9% 6,9% 2,7% 7,4% 16,0% 5,9% ,5% Insgesamt (o.Missing) n 21 2 31 78 30 19 14 19 33 15 2 207 8 9 22 53 30 14 6 19 31 14 1 % 8,0% ,8% 11,7% 29,5% 11,4% 7,2% 5,3% 7,2% 12,5% 5,7% ,8% 100,0% 3,9% 4,3% 10,6% 25,6% 14,5% 6,8% 2,9% 9,2% 15,0% 6,8% ,5%
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 19 Tabelle 11: Branche vor und nach der Fortbildung • Branche jetzt1 Industrie 2 Eisen-/Stahlindustrie 3 Automobilindustrie 4 Chemie-/Parmazie-/ Medizinindustrie 5 Maschinenbauindustrie 6 Bauindustrie 7 Elektroindustrie 8 Nahrungsund Genußmittelindustrie 9 sonstige Industrie 10 Handel (ohne näh. Angaber 11 Großhandel 12 Einzelhandel 13 Banken, Versicherungen 14 Verband, Behörde, Verwaltung 15 weitere Dienstleistungen 16 unbestimmte Bezeichnunge Insgesamt (o.Missing) Branche vor Fortbildung 1 Industrie 2 Eisen-/Stahlindustrie 3 Automobilindustrie 4 Chemie-/Pharmazie-/ Medizinindustrie 5 Maschinenbau 6 Bauindustrie 7 Elektroindustrie 8 Nahrungund Genußmittel 9 sonstige Industrie 10 Handel (ohne näh. Angaben 11 Großhandel 12 Einzelhandel 13 Banken, Versicherungen 14 Verband, Behörde, Verwaltung 15 weitere Dienstleistungen 16 unbestimmte Bezeichnunge Fortbildungsprüfung zu 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 3 4 4 40 0 1 1 4 4 ) 0 1 3 1 0 2 0 66 5 3 4 43 0 1 2 3 2 0 0 2 0 0 1 0 % 4,4% 5,9% 5,9% 58,8% ,0% 1,5% 1,5% 5,9% 5,9% ,0% 1,5% 4,4% 1,5% ,0% 2,9% ,0% 100,0% 7,6% 4,5% 6,1% 65,2% ,0% 1,5% 3,0% 4,5% 3,0% ,0% ,0% 3,0% ,0% ,0% 1,5% ,0% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 10 7 12 5 5 4 11 6 15 3 13 17 12 15 49 13 198 11 8 13 5 6 6 10 7 19 3 12 14 14 13 41 16 % 5,1% 3,6% 6,1% 2,5% 2,5% 2,0% 5,6% 3,0% 7,6% 1,5% 6,6% 8,6% 6,1% 7,6% 24,9% 6,6% 100,0% 5,6% 4,0% 6,6% 2,5% 3,0% 3,0% 5,1% 3,5% 9,6% 1,5% 6,1% 7,1% 7,1% 6,6% 20,7% 8,1% Insgesamt (o.Missing) n 13 11 16 45 5 5 12 10 19 3 14 20 13 15 51 13 264 16 11 17 48 6 7 12 10 21 3 12 16 14 13 42 16 % 4,9% 4,2% 6,0% 17,0% 1,9% 1,9% 4,5% 3,8% 7,2% 1,1% 5,3% 7,5% 4,9% 5,7% 19,2% 4,9% 100,0% 6,1% 4,2% 6,4% 18,2% 2,3% 2,7% 4,5% 3,8% 8,0% 1,1% 4,5% 6,1% 5,3% 4,9% 15,9% 6,1%
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 20 Rund 20% der Befragten äußerten, daß die Fortbildung den Anforderungen entspricht, die sich ihnen in der jetzigen beruflichen Tätigkeit stellen. 68% gaben an, daß die Fortbildung teilweise den Anforderungen entspricht. 11 % gaben an, daß die Fortbildung nicht den Anforderungen entspricht. Von denjenigen, die mit "nein" oder "trifft teilweise zu" auf die Frage nach den Anforderungen geantwortet haben, haben genannt: - zu viel Faktenwissen (53,6%) - die Lerninhalte waren zu wenig praxisbezogen (51,4%) - die Lerninhalte berücksichtigten zu wenig modernen Entwicklungen (44,8%). An fehlenden Qualifikationsinhalten wurden vor allem EDV-Wissen und technische Kommunikationsmedien bemängelt. Auch hätte man sich mehr Inhalte aus den Bereichen BWL, VW, Steuer und Recht gewünscht. Ebenfalls fehlten nach Meinung der Befragten Themen zur sozialen Kompetenz (Führung von Mitarbeitern, Personalwirtschaft) . Tabelle 12: Fehlende Qualifikationsinhalte Fehlende Inhalte1 Ausbildung der Ausbilder 2 EDV-Wissen/techn. Kommunikationsmedien 3 FIBU/Buchführung/ Abrechnung/Lohnbuchhaltung 4 BWLTVWL/Steuer/Recht 5 Rnetorik/Ärgumentationsführung/Verhandlungstechniken 6 soziale Kompetenz: Führung von Mitarb./Personalwirtschaft 7 Einführung Projektarbeit 8 Sprachen 9 Werbung/Marketing 10 Kursteile mit Ubungscharakt« 11 Verschiedenes Fälle (prozentuiert: Nennungen) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 1 9 0 5 6 10 1 4 2 r 4 1 33 % 2,3% 20,9% ,0% 11,6% 14,0% 23,3% 2,3% 9,3% 4,7% 9,3% 2,3% 76,7% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 12 42 10 29 13 18 2 9 4 15 5 102 % 7,5% 26,4% 6,3% 18,2% 8,2% 11,3% 1,3% 5,7% 2,5% 9,4% 3,1% 64,2% Nennungen n 13 51 10 34 19 28 3 13 6 19 6 135 % 6,4% 25,2% 5,0% 16,8% 9,4% 13,9% 1,5% 6,4% 3,0% 9,4% 3,0% 66,8% Abschließend ist das Ergebnis hinsichtlich der Gesamtbeurteilung der Fortbildungen durch die Absolventen interessant. 47,8% der Wirtschaftsassistenten - IHK und 56,5% der Wirtschaftsassistenten - Industrie würden die Fortbildung auf jeden Fall noch einmal machen. 32,7% (29% Wirtschaftsassistenten - Industrie) würden die
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 21 Fortbildung eventuell noch einmal absolvieren und 11, 9% (Wirtschaftsassistenten - Industrie 8,7%) sehen sie immer noch als Alternative ("Besser als nichts"). Nur 7,5% der IHKAbsolventen und 5,8% der Wirtschaftsassistenten -Industrie urteilen eindeutig negativ und würden die Fortbildung nicht noch einmal absolvieren. Tabelle 13: Gesamtbeurteilung ..: ii Fortbildung noch einmal 1 auf jeden Fall 2 besser als nichts 3 eventuell 4 um Gottes Willen nein Insgesamt (o.Missing) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 39 6 20 4 69 % 56,5% 8,7% 29,0% 5,8% iöö,d% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 108 27 74 17 226 % 47,8% 11,9% 32,7% 7,5% Toö,d% Insgesamt (o.Missing) n 147 33 94 21 295 % 49,8% 11,2% 31,9% 7,1% 100,0% Als Gründe für eine negative bzw. gemischte Beurteilung wurden am häufigsten die geringen Anerkennung der Fortbildung und die Unbekanntheit des Abschlusses genannt. Des weiteren betrafen die negativen Nennungen vor allem den Kursaufbau/Organisation und Didaktik. Die Tabelle Hauptgründe für die Beurteilung" zeigt die prozentuale Verteilung der Nennungen.
