Full text
28 Lexikalische Vielfalt und Varianz aus kontrastiver Perspektive Überlegungen zu einem Produktionswörterbuch aus der Sicht des Deutschen und Spanischen Meike Meliss (Universidad de Santiago de Compostela) 1. Vorbemerkungen Der Beitrag steht in direkter Verbindung mit dem Forschungsprojekt DICONALE, welches sich mit der Erstellung eines onomasiologisch-konzeptuell orientierten ProduktionsWörterbuches mit bilateralem Online-Zugang für das Sprachenpaar Deutsch-Spanisch beschäftigt.1 Es sollen die Relevanz der adäquaten Behandlung lexikalischer Vielfalt und Varianz in zweisprachigen lexikographischen Werken für fremdsprachige Produktionssituationen thematisiert und neue Vorschläge, die im Rahmen des besagten Projekts ausgearbeitet wurden, zur Diskussion gestellt werden. Ausgangspunkt ist die L2-Produktionssituation in Deutsch bzw. Spanisch als Fremdsprache (DaF/ELe) und die Beobachtung, dass die gängigen einund zweisprachigen Lernerwörterbücher (LWB) für fremdsprachige Produktionssituationen nur ungenügende Information für den fremdsprachigen Wortfindungsund Wortauswahlprozess bereitstellen (Honnef-Becker 2002) und auch für die adäquate Benutzung im konkreten fremdsprachigen Kontext zu wenig Information zur Bedeutungsdisambiguierung bei Polysemie, zu den konkreten morpho-syntaktischen Realisierungsmöglichkeiten, zu Kollokationen und zu alternierenden Ausdrucksformen anbieten. Der L2-Wörterbuchbenutzer muss für seinen fremdsprachigen Produktionszweck aus der Vielfalt der sprachlichen Ausdrucksmittel auswählen und dabei zusätzlich die mögliche Bedeutungsund Konstruktionsvarianz eines Lemmas berücksichtigen. Im Allgemeinen ist die Wörterbuchinformation für den L2Findungsund Auswahlprozess zu wenig miteinander vernetzt, aber auch für die Anwendung in einer konkreten L2-Kommunikationssituation nur unzureichend strukturiert (Meliss 2013, 2014a, 2015b, 2015c, 2016b). Zwar bieten einsprachige syntagmatische Spezialwörterbücher2 konkrete Informationen zu verschiedenen Aspekten der Kombinatorik an, die für den L2-Produktionsprozess nutzbar gemacht werden können. Auch die einsprachige Lernerlexikographie hat u.a. im DaF-Bereich in der letzen Dekade durch die konsequente Lesartdisambiguierung mit Hilfe der Angabe von Strukturformeln (Dentschewa 2006; Gouws 1998; Schafroth 2002) und der Einbeziehung von Information zu Kollokationen und häufigen Verbindungen (Köster/Neubauer 2002; Lehr 1998) für die sprachliche Produktionssituation große Leistung getan. Leider hat aber die zweisprachige Lernerlexikographie in diesem Sinne noch kaum Fortschritte vorzuweisen (Model 2010). Auf konkrete Schwierigkeiten bezüglich der Wortfindung und Wortauswahl bei der Produktion eines (fremdsprachigen) Textes hat die einund zweisprachige lexikographische Forschung bis jetzt nur völlig ungenügend reagiert, obwohl diese Aktivitäten der eigentlichen sprachlichen Produktion zunächst vorausgehen. Das geplante Online-Wörterbuch DICONALE will genau diesen Defiziten entgegentreten und ausgehend von einer onomasiologisch-konzeptuellen Perspektive für den Benutzer im fremd1 Dieser Beitrag ist im Rahmen der durch Drittmittel geförderten Forschungsprojekte DICONALE-estudios (Xunta de Galicia: IN.CI.TE: 10PXIB204 188 PR), DICONALE-online (MINECO-FEDER: FFI2012-32658), COMBIDIGLEX (MINECO-FEDER: FFI2015-64476-P) und in Verbindung mit dem lexikographischen Netzwerk RELEX (Xunta de Galicia/FEDER: CN2012/290 und R/2014/042) an der USC entstanden. 2 Vgl. dazu u.a. aktuelle Kollokationswörterbücher (z.B. Quasthoff 2011; DUDEN Stilwörterbuch 2010) und neuere Valenzwörterbücher (VALBU: Schumacher et al. 2004) für das Deutsche. In der Lexikographie der spanischen Sprache beschäftigen sich, wenn nicht ausschließlich, dann doch in besonderem Grade die Wörterbücher von Seco et al. (DEA: 1999), Bosque (2004) und Cuervo (1998) mit syntaktischen Konstruktionsmustern. Erschienen in: Borek, Luise/Rapp, Andrea (Hrsg.): Varianz und Vielfalt interdisziplinär: Wörter und Strukturen. - Mannheim: Institut für Deutsche Sprache, 2016. S. 28-50. (OPAL - Online publizierte Arbeiten zur Linguistik 2/2016)
