Rituale des online-lernens
Full text
Phase 2 Zaghafte Weiterentwicklung tradierter und adaptierter Lernrituale und Übergang zu neuen Formen des Lernens und Kommunizierens. Das manifestiert sich zum Beispiel in: • Tandem-Projekten. • dem Odyssee-Projekt des Goethe-Instituts. • dem Einschluss visueller Elemente in der E-Kommunikation (Bilder, virtuelle Klassenzimmer). • dem Einsatz von E-Assistenten. • Grammatikanimationen. • digitalen Werkzeugen. • der Nutzung von Hyper-Literatur. Der Übergang von instruktionistischen Verfahren zu konstruktivistischen geschieht dabei über Mischformen (moderater Konstruktivismus/Instruktionismus der 2. Generation). Dabei wird noch wenig berücksichtigt, dass die Online-Medien genuin Kultur überschreitend sind, also stärker als bisher auf die kulturelle Disposition der Lerner bei der Nutzung elektronischer Medien eingegangen werden muss. Wie weit dabei der Einfluss der Kultur spezifischen Konzeptwelt der Lerner reicht, ist ausführlich in MacFadyen/Roche (2004) dargestellt worden (siehe auch Roche 2001, 2007 und 2008). Diese kulturelle Bedingtheit hat folgenschwere Auswirkungen auf Sprachund Kulturvermittlung und Spracherwerb, unter anderem bei: • der Standardisierung der Technik als einem Versuch des Überschreitens (oder Übergehens oder Ignorierens) interkultureller Kommunikationsdifferenzen • der Nicht-Beachtung der Denkund Lernkonventionen und -rituale (zum Beispiel beim Öffentlichkeitsgrad von Web-2.0Komponenten) • Lehrmethodik und Lehrerrollen, Unterrichtszielen und Qualitätskontrollverfahren • Rückgriffen auf bekannte Lernund Anerkennungs-(Belohnungs-)rituale (Creditvergabe, Tests, Zertifizierung), durch die die Akzeptanz der E-Programme erhöht werden soll. Gängige Bewertungen des Medieneinsatzes im Unterricht Die Diskussion über den Einsatz von Medien im Fremdsprachenunterricht bestimmen bisher vor allem folgende Aspekte: • Durch die Medien lässt sich die Motivation der Lerner erhöhen. Medien bieten Unterhaltung und Abwechslung. • Medien bieten Unabhängigkeit von Zeit und Raum. • Medien schaffen einen leichteren, schnelleren und kostengünstigeren Zugang zu Informationen. Mit ihnen lassen sich Informationsressourcen besser nutzen. • Medien erleichtern die Kommunikation. • Mit den Medien können Lerner eine weitere Schlüsselkompetenz und eine Methodenkompetenz erwerben. • Durch die Medien wird der Lerner zum Manager seines eigenen Lernens. ommunikation im Fremdsprachenunterricht ist weitestgehend ritualisierte Kommunikation. Frageund Antwortrituale, fixierte Rollenverteilungen, limitierte Textsorten und begrenzte Themen geben in der Regel den Rahmen der Kommunikation im Unterricht vor. In älteren Unterrichtsverfahren sind diese Rituale so hoch automatisiert, dass wenig Spielraum für eigene Produktionen der Lerner bleibt. Das Resultat: Lerner beherrschen zwar die kommunikativen Rituale des Unterrichts mehr oder weniger akkurat. Sie sind damit aber noch längst nicht in der Lage, authentische Kommunikation mit Sprechern der Zielsprache zu verstehen oder zu gestalten. Die Unterrichtsmedien reflektieren dieses Kommunikationsverständnis in direkter Art, wobei der Unterhaltung oder Abwechslung wegen Verfahren auch eklektisch gemischt werden. Die Phasen der Nutzung elektronischer Medien in der Sprachvermittlung kann man folgendermaßen zusammenfassen: Phase 1 Rückgriff auf etablierte (lange tradierte) Lernrituale, nämlich instruktionistische Verfahren, wie sie etwa die GrammatikÜbersetzungsmethode oder behaviouristische Methoden darstellen. Das manifestiert sich unter anderem in: • den frühen DOS-Programmen, als didaktischer Rückschritt über 2 Generationen. • der Überfülle eingelesener («gescannter») Seiten in Online-Lehrprogrammen. • der rigiden Funktionalität von Lernverwaltungssystemen wie WebCT, Blackboard und anderen. • Methoden des Wortschatzlernens nach der althergebrachten Paarassoziation statt etwa konnektivistischer Ansätze. 62 Magazin Theorie und Praxis DaF Teoría y Práctica Rituale des Online-Lernens JÖRG ROCHE Ludwig-Maximilians-Universität, München K Kommunikation im Fremdsprachenunterricht ist weitestgehend ritualisiert. Frageund Antwortrituale, fixierte Rollenverteilungen, limitierte Textsorten und begrenzte Themen geben in der Regel den Rahmen der Kommunikation im Unterricht vor. [ [