Endbericht "Absolventenbefragung Wirtschaftsassistenten" Anlage 3 22 Tabelle 14: Gründe für die Beurteilung Gründe für Beurteilung1 Abschluß zu unbekannt/ geringe Anerkennung der Fortbildung 2 Wissensvermittlung/ viel Fachwissen erhalten 3 bietet betriebswirtschaftliche Grund(aus)bildung 4 Weiterbildung neben Beruf/Alternative zu Studium 5 Studium würde vorgezogen werden 6 WA ist allgemein, nicht branchenspezifisch 7 gute Berufschancen/ Wiedereinstieg leichter 8 allgm. positive Einschätzung Bildung/Weiterbildungen 9 positiv: Didaktik/ Kursaufbau/-Organisation 10 negativ: Didaktik/ Kursaufbau/-Organisation 11 unspezifisch positive Urteil« 12 unspezifisch negative Urtei 13 zu wenig Praxisbezug 14 Verschiedenes Fälle (prozentuiert: Nennungen) Fortbildungsprüfung zum 1 gepruefter Wirtschaftsassistent n 16 19 2 5 8 4 11 4 4 15 5 3 5 7 7 64 % 14,3% 17,0% 1,8% 4,5% 7,1% 3,6% 9,8% 3,6% 3,6% 13,4% 4,5% 4,5% 6,3% 6,3% 57,1% 2 Wirtschaftsassistent IHK n 46 25 8 1 3 5 19 33 12 45 21 27 12 14 188 % 17,0% 9,2% 3,0% ,4% 1,1% 1,8% 7,0% 12,2% 4,4% 16,6% 7,7% 10,0% 4,4% 5,2% 69,4% Nennungen n 62 44 10 6 11 9 30 37 16 60 26 32 19 21 252 % 16,2% 11,5% 2,6% 1,6% 2,9% 2,3% 7,8% 9,7% 4,2% 15,7% 6,8% 8,4% 5,0% 5,5% 65,8%
Anlage 4: Synopse Bedarf und Auswirkung einer einheitlichen Bundesregelung (evtl. auch Alternativen) Seite 1 Dl a q öS' 2 Würzburg Es besteht Bedarf, und es wird auf den Vorschlag der bayerischen Industrieund Handelskammern an den DIHT für eine Bundesregelung Gepr. Wirtschaftsfachwirt verwiesen, der mit diesem abgestimmt werden müsse. Das Funktionsbild und die Prüfungsrichtlinien sowie Abgrenzungen müßten noch erarbeitet werden und das Einverständnis der anderen Kammern und des DIHT eingeholt werden. Eine Bearbeitung des Modells aus dem Jahre 1972, das bis heute Bestand hat, war notwendig. Einige Inhalte waren nicht mehr zeitgemäß. Als neues Fach sei nun DV, das unabdingbar sei, dazugekommen. Der Wirtschaftsassistent sei weiterzuverbreiten und sollte nicht nur als bayerisches Eigengewächs existieren. Mit seiner Flexibilität und Attraktivität solle sich dieses Modell bundesweit bewerben. Das BIBB und weitere Fachkompetenz solle an einer Entscheidung dafür mitwirken. Ludwigshafen Für die WA gibt es noch Raum. Es ist inhaltlich gut, müßte aktualisiert werden und Flexibilität zulassen. Es gibt zwischen Industriekaufleuten und WA eine Lücke. Man müßte andere Personen einsetzen oder ein Modell aufgreifen, das attraktiv ist: Voraussetzung einer Modifizierung ist die Namensänderung und die Flexibilisierung der Inhalte. Es müßte schnell gehen, muß dem Bedarf entsprechen und sich abkoppeln von sonstigen WA IHK: den Gepr. Wirtschaftsassistenten - Industrie modifizieren. Mit Flexibilität wäre künftig eine bessere Anpassung zu erleichtern. Der Abschluß steht und fällt mit einer attraktiven Abschlußbezeichnung. Graduierte Abschlußbezeichnungen kommen nicht in Frage. Sie sind nicht so glücklich im Verhältnis zu den Diplomen (s.o.). Es wäre aber zu überlegen, ob diese wieder aufzulegen seien (z.B. graduierter Betriebswirt) oder mit einer anderen Nürnberg Es besteht kein Handlungsbedarf für eine neue Rechtsverordnung und keine neue Formulierung zu den Industriefachwirten hin. Allerdings sei die RVO überarbeitungsbedürftig für die bisherige Zielgruppe. Jetzt bestünde sogar größeres Interesse bei den Unternehmen als Bewerber vorhanden seien. Dies war früher genau umgekehrt. Ein Grund könnte die "verwaschene" Bezeichnung "Assistent" sein. Eine Novellierung könnte eine Bezeichnung "Wirtschaftsfachwirt/-in oder -fachmann/-frau -" beinhalten. Die Bezeichnuno: "Industrie" sei aber verbindlich und als Abiturientenmodell, sonst müßten die Fortbildungsabschlüsse "Industriefachwirt" oder "Betriebswirt IHK" ausreichen (vgl. die Studie des IW von 1987 zu Sonderausbildungsgänge n). Die Firmen wollen die Wirtschaftsassistenten behalten. Evtl. stirbt dieser Sonderausbildungsgang. Darmstadt Es besteht kein Regelungsbedarf. Durch die kleine Absolventenzahl sei kein Druck dafür vorhanden. Es sei wichtiger, andere Prüfungsordnungen zu überarbeiten. Die WirtschaftsfachwirteVersion aus Bayern hätte auch keine Fremdsprache und sei fast sinnvoller als die alte Rechtsverordnung und andere anerkannte, eindeutigere Modelle. Die Wirtschaftsassistenten seien Exoten neben den Fachwirte- /Fachkaufleute-Modellen und noch nicht eindeutig und verbreitet, wenn dann als Wirtschaftsfachwirte. Es bestehe keine Konkurrenz zu den Betriebswirten bei Wirtschaftsassistenten und Wirtschaftsfachwirten. Merck sieht das ähnlich. Dort präferiere man die Betriebswirte FH nach weiteren Assessment Centern. Branchenanalyse Handel Wie bereits oben angedeutet, werden die Argumente für oder wider eine bundeseinheitliche Regelung kontrovers diskutiert. Betrachtet man die beiden einzelhandelsspezifische n Bildungsgänge, so ist festzustellen, daß