29 sprachigen Kontext Informationen zu lexikalischer Vielfalt und Varianz beider Sprachen im Vergleich durch einen bilateralen Zugriff systematisch bereitstellen.3 Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich daher aus einer synchronen Perspektive sowohl mit der lexikalischen Ausdrucksvielfalt im semiotischen Sinne der eins-zu-viele-Relation zwischen Inhalts– und Ausdrucksebene als auch mit der Varianz als Bedeutungsund struktureller Konstruktionsvarianz. Dabei wird angestrebt, beide Begriffe für die Erstellung eines onomasiologisch-konzeptuell orientierten Produktionswörterbuches neu zu perspektivieren. In dem hier zu untersuchenden Sprachenpaar stehen folglich der Begriff der Vielfalt in Zusammenhang mit der Benennungsoder Bezeichnungsfrage eines mentalen Konzepts und der Begriff der Varianz in Zusammenhang einerseits mit der Bedeutungspolysemie und andererseits mit den unterschiedlichen morpho-syntaktischen und funktionalen Realisierungsmöglichkeiten und semantischen Füllungen der einzelnen Mitspieler eines verbalen Szenarios (Engelberg 2010, 2015, erscheint; Engelberg et al. 2011, 2012). Die zunächst einzelsprachig formulierte Problemdarstellung verbindet sich durch die anwendungsorientierte DaF-/ELe-Perspektive mit sprachvergleichenden, kontrastiven Überlegungen. Die exemplarische Darstellung einiger Fälle in Verbindung mit der konkreten fremdsprachigen Produktionssituation und der damit verbundenen kritischen Auswertung der durchgeführten Rechercheergebnisse einund zweisprachiger (Lerner-)Wörterbücher sollen als Plädoyer für die Erstellung spezieller Produktionswörterbücher unter besonderer Berücksichtigung der Wortfindungsund Wortauswahlproblematik im zweisprachigen Kontext verstanden werden. Dabei stützen sich die Überlegungen im Weiteren exemplarisch auf die verbalen Lexikalisierungsmöglichkeiten der auditiven SINNESWAHRNEHMUNG. Die empirische Grundlage für den Sprachvergleich bilden Pressetexte aus dem Deutschen Referenzkorpus (DEREKO) und dem entsprechenden spanischen Referenzkorpus der Real Academia Española (CREA).4 Folgende vier Problemkomplexe sollen behandelt werden: 1) Das Benennungsproblem: Suchen und Finden bei lexikalischer Ausdrucksvielfalt 2) Auswahl aus der lexikalischen Vielfalt 3) Ausdrucksvarianz in der Kombinatorik 4) Ausdrucksvielfalt und Varianz bei der fremdsprachigen Äquivalenzsuche. 2. Untersuchung – Analyse 2.1 Das Benennungsproblem: Suchen und Finden bei lexikalischer Ausdrucksvielfalt Welche sprachlichen Mittel stehen in beiden Sprachen zum Ausdruck der SINNESWAHRNEHMUNG – AUDITION zur Verfügung? Welches sprachliche Mittel soll aus der Vielfalt der einzelsprachlichen Ausdrucksmittel für die konkrete L2-Kommunikationssituation ausgewählt werden? Bieten die lexikographischen Nachschlagewerke ausreichende Information für die systematische Abgrenzung bedeutungsähnlicher Lexeme? Werden die einzelnen Lesarten eines Lemmas ausreichend semantisch und syntagmatisch disambiguiert, um bei einer Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten die Auswahl zu steuern? Erhalten wir neben der distinktiven Bedeutungsinformation auch Informationen zu den einzelnen Mitspielern des Verbszenarios? Diesen und ähnlichen Fragen soll hier aus der Perspektive des hispanophonen DaF-Lerners nachgegangen werden. 3 Zu den theoretischen Grundlagen von DICONALE vgl. Meliss (2014b), González Ribao/Meliss (2015), Meliss/Sánchez Hernández (2015). 4 Zu den methodologischen Grundlagen der korpusgestützten Analysen von DICONALE vgl. González Ribao (2015), Meliss (2015a).
