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Kompass. Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025. Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI. Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland

Cousseran, Laura,Lauber, Achim,Brüggen, Niels,Sūna, Laura,Bogen, Cornelia

Abstract

München : kopaed 2025, 80 S. Pädagogische Teildisziplin: Empirische Bildungsforschung; Medienpädagogik; als elektronischer Volltext verfügbar

Full text

Cousseran, Laura; Lauber, Achim; Brüggen, Niels; Sūna, Laura; Bogen, Cornelia Kompass. Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025. Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI. Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland München : kopaed 2025, 80 S. Quellenangabe/ Reference: Cousseran, Laura; Lauber, Achim; Brüggen, Niels; Sūna, Laura; Bogen, Cornelia: Kompass. Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025. Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI. Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland. München : kopaed 2025, 80 S. - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-343603 - DOI: 10.25656/01:34360 https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-pedocs-343603 https://doi.org/10.25656/01:34360 Nutzungsbedingungen Terms of use Dieses Dokument steht unter folgender Creative Commons-Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de - Sie dürfen das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, solange Sie den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen und das Werk bzw. diesen Inhalt nicht bearbeiten, abwandeln oder in anderer Weise verändern. This document is published under following Creative Commons-License: http://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.en - You may copy, distribute and transmit, adapt or exhibit the work in the public as long as you attribute the work in the manner specified by the author or licensor. You are not allowed to alter or transform this work or its contents at all. Mit der Verwendung dieses Dokuments erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an. By using this particular document, you accept the above-stated conditions of use. Kontakt / Contact: peDOCS DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation Informationszentrum (IZ) Bildung E-Mail: [email protected] Internet: www.pedocs.de Laura Cousseran, Achim Lauber, Niels Brüggen, Laura Sūna, Cornelia Bogen Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland Laura Cousseran, Achim Lauber, Niels Brüggen, Laura Sūna, Cornelia Bogen Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland kopaed Laura Cousseran, Achim Lauber, Niels Brüggen, Laura Sūna, Cornelia Bogen Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI Bericht zur dritten Repräsentativbefragung des Verbundprojekts Digitales Deutschland Impressum Zitationsvorschlag: Cousseran, Laura/Lauber, Achim/Brüggen, Niels/Sūna, Laura/Bogen, Cornelia (2025). Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025. Einstellungen, Handeln und Kompetenzentwicklung im Kontext von KI. Herausgegeben vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. München: kopaed. Inhaltliche Verantwortung: JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis Rechtsträger: JFF – Jugend Film Fernsehen e. V. Arnulfstr. 205 80634 München Telefon: +49 89 689890 E-Mail: [email protected] Vertretungsberechtigte: Prof. Dr. Birgit Dorner (Vorsitzende des Vorstands), Kathrin Demmler (Direktorin) Erstellt im Rahmen des Projekts: „Digitales Deutschland | Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung“, einem Verbundprojekt des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis zusammen mit einem Team um Prof. Dr. Anja Hartung-Griemberg (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg – Abteilung Kulturund Medienbildung) sowie einem Team um Prof. Dr. Dagmar Hoffmann (Universität Siegen – Forschungsbereich Medien und Kommunikation/Gender Media Studies). Förderhinweis: Das Projekt „Digitales Deutschland | Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung“ (Förderkennzeichen 3020206004) wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Zeitraum 01/2025 bis 12/2025 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen. Autor*innen: Dr. Cornelia Bogen, Dr. Niels Brüggen, Laura Cousseran, Achim Lauber, Dr. Laura Sūna Die Autor*innen danken für ihre Mitarbeit bei Auswertungen und der Verschriftlichung der Ergebnisse: Ela Mijic, Jasper Schaer (JFF) sowie Dr. Felix Bader und Janika Gabriel (Berliner Institut für Sozialforschung) bei der Vorbereitung und Durchführung der Erhebung: Petra Kombert und Katharina Thiel (GIM Gesellschaft für innovative Marktforschung) bei der inhaltlichen Konzeption des Berichts: Prof. Dr. Anja Hartung-Griemberg, Prof. Dr. Dagmar Hoffmann, Kerstin Heinemann und Kathrin Demmler Projektleitung: Dr. Niels Brüggen, Kathrin Demmler Lektorat: kopaed © kopaed (München); www.kopaed.de Druck: docupoint, Barleben ISBN: 978-3-96848-788-5 DOI: 10.25656/01:34360 5 1. Zentrale Ergebnisse 9 KI ist in der Gesellschaft angekommen 10 KI ist Chance und Risiko zugleich 10 Worin KI steckt, scheinen viele nicht zu wissen 10 Unterstützungsbedarfe bleiben bestehen 10 Learning by Doing – eine beliebte Strategie 11 Den Weg zur Kompetenzentwicklung ebnen 11 2. Einführung und zentrale Begriffe 13 Künstliche Intelligenz ist heute omnipräsent 13 Digitalkompetenz – ein Sammelbegriff 14 3. Methodische Anlage und Umsetzung 17 Stichprobe und Durchführung der Studie 17 Wie die Daten ausgewertet wurden 18 Zur Einordnung der Ergebnisse 19 4. Einstellungen zu Künstlicher Intelligenz 21 Vorstellungen von KI wandeln sich 21 Bedenkenloses Vertrauen in KI ist selten 21 KI ist Chance und Risiko zugleich 23 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 24 5. Assoziationen zu und Wissen über Künstliche Intelligenz 25 Vages Wissen zu KI überwiegt 25 Was verinnerlicht wurde: die Rolle von Menschen und Daten bei KI 26 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 29 6. Handeln mit KI-Systemen 31 Gern genutzt: generative KI 31 (Kreatives) Prompten: Viele sind dazu in der Lage 31 Immer noch herausfordernd: Risiken von KI erkennen 31 Datenschutz stellt wachsende Herausforderungen dar 32 Unterschiedliche Relevanzeinschätzung für Risiken, Datenschutz und Kreativität 32 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 33 7. Kompetenzen für ein souveränes Leben in der digital vernetzten Welt 35 Selbstund Relevanzeinschätzung nahezu unverändert 35 Technische Versiertheit: essenziell und zugleich herausfordernd 35 Recherchieren: für viele eine leichte Aufgabe 40 Respekt und Vertrauenswürdigkeit sind vielen ein Anliegen 41 Kreativität erhält geringe Wertschätzung 42 Unterschiedliche Meinungen zum Thema Wohlbefinden und Medien 43 Inhalt 6 Datenschutz gilt nach wie vor als hohes Gut 44 Kompetenzen erlernen ist eine Aufgabe fürs Leben 47 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 48 8. Wege der Kompetenz entwicklung 49 Zum Stellenwert der beruflichen Bildung für die Medienkompetenzentwicklung 49 Unterschiede beim Kompetenzerwerb im Lebensverlauf 50 Bildung, Geschlecht und beruflicher Hintergrund moderieren Bildungs zugänge 51 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 51 9. Unterstützungswünsche beim Thema digitale Medien 53 Nicht wollen, können, müssen – Nichtund Wenignutzende 53 Explizit benannte Unterstützungsbedarfe im Umgang mit digitalen Medien 54 Gesellschaftliche Herausforderungen: Rahmenbedingungen des Kompetenz erwerbs 54 Kritik an der digitalen Transformation hat zugenommen 55 Zukunftsmusik: Welche Unterstützung für wen? 56 Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick 56 10. Diskussion von Handlungs perspektiven 57 Den Mehrwert digitaler und KI-basierter Technologien erlebbar machen 58 Neue KI-Entwicklungen für die zielgruppenspezifische pädagogische Arbeit aufbereiten 58 Leerstellen bei den Orten des Kompetenzerwerbs schließen und Potenziale nutzen 59 Monitoring der Kompetenzförderung – für die Weiterentwicklung ist der Fokus auf die Bildungsangebote zu richten 60 Datenschutz und Datenverarbeitung durch KI erfordert Kompetenzförderung und mehr 60 Digitalkompetenz muss generationenübergreifend qualitativ und quantitativ erforscht werden 62 Literaturverzeichnis 63 Anhang 67 Anhang A 67 Anhang B – Struktur des Fragebogens 2025 72 7 Abbildung 1: Überblick über Kompetenzbegriffe (vgl. Brüggen & Sūna 2023) 14 Abbildung 2: Kompetenzdimensionen (Pfaff-Rüdiger et al. 2025) 15 Abbildung 3: Einstellungen zu KI 22 Abbildung 4: KI als Chance oder Risiko 23 Abbildung 5: KI als persönliche Chance und/oder Risiko; Unterschiede zwischen Männern und Frauen 24 Abbildung 6: KI als gesellschaftliche Chance und/oder Risiko; Unterschiede zwischen Männern und Frauen 24 Abbildung 7: Selbsteinschätzung als KI-Expert*in 25 Abbildung 8: Selbsteinschätzung als KI-Expert*in nach Alter 26 Abbildung 9: Selbsteinschätzung als KI-Expert*in nach formaler Bildung 26 Abbildung 10: Selbsteinschätzung bezüglich spezifischer Wissensfragen zu KI 27 Abbildung 11: Selbsteinschätzung bezüglich spezifischer Wissensfragen zu KI zwischen Frauen und Männern 28 Abbildung 12: Selbsteinschätzung bezüglich spezifischer Wissensfragen zu KI nach Alter 28 Abbildung 13: Selbsteinschätzung bezüglich spezifischer Wissensfragen zu KI nach Berufsgruppen 29 Abbildung 14: Selbsteinschätzung der KI-Kompetenz nach formaler Bildung 32 Abbildung 15: Selbsteinschätzung der KI-Kompetenz vs. Wichtigkeit der KI-Kompetenz 33 Abbildung 16: Selbsteinschätzung und Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz 36 Abbildung 17: Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (12 bis 49 Jahre) 36 Abbildung 18: Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50 Jahre) 37 Abbildung 19: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (12 bis 49 Jahre) 37 Abbildung 20: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50 Jahre) 38 Abbildung 21: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach formaler Bildung 38 Abbildung 22: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Geschlecht 39 Abbildung 23: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Berufsfeldern 40 Abbildung 24: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz 45 Abbildung 25: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach Alter 45 Abbildung 26: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach formaler Bildung 46 Abbildung 27: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach Geschlecht 46 Abbildung 28: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach Berufsgruppe 47 Abbildung 29: Multivariate Ergebnisse zu Medienund Digitalkompetenz 47 Abbildung 30: Nutzung digitaler Anwendungen und Dienste 48 Abbildung 31: Orte des Kompetenzerwerbs 49 Abbildung 32: Kompetenzerwerb nach Alter 50 Abbildung 33: Unterstützungsbedarfe mit Blick auf Lerninhalte 54 Abbildung 34: Unterstützungsbedarfe mit Blick auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen 55 Abbildung 35: Dimensionen der KI-bezogenen Kompetenz (Pfaff-Rüdiger et al. 2025) 61 Abbildungen 14 soziale Verantwortung oder Diskriminierungspotenziale denkt (Sūna & Hoffmann 2021). Aufmerksamkeit erhält im öffentlichen Diskurs aktuell vor allem die generative KI. Damit sind Anwendungen gemeint, die auf der Basis einer Eingabe (auch „Prompt“ genannt) Inhalte erstellen können. Das reicht von Texten über Audios und Bilder bis hin zu Videos. Da für das Prompten kein besonderes Fachwissen nötig ist, ist die Nutzung solcher Anwendungen vergleichsweise niedrigschwellig. Generative KI ist zwar nichts grundlegend Neues. Allerdings hat sich ihre Funktionalität und Anwendbarkeit in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das hat dazu beigetragen, dass sie heute weithin bekannt ist (Strauß 2024, S. 20-21). In dieser Studie liegt ein besonderer Fokus auf kommunikativer KI. Dieser Begriff bezeichnet verschiedene Formen der Automatisierung, die auf Kommunikation abzielen, in digitale Infrastrukturen eingebettet sind und sich in der Verschränkung mit menschlichen Praktiken konstituieren, z. B. Sprachassistenzsysteme, die Befehle entgegennehmen, Social Bots, die Debatten beeinflussen, und Maschinen, die Texte generieren (Hepp et al. 2022). KI ist nicht zwingend Teil aller digitalen Medien und Systeme. Jedoch haben Menschen über digitale Medien und Systeme Berührungspunkte mit KI, zum Beispiel in Form algorithmischer Empfehlungssysteme. Diese sind Teil zahlreicher Social-Media-Anwendungen und auch in andere Dienste integriert, wie etwa in Streaming-Angebote oder in Suchmaschinen (Schober et al. 2022, S. 11–15). Digitalkompetenz– ein Sammelbegriff Generell sind Kompetenzen „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösung in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ (Weinert 2003, zit. nach Digitales Deutschland 2021, S. 3). Während der Begriff „Kompetenz“ damit relativ klar definiert ist, wird es bei der Definition von „Digitalkompetenz“ schwieriger. Denn es gibt eine ganze Reihe ähnlicher Begriffe und damit verbundener Definitionen (zum Beispiel Medienkompetenz, Datenkompetenz und spezielle KI-bezogene Kompetenzen). Mit diesen unterschiedlichen Begriffen werden verschiedene Akzente gesetzt. Systematisierend lassen sie sich folgendermaßen zueinander in Bezug setzen (s. Abb. 1). Digitalkompetenz ist eine Klammer für verschiedene Kompetenzbegriffe, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Medienkompetenz bezieht sich immer auf mediale Phänomene, z. B. Bilder, Videos etc., und darauf, wie diese über Plattformen zugänglich werden und wie Menschen damit in ihrem Alltag umgehen. Sie rückt Phänomene im Medienbereich in den Mittelpunkt, die durch die Digitalisierung und die Verwendung von Daten geprägt sind. Bei Datenkompetenz stehen Fragen nach der Erfassung, Verarbeitung und Ausgabe von Daten im Fokus. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine Überschneidung beider Begriffe. Allerdings kann sich Datenkompetenz auch auf digitale, aber nicht-mediale Phänomene beziehen. Als Beispiel: die digitale Steuerung von Rollläden im Smart Home. Bei Abbildung 1: Überblick über Kompetenzbegriffe (vgl. Brüggen & Sūna 2023) 15 Kompetenzen in Bezug auf KI steht nicht nur die Verarbeitung von Daten durch KI-Systeme im Fokus, sondern vor allem, wie diese Entscheidungen fällen (Brüggen & Sūna 2023). Im Projekt Digitales Deutschland wird der Kompetenzbegriff weit gefasst. Das Projekt nimmt alle Kompetenzen in den Blick, die für ein souveränes Leben angesichts des fortschreitenden digitalen Wandels als notwendig erachtet werden. Die Frage nach Kompetenzen stellt sich bei der Betrachtung von KI auf besondere Weise, weil Menschen im Umgang mit KI erstmalig damit konfrontiert sind, ihre Entscheidungen und ihr Handeln auf technologische Prozesse zu beziehen, die historisch nur in Mensch-Mensch-Beziehungen relevant waren. Mit KI zu handeln, bedeutet „soziotechnisches Neuland“ zu betreten (Brüggen & Sūna 2023). Angesichts der inhaltlichen Überschneidungen der Kompetenzbegriffe wurde im Projekt Digitales Deutschland der Weg gewählt, Dimensionen von Kompetenz in den Vordergrund zu rücken, in welchen sich die jeweils angeführten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse bündeln lassen. Um die oben skizzierte Bandbreite von Kompetenz im Umgang mit digitalen Medien und KI-Technologie abzudecken, werden folgende Kompetenzdimensionen unterschieden (s. Abb. 2). • Die instrumentell-qualifikatorische Dimension umfasst das Bedienen digitaler Medien und Systeme. Dies wird im Alltag häufig mit Medienund Digitalkompetenz verbunden, da es eine Voraussetzung ist, um mit digitalen Medien und Systemen umzugehen. Sie ist eine notwendige, allerdings keine hinreichende Bedingung. Denn sie „bestimmt zwar die Möglichkeit, jedoch nicht die Qualität der Medienaneignung“ (Schorb 2017, S. 257). • Mit der kognitiven Dimension werden zum einen Aspekte beschrieben, die eine kognitive Auseinandersetzung mit digitalen Medien und Systemen erfordern, und zum anderen Medienwissen, Medialitätsbewusstsein sowie visuelle Kompetenz, also die Auseinandersetzung damit, wie wir von Bildern geprägt werden (Röll o.J.). • Die affektive Dimension meint den Umgang mit Emotionen. Dies betrifft sowohl Fragen der Stimmungsregulierung als auch der Emotionen, die beim Umgang mit Medien entstehen, sowie beispielsweise empathisches Handeln. • Ist von der kreativen Dimension die Rede, steht (gegenüber einer rein rezeptiven) eine selbstbestimmte, eigenständige und gestaltende Mediennutzung im Vordergrund. • Unter die soziale Dimension fallen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Individuen zur Kollaboration, Partizipation und digitalen Kommunikation benötigen. Relevant sind hier auch Sozialkompetenzen wie etwa Konfliktlösefähigkeit. • Schließlich umfasst die kritisch-reflexive Dimension Fähigkeiten, um Medien kritisch zu betrachten und zu bewerten – sowohl mit Blick auf die Gesellschaft als auch auf das eigene Leben (Digitales Deutschland 2021, S. 4–6). Diese Dimensionen haben wechselseitige Bezüge zueinander, bauen aufeinander auf und weisen teilweise Überscheidungen auf. Sie dienen dazu, die in den verschiedenen Kompetenzbegriffen formulierten Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensbestände übergreifend zu betrachten. Zur Konstruktion des Erhebungsinstruments diente neben dem im Projekt erstellten Rahmenkonzept (Digitales Deutschland 2021) vor allem das Kompetenzmodell von Schorb (2017). Er unterteilt Medienkompetenz in drei Dimensionen: Wissen, Handeln und Reflexion. Zudem ist darin die Positionierung gegenüber der Medienwelt ein zentraler Aspekt. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel der drei Dimensionen (Schorb 2017, S. 255–256). Reflexion als Teil von Kompetenz lässt sich im Rahmen einer quantiAbbildung 2: Kompetenzdimensionen (Pfaff-Rüdiger et al.2025) 16 tativen Studie kaum erheben. Dafür kann sich aber eine Positionierung in wertenden Aussagen der Befragten über KI spiegeln. Auch Sūna & Hoffmann (2024a) betonen die Bedeutung von Einstellungen, wenn Kompetenzen im Umgang mit KI erforscht werden. Denn Individuen bilden subjektive Theorien über KI – also Vorstellungen davon, was KI ist, was sie kann und was sie können sollte – unter anderem auf der Basis ihrer Einstellungen. Der Positionierung kommt somit eine tragende Rolle zu. Entsprechend flossen Fragen dazu auch in den Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz ein. Zusammenfassend ist für das Kompetenzverständnis von Digitales Deutschland Folgendes zentral: Kompetenz wird als Prozess verstanden, in dem Individuen in ihrem jeweiligen Medienalltag Erfahrungen sammeln und zugleich mit medialen und gesellschaftlich geprägten Kompetenzanforderungen6 konfrontiert sind. Insofern drückt sich ihre Kompetenz handelnd als Vermittlung von eigenem Wollen, Können, technischen Affordanzen7 und auch gesellschaftlichem Sollen aus. Folglich sind in der Forschung neben individuellen immer auch mediale und gesellschaftliche Kontexte der Kompetenzentwicklung zu berücksichtigen. 6 Kompetenzanforderungen ergeben sich aus einer bestimmten Situation, umfassen also Anforderungen an Individuen, um in einer vom digitalen Wandel geprägten Welt handlungsfähig zu sein. Kompetenzanforderungen ergeben sich aus einem Zusammenspiel individueller Bedürfnisse, äußerer Bedingungen der Lebenswelt, der Beschaffenheit digitaler Medien sowie kultureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen (Digitales Deutschland 2021, S.6–7). 7 „Affordanz“ beschreibt den Angebotscharakter von medialen Objekten, unter den alle Eigenschaften fallen, die Menschen etwas anbieten, zur Verfügung stellen oder gewähren. So wie in einen Stuhl eine Affordanz für das Sitzen eingeschrieben ist, sind auch in digitalen Apps Angebote enthalten, wie mit ihnen umgegangen werden kann und wie nicht. 17 Der Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 ist nach 2021 und 2023 die dritte quantitative Trendstudie des Projekts Digitales Deutschland. Allen Studien liegt als Erhebungsinstrument ein überwiegend identischer Fragebogen zugrunde, der von Pfaff-Rüdiger et al. (2022) entwickelt wurde. Der theoretische Bezugspunkt des Fragebogens ist das im Projekt Digitales Deutschland entwickelte Rahmenkonzept zu Medienund Digitalkompetenz (Digitales Deutschland 2021). Die sechs oben aufgeführten Dimensionen der Digitalund Medienkompetenz – instrumentell-qualifikatorisch, kognitiv, kritisch-reflexiv, sozial, affektiv und kreativ – sind im Rahmenkonzept benannt (Digitales Deutschland 2021, S. 4–6) und werden im Fragebogen systematisch differenziert. Der Fragebogen lässt sich in folgende inhaltliche Bereiche untergliedern: 1. Nutzung digitaler Medien und Systeme, in denen typischerweise KI zur Anwendung kommt 2. Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit digitalen Medien und Systemen 3. Assoziationen zu und Wissen über Künstliche Intelligenz (KI) 4. Fähigkeiten im Umgang mit KI-Systemen 5. Einstellungen gegenüber KI 6. Soziodemografische Angaben Im Fragebogen waren verschiedene Filter angelegt. Ein Filter ersparte es Nichtund Wenignutzenden, Fragen zu beantworten, die sie nicht betreffen. Ihnen wurden mit Ausnahme ihrer Unterstützungsbedarfe keine vertiefenden Fragen zu Fähigkeiten und Fertigkeiten gestellt. Nur Personen, die den Begriff „KI“ kannten und selbst ein KI-System nutzten, bekamen weitere Fragen zu KI gestellt. Der von Pfaff-Rüdiger et al. (2022) entwickelte Fragebogen wurde für die Neuauflage der Studie an wenigen Stellen angepasst. Da die Ergebnisse der Neuauflage mit den Ergebnissen der ersten Studien vergleichbar sein sollen, wurden die grundlegenden Bestandteile des Fragebogens zu Mediennutzung, Medienund Digitalkompetenz sowie Einstellungen zu KI weitestgehend beibehalten. Ein Vergleich mit den Ergebnissen vom Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) kann aufgrund von Anpassungen im Fragebogen bei einzelnen Items und bei der Filterführung nicht über alle Items vollzogen werden. Stichprobe und Durchführung der Studie Die Befragung fand zwischen dem 21. Januar und dem 20. März 2025 in Form telefonisch computergestützter Interviews (CATI) im Dual-Frame-Ansatz statt. Es wurden also sowohl Personen mit Festnetzals auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Durchschnittlich dauerte ein Interview ca. 27 Minuten. Die Grundgesamtheit der Studie bildet die deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Aus dieser Grundgesamtheit wurde eine repräsentative Stichprobe von 2.013 Personen befragt. Zur Ziehung der Stichprobe diente die „ADM-Auswahlgrundlage für Telefonstichproben“ als Basis. Diese Stichprobe wurde im ADM-Stichprobensystem eASYSAMPLe als mehrfach geschichtete Zufallsauswahl gezogen. Eine bestimmte Person in einem Haushalt wurde durch Zufall nach dem „Schwedenschlüssel“-Verfahren ausgewählt. Kinder unter 14 Jahren wurden durch ihre Eltern zur Teilnahme eingeladen, da eine telefonische Umfrage gemäß den ADM-Standesregeln erst ab 14 Jahren erlaubt ist. Im Folgenden wird die Stichprobe anhand ausgewählter Merkmale skizziert. Um die Repräsentativität der Ergebnisse zu gewährleisten, wurden die Daten in Anlehnung an den Mikrozensus und an Daten der amtlichen Statistik des Statistischen Bundesamts gewichtet. Die folgenden Angaben beziehen sich jeweils auf die erhobenen ungewichteten Werte. • Geschlecht: Die Stichprobe umfasst etwas mehr Männer (n = 1064) als Frauen (n = 944). Fünf Personen gaben als Geschlecht divers an. Aufgrund der geringen Größe dieser Gruppe kann sie in den statistischen Berechnungen leider nicht separat ausgewiesen werden. 3. Methodische Anlage und Umsetzung 18 • Alter: Die Befragten wurden gemäß ihrem Alter in sechs Gruppen unterteilt. Wie diese Gruppen gebildet wurden, geht aus dem Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022 hervor (Pfaff-Rüdiger et al. 2022, S. 17). Die Befragten verteilen sich auf die Altersgruppen wie folgt: 12– bis 19-Jährige (n = 112), 20– bis 34-Jährige (n = 243), 35– bis 49-Jährige (n = 452), 50– bis 64-Jährige (n = 588), 65– bis 74-Jährige (n = 356) und Menschen, die 75 Jahre alt oder älter sind (n = 262). • Bildung: Die Unterteilung in verschiedene Bildungsgruppen beruht auf der CASMIN-Klassifikation (Lechert et al. 2006). Die meisten Befragten verfügen über einen mittleren Bildungsabschluss (n = 950). Darauf folgen Personen mit formal hohem Bildungsabschluss (n = 676) und Personen mit einer formal niedrigen Bildung (n = 289). Da Schüler*innen noch keinen Abschluss vorweisen können, wurden sie separat von den übrigen Bildungsgruppen betrachtet. Sie bilden eine vergleichsweise kleine Gruppe (n = 55). • Migrationsgeschichte: Ein Teil der Befragten gab an, eine familiäre Migrationsgeschichte zu haben (n = 238). Das Merkmal „Migrationsgeschichte“ gibt an, dass die Befragten selbst oder mindestens ein Elternteil nach Deutschland eingewandert ist.8 Wie die Daten ausgewertet wurden Die Befragungsdaten wurden in Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut für Sozialforschung (BIS) mithilfe der Software R (R-Version 4.5.0, RStudio 2025.05.0 Build 496) ausgewertet. Bei allen Analysen wurden die Daten gewichtet, um die Randverteilungen der Stichprobe an diejenigen der Grundgesamtheit anzupassen – die Wohnbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland ab 12 Jahren. Im Gewichtungsfaktor wurden Haushaltsgröße, telefonische Erreichbar8 Es wird eine Vielzahl an Herkunftsländern angegeben, die mit den heterogenen Hintergründen von Migration nachvollziehbar sind. So ist unter den ersten drei Nennungen die Türkei auf Rang zwei angegeben. Damit wird auf