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Das Geheimnis der Organisation. Aus dem Nachlaß

Eulenbur, Franz

Abstract

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Full text

Eulenbu , F anz A icle Das Geheimnis de O ganisa ion. Aus dem Nachlaß Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha P o ided in Coope a ion wi h: Duncke & Humblo , Be lin Sugges ed Ci a ion: Eulenbu , F anz (1952) : Das Geheimnis de O ganisa ion. Aus dem Nachlaß, Schmolle s Jah buch ü Gese zgebung, Ve wal ung und Volkswi scha , ISSN 1619-6244, Duncke & Humblo , Be lin, Vol. 72, Iss. 2, pp. 1-33, h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 This Ve sion is a ailable a : h ps://hdl.handle.ne /10419/290746 S anda d-Nu zungsbedingungen: Die Dokumen e au EconS o dü en zu eigenen wissenscha lichen Zwecken und zum P i a geb auch gespeiche und kopie we den. Sie dü en die Dokumen e nich ü ö en liche ode komme zielle Zwecke e iel äl igen, ö en lich auss ellen, ö en lich zugänglich machen, e eiben ode ande wei ig nu zen. 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A en und Fo - men de O ganisa ion — III. Bedingungen und Vo ausse zungen de O ganisa ion : A. Sachliche Vo ausse zungen B. Subjek i e (pe sönliche) Vo ausse zungen — C. Be u liche Eignung — IV. Zwecke und Folgen de O ganisa ion: A. Unmi el- ba e Zweckse zung — B. Wi kungen und Folgen de O ganisa ion — V. G enzen de O ganisa ion: A. Nebenwi kungen — B. Das Uno ganisie ba e — Schluß: Das Geheimnis de O ganisa ion. I. Wesen uud Beg i de O ganisa ion (Die F age nach dem Was) Sei o einem Jah hunde Louis Blanc un e dem Ti el „O ga- nisa ion du T a ail" das S ichwo in die Ö en lichkei wa , ha es seh wei e K eise gezogen. De Beg i wa nich on ihm selbs e unden, sonde n s amm e on Sain -Simon, de au so manchem Gebie e de g oße An ege gewesen is . Was Blanc woll e, wa die E se zung des „sch ankenlosen We bewe bes", de ihm, wie manchem ande en, Schuld an dem Elend de Massen zu sein schien, du ch eine ge egel e O dnung de A bei , eben du ch de en „O ganisa ion". Es is üb igens das gleiche Jah , in dem F ied ich Lis sein „Na ionales Sys em de poli ischen Ökonomie" e ö en lich e! De p ak ische Ve such des anzösischen Ve asse s, eine O ganisa ion wenigs ens de A bei s- äm e zu scha en, schei e e eilich damals an de Une ah enhei und dem inne en Wide s eben de Regie enden. Abe auch ohnedies hä e sie das e ho e Wunde nich zu scha en e moch . Die U sache des Übels wa ga nich ge o en und die F ages ellung iel zu eng — s and man doch e s am An ang de indus iellen En wicklung. Was um aß nun de Ausd uck „O ganisa ion" eigen lich? Schlech - hin alles schein o ganisie ba und o ganisa ions ähig — Pe sonen wie Schmolle Jah buch LXXII, 2 1 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 2 F anz Eulenbu g [130 Sachen, Gesundhei , A men ü so ge, bildende Kuns , Ve wal ung, Handwe k, Landwi scha , Spo , Pa eien, Musik, Reisen, um nu einige Beispiele he auszug ei en. Wo es sich um Zusammen assung be- s imm e Pe sonen ode um sachliche Dinge handel , übe all is das Zaube wo am Pla ze. Im Lau e de Zei is es so iel ach e wende und dadu ch so a blos gewo den, daß man sich alles ode nich s da - un e o s ellen kann. Was mach also ih „Wesen" aus, wie man je z , ih e „Na u ", wie man ühe sag e? Wie kann das Wo beg i lich so ge aß we den, daß es in seinen mannig achen Anwendungen sinn oll wi d? De Zusammenhang mi dem „O gan" is schon e ymologisch ge- geben. In seine u sp ünglichen Fassung bedeu e es eilich* so iel wie We kzeug, ohne daß schon ein Bezug au den Kö pe da in en hal en wä e. Es is abe üh ein Beg i swandel einge e en. O gan wi d nun- meh als Glied, als Teil eines g öße en Ganzen be ach e , und zwa sind es o wiegend Lebewesen, die übe solche O gane bzw. We kzeuge e ügen. O gan und Ganzhei bedingen also einande ! Wi nennen le z e e da um „O ganismus"; diese is ein Ge üge on meh e en O ganen, die alle ih e besonde en Funk ionen haben: es s ell eine na ü liche „O ganisa ion" da . Wesenha is , daß jedes „O gan" imme bes imm e Teil unk ionen zu übe nehmen ha — mag es on An ang an zu Übe nahme gewisse Au gaben gescha en, mag es e s spä e du ch Teilung aus eine Einhei en s anden sein. So is bei den niede en Tie en om Gas ula-Typ die Haup höhlung zugleich Nah ungsau - nahme und Ve dauungsappa a , wäh end bei den höhe en eine Spezia- lisie ung on Mund, Magen, Schlund und Gedä m s a inde : die Funk- ionen sind also ge eil und besonde en O ganen zugewiesen. O gan- bildung is mi hin zugleich Di e enzie ung an sich zusammenhängende Funk ionen. Nun is eilich, wenn man on „O ganisa ion" sp ich , übe wiegend de Gedanke an einen O ganismus e gessen, mindes ens wi d die Be- ziehung nich meh bewuß , selbs wenn sie im Unbewuß en zug unde liegen mag. Das e gib sich schon aus de Gegenübe s ellung on o ga- nisch und mechanisch, die man so ge n e wende . Zuweilen wi d dem na ü lichen O ganismus die küns liche O ganisa ion gegen- übe ges ell . Was is also das Gemeinsame, wenn man on „O ganisa- ion" sp ich ? Was mach sein eales Wesen, seine Na u , was mach logisch seinen Beg i aus? Was „meinen" wi , wenn wi on O ganisa- ion sp echen? Dabei begnügen wi uns mi eine o läu igen Cha- ak e isie ung, indem wi e suchen, das Gemeinsame, Wesen liche es zus ellen. Es is die Zusammen assung e schiedene Teile zu eine ideellen Einhei ! Das is das En scheidende: Gliede eine Einhei OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 131] Das Geheimnis de O ganisa ion 3 und de en Zusammen assung zu sein (man bezeichne sie o als „In e- g ie ung"), und zwa ge ade Zusammen assung daue nde A . Bedeu - sam is , daß es sich dabei ge ade um daue nde Ve knüp ung on Pe - sonen ode Gü e n handel , also nich um das lüch ige Zusammen- s ehen, e wa de Reisenden au einem Schi e ode um die Ve sammlung on Wähle n, die nachhe wiede auseinande gehen. O ganisa ion heiß sonach: zusammen assende O dnung ge enn- e Gliede zu eine neuenEinhei . Sie is imme Sache unse- es Willens und zweckbewuß en Handelns. Jede küns liche O ganisa ion be olg einen bes imm en Zweck, den sie e üllen soll. Da abe Willens- handlungen s e s au äuße e Zwecke ge ich e sein müssen, so e üb ig sich de Zusa z „zweckbewuß ". E e s eh sich bei allen gewoll en und gescha enen Sachen on selbs und is da um imme mi gese z . Von de He kun aus dem O ganischen wi d dabei bewuß abgesehen, mag sie auch im Hin e g unde s ehen. „Gliedha e O dnung" wi d imme dann eine No wendigkei , wenn die neue Einhei eine gewisse G öße übe s eig . Wenige Menschen b audien keine O ganisa ion, abe hunde , meh noch ausend haben eine solche no wendig, alls e was Gemeinsames zwischen ihnen o - handen is , das geo dne in E scheinung e en soll. Dadu ch en s eh eben gliedha e Zusammen assung. Am nächs en e wand de O gani- sa ion e schein die „O dnung" bzw. Ano dnung (Disposi ion), wie denn S o m b a on de „O dnung des Wi scha slebens" sp ich und da un e dessen O ganisa ion e s eh . Diese neue O dnung is imme meh als die