30 Bei der Suche nach Benennungen für bestimmte konzeptuelle Einheiten in einer konkreten Kommunikationssituation kann methodologisch unterschiedlich verfahren werden. Klassische onomasiologische Wörterbücher wie das von Dornseiff/Wiegand/Quasthoff (2004) und Wehrle/Eggers (1993) für das Deutsche oder das ideologische Wörterbuch von Casares (2001) für das Spanische geben zwar einen ersten Überblick über die Vielfalt der möglichen Ausdrucksmittel, sichern aber nicht den korrekten und adäquaten Gebrauch in der fremdsprachigen Produktion ab, da die angebotenen Wortlisten5 selten konkrete Gebrauchsinformationen liefern. Außerdem handelt es sich um Spezialwörterbücher, die in der hier im Fokus stehenden Benutzersituation kaum vorliegen. Paradigmatisch orientierte Spezialwörterbücher, die ebenfalls eine onomasiologisch motivierte Suchanfrage erlauben, zeigen in dem klassischen Printformat, aber auch in den entsprechenden Modulen zahlreicher lexikographischer OnlinePortale,6 ähnliche Probleme bezüglich der hier relevanten Produktionssituation auf. Es handelt sich größtenteils nur um Wortlisten (siehe Abb. 1-3), die zwar für Produktionssituationen unterschiedliche Ausdrucksmittel zur Verfügung stellen, aber für eine korrekte Anwendung im fremdsprachigen Kontext der weiteren detaillierten Informationsbeschreibung bedürfen.7 Über den Online-Zugang wird die Informationserweiterung durch Verlinkung mit weiteren Informationsmodulen der einzelnen lexikographischen Portale oder mit kooperierenden Portalen8 ermöglicht und stellt daher gegenüber den klassischen, paradigmatisch orientierten Printwörterbüchern einen wichtigen Vorteil dar. Online-Wörterbücher, die auf ausführlichen Studien zu umfangreicheren lexikalisch-semantischen Paradigmen beruhen, liegen bis jetzt allerdings nur sehr vereinzelt vor (Meliss 2005, 2006).9 Abb. 1: Paradigmatische Sinnrelationen: Informationsmodul aus DWDS zu dem Eintrag zuhören (links); Ausschnitt aus dem Online-Portal canooNet zu zuhören (rechts). 5 Vgl. dazu auch Hausmann (1990a, 1990b) und Engelberg/Lemnitzer (2009). 6 Neben den klassischen Printversionen dieses Wörterbuchtyps kann man über verschiedene Portale auch online auf Module zu paradigmatischer Bedeutungsinformation zurückgreifen (z.B. für das Deutsche: elexiko, DWDS, Wortschatz UniLeipzig, canooNet, woxikon, Wörterbuch für Synonyme etc.; für das Spanische: diccionarios.com: „diccionario de sinónimos“, WordReference etc.). 7 Die angebotenen Lexeme bedürfen einer konsequenteren Anordnung nach konzeptuellen und semantisch relevanten Kriterien, wie sie z.B. elexiko oder in Ansätzen canooNet (Abb. 1b) vorschlagen. 8 elexiko verlinkt mit canooNet, Wortschatz Uni-Leipzig verlinkt mit der elektronischen Version des onomasiologischen Wörterbuches von Dornseiff, DWDS verlinkt mit OpenThesaurus. Das spanische Portal WordReference verlinkt die Information mit den lexikographischen Materialien des Verlages Espasa-Calpe sowie mit dem DRAE bzw. DLE und diccionarios.com verlinkt mit den Materialien der Verlage Vox und Larousse. 9 Hier ist besonders das elektronische Wörterbuch der Kommunikationsverben (KV-online) zu erwähnen. Dieses Wörterbuch mit Online-Zugriff über OWID basiert auf den Studien von Harras et al. (2004) und Harras/Proost/Winkler (2007) (vgl. Proost/Müller-Spitzer 2014).
