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Übersetzung und Abhängigkeit – über ein prekäres Verhältnis, unter besonderer Berücksichtigung der Tschechischen Nationalen Wiedergeburt

Rinas, Karsten

Abstract

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Full text

Übe se zung und Abhängigkei – übe ein p ekä es Ve häl nis, un e besonde e Be ücksich igung de Tschechischen Na ionalen Wiede gebu * Ka s en Rinas– Palacký ‑Uni e si ä , Olomouc ABSTRACT T ansla ion and Dependence– On aP eca ious Rela ionship, wi h Special Conside‑ a ion o he Czech Na ional Re i al T ansla ions can be app ecia ed as en ichmen s o he a ge cul u e; howe e , hey can also be de alued as dependen con ibu ions. This ension also played an impo an ole in he app ecia ion o ansla ions om Ge man in he con ex o he Czech na ional e i al. This a icle examines his aspec in mo e de ail, aking in o accoun he Ge man ‑Czech na ionali y con lic as well as deba es wi hin he Czech communi y. I is shown ha bo h olde Ge man and Czech con ibu ions a e based on he iew ha in luences indica e alo‑ we alue o e en in e io i y. The a icle concludes wi h aplea o amo e di e en ia ed iew o cul u al ans e . KEYWORDS cul u al ans e ; ansla ion; dependence; Czech na ional e i al 1. EINLEITUNG Ce an es ha seinem Helden Don Quixo e eine wenig schmeichelha e Wü digung de Übe se zungs ä igkei in den Mund geleg : Dessenungeach e schein es mi , daß das Uebe se zen aus eine Sp ache in die an‑ de e […] sich so e häl , als wenn man die lamändischen Tape en au de un ech en Sei e sieh , denn ob sich gleich die Figu en zeigen, so sind sie doch olle Fäden, die sie en s ellen, und sie zeigen sich nich in de Schönhei und Vollkommenhei , wie au de ech en Sei e; auch beweis das Uebe se zen aus leich en Sp achen eben so wenig Talen als Be edsamkei , so wenig wie de beides zeigen kann, de ein Papie om ande n absch eib . (de Ce an es Saa ed a 1853: 551) * Diese Publika ion en s and an de Palacký ‑Uni e si ä Olomouc im Rahmen des om schechischen Schulminis e ium (Minis e s o škols í, mládeže a ělo ýcho y ČR) ge ö de en P ojek s IGA_ FF_2024_021. 52 BRÜCKEN 31/2 Das Übe se zen is demnach eine unk ea i e, epigonale Tä igkei , de en Resul a zudem on ge inge e Quali ä is als das O iginal.1– Diese Einschä zung dü e siche nich au unge eil e Zus immung s oßen, insbesonde e nich in de mode nen T ans‑ la ologie. Vielmeh we den hie die k ea i en Aspek e des Übe se zens sowie die Be‑ eiche ung du ch kul u ellen T ans e be on . Alle dings ände auch diese posi i e e Sich nich s da an, dass Übe se zungen du ch ein gewisses Abhängigkei s e häl nis cha ak e isie sind. Dieses kann un e schiedlich pe spek i ie we den. Nach Kolle kann „die übe se zungskons i uie ende Rela ion zwischen Ziel ex und Ausgangs ex […] als Äqui alenz ela ion“ besch ieben we den (Kolle 1997: 189), e wa in Bezug au Deno a ion, Konno a ion, Tex so e und Emp änge bezug (Kolle 1997: 216). Noch s ä ke wi d de Emp änge bezug im Kon ex de ‚Skopos heo ie‘ be on , in welche de Zweck eine Übe se zung und die hie mi e bundenen Ges al ungs e ah en in den Blick ge a en.2 Dami lassen sich auch zielg uppeno ien ie e Modi ika ionen und Bea bei ungen de Übe se zung e assen. Abe auch dies ände nich s da an, dass de Bezug zum O iginal ex und die hie du ch e u sach e Abhängigkei ein kons i u i es Me kmal jede Übe se zung is ; dieses Momen wi d soga ju is isch e lek ie (Noll 2004). Aus dem Gesag en olg , dass Übe se zungsleis ungen un e schiedlich gewe e we den können: 1) posi i als Beweis de Möglichkei , die Inhal e auch in de Zielsp a‑ che auszud ücken, was ein Lob des Übe se ze s und/ode de Zielsp ache implizie en kann; 2) nega i als Beleg ü Epigonen um und die Abhängigkei on eine ande en Sp achkul u . Le z e es komm o allem dann zum T agen, wenn es da um geh , die Ungleichwe igkei on Kul u en zu be onen. De lei ideologische We ungen spiel en auch im Kon ex de Tschechischen Na ionalen Wiede gebu und des hie mi e ‑ bundenen deu sch ‑ schechischen Na ionali ä enkon lik s eine Rolle. Dies wi d im Folgenden anhand einige Beispiele disku ie . Dabei soll insbesonde e demons ie we den, dass sich nega i e We ungen schechische Übe se zungsleis ungen sowohl au deu sche als auch au schechische Sei e inden und dass sich die despek ie ‑ lichen Rhe o iken in beiden Lage n ähneln. 