der „Handelsassistent" bereits seit 1984 bundeseinheitlich geregelt ist und daß für den Handelsfachwirt eine entsprechende Regelung für 1998 geplant ist. Äquivalent zu dieser Tatsache antworten die Experten (Fragenblock 8) - Die zum „Handelsfachwirt" Befragten bejahen den Regelungsbedarf gemäß § 46 Abs. 2 bezogen auf diese Bildungsmaßnahme. Da aber von mehreren Gesprächspartnern darauf verwiesen wird, daß der Einzelhandel seine spezifischen auf seine Belange zugeschnittenen Ausbildungsgänge anderen Berufsbildern vorzieht, ist eine bundeseinheitliche Qualifikationsregelung für „Wirtschaftsassistenten" nur unter Wahrung der einzelhandelsspezifische Branchenanalyse HPV Rund 75 % der insgesamt rund 100.000 Beschäftigten in den Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen sind in technischen Bereichen, ca. 25 % in kaufmännischen Bereichen tätig. Infolge der weiteren Rationalisierung in den Produktionsprozessen wird sich diese Relation hin zu einem größeren Beschäftigtenanteil im kaufmännischbetriebswirtschaftlichen Bereich verschieben. Die Branche besteht hauptsächlich aus Kleinund Mittelbetrieben ohne klare und eindeutige Abgrenzung zwischen technischen und kaufmännischen Führungsaufgaben. In vielen Fällen rekrutiert sich der Führungsnachwuchs in diesen Unternehmen aus qualifizierten Mitarbeitern mit technischer Vorbildung (Industriemeister, Techniker und Ingenieure). Die branchenspezifischen Fortbildungsmöglichkeite n sind deshalb heute auch hauptsächlich auf ! o (S II Q. C 3 CL •a a s s OL c 3 IQ VI er > ST CQ CD
Seite 2 D Ei' IDl WürzburgLudwigshafen Bezeichnung zu kombinieren. Man müsse sich die Tradition im Ingenieurbereich ansehen Evtl sei der Abschluß doch enger mit den Industriefachwirten zu verzahnen. Die Zugangsvoraussetzungen sind anders. Einer der Hauptunterschiede läge in den Tiefenstufen Diese Hürde sei noch zu untersuchen. Was ist die Fremdsprache? Spanisch? Es müsse Wahlmöglichkeiten geben, oder die Fremdsprachen müssen hier herausgenommen werden, auch als Zulassungsvoraussetzun g oder Option daneben. Englisch müsse als 2. Arbeitssprache enthalten sein. Welche Sprache als erste dabei sein sollte, müsse noch geklärt werden. Bei der BASF sei dies wahrscheinlich Spanisch. Man könne nicht „Äpfel und Birnen" zusammenbringen, sondern eher eine Aktualisierung vornehmen und keinen „Obstsalat" Als Alternative wurde das Modell BIP (s.o.) kurzfristig kreiert. Es sei schwierig, Bundeseinheitlichkeit und Flexibilität gleichzeitig zu NürnbergDarmstadtBranchenanalyse Handel n Besonderheiten im Rahmen der Lernziele bspw. als Spezialisierung denkbar. Grundsätzlich sehen die Praktiker jedoch keinen Handlungsbedarf, da sie mit den vorhandenen Ausbildungsgängen sehr zufrieden sind. Sie regen lediglich eine Überarbeitung der Prüfungsziele und - inhalte an, um die Prüfungen an aktuelle Entwicklungen und technische Neuerungen anzupassen. Branchenanalyse HPV der technischen Ebene angesiedelt wie z.B die branchenbezogene Meister-, Technikerund Ingenieurausbildung. Aus den unter 2. kurz skizzierten neuen wirtschaftlichen Herausforderungen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Unternehmen sowie aus den Befragungsergebnissen der Branchenvertreter kann durchaus ein größerer Bedarf der Branche an WirtschaftsAssistenten abgeleitet werden. Dabei kommt es aus Sicht der befragten Branchenvertreter wesentlich auf branchenspezifische Marktkenntnisse an. > 5T (Q
Seite 3 g 5» WürzburgLudwigshafen NürnbergDarmstadtBranchenanalyse Handel Branchenanalyse HPV 5' n> D w' o erreichen. Dieses Modell könne man flexibel an den Bedarf anpassen und die Inhalte gestalten. Es fehle beim WA auch an der attraktiven Namensgebung. Die Bezeichnung „Betriebswirt" sei schon zu stark verwendet worden und der „Assistent" ein falsches Beispiel. „Diplom" ginge auch nicht. Man müsse weiter nachdenken, um etwas Vergleichbares zu finden. Es sei die Alternative zu einer längeren Hochschulausbildung. Das Modell BIP ist ein Studium. Die Dauer ist identisch und vergleichbar mit dem FHDiplom (s. Unterlagen). Das BIP ist die Weiterentwicklung des WA. BIP-Absolventen seien höher qualifiziert. Sie hätten 1/2 Jahr Auslandsaufenthalt an einer Partneruniversität in den USA und einen Creditsteil MBA usw.. BIPs werden auch höher bei der Eingangsbezahlung bewertet. w <D