31 Abb. 2: Paradigmatische Sinnrelationen: Ausschnitt aus dem Portal Wortschatz Uni-Leipzig zu dem Eintrag zuhören mit Verlinkung zu der Information aus Dornseiff; Abb. 3: Paradigmatische Sinnrelationen: escuchar aus dem Portal diccionarios.com („diccionario de sinónimos“) (links); oír aus dem Portal WordReference (rechts). Der Versuch, eine semasiologisch und onomasiologisch orientierte Suchanfrage miteinander zu kombinieren und für den L2-Bereich nutzbar zu machen, ist erstmals von Kempcke et al. (1999) für den DaF-Bereich vorgelegt worden. Diese semasiologisch-onomasiologische Vernetzung wird allerdings nur ungenügend genutzt und weist klare Grenzen in der Umsetzbarkeit im Rahmen eines Printwörterbuches auf (Roelcke 2002). Hinweise zu paradigmatischen Bedeutungsrelationen sind laut Lernerwörterbuchforschung aber gerade bei der Textproduktion für eine stilistische Ausdrucksvarianz von großem Nutzen (Wolski 2002; González Ribao/Proost 2015) und in diesem Sinne weist schon Fuentes Morán (1997, S. 84) für den zweisprachigen, spanisch-deutschen Kontext darauf hin, dass ein Wörterbuchbenutzer für die freie fremdsprachige Produktion ein Nachschlagewerk brauche, das genügend paradigmatische Bedeutungsinformationen anbietet. DICONALE greift die aufgezeigten lexikographischen Defizite auf und hat sich zum Ziel gesetzt, für die Lexem-Auffindung (Suchen + Finden) und die anschließende Lexem-Auswahl verschiedene hierarchisch strukturierte Suchund Auswahlmöglichkeiten, die in Verbindung mit konzeptuell-paradigmatisch und szenenorientierter Information stehen, anzubieten. Die entsprechende lexikologische Informationsstrukturierung und ihre Vernetzung erfolgt in un-
32 terschiedlichen Modulen10 und auf vier Stufen.11 Auf der lexikographischen Mikrostrukturebene ist die Information dem entsprechend ebenfalls in verschiedenen einund zweisprachigen Modulen abrufbar. Im Fall der allgemeinen Lexikalisierung von AUDITION ergibt sich durch verschiedene onomasiologisch-konzeptuell geleitete Methoden für das Deutsche und Spanische zunächst eine offene Liste mit einer Reihe von einund mehrteiligen Lemmata zum Ausdruck von AUDITIVER WAHRNEHMUNG (Abb. 4). Deutsch Lemmata Spanisch Einwortlemmata hören, horchen, lauschen … Simplizia auscultar, escuchar, oír … ab/an/hin/mit/zu ... –hören sich an/um/ver ... –hören ab/auf/hin/zu ... –horchen sich um ... –horchen belauschen ... Präfigierungen jemandem sein Ohr leihen ganz Ohr sein die Ohren spitzen … Mehrwortlemmata abrir los oídos aguzar los oídos aplicar el oído ser todo oídos … Abb. 4: Stufe 1: Lexikographische Makrostruktur: konzeptuelle Strukturierung in Felder und Subfelder. Offene Liste der möglichen lexikalischen Ausdrucksmittel zu AUDITION im Deutschen und Spanischen. Eine Subklassifizierung der AUDITIVEN WAHRNEHMUNG auf Grund von auf Grund von unterschiedlichen szenenorientierten Spezifizierungen erlaubt eine Zuordnung der einzelnen Lexeme zu mindestens fünf konzeptuell definierten Subfeldern (Abb. 5). Abb. 5: Stufe 1: Strukturierung der lexikalischen Ausdrucksmittel zu AUDITION im Deutschen und Spanischen: konzeptuell geleitete Klassifizierung in Subfelder (SF) und Zuordnung der Lexeme. 