eine Migrationsbewegung verwiesen, die mit einem Anwerbeabkommen zwischen beiden Ländern in den frühen 1960erJahren begann. Auf Rang eins und drei werden die Nachbarländer und EU-Staaten Polen und Österreich genannt. Dort besteht ein Anspruch auf Freizügigkeit in der EU und auf einen freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. keit, Bundesland, Alter, Geschlecht und formale Bildung berücksichtigt. Insgesamt kamen verschiedene statistische Verfahren zum Einsatz: Einen Großteil der Auswertungen bildeten Häufigkeitsverteilungen und bivariate Analysen in Form von Kreuztabellen und Korrelationen. Die Darstellung von Häufigkeitsverteilungen bezieht sich jeweils auf die gesamte Stichprobe (n = 2013). Wenn einzelne Teilfragen nicht von allen Befragten beantwortet wurden, werden die jeweiligen Fallzahlen in den Diagrammen gesondert angegeben. In diesem Bericht werden nur signifikante Ergebnisse aus Chi2-Tests berichtet, wenn nicht anders gekennzeichnet. Die vier Berufsfelder Lehrkräfte, Angestellte im öffentlichen Dienst, Pflegekräfte aus der Altenund Krankenpflege sowie IT-Fachkräfte werden exemplarisch vergleichend gegenübergestellt. Diese Gruppen wurden ausgewählt, weil sie hypothetisch in besonderem Maße vom digitalen Wandel betroffen sind und insofern prototypisch für die Herausforderungen der Förderung von Medienund Digitalkompetenz stehen: • Lehrkräfte haben die Aufgabe, selbst digitale Medien als Werkzeuge ihrer Tätigkeit zu nutzen und zugleich ihre Schüler*innen beim Kompetenzerwerb zu unterstützen. Sie sind auch besonders von einem Generation Gap hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien betroffen. • Pflegekräfte sind von der zunehmenden Digitalisierung ihres Arbeitsfeldes betroffen und betreten dabei häufig Neuland. Sie arbeiten dabei an einer gesellschaftlich relevanten Schnittstelle, da sie Ansprechpersonen für ältere Menschen sind. • IT-Fachkräfte sind über ihren Beruf gefordert, sich ständig mit technologischen Neuerungen auseinanderzusetzen und darüber hinaus aktiv den digitalen Wandel zu gestalten. • Angestellte des öffentlichen Dienstes erscheinen angesichts der Forderungen nach einer zunehmenden Digitalisierung öffentlicher Verwaltung betrachtenswert. Darüber hinaus wurden mehrere multivariate Analysen durchgeführt. Diese sollten Antworten auf folgende Forschungsfragen geben: • Gibt es einen statistischen Zusammenhang von Alter, Geschlecht und formaler Bildung mit der Einschätzung der eigenen Medienund Digitalkompetenz und verändert sich dieser Zusammenhang, wenn der Umfang 19 und die Regelmäßigkeit der Mediennutzung berücksichtigt wird? • Gibt es einen statistischen Zusammenhang von Alter, formaler Bildung und Geschlecht mit der Einschätzung des eigenen KI-Wissens und wird dieser Zusammenhang durch den Umfang der Nutzung digitaler Medien moderiert? Dazu wurden jeweils lineare Regressionsmodelle gerechnet mit Alter, formaler Bildung und Geschlecht als unabhängige Variablen, dem Umfang der Mediennutzung als Moderator und als abhängige Variable entweder Einschätzung von Medienund Digitalkompetenz oder KI-Wissen.9 Hierbei war aus der Frage zur Nutzung von elf verschiedenen digitalen Anwendungen und Diensten ein additiver Mittelwertindex zu bilden (Cronbachs Alpha = 0.83). Ebenso wurden für die Einschätzung von medienbezogener Kompetenz aus zwölf Items (Cronbachs Alpha = 0.85) und von Wissen über KI aus sieben Items (Cronbachs Alpha = 0.78) jeweils Mittelwertindizes berechnet. Es handelt sich jeweils um fünfstufige Skalen, die wie üblich zum Zweck der Indexbildung als metrisch betrachtet wurden. Fehlende Angaben („Trifft auf mich nicht zu“, „Weiß nicht“ und „Keine Angabe“) wurden jeweils zum niedrigsten Wert gerechnet (keine Nutzung, keine Kompetenz, kein Wissen). 9 Es wurden jeweils robuste Standardfehler berechnet. Zur Einordnung der Ergebnisse Bevor in den folgenden Kapiteln ausgewählte Ergebnisse der Studie vorgestellt werden, sei an dieser Stelle auf wichtige Aspekte hingewiesen, die bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen sind. Im Rahmen der Studie wurde erhoben, wie kompetent sich Menschen im Umgang mit digitalen Medien und Systemen erleben. Die geäußerten Einschätzungen rekurrieren idealerweise auf die Erfahrungen der Befragten mit den jeweiligen Anforderungen. Im Rahmen der Studie konnte allerdings nicht überprüft werden, inwiefern die Selbsteinschätzungen mit dem tatsächlichen Handeln korrespondieren. Andere Studien bestätigen, dass die Art und Weise, wie Individuen ihre Fähigkeiten einschätzen, mit der realen Erfüllung von Aufgaben in Beziehung steht (wie z. B. Zell & Krizan 2014) Gleichwohl kann es dabei immer auch zu Unterund Überschätzungen kommen. Zell und Krizan (2014) sprechen Aspekte an, die dazu beitragen können, Diskrepanzen zwischen Selbstwahrnehmung und der Ausführung von Aufgaben zu verringern. So werden beispielsweise konkrete, einfache und alltägliche Aufgaben exakter eingeschätzt als abstrakte, komplexe und unübliche. Aus dieser Perspektive erscheint es sinnvoll, den Befragten im Fragebogen die Möglichkeit einzuräumen, bei Kompetenzanforderungen auch anzugeben, dass diese für sie nicht relevant sind (Zell & Krizan, 2014, S. 113–114). Ergänzend zu dieser Option wurde im Erhebungsinstrument der Studie auch die wahrgenommene Relevanz der verschiedenen Kompetenzanforderungen abgefragt, um einen weiteren Bezugspunkt bei der Interpretation der Ergebnisse zu erhalten. Die Gewichtung der Daten ist eine Möglichkeit, die Unteroder Überrepräsentation bestimmter Gruppen zu korrigieren. Jedoch hat auch dieses Verfahren Grenzen. So kann eine Gewichtung keine Repräsentativität in Bezug auf weitere als die obengenannten Merkmale herstellen. 21 Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, • was Menschen mit Künstlicher Intelligenz verbinden. • welche Einstellungen sie zu KI haben. • inwiefern sie in KI Chancen und/oder Risiken sehen. • wie sich ihre Einstellungen je nach Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund und Beruf unterscheiden. Fast alle Befragten (96 %) haben den Begriff „KI“ schon einmal gehört oder gelesen. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als in der Befragung 2023.10 Zwei Jahre später, im Jahr 2025, ist Künstliche Intelligenz also insgesamt bekannter. Vorstellungen von KI wandeln sich Mit der allgemeinen Verbreitung kommunikativer KI im Alltag der Menschen haben sich entsprechend auch die Vorstellungen davon, was man unter dem Begriff „KI“ fassen kann, konkretisiert. Waren es 2023 vor allem Roboter oder Sprachassistenzsysteme, die mit KI assoziiert wurden, so sind es 2025 Anwendungen generativer KI wie ChatGPT oder KI-generierte Bilder und Videos. Neben der Nennung konkreter KI-Anwendungen bewerten die Befragten die Technologie: Sie beschreiben Sorgen über mögliche allgemeine und konkrete Risiken wie beispielsweise Betrug durch KI, sie benennen persönliche und gesellschaftliche Chancen durch KI und betonen, dass KI gleichzeitig Vorund Nachteile aufweisen kann. Darüber hinaus assoziieren die Befragten mit Künstlicher Intelligenz den Einsatz der Technologie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Medizin, Wirtschaft oder Pflege sowie im beruflichen Kontext und im Alltag. Bedenkenloses Vertrauen in KI ist selten Neben den Assoziationen zu KI wurden im Fragebogen auch Einstellungen anhand von positiv und 10 Nähere Informationen zu Einstellungen zu KI 2023 finden Sie im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) ab S.23. negativ gerahmten Items geschlossen abgefragt. Einstellungen können als individuelle Vorbedingungen des Erwerbs von Digitalund Medienkompetenz gesehen werden oder gegebenenfalls auch als Hinweise auf Distanzierungen oder Schwellenängste, mit dieser Technologie umzugehen. Beispiele für negativ formulierte Aspekte sind etwa die Nutzung von KI, um Menschen zu manipulieren, eine erhöhte Abhängigkeit von Technologie, ein Verlust von Arbeitsplätzen durch KI sowie Diskriminierung und Frustration durch KI. Positiv gerahmte Aussagen sind hingehen etwa Folgende: KI bietet Möglichkeiten, Fehler zu vermeiden, sie kann eine Hilfe in der Medizin sein sowie mit Vorschlägen positiv überraschen. Die meiste Zustimmung erfuhr die Aussage, dass wir durch KI noch abhängiger von Technologie werden als bisher. 87 Prozent der Befragten stimmen dem voll oder eher zu. Am wenigsten Zustimmung (16 %) erhält demgegenüber die Aussage, dass man Empfehlungen von KI-Systemen vertrauen könne (s. Abb. 3). Die Einstellungsfrage offenbart auch 2025, dass KI ein ambivalent bewertetes Phänomen ist, dem positive wie negative Eigenschaften zugesprochen werden. Aussagen über KI bewerten die Befragten überwiegend ähnlich wie in der Befragung von 2023. Dennoch deuten sich in mehrfacher Hinsicht kleinere Veränderungen an. Erstens scheinen Bedenken angesichts Künstlicher Intelligenz leicht zuzunehmen. 2025 stimmt allen negativ gerahmten Aussagen über KI jeweils eine Mehrheit der Befragten (eher) zu. Am höchsten ist die Zustimmung bei der Aussage, dass Menschen durch KI noch abhängiger von Technologien werden als bisher (78 %) und dass Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze ersetzen wird (66 %). Darauf folgen Annahmen, dass KI-Systeme Menschen bewerten können, sodass diesen dadurch Nachteile entstehen, dass KI genutzt wird, um Menschen zu manipulieren und dass KI-Systeme frustrieren, weil sie nicht machen, was man möchte (s. Abb. 3). Den meisten dieser Aussagen stimmen 2025 mehr Menschen zu als im Jahr 2023. Lediglich eine Gefahr der Frustration durch KI sieht heute ein geringerer Anteil von Befragten als noch vor zwei Jahren. 2023 lehnten 9 Prozent der Teilnehmen4. Einstellungen zu Künstlicher Intelligenz 22 den die Aussage (eher) ab, dass KI-Systeme einen frustrieren könnten. Heute sind es 16 Prozent. Entlang soziodemografischer Merkmale ergeben sich zum Teil Unterschiede. So stimmen etwa ältere Teilnehmende (eher) der Aussage zu, dass KI genutzt wird, um Menschen zu manipulieren. Während 27 Prozent der 12bis 19-Jährigen das (eher) bejahen, sind es in den drei Altersgruppen ab 35 Jahren jeweils mehr als die Hälfte. Am meisten (70 %) stimmen dem (eher) Menschen zu, die zwischen 65 und 74 Jahre alt sind. Auch bejahen dies eher Männer (58 %) als Frauen (51 %). Eine ähnliche Tendenz zeigt sich mit Blick auf das Alter bei der Aussage, dass KI-Systeme Menschen bewerten, sodass diesen dadurch Nachteile entstehen. Während dies nur 29 Prozent der 12bis 19-Jährigen (eher) bejahen, liegt die Zustimmung in den übrigen Altersgruppen mit mindestens 60 Prozent deutlich höher. Am höchsten ist sie mit 73 Prozent unter den 65bis 74-Jährigen. Zweitens schreiben die Befragten KI-Systemen neben Bedenken gegenüber KI nach wie vor auch pragmatische Leistungen zu. Wie bereits im Jahr 2023 ist eine klare Mehrheit der Befragten (69 %) der Ansicht, dass KI in der Medizin dabei helfen kann, richtige Diagnosen zu stellen und passende Therapievorschläge zu erstellen. Zudem gibt eine Mehrheit an, bereits positive Überraschungen durch KI-Systeme erlebt zu haben, etwa durch besonders passende Empfehlungen, die gern übernommen wurden. Das sind 6 Prozentpunkte mehr als in der Befragung von 2023. Fast die Hälfte der Befragten ist zudem der Meinung, dass KI dabei helfen kann, Fehler zu vermeiden. Gegenüber dem Jahr 2023 ist der Anteil etwas (um 4 Prozentpunkte) geringer. Mit Blick auf verschiedene Bevölkerungsgruppen zeigt sich: Vor allem ältere Menschen glauben, dass KI in der Medizin Vorteile bringt. Während dem 58 Prozent der Jüngsten (eher) zustimmen, sind es bei Menschen, die mindestens 65 Jahre alt sind, 78 Prozent. Bedenkt man, dass sich Menschen im höheren Lebensalter häufiger mit gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert sehen, so lässt sich schließen: Dort, wo KI-Leistungen Bezüge zu Themen der eigenen Lebenswelt haben, werden sie auch positiver eingeschätzt. Das Potenzial von KI, bei der Vermeidung von Fehlern zu unterstützen, sehen demgegenüber vor allem jüngere Menschen: 60 Prozent der 12bis 29-Jährigen stimmen dieser Aussage (eher) zu, während es in den übrigen Altersgruppen zwischen 43 und 49 Prozent sind. Männer äußern mit 52 Prozent häufiger Zustimmung als Frauen (41 %). Auch entlang der formalen Bildung zeigen sich Unterschiede: So stimmen dem vor allem Personen mit hoher Bildung (eher) zu (55 %). Bei Menschen mit mittlerer Bildung sind es 45 Prozent und bei Personen mit niedrigerer Bildung 39 Prozent. Eine dritte Entwicklung ist vergleichsweise auffällig: Die Zustimmung zu allgemeinen Leitsätzen – wie z. B. Der Mensch wird immer die Kontrolle über Abbildung 3: Einstellungen zu KI Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren, alle Befragten, die den Begriff „KI“ kennen. (Die Fallzahlen sind der Grafik zu entnehmen). Frage: Künstliche Intelligenz ist mittlerweile auch in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ein Thema. Bitte geben Sie jeweils zu den folgenden Aussagen an, ob Sie diesen zustimmen, teils, teils zustimmen oder nicht zustimmen. Angaben inProzent. 