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 5 Prüfungsrichtlinien zur Prüfungsordnung für die Durchführung von Fortbildungsprüfungen für die Prüfung zum/zur) Wirtschaftsfachwirt/in (IHK)) * § 1 Ziel der Prüfung und Bezeichnung des Abschlusses (1) Zum Nachweis von Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen, die durch die berufliche Fortbildung zum/zur Wirtschaftsfachwirt/in (IHK)) erworben worden sind, kann die zuständige Stelle Prüfungen nach den §§ 2 bis 8 durchführen. (2) Durch die Prüfung ist festzustellen, ob der/die Prüfungsteilnehmer/in die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen hat, um folgende •Aufgaben eines/einer Wirtschaftsfachwirt/in (IHK)) wahrzunehmen: 1. Betriebsabläufe in Ihrem Gesamtzusammenhang sowie Zusammenhänge betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Fragen erkennen und umsetzen. 2. Betriebliche Entscheidungen auf Grund einer erhöhten Fachkompetenz und Erfahrung mitverantwortlich treffen und umsetzen. § 2 Zulassungsvoraussetzungen (1) Zur Prüfung ist zugelassen, wer 1. eine mit Erfolg abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Beruf und eine weitere kaufmännische Berufspraxis von mindestens zwei Jahren. 2. oder eine mindestes sechs jährige Tätigkeit im kaufmännischem Bereich nachweist. (2)Abweichend von Absatz 1 kann zur Prüfung zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, daß er Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen. * bisher Wirtschaftsassistent/in (IHK) Bf BB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Anlage 5 § 3 Prüfungsfächer und Gliederung der Prüfung Die Prüfung gliedert sich in die Prüfungsfächer: 1. Volkswirtschaftslehre 2. Elektronische Datenverarbeitung, Informations-und Kommunikationstechniken 3. Unternehmensführung 4. Rechnungswesen 5. Recht/Steuern 6. Betriebswirtschaftslehre § 4 Prüfungsanforderungen (1) Im Prüfungsfach Volkswirtschaftslehre kann geprüft werden: • Grundlagen O Wirtschaftskreislauf Q Markt und Preisbildung O Geld und Kredit • Währung • Sozialprodukt/Volkseinkommen ü Wirtschaftspolitik • Europäische Union (2) Im Prüfungsfach Elektronische Datenverarbeitung, Informations-und Kommunikationstechniken kann geprüft werden: • Ziele und Einsatzmöglichkeiten der EDV ü Grundaufbau und Arbeitsweise von EDV-Anlagen • EDV-Organisation im Unternehmen • Datenbankorganisation • Betriebssysteme / Anwendersoftware Q Text und Bildverarbeitung Q Kommunikationsnetze • Präsentationstechniken ü Datensicherung, Datenschutz
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 2 - Stand 06/97 Unterrichtsfach „Elektronische Dateaverarbeitung, Informationsund Kommunikationstechniken" EDV/KT 60 UStd. 1. Ziele und Einsatzmöglichkeiten der EDV 1.1 Ziele 1.1.1 Kostensenkung 1.1.2 Informationsverbessening und EntscheidungsVorbereitung 1 1.3 Unterstützung der Managementfunfcüonen 1 1.4 Produktverbesserung 1.1.5 Qualitätsverbesserung 1 1 6 Integration und Vernetzung von betrieblichen Funktionen 11.7 Unterstützung von Forschung und Entwicklung 1.2 Einsatzmoglichkeiten der EDV 1.2.1. Kaufmännischer Bereich 1.2.1.1 Strategische Systeme 1.2.1.2 Operative Systeme 1.2.2 Technischer Bereich 1.2.21 CAD/CAM-Techniken 2. Grundaufbau und Arbeitsweisen von EDV-Anlagen 2.1 Grundbegriffe der Datenverarbeitung 2.2 Zentraleinheit - Prozessor - Arbeitsspeicher j 2.3 Peripherie - Einund Ausgahegeräte j 2.4 Dialoggerate, Speichergerate , ! 2.5 Datenübertragung (Busund Schnittstelle) 2.6 Lokale Netze (LAN) 2.7 Fernnetze (Modem, ISDN) 2 8 Rechnerarten (PC) 2.9 Mittlere Datentechnik (MDT) j 3. EDV-Organisation im Unternehmen 3 1 3.2 3.3 3.4 3.4.1 3 4.1 1 3 4 1.2 3.4.1.3 3.5 36 Anforderungsund Planungskntenen Hardund Softwarekomponenten Netzwerktechniken EDV-Anwendungsentwicklung Phasenkonzepte Proj ektvorschlagsphase Planungsphase Realisierungsphase Angewandte Arbeitstechniken Dokumentation
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 3 - Stand 06/97 EDV/KT 4. Betriebssysteme - Anwendersoftware 4.1 B etriebssysteme im. Überblick - DOS / Windows / OS2 / Windows NT 4.2. Übersetzungsprogramme - Interpreter - Compiler 4.3 Hilfsprogramme für Betriebssysteme 4.4 Anwendersoftware 4.5 Programmiersprachen I i 5. Kommunikationsnetze j i i 5.1 Betriebsinterne Netze (LAN-Netze) - Hardund Softwarekntenen ! 5.2 Netzwerk-Topologie | 5.3 Externe Netze (WAN-Netze) | 5.4 Digitale Netze 5.5 Einsatzmöglichkeiten von Netzen . 5.6 Nutzung von Modem and ISDN j 5.7 T-Online-Dienste j 5.8 Internet und dessen Nutzung für die betriebliche Praxis i 6. Datenbankorganisation I i 6.1 Grundlagen der Datenorganisation j 6.2 Daten und Datenarten j 6.3 Schlüsselsysteme j 6.4 Strukturierung und Speicherung von Daten und Dateien [ 6.4.1 Logische und physikalische Datenorganisation i 6.4.2 Aufbau und Arten von Dateien - j 6.5 Organisation und Verarbeitungsformen von Dateien 6.5.1 -sequentiell 6.5.2 - gestreut 6.5.3 - index-sequentiell 6.5.4 - gekettet 6.6 Datenbankund Informationssysteme 6.6.1 -hierarchische 6.6.2 - netzwerkorientierte 6.6.3 - relationale 7. Textund Bildverarbeitung 7.1 Eingabeverfahren 7.1.1 Tastatur 7.1.2 Scanner 7.1.3 Spracheingabemöglichkeiten 7.1.4 OCR-Programme 7.1.5 Individuelle Graphikeingaben 7.1.6 Digitale Kameratechniken 7.2 Multimediale Textund Bildverarbeitung 7.2.1 Verarbeitung von stehenden und bewegten Bildern 7.2.2 Verarbeitung von akustischen Signalen 7.3 Verknüpfung mit anderen Anwendungen Kolping I