10 Die Beschreibung in Modulen erfolgt zunächst einzelsprachig: Modul 0: Information zur Form; Modul 1: Bedeutungsbeschreibung (semantisch-distinktive Bedeutungskomponenten, paradigmatische Sinnrelationen etc.); Modul 2: Kombinatorik: M2.1.: Argumentstruktur und Spezifizierung der Argumente; M2.2.: morpho-syntaktisch-funktionale Information: Funktion und Realisierungsmöglichkeiten der Argumente; M2.3.: kategoriale Bedeutung, Kollokationen und semantische Füllung, Kookkurrenzprofil (cfr. CCDB: Belica 2007); Modul 3: pragmatische Information: Register, Stil und textsortenspezifische Aspekte. 11 Stufe 1: konzeptuelle Makrostruktur: Felder + Subfelder; Stufe 2: Mikrostrukturelle Information zu den einzelnen Lemmata in verschiedenen Beschreibungsmodulen; Stufe 3: Mediostrukturelle Information: interne paradigmatische und syntagmatische Strukturen der einzelnen Subfelder; Stufe 4: Kontrastive Information auf mikround mediostruktureller Ebene; WAHRNEHMUNG AUDITION SF1 AKUSTISCH WAHRNEHMEN hören1 vernehmen1 … oír1 escuchar1 … SF2 MEDIZINISCH UNTERSUCHEN abhören1 abhorchen1 auskultieren {med.} … auscultar … SF3 BEWUSST AKUSTISCH WAHRNEHMEN UND MENTAL VERARBEITEN hören2 lauschen1 zuhören1 (sich) anhören1 horchen1 ...... escuchar2 oír2 … SF4 MIT DEM GEHÖR BEOBACHTEN / ÜBERPRÜFEN / KONTROLLIEREN hören3 horchen2 lauschen2 belauschen1 abhören2 abhorchen2 ... escuchar … ÜBERPRÜFEN / KONTROLLIEREN Ø SF5 HEIMLICH AUDITIV ÜBERWACHEN abhören2 abhorchen3 horchen2 lauschen3 … escuchar … HEIMLICH ÜBERWACHEN Ø AUDITIV AKUSTISCH
33 Durch die konzeptuell geleitete Subklassifizierung erhält der Benutzer für seine entsprechende Produktionssituation ein übersichtliches Angebot von möglichen Lexemen. Die Angabe von exemplarischen Belegbeispielen (Abb. 6a-e)12 und der Hinweis auf mögliche feldübergreifende Hyperonyme (markiert mit dem Symbol ⌂) in Verbindung mit einer weiteren konzeptuell gesteuerten, semantischen (vgl. Abb. 6c: lauschen1, horchen1: KONZENTRIERT etc.) und stilistischen (vgl. Abb. 6b: auskultieren {med.}) Spezifizierung einzelner Lexeme dienen dazu, aus der Vielfalt der lexikalischen Benennungsmöglichkeiten auszuwählen. Deutsch: ⌂ wahrnehmen [+Wahrnehmumg] [+/-auditiv] (1.1.dt) Ein Anwohner hörte das Klirren und rief die Polizei. (BRZ06/OKT.04252 Braunschw. Z., 10.10.2006) (1.2.dt) Auf einem umgefallenen Baumstamm harrend, vernimmt das lauschende Ohr des Naturfreundes die liebliche Geräuschkulisse der gefiederten Waldbewohner. (RHZ98/APR.34923 RZ, 21.04.1998) Spanisch: ⌂ percibir [+Wahrnehmung] [+/-auditiv] (1.1.sp) Desde nuestra casa oíamos las músicas de tus fiestas. (CREA) (1.2.sp) De madrugada escuchó un ruido extraño en el exterior; [...]