2. ZUM HISTORISCHEN HINTERGRUND De schwie ige Weg zu neu schechischen Sp achkul u dü e hin eichend bekann sein, sodass hie wenige knappe Beme kungen genügen mögen:3 Nach de Schlach am Weißen Be g se z e 1620 in den Böhmischen Lände n die Reka holisie ung ein, was zu Emig a ion g oße Teile de schechischen Eli e üh e. Bald kam es auch zu Ge ‑ manisie ungsbes ebungen, insbesonde e un e de zen alis isch ‑absolu is ischen He scha on Ma ia The esia und JosephII. Diese üh en alle dings zu eine Gegen‑ eak ion, eine e s ä k en Bemühung um die schechische Sp ache on Sei en sche‑ chische In ellek uelle . Diese Bewegung wi d gewöhnlich als ‚Tschechische Na ionale 1 Genau genommen bezieh sich dieses U eil ‚nu ‘ au alle „leich en“ Sp achen. Die „Königinnen de Sp achen“, nämlich G iechisch und La ein, we den hie on explizi ausgeschlossen. Diese Einsch änkung is jedoch ü unse en Zusammenhang nich wei e ele an . 2 Siehe Reiß/Ve mee (1984). Siehe auch S olze (2011: Kap. 12). 3 Siehe aus üh liche e wa Šlosa e al. (2009: Kap. 6–8), Komá ek (2012: § 1.3–1.6). 53KARSTEN RINAS Wiede gebu ‘ (České ná odní ob ození) bezeichne . Sie läss sich in meh e e Phasen un e gliede n:4 Phase Ak i i ä en / P ozesse wich ige Pe sönlichkei en 1. ob anná/de enzi ní [de ensi e Phase] (1770e Jah e bis 1805) Sp achs udien, Thea e , Zei un gen, Geschich ss udien, Ly ik Sp achwissenscha : Dob o ský / Ge schich e: Pelcl / Ve lege : K ame ius / Thea e : Tham u. Šedi ý 2. o enzi ní [o ensi e Phase] (1805– 1820e Jah e) Museum, Geschich ssch eibung, schech. Te minologie, Pu ismus, Wö e büche Sp achwissenscha : Jungmann / The a e : Klicpe a / Geschich e: Palacký 3. cholná [Höhepunk ] (1830e – 1840e Jah e) au och hone schechische Epik, Ly ik, D ama ik, Sammlung on Volksli e a u D ama ik: Tyl / Ly ik: E ben, Mácha 4. e oluční [ e olu ionä e Phase] (1848– 1858) Radikalisie ung on Teilen de Gesellscha , Ve einsg ündungen, Almanache Jou nalismus: Ha líček Bo o ský / Li e a u : Němco á Schon diese Übe sich läss die übe agende Bedeu ung e kennen, die de Sp ache und de Sp achkul u in diesem P ozess zukam. Die Kons i uie ung de schechischen Na‑ ion und die Ausbildung de schechischen Sp ache wu den wei gehend iden i izie , was Jungmann (1845: 25) au die schlich e Fo mel b ach e: „W jazyku naše ná odnos .“ [Unse e na ionale Iden i ä lieg in de Sp ache.] Gleichwohl spiel e in diesem P ozess de T ans e aus ande en Sp achkul u en eine wich ige Rolle. Insbesonde e die An‑ bindung an die deu sche Sp achkul u wa ü die Na ionale Wiede gebu cha ak‑ e is isch, was sich in zahl eichen Übe se zungen und Adap ionen wide spiegel e. En sp echend e lek ie Macu a (1995: Kap. 4) diese Übe se zungsak i i ä en als ein wich iges Elemen diese Epoche. Nach Le ý (1957: 88 .) inden sich in de ühen Phase de Na ionalen Wiede ge‑ bu (also in Phase 1) o allem in d ei Be eichen Übe se zungen ins Tschechische:5 a) Thea e s ücke: e wa on Schille und Shakespea e, abe auch Possen und ande e S ücke ge inge e Quali ä ; b) Ly ik: u.a. deu sche anak eon ische Dich ung; c) olks ümliche P osalek ü e: Fabeln, Reisebe ich e, Räube geschich en u.ä., abe auch Sachbüche . In allen d ei Be eichen wu den o deu sche Vo lagen benu z , und zwa sowohl O iginale als auch Übe se zungen ins Deu sche. Gu demons ie en läss sich diese Vo gehensweise am Beispiel de B üde Václa und Ka el Ignác Thám und ih em K eis, zu dem u.a. P okop Šedi ý und Jakub Tandle gehö en. Diese Au o en engagie en sich ü das pa io ische schechische Thea e Bouda und übe se z en hie ü Thea e ‑ s ücke (Le ý 1957: 89 u.a.). Da übe hinaus gab Václa Thám den Gedich band Básně 4 Die Phasenabg enzungen a iie en in de Li e a u ge ing ügig. Wi olgen hie de Leh buchda s el‑ lung on Jiřičko áe al. (2020: 5 .). Siehe e wa auch Flajšhans (1924: 304–337), Be ge (2009), Šlosa e al. (2009: Kap. 7 u. 8), Komá ek (2012: 37–43). Eine allgemeine e Typologie ü die En wicklung na ionale Bewegungen skizzie H och (2023: 50–52). 