Anlage 5 RaJtanenstoffiplaii „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 4 - Stand 06/97 EDV/KT 8. Präsentationstechniken S. 1 Technische Voraussetzungen 8.1.1 Hardware-Anforderungen 8.1.2 Präsentationsprogramme 8.2 Möglichkeiten der Datenprojektiori:: 9. Datensicherheit und Datenschutz 9.1 Notwendigkeit der Datemicherar^:)4Hd:desDäterisciäut 9.2 Betrieblicher Datenschutz 9.3 Systematik der Datensicherung 9.3.1 Technische Maßnahmen 9.3.2 Programmgesteuerte Maßnahmen : 9.3.3 Organisatorische Maßnahmen 9.4 Gesetzlich geregelter Datenschutz.. 9.5 Bundesdatenschutzgesetze;:;-;: Kolping
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 5 - Stand 06/97 Unterrichtsfach „Untemehmensführung"/"Personalwesen" UF/PW 80 UStd. 1. Grundlagen der Unternehmensführüng 1.1. Erklärung der Führung 1.1.1 Die institutionale Erklärung der Fuhrung 1.1.2 Die funktionale Erklärung der Führung 1.1.3 Die prozessuale Erklärung der Führung 1.2 Funktionen und Prozesse der Führung 1.2.1 Die sachbezogenen Führungstätigkeiten 1.2.2 Die personenbezogenen Führungstätigkeiten 1.3 Aufgaben und Aktivitäten von Managern 1.4 Managementrollen und -fähigkeiten 1.4.1 Managementrollen 1.4.2 Fähigkeiten der Führungskräfte 1.5 Führung 1.5.1 Grundlagen 1.5.2 Das Individuum und die Gruppe im Führungsverhalten 1.5.3 Führungskonzeptionen 2. Motivation der Mitarbeiter 2.1 Motiv, Motivstruktur und Motivation 2.1.1 Motivation 2.1.2 Motiv 2.1.3 Motivstruktur 2.1.4 Motivkonflikte 2.1.5 Motivation - Frustration 2.2 Motivationstheorie 2.2.1 Allgemeines zu den Motivationstheonen 2.2.2 Motivationstheorien im einzelnen 2.3 Praktische Hinweise für die Motivation im Betrieb 3. Kommunikation im Unternehmen i i 3.1 Informationsprozesse I 3.2 Informationsanalyse und -Systeme j 3.3 Unternehmenskommunikation i 3.3.1 Kommunikationstechnik 3.3.2 Gesprächsführung j 3.3.3 Moderationstechnik I Kolping I
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 6 - Stand 06/97 UF/PW 4. Personalund Sozialwesen 41 4.1.1 4.1.2 42 4 2.1 4 2.2 4 2.3 4.3 4.3 1 4.3.2 4.4 4.4.1 4.4.2 4.4.3 4.5 4.5.1 4.5.2 4.5.3 4.6 4.6.1 4.6.2 4.6.3 4 6.4 4.7 4.7 1 4 7.2 4.7.3 4.7.4 4.8 4.8.1 4.8 2 4.8 3 4.9 4.9.1 4 9.2 4.9 3 Personal wesen heute Bedeutung des modernen Personalwesens Aufgaben des Personalwesens Personalverwaltung Abwicklung der Personalbetreuungsarbeiten. Bereitstellen von Personalinformationeai Personalverwaltung und Datenschutz Stellenbeschreibung und Arbeitsbewertung Stellenbeschreibung Arbeitsbewertung Personalbeüarfsplanung Grundlagen Einflußfaktoren des Personalbedarfs Dimensionen der Personalbedarfsplanung Personalbeschaffung Interne Personalbeschaffung Externe Personalbeschaffung Personalauswahl Einstellung, Versetzung, Beförderung, Entlassung Einstellung und Einführung Versetzung Beförderung Entlassung Beurteilungswesen Grunde für die Beurteilung Anforderungen an die Beurteilung Beurteilungsmerkmale Durchfuhrung der Beurteilung Entlohnung und soziale Leistungen Lohnformen Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer Soziale Leistungen Ausund Weiterbildung Ziele der Ausund Weiterbildung Verfahren der Ausund Weiterbildung Arbeitszeitmodelle - neue Formen von Arbeit . Kolping I
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 7 - Stand 06/97 UF/PW 5. Arbeiteund Sozialrecht 5.1 5.1.1 5.1.2 5.1.3 5.1.4 5.1.5 5.1.6 5.2 5.2.1 5.2.2 5.2.3 5.3 5.3.1 5.3.2 5.3.3 5.3.4 5.3.5 5.3.6 5.3.7 5.3.8 5.3.9 5.3.10 5.3.11 5.3.12 5.3.13 5.3.14 5.3.15 5.3.16 5.4 5.4.1 5.4.2 5.5 5.5.1 5.5.2 5.5.3 5.5.4 5.5.5 5.5.6 5.5.7 5.6 5.6.1 5.6.2 B egriffsbestimmungen Koalitionsfreiheit Gewerkschaften Arbeitgeberverbände Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsbehörden Tanfrecht Rahmentarifvertrag Lohntarifvertrag Tarifbmdung Einzelvertragliche Regelungen Arbeitsvertrag Vertragsarten Rechte und Pflichten der Vertragspartner Lohnzahlung Urlaubsregelung Beendigung des Arbeitsverhältnisses Arbeitspapiere - Arbeitszeugnis Kündigung Kündigungsschutz Berufsausbildung B erufsausbildungs vertrag B erufsbildungsgesetz Jugendarbeitsschutzgeserz Beschäftigung von Schwerbehinderten Arbeitnehmerschutz, Unfallverhütung Arbeitsschutzgesetze B etnebs Verfassung Betnebsvereinbarung Betriebsverfassungsgesetz Sozialrecht - Sozialversicherung Versicherungsträger Versicherungsarten Unfallversicherung Arbeitslosenversicherung Rentenversicherung Krankenversicherung Pflegeversicherung Verfahren bei Rechtsstreitigkeiten Zuständigkeit Klageweg Kolping