. (CREA) Abb. 6a: Subfeld 1 (SF1) mit der Zuordnung einiger Lexeme und entsprechender Belegbeispiele in beiden Sprachen. Die Erfassung lexikalischer Lücken (markiert durch das Symbol Ø), wie sie z.B. im Fall von SF4 und SF5 für das Spanische vorliegen (vgl. Anhang: Abb. 6d+6e) wird so besonders eindeutig ermöglicht. Eine in dieser Form paradigmatisch vernetzte Information zu den einzelnen Elementen eines konzeptuell orientierten Feldes und dessen Subfelder muss für den Produktionsprozess mit Information zum Bedeutungsund Konstruktionspotenzial erweitert werden. Die diesbezüglich auftretenden einzelsprachigen Probleme zu Vielfalt und Varianz sollen in den folgenden Abschnitten exemplarisch für das Deutsche anhand ausgewählter Fälle kurz erörtert werden (vgl. Abschnitte 2.2 und 2.3). 2.2 Auswahl aus der lexikalischen Vielfalt Wie oben dargestellt werden konnte (vgl. Abb. 6a-d), existieren zur Benennung bestimmter konzeptueller und szenenorientierter Einheiten in den meisten Fällen mehrere lexikalische Ausdrucksmöglichkeiten, aus denen ausgewählt werden muss. In Textproduktionssituationen, in denen bei der Existenz von sprachlicher Ausdrucksvielfalt ein hoher Disambiguierungsbedarf zwecks Lexemauswahl herrscht, stehen zwar die herkömmlichen Wörterbücher und spezifische Lernerwörterbücher13 zur Verfügung, aber die angebotenen Informationen sind für den fremdsprachigen Produktionsprozess nicht immer ausreichend (vgl. Engelberg 2010). Die Notwendigkeit, die konzeptuell geleitete Suchund Auffindungsaktivität von Benennungsmöglichkeiten zusammen mit adäquaten Auswahlkriterien bei Polysemie in der Lernerlexikographie ernster zu nehmen, soll anhand des Eintrages zu lauschen aus LGWB-DaF (Abb. 7) dargestellt werden. Beide Lesarten von lauschen werden durch semantische Merkmale wie 12 Die Abbildungen 6b-e befinden sich im Anhang. 13 Für den DaF-Bereich existieren neben dem Langenscheidt Großwörterbuch DaF (2015) u.a. folgende weitere Lernerwörterbücher: Kempcke, PONS-DaF (print: 2015 und online), Duden-DaF, Wahrig-DaF. Ein freier Online-Zugriff existiert auch über das Duden-online-Portal. Für den ELe-Bereich sind u.a. das Diccionario de Salamanca (DSA), das ELeLernerwörterbuch (DEE) und dessen online-Zugriff über das Verlagsportal SM bzw. das Wörterbuch CLAVE: CLAVEonline und das „Diccionario de Alcalá“ (DA) von VOX, welches online über das Portal diccionarios.com begrenzt frei konsultiert werden kann, zu nennen. SF1 AKUSTISCH WAHRNEHME N oír1 ¿? vernehmen1 ¿? hören1 escuchar1
34 [+auditiv] [+konzentriert] beschrieben, dienen aber nicht zur gegenseitigen Bedeutungsdifferenzierung und einer konzeptuell geleiteten Subklassifizierung. Die Bemühung um eine Lesartdisambiguierung mit Hilfe der Angabe unterschiedlicher Strukturmuster hat vor allem in der Lernerlexikographie die Bedeutungsdisambiguierung durch distinktive Bedeutungsmerkmale in den Hintergrund gedrängt. So wird eher selten explizit auf bedeutungsrelevante, distinktive Merkmale hingewiesen, obwohl sie zusammen mit der Information zu den jeweiligen Strukturmustern bei der Bedeutungsund Lesartdisambiguierung eine entscheidende Rolle spielen (Konerding 1998; Wolski 2002; Meyer/Wiegand 2000). lau·schen; lauschte, hat gelauscht; [Vi] 1. sich stark konzentrieren, damit man etwas hört ≈ horchen: an der Tür lauschen 2. jemandem/etwas lauschen jemandem/etwas konzentriert zuhören: dem Gesang der Vögel lauschen [...] © Langenscheidt KG, Berlin und München lauschen1: ≈ hören ≈ horchen [+konzentriert] Y [+bewusst]? Y [+mental verarbeiten]? Y [+heimlich]? Y [+überwachend?] Y [+kontrollierend]? lauschen 2: ≈ zuhören [+konzentriert] Abb. 7a: Ausschnitt14 zu lauschen115 und lauschen216 aus Langenscheidt Großwörterbuch DaF-digital und Systematisierung der Information. Abb. 7b: Darstellung verschiedener paradigmatischer Sinnrelationen zu bedeutungsähnlichen Lexemen mit Zuordnung von distinktiven semantischen Merkmalen. Erst semantisch-distinktive Merkmale wie [+heimlich] [+überwachend] [+kontrollierend] etc. so wie es z.B. DWDS (Abb. 8) aber auch Duden online für lauschen anbieten, tragen im Zusammenspiel mit den entsprechenden Informationen zu den unterschiedlichen Strukturmustern zur Lesartdisambiguierung bei. 14 Die farbliche Markierung des Wörterbuch-Eintrags erfolgte durch die Autorin dieses Beitrages. 15 In diesem Sinne Teil von SF3 und bedeutungsähnlich mit zuhören (vgl. Abb. 6c). 16 In diesem Sinne Teil von SF4 (vgl. Abb. 6d) und bedeutungsähnlich mit hören und horchen aber auch Teil von SF5 und bedeutungsähnlich mit horchen, belauschen, abhören etc. (vgl. Abb. 6e). Lauschen1 KONZENTRIERT Lauschen2 KONZENTRIERT ≈ horchen ≈ zuhören ≈ hören
35 Abb. 8: Ausschnitt zu lauschen aus DWDS. Modul 1 Modul 2 [+Wahrnehmung] [+auditiv] [+akustisch] Subfeld Belegbeisp. S1 S2 S3 S4 S5 S6 S7 A1 A2 A3 A4 A5 A6 lauschen1 ⌂ zuhören SF3 + + + Jemand (A1) lauscht jemandem (A2) SBP 17 <s d> 3.6. dt s d Jemand (A1) lauscht etwas (A3) SBP <s d> 3.7. dt 3.8.dt 3.9.dt s d lauschen2 ⌂ beobachten, überprüfen, kontrollieren [+/-Wahrnehmung] [+/-auditiv] SF4 + + + (+) Jemand (A1) lauscht etwas / auf etwas (A4) SBP <s d/prpauf> 4.7. dt 4.8.dt 4.9.dt s d / prp Jemand (A1) lauscht in eine bestimmte Richtung (A5) SBP <s advdir> 4.10. dt s adv lauschen3 ⌂ überwachen, kontrollieren, spionieren [+/-Wahrnehmung] SF5 + + + + + Jemand (A1) lauscht an einem bestimmten Ort (A6) SBP <s advlok> 5.4. dt 5.5.dt s adv semantisch-distinktive Merkmale S1: [+bewusst], S2: [+konzentriert], S3: [+mental verarbeitend], S4: [+beobachtend], S5: [+heimlich], S6: [+überwachend], S7: [+kontrollierend]; Komplemente:18 s = Subjekt, d = Dativkomplement, prp = Präpositivkomplement, adv = Adverbialkomplement (dir: direktiv, lok: lokal) Argumente mit kategorial-semantischer Beschreibung19 [...] und Deskriptoren zur weiteren Spezifizierung A1: WAHRNEHMER [+belebt]; A2: LAUTVERURSACHER: [+hum] Redner, Sänger etc.; A3: WAHRGENOMMENE VERBALE HANDLUNG [+intell] Rede, Vortrag, Lesung, Gesang etc.; A4: WAHRGENOMMENE GERÄUSCHE [+inmat, +auditiv] Geräusch, Krach, etc.; A5: GERÄUSCHQUELLE [+mat] Ort, Medium etc.; A6: WAHRNEHMUNGSORT [+lok] an der Tür etc.; Abb. 9: Stufe 2: Ausschnitt aus der lexikographischen Mikrostrukturbeschreibung zu lauschen: Lesarten von lauschen und entsprechende Information aus den Modulen 1 + 2 17 SBP = Satzbauplan 18 Die Subklassifizierung der Komplementtypen erfolgt in Anlehnung an Engel (2004), wobei die Metasprache an unsere kontrastiven Bedürfnisse angepasst wurde. 19 Die Merkmale zur kategorial-semantischen Beschreibung der Argumente erfolgt in Anlehnung an Engel (2004).