5 Siehe hie zu be ei s Dob o ský (1792: 210–216). 54 BRÜCKEN 31/2 w řeči wázané (1785) he aus, de u.a. Gedich e aus de deu schen anak eon ischen Ly ik (e wa on Ludwig Gleim und Ch is ian Felix Weiße) en häl . Als Beispiel ü ein Sachbuch läss sich de p ak isch o ien ie e B ie s elle Dokonalý Gedna el (1794) nennen. Diese is in de Fo schung lange bekann und wa auch Gegens and eine Disse a ion (Tomanco á 2014). Be ei s au dem Ti elbla dieses We ks wi d mi ‑ ge eil , dass es sich um eine– on Jose Tandle ange e ig e– Übe se zung handel , doch wa das O iginal bislang unbekann . E s unlängs is es gelungen, dieses zu iden i izie en (s. Rinas 2023): Es handel sich um den 1793 in P ag e ö en lich en, on Joseph Rödigh e ass en B ie s elle De olls ändige Landad oka . Diese Iden i‑ izie ung e laub einige Rückschlüsse au damalige Hal ungen, au die wi noch zu sp echen kommen we den. Auch in de zwei en und d i en Phase de Na ionalen Wiede gebu blieb die An‑ bindung an deu sche Vo bilde s a k, was d ei Beispiele illus ie en mögen: ● 1820 e ö en lich e An onín Ma ek sein We k Logika nebo umnice. Dieses is s a k dem G und iß eine einen allgemeinen Logik (1791) des Kan iane s Johann Go ied Kiesewe e e p lich e (s. Zelený 1915: 197; Macu a 1995: 61). ● De Ein luss de Kan iane wi k e sich auch bei Jungmann aus:6 Die s il heo e‑ ischen Re lexionen in seine Slowesnos s ü zen sich u.a. au A bei en on Ka l Hein ich Ludwig Pöli z, o allem au dessen We ke P ak isches Handbuch zu s a a ischen und ku so ischen Lek ü e de deu schen Klassike (1804‑1807) sowie Aes he ik ü gebilde e Lese (1807) (dazu Hikl 1911; Jedlička 1948: 65–71; Fidle o á 2011). Diese Bezugnahme au Pöli z ha Jungmann selbs in den Vo wo en zu den e schiedenen Au lagen seine Slowesnos angedeu e (1820: IV)/(1845: VI). ● Be ach en wi noch ein wenige p ominen es Beispiel: 1847 e ö en lich e F an išek Cy il Kampelík den zwei en Teil seines We ks P a opis českoslo anské řeči, de eine aus üh liche In e punk ionsleh e en häl . Diese Leh e wa im damaligen schechischen Kon ex ungewöhnlich eichhal ig und di e enzie . Es handel e sich alle dings eben alls um die Übe se zung bzw. Adap a ion eine deu schen Vo lage, die on Pöli z s amm e, nämlich dessen ein luss eiche Theo ie de In e punc ion nach logischen G undsä zen (1824).7 Es is au ällig, dass in den Phasen 2 und 3 de Bezug au die deu schen O iginal ex e ma ginalisie ode ganz e schwiegen wi d. Jungmann ha au dieses Ve häl nis in seine Slowesnos nu beiläu ig hingewiesen; Ma ek und Kampelík nennen ih e Bezugswe ke ga nich . Macu a (1995: 61 .) deu e diese Vo gehensweise als Aus‑ d uck eine Hal ung, wonach die T ans o ma ion ins Tschechische, de Beweis de Übe se zba kei , als die eigen lich ele an e Leis ung angesehen wu de. Dies e ‑ schein plausibel. Abe es bedeu e umgekeh auch eine Baga ellisie ung ode ga Ve schleie ung de Abhängigkei on deu schen Vo lagen. Hinsich lich de Bezugnahme au die O iginal ex e gib es also in den Phasen de Na ionalen Wiede gebu einen Wandel, einen T end zu s ä ke en Ma ginalisie ung. Auch in ande e Hinsich zeigen sich Un e schiede. Fü die Phase 1 läss sich eine ehe 6 Zum Ein luss de Kan iane au die Na ionale Wiede gebu siehe schon Masa yk (1895: 19, 50, 100, 143). 7 Zu Leh e on Pöli z siehe Rinas (2017a: 218–221), zu Leh e on Kampelík siehe Rinas/Koupil/Tichák (2023: 137–141). 