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - S - Stand 06/97 Unterrichtsfach „Rechnungswesen" RW 80 UStd. 1. Geschäftsbuchführung 1.1 Das System der doppelten Buchführung 1.1.1 Gesetzliche Grundlagen 1.1.1.1 Buchführungspfiicht 1.1.1.2 Grundsatze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) 1.1.1.3 Folgen von Verstoßen gegen GoB 1 1.1.4 Organisation der doppelten Buchführung 1.1.2 Inventur, Inventar, Bilanz 1.1.2.1 Inventur 1.1.2.2 Inventar 1.1.3 Von der Eröffnungsbilanz zur Schlußbilanz 1.1.3.1 B uchen auf B estandskonten 1.1.3.2 Buchen auf Ergebniskonten 1.1.3.3 Beispiel e. Geschäftsganges von der Eröffnungsbilanz zur Schlußbilanz (oh.Berücksichtigung dex Umsatzsteuer) 1 1.4 Überblick über Buchführungsverfahren 1.1.4.1 Übertragungsbuchführung 1.1.4.2 Durchschreibebuchführung 1.1.4.3 Kontenlose Buchhaltung 1 1 4.4 Automatische Buchführung 1.2 B uchung laufender Gescftäftsvorfäile 1.2.1 Kontenrahmen 1.2.2 Kontenplan 1.2.3 Umsatzsteuer (USt) 1 2.3.1 Wesen der Umsatzsteuer 1.2.3.2 Berechnung der Mehrwertsteuer 1.2.3.3 Die wichtigsten Bestimmungen des UStG 1.2.3.4 Buchhalterische Behandlung der Umsatzsteuer 1.2 4 Einkaufsund Absatzbuchungen 1.2.4.1 Beschaffung von Stoffen 1.2.4.2 Bestandsveränderungen an RHB-Stoffen 1.2.4.3 Absatz von Erzeugnissen Bestandsveränderungen an Fertigerzeugnissen und 1.2.5 unfertigen Erzeugnissen 1.2.5 1 Bestandsmehrungen 1 2.5 2 Bestandsminderungen Kolping
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 9 - Stand 06/97 RW 1 2.6 Besondere Vorgänge bei der Beschaffung von Stoffen und beim Absatz von Erzeugnissen 1.2.6.1 Bezugskosten 1.2.6.2 Rabatte und Boni 1.2.6.3 Skonti 1.2.6 4 Preisnachlasse d. Lieferanten wegen Mängelrügen 1.2.6.5 Rucksendungen 1.2.6.6 Ausgangsfracht und Verpackung 1.2.6.7 Zahlungsverzug des Kunden 1.2.7 Zahlungsverkehr und Finanzbereieh 1.2.7.1 Zahlungsverkehr 1.2.7.2 Anund Verkauf von Wertpapieren 1.2.8 Bewegungen im Bereich des Sachanlagevermögens 1.2.8 1 Buchungen bei der Beschaffung 1.2.8.2 Zu aktivierende Eigenleistungen 1.2.8.3 Abschreibungen 1.2.8.4 Veräußerung von Gegenständen des Anlagevermögens 1.2.8.5 Inzahlungnahme von Gegenständen des Anlagevermögens 1.2.9 Das Privatkonto 1.2.9.1 Privatentnahmen 1.2.9.2 Privateinlagen 1.2.9.3 Abschluß des Privatkontos über Kapitalkonto 1.2.10 Löhne und Gehälter 1.2.10.1 Personalkosten 1.2.10.2 Abrechnung der Personalkosten 1.2.10.3 Buchhalterische Behandlung der Personal kosten 1.2.10.4 Vorschüsse und Abschl agszahlungen 1.2.10.5 Vermogenswirksame Leistuügen 1.2.11 Die buchhalterische Behandlung von Steuern 1.2.11.1 Betriebliche Aufwandsteuern I 1.2.11.2 Aktivierungspflichtige Steuern j 1.2.11.3 Privatsteuern 1.2.11.4 Steuern als durchlaufende Posten 1.2.11.5 Steuernachzahlungen und -erstattungen 1.2.11.6 Steuerstrafen und Säumniszuschläge 1.2.12 EDV-Buchführung 1.2.12.1 Organisation einer EDV-gerechten B uchfühmög 1.2.12.2 Gesetzliche Vorschriften 1.2.12.3 Anforderungendes Bundesdatenschutzgesetzes 1.2.12.4 Maßnahmen zur Datensicherung 1.2.13 Die Betnebsübersicht (Abschlußübersicht) 1.3 Der Jahresabschluß und seine Auswertung 1.3.1 Rechnungslegung 1.3.1.1 Die handelsrechtliche Bilanz 1.3.1.2 Di e handelsrechtliche Gewinnund Veriustrechnung 1.3.1.3 Darstellung der Ergebnisverwendung/Gewinnverwendung 1.3.1.4 Anhang 1.3.1.5 Lagebericht 1.3.1.6 Publizitätsbencht Koiping
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" -10Stand 06/97 1.3.2 1.3.2.1 1.3.2.2 1.3.2.3 1.3.2.4 1.3.2.5 1.3.2.6 1.3.2.7 1.3.2.8 1.3.2.9 1.3.2.10 1.3.3 1.3.3.1 1.3.3.2 1.3.3.3 1.3.3.4 1.3.3.5 1.3.4 1.3.4.1 1.3.4.2 1.3.4.3 1.3.4.4 1.3.4.5 1.3.4.6 1.3.5 1.3.5.1 1.3.5.2 Bilanzierungsgrundsätze Vollständigkeitsgebot (Bilanzwahrheit) Verrechnungsverbot (Bilanzklarheit) Prinzip der Darstellungsstetigkeit (Bilanzkontinuität) Niederstwertprinzip Grundsatz der Einzelbewertung Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht Grundsatz der Unternehmensfortführuno Stichtagsprinzip Prinzip der zeitlichen Abgrenzung Grundsatz des „true and fair view" Vorbereitung des Jahresabschlusses^: :.: Zeitliche Abgrenzung der Ergebnisrethnimg-:•:•:•:•:•:•:•:•:•: Bewertung der Sachanlagen durch Abschreibungen::: Bewertung des Vorratsvermögens :: Bewertung der Forderungen aus Lief.u.Leistg. Ansätze der Passivposten aus Lief u. Leistg. Handelsund Steuerbilanz Handelsbilanz Steuerbilanz Zusammenhang von Handelsund Steuerbilanz Wertbegriffe im Handelsund Steuerrecht Überblick über die Bewertung einzelner Bilanzposten Problem der stillen Rücklagen Auswertung des Jahresabschlusses Bilanzanalyse Ergebnisanalyse RW . Kolping I
, Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" -11Stand 06/97 RW 2. Kostenund Leistungsrechnung 2.1 Einführung in die Kostenund Leistungsrechnung 2.1.1 Grundbegriffe 2.1.2 Abgrenzung zwischen Kosten/Aufwand und Leistung/Ertrag 2.1.3 Aufgaben der Kostenrechnung 2.1.4 Aufbau der Kostenrechnung 2.2 Kostenartenrechnung 2.2.1 Gliederung der Kostenarten 2.2.2 Erfassung der Kosten 2.2.3 Kalkulatorische Kostenarten 23 Kostenstellenrechnung 2.3.1 Gliederung der Kostenstellen 2.3.2 Verteilung der Kostenarten auf die Kostenstellen 2.3.3 Innerbetriebliche Leistungsverrechnung , 2.3.3.1 Inhalt und Aufgaben des Betriebsabrechnunösbogeiis I 2.3.3.2 Verfahren der innerbetriebl. Leistungsverrechnung ! j i 2.4 Kostenträgerrechnung j 2.4.1 Kostenträgerstückrechnung (Kalkulation) 2.4.1.1 Divisionskalkulation j 2.4.1.2 Äquivalenzziffemrechnung | 2.4.1.3 Kalkulation von Kuppelprodukten j 2.4.1.4 Zuschlagskalkulation | 2.4.2 Kostenträgerzeitrechnung (kurzfristige Bemebserfolgsrechn.) | 2.4.2.1 Gesamtkosten verfahren ! 2.4.2.2 Umsatzkostenverfahren I i 2.5 Das System der Vollkostenrechnung { 2.5.1 Von der Ist-Kostenrechnung zur Plankostenreehnung 2.5.2 Vorarbeiten zur Einführung einer Plankostenreehnung 2.5.3 Formen der Plankostenreehnung auf Vollkostenbasis 2.5.4 Ermittlung von Kostenabweichungen 2.6 Teilkostenrechnung 2.6.1 Grundlagen der Teilkostenrechnung j 2.6.1.1 Unzulänglichkeiten der Vollkostenrechnung j 2.6.1.2 Systeme der Teilkostenrechnung . j 2.6.1.3 Verfahren der Kostenauflosung I 2.6.2 Grenzkostenrechnung (Direktkostenrechnung) 2.6.2.1 Ermittlung von Deckungsbeiträgen und Neaoergebwssen 2.6.2.2 Vorund Nachteile der Grenzkostenrechnung im Vergleich zur Vollkostenrechnung 2.6.2.3 Break-even-pomt-Analyse 2.6.4 Rechnung mit relevanten .Kosten 2.6.5 Grenzplankostenrechnung 2.7 Demonstration einer EDV-Kostenrechnung incl. Kennziffern Koipin
Anlage 5 r Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" -18 - { Stand 06/97 BWL 2.3 Absatz / Marketing 2 3.1 Das absatzpoliüsche Instrumentarium 2 3.1.1 Grundlagen des Marketing 2.3.1.2 Marktforschung 2.3.1.3 Marketingplanung und -kontrolle 2.3 1.4 Markeüng-Mix 2.3.1.5 Produktund Soitimentspohük 2.3 1.6 Preispolitik 2 3 17 Distnbutionspohtik 2.3 2 Verkaufsforderung, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit 2.3 2 1 Verkaufsförderung 2.3 2 2 Werbung und Öffentlichkeitsarbeit 2.3 2 3 Verbraucherpolitik 3. Investition j i 3 1 Investitionsarten i i 3 2 Methoden der Invesütionsrechenverfahren und deren Anwendung I 3 2 1 Finanzmathemaüsche Grundlagen | 3.2.2 Statische Verfahren j 3.2.3 Dynamische Verfahren 3 2.4 Statische/dynamische Verfahren 3 3 Wirtschaftliche Nutzungsdauer und optimaler j Ersetzungszeitpunkt | 3.3.1 Bestimmung der wirts<3iaftlichen Nutzungsdauer 3.3.2 Bestimmung des optimalen Ersetzungszeitpunkts 4. Finanzierung 4 1 Grundlagen der Finanzierung 4.1 1 Grundbegriffe 4.12 Finanzplanung 4.1.3 Kriterien zur Unterscheidung von Finanzierungsarten 4.2 Finanzierungsregeln 4 2.1 Vertikale Fmanzierungsregeln 4.2 2 Honzontale Finanzierungsregeln 4 3 Fmanzierungsund Invesütionsarten 4 3 1 Außenfinanzierung j 4 3 11 Eigenfinanzierung 4.3 1.2 Fremdfinanzierung 4.3 2 Innenfinanzierung 4.3 3 Leverage-Effekt Koloin»
Anlage 5 1 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" -19 - Stand 06/97 BWL 5. Qualitätssicherung 5.1 Entwicklung und Bedeutung des Qualitätsmanagement (QM) 5.1.1 Qualitätsmanagement und KundenorientieniEg 5.1.2 Audits 5.1.3 Zertifizierung nach DIN ISO EN 900O ff" 5.2 Qualitatsmanagementmethoden und -instxumente 5.2.1 Ausgewählte Verfahren 5.2.2 Ausgewählte Methoden 5.3 Qualitätsmanagementpraxis 5.3.1 Elemente des Total Quality Management (TQM) i 5.3.2 Zeitgemäßes Führungsverhalten i 5.3.3 Mitarbeiterpotential ! 5.3.4 Methoden zur Messung von Kundenzufnedenheit 5.3.5 Beanstandungsmanagement j 5.3.6 Servicequalität :i 6. Statistik ' 6.1 Begriff und Aufgaben der Statistik 6.2 Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrecnming 6.3 6.3.1 6.3.2 6.4 6.4.1 6.4.2 6.5 6.5.1 6.5.2 6.5.3 6.5.4 6.5.5 Das statistische Ausgangsmatenal Erfassung Aufbereitung Darstellung des statistischen Zahlenmaterials Tabellen Graphische Darstellungen Statistische Meßzahlen Mittelwerte Streuungsmaße Verhältniszahlen Zeitreihen Indexzahlen 6.6 Anwendungsgebiete mit ausgewählten Kennzahlen 6.7 Statistik als Entscheidungshilfe 6.7.1 Statistik als Teil des Rechnungswesens 6.7.2 Statistik als KontrollinstraaienTi i j ! i i I ; i • Kolping
Anlage 5 Rahmenstoffplan „Wirtschaftsfachwirt (IHK)" - 20 - Stand 06/97 BWL J 7. 7 1 72 7.3 74 75 76 8. 8 1 8.1 1 8.1.2 8.1.3 8.1.4 8.1.5 8.2 8.2.1 8.2.2 8.2 3 8.2.4 8.2.5 8.2.6 Orgaiusation Grundlagen AufgaDenanalyse Stellenbildung Organisationssysteme Gestaltung der Arbeitsablaufe Hilfsmittel der Organisation Controlling Strategische Planung und Kontrolle Grundlagen Strategische Analysen Zielformulierung Strategieentwicklung Strategische Kontrolle Operative Planung und Kontrolle Grundlagen Planung und Ziele der Maßnahmen Planungsmethoden und ihre Anwendung im Betneb Budgetierung Verfahren der Kostensenkung Operative Kontrolle Kolpin
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 7 Rahmenplan Wirtschaftsassistent - Industrie Nürnberger Modell