23 Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz haben – hat deutlich abgenommen. Bereits im Jahr 2023 bejahten diese Aussage weniger als die Hälfte der Befragten. Doch während dies damals nur 29 Prozent der Teilnehmenden (eher) ablehnten, sind es heute 38 Prozent. Besonders groß ist die Ablehnung in der Gruppe der 50bis 64-Jährigen (47 %). Geringer fällt auch das Vertrauen in KI-Empfehlungen aus: Mehr Befragte lehnen die Aussage, dass man diesen in der Regel vertrauen kann, ab als mit ihr einverstanden sind. Nur 16 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage eher oder voll zu (gegenüber 20 % im Jahr 2023). Demgegenüber lehnen 29 Prozent diese Aussage (eher) ab (das entspricht 6 Prozentpunkten mehr als 2023). Am deutlichsten vertreten ist diese Ablehnung in den Altersgruppen ab 50 Jahren (mit jeweils über 30 %). Auffällig ist hier der mit 55 Prozent insgesamt höchste Anteil unentschiedener Stimmen – ähnlich wie im Jahr 2023 (57 %). KI ist Chance und Risiko zugleich Die Frage nach Einstellungen wird ergänzt um eine Frage zur Technikfolgenabschätzung: Zu der Frage, ob KI eher Chance oder Risiko ist, zeigen die Ergebnisse klar die Divergenz oder die Unentschiedenheit der Befragten. Die Befragten sehen zum größten Teil sowohl Chancen als auch Risiken in KI – und das nicht nur in Bezug auf das eigene Leben, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Gerade für das eigene Leben sehen aber auch (mit 38 %) vergleichsweise viele Studienteilnehmende eher oder eindeutig eine Chance in KI. Auf gesellschaftlicher Ebene sind es 31 Prozent der Befragten (s. Abb. 4). Auffällig ist, dass die Anteile derer, die KI als Gefahr für ihr persönliches Leben oder für die Gesellschaft wahrnehmen, seit 2023 etwas gestiegen sind. Wie Menschen KI hinsichtlich des eigenen Lebens bewerten, unterscheidet sich in verschiedenen Bildungsund Altersgruppen. Insbesondere junge Menschen nehmen Künstliche Intelligenz eher als persönliche Chance wahr: In der Altersgruppe der 12bis 19-Jährigen sehen 49 Prozent KI überwiegend positiv, bei den 20bis 34-Jährigen sind es 37 Prozent. In den älteren Altersgruppen (ab 50 Jahren) dominiert hingegen die Antwortoption „teils, teils“ (mit Prozentwerten zwischen 44 % und 52 %). Damit überwiegt hier eine ambivalente Haltung gegenüber KI, sie ist also weder positiv noch eindeutig negativ. Im Vergleich zum Jahr 2023 zeigen sich kaum Veränderungen: Auch damals wählten die meisten Befragten die ambivalente „Teils, teils“-Antwort (s. Abb. 4). Dieses stabile Meinungsbild könnte darauf hinweisen, dass viele Menschen noch keine abschließende Einschätzung zur persönlichen Relevanz und Wirkung von KI vornehmen können – möglicherweise aufgrund begrenzter eigener Erfahrung oder fehlender konkreter Berührungspunkte im Alltag. Auch in Hinblick auf ihren formalen Bildungshintergrund sehen Menschen mit höherem Bildungsabschluss KI tendenziell eher als Chance, obgleich in allen Bildungsgruppen die Antwortoption „teils, teils“ von vielen Befragten gewählt wird. In gesellschaftlicher Hinsicht zeigt sich ein ähnliches Muster wie bei der persönlichen Einschätzung: Besonders die Jüngeren (12 bis 19 Jahre) sehen KI mit 43 Prozent eher oder eindeutig als Chance. In allen Altersgruppen ist die Gruppe derjenigen, die KI nur teilweise als Chance für die Gesellschaft betrachten, am größten. Am häufigsten wird KI als gesellschaftliche Gefahr in der Altersgruppe der 35bis 49-Jährigen gesehen (32 %). Mit Blick auf den Bildungsstand Abbildung 4: KI als Chance oder Risiko Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren, alle Befragten, die den Begriff „KI“ kennen. (Die Fallzahlen sind der Grafik zu entnehmen). Frage: Abschließend noch eine ganz allgemeine Frage: Sehen Sie Künstliche Intelligenz für sich persönlich …? Und in Bezug auf die Gesellschaft insgesamt? Sehen Sie Künstliche Intelligenz da…? Angaben inProzent. 31 Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, • welche KI-Systeme Menschen in Deutschland am häufigsten nutzen. • wie sie ihre Fähigkeiten im Umgang mit KI bewerten. • wie sich das Handeln mit KI zwischen Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Bildungshintergrundes und Berufes unterscheidet. Gern genutzt: generative KI 45 Prozent derjenigen, die von KI schon einmal gehört hatten, gaben an, welche KI-Anwendung sie im Alltag am häufigsten nutzen. Dabei machten Männer (50 %) etwas häufiger als Frauen (41 %) eine Angabe. Des Weiteren nannten vor allem Menschen mit hoher Bildung (59 %), Menschen unter 50 Jahren und Menschen mit mindestens einem Kind im Haushalt eine konkrete Anwendung. Die Befragten führten vor allem Anwendungen generativer KI wie Chatbots oder Bild-KI (51 %) sowie Suchmaschinen (30 %) als ihr am häufigsten genutztes KI-System an. (Kreatives) Prompten: Viele sind dazu in der Lage Im Zuge der Verbreitung generativer KI-Anwendungen im Alltag wurden in der aktuellen Befragung zwei Fragen bezüglich des Handelns mit KI angepasst. Darin geht es um das sog. Prompten durch verfeinerte Anfragen an KI-Systeme und die kreative Einflussnahme auf KI-Output durch gezieltes Liken oder Klicken. Drei Viertel der KI-Nutzer*innen geben an, ihre Anfrage an ein KI-System so ändern zu können, dass sie ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen würden (s. Abb. 15). Jüngere Menschen schätzen sich in dieser Fähigkeit als stärker ein gegenüber älteren Befragten.15 Zudem können dies 78 Prozent der Menschen mit hoher Bildung eher oder sehr 15 Zur Signifikanz dieses Ergebnisses lässt sich keine Aussage machen. gut. Von den Menschen mit niedrigerem Bildungsniveau sind es 65 Prozent. Eine andere Anforderung im alltäglichen Umgang mit KI besteht darin, die Vorschläge eines KI-Systems gezielt anpassen zu können – zum Beispiel durch Klicken oder Liken –, damit künftig passendere Inhalte angezeigt werden. 57 Prozent der Befragten können das nach eigener Angabe eher oder sehr gut, etwa ein Viertel zum Teil. Dabei schätzen sich Befragte mit mittlerer Bildung (mit 63 % Zustimmung) als am besten ein gegenüber anderen Bildungsgruppen. Bezüglich der Altersgruppen sind keine großen Unterschiede zu vermerken, einzig fällt die Selbsteinschätzung der Befragten ab 75 Jahren in dieser Fähigkeit verhaltener aus. Immer noch herausfordernd: Risiken von KI erkennen Im Vergleich zur letzten Befragung16 kann unverändert knapp die Hälfte der Befragten eher oder sehr gut Risiken bei der Nutzung von KI-Systemen erkennen. Zugleich gibt etwa ein Drittel an, dazu teilweise in der Lage zu sein. Auch hier spielt das Bildungsniveau eine Rolle: Während knapp die Hälfte der höher Gebildeten eher oder sehr gut Risiken von KI-Systemen erkennen kann, sind es bei Menschen mit niedriger und mittlerer Bildung 10 Prozentpunkte weniger (s. Abb. 14). Für Menschen über 75 Jahren ist diese Aufgabe besonders herausfordernd. Nur 4 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe geben an, dies sehr gut oder gut zu können. Die jüngeren Befragten schätzen sich hier erwartungsgemäß als besser ein.17 16 Nähere Informationen zum Umgang mit KI 2023 finden Sie im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) ab S.31. 17 Zur Signifikanz der Ergebnisse zu den Altersgruppen kann in diesem Fall keine Aussage getroffen werden. 6. Handeln mit KI-Systemen 32 Datenschutz stellt wachsende Herausforderungen dar Datenschutz ist ein komplexes Thema – insbesondere im Kontext von generativer KI. Das zeigt sich an der Einschätzung, eigene Daten bei der Nutzung von KI-Systemen schützen zu können. Diese Fähigkeit ist gegenüber 2023 um 11 Prozentpunkte zurückgegangen. Etwa ein Drittel der Befragten – egal welchen Bildungshintergrundes – gibt an, eigene Daten sehr und eher gut schützen zu können.18 Auch in Hinblick auf das Alter sind wenige Unterschiede beobachtbar: Die Befragten ab 35 Jahren schätzen sich alle in etwa ähnlich ein. Nur die jüngeren Befragten beurteilen ihre Fähigkeit diesbezüglich als etwas besser. Mit Blick auf die Anwendungen, auf die sich die Nutzer*innen beziehen, wird deutlich: Nutzer*innen von Sprachassistenten haben die größten Schwierigkeiten, ihre Daten zu schützen: 44 Prozent geben an, dies (eher) nicht zu können. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als bei Nutzer*innen von Suchmaschinen und 14 Prozentpunkte mehr als bei Nutzer*innen generativer KI. Im Gegensatz zu den deutlichen Diskrepanzen in der Selbsteinschätzung in Bezug auf das KI-Wissen (s. Kap. 5) zeigen sich keine Unterschiede in der Einschätzung der beschriebenen KI-Fähigkeiten zwischen Frauen und Männern. 18 Die Unterschiede zwischen den Bildungsgruppen sind gering, entsprechend ist das Ergebnis nicht signifikant. Unterschiedliche Relevanzeinschätzung für Risiken, Datenschutz und Kreativität Bisher wurde dargestellt, wie die Befragten ihre Kompetenzen im Umgang mit KI-Systemen einschätzen. Doch welche Relevanz schreiben sie diesen Fähigkeiten zu? Ein Großteil der Befragten (mehr als 90 %) schätzt es als eher oder sehr wichtig ein, Risiken bei der Nutzung von KI erkennen sowie eigene Daten schützen zu können. Dieser Befund bleibt gegenüber 2023 unverändert. Zudem betonen die Befragten die Relevanz dieser Fähigkeiten weitgehend unabhängig von Bildungsniveau, Alter und Geschlecht.19 Selbstund Relevanzeinschätzung unterscheiden sich somit deutlich. Kreative Fähigkeiten im Umgang mit KI werden – gegenüber Datenschutz und Risikoeinschätzung – von weniger Befragten als wichtig bewertet (siehe Abb. 15). Jüngeren Befragten ist das Prompten wichtiger als älteren. Ähnlich wie die jüngeren Befragten bewerten auch 72 Prozent der höher Gebildeten Prompten als wichtig. In den anderen Bildungsgruppen sind es etwas weniger: Jeweils etwas mehr als 60 Prozent der niedriger und mittel Gebildeten erachten diese Praktik als eher oder sehr wichtig. Die Fähigkeit, kreativ zukünftige Vorschläge zu beeinflussen, schätzen in allen Altersgruppen 50 bis 59 Prozent als eher oder sehr wichtig ein. Diese Fähigkeit erachten Befragte 19 Die Unterschiede zwischen Altersund Bildungsgruppen sowie den Geschlechtern sind gering und entsprechend überwiegend nicht signifikant oder es lässt sich zur Signifikanz keine Aussage machen. Abbildung 14: Selbsteinschätzung der KI-Kompetenz nach formaler Bildung Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Alle, die ein KI-System genannt haben (nniedrigeBildung=139–145, nmittlereBildung=351–376, nhoheBildung=209–232). Frage: Ich lese Ihnen jetzt Aussagen zu KI-Systemen vor. Bitte geben Sie jeweils an, wie gut Sie dies können, wenn Sie an Ihre eigenen Fähigkeiten denken. Denken Sie dabei an das KI-System, das Sie in Ihrem Alltag am häufigsten nutzen. Wenn Ihnen das KI-System diese Möglichkeit nicht bietet, sagen Sie das bitte. Angaben inProzent (sehr gut/eher gut). 33 mit niedriger Bildung gegenüber anderen Bildungsgruppen als am wenigsten wichtig. Aus der Perspektive beruflicher Tätigkeiten fällt auf: Weniger Pflegekräfte stufen Prompting-Skills als (eher) wichtig ein gegenüber Beschäftigten aus anderen Berufen (Pflegeberufe: 55 %; IT: 72 %; Lehrkräfte: 77 %; Berufe des öffentlichen Dienstes: 79 %). Ähnliches zeigt sich, wenn es darum geht, kreativ auf künftige Vorschläge Einfluss zu nehmen: Während dies 44 Prozent der Pflegekräfte als eher oder sehr wichtig erachten, sind es in den anderen Berufen bis zu 64 Prozent. Frauen und Männer unterscheiden sich kaum darin, als wie relevant sie KI-bezogene Fähigkeiten einschätzen. Eine Ausnahme bildet die Fähigkeit, Vorschläge von KI-Systemen gezielt zu beeinflussen.20 Das bewerten mehr Männer (58 %) als (eher) wichtig. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick • Prompten sowie künftige KI-Ausgaben kreativ beeinflussen (z. B. durch Liken) können die Befragten laut eigener Aussage vergleichsweise gut. • Diese Handlungsoptionen werden allerdings als gesellschaftlich weniger wichtig einge20 Signifikant sind die Ergebnisse zu Geschlecht bei zwei Items, wobei die Unterschiede gering sind (beim Einflussnehmen, welche Vorschläge einem angezeigt werden, sowie beim Einschätzen von Risiken). Bei den zwei übrigen Items sind die Unterschiede gering und entsprechend nicht signifikant. schätzt als Datenschutz und das Einschätzen von Risiken. Angesichts der gesellschaftlich wachsenden Bedeutung generativer KI gilt es, kreative Fähigkeiten weiterhin zu stärken. • Das Vertrauen in die Fähigkeit, die eigenen Daten bei der Nutzung von KI schützen zu können, ist gegenüber 2023 zurückgegangen. Demgegenüber fällt die Selbsteinschätzung, Risiken im Kontext von KI zu erkennen, ähnlich aus wie im Jahr 2023. Sie bleibt auf einem mittleren Niveau. • Daten schützen und Risiken erkennen ist für die meisten Befragten wichtig und verweist damit auf einen Handlungsbedarf. Diese Themen sind zukünftig verstärkt zu adressieren, um Menschen dabei zu unterstützen, mit KI verbundene Risiken erkennen und antizipieren zu können. • Frauen benennen insgesamt etwas seltener konkrete KI-Anwendungen, die sie nutzen. Die Selbsteinschätzung KI-bezogener Kompetenzen fällt zwischen Frauen und Männern jedoch ähnlich aus. Dieser Befund steht im Widerspruch zur Selbsteinschätzung des KI-Wissens: Dabei geben Frauen ein geringer ausgeprägtes Wissen an. Abbildung 15: Selbsteinschätzung der KI-Kompetenz vs. Wichtigkeit der KI-Kompetenz Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren, bei Selbsteinschätzung: alle, die ein KI-System genannt (n = 807–873), bei Relevanzeinschätzung: alle, die den Begriff „KI“ kennen (n = 1874–1914). Frage: Ich lese Ihnen jetzt Aussagen zu KI-Systemen vor. Bitte geben Sie jeweils an, wie gut Sie dies können, wenn Sie an Ihre eigenen Fähigkeiten denken. Denken Sie dabei an das KI-System, das Sie in Ihrem Alltag am häufigsten nutzen. Wenn Ihnen das KI-System diese Möglichkeit nicht bietet, sagen Sie das bitte. Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben inProzent. 35 Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, • inwiefern sich Menschen, die digitale Medien regelmäßig nutzen, als kompetent erleben. • inwiefern sie verschiedenen Kompetenzanforderungen (s. Kap. 2) Relevanz zuschreiben. • wie sich Selbstund Relevanzeinschätzungen zwischen Menschen mit verschiedenem Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund und Beruf unterscheiden. Selbstund Relevanzeinschätzung nahezu unverändert Als wie kompetent schätzen sich die Menschen selbst ein? Und – über sich selbst hinausgehend – welchen gesellschaftlichen Stellenwert messen sie Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien bei? Aus der Gegenüberstellung dieser Fragen lassen sich differenzierte Förderbedarfe ableiten. Unterstützung ist vor allem dort notwendig, wo die Relevanzeinschätzung hoch und die Selbsteinschätzung niedrig ist. An den Ergebnissen wird deutlich: Die Schere zwischen eigenem Kompetenzerleben und gesellschaftlicher Relevanzeinschätzung geht bei mehreren Anforderungen weit auseinander (s. Abb. 16). Eine hohe Relevanz hat aus Sicht der Befragten, einschätzen zu können, wem man online vertrauen kann (s. Abb. 16). Nur die Fähigkeit, die eigenen Online-Daten zu schützen, bewerten noch mehr Befragte als eher oder sehr wichtig (s. u.). Insgesamt werden aber die meisten Facetten von Medienund Digitalkompetenz aus der Perspektive der Teilnehmenden als relevant erachtet. Die geringste Relevanz wird kreativen Tätigkeiten und der Fähigkeit, Medien zur Unterhaltung zu nutzen, zugewiesen. Im Vergleich zu 202321 hat sich die Rangfolge mit Blick auf die Wichtigkeit nur wenig verändert. Jedoch fällt eine Steigerung um 10 Prozentpunkte bei der Fähigkeit auf, respektvoll auf Inhalte anderer zu reagieren: 2023 bewerteten dies 78 Prozent der Befragten als eher oder sehr wichtig. 2025 sind es 88 Prozent. 21 Nähere Informationen zu Selbstund Relevanzeinschätzungen von Medienund Digitalkompetenz 2023 finden Sie im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) ab S.35. Unterschiede zwischen Relevanzund Selbsteinschätzung deuten darauf hin, dass Menschen mit den Kompetenzanforderungen, die sie wahrnehmen, überfordert sind. Solche Unterschiede sehen die Befragten, wenn technische Probleme selbstständig behoben werden sollen. 81 Prozent von ihnen halten das für eher oder sehr wichtig. Allerdings ist nur knapp die Hälfte der Teilnehmenden dazu selbst nach eigener Ansicht eher oder sehr gut in der Lage. Diese Tendenz trifft auf weitere Anforderungen zu – vor allem auf solche, die die Beurteilung von Vertrauensund Glaubwürdigkeit betreffen, das Setzen von Grenzen sowie den Einsatz von Medien zum eigenen Wohlbefinden. Diese Ergebnisse deuten klar auf Unterstützungsbedarfe in der Bevölkerung hin (s. Abb. 16). Diese Tendenz kehrt sich bei Fähigkeiten um, die kreative Aspekte im Handeln mit digitalen Medien und auch den genussvollen Umgang damit betreffen. Hier erachtet weniger als die Hälfte der Befragten die genannten Kompetenzanforderungen als eher oder sehr wichtig, wenngleich die Selbsteinschätzung höhere Werte erreicht. Ausgehend von diesem Überblick lohnt der im Folgenden dargestellte weiterführende Blick auf Perspektiven verschiedener Bevölkerungsgruppen auf unterschiedliche Dimensionen der Medienund Digitalkompetenz (s. Kap. 2). Technische Versiertheit: essenziell und zugleich herausfordernd Viele Befragte schätzen die technische Handhabung als eher oder hoch relevant, das eigene Können jedoch als geringer ein. Angesprochen sind hier die Anforderungen, technische Probleme eigenständig lösen und Einstellungen von digitalen Diensten oder Geräten ändern zu können. In allen Altersgruppen stuft mehr als die Hälfte der Befragten die technische Handhabung als eher oder sehr wichtig ein, wobei die Relevanzeinschätzung je nach Alter im Spektrum zwischen 63 und 92 Prozent variiert. So ist die Fähigkeit, technische Probleme eigenständig zu lösen, den jüngsten Befragten mit 92 Prozent am wichtigsten. In der ältesten Gruppe bewertet dies ein ebenfalls hoher Anteil von 71 Prozent als eher oder sehr wichtig. 7. Kompetenzen für ein souveränes Leben in der digital vernetzten Welt 36 Abbildung 16: Selbsteinschätzung und Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (n=1583–1879). Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben inProzent (sehr gut/eher gut bzw. sehr wichtig/eher wichtig). Abbildung 17: Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (12 bis 49Jahre) Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (n12–19Jahre = 169, n20–34Jahre=395–398, n35–49Jahre=428–429). Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben inProzent (sehr wichtig/eher wichtig). 37 Abbildung 18: Wichtigkeit von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50Jahre) Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (n50–64Jahre=477–481, n65–74Jahre=223–230, n75undälter=164–174). Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben inProzent (sehr wichtig/eher wichtig). Abbildung 19: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (12 bis 49Jahre) Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (n12–19 Jahre=158–169, n20–34Jahre=355–398, n35–49Jahre=381–429). Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Angaben inProzent (sehr gut/eher gut). 38 Abbildung 20: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50Jahre) Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (n50–64Jahre=400–481, n65–74Jahre=163–229, n75 undälter=126–170). Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Angaben inProzent (sehr gut/eher gut). Abbildung 21: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach formaler Bildung Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (nniedrigeBildung=398–479, nmittlereBildung=699–834, nhöhereBildung=328–391). Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Angaben inProzent (sehr gut/eher gut). 39 Insgesamt trauen sich 67 Prozent der Befragten (eher) zu, Einstellungen von digitalen Diensten oder Geräten zu ändern. Deutlich weniger Befragte sind nach eigener Angabe (eher) dazu in der Lage, technische Schwierigkeiten zu beheben (s. Abb. 16). Dabei fällt die Selbsteinschätzung in den jüngeren Altersgruppen tendenziell positiver aus (s. Abb. 19). Die 20-bis 34-Jährigen schreiben sich in beiden Bereichen jeweils die höchsten Fähigkeiten zu. Häufig werden Unterschiede bei Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien (Digital Divide) unter anderem auf den Bildungshintergrund zurückgeführt (Gabriel 2024). Wird das Sample der Befragten nach hohem, mittlerem und niedrigem Bildungsabschluss differenziert, zeigt sich: In allen Bildungsgruppen bewerten etwa 80 Prozent der Befragten technische Handhabung als wichtig. Einstellungen ändern zu können, ist den höher Gebildeten zwar vergleichsweise wichtiger. Allerdings befindet dies auch (mit 74 %) noch eine deutliche Mehrheit der niedriger Gebildeten als eher oder sehr relevant. In Hinblick auf das Kompetenzerleben ergeben sich hingegen deutlichere Unterschiede. So findet sich stets unter den höher Gebildeten der größte Anteil an Befragten, die sich die technische Handhabung digitaler Medien zutrauen. Unter niedriger Gebildeten ist dieser am kleinsten (s. Abb. 21). Männer und Frauen messen technischen Fähigkeiten zwar einen vergleichbaren Stellenwert bei (s. Tab. 4 im Anhang), hinsichtlich ihrer konkreten technischen Fähigkeiten zeigen sich Frauen jedoch zurückhaltender. Deutlich wird dies beispielsweise an der Einschätzung der Fähigkeit, eigenständig technische Probleme zu beheben (s. Abb. 22). An diesen Tendenzen hat sich innerhalb der vergangenen zwei Jahre wenig geändert. Die technische Handhabung empfinden in allen betrachteten Berufsfeldern mindestens zwei Drittel der Befragten als eher oder sehr wichtig. Dabei variiert die Relevanzeinschätzung zwischen den Berufsfeldern unterschiedlich stark – je nachdem, welche Kompetenzanforderung im Fokus steht. Während 67 Prozent der Pflegekräfte es als eher oder sehr wichtig einstufen, Einstellungen ändern zu können, sind es in der IT (mit 91 %) deutlich mehr. Geht es um die Fähigkeit, technische Probleme zu beheben, variieren die Relevanzeinschätzungen weniger. Denn in allen Berufsgruppen bewerten dies zwischen 77 und 82 Prozent als eher oder sehr relevant (s. Tab. 5 im Anhang).22 22 Aufgrund der geringen Fallzahlen konnte kein Signifikanzwert bestimmt werden. Abbildung 22: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Geschlecht Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (nFrauen=762–927, nMänner=811–937). Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Angaben inProzent (sehr gut/eher gut). 46 Abbildung 26: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach formaler Bildung Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (nniedrigeBildung=470–480, nmittlereBildung=824–836, nhoheBildung=390–392). Frage: Nun geht es um das Thema Datenschutz. Bitte geben Sie an, inwiefern folgende Aussagen auf Sie zutreffen. Angaben inProzent (trifft voll und ganz zu/trifft eher zu). Abbildung 27: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach Geschlecht Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (nFrauen=916–927, nMänner=935–942). Frage: Nun geht es um das Thema Datenschutz. Bitte geben Sie an, inwiefern folgende Aussagen auf Sie zutreffen. Angaben inProzent (trifft voll und ganz zu/trifft eher zu). 47 Kompetenzen erlernen ist eine Aufgabe fürs Leben Wie kommen die oben beschriebenen Unterschiede zustande? Um sich dem anzunähern, wurden mehrere Regressionen berechnet, in denen Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund, Beruf sowie die Selbsteinschätzung und Mediennutzung der Befragten berücksichtigt wurden. Die Analysen weisen darauf hin, dass der Umfang, in dem Menschen Medien nutzen, mit der Kompetenzeinschätzung zusammenhängt. Unterschiede zwischen Menschen verschiedenen Alters reduzieren sich, sobald die Mediennutzung einbezogen wird. Das heißt, die Selbsteinschätzung fällt in älteren Gruppen weniger verhalten aus (s. Abb. 29). Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Mediennutzung der Befragten aussieht. Dies soll im Folgenden kurz skizziert werden. Messenger-Dienste werden von den digitalen Anwendungen und Diensten, die den Befragungsteilnehmenden zur Auswahl standen, am häufigsten genutzt. Darauf folgen Suchmaschinen und soziale Netzwerke. Gesundheitsmonitoring und Streaming nutzt etwa ein Viertel der Befragten täglich. Online-Banking, Online-ShopAbbildung 29: Multivariate Ergebnisse zu Medienund Digitalkompetenz Abbildung 28: Selbsteinschätzung von Fähigkeiten zum Datenschutz nach Berufsgruppe Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren. Angaben beziehen sich auf regelmäßige Internetnutzer*innen (nPflege=68–70, nSchulischeBildung=72–73, nIT=79, nöffentlicherDienst=89). Frage: Nun geht es um das Thema Datenschutz. Bitte geben Sie an, inwiefern folgende Aussagen auf Sie zutreffen. Angaben inProzent (trifft voll und ganz zu/trifft eher zu). 48 ping und Routeninformationsdienste werden ebenfalls häufig genutzt, wenn auch eher nicht täglich. Vier Anwendungen nutzt mehr als die Hälfte der Befragten nie: Sprachassistenzsysteme, Anwendungen zum Gesundheitsmonitoring, Games sowie Verwaltungsdienstleistungen online (s. Abb. 30). Es gilt allerdings zu betonen, dass nicht alle Befragten digitale Medien nutzen: 94 Prozent von ihnen greifen regelmäßig auf digitale Anwendungen zurück. Weiterhin gibt es aber auch Nichtund Wenignutzende – also Personen, die entweder angaben, das Internet nie oder alle digitalen Anwendungen maximal mehrmals im Monat zu verwenden. Im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 machen sie 7 Prozent der Stichprobe aus – das sind etwas weniger als 2023. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick • Ungebrochen ist die hohe Wertschätzung von Datenschutz und zugleich ein Gefühl der Unsicherheit in diesem Bereich – vor allem wenn es darum geht zu erkennen, ob ein WLAN-Netz sicher ist. • Unterstützung braucht es bei mehreren Anforderungen, denn die Schere zwischen Relevanzund Selbsteinschätzung geht bei zahlreichen Anforderungen auseinander – insbesondere beim Beheben technischer Probleme. Daneben braucht es Unterstützung bei Aufgaben, die die kritische Reflexion betreffen (etwa die Glaubwürdigkeit von Quellen einzuschätzen) oder affektive Fähigkeiten wie das Setzen von Grenzen oder Medien zum eigenen Wohlbefinden einzusetzen. • Kreative Tätigkeiten sowie Medieninhalte zur Unterhaltung auszuwählen, werden vergleichsweise wenig wertgeschätzt. • Die Mediennutzung und der formale Bildungshintergrund spielen für das Kompetenzerleben eine bedeutsame Rolle. Werden diese Faktoren berücksichtigt, vermindern sich Unterschiede zwischen Menschen verschiedenen Alters. Abbildung 30: Nutzung digitaler Anwendungen und Dienste Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren (die Gruppengrößen sind der Grafik zu entnehmen). Frage: Bitte geben Sie an, wie häufig Sie persönlich die folgenden Dienste bzw. Anwendungen nutzen. Angaben inProzent. 49 Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, • an welchen Orten sich Menschen Medienund Digitalkompetenz aneignen. • inwiefern Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund und Berufszugehörigkeit beeinflussen, wo und wie Digitalkompetenz erworben wird. Eine Mehrheit der Befragten eignet sich ihre Digitalkompetenzen in Eigenregie an, gefolgt vom Freundeskreis und der Familie. Dies sind ungeplante, alltagsbegleitende Formen des informellen Lernens. Vergleichsweise weniger häufig werden formale (Schule, Universitäten) und formelle Angebote (wie berufliche Bildung, Medienkompetenzzentren u. a.) genannt. Dies überrascht vor dem gesellschaftspolitischen Hintergrund, dass der Medienkompetenzerwerb in der allgemeinen und beruflichen Bildung – zumindest auf dem Papier – sehr hochgehalten wird (Gemkow 2023). Zum Stellenwert der beruflichen Bildung für die Medienkompetenzentwicklung Vor dem Hintergrund unserer zweiten repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 202333 bleibt also informelles Lernen und Selbsthilfe für alle Befragten – unabhängig von ihrem Alter, ihrem Bildungshintergrund, ihrer Geschlechtszugehörigkeit oder der beruflichen Tätigkeit – die wichtigste Form der Aneignung digitaler Fähigkeiten, wie die folgende Grafik zum Jahresvergleich veranschaulicht. Im Vergleich zu den weiblichen Befragten spielt für Männer die berufliche Weiterbildung und die eigenständige Ratsuche in Online-Communitys eine unverändert bedeutende Rolle. Hingegen erwerben Pflegekräfte, unter denen üblicherweise der Frauenanteil besonders hoch ist, ihre Digitalkompetenzen weiterhin eher informell (Familie), während die anderen hier näher betrachteten Berufsgruppen dies weitestgehend auf formellem Wege in der beruflichen Weiterbildung tun. Vor allem in der öffentlichen 33 Nähere Informationen zu Orten des Kompetenzerwerbs 2023 finden Sie im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) ab S.45. 8. Wege der Kompetenzentwicklung Abbildung 31: Orte des Kompetenzerwerbs Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, regelmäßige Internetnutzer*innen (n2025=1879–1882, n2023=1776–1794). Frage: Wie haben Sie die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erworben? [Mehrfachantwort möglich]. Angaben inProzent. 50 Verwaltung werden berufliche Weiterbildungsangebote zum Digitalkompetenzerwerb stark nachgefragt. Inzwischen werden sie von 80 Prozent der dort beschäftigten Befragten (Vergleich zu 2023: 65 Prozent) genutzt, wenngleich dieser beobachtete Anstieg nur an geringen Fallzahlen abzulesen ist. Unterschiede beim Kompetenzerwerb im Lebensverlauf Die Peergroup (Freund*innen: 84 %) spielt als Ort der Kompetenzvermittlung für die jüngste Altersgruppe eine genauso wichtige Rolle wie die Eigeninitiative (84 %). Dies deckt sich mit Studien zu jugendlichen Lebenswelten, die der digitalen Mediennutzung eine unerlässliche Bedeutung bei der Pflege von Peerbeziehungen zuweisen (Weber 2015). Hingegen nimmt die Familie (83 %) für die älteren Befragten über 75 Jahre den ersten Platz bei der Vermittlung von Digitalkompetenzen ein. Wohl auch vor diesem Hintergrund benennen die Befragten – wie im folgenden Kapitel zu den Unterstützungsbedarfen noch gezeigt werden wird – alleinstehende Ältere ohne Angehörige als eine Gruppe, der zusätzliche Bildungsangebote unterbreitet werden sollten. Junge Erwachsene (20-34 Jahre) verlassen sich am liebsten auf sich selbst (95 %), denn in keiner anderen Altersgruppe ist die Selbsthilfe so stark ausgeprägt wie bei ihnen. Dabei dienen ihnen Online-Communitys als wichtiger Ratgeber (73 %), während die wenigsten 75plus-Jährigen (15 %) dort Hilfestellung suchen. Hinsichtlich der formalen Bildung ist zu beobachten, dass traditionelle Einrichtungen (Schulen, Universitäten, Arbeitsplatz) zwar für die Medienbildung der Befragten relevant sind. So stellt die berufliche Weiterbildung bzw. die Kolleg*innen für Erwachsene im mittleren Lebensalter (35bis 49-Jährige: 60 %) und für die 50bis 64-Jährigen (63 %) einen wichtigen Taktgeber beim Erwerb neuer Digitalkompetenzen dar. Doch im Vergleich zum informellen Lernen (Familie, Freund*innen, selbstständiges Lernen etc.) spielen die traditionellen Orte eine eher untergeordnete Rolle. Diese Relevanzzuschreibung trifft ebenso für die 65bis 74-Jährigen zu. Denn sie suchen zwar außerschulische Bildungsformate (24 %) häufiger auf als alle anderen Altersgruppen, aber dennoch bevorzugen sie das Lernen im Alltag. Dieses Ergebnis entspricht Befunden aus der Geragogik, denen zufolge das Interesse an organisierter Bildung mit zunehmendem Alter abnimmt, während das informelle Lernen relevant bleibt (Bubolz-Lutz et al. 2022, S. 55, 125, 132). Abbildung 32: Kompetenzerwerb nach Alter Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren, regelmäßige Internetnutzer*innen (n12–19Jahre=169, n20–34Jahre=398, n35–49Jahre=429, n50–64Jahre=481, n65–74Jahre=227–230, n75Jahreundälter=174– 175). Frage: Wie haben Sie die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien erworben? Angaben inProzent (ja). 51 Bildung, Geschlecht und beruflicher Hintergrund moderieren Bildungszugänge Auffällig ist, dass mit abnehmendem Bildungsgrad die Bedeutung formaler Bildungsorte für den Kompetenzerwerb sinkt. Folglich wird empfohlen, dass vor allem Mittelschulen eine curriculare Verankerung des Schulfachs Medienerziehung/-bildung erwägen sollten. Ebenso sticht die bildungsgruppenübergreifende geringe Bedeutungszuschreibung (1518 %) von Medienkompetenzzentren und weiteren außerschulischen Lernorten ins Auge. Angemerkt werden muss dabei, dass viele solcher Einrichtungen in der Jugendarbeit angesiedelt sind, Jugendliche als Zielgruppe haben und so nur einen Teil der Bevölkerung adressieren. Dennoch kann eine bessere öffentliche Kommunikation und Bewerbung der dortigen Bildungsangebote dazu beitragen, den Bekanntheitsgrad dieser öffentlichen Einrichtungen in der Bevölkerung zu erhöhen. Geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich bei der Bedeutungszuschreibung an Familie, Kolleg*innen/berufliche Weiterbildung und den Online-Communitys feststellen. Während die Familie als Lernort für Frauen (75 %) relevanter ist als für Männer (54 %), spielen für die männlichen Studienteilnehmer (54 %) Online-Communitys (Frauen: 39 %) und die Kolleg*innen bzw. berufliche Weiterbildung (Männer: 59 %, Frauen: 50 %) als Wissensquellen eine größere Rolle. Interessant ist, dass für Menschen in Pflegeberufen die Familie der zweitwichtigste Lernort ist (81 %), während die anderen drei Berufsgruppen den Kolleg*innen bzw. beruflichen Weiterbildungsangeboten jeweils den zweiten Rang zuweisen (Pflegeberufe: 54 %). Vor dem Hintergrund des Digitale-Versorgung-Gesetzes aus dem Jahr 2020 und des zukünftig zunehmenden Einsatzes digitaler Gesundheitsund Pflegeanwendungen (DiGA und DiPA) in der Gesundheitsversorgung sollten Pflegekräfte stärker durch entsprechende Weiterbildungsangebote unterstützt werden. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick • Die Mehrheit der Befragten eignet sich ihre Medienund Digitalkompetenz in Eigenregie an. • Die Familie ist für Frauen und über 75-Jährige ein wichtiger Ort des Kompetenzerwerbs. • Bildungsgruppenübergreifend spielen außerschulische Lernorte wie Medienkompetenzzentren eine marginale Rolle. • Die berufliche Bildung spielt bei Pflegekräften eine wesentlich geringere Rolle als bei Lehrer*innen, IT-Fachkräften und Beschäftigten im öffentlichen Dienst. 53 Dieses Kapitel gibt einen Überblick darüber, • was wir über Nichtund Wenignutzende digitaler Medien wissen. • welche Unterstützungsbedarfe die Befragten im Umgang mit digitalen Medien benennen. • welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aus Sicht der Befragten verändert werden sollten. • welchen Altersgruppen die Befragten Unterstützungsbedarfe zuschreiben. Die Befragungsergebnisse zeigen auch für das Jahr 2025, dass viele Menschen in der Bevölkerung Unterstützungsbedarfe für die Bewältigung der digitalen Transformation haben.34 Die Unterstützungsbedarfe stehen in einem engen Zusammenhang mit den soziodemografischen Merkmalen von Personen, mit ihren konkreten Lebenslagen und ihren individuellen Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien. Im Folgenden werden Unterstützungsbedarfe differenziert dargestellt. Dabei beginnen wir mit der speziellen Gruppe der Nichtund Wenignutzenden, die gar keine oder nur geringe Erfahrungen mit digitalen Medien hat. Nachfolgend werden auch die Bedarfe aller Befragten, also auch der regelmäßig Nutzenden, vorgestellt. Nicht wollen, können, müssen– Nichtund Wenignutzende Insgesamt sind 7 Prozent der 2025 befragten Personen den Nichtoder Wenignutzenden zuzurechnen (gegenüber 10 Prozent im Jahr 2023). Das bedeutet, dass diese Personen das Internet gar nicht oder keine der genannten digitalen Anwendungen häufiger als einmal im Monat nutzen. Soziodemografisch weicht die Gruppe der Nichtoder Wenignutzenden deutlich von der Gesamtstichprobe ab: 98 Prozent der Nichtund Wenignutzenden sind 50 Jahre oder älter. Und 56 Prozent sind älter als 74 Jahre. Damit ist klar, dass die Nichtund Wenignutzung ein Phäno34 Nähere Informationen zu Unterstützungsbedarfen 2023 finden Sie im Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2023 (Cousseran et al. 2023) ab S.49. men im höheren Lebensalter ist, aber auch, dass bereits in der Altersgruppe 50 plus viele Menschen weniger Berührungspunkte mit digitalen Medien haben. Auffällig ist darüber hinaus, dass die Mehrheit (61 %) der Nichtund Wenignutzenden einen niedrigen formalen Bildungsabschluss hat. Frauen sind mit 65 Prozent unter den Nichtund Wenignutzer*innen etwas häufiger vertreten als Männer. Die Gründe für die Zurückhaltung in puncto digitaler Medien wurden im Fragebogen mit Antwortvorgaben und offen abgefragt, Mehrfachnennungen waren möglich. Die angegebenen Gründe sind insofern von Bedeutung, als dass sie Rückschlüsse über die Erreichbarkeit dieser Zielgruppe zulassen. Am häufigsten wird als Grund für die Nichtnutzung angegeben, dass klassische Medien wie Zeitung, Radio, Fernsehen ausreichend seien (95 %) und deshalb kein Bedarf an der Nutzung digitaler Medien bestehe. Ähnlich denken Personen, die „generell kein Interesse an digitalen Medien“ haben (65 %), keinen persönlichen Nutzen darin sehen (64 %) oder meinen, dass sie das nicht mehr lernen können (31 %). Jene Begründungen deuten darauf hin, dass diese Zielgruppe bevorzugt mit zugehenden Formaten erreicht werden sollte. Eine Unterstützung der Medienund Digitalkompetenz dieser Personen verlangt ein langfristiges pädagogisch und sozial gestütztes Sensibilisieren und Heranführen an den Umgang mit digitalen Medien. Weitere genannte Gründe der Befragten adressieren eher äußere Rahmenbedingungen, d. h. sie sehen Hürden der Internetnutzung, die nicht bei ihnen selbst, sondern in den technischen Implikationen und gesellschaftlichen Kontexten digitaler Medientechnologien liegen. Darunter fallen Bedenken wegen der Sicherheit, z. B. in Bezug auf Datenschutz und Überwachung (47 %), oder weniger konkrete Zuschreibungen wie „mir ist das Internet unheimlich“ (25 %). Hervorzuheben ist, dass 12 Prozent der Befragten angeben, das Internet früher mehr genutzt zu haben, und jetzt bewusst darauf zu verzichten. Somit beruht die Wenigbzw. Nichtnutzung der Befragten auf einer bewussten