Summe de Teile, is e was Selbs ändiges, wie de Wald ein neues Kollek i um da s ell , das meh als die Summe de Bäume is . Sie is den einzelnen Gliede n übe geo dne und s ell da - um e was „Eigena iges" da . Machen wi uns an einigen Beispielen deu lich, was das besag . Übe schauen wi p imo is u die g oßen Anwendungsgebie e, so is on al e she imme das Hee das bedeu sams e Beispiel wei gehende O ganisa ion gewesen. Es zeig s e s zweckha gegliede e O dnung, nich nu de Wa enga ungen, sonde n auch solche de Pe sonen nach ih em Rang, de au oma isch au ech e hal en wi d. Jede Rang is mi bes imm en Funk ionen e knüp , die das Ganze s ü zen und bewe- gungs ähig machen: on de au o i ä en Spi ze he ab bis zum le z en Glied des gemeinen Solda en. Diese on außen au gezwungene es e O ganisa ion bes eh als Daue ein ich ung in ganz e schiedene A , um im Falle de No wendigkei so o einzug ei en. Ein zwei es Beispiel, das imme als Mus e eine s engen O ganisa- ion gil , is die ka holische Ki che mi ih em hie a chischen Au bau, ih e Gliede ung bis in die le z e Pe sönlichkei hinab. Auch hie die au o i ä e Spi ze und die Un e o dnung de einzelnen Teile, 1* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 4 F anz Eulènbù g [132 um den Zweck des Ganzen zu e möglichen — die He scha übe die Geis e de Menschen. „Ki che" schlech hin bedeu e O ganisa ion de Religion, on de Ve assung, Kul us und Dogma die wesen lichen S ücke ausmachen. Es is bedeu sam und g undlegend, daß bloße Glaube, „Religion" an sich wi kungslos und ohnmäch ig bleib , wenn nich seh üh eine O ganisa ion sich ih e bemäch ig , sie s ü z und o bilde . „Ki che" kann da um als „o ganisie e Religion" bezeichne we den, die auch cle einzelne le z hin b auch , um de Religion selbs eilha ig zu we den. Sachlich e s eck sich ih e O ganisa ion eine sei s bis an das Einzelleben jedes Do bewohne s, ande e sei s au iele Lände und wei e Gebie e. Sie ha ausgegliede e O gane en wickel — im Schulwesen, in Jugend e einen, in K ankenans al en, in E ziehungs- ins i u en, in de A menp lege. Die Zahl de angeschlossenen Ve bände („O gane") is seh g oß: eine gewal ige O ganisa ion de Mach , wenn auch Mi el und Wa en übe wiegend geis ige A sind. Ein Beispiel ganz ande e He kun s ell de Ve keh da , o - nehmlich de Nach ich en e keh . Zu E üllung seine Au gaben be- da e einzelne Gliede , die aus allen möglichen O en s ammen, übe Lände und Mee e ze s eu sind und bis in die kleins en Po en hinab- gehen. E beda abe auch des daue nden Ineinande g ei ens und Zu- sammen assens de ge enn en Teile. E is also eine ande s gea e e „O ganisa ion" als die bishe be ach e en. Hie kann du chaus F eihei im einzelnen bes ehen. Das bloße Selbs in e esse is ims ande, ein solches Zusammena bei en und Ineinande g ei en de einzelnen Teile he beizu üh en. Scheinba handeln diese ganz indi iduell aus eigen- nü zigen Bewegg ünden, ohne au das Ganze Rücksich zu nehmen. T o zdem komm eine g oße O ganisa ion he aus, die daue nd neu sich bilde , gelegen lich Einzelgliede abs öß , neue he anzieh und o z- dem eibungslos unk ionie . Die Eigen ümlichkei des Vo gangs be- s eh da in, daß e nich bewuß ons a en geh , on o nhe ein kein übe geo dne e Zweck gegeben is , sonde n daß ein indi idualis ische Ziele das eibende Agens da s ellen und doch eine Gesam o dnung he - auskomm . „Daue nd" sind hie nich so seh die Ein ich ungen selbs als ielmeh das Funk ionie en de eien O ganisa ion. Das eben kann als Wesen eines O ganismus angesehen we den, daß die Teile so unk ionie en, als ob de Zweck beabsich ig wä e. Diese Ähnlichkei ech e ig die He kun des Wo es aus de Biologie. D ei Beispiele seh e schiedene He kun und T agwei e, die die Mannig al igkei dessen, was du ch den Beg i ausged ück wi d, e - deu lichen und aus dem Abs ak en in das Konk e e üh en. Wenn die F age nach dem „Was" dami o läu ig um issen is — denn Wesen, Na u , Beg i können nich amAn ang eine Un e suchung OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 133] Das Geheimnis de O ganisa ion & s ehen, sonde n e s am Schluß, als E gebnis de Be ach ung — so bleiben ie F agen zu e ö e n: a) die F age nach dem „W i e", d. i. die F age nach de A und den Fo men, in denen O ganisa- ionen au e en; b) die F age nach dem ..Woh e ", d. i. die F age nach den Bedingungen und Vo ausse zungen ih e Möglichkei ; c) die F age nach dem „W o z u;i. d. i. die F age nach den Zwecken und Folgen; d) die F age nach dem „W i e w e i ", d. i. die F age nach den G enzen, dami sie sinn oll we den. Mi diesen ie F agen schein die wesen lichs e P oblema ik um- issen zu sein. Sch i um De Bedeu ung de O ganisa ion en sp ich das Sch i um in keine Weise. F eilich inden sich Hinweise diese und jene A in allen Hand- und Leh büche n de Volkswi scha sleh e, iel wenige in denen de Soziologie und de S aa sleh e. Übe wiegend handel es sich hie bei um O ganisa ion de A bei e , auch um die indus iellen Ve bände. Das is jedoch nu ein seh schmale und im G unde zu ällige Ausschni aus dem P oblemk eis. Man soll e annehmen, daß die Leh e eine G undlage de S aa swissenscha übe haup sein müsse, daß auch die Soziologie sich dieses dankba en Gegens andes in um assende Weise angenommen hä e. Das is jedoch keineswegs de Fall. Dabei e eu sich das Wo wei es gehende Anwendung und e obe sich imme neue Gebie e. Wenn es jedoch on wissenscha liche Sei e geschieh , dann is in e s e Linie die p i a ech liche Sei e gemein , wo das Wo as ganz mi dem Beg i Ve band sich deck , neue dings auch die be iebliche Sei e, ob- wohl beides in keine Weise de Sache ge ech wi d. Ganz unse em Thema gewidme is das We k des ös e eichischen Ju is en und zei weiligen Jus izminis e s F anzKlein, das ku z o dem e s en Wel k iege e schien: „Das O ganisa ionswesen de Gegen- wa "1. Das Buch is ganz au das p i a e Ve bandswesen abges ell . De Ve asse inde , daß im Mi elal e das Genossenscha swesen, in de Gegenwa de „Ve ein" das cha ak e is ische Gebilde da s elle. Vo - gebilde im ege a i en Leben, is die O ganisa ion eine bes imm e Denka gewo den. Fün Mo i e sind ü ih En s ehen bedeu sam: 1 F anz Klein, Das O ganisa ionswesen de Gegenwa . 1913. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 6 F anz Eulenbu g [134 „K a s eige ung, A bei s eilung, Konku enzmüdigkei , Gewinns e- ben und Wi scha lichkei sowie Ve häl nis zu den Massen". O enba gehen hie ganz e schiedene Gesich spunk e du cheinande . Jeden alls müssen na ü liche und gesellscha liche P ädisposi ionen ü das En - s ehen on Ve einigungen o handen sein. Sie lagen o gebilde in dem „Denken nach Zwecken". Die Un e scheidung on Pe sonen- und Kapi- alzusammenschlüssen gil in wei e em Sinne ü die O ganisa ion übe - haup . Poli ik is die Kuns zweckmäßige Ve wendung i gendwelche Mi el zu E eichung on E olgen in s aa lichen, wi scha lichen und gesellscha lichen Dingen: sie abe beda un e allen Ums änden eine O ganisa ion. Klein ha mi seine Un e suchung keinen Nach olge ge- unden. Von na ionalökonomische Sei e is schon seh üh Albe Schä le2 in seinem „Sozialen Sys em de poli ischen Ökonomie", in dem so mannig ache An egungen sich inden, den P oblemen nähe - ge e en; spä e nochmals aus üh lich in seinem nachgelassenen We ke „Ab iß de Soziologie"3. De zwei e Band des e s en We kes „De O ganismus de Volkswi scha " b ing im 2. Haup abschni eine aus- üh liche Da s ellung de „O ganisa ion de Volkswi scha " (§§ 199 bis 238). E behandel die spekula i e (d. h. kapi alis ische, p i a wi - scha liche) O ganisa ion, wo un e Konku enz, Kapi al als Ve mögen de spekula i en olkswi scha lichen Ve bindung, e ne die Leh e on den Un e nehmungs o men sowie „die olkswi scha liche Regulie- ung des spekula i en Tauschmechanismus" äll , sodann die ö en - liche O ganisa ion de Volkswi scha und die de eien Hingebung. De kü ze e Ab iß de Soziologie on 1901, den Ka l Büche he - ausgegeben ha , en häl eine eigene O ganisa ionsleh e. Sie b ing eine Da s ellung on den „Ve ans al ungen" und ih en Funk- ionen, wobei solche ü imma e ielle und ü ma e ielle Zwecke un e - schieden we den. Was Schä le auszeichne , is die Anwendung des O ga nisa ionsgedankens au säm liche gesellscha lichen E scheinungen. Seine Disposi ion is eilich nich eben glücklich. Neben dem Volksbewuß - sein wi d die O ganisa ion de Mach , de Technik, de Wi scha s- üh ung, de We bung, de Raum- und Zei behe schung behandel . Seine Un e scheidung de Fo men be üh sich in meh e en Punk en mi de unse en. Es sind manche lei uch ba e Gedanken, abe wie zumeis bei Schä le nich scha genug o mulie und da um nich ein- p ägsam. Es is auch de G und, wa um diese uch ba e Denke nu ge ingen Ein luß au Mi - und Nachwel ausgeüb ha . 2 Albe Schä le, Das gesellscha liche Sys em de menschlichen Wi - scha . 1873. 3 Albe Schä le, Ab iß de Soziologie, he ausgegeben on Ka l Büche . 1906, OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 135] Das Geheimnis de O ganisa ion 7 Bei ande en Soziologen, wie Ra zenho e und F e y e , inden wi den Gegens and nich einmal e wähn , on Wiese und E i s 1 e b ingen nu Übe sch i en dessen, was Schä le aus üh lich da ges ell ha . Auch Miille -Lye , de in seine „Zähmung de No nen" au sie eingeh 4, is wenig e ag eich. E denk an O ganisa ion de Wel und in e na ionale O ganisa ion wie Schiedsge ich , Bundespa lamen u. ä. So heb sich Schä le seh o eilha on seinen Nach olge n ab. Und da auch das „Handwö e buch de Soziologie"5 keinen Bei ag zu unse en P oblemen lie e , bleib Schä le on den Soziologen de ein- zige namha e Ve e e , de sich e ns ha und einsich s oll mi dem P oblem abgegeben ha . Es gib indessen ein heo e isches We k de Na ionalökonomie, das die O ganisa ion an he o agende S elle behandel und sie soga als ie en P oduk ions ak o neben Boden, A bei und Kapi al in den Vo - de g und ück . Es is Al ed Ma shall's „Handbuch de Volks- wi scha sleh e"6. E behandel da in: A bei s eilung und Spezialisa- ion, Konzen a ion de Indus ie, gewe bliche G oßbe iebe, o allem geschä liche Lei ung de Un e nehmungen. Die O ganisa ion ha nu ein einziges Ziel: nämlich die Leis ungs ähigkei im Gewe be zu e - höhen. Dem dienen nich schon die e einzel en P oduk ions ak o en, sonde n ge ade ih e Ve einigung zu eine g öße en Einhei , die sich dann wiede gliede . E schein diese Da s ellung des P oblems auch nich als aus eichend, so is doch Ma shall de einzige, ü den die O ga- nisa ion die Bedeu ung eines eigenen P oduk ions ak o s ha . Alle - dings denk e im wesen lichen p i a wi scha lich und kümme sich nich um Gesam o ganisa ion i gendwelche A . Man is abe seinem Beispiele nich ge olg . Sieh man sich die g oßen Hand- und Leh büche on Con ad, Philippo ich, Schmolle , Wagne , Ad. Webe da au - hin an, so behandeln sie un e dem S ichwo in de Haup sache nu die p i a en Ve bände, besonde s die A bei e o ganisa ionen, die schon B en ano als Gilden de Gegenwa bezeichne e. Aus üh lich e b ei e sich Philippo ich7 im 2. Abschni des 1. Bandes übe die O ganisa ion de Volkswi scha . Sie is ihm „dau- e nde Ve bindung de einzelnen Wi scha seinhei en zu eine höhe en O dnung". Dabei sind zu un e scheiden un e den Wi scha sp inzipien 4 Miille -Lye , Die Zähmung de No nen. 1. Teil. 1933. 5 Handwö e buch de Soziologie, he ausgegeben on Al ed Vie kand . 1931, e wähn nich einmal das S ichwo . 6 Al ed Ma schall, Handbuch de Volkswi scha sleh e, Deu sche Aus- gabe. 1905. 7 Eugen on Philippo ich, G und iß de poli ischen Ökonomie. I. Band, 1920, OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 8 F anz Eulenbu g [136 das e keh swi scha liche, das au eiem Ve ag be uh , und das gemeinwi scha liche, das on oben angewand wi d. Regelung, d. i. O ganisa ion, is dabei imme o handen, mag sie au F eihei , mag sie au Ob igkei und Sa zung be uhen. Fü Philippo ich bedeu e sie also eine Ein ich ung alle Wi scha übe haup . Dami ha e de Uni e sal- be ach ung den Weg geö ne . Eingehende behandel e dann die O ga- nisa ion de P oduk ion und des E we bs. Da un e e s eh e die Un e nehmungs o men (Einzelun e nehmung, A.-G., genossenscha - liche, ö en liche sowie g oße und kleine Un e nehmungen). Na ü lich we den die A bei e e bände nich e gessen. Aus üh lich e b ei e sich auch Gus a Schmolle 8 in seinem „G und iß de Volkswi scha sleh e" übe die „gesellscha liche Ve - assung de Volkswi scha ". Es is du chaus das, was wi mi unse em S ichwo meinen. Schmolle e s eh da un e einmal die daue nde Ve knüp ung on Pe sonen und Gü e n, un e denen e Familienwi - scha , Geschlech s e bände und Gebie skö pe scha en auseinande häl (auch Siedlungs- und Wohnweisen, gesellscha liche und wi scha liche A bei s eilung gehö en dazu), ande e sei s die zen alis ische O ganisa- ion g oße Gebie e de P oduk ion du ch Ka elle u. a. Eine kommu- nis ische O ganisa ion de Volkswi scha häl e ü unmöglich, da- gegen b ing e Ve s ändnis de o ganisa o ischen Bedeu ung de mode nen Technik en gegen. Zwei elsohne is Schmolle wei sich ige als seine Vo gänge und sieh das P oblem un e g oßen, um assenden Gesich spunk en. In diesem Zusammenhang wä e d eie We ke zu gedenken, die die O ganisa ion übe haup in den Mi elpunk eines wei ge aß en, gesell- scha lichen und wi scha lichen Sys emes s ellen. Zunächs Johann P 1 e n g e Fü ihn is O ganisa ion das P inzip de mode nen S aa s- wi scha übe haup , es muß da um un e g oßem Gesich spunk be- ach e we den. Abe Plenges Gedanke is P og amm geblieben. Übe eine Einlei ung, die e in d ei Vo ägen übe „Das Wesen de O gani- sa ion" niede geleg ha , is e nich hinausgekommen. „G undlagen de O ganisa ion" behandel das Buch on Rol E dmann10, das wesen lich eine P og ammsch i da s ell . O ganisa- ion is ihm de Inbeg i de Maßnahmen, die sich mi de ziels eben- den Regelung de Ve häl nisse on Mensch zu Mensch ode on Mensch zu Gegens änden be assen. Es we den jedoch nu die wi scha lichen O ganisa ionen ins Auge ge aß . Dabei kenn E dmann den Un e schied 8 Gus a S c h in o 1 1 e G und iß (1e allgemeinen A^olkswi scha sleh e. 1904. 9 J o h a n n P 1 e n g c . D ei Vo lesungen übe die allgemeine O ganisa ions- leh e. 1914. 