55KARSTEN RINAS p agma ische Hal ung sowie eine kla e Zielg uppeno ien ie ung diagnos izie en. So dü e e wa die Konzen a ion au populä e und zuweilen auch ‚seich e e‘ Thea e ‑ s ücke bei den Übe se zungen siche dem Ums and geschulde sein, dass man ein g öße es Publikum e eichen woll e. Die Gedich ‑Übe se zungen mögen demgegen‑ übe au den e s en Blick ein wenig eli ä e wi ken, doch is auch hie au ällig, dass man au populä e e Vo lagen zu ückgeg i en ha . Häu ige wu den Gedich e on Go ied Augus Bü ge übe se z , die au g und ih e bewuss „ olks ümlichen“ Ge‑ s al ung im deu schen Sp ach aum seh e b ei e wa en (Hän zschel 1996). Auch die anak eon ische Dich ung wa belieb und wu de in zahl eichen Almanachen und ande no s publizie . Le ý (1957: 88 .) a gumen ie , dass de Reku s au diese s e eo ype Dich ungsga ung sich gu da ü eigne e, die me ischen G undlagen de schechischen Ly ik zu e p oben, welche noch nich als ge es ig gal en. Hie kann man e gänzend anme ken, dass diese Ga ung auch im deu schen Sp ach aum ü de lei ‚Finge übungen‘ dien e (Zeman 1972). Auch in ande e Hinsich ug diese Ga ung zu Be eiche ung des Tschechischen bei. So dü en ge ade diese ühen schechischen Gedich e ein Ein alls o ü den Geb auch eines damals noch jungen In e punk ionszeichens gewesen sein: des Gedankens ichs (Koupil/Rinas 2022). Seh deu lich läss sich die p agma ische Aus ich ung auch bei Tandle s B ie s el‑ le Dokonalý Gedna el e kennen. Gene ell kam diese Tex ga ung einige Bedeu ung ü die sp achliche Bildung b ei e e Volksg uppen zu ( on Polenz 1999: 61), und auch de meh ach au geleg e Gedna el konn e siche einen solchen Bei ag leis en. Da übe hinaus is beme kenswe , dass die Publika ion dieses schechischen We ks om P age Ve lege des deu schsp achigen O iginals (Joseph Ko naue ) inanziell un e s ü z wu de und dass Tandle s Übe se zung seh p äzise ges al e is – so p ä‑ zise, dass soga die Paginie ungen in O iginal und Übe se zung iden isch sind (Rinas 2023). Die schechische Ausgabe bo somi einen Pa allel ex , sodass sie sich (auch) an Lese wand e, die beide Sp ach assungen nebeneinande geb auchen soll en, also e wa an Beam e, die B ie e und ähnliche Sch i s ücke in beiden Sp achen zu e assen ha en. Zumindes an änglich wu den De olls ändige Landad oka und de Dokonalý Gedna el auch als ein komplexes zweisp achiges We k wah genommen.8 Die Ve e e de e s en Phase de Na ionalen Wiede gebu wa en somi dem Sp achkon ak und de Zweisp achigkei gegenübe du chaus au geschlossen. Dies illus ie e wa auch in Abb. 1 wiede gegebene zweisp achige Ankündigung eine Au üh ung des Thea e s Bouda (Jiřičko á 2020: 19). Die zwei e und d i e Phase de Na ionalen Wiede gebu is endenziell du ch eine wesen lich s ik e e Abg enzung on de deu schen Sp achkul u gep äg . Dies spiegel e sich auch in de wachsenden En emdung on Dob o ský und Jungmann wide , die in Jungmanns gehässige Beme kung kulminie e, wonach Dob o ský kein Tscheche sei, sonde n ein ‚slawisie ende Deu sche ‘. 9 Diese wachsende Dis anzie‑ ung on deu schen Vo bilde n wa alle dings du ch Wide sp üche gep äg . So ha Šmahelo á (2011: 351) au das Pa adox e wiesen,10 8 Dies beleg ein bibliog aphische Ein ag in Wil ling (1795: 109), wo diese beiden We ke als Einhei au ge üh sind. O enba ge ie diese Anbindung ans deu sche O iginal abe asch in Ve gessenhei . 9 Zi ie bei Zelený (1915: 238): „Já ždy myslí al, že jes ne Čech, ale slawisi ende Deu sche“. 10 Ähnlich äuße e sich auch schon Masa yk (1895: 9). 56 BRÜCKEN 31/2 že p á ě a li e a u a, od níž se čás české in eligence ch ěla emancipo a e jmé‑ nu zacho ání ná oda, ans o mační p oces inspi o ala aposky o ala mu ideo á ýchodiska: byla mu opo ou inepří elem zá o eň. [dass ge ade die Li e a u , on de sich ein Teil de schechischen In elligenz im Namen de E hal ung des Volks emanzipie en woll e, den T ans o ma ionsp ozess inspi ie e und ihm eine ideologische G undlage bo : sie wa S ü ze und Feind zugleich.] In diesen spä e en Phasen ände e sich auch die Funk ion de Übe se zungen, was ein wei e es Pa adox zu Folge ha e. Gene ell kann ü die Zei bis zu Mi e des 19. Jah ‑ hunde s angenommen we den, dass die schechische Eli e au g und de bildungs‑ poli ischen Kons ella ionen im Habsbu ge eich übe seh solide Deu schkenn nisse e üg e (H alae al. 2002: 29 u. 136). Somi bes and in diese G uppe kein wi kliche Beda an Übe se zungen ansp uchs olle wissenscha liche ode philosophische deu sche Tex e ins