septiembre 2008 63 gerichteter Lehrverfahren können solche Automatisierungsverfahren aber dennoch eine effiziente Funktion erfüllen. Dann sind sie aber in entsprechende Sequenzen und sinnvolle Aufgaben eingebettet (Roche 2008). Auch Programme, die nach dem anderen Extrem lernpsychologischer Hypothesen, dem konstruktivistischen Lernen, entwickelt sind, erfüllen oft längst nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Gerade beginnende und nicht an autonomes Lernen gewöhnte Lerner sind durch die Fülle der Möglichkeiten offener Lernumgebungen oft stark überfordert und scheitern an den postulierten Vorteilen der gewonnenen Selbstständigkeit. Autonomes Lernen setzt gute Kenntnisse und Fertigkeiten und Disziplin der Lerner voraus. Als funktionierende Zwischenlösung haben sich daher Programme herausgeDiese Aspekte enthalten teilweise richtige Beobachtungen und relevante Gründe, sie werden aber dem eigentlichen Potenzial der Medien in dieser kontextlosen Form nur ungenügend gerecht. Dieses Potenzial lässt sich nur an Hand der Frage nach dem Mehrwert der Mediennutzung beantworten: Was können bestimmte Medien in einer bestimmten Situation besser als andere? Die Antwort auf die Frage ist daher von den jeweiligen Lehrund Lernzielen und dem Lernkontext abhängig. Warum herrscht eine so weitgehende Skepsis gegenüber den Medien? Der häufig uneingeschränkten Euphorie über die Gebrauchsmöglichkeiten der Medien steht oft eine ebenso ausgeprägte Skepsis gegenüber. Sie nährt sich vor allem aus: • der Angst der Lehrerinnen und Lehrer vor der Technik und einer möglichen Blamage durch mangelnde Kompetenz im Umgang damit. • einer Angst vor Arbeitsplatzverlust. • den Einwänden: keine Zeit, keine Ausstattung, keine Lust. • mangelndem Nachweis des Erfolgs der Medien. Tatsächlich lässt die Evaluation des wirklichen Nutzens der Medien beim Spracherwerb sehr zu wünschen übrig. Zudem lässt das beabsichtigte Interesse der Lerner besonders bei kommerziellen Standardanwendungen (als Software oder im Internet) recht schnell nach, da die Übungen schnell zur Routine und damit langweilig werden. Das liegt vor allem daran, dass diese Anwendungen sehr alten, überholt geglaubten behavioristischen Methoden zu einem zweiten Frühling verhelfen wollten. Aus der Lernerperspektive sind solche Programme langweilig und nicht effizient. Der Lerner, das zu konditionierende Wesen. Als Teilkomponente komplexerer, auf die Vermittlung von Inhalten ausstellt, die die Vorteile der Instruktion mit denen des autonomen Lernens kombinieren. Zu diesen Programmen des moderaten Konstruktivismus (oder Instruktionismus der zweiten Generation) gehört unter anderem das moderat moderierte jetzt.de der Süddeutschen Zeitung mit den Bearbeitungshinweisen im Portal des Goethe-Instituts (www.jetzt.deund www.goethe.de/z/jetzt). Vor einer Euphorie, die allein auf dem Mythos technischen Fortschrittes aufbaut, ist zu warnen. Gerade in der Lehre gilt es, kritisch zu prüfen, inwiefern neue Technologien inhaltlichen und didaktischen Erfordernissen gerecht werden und tatsächlich zu einer funktionalen Verbesserung beitragen. Kurzum, nach der euphorischen Anfangsphase geht es mittlerweile eigentlich längst um eine eher aufgeklärte Evaluation der Leistungen der neuen Medien in der Bildung und um eine Intensivierung der Bemühungen um eine Lehre, die das