10 Rol E (1 m a n n , G undlagen de O ganisa ionsleh e. 1921. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 143] Das Geheimnis de O ganisa ion 15 Beide Fo men bedingen einande ebenso wie Di e enzie ung und In- eg ie ung. 2. Inne halb jene Ka ego ien können wi wei e e Fo men un e - scheiden, die Ve schiedenhei des Au baues wie des Zweckes ein- schließen. Zunächs de Un e schied zwischen ho izon ale und e ikale O ganisa ion. Bei de ho izon alen we den Gliede de selben S u e gleichzei ig zusammenge aß ; das is bei dem Un e nehme e - band, de Innung wie de zen alen Ve wal ung gleichmäßig de Fall, de en einzelne Resso s koo dinie sind. Hie übe all bes eh ein gleich- zei iges Nebeneinande on Gliede n, die in ih e Ve einigung eine höhe e Einhei , ein neues Gebilde da s ellen. O ganisa ion kann abe auch e ikal au gebau sein. Das be- deu e eine sei s Un e o dnung de einzelnen Gebie e un e einande , ande e sei s Au s ieg on un en zu eine obe s en Spi ze. Hee und ka holische Ki che sind Beispiele e ikale Gliede ung: hie a chische O dnung, wobei die obe e S u e wohl meh Rech e, abe auch meh Au gaben und P lich en ha . De Un e schied be i den ganzen Au - bau des Gebildes selbs . Ho izon ale O ganisa ion is im allgemeinen eine genossenscha liche, eben Gleicho dnung und Gleichbe ech igung de Gliede , die e ikale dagegen eine he scha liche (au o i ä e). Sie be uh au Un e o dnung un e die nächs höhe e, au Übe o dnung übe die nächs un e e S u e. Rango dnung und Gleicho dnung sind kon adik o ische Gegensä ze. Mi glied eines Ve bandes, eines Aus- schusses do , un e geo dne es Glied eine hie a chischen O dnung hie . Ve ikale Gliede ung be uh au He scha . Ih Wesen mach Geho chen au de einen, Be ehlen au de ande en Sei e aus. Sie is übe all do zu inden, wo äuße e Mach und Gewal die Ano dnungen e en. Da um zue s im Hee , das no wendig eine s a e Zusammen- assung de K ä e b auch . Jede ö en liche O ganisa ion nimm he - scha liche Fo men an. Das besag eilich nich , daß äuße e Zwang allein schon genüg , um au die Daue den Zusammenhal zu siche n. Es müssen ielmeh inne e Billigung und Zus immung de Gliede , Ein- sich in die No wendigkei de Un e o dnung, o allem in die des Vo - gehens selbs sich dami e binden. Ohne diese es e inne liche Bindung häl sich He scha nich ode doch nu o übe gehend. Do , wo diese inne e Hal nich on o nhe ein gegeben is , wi d e such , ihn nach- äglich zu gewinnen — du ch Übe edung, P opaganda, Belohnung und Emp ehlung ode Heiligung, da Fu ch , Bes a ung, Ve emung allein diesen Ki nich zu geben e mögen. Wi haben dami schon an sich zwei wich ige Un e schiede be üh , die uns nachhe noch beschä - igen we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 16 K anz Eulen bü g [144 Umgekeh die ho izon ale, die au Gleichbe ech igung de Mi gliede be uh . Sie is im wesen lichen ein E zeugnis de neue en Zei . Das ganze ielges al e e Ve bandswesen be uh seinem Wesen nach au eiwilligem Zusammenschluß de Teilnehme . Zwa „ üh " eine Pe sönlichkei , abe es is eiwillige Un e o dnung, K ü w i 11 e nach dem Sp achgeb auch on Tönnies2. Im P i a ech is das Ve bands- wesen besonde s ausgebilde : Gleichhei de S ellung is Vo ausse zung, wenn Un e o dnung, dann eiwillige, wie die Fü s en im T ojanischen K iege sich dem Agamemnon un e o dnen ode wie im Minis e a de Äl es e den Vo si z üh und die ande en sich ihm un e o dnen. Das Kollegialsys em is eine seh e b ei e e Fo m diese O ganisa ion, das Leh e kollegium ein P o o yp da ü . Zu Au ech e hal ung de O d- nung kann die Spi ze gewisse Zwangsbe ugnisse e hal en. Ein solches ^G emium wi d übe all do be o zug , wo man die He scha ü ch e '*. Jemand wi d mi de Füh ung beau ag , ohne schon He scha sgewal auszuüben. Es s ell ech e O ganisa ion mi nach olgende Teilung de Funk ionen und Scha ung gleichgeo dne e O gane da . Ein meh glied- iges Di ek o ium is „kollegial14 o ganisie , die Sch i lei e eine Zei- ung p legen es gleich alls zu sein. Ein solches G emium kenn seh wohl ho izon ale A bei sgliede ung un e gleichgeo dne en Pe sonen, un e Ums änden wei gehende Ve zweigung e schiedene O gane. Das Ka - ell is ho izon al, de T us e ikal geo dne . 3. Schon bei den eben be ach e en A en sind wi de Un e schei- dung in he scha liche und genossenscha liche O ganisa ionen be- gegne . Bei ih e g undlegenden Wich igkei e weilen wi e was länge . A. Die he scha liche, au o i ä e Fo m an sich bilde das Hee , die äl es e und siche lich e b ei e s e4. Hie bes eh s amms e Un e o dnung, au Be ehl und Geho chen abges ell : scha e T ennung de Gliede , die auße o den lich wei geh — ganz scha Ge- meine und O izie sko ps ge enn , zwischen denen eilich Un e o i- zie e und Feldwebel sich einschieben. Schon im Al e um bilde e das Hee Mus e eines he scha lichen Au baus, dem die p o inzielle Ve - Fe dinand T ö n n i e s , Gemeinscha und Gesellscha . 6. Au lage. 1921. •S. 131 . F e d i n a n d T ö un i e s , Ein üh ung in die Soziologie. 1931. T. ha sieh meh - ach seh ene gisch um unse P oblem bemüh und es mannig ach be üh , ohne es di ek zu behandeln. 3 So ausgesp ochen im A hen de Solonischen Ve assung, wo de A chonl Epo- nymos den Vo si z üh e, de ßasileus die eligiöse Be euung, de Polema eh die An üh ung im K iege ha e, die Nomo he en die Aus üh ung de Gese ze übe - wach en. 4 Eine Übe sich übe die O ganisa ion de deu schen Weh mach , alle dings nu übe die mili ä ische Sei e, gib „Jah buch de Weh mach ". OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 145] Das Geheimnis de O ganisa ion 17 wal ung wie die ka holische Ki che spä e ge olg sind0. Dabei kann die Spi ze selbs ein kollegiales G emium bilden, das die einzelnen Mi - gliede als gleich be ach e . T ennung zwischen K iegshe und obe - s em Hee üh e is möglich, abe nich no wendig, wa es nich bei Cäsa ode F ied ich dem G oßen, nich bei den äl e en Völke n, son- de n is e s ein E zeugnis spä e e A bei s eilung. Ande e sei s sind die einzelnen Wa enga ungen einande koo dinie , auch die neu hin- zugekommenen de Ma ine, Lu wa e, Panze in ih en e schiedenen Fo mie ungen. S ehen de en Füh e in einem kollegialen G emium nebeneinande , so he sch sons s enge Subo dina ion. Ha doch ein mode nes Hee g öß e Mengen on O ganen nö ig — Wa en-, Beklei- dungs-, Ve p legungs-, Muni ions-, Nach ich en-, Ve keh säm e und iele ande e, de en eibungsloses Funk ionie en Bedingung is . Diese e schiedenen O gane we den hie a chisch einzelnen Diens s ellen un e geo dne und e geben e s in ih e Gesam hei die eigen liche Weh mach . Dadu ch scheide zwa Selbs ändigkei des einzelnen, abe auch Willkü aus. Diese O ganisa ion is ganz au S a gewal , Rück e - se zung, Deg adie ung, Auss oßung au gebau ; ande e sei s e mögen Be ö de ung, Auszeichnung, Eh ungen, Disziplin die na ü liche Au o i- ä zu e höhen. Das Hee wi d imme das Mus e eine s a au o i- ä en O ganisa ion sein. B. Ande s au gebau is die zwei e He scha so ganisa ion, die ka holische Ki che. Von de Spi ze du ch Ka dinalkollegium, E zbischö