Tschechische, und auße halb diese G uppe dü e niemand an solchen Tex en in e essie gewesen sein. Ge ade solche schwie igen Tex e wu den nun abe in den spä e en Phasen ins Tschechische übe se z – ohne dass es hie ü eine Zielg uppe gegeben hä e (Macu a 1995: 62). Dies wa ein mu ige Sch i , nich zule z in e lege ische Hinsich . O enba wa de Beweis de Übe se zba kei hie de p imä e An ieb. Es dü e au de Hand liegen, dass die hie skizzie en Ums ände und die hie mi e bundenen Pa adoxien eine Ang i s läche ü K i ike bo en. In de Ta wu de bald solche K i ik o ge agen– on deu sche und schechische Sei e. Abb. 1: Deu sch ‑ schechisches Plaka des Thea e s Bouda on 1788 57KARSTEN RINAS 3. VORWÜRFE AUS DEUTSCHER SICHT In de zwei en Häl e des 19. Jah hunde s wu den die Spannungen zwischen Tsche‑ chen und Deu schen s ä ke . Insbesonde e in den 1880e Jah en kam es zu eine deu lichen Ve schä ung, die sich auch au die Publizis ik und Belle is ik diese Zei auswi k e (Be ge 1995: 241; Schamschula 1996: 340 .; Rinas 2008: 119 .). Spä es ens sei diese Zei wu de auch de Vo wu de Abhängigkei und Unselbs ändigkei de schechischen Kul u bemüh . In einem iel zi ie en Gedich on An on Oho n heiß es: „Wo imme Blü en heu ’ in Böhmen p angen, ’sis deu sche Saa , die he ‑ lich au gegangen“ (Oho n 1884: 57). De in P ag wi kende Medizine Philipp Knoll lankie e dies publizis isch: Heu e noch is im höhe en Sinne genommen ganz Böhmen deu sches Cul u gebie , die geis ige und ma e ielle Blü e des ganzen Landes unmi elba ode mi elba ein We k de Deu schen. Wenn die Čechen gegenwä ig den Ve such wagen können, cul u ell au ih e eigenen Füße sich zu s ellen, so danken sie dies nu de du ch Jah hunde e o he gegangenen s e igen A bei de Deu schen. (Knoll 1900: 292) En sp echend bes i Knoll die Gleichwe igkei on Deu sch und Tschechisch. Das Tschechische sei eine Sp ache, „die nich so seh du ch ih en Cul u we , als du ch ih en We ü das p ak ische Leben in Böhmen in Be ach kömm “ (Knoll 1900: 104). Dahe sei es e ehl , „die Gleichbe ech igung zweie Sp achen on e schiedenem Cul u we e in eine Gleichs ellung de selben zum Ausd ucke b ingen zu wollen“ (Knoll 1900: 104). Auch de Sch i s elle Ka l Hans S obl e wies au die pa adoxe Abhängigkei on de deu schen Sp achkul u (1920: 74), und e skizzie e den P ozess de na ionalen Wiede gebu in wenig schmeichelha e Weise: Im ollen Lich de Gegenwa ha das Tschechische seinen Übe gang on den al en Sp ach o men zum neuen Hoch schechischen ollzogen. Es wa eilich kein o ga‑ nisches, langsames We den, wie wi uns die seine zei ige En wicklung de ande en Sp achen denken. Im Gegen eil, es ollzog sich plö zlich, gewal sam, sp ungha , bewuß . Au Be ehl sozusagen. Die jüngs e En wicklung de schechischen Sp ache is nich gewo den, sonde n wu de gemach ; on Poli ike n, Ad oka en, Dich e n, die de A mu ih e Mu e sp ache abhel en woll en. Dami muß e eilich auch iel Geküns el es, Unna ü liches, Uno ganisches, Ve s iegenes hineinge agen we den. (S obl 1920: 54) Die wachsende Dis anzie ung om Deu schen deu e S obl ga als quasi ‑pube ä e Rebellion: Jede weiß es: wenn man die Mi elschule beende ha , so will man einige Jah e lang nich s on den deu schen Klassike n wissen. E s spä e , wenn die al e Abneigung e wunden is , en deck man ih e Schä ze wiede ü sich. Genau so e geh es den Tschechen mi de deu schen Kul u . (S obl 1920: 84) 58 BRÜCKEN 31/2 Na ü lich e wah e sich die schechische Sei e gegen de lei Vo wü e, und dies and soga in de Belle is ik seinen Niede schlag, nämlich in Alois Ji áseks E zählung Na Os o ě (1888). Da in inde sich eine Deba e zwischen dem P o agonis en, dem schechischen E ziehe Jan Hodo al, und dem a ogan en deu schen Fab ikan en Weinol (1888[1919]: 82–84). Hie bei e weis Weinol au den deu schen An eil an de A chi ek u in Böhmen, wo au Hodo al en gegne : Nepopí ám, že jsme od Němců nic nepřijali alecčemu se od nich nenaučili, jakož oni přijímali s ou zdělanos aučili se od s ých západnějších sousedů. To se jim za hanbu ne yčí á. Nám šak se o us a ičně yčí