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbiidungs beruf s Anlage 9 Raster zur möglichen Einordnung mögliche Einordnung: Sadibearbeiler/Assistent Gruppenleiter Abteilungsleiter Bereichsleiter/Direktor Mitglied der Gesdiäflsleäung Sonstige Einordnung oder Unternehmer BlBB> Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 10 BIBB Datenblatt zu Weiterbildungsprüfungen Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt Stand: 31.12.1997 6703 Fachwirt/-in Handel Prüfungsgruppe: FachwirteBereich: Industrie und Handel 1997 Insgesamt Männer Frauen Teilnehmer abs 3.532 2.175 1.357 % 100,0 61,6 38,4 Bestandene Prüfungen abs % 2.560 100,0 1.605 62,7 955 37,3 Erfolgsquote % 72,5 73,8 70,4 Wiederholungsprüfungen Teilnehmer bestanden Erfolg % 599 378 63,1 337 262 WQI 17,0 15,5 19,3 GEI 87,3 WQ I: Wiederholerquote Insgesamt: Anteil der Wiederholer an allen Teilnehmern GE I: Erfolgsquote aller Teilnehmer unter Berücksichtigung der Wiederholer Regionale Verteilung der Prüfungsteilnehmer 1997: M M Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz 140 117 212 38 466 362 96 541 111 63 155 31 318 200 65 337 29 54 57 7 148 162 31 204 Bayern Saarland Berlin (ab 91 mit Berlin-Ost) Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen 1.118 14 31 31 328 11 27 660 6 11 23 176 6 13 458 8 20 8 152 5 14 Zeitreihen für Prüfungsteilnehmer 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 Früheres I 1.583 1.327 2.188 2.305 2.777 2.853 3.065 3.472 3.485 3.477 3.506 3.222 3.104 Bundesgebiet M 1.133 948 1.549 1.574 1.826 1.845 1.944 2.146 2.149 2.212 2.158 1.966 1.946 F 450 379 639 731 951 1.008 1.121 1.326 1.336 1.265 1.348 1.256 1.158 l 537 290 108 183 288 428 Neue Länder M 65 66 21 77 137 229 F 472 224 87 106 151 199 I 4.009 3.775 3.585 3.689 3.510 3.532 Deutschland M 2.211 2.215 2.233 2.235 2.103 2.175 F 1.798 1.560 1.352 1.454 1.407 1.357 Infolge fehlender Aktualisierung wurden für Hamburg für 1997 die Daten von 1996 übernommen. DlBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 10 BIBB Datenblatt zu Weiterbildungsprüfungen Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt Stand: 31.12.1997 6720 Handelsassistentf-in (Einzelhandel) Prüfungsgruppe: Sonstige kaufm. FortbildungsprüfungenBereich: Industrie und Handel 1997 Insgesamt Männer Frauen Teilnehmer abs 522 205 317 % 100,0 39,3 60,7 Bestandene Prüfungen abs % 442 100,0 177 40,0 265 60,0 Erfolgsquote % 84,7 86,3 83,6 Wiederholungsprüfungen Teilnehmer bestanden Erfolg % 50 37 74,0 25 25 3f- > WQI 9,6 12,2 7,9 GEI 93,6 WQ I: Wiederholerquote Insgesamt: Anteil der Wiederholer an allen Teilnehmern GE I: Erfolgsquote aller Teilnehmer unter Berücksichtigung der Wiederholer Regionale Verteilung der Prüfungsteilnehmer 1997: MM Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz 8 205 162 13 29 67 2 63 77 5 19 28 6 142 85 8 10 39 Bayern ' Saarland Berlin (ab 91 mit Berlin-Ost) Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen 9 293 86 21 Zeitreihen für Prüfungsteilnehmer 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 Früheres I 20 37 115 127 155 263 454 505 619 422 569 424 484 Bundesgebiet M7 24 60 51 63 104 198 203 254 165 249 175 194 F 13 13 55 76 92 159 256 302 365 257 320 249 290 Neue I 96 154 41 13 14 38 Länder M 7 6 1 3 8 11 F 89 148 40 10 6 27 I 601 773 463 582 438 522 Deutschland M 210 260 166 252 183 205 F 391 513 297 330 255 317 Infolge fehlender Aktualisierung wurden für Hamburg für 1997 die Daten von 1996 übernommen. BiBB» Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48
Wirtschaftsassistenten - Stand und Perspektive eines Fortbildungsberufs Anlage 10 BIBB Datenblatt zu Weiterbildungsprüfungen Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt Stand: 31.12.1997 7518 Wirtschaftsassistent/in (IHK) Prüfungsgruppe: Sonstige kaufm. FortbildungsprüfungenBereich: Industrie und Handel 1997 Insgesamt Männer Frauen Teilnehmer abs 174 71 103 % 100,0 40,8 59,2 Bestandene Prüfungen abs % 145 100,0 64 44,1 81 55,9 Erfolgsquote % 83,3 90,1 78,6 Wiederholungsprüfungen Teilnehmer bestanden Erfolg % 10 7 70,0 3 7 WQl 5,7 4,2 6,8 GEI 88,4 WQ I: Wiederholerquote Insgesamt: Anteil der Wiederholer an allen Teilnehmern GE I: Erfolgsquote aller Teilnehmer unter Berücksichtigung der Wiederholer Regionale Verteilung der Prüfungsteilnehmer 1997: Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Bremen Nordrhein-Westfalen Hessen Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz M 2822 Bayern Saarland Berlin (ab 91 mit Berlin-Ost) Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern Sachsen Sachsen-Anhalt Thüringen 146 M 65 F 81 Zeitreihen für Prüfungsteilnehmer 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 Früheres I 201 164 257 195 260 255 160 293 238 331 306 204 174 Bundesgebiet M 146 109 175 118 153 143 81 135 99 142 98 89 71 F 55 55 82 77 107 112 79 158 139 189 208 115 103 I 45 51 19 0 0 Neue Länder M 6 4 5 0 0 F 39 47 14 0 0 I 338 289 350 306 204 174 Deutschland M 141 103 147 98 89 71 F 197 186 203 208 115 103 Infolge fehlender Aktualisierung wurden für Hamburg für 1997 die Daten von 1996 übernommen. BiBB* Wissenschaftliches Diskussionspapier Nr. 48