Potenzial der neuen Medien mediengerecht nutzt und dabei das Klicken der Hand tatsächlich in ein Klicken im Kopf umsetzt. Behutsam entwickeln sich dabei neue Formen der Kommunikation auf der Basis bestehender Kommunikationsrituale im Kontext der neuen Möglichkeiten der Medien. Von den etablierten Ritualen zu medienadäquaten Formen der Kommunikation – ein Beispiel Bei den Online-Programmen der DeutschUni Online (DUO) handelt es sich um einen neuartigen Ansatz des Fremdsprachenlernens und -lehrens. Er setzt Erkenntnisse der Spracherwerbsforschung, die effizienten Methoden der kommunikativ-interkulturellen Didaktik und die neuesten technologischen Entwicklungen gezielt in Was können bestimmte Medien in einer bestimmten Situation besser als andere? Die Antwort auf die Frage ist von den jeweiligen Lehrund Lernzielen und dem Lernkontext abhängig. [ [
Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst. • Die Teilnehmer werden in virtuellen Klassen organisiert. Dies bietet interessante Kontakte zu künftigen Kommilitonen und zu Lernern in aller Welt. • Die individuelle persönliche Betreuung durch einen Online-Tutor vom Heimatland bis zur deutschen Hochschule ist möglich, zugleich die kontinuierliche Überprüfung des Lernfortschritts. • Flexible Unterrichtsformate (ELearning, Blended-Learning, Präsenzphasen) und Kombinationen mit weiterführenden Angeboten (zum Beispiel eine gezielte Prüfungsvorbereitung auf den TestDaF) können realisiert werden. Was ist nun das Besondere am medialen Fremdsprachenunterricht? Zu den Vorteilen der medialen Realisierung gehören die folgenden: • Offene Lernumgebung, entdeckendes Lernen mit Navigationshilfen, leicht zu aktualisierende Lerninhalte. • Individuelles und unabhängiges Lernen, Lernerautonomie. • Örtlich und zeitlich flexible Nutzbarkeit. • Vielfalt authentischer Textsorten. • Wissenstransfer (durch Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlern). • Werkzeuge und Ressourcen zum Weiterlernen. Mit den Programmen von DUO liegt eine offene und flexible Lernumgebung für die Studienvorbereitung und -begleitung 64 Magazin Theorie und Praxis DaF Teoría y Práctica Zielgruppen sind vor allem Studierende sowie WissenschaftlerInnen und alle weiteren Interessierten, die sich auf ein Studium oder Forschungsprojekt in Deutschland vorbereiten, ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollen oder die einfach einen aktuellen und lebendigen Grund-, Mitteloder Oberstufenkurs suchen. [ [ einer Mediendidaktik ein, um den Sprachund Kulturerwerb im Allgemeinen und den fachspezifischen Spracherwerb im Besonderen wesentlich zu verbessern, zu beschleunigen und dabei interessanter zu machen. Gleichzeitig erlauben die entwickelten Materialien aber einen flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Unterrichtsformaten. Besonders wurde hierbei Wert auf eine offene, pflegeleichte und lebendige Lernumgebung gelegt, die es den Lernern leicht macht, auch eigenständig weiterzulernen, ohne dabei in der Weite des Internets verloren zu gehen. Zielgruppen für das Programm sind vor allem Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und alle weiteren Interessierten, die sich auf ein Studium oder Forschungsprojekt in Deutschland vorbereiten, ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollen oder die einfach einen aktuellen und lebendigen Grund-, Mitteloder Oberstufenkurs suchen. Ausreichende und vor allem spezifische Deutschkenntnisse sind schließlich ein entscheidender Faktor für den Zugang zum Wissenschaftsstandort Deutschland und damit für die Internationalisierung der deutschen Hochschulen. DUO ist modular aufgebaut und will damit den verschiedenen Bedürfnissen und Niveaustufen der Lerner gerecht werden: «basis-deutsch»-Module mit allgemeinsprachlichen Inhalten für Anfang oder Aufbau, «uni-deutsch»-Module auf