e, Bischö e, P äla en, Geis liche, Vika e geh die Rango d- nung hinab. Wie beim O izie ko ps is ein Au s eigen, wenn auch nich mi gleiche S e igkei du chge üh . Scha e T ennung de Geis lichen, die die Weihe emp angen haben, on de Laienwel is eilich Vo aus- se zung. Äuße e Zwang, de ühe du chaus o handen wa , kann da- gegen ehlen. Auss oßung aus de Ki che wi k au die Gläubigen als höchs e S a e, bedeu e sie doch den ki chlichen Tod. In ühe e Zei gesell en sich dazu Exkommunika ion, Bann, In e dik ü He sche , S äd e, S aa en. Abe auch die Todess a e ü Ande sgläubige wa Jah hunde e hindu ch im Schwang. E s mi dem Sinken des Mach - ansp uchs und Ein lusses de Ki che is hie in ein Wandel einge e en. Indessen is ü die Gläubigen de geis liche Zwang noch imme seh s a k. Den obe s en S ellen un e s eh eine Reihe on nach- und un e - geo dne en O ganen: A men-, Al e s-, Waisen-, K anken-, Kinde -, Schwes e n ü so ge, dazu Ki chenausschmückung, Wöchne innenheime, Jugend e eine us . Allen halben he sch hie Un e o dnung. De ein- Da übe g undlegend: Pus el de Co u langes, De an ike S aa , deu sch. 1907. Daß die Ve assung de ka holischen Ki che de ömischen nachgebilde is , wu de ö e s he o gehoben. Schmolle e Jah buch LXXII, 2 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 iä F anz Ëulenbu g [146 zelne Geis liche emp äng die Weisung on de obe en Ins anz, de e nich wide sp echen kann, es jeden alls auch inne lich nich u . Wie ein Zwei el an den Dogmen ausgeschlossen e schein , so ein Abweichen on de o gesch iebenen No m. Gleichwohl bes eh demok a isches Au - s eigen de Pe sonen, so daß de ein ache Vika in de Hie a chie die höchs en S ellen e hal en kann. An sich ein eigen ümliches Sys em he - scha liche O ganisa ion, au s eins e du chgea bei e , dabei gänzlich au Zus immung zu den ki chlichen Sa zungen be uhend. Kein Zwei el, daß u sp ünglich die Übe agung s aa lichen Zwanges au ki chliche O gane en scheidend mi gewi k ha , ja ohne diese sich die Mach de ka holischen Ki che ga nich du chgese z hä e6. Nachdem sie einmal s abilisie wa , bes eh die ki chliche O ganisa ion selbs ändig o . Sei de Spal ung ha die Inansp uchnahme s aa liche Mi el wesen lich nachgelassen. Die Mach de Ki che bleib au das Inne liche einges ell . Alles das gil nu inne halb de ömisch-ka holischen Ki che, nich abe ü die e angelische. C. Au ande e Weise komm das He scha sp inzip in de O ganisa- ion de Ve wal ung zu Gel ung. Auch sie be uh deu lich au Un e o dnung. Man sp ich on nachgeo dne en Ins anzen, die die on oben e olg en Anweisungen auszu üh en haben, z. T. in di ek e Nach- ahmung ömisch-ka holische Ein ich ungen. Wesen lich is die Ve - an wo lichkei . Sie wi d allein on de obe s en S elle ge agen: Minis e ium bzw. Gou e neu , in den P o inzen de Regie ungsp äsi- den , ü die S äd e de Obe bü ge meis e . Die ande en Ins anzen sind de en O gane. Du ch ih e Un e sch i agen sie alle dings eine Teil- e an wo ung (Kompe enz). Übe e ungen we den geahnde du ch S a e se zung, Suspension, o zei ige Pensionie ung, En lassung. De Beam encha ak e gib den Pe sonen inne en Hal und äuße e Hal ung. Die O ganisa ion wi d o eine seh e zweig e sein. Als Beispiel diene die Finanz e wal ung: Finanzminis e , S aa ssek e ä , Minis e- ialdi ek o , o agende Rä e, Finanz ä e, dazu Obe inanzäm e , die wiede in sich ge eil sind nach einzelnen S eue a en wie sons igen Einnahmen (S aa sbe iebe, Abgaben, S a gelde , Zölle); bei jedem Finanzam ein g oße S ab on Un e beam en, de en Au gaben im ein- zelnen es geleg sind. Dazu eine Menge on Sach e s ändigen, Re i- so en, Kassie e n, Rechnungs ä en bis zu den Sch eibgehil en he un e . Die Du ch üh ung eine solchen komplizie en, bis ins einzelne gehen- den O ganisa ion is ü das Funk ionie en des ganzen Finanzsys ems une läßlich. 6 Die Mi wi kung des S aa es in de Ausübung und Du chse zung de ki chlichen Au o i ä zeig sich deu lich in de äl es en Ki chengeschich e; dazu e wa A n e : Ki chengeschich e, I. Al e um, 1929. S. 67 , S. 98. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 147] Das Geheimnis de O ganisa ion Je komplizie e die Ve wal ung, je g öße de Au gabenk eis und das Gebie , das e aß we den soll, um so meh wi d die O ganisa ion ausgebau . So seh man sich ö e dagegen weh , so bleib doch eine wei e zweig e Ve wal ung, de en Ineinande g ei en e s das Funk io- nie en siche , ü einen g oßen Volkskö pe un e meidlich. Ums änd- lichkei , Sch eiba bei , Ve an wo ungslosigkei de einzelnen Gliede sind als „Bü ok a ismus" e sch ien. Jedes Glied schieb imme die nächs e Ins anz o , um nich selbs eine En scheidung zu e en. Bei de Ve mannig achung de Au gaben und dem Wachsen on Volk und Raum is sie indessen nich zu umgehen. Bü ok a isie ung mi nach- geo dne en Ins anzen, Un e o dnung, Ve an wo lichkei allein de Spi ze we den je länge je meh selbs e s ändlich7. D. Nun bleib eilich bü ok a ische Ve wal ung nich nu Domäne des S aa es, ielmeh is sie jedem g öße en O ganismus, jedem g ö- ße en Be iebe eigen. Auch eine p i a e Eisenbahngesellscha , ein p i a e Rüs ungsbe ieb muß im Inne n ineinande g ei ende O gani- sa ion au weisen. Zwischen Spi ze und un e en Gliede n schieb sich auch hie eine Menge on Zwischenins anzen ein. De Che e handel nu mi dem Ab eilungslei e , mi diesem z. T. sch i lich. Diese geben Au äge, Ano dnungen, Kundgebungen an die un e en S ellen wei e , bis auch hie wiede neue Ins anzen sich eins ellen und das Ganze eine bü ok a ische Ve wal ung wi d. Sie un e scheide sich nu du ch die kau männische Spi ze on de s aa lichen. Das pa ia chalische Ve häl - nis hö mi de Ve g öße ung dés Be iebes ebenso au wie die pe - sönliche Füh ung mi den einzelnen Gliede n. Mi G öße we den des Um anges, Zunahme de Appa a u und de sachlichen P oduk ions- mi el, also mi Du chse zung des kapi alis ischen Sek o s se z eine wei gehende O ganisa ion ein. Du chgliede ung und zweckmäßige An- o dnung de Teile we den une läßlich, um eibungslosen Ve lau zu e eichen. Eine meh ode wenige bü ok a ische Ve wal ung wi d nö ig. Wie oben he o gehoben, is de Beg i de O ganisa ion as eine Domäne de Be iebswi scha sleh e gewo den — nich nu du ch den Zusammenschluß p i a e Un e nehme zu Ve bänden, sonde n meh noch du ch die Ve bindung pe sönliche und sachliche Mi el inne halb des Be iebes selbs . Es e dien e me k zu we den, daß Adam Smi h sein be- ühm es Beispiel de S ecknadelhe s ellung de inne lichen Be iebs- o ganisa ion eine mi le en Fab ik en nommen ha . A bei s eilung be- deu e Teilung de Funk ionen inne halb eines Be iebes. Wie e zu- gib , we den in kleine en Be ieben die siebzehn e schiedenen Be- schä igungen zu He s ellung eine S ecknadel häu ig zusammenge aß , 7 F anz Eulen bü g, Allgemeine Volkswi scha spoli ik, 1938. 2* OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 20 F anz Éulenbu g [148 um an Pe sonal zu spa en. De ganze Taylo ismus se z O ganisa ion an S elle de Pe sönlichkei *. Diese Ein ich ung des Be iebes is eine he scha liche. Sie geh on de obe s en Lei ung aus, die Ano dnungen und Weisungen zu e en ha und an un e geo dne e O gane wei e - gib . Beginn doch die He scha schon mi Au b ingung des Be iebs- kapi als, de Ve wendung de P oduk ionsmi el und Rich ungsa de He s ellung, e mögen doch neue E indungen das eibungslose Funk- ionie en zu s ö en. Schnelle Anpassungs ähigkei wi d da um in hohem Maße e lang . Bes eh das Wesen de He scha in de Ve an wo - lichkei , so i das ge ade au den Un e nehme zu. Die „Kame ad- scha " mag g oß sein, um gedeihliches Zusammena bei en und Ve - auen zu Lei ung zu gewäh leis en, die Ve an wo ung kann nu de Un e nehme selbs agen, au dem auch das Risiko las e . Wo um handel es sich in diese be ieblichen O ganisa ion? Um zweckmäßige Teilung de Funk ionen. Ein Bank be ieh weis bei- spielsweise olgende Ab eilungen au 9: I. Di ek ion (Sek e a ia , A chi , Auskun ei, Ve wal ungs-, Pe sonal-, Rech s-, Re isionsab eilung), II. Obe buchhal e ei, III. Kon oko en -, IV. Ko espondenz-, V. Ve - keh sab eilung mi zehn Un e ab eilungen. Jede on diesen ha wiede - um wei e e O gane, so daß eine höchs komplizie e O ganisa ion sich he auss ell . Ande s ze äll in einem g oßen Indus ieun e - n e h m e n allein die kau männische Ab eilung in zahl eiche Un e ab ei- lungen — Einkau , Buch üh ung, Ve kau , Finanzen, Bescha ungs-, S eue -, Pe sonalab eilung, Lage hal ung, We bung, Kasse; e l. komm noch Schieds ich e und ähnliches hinzu; die Pe sonalab eilung sieh A bei sbescha ung besonde s de gele n en A bei e , Hil spe sonal, Leh lingswesen, Vo - und We kmeis e , Abg enzung ih e Kompe- enzen und ähnliches o . Ein P oduk ionsbe ieb10 is noch wei e ge- gliede : echnische und wissenscha liche Ab eilungen, Labo a o ien, He s ellungsme hoden, Ma e ialp ü ung. Mon age us . sind einzu- ich en. Dazu komm die Ve kau s ü so ge mi ih e daue nden We - bung. Das alles gip el in de e an wo ungs ollen Lei ung, de die einzelnen Gliede un e s ehen. 8 F ied ich . Co L, Wi scha und Tcchnik, G.il.S. 1. S.MI IT., S. 160. de diese Sei e ich ig he o heb . F i e d i c Ii L c i 11 e , Bankbe ieb und Bankgeschä e. 192"). F i e d i c h Lei nc , Die Kon olle, 1939, S. 22 . 10 Beispiel de Ab eilungen eines Indus iebe iebes: 1. Zeichenbü o. 2. Kau - männische Ab eilung, 3. Rohs o lage , 4. Ve b auchsah eilung, 5. We beablei ung. 6. Pe sonalab eilung, 7. Ve echnungsab eilung, 8. D ucksachen, 9. Fo men und En - wü e, 10. P oduk ionsmi el, IL Finanzab eilung, 12. P eiskalkula ion, 13. Lohn- bü o, 14. S eue ab eilung, 15. Soziale Fü so ge, 16. E neue ungsab eilung. 17. Kaäse. 18. Buch üh ung. 19. Ko espondenz, 20. echnische Ab eilung. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 149] Das Geheimnis de O ganisa ion 21 Wesen lich ü den Be ieb is die Ve bindung sachliche Mi el mi den A bei enden: e o de doch die Kombina ion on Sachkapi al und Pe soneng uppen daue nde Au me ksamkei . Nich minde die Ve - so gung de A bei e mi Be iebsmi eln wie schließlich die Finanzie- ung des Un e nehmens. Hie is wi klich wei ausg ei ende O ganisa- ion nach allen Rich ungen no wendig11. Le z hin bedeu e eben he scha liche O ganisa ion Zusammen- assen und Ineinande g ei en ge enn e Gliede zu eine höhe en Ein- hei , die ih e sei s wiede eine pa ielle ode o ale sein kann. Daß sie im Be iebe ausgesp ochen he scha liche Fo men annimm , e s eh sich nach dem o angehenden on selbs . E. Nach alledem e schein de Be eich de he scha lichen O gani- sa ion so wei gehend, daß da übe die genossenscha liche Fo m zu ück i . Das is jedoch mi nich en de Fall. Ih Wesen mach Gleicho dnung und Gleichbe ech igung de Teilnehme aus. Zunächs äll da un e das ganze p i a e Ve bandswesen übe haup . Genossen- scha en sind ih e adäqua e, seh e b ei e e Fo m. Sie können wi - scha liche Na u sein — Un e nehme -, Kapi al-, A bei nehme - Gewe kscha en), Handwe ke e bände, solche de Beam en, de kau - männischen und echnischen Anges ell en, neue dings auch de geis igen A bei e , die e s seh spä zu Ve bandsbildung gekommen sind, nich zu e gessen die Baue n e bände. Genossenscha liche Fo men können abe ebenso ideelle Zwecke e olgen; wie Wohl ä igkei s-, Gesangs-, Spo -, wissenscha liche Ve eine, die neue dings alle üppig ins K au geschossen sind. Zum Teil sind diese Ve bindungen seh locke e Na u und bilden nu einen kleinen Ausschni aus dem Leben des Indi iduums. Typus da ü sind die Konsumgenossenscha en, die Mi gliede nu seh schwach hal en und du ch jede zei igen Aus i ech schwankende A sind. Ande e sei s die Gewe kscha en, die e suchen, du ch besonde e Ein- ich ungen, wie K anken- und Beg äbniskasse, S ellennachweis, Fach- zei sch i , die Mi gliede s ä ke an sich zu esseln und auch in Zei en de K ise bei de S ange zu hal en. Aus de g oßen Ve schiedena igkei solche O ganisa ionen geh schon he o , daß sie sich imme nu au gewisse Bezi ke menschliche Tä igkei beziehen, daß da um das einzelne Indi iduum seh e schie- denen Ve bänden angehö en kann: be u lich zum Wi scha s e - band, pe sönlich zum Gesang e ein, Spo e ein, auße dem noch zu einem Wohl ä igkei s- und Spa e eiii, e l. zu Baugenossenscha , dazu Beg äbniskasse, e l. zu einem K iege e ein, mögliche weise eine eligiösen Gemeinscha und na ü lich eine poli ischen Pa ei, und die 11 Ca l B i n k m a n n . Um o mung de kapi alis ischen Gesellscha im G. i.S. JX 1, S. 10 ., sp ich on „O ganisa ion <le Finanzie ung", was ehl am Pla ze is . OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 22 F anz Eulenbu g [150 F au noch zu Konsumgenossenscha . Alle diese e schiedenen Ve - eine, Ve bände, Genossenscha en b auchen sich ga nich zu übe schnei- den. Be e en sie doch imme nu einzelne Teilbe ä igungen des Mannes. Unse Unglückliche wü de nich wenige als el O ganisa ionen angehö en und na ü lich ü jede einen Mi gliedsbei ag, wenn nich soga einen Teil seine Zei op e n müssen. De Be eich diese genossenscha lichen O ganisa ion is nich e - schöp ba , wie denn wi klich solche Ve bände auße o den lich üppig ins K au geschossen sind. Das Mu e land de „Ve einsmeie ei" au ge- nossenscha liche G undlage is jeden alls Deu schland. Einige Besonde hei en bleiben noch zu beach en. a) De Zusammenschluß e olg übe wiegend eiwillig. Is es doch cha ak e is isch ü die A bei e e bände, daß sie nu einen Teil, häu ig nich einmal den übe wiegenden, e assen. Das gleiche gil on den Un e nehme -, Gegensei igkei s-, Deich e bänden u. ä. Zweck- mäßige weise schließ sich die Meh zahl de Be o enen an, abe keines- alls is es Bedingung. Jede zei ige Aus i aus dem Ve bände is möglich; dami e lisch Bindung und P lich enk eis. Viel ach bedeu e das Vo zug und S ä ke: ge ade du ch die F eiwilligkei e langen diese Ve bände g öße e Anpassungs ähigkei an e ände e Ve häl nisse. Ein eies Ka ell wi d neuen Bindungen und Umges al ungen leich e ge- ech we den als eine Zwangso ganisa ion. Nach eil und Schwäche sind es, daß die Ou side s die Wi ksamkei eines Ve bandes ma se zen können. Bei einzelnen Ka ellen is es wiede hol de Fall gewesen. b) Ein Ums and komm diesen