á. […] Neupí ám, že li německý působil časem naši zdělanos , achybují našinci, k eří o ůbec upí ají. Ale chy‑ bují aké naši sousedé, k eří nám šechno upí ají aza dílo s é ydá ají. Kul u ní naše dějiny nejsou ješ ě napsány. Ale až yjdou poc i é, na ážném bádání založené asp a edli é, budou mí eliký účinek. […] Jedno jis é, neklamné naučení znich budeme mí . Poznáme, čem předko é chybo ali, čem se cizímu li u příliš poddá ali aže je naším úkolem od cizího ducha […] se emancipo a , jako Němci se hleděli emancipo a od ancouzského […] Scizím duchem jde ism . P o o si ak hájíme, co je našeho osobi ého ži o ě ať domácnos i, ať k oji anáby ku apřede ším ozumí se řeči. (Weinol (1888[1919]: 83 .) [Ich bes ei e nich , dass wi on den Deu schen e was übe nommen und manche ‑ lei on ihnen gele n haben, so wie sie ih e Bildung übe nommen und on ih en wes lichen Nachba n gele n haben. Das wi d ihnen nich als Schande ange echne . Uns abe wi d dies unablässig o gewo en. […] Ich bes ei e nich , dass de deu ‑ sche Ein luss im Lau e de Zei au unse e Bildung wi k e, und diejenigen gehen ehl, die dies gänzlich abs ei en. Abe es gehen auch unse e Nachba n ehl, die uns alles absp echen und es allein zu ih em We k e klä en. Die Geschich e unse e Kul u is noch nich gesch ieben. Abe wenn de eins eine solche ans ändige, au e ns e Fo schung beg ünde e und ge ech e Geschich e o liegen wi d, wi d sie g oßen Nu zen b ingen. […] Wi we den da aus eine siche e, un ügliche Leh e ziehen. Wi we den e kennen, wo in unse e Vo ah en i en, wo sie sich zu seh dem emden Ein luss e gaben, und es is unse e Au gabe, uns om emden Geis […] zu emanzipie en, so wie die Deu schen da au bedach wa en, sich om an‑ zösischen zu emanzipie en […] Mi dem emden Geis geh de Tod einhe . Dahe e eidigen wi so seh , was uns eigen is im Leben, sei es im Haushal , in de T ach , bei den Möbeln und o allem, e s eh sich, in de Sp ache.] Hie wi d also au die No mali ä kul u ellen T ans e s e wiesen,11 zugleich abe auch die No wendigkei ( ela i e ) kul u elle Eigens ändigkei be on . Alle dings läss auch diese di e enzie e Sich einige F agen o en. Beispielsweise bleib unkla , ab welchem Punk man sich ‚zu seh dem emden Ein luss e gib ‘. 11 Siehe auch schon die Fes s ellung on Jungmann (1845: 25): „Ná od wždy učil se od ná odu.“ [S e s le n e ein Volk om ande n.] 59KARSTEN RINAS 4. VORWÜRFE AUS TSCHECHISCHER SICHT Die eben e e ie e Posi ion in Ji áseks E zählung is ambi alen : Zwa wi d kul u‑ elle T ans e g undsä zlich ge ech e ig , doch wi d diese auch als po enziell p oblema isch angesehen. Diese Ambi alenz wi k e sich au schechische Sei e dahingehend aus, dass auch Vo gänge ‑Leis ungen k i isch, mi un e auch un ai bewe e wu den. Be ei s in Abschni 2 wu de angesp ochen, dass es im Ve lau de Na ionalen Wiede gebu zu Radikalisie ungen und imme schä e en Abg enzungen kam, die beispielsweise das Ve häl nis on Dob o ský und Jungmann belas e en. Konk e e Anlässe wa en u.a. S ei igkei en übe die konzep ionellen G undlagen de sche‑ chischen P osodie (Zelený 1915: 63–69; Dobiáš 2014), spä e auch (noch he ige e) Kon o e sen übe die Ech hei de Königinho e Handsch i (Zelený 1915: 230–239; Jičínská 2014). Deu lich e kennba sind die Radikalisie ungen auch im Be eich des Sp achpu is‑ mus. G undsä zlich gib es eine A on lexiblem Pu ismus, de dem T ans e eine gewisse Be ech igung zusp ich . Im deu schen Sp ach aum inden sich de a ige Einschä zungen e wa bei Goe he: Ich e luche allen nega i en Pu ismus, daß man ein Wo nich b auchen soll, in welchem eine and e Sp ache Vieles ode Za e es ge aß ha . Meine Sache is de a i ma i e Pu ismus, de p oduk i is und nu da on aus‑ geh : Wo müssen wi umsch eiben und de Nachba ha ein en scheidendes Wo ? Die Mu e sp ache zugleich einigen und be eiche n, is das Geschä de bes‑ en Köp e. Die Gewal eine Sp ache is nich , daß sie das F emde abweis , sonde n daß sie es e schling . (Goe he 1994: 508 .) Wenn es in de Zei de Tschechischen Na ionalen Wiede gebu eine solch di ‑ e enzie e Hal ung