Entscheidung. Unterstützungsangebote sollten thematisch an diesen Punkten 9. Unterstützungswünsche beim Thema digitale Medien 54 ansetzen, um z. B. Hilfe zur Datensouveränität anzubieten. Diese Begründungen, die Nichtund Wenignutzende für ihre Haltung und ihr Handeln nennen, sind als Anknüpfungspunkte für medienpädagogisches, bildungsund medienpolitisches Handeln zu sehen. Nach Unterstützungsbedarfen für die eigene Altersgruppe wurden alle Studienteilnehmenden aber auch explizit gefragt. Die Antworten auf diese Frage werden im Folgenden dargestellt. Explizit benannte Unterstützungsbedarfe im Umgang mit digitalen Medien Analog zu den im Bereich angewandter KI freigesetzten Innovationsdynamiken steigt die Anforderung an die Bevölkerung, mit dem technologischen Wandel mitzuhalten. In Form offener Antworten haben die Befragten konkrete Nachholbedarfe für sich selbst, ihre Altersgruppe oder weitere soziale Gruppen benannt. Dabei sind sie auch auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen des Kompetenzerwerbs eingegangen. Am häufigsten werden instrumentell-qualifikatorische Fähigkeiten genannt (27 %), die den alltäglichen Umgang mit digitalen Geräten und Anwendungen erleichtern sollen, wie etwa die Nutzung von Smartphone-Apps, Cloud-Diensten oder die Online-Verwaltung behördlicher Angelegenheiten. Ebenso benötigen die Befragten Hilfestellung bei Vorkehrungen zur Datensicherheit (13 %) und zum Datenschutz (13 %) sowie beim Erkennen von Risiken (7 %), wie etwa Online-Betrug und Hacking. Ferner äußern die Befragten Nachholbedarfe bezüglich ihrer kognitiven und kritisch-reflexiven Fähigkeiten. So erwähnen sie Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Online-Quellen (15 %) und beim Erkennen von Falschnachrichten/Fakes (10 %). Ferner betrachten sie die für digitale Interaktionen notwendigen sozialen Kompetenzen als ausbaufähig (11 %), um ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten. Letztlich sehen sie Unterstützungsbedarfe bei der Selbstregulation (affektive Fähigkeiten), vor allem bei der Beschränkung der Mediennutzungszeit (11 %). Die Befragten erwähnen erstmalig Unterstützungsbedarfe im Umgang mit KI-basierten Anwendungen, etwa beim Erkennen KI-generierter Inhalte oder bei der angemessenen Nutzung von Sprachmodellen, ChatGPT, Smart Home und dem Internet der Dinge. Gesellschaftliche Herausforderungen: Rahmenbedingungen des Kompetenzerwerbs Ein wesentlich geringerer Anteil der Befragten (153 von insgesamt 1157 Personen, die Unterstützungsbedarfe erwähnt haben), benennt Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung ihrer Digitalkompetenzen, die außerhalb ihres individuellen Einflussbereichs liegen (s. Abb. 34). Die am häufigsten genannten Maßnahmen betreffen die Vereinfachung der Bedienung digitaler Geräte (z. B. Smartwatch), Systeme (z. B. Heimnetzwerke) und Anwendungen (z. B. Apps). So Abbildung 33: Unterstützungsbedarfe mit Blick auf Lerninhalte Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren, die Befragten, die einen Lerninhalt benannt haben (n=838). Frage: Gibt es aus Ihrer Sicht etwas, für das Menschen Ihrer Altersgruppe mit Bezug auf digitale Medien besondere Unterstützung brauchen? Angaben inProzent. 55 schlagen 38 Prozent der 153 Befragten vor, digitale Systeme weniger komplex zu gestalten und verständlichere Erklärungen für ihre Handhabung (z. B. technische Einstellung von Geräten, Umgang mit Cookies) bereitzustellen. Dies kann durch den Verzicht auf englischsprachige Begriffe und Fachtermini sowie durch die Formulierung laienfreundlicher Bedienungshinweise umgesetzt werden. Adressiert sind demnach Technikentwickler*innen (nutzer*innenfreundliche bzw. altersgerechte Technologiegestaltung) und Verfasser*innen von Ratgeberliteratur (niedrigschwellige Informationsdarstellung, z. B. in Bedienungsanleitungen). Zweitens benennen 22 Prozent der 153 Befragten Regulierungsbedarfe, und zwar hinsichtlich des Jugendmedienschutzes (Altersbegrenzung für bestimmte Inhalte und Apps wie TikTok, Kaufbeschränkungen bei Minderjährigen), der offiziellen Kenntlichmachung von Fake-News und der Datenhoheit (Nutzer*innen-Rechte für Datenlöschung bei Drittanbietern). Drittens äußern die Studienteilnehmenden Gesellschaftskritik, etwa wenn sie schwindende analoge Alternativen für ältere Menschen oder den Dauerkonsum digitaler Medien im Alltagshandeln der Menschen beklagen. In Bezug auf die öffentliche Kommunikation und Transparenz wünschen sich die Befragten vor allem, dass sowohl aktuelle Sicherheitsrisiken (z. B. Sicherheitshinweise auf Websites zum Datenschutz, Blacklists zu Computerviren oder Phishing-E-Mails) und rechtliche Aspekte (z. B. Datenschutz-Grundverordnung) breitenwirksamer kommuniziert als auch Bildungsangebote zum Kompetenzerwerb zielgruppenspezifischer beworben werden (z. B. für ältere Menschen im Fernsehen). 10 Prozent der Befragten weisen auf Defizite in den strukturellen Rahmenbedingungen hin, etwa wenn sie eine größere Vielfalt von Bildungsangeboten oder Weiterbildungsmöglichkeiten in ländlichen Regionen vorschlagen. Kritik an der digitalen Transformation hat zugenommen Vergleicht man die offenen Nennungen zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Kompetenzförderung, ist die Tendenz zu beobachten, dass sich die Befragten zu den Digitalisierungsprozessen gesellschaftskritischer verhalten als noch im Jahr 2023. So machen inzwischen mehr Befragte individuell fehlende Digitalkompetenzen nicht mehr an der Eigeninitiative fest, sondern an einer noch ausstehenden Weichenstellung durch politische und wirtschaftliche Akteur*innen. Des Weiteren wird der gesellschaftliche Druck kritisiert, mit der Schnelligkeit der technologischen Entwicklung Schritt halten und sich dafür kontinuierlich neue Fertigkeiten aneignen zu müssen. Gewarnt wird u. a. vor der gesellschaftlichen Exklusion älterer Menschen. Abbildung 34: Unterstützungsbedarfe mit Blick auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12Jahren; die Befragten, die eine Maßnahme benannt haben, die dem Bereich gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zuzuordnen ist (n=153). Frage: Gibt es aus Ihrer Sicht etwas, für das Menschen Ihrer Altersgruppe mit Bezug auf digitale Medien besondere Unterstützung brauchen? Angaben inProzent. 62 ven Datenkultur sollten solche prägenden Bilder hinterfragt werden und zugleich – und hier kommt die soziale und kreative Dimension ins Spiel – Zukunftsvisionen einer gemeinschaftsund gemeinwohlförderlichen Datennutzung Gegenstand von Bildungsangeboten werden. Digitalkompetenz muss generationenübergreifend qualitativ und quantitativ erforscht werden Respektvoll auf Inhalte anderer zu reagieren, ist eine Kompetenz, die sich eher jüngere Menschen zuschreiben. Während die meisten 12bis 19-Jährigen davon ausgehen, dazu eher oder sehr gut in der Lage zu sein, sind es unter den Befragten über 74 Jahre mit knapp der Hälfte deutlich weniger. Diese Ergebnisse führen vor Augen, dass sich hier auch unterschiedliche Medienkulturen spiegeln. Diese drücken sich in Schwerpunkten bei den Medientätigkeiten aus und stehen auch in Verbindung mit Werthaltungen und Erwartungen an den Umgang miteinander. Gleichzeitig führt dieses Ergebnis auch die Grenzen jeder repräsentativen Befragung vor Augen: Mit dem Ziel, einen Überblick über die Kompetenzen der Bevölkerung zu schaffen, können Nuancen der jeweils individuellen Sichtweise nicht nachvollzogen werden. Ein umfassendes und für die Bildungsarbeit instruktives Bild ergibt mithin nur die Kombination von quantitativen Repräsentativbefragungen und qualitativen Fokusstudien, die entweder bestimmte Adressat*innen oder Phänomene – und dann generationenübergreifend – in den Fokus stellen. Für derartige Studienkombinationen bietet der Kompass zahlreiche Anknüpfungspunkte, von denen die Frage nach dem respektvollen Umgang online eine besonders markante ist. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Gestaltungsfähigkeit in Transformationsprozessen ist auch die kreative Kompetenzdimension von besonderem Interesse. Sie gilt mit der Digitalkompetenz als eine Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert und ist zugleich auch ein Teil von Digitalkompetenz. Denn auch im Umgang mit digitalen Medien und Systemen ist Kreativität auf unterschiedlichen Ebenen hilfreich und notwendig (Pfaff-Ruediger & Brüggen 2021). Verstanden werden unter „Kreativität“ im Kontext von Digitalkompetenz aber durchaus unterschiedliche Fähigkeiten: So geht es bei der ICILS-Studie vor allem um das Problemlösen (Eickelmann et al. 2019), wohingegen im europäischen DigComp-Modell das kreativ-schöpferische Handeln die höchste Kompetenzstufe darstellt und impliziert, neue Dienste oder Anwendungen erstellen zu können (Carretero et al. 2017). Kreatives Medienhandeln beginnt allerdings bereits dort, wo Menschen eigene Inhalte erstellen und mit anderen teilen. Offenkundig gibt es in der Bevölkerung aber diesbezüglich die Wahrnehmung, dass diese Fähigkeiten gesellschaftlich weniger wichtig seien als andere im Kompass abgefragte Kompetenzen. Gerade angesichts generativer KI wird die Frage, ob Medieninhalte durch Menschen oder Maschinen gestaltet wurden, und damit auch die Fähigkeit, wer mit seinen Kreationen einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs leistet, besonders virulent. Ertragreich wäre es entsprechend, in zukünftigen Studien den Stellenwert von Kreativität angesichts von KI und die damit verbundenen Kompetenzanforderungen als Zukunftsthema in den Fokus zu stellen. 63 BAGSO (2025). Künstliche Intelligenz im Alltag älterer Menschen. 4. Aufl. https://www.bagso. de/fileadmin/user_upload/bagso/06_Veroeffentlichungen/2024/Kuenstliche_Intelligenz_im_Alltag_aelterer_Menschen.pdf [Zugriff 13.10.2025]. Brüggen, Niels (im Erscheinen). Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz in medialen Umwelten. In Laura Sūna & Wolfgang Reißmann (Hrsg.), Mediensozialisation in „smarten“ Umgebungen. Selbstund Sozialwerdung im Kontext von Datafizierung und Automatisierung. Springer. Brüggen, Niels/Sūna, Laura (2023). Zur Vielfalt an Kompetenzbegriffen im Kontext des digitalen Wandelns. In kompetent. 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Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr wichtig/eher wichtig). Tabelle 2 zu Abbildung 18: Relevanzeinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50 Jahre) 50-64Jahre (n=477-481) n in% 65-74Jahre (n=223-230) n in% 75Jahre und älter (n=164-174) n in% Sich online informieren 407 85 185 81 140 81 Glaubwürdigkeit beurteilen 427 89 204 89 147 85 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 188 39 68 30 57 33 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 379 79 165 74 103 63 Mögliche Risiken erkennen 443 92 190 83 145 84 Kreative Inhalte erstellen 133 28 73 32 60 34 Kreative Inhalte teilen 167 35 83 37 72 41 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 370 77 173 76 121 71 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 410 86 181 79 124 74 Sich selbst Grenzen setzen 429 90 210 92 147 85 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 455 95 214 94 157 90 Medien nutzen, dass es mir guttut 436 91 197 87 147 85 Die eigenen Online-Daten schützen 468 97 219 95 169 97 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr wichtig/eher wichtig). Anhang 68 Tabelle 3 zur Relevanzeinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach formaler Bildung Niedrige Bildung (n=468-480) n in% Mittlere Bildung (n=829-837) n in% Höhere Bildung (n=389-391) n in% Sich online informieren 376 79 733 88 366 94 Glaubwürdigkeit beurteilen 402 84 760 91 377 96 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 180 38 336 40 161 41 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 347 74 644 78 326 84 Mögliche Risiken erkennen 402 84 763 91 374 96 Kreative Inhalte erstellen 183 38 258 31 126 33 Kreative Inhalte teilen 198 41 316 38 147 38 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 381 80 659 79 321 82 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 398 84 719 86 360 92 Sich selbst Grenzen setzen 415 86 746 89 362 93 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 435 91 782 94 385 99 Medien nutzen, dass es mir guttut 413 87 760 91 373 96 Die eigenen Online-Daten schützen 467 97 802 96 384 98 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr wichtig/eher wichtig). Tabelle 4 zur Relevanzeinschätzung von Medienund Digitalkompetenz bei Männern und Frauen Männer (n=934-941) n in% Frauen (n=916-929) n in% Sich online informieren 818 87 795 86 Glaubwürdigkeit beurteilen 842 90 839 91 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 410 44 358 39 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 718 77 720 79 Mögliche Risiken erkennen 850 90 838 91 Kreative Inhalte erstellen 318 34 314 34 Kreative Inhalte teilen 359 38 366 40 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 753 80 748 81 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 803 86 826 89 Sich selbst Grenzen setzen 812 86 854 92 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 871 93 882 95 Medien nutzen, dass es mir guttut 832 90 857 92 Die eigenen Online-Daten schützen 903 96 899 97 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr wichtig/eher wichtig). 