Genossenscha en zus a en, um ihnen einen g öße en Ein luß zu gewäh leis en. Das geschieh dadu ch, daß sie eine „K ö pe scha des ö en lichen Rech es" we den, also Rech s ähigkei e langen. In ielen Fällen e s eben es die Ve bände, weil eine gewisse Zwangsgewal z. B. hinsich lich de Mi - gliedsbei äge, Ausschluß unbequeme Teilnehme , Au e en nach außen, Ve bands ähigkei du ch den Vo si zenden e wünsch sind. T o z E langen ö en lichen Cha ak e s bleib die Fo m gekü e Genossen- scha en du chaus gewah . c) Besonde s e wähnenswe sind die Gesellscha en, bei denen ein Ve mögen mi he einspiel — also A.G., Kommandi gesellscha , Lebens e siche ung au Gegensei igkei , abe auch Ka elle und Syn- dika e. Sie schü zen und e e en in ganz e schiedene Weise das In e esse des Kapi als, d. h. die hin e ihm s ehenden Ve mögens- besi ze . Es wä e da um zweckmäßig, sie als „Ve mögensgesellscha en au genossenscha liche Basis" odei als „Ve mögensgenossenscha en" zu bezeichnen. Bis zu einem gewissen G ade gehö en die We k-, Deich-, Absa zgenossenscha en in diese Reihe. Hie handel es sich allemal um OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 151] Das Geheimnis de O ganisa ion 23 Ve mögenswe e, die du ch Zusammenschluß die gemeinsamen In e - essen besse wah zunehmen e mögen. Die Gese zgebung ha ihnen übe all besonde e Au me ksamkei zu eil we den lassen und ihnen die Fo m ih es Zusammenhal ens im einzelnen o gesch ieben. Um ein Le z es noch zu e wähnen, so möch en wi die O ganisa ion de e angelischen Ki che nich übe gehen. Auch sie kenn Un e eilung und Gliede ung nach einzelnen Au gaben: A men ü so ge, Missionswesen, Finanzausschuß, Ki chenmusik, Un e ich , Jungmänne - bünde, El e nbei ä e, e l. K ankenans al en, Schwes e nausbildung u. a. m. Diese Gliede ungen sind seh iel locke e und leich e au lös- ba als in de ka holischen Ki che. Sie en beh en des Hal es eine übe - geo dne en Hie a chie, abe sie s ellen doch eine um assende O gani- sa ion an sich da . Übe blick man die Scha diese genossenscha lichen Bildungen, so sind sie im einzelnen zwa nich so espek abel und du chschlagend wie die he scha liche, wohl abe allen sie nich nu zahlenmäßig, sonde n auch in ih e Gesam wi kung e heblich genug ins Gewich . Die beiden G und o men, he scha liche und genossenscha liche, haben im Lau e de Geschich e mannig ach gewechsel . Im al en G ie- chenland s anden die Ve assung Spa as au de einen, die A hens au de ande en Sei e sich diame al gegenübe . Rom wa ganz au dem he scha lichen Typus au gebau . Ihm olg e die ömische Ki che des Mi elal e s, die im G unde eine Fo se zung Roms mi ande en Zielen da s ell . Jedoch ha das Mi elal e auch die eie genossenscha liche Fo m mannig ach ausgebilde , wie das G i e k e besonde s au schluß- eich da ges ell ha 12. Das Zei al e des Absolu ismus wa wiede en - gegengese z ge ich e : K ieg üh ung wie Ob igkei ss aa be uh en au Geho sam, auch in den Einzelhei en de Ve wal ung wu de das he - scha liche P inzip du chge üh — in de Jus iz, im Schulwesen, im Ki chen egimen . Dann sei Beginn des neunzehn en Jah hunde s Vo - d ingen des Genossenscha sgedankens. Au F eihei be uhend, schu es die mannig achs en Ve bände und allen halben blühende O ganisa ionen. Es is die Zei des Libe alismus, neben dem nu Hee es e assung und Ve wal ung die He scha s o men beibehiel en. Mi dem Au kommen de „Masse", dem Du chse zen des G oßbe iebes ha on neuem das He scha ssys em meh und meh an Ausdehnung und Bedeu ung ge- wonnen. Es schein in de jüngs en En wicklung die ypische Fo m de O ganisa ion we den zu sollen, nich nu au wi scha lichem Gebie , sonde n auch sons . 4. An de Spi ze alle E ö e ungen müß e eine Auseinande - se zung übe na ü liche (u sp üngliche) und küns liche 12 Q o . Gie ke, Deu sches Genossenscha s ech , 1868/81. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 24 F anz Eulenbu g [152 O ganisa ion s ehen, die du ch unse e o läu ige Beg i sbes im- mung ausgeschlossen e schein . Wenn O ganisa ion au zweckbewuß em Handeln be uh , Zusammenschlüsse ge enn e Gliede in alle Regel bewuß o genommen we den und wi sie auch so e leben, so dü en auße halb dieses Zweckzusammenhanges ga keine O ganisa ionen en - s ehen. Dem is abe nich so. Vielmeh gib es on An ang an Fo men, die bes imm e Au gaben e üllen, ohne du ch bewuß e Zweckse zung und Willenshandlungen gescha en zu sein, sonde n die du chaus im Unbewuß en o sich gehen1 A. Es sind zunächs O ganisa ionen, die au na ü liche Gliede ung i gendwelche Gemeinscha en be uhen. Dahin gehö en in e s e Linie solche de Al e s- und Geschlech sun e schiede, de Blu s-und amiliä en Ve wand scha , abe auch de Ve bundenhei des äumlichen Wohnens. Sie alle sind au och on en s anden und können o zdem ode ge ade deswegen in einen Zwcckzusammenhang ges ell we den. Sind es doch mi die äl es en Fo men, die noch bis in die Gegenwa hinein agen, un e Ums änden sich soga neu bilden. Dazu gehö en: a) F a m i 1 i e n e b ä n d e , in denen de Äl es e an de Spi ze s eh und übe ein s a liches Ge olge abhängige Pe sonen e ügen kann. Bäue liche G oß amilien, wie die südslawische Zad uga, sind e schiedene Namen ü gleiche He kun , b) Al e sklassen, die sich allen halben zusammenschließen und sich gegeneinande ab- heben. S c h u z ha in ihnen die u sp ünglich e b ei e s e Fo m on Gesellscha sbildung übe haup en deck , c) M ä n n e b ii n d e , die on o nhe ein du ch das Geschlech bes imm sind, o nehmlich als K iege -, abe auch als Geselligkei sbünde häu ig au e en und in alle p imi i en Gesellscha eine g oße Rolle spielen, d) Sippen, die au Blu s e wand scha be uhen und dadu ch mi de Familie zusammen- hängen; die Gen il e assung s ell wohl eine de äl es en Fo men s aa - liche Bildung da . Im al en Rom wa sie o he schend, wie schon die 1:1 Die gauze P oblema ik des „Unbewuß en" e dien e eine e neu e Du li- d ingung, und zwa on den e schiedens en Seilen. Be ei s II e b a ha e e - kann , daß es g oße Be eiche psychische Tä igkei en gib , die sich „un e halb de Schwelle des Bewuß seins" abspielen, ohne unmi elba im Bewuß seiiis eld zum Aus- d uck zu gelangen. Sei dem Edua d . H a l m a n n mi seinem Jugendwe k „Philosophie des Unbewuß en" aus dem Jah e 186-1 den Mu and, hie eine B eschc zu schlagen, sind meh als zwei Menschenal e e gangen. Und seh iel is au den e schiedens en Gebie en ans Tageslich ge e en, was in diesen P oblemk cis gehö . Besonde s ha die Psyclio-Analyse manche lei En deckungen gemach . Eine zusammen- assende Da s ellung ehl indessen. Das Büchlein on He be z, »Die Psycho- logie des Unbewuß en", is unzu eichend. Jung und F eud handeln na ü lich aus- üh lich da übe , abe doch nu un e seh bes imm en, einsei igen Gesich spunk en. Sein Be eich geh jedoch iel wei e , wie ge ade die olgenden Aus üh ungen zeigen we den. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 159] Das Geheimnis de O ganisa ion 31 s eh daneben das pe sönliche A bei sam , das zu Annahme de S elle seine Zus immung geben muß, abe keineswegs die gesam e A bei s- bescha ung e mi el , sonde n das haup sächlich de eien We bung übe läß . Sonach bes eh eine Mannig al igkei de Ges al ungen wie de In e essen. Sie is in de Komplizie hei des wi scha lichen wie sozialen Lebens beg ünde . Eine du cho ganisie e Wi scha , die be- sonde s im K iege o wä sges oßen wi d, bedeu e noch keine be u s- s ändische o ale O ganisa ion. So o diese Gedanke eine zen alen du cho ganisie en Lei ung au ge e en is und so leich sich die Fo mu- lie ung au dem Papie ausnimm , so schwie ig is ih e Ve wi klichung. 7. Zwei Gegensä ze we den endlich ü die F age de wi scha - lichen O ganisa ion on Bedeu ung, die wi an i he isch als p i a - und gemeinwi scha lich gegenübe s ellen. Un e nehme e - eine, p i a e Ve bände de A bei e , Landwi e, K edi nehme u. a. gehö en ganz zu den e s e en. Sie als „kapi alis ische" zu bezeichnen, schein ehl am Pla ze23. Sind doch auch A bei e o ganisa ionen als p i a wi scha liche zu kennzeichnen, da ih Zusammenschluß zum eigenen Vo eil e s eb wi d. „Kapi alis isch" wä en ielmeh nu solche de Un e nehme , de AG., Ka elle u. ä. Ande e sind du chaus an ikapi alis isch und nehmen ö e ge ade aus diesem Gegensa z ih en U sp ung. So sind die landwi scha lichen Genossenscha en, die Ve - bindungen de Handwe ke , abe auch de Anges ell en du chaus an i- kapi alis isch einges ell . Dabei bleib es ich ig, wie Somba he - o heb , daß neben dem E obe e und Händle ge ade de Un e nehme als O ganisa o sich he o heb . Daß e es e mag, mach seine S ä ke und Eigena aus. Es bilde wohl den äuße en Anlaß, wa um M a s h a 11 die O ganisa ion als eigenen P oduk ions ak o glaub hins ellen zu können. Üb igens echne e auch Mä k e und Bö sen dazu, im Gegen- sa z zum „uno ganisie en Kau ", wie e wa dem ü Ziegel, de en Ab- sa z au nächs e Nachba scha besch änk is . Ihnen allen s eh die gemeinwi scha liche O ganisa ion gegenübe . Ih is E we bscha ak e zunächs emd, e olg sie doch ande e Zwecke. Da sie on eine Gesam hei — S aa , Gemeinde, Ge- bie skö pe scha — ge agen wi d, be uh sie übe wiegend au Zwang. Alle on oben einge ich e en O ganisa ionen de Kamme n, Ve wal- ungsbezi ke, Be u ss ände, gehen om gemeinwi scha lichen P inzip aus und haben z. T. e wal ungsmäßige Funk ionen. Hee , Pos , Ki che, Ve keh , Un e ich , Gesundhei swesen wiei so iele ande e gehö en dazu. Sie sind nich au wi scha lichen E we b einges ell , sonde n haben es z. T. mi imma e iellen Dingen zu un. Adolph Wagne 23 Ca l B inkmann, Um o mung de Gesellscha , G.d.S. IX 1. OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 32 F anz Eülenbu jz [160 sp ich hie on dem „gemeinwi scha lichen P inzip", das e dem „p i a wi scha lichen P inzip" de Ma k wi scha und dem au dem G undsa z de eien Widmung und S i ung be uhenden „ka i a i en P inzip" gegenübe s ell . Inne halb des gemeinwi scha lichen Sys ems is wiede zwischen eien Gemeinwi scha en und Zwangsgemeinwi - scha en zu un e scheiden. Diese decken sich im wesen lichen mi den O ganisa ionen de poli ischen Gebie skö pe scha en. 8. Dami häng ein le z es Momen zusammen, nämlich das de eien und gelenk en O ganisa ion. Wiede hol is au den wesen - lichen Un e schied hingewiesen wo den, de aus de En s ehung sich e gab: ob sie eiwillig on den Be eilig en selbs zus ande geb ach ode ob sie on oben e üg und einge ich e we den. Mi ih e En s ehung häng ih wei e es Ve hal en zusammen. Die einen we den aus eie En schließung und du ch selbs gescha ene Sa zung meh ode wenige locke , zuweilen auch meh ode wenige es ge üh . Die ande en e - hal en nich nu ih e Di ek i en on oben, sonde n we den in ih em ganzen Tun meh ode wenige gelenk . Auch le z e e bleiben dabei O gane de Selbs e wal ung. Abe es is e was ande es, ob sie nu sich selbs e an wo lich sind ode ob sie dem Minis e ium bzw. eine ande en Ins anz die Ve an wo ung übe lassen. Die olls ändigen, o alen, unau lösba en, he scha lichen O ganisa ionen gehö en übe - wiegend zu den gelenk en — die genossenscha lichen, pa iellen, un olls ändigen, au lösba en, p i a en übe wiegend zu den eie n. Die Un e schiede sind seh wei gehend. Die „gelenk en O ganisa- ionen" sind zumeis O gane des S aa es. Das gil on den poli ischen, noch meh on den wi scha lichen Ve bänden. Fö de ung de P o- duk ion, Zulassung, P eise, Rechnungslegung, zuweilen auch Absa z, we den o gesch ieben und bes imm . O gib die A de s eue lichen Belas ung die Handhabe zu dem Vo gehen, zuweilen auch die gese z- liche Abg enzung de Tä igkei en oneinande ode die Übe agung bes imm e Au gaben. Die K iegswi scha alle Lände is oll on solchen aus üh enden O ganen s aa liche Tä igkei . Es können auch bes ehenden eien Ve einen bes imm e Au gaben übe agen we den, so den Gewe kscha en die A bei slosenun e s ü zung nach dem Gen e Sys em ode dem Bühnen e ein die Un e s ü zung seine Mi gliede u. ä. Ode es kann an o handene angeknüp we den, indem ihnen ein wei e e Au gabenk eis zugewiesen wi d. So dem Kali- und Kohlen- syndika die Regelung des Absa zes, also auch des P oduk ionskon in- gen es. Ode es we den auch O ganisa ionen neu gescha en wie die aschis ischen Syndika e. Gemeinsam is ihnen allen die Übe agung bes imm e P lich en und Au gaben, die on außen bes imm we den — eben „gelenk e O ganisa ion". OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18 161] Das Geheimnis de O ganisa ion 33 Die neue e En wicklung geh häu ig den Weg, bes ehenden Selbs - e wal ungskö pe n ö en liche Au gaben zu übe weisen. Das is im K iege besonde s häu ig, abe auch im no malen Ve lau de En wick- lung kann diese Rich ung sich du chse zen. In Deu schland wa en die „Reichs e einigungen" diese A 24 — so ha e die RV-Eisen olgende gemeinwi scha liche Funk ionen: 1. Rohs o e zeugung, 2. Fö de ung echnische Ve ah en, 3. Zu eilung de Roh- und Hil ss o e, 4. Rege- lung des Ma k es, 5. P eisges al ung, 6. Au agslenkung, 7. Ene gie e - b auch, 8. In e essenausgleich, 9. Übe wachung. Es können noch hinzu- kommen: Lohn egulie ung, Leh lingsausbildung, Außenhandels agen und iele ande e. Es gewinn du chaus den Anschein, als wenn in de neue en Zei die Lenkung au Kos en de eien En wicklung in allen Lände n zu- nehmen wi d. Audi England und die USA scheinen keine Ausnahme zu machen. An sich is es nich nö ig, alle au e enden A en on O ganisa- ion in die an i he ische Fo m zu b ingen. Sie s ellen Ideal älle da , die „ ein" sel en o kommen; es inden sich allen halben Übe gänge und Misch o men, die bald meh nach de einen, bald meh nach de ande en Sei e sich neigen. Die Gegenübe s ellung bleib indessen ein e wünsch es Hil smi el de E kenn nis. Die hie o ge üh en und in ih e Bedeu ung gewü dig en Fo men dü en ziemlich e schöp end die g oße Mannig al igkei , in de übe haup O ganisa ionen au e en, ge- zeig haben. 24 Dazu leh eich die Sa zung de „RV Eisen". F ank u e Zei ung om 15. Mai 1943. Schmolle s Jah buch LXXII, 2 3 OPEN ACCESS | Licensed unde CC BY 4.0 | h ps://c ea i ecommons.o g/abou /cclicenses/ DOI h ps://doi.o g/10.3790/schm.72.2.1 | Gene a ed on 2023-04-04 11:07:18