gab, dann wohl am ehes en in de e s en Phase. Zwa wu de diese Hal ung nich ausd ücklich a ikulie , abe sie läss sich e schließen, e wa in Tandle s Dokonalý Gedna el. So we den in de deu schen Vo lage on Rödigh (1793: 68) „Emp angsſcheine, Recepiſſe“ behandel . Tandle (1794: 68) nenn an diese S elle die Bezeichnungen „dodánj, Recepiſſe, Sſayn, nebo Rekognyce“. Hie zeig sich eine sei s die S a egie, das Gemein e du ch meh e e synonyme Ausd ücke ‚einzuk eisen‘; 12 o allem abe gib es keine lei pu is ische Bes ebungen, denn es s eh ein na i e schechische Ausd uck im Ve bund mi einem Ge manismus und zwei La inismen. Tandle wa also o enba o angig bes eb , solche Ausd ücke zu e wenden, die e ü e end sowie ü (meh ode wenige ) e ablie hiel . Zugleich in eg ie e e diese Wö e in o hog aphische Hinsich . Im wei e en Ve lau de Na ionalen Wiede gebu en wickel e sich ein zuneh‑ mend in ole an e Pu ismus (Jelínek 2007). Be ei s Ma ek (1820) e such e einen so adi ionellen Ausd uck wie logika du ch das ‚ ein schechische‘ Wo umnice zu e se zen, und Jungmann geb auch e in seine Slowesnos (1820) die Wö e libomu‑ 12 Zu diese ( adi ionellen) S a egie siehe Koupil (2022). 66 BRÜCKEN 31/2 Riſch aſch que übe ’n K euzweg ging’s, Mi Ho idoh und Huſſaſa. Sieh da, ſieh da, kam ech s und links Ein Rei e hie , ein Rei e da! Des Rech en Roß wa Silbe sblinken, Ein Feue a bne ug den Linken. We wa en Rei e links und ech s? Ich ahnd‘ es wohl, doch weiß ich’snich . Lich heh e ſchien de Rei e ech s, Mi mildem F ühlingsangeſich ‘; G aß, dunkelgelb de linke Ri e Schoß Bli z om Aug‘, wie Ungewi e . [Bü ge 1789: 114 .] „Heyſa, kdo au ceſ au klape? Heyſa, kdož o ak nabljzku?“ Kdož ſk z huſ é křowj ape? Kdož ſe am o b odj wpjſku? Gakž pak ochu popogeli: Tuť ſe sdwěma gezdcy ſgeli. P wnj gezdec nap awícy, Mage koně ſ řjb ného, Gako měſýc wář ſe ſ kwjcy, Wočjch coſy miloſ ného, k áſně naſwém koni ſeděl, V pně y naněg hleděl. D uhý ſ ál wſſak zam ačený Hněwiwě nalewé ſ aně; Zloſ j wſſecek ozkacený Sop il oheň gak zlá ſaně. Kdož pak byli i dwa gezdcy? Myſljm ſy gen, řjcy nechcy. [nach Puchmaje (Hg.) 1795: 48 .] Schulz läss an Šedi ýs Bea bei ung kein gu es Haa : „Uk u ný mysli ec“ P okopa Šedi ého zapadl už zasloužené zapomenu í. (Schulz 1877: 60) [P okop Šedi ýs Gedich ‚Uk u ný mysli ec‘ is zu Rech in Ve gessenhei ge a en.] P okopa Šedi ého Uk u ný mysli ec není nic jiného leda Bü ge ů „De wilde Jäge “, ale– ší poesie zba ený! Špa ně e šo aná holá p ósa; smě ani ná odní ani mode ní, nýb ž nej las něji řečeno, maloměs ský; mlu a nikoli p os á, nýb ž nízká. (Schulz 1877: 61) [P okop Šedi ýs Gedich ‚Uk u ný mysli ec‘ is nich s ande es als Bü ge s ‚De wilde Jäge ‘, abe – jegliche Poesie be aub ! Schlech ge eim e blanke P osa; die Rich ung wede na ional noch mode n, sonde n im wah s en Sinne des Wo es kleins äd isch; die Sp ache nich schlich , sonde n nied ig.] Zudem k i isie Schulz, dass Šedi ý „za ěsil na ukončený děj ješ ě d ě sloky elmi odna é m a ouky“ (Schulz 1877: 61) [ans Ende de Handlung noch zwei S ophen mi eine e wässe en Mo alleh e angehäng ha ]. In de Ta gib es (im Gegensa z zu Bü ge s Ballade) de lei Aus üh ungen, u.a.: „Tak se skaždým k u njkem / Wposslednj den bude dj í“ (Puchmaje (Hg.) 1795: 61) [So wi d es sich mi jedem G ausamen am le z en Tage zu agen.]. Na ü lich sind äs he ische U eile imme bis zu einem gewissen G ade subjek i , sodass sich die K i ik on Schulz nich ein ach alsi izie en läss . Zumindes de Vo wu , dass Šedi ýs Gedich nich schlich , sonde n nied ig ode ulgä sei, wä e 67KARSTEN RINAS jedoch inso e n zu ela i ie en, als genau diese Vo wu auch o an die Ad esse on Bü ge e hoben wu de.22 Schulzens K i ik on 1877 wi d auch noch on Veselý (2002: 132) epe ie : Šedi ýs Übe se zung sei „hodně ěžkopádný azdlouha ý“ [seh schwe ällig und langa mig], und die mo alisie ende E gänzung sei „zby ečný“, übe lüssig. Insbesonde e de apo‑ dik isch o mulie e zwei e Vo wu muss einige maßen e wunde n. Wa um soll e die mo alisie ende Leh e aus eine Ballade pe se übe lüssig