Mittelstufenniveau zur Studienvorbereitung und «fach-deutsch»-Module für die Vermittlung von Fachsprachen und Fachwissen an fortgeschrittene Lerner. Die Module stehen über das Internet (www.deutsch-uni.com) und die Fernlehre des Goethe-Instituts (www.goethe.de/lrn/prj/fnu/dln/b1/udt/deindex.htm) sowie weitere Lizenznehmer interessierten Lernern im Inund Ausland zur Verfügung. Vorgehen bei einem Online-Lernprogramm von DUO • Das Sprachniveau der Teilnehmenden wird mit einem C-Test gemessen. Als C-Test wird der Online-Einstufungstest Deutsch als Fremdsprache (onDaF) eingesetzt. • Lerninhalte und Lernwege werden dann entsprechend den Vorkenntnissen und vor. Das Material lässt sich in vielfältiger Weise im Unterricht oder für das selbstständige Lernen nutzen. Es ist mit Hilfe von führenden Wissenschaftlern der einzelnen Fachgebiete entwickelt worden. Zudem bietet die Plattform eine komplexe Lernerverwaltung und Hausaufgabenarchive für die einfache Verwaltung der Klassen. Dadurch lassen sich für die Lehrkräfte minimale Vorbereitungszeiten und eine Entlastung beim Korrekturaufwand erzielen. Dabei wird die Plattform durch Techniker betreut und kontinuierlich weiterentwickelt. Und sie dient zur Erforschung von Lehrund Lernprozessen des Spracherwerbs (siehe unter anderem Veröffentlichungen in ZIF 1/2004). Der zuvor beschriebene graduelle Übergang von etablierten Kommunikationsund Lehr-/Lernritualen zu neuen, medienadäquaten (und eher authentischen) Formen der Kommunikation zeigt sich in DUO dabei unter anderem: • bei den vielfältigen Rückmeldeoptionen von Tutoren und Tutorinnen zu den Produktionen ihrer Lernerinnen und Lerner (inklusive E-Assistenten) • durch die Aufnahme authentischer Arbeitsund Kommunikationsinhalte aus Alltag, Beruf und Wissenschaft und mittels Lernwerkzeugen und Animationen • durch erweiterte, kombinierte Lernund Kommunikationswerkzeuge inklusive virtueller Klassenzimmer und die Nutzung aktueller Kommunikationsmedien • in der Bewusstmachung der Rezeptionsprozesse (Textkonstruktion) am Beispiel der Hyperfiction. Mediennutzung im Kontext einer allgemeinen Sprachdidaktik Die neuen Medien tragen damit in vielfacher Hinsicht zur Qualitätssteigerung des Fremdsprachenunterrichts bei. Elektronische Medien in der Lehre sind kein Glaubensbekenntnis. Es sollte das Prinzip gelten, elektronische Medien dort einzusetzen, wo sie tatsächlich Vorteile gegenüber traditionellen Medien bringen. Das ist nicht überall der Fall und wird auch nie überall der Fall sein. Angemessener sind meist modulare Verfahren aus einem Medienmix. Mediennutzung hat es schon immer gegeben. Wenn es neue Medien gibt, sollten diese auch selbstverständlich genutzt werden, wenn sie sich dafür anbieten.
septiembre 2008 65 Lernen ergibt sich nicht einfach dadurch, dass man die Lerner massiven Datenmengen oder verschriftlichten Vorlesungen aussetzt. Viel stärker als bisher müsste die Technologie interaktiv und nicht-linear eingesetzt werden, das heißt den Lernern nicht nur erlauben zu rezipieren, sondern sie auch befähigen, kreativ und intelligent vorzugehen. In die medialen Module des Unterrichts einzuschließen sind vor allem solche Inhalte, Textsorten und Quellen, die bereits in elektronischer Form vorliegen. Es sollte nicht so sehr darum gehen, traditionelle Kommunikationsund Unterrichtsformen elektronisch zu ersetzen, sondern die zunehmend die Alltagskommunikation bestimmenden E-Medien und E-Werkzeuge auch authentisch im Unterricht abzubilden und einzusetzen. Das schließt die modernen E-Kommunikationsformen ein. Bei der Entwicklung von neuer Software ist nicht nur auf Eleganz und leichte Bedienbarkeit zu achten (und das schließt unterhaltende und spielerische Charakteristika durchaus ein). Im Mittelpunkt der Verwendung von Medien und der Entwicklung von Applikationen muss der Lernerfolg