69 Tabelle 5 zur Relevanzeinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Berufsgruppen Pflege (n=68-70) n in% Schulische Bildung (n=71-73) n in% IT (n=79) n in% Öffentlicher Dienst (n=88-89) n in% Sich online informieren 55 79 67 93 75 95 76 85 Glaubwürdigkeit beurteilen 61 87 69 97 74 94 87 97 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 22 33 32 45 33 42 27 31 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 46 67 59 82 72 91 78 89 Mögliche Risiken erkennen 59 84 69 97 71 91 86 96 Kreative Inhalte erstellen 24 35 28 38 23 30 25 29 Kreative Inhalte teilen 24 35 31 43 28 36 24 27 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 54 79 55 77 63 80 73 82 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 66 95 69 95 68 86 74 83 Sich selbst Grenzen setzen 62 90 69 97 68 87 81 91 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 66 94 73 100 76 96 85 95 Medien nutzen, dass es mir guttut 69 99 71 99 72 91 82 93 Die eigenen Online-Daten schützen 67 97 71 97 73 93 87 98 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Nun interessiert uns, wie wichtig es Ihrer Meinung nach ist, dass Menschen heutzutage in der Lage sind, … Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr wichtig/eher wichtig). Tabelle 6 zu Abbildung 19: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (12 bis 49 Jahre) 12-19Jahre (n=158-169) n in% 20-34Jahre (n=355-398) n in% 35-49Jahre (n=381-429) n in% Sich online informieren 153 91 373 94 393 92 Glaubwürdigkeit beurteilen 112 66 303 76 338 79 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 151 91 344 88 367 89 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 137 83 338 86 322 75 Mögliche Risiken erkennen 124 73 306 77 319 74 Kreative Inhalte erstellen 106 66 209 55 154 39 Kreative Inhalte teilen 132 82 310 81 268 66 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 91 54 268 67 262 62 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 149 95 333 94 325 85 Sich selbst Grenzen setzen 91 54 214 54 284 66 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 127 76 295 74 299 70 Medien nutzen, dass es mir guttut 108 64 278 70 313 73 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies…? Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr gut/eher gut). 70 Tabelle 7 zu Abbildung 20: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Alter (über 50 Jahre) 50-64Jahre (n=400-481) n in% 65-74Jahre (n=163-229) n in% 75Jahre und älter (n=126-170) n in% Sich online informieren 382 80 169 74 106 63 Glaubwürdigkeit beurteilen 307 64 121 54 82 49 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 308 70 93 51 60 44 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 275 59 103 47 53 32 Mögliche Risiken erkennen 302 63 112 51 80 48 Kreative Inhalte erstellen 141 32 62 32 42 27 Kreative Inhalte teilen 224 51 94 48 66 44 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 201 42 54 24 26 15 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 322 81 113 70 62 49 Sich selbst Grenzen setzen 389 82 199 89 138 81 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 315 67 148 67 117 70 Medien nutzen, dass es mir guttut 375 79 171 78 124 74 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies …? Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr gut/eher gut). Tabelle 8 zu Abbildung 21: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach formaler Bildung Niedrige Bildung (n=398-479) n in% Mittlere Bildung (n=699-834) n in% Höhere Bildung (n=328-391) n in% Sich online informieren 338 71 724 87 364 93 Glaubwürdigkeit beurteilen 272 57 555 67 323 83 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 282 65 596 78 306 84 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 272 58 539 65 289 75 Mögliche Risiken erkennen 261 55 559 68 297 76 Kreative Inhalte erstellen 183 42 283 37 157 44 Kreative Inhalte teilen 250 56 504 65 223 62 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 185 39 415 50 219 57 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 297 75 580 83 285 87 Sich selbst Grenzen setzen 357 75 592 71 264 68 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 286 61 591 72 297 77 Medien nutzen, dass es mir guttut 348 74 619 75 286 74 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies …? Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr gut/eher gut). 71 Tabelle 9 zu Abbildung 22: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz bei Männern und Frauen Männer (n=762-927) n in% Frauen (n=811-937) n in% Sich online informieren 804 86 763 82 Glaubwürdigkeit beurteilen 666 71 588 64 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 681 79 634 74 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 688 74 534 59 Mögliche Risiken erkennen 658 70 575 63 Kreative Inhalte erstellen 336 39 370 43 Kreative Inhalte teilen 521 60 563 66 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 563 60 334 36 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 672 83 623 82 Sich selbst Grenzen setzen 637 68 671 73 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 653 70 642 70 Medien nutzen, dass es mir guttut 674 73 686 75 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies …? Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr gut/eher gut). Tabelle 10 zu Abbildung 23: Selbsteinschätzung von Medienund Digitalkompetenz nach Berufsgruppen Pflege (n=58-70) n in% Schulische Bildung (n=60-73) n in% IT (n=70-79) n in% Öffentlicher Dienst (n=80-89) n in% Sich online informieren 47 69 66 92 75 96 77 87 Glaubwürdigkeit beurteilen 35 51 61 84 66 84 62 71 Inhalte zur Unterhaltung auswählen 40 66 53 80 64 89 62 76 Einstellungen von Diensten und Geräten ändern 32 45 45 66 68 87 58 66 Mögliche Risiken erkennen 35 50 58 80 69 87 60 68 Kreative Inhalte erstellen 21 35 29 45 41 56 24 29 Kreative Inhalte teilen 34 53 43 65 46 65 34 42 Technische Schwierigkeiten selbstständig beheben 19 27 32 44 68 86 40 45 Respektvoll auf Inhalte von anderen reagieren 42 73 49 82 60 86 61 76 Sich selbst Grenzen setzen 59 85 57 79 49 63 71 80 Einschätzen, wem man online vertrauen kann 49 71 57 79 64 83 68 76 Medien nutzen, dass es mir guttut 59 86 55 76 61 78 61 69 Quelle: Digitales Deutschland; Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung ab 12 Jahren, alle regelmäßigen Internetnutzer*innen. Frage: Im Folgenden geht es darum, wie Sie selbst Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Nutzung digitaler Medien einschätzen. Sagen Sie mir bitte zu den folgenden Dingen, wie gut Sie das können, was jeweils beschrieben wird. Können Sie dies …? Angaben in absoluten Zahlen und Prozent (sehr gut/eher gut). 78 [Nur für Befragte, die den Begriff „KI“ kennen] Und in Bezug auf die Gesellschaft insgesamt? Sehen Sie Künstliche Intelligenz da …? • eindeutig als Chance • eher als Chance • teils, teils • eher als Gefahr • eindeutig als Gefahr • weiß nicht [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] [Bitte Geschlecht angeben!] • männlich • weiblich • divers Darf ich fragen, wie alt Sie sind? [offene Frage] • keine Angabe [nicht vorlesen] Haben Sie eine länger andauernde gesundheitliche Beeinträchtigung, die Sie im Alltag einschränkt (z. B. bei der Erledigung von Aufgaben zu Hause, am Arbeitsplatz, bei Freizeitaktivitäten oder wenn Sie unterwegs sind)? Diese gesundheitliche Beeinträchtigung kann körperlich, seelisch oder geistig sein. [Bei Nachfrage, was „länger andauernd“ bedeutet, „ungefähr 6 Monate oder länger“ als Orientierung nennen] • nein • ja, nämlich: _____ • weiß nicht [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] Welchen höchsten allgemeinen Bildungsabschluss haben Sie? • noch Schüler*in [bei Bedarf vorlesen] • kein Abschluss [bei Bedarf vorlesen] • Volks-/Hauptschule ohne abgeschlossene Lehre [bei Bedarf vorlesen] • Volks-/Hauptschule mit abgeschlossener Lehre [bei Bedarf vorlesen] • Weiterführende Schule ohne Abitur [bei Bedarf vorlesen] • Abitur/Fachhochschulreife [bei Bedarf vorlesen] • Fach-/Hochschulstudium [bei Bedarf vorlesen] • anderer Schulabschluss [bei Bedarf vorlesen] • weiß nicht [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] [Nur für Schüler*innen] Welchen höchsten Schulabschluss streben Sie an? • Volks-/Hauptschulabschluss [bei Bedarf vorlesen] • Realschule/mittlere Reife [bei Bedarf vorlesen] • Fachhochschulreife [bei Bedarf vorlesen] • Abitur [bei Bedarf vorlesen] • anderes [bei Bedarf vorlesen] • weiß nicht [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] 79 [Alle außer Schüler*innen] Was von dem Folgenden trifft auf Sie zu? Sind Sie… • ganztags berufstätig (auch mithelfend oder Berufssoldat*in) • halbtags oder stundenweise berufstätig (Teilzeit, auch in Heimarbeit, mithelfend) • in einer Berufsausbildung, Lehre • zurzeit Kurzarbeiter*in • zurzeit arbeitslos, auch: Null-Kurzarbeit • Rentner*in, Pensionär*in • im Vorruhestand • Hausfrau/-mann • in einer Hochschulausbildung • im Bundesfreiwilligendienst • weiß nicht [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] [Alle Berufstätigen] Welche berufliche Tätigkeit üben Sie zurzeit aus? Bitte beschreiben Sie die Tätigkeit so genau wie möglich, also z. B. „Schuhverkäufer*in“ statt „Verkäufer*in“ [offene Frage] • keine Angabe [nicht vorlesen] [Alle Berufstätigen] Hat dieser Beruf noch einen besonderen Namen? • ja, und zwar: _______________ [offen] • nein • keine Angabe [nicht vorlesen] [Alle zurzeit nicht mehr Berufstätigen] Welche berufliche Tätigkeit haben Sie zuletzt ausgeübt? Bitte beschreiben Sie die Tätigkeit so genau wie möglich, also z. B. „Schuhverkäufer*in“ statt „Verkäufer*in“ [offene Frage] • keine Angabe [nicht vorlesen] [Alle zurzeit nicht mehr Berufstätigen] Hat dieser Beruf noch einen besonderen Namen? • ja, und zwar: _______________ [offen] • nein • keine Angabe [nicht vorlesen] Wie viele Personen leben ständig in Ihrem Haushalt, Sie selbst miteingeschlossen? Denken Sie bitte auch an alle im Haushalt lebenden Kinder. • eine Person • zwei Personen • drei Personen • vier Personen • fünf Personen und mehr • keine Angabe [nicht vorlesen] [Alle, außer Personen, die allein leben] Und wie viele der Personen in Ihrem Haushalt sind Kinder unter 18 Jahre? • eine Person • zwei Personen • drei Personen • vier Personen • fünf Personen und mehr • keine [nicht vorlesen] • keine Angabe [nicht vorlesen] 80 [Eine Person] Wie alt ist das Kind? _____ [offen] [Mehrere Personen] Wie alt sind die Kinder? _____ [offen] • keine Angabe [nicht vorlesen] Sind Sie nach Deutschland eingewandert ODER hatten Sie bei Ihrer Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit? • ja, und zwar: _______________ [offen] • nein • keine Angabe [nicht vorlesen] Sind Ihre Eltern nach Deutschland eingewandert ODER hatten Ihre Eltern bei der Geburt eine ausländische Staatsangehörigkeit? • ja, meine Mutter, und zwar: _______________ [offen] • ja, mein Vater, und zwar _______________ [offen] • ja, beide Eltern, und zwar _______________ [offen] • nein, weder Vater noch Mutter • keine Angabe [nicht vorlesen] Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten, wie Sie Ihr gegenwärtiges Haushaltseinkommen beurteilen? Mit dem gegenwärtigen Einkommen kann ich/können wir … • sehr gut leben • gut leben • zurechtkommen • nur schwer zurechtkommen • nur sehr schwer zurechtkommen • keine Angabe [nicht vorlesen] Gefördert vom Ein Projekt des in Zusammenarbeit mit Die Studie Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 zeigt auf, in welchen Bereichen Förderbedarfe bei Kompetenzen in Bezug auf digitale Medien allgemein und Künstliche Intelligenz im Speziellen bestehen. Zudem führen die Ergebnisse vor Augen, dass die Kompetenzen auf unterschiedlichen Wegen erworben werden. Damit liefert die Studie eine wichtige Datengrundlage für die Konzeption und Gestaltung von Maßnahmen zur Kompetenzförderung. Der Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2025 basiert auf einer bundesweiten repräsentativen Befragung der deutschsprachigen Bevölkerung, an der 2013 Personen teilnahmen. Diese wurde im Rahmen des Projekts Digitales Deutschland realisiert. Der Bericht richtet sich an Bildungsträger sowie Bildungsund Digitalpolitik. Er dient als Orientierung, um allen Teilen der Bevölkerung in einer vom digitalen Wandel geprägten Gesellschaft adäquate Angebote zur Weiterentwicklung ihrer Digitalund Medienkompetenz machen zu können und so zu einem gelingenden (Zusammen-)Leben beizutragen. kopaed (münchen) ISBN 978-3-96848-788-5 18,80€