sein? Soll e man ge ade bei eine eie en Bea bei ung (e wa im Sinne de eingangs e wähn en Skopos heo ie) nich auch be ücksich igen, an welche Zielg uppe sie sich wende ? Ge ade die Ve nachlässigung de his o ischen Rezep ionsbedingungen üh bis heu e mi un e zu agwü digen Schluss olge ungen. So heiß es in einem e b ei‑ e en Schulleh buch übe Dob o ský: S á díla psal německy nebo la insky, p o ože češ ina jeho době nebyla schopna ědeckého yjadřo ání. (Jiřičko áe al. 2020: 9) [E sch ieb seine Tex e au Deu sch ode La einisch, denn das Tschechische wa in seine Zei noch nich zum wissenscha lichen Ausd uck ähig.] Wä e es wi klich unmöglich gewesen, ein We k wie Dob o skýs Geschich e de böh‑ mischen Sp ache und Li e a u (1792) am Ende des 18. Jah hunde s au Tschechisch zu e assen?– Dies da bezwei el we den. Schon sei dem 16. Jah hunde gab es eine T adi ion sp ach e lexi ‑g amma ische We ke übe das Tschechische in la ei‑ nische , eils auch in schechische Sp ache.23 Zudem ha beispielsweise Jan Rulík in de ‚de ensi en Phase‘ de Na ionalen Wiede gebu Sch i en zu Sp ach‑ und Li e a u geschich e au Tschechisch publizie (Rulík 1792/1795). Zwa sind diese populä e (und pa io ische ) angeleg als Dob o skýs A bei en, doch belegen sie die damalige Möglichkei , ein solches Thema in schechische Sp ache zu bea bei en. P inzipiell hä e man siche auch in diese Zei ein his o isches We k au dem Ni eau on Dob o skýs Da s ellung sch eiben können– abe es wä e dann auße halb des kleinen K eises schechische Geleh e nich ezipie wo den. 5. ABSCHLIESSENDE BETRACHTUNGEN Im Zuge des deu sch ‑ schechischen Na ionali ä enkon lik s wu den die sp achkul‑ u ellen Ak i i ä en sei de Tschechischen Na ionalen Wiede gebu seh un e ‑ schiedlich gewü dig : a) Die schechische Sich : Die Tschechen müss en nach deu schen Vo bilde n ih e eigene Sp achkul u e scha en, um sich zu emanzipie en. b) Die deu sche Sich : Die Tschechen seien bei den Deu schen in die Leh e ge‑ gangen, sodass ih e Kul u einen ge inge en S a us habe. Zudem seien die Tschechen undankba . 22 Beispielsweise ha Augus Wilhelm on Schlegel Bü ge eine „Manie “ a es ie , die „de b und zuweilen nich ohne Rohhei “ sei (Schlegel 1846: 91). Dies wi d auch im Lexikon B ockhaus (1876: 113) hema isie . 23 Siehe hie zu e wa Veče ka (2007) und Koupil (2015). 68 BRÜCKEN 31/2 So kon ä diese Einschä zungen sind, so lieg ihnen doch eine gemeinsame Au ‑ assung zug unde, die Ansich nämlich, dass Ein lüsse eine ge inge e We igkei indizie en und dass insbesonde e e kennba e Abhängigkei In e io i ä implizie e. Dies e klä die e s ä k en Bemühungen au schechische Sei e, möglichs iele Spu en eines deu schen Ein lusses zu e wischen, sowie die Neigung, E scheinungen im äl e en Tschechisch pauschal als Ausd uck on Abhängigkei und Sp ach e all zu e u eilen, ohne die his o ischen Vo ausse zungen angemessen zu e lek ie en. Mi le weile leben wi in Zei en, wo es keineswegs no wendig is , kul u ellen T ans e als e was Nega i es zu be ach en. Vielmeh kann man auch dessen posi‑ i e Aspek e he o heben ode solche P ozesse zumindes neu al besch eiben. Ein jünge es We k, in dem solche Besch eibungen in o bildliche Weise gelungen sind, is eine Da s ellung übe die An änge de Li e a u k i ik in den böhmischen Lände n (Dobiáš/Smyčka 2021). De a ige Be ach ungen können auch als Ausd uck eines ei‑ e en Selbs bewuss seins gewü dig we den. Es bleib zu ho en, dass die Zahl solche Bei äge in nähe e Zukun wachsen wi d. LITERATUR Anlei ung zu sch i lichen Au sä zen übe Gegens ände des bü ge lichen Lebens… (1808) Wien: k. k. Schulbüche ‑Ve schleiß. Be ge , Michael (1995): Von de böhmischen Heima ins sude endeu sche G enzland.– In: b ücken. Ge manis isches Jah buch Tschechien– Slowakei N. F. 3/1–2, 241–277. Be ge , Tilman (2009): Tschechisch ‑deu sche Sp achbeziehungen zwischen in ensi em Kon ak und pu is ische Gegenweh .– In: S olz, Ch is el (Hg.), Unse e sp achlichen Nachba n in Eu opa. Bochum: B ockmeye , 133–156. 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