stehen. Hierzu ist eine wesentlich intensivierte Medienund Technologieforschung notwendig. Die Möglichkeiten der Technologie, durch Diversifikation auf individuelle Bedürfnisse der Lerner – zum Beispiel geschlechtsspezifische oder kulturspezifische Lernpräferenzen – einzugehen, sollten dabei stärker als bisher ausgenutzt werden. Darüber hinaus sollten auch die Medien selbst und die in ihnen vermittelten Inhalte nicht als absolut gegeben vorausgesetzt, sondern in die interkulturelle Vermittlung miteinbezogen werden. Das könnte zum Beispiel auch dadurch geschehen, dass man die Lerner selbst mit den Medien aktiv umgehen lässt. Die mediendidaktische Forschung ist unbedingt zu intensivieren. Wir wissen noch viel zu wenig über die tatsächlichen Lerneffekte der Medien. OnlineMedien schaffen hierbei ganz neue Möglichkeiten für die Spracherwerbsund Lehrforschung. Ein ganz wichtiger Viel stärker als bisher müsste die Technologie interaktiv und nicht-linear eingesetzt werden, das heißt den Lernern nicht nur erlauben zu rezipieren, sondern sie auch befähigen, kreativ und intelligent vorzugehen. [ [ Faktor ist dabei die Lehrerausund - fortbildung. Die beste Technologie und Software nutzt im Unterricht wenig, wenn Lehrer nicht damit umgehen können oder gar Angst davor haben. Das ist aber heute noch weitgehend der Fall. Zu einem mediendidaktischen Konzept gehört unbedingt auch die laufende technische Betreuung und Beratung der Lehrkräfte. Das sollte eigentlich besonders für die Hochschulen gelten, die ja den Auftrag haben, neue Entwicklungen vorzubereiten und zu erforschen anstatt ihnen Jahrzehnte hinterherzulaufen. Amerikanische Universitäten haben so etwa vor 15 Jahren begonnen, die Bedeutung technischer Betreuung zu verstehen und daraufhin überall IT-Abteilungen eingerichtet. Hierfür sind massive langfristige Investitionen erforderlich. Diese Investitionen sind umfangreicher als die in die technische Ausstattung. Eine stärker medienorientierte Didaktik muss Auswirkungen haben auf die Infrastruktur von Unterrichtsräumen. Auch bei vielseitigem Einsatz der Technologie sollte sie der menschlichen Interaktion nicht im Wege stehen, wie das in vielen Computerlaboren heute noch der Regelfall ist. Sie muss, soweit das geht, transparent sein und die Lerner nicht der Maschine ausliefern, sondern ihnen Kommunikation in verschiedenen Sozialformen und Konstellationen ermöglichen. Die neuesten E-Lernplattformen, die aus didaktischen Gesichtspunkten entwickelt worden sind, können im Prinzip alle Sozialformen des Präsenzunterrichts medial vermittelt darstellen ■ Weiterführende Literatur Baumgartner, P. (1997), «Didaktische Anforderungen an (multimediale) Lernsoftware», in Issing, Ludwig J. / Klimsa, Paul (Hg.), Information und Lernen mit Multimedia, Beltz, Weinheim, 241–252. Issing, L. (1997), «Instruktionsdesign für Multimedia», in Issing, Ludwig J./Klimsa, Paul(Hg.), Information und Lernen mit Multimedia, Beltz, Weinheim, 195–220. Macfadyen, L., Roche, Jörg & Doff, Sabine, (2004), Communicating Across Cultures in Cyberspace, Lit, Hamburg. Roche, J. (2008): Fremdsprachenerwerb – Fremdsprachendidaktik. 2., überarb. u. erw. Auflage, Francke, Tübingen. Roche, J. (2007), «Fremdsprachen lernen medial. Entwicklungen, Forschungen, Perspektiven». Kommunikation und Kulturen/Cultures and Communication, Bd. 5. Roche, J.(Hg.)(2005), Fit für den TestDaF, Hueber, Ismaning. Roche, J. (2001), Interkulturelle Sprachdidaktik, Gunter Narr, Tübingen. Roche, J. (2002), «Plädoyer für ein theoriebasiertes Verfahren von Software-Design und Software-Evaluation». Zeitschrift Deutsch als Fremdsprache. 2002: 94–103. Rösler, D. (2004), E-Learning Fremdsprachen – eine kritische Einführung, Stauffenburg, Tübingen. ZIF 1/2004. http://www.spz.tudarmstadt.de/projekt_ejournal/jg-09-1/allgemein/beitra23.htm