36 Für das hier konkret analysierte Beispiel ergibt sich nach einer umfangreichen Beleganalyse neben den in LGWDaF erwähnten Lesarten zu lauschen (vgl. Abb. 6c: SF3, Abb. 6e: SF5) noch eine weitere Lesart in Verbindung mit dem Subfeld 4 (vgl. Abb. 6d: SF4). Die unterschiedlichen Szenarien, die sich aus der Beteiligung der verschiedenartigen Mitspieler (Argumente) und ihrer unterschiedlichen morpho-syntaktischen und funktionalen Realisierungen ergeben, unterstützen die Notwendigkeit einer Zuordnung zu drei verschiedenen, zunächst konzeptuell geleiteten, lexikalisch-semantischen Subfeldern (Abb. 9). AUDITIVE WAHRNEHMUNG [+Wahrnehmung] [+akustisch] SF3 Modul 1 Modul 2 [+bewusst] [+mental verarbeitend] dist. sem. Merkmale Belegbsp. A1 A2 A3 Supplemente20 zuhören1 Wie? mod ASTM1 Jemand (A1) hört jemandem (A2) zu SBP <s d> 3.5. dt s [+hum] d [+hum] ... ASTM2 Jemand (A1) hört etwas (A3) zu SBP <s d> 3.6. dt 3.11.dt s [+hum] d [+intell] Predigt, Ausführungen, Rede, Konzert, ... SF: was ... (sich) anhören1 [+genau] ASTM2 Jemand (A1) hört (sich) etwas (A3) an SBP <s a> 3.3. dt 3.4.dt 3.13.dt s [+hum] a [+intell] Probleme, Musik, ...... SF: was ... lauschen1 [+konzentriert] ASTM1 Jemand (A1) lauscht jemandem (A2) SBP <s d> 3.6. dt s [+hum] d [+hum] ... ASTM2 Jemand (A1) lauscht etwas (A3) SBP <s d> 3.7. dt 3.8.dt 3.9.dt 3.14.dt s [+hum] d [+intell] Krimis, Erklärungen, Gesang, ... SF: was ... hören2 ASTM1 Jemand (A1) hört jemanden (A2) SBP <s a> 3.1. dt s [+hum] a [+hum] Musiker, Professor, ... ... ASTM2 Jemand (A1) hört etwas (A3) SBP <s a> 3.2. dt 3.12.dt s [+hum] a [+intell] Geschichten, Meldungen, Rede, Ansprache, Begründung, Berichte, Musik, ... SF: was .. horchen1 [+konzentriert] ASTM2 Jemand (A1) horcht etwas (A3)21 SBP <s d> 3.10. dt 3.15.dt 3.16.dt s [+hum] d [+intell] Rede, Predigt, ... SF: was ... Abb. 10: Stufe 3: Lexeme aus SF3 und entsprechende (Teil)information aus den Modulen 1+2 Nur eine Kombination der unterschiedlichen lexikalischen Ebenen, wie sie in modularer Form in DICONALE vorgesehen ist, hilft dem Benutzer, die Bedeutungsund Konstruktionsdisambiguierung zwischen polysemen Lesarten (lauschen1, lauschen2, lauschen3) zu erfassen und die eine oder andere Lesart in konkreten Produktionssituationen anzuwenden. Ausgehend von 20 Die Erweiterung der Information durch korpusgestützte, quantitativ berechnete Daten zu typisch und/oder häufig auftretenden Supplementen scheint sinnvoll und ist in dem Modul 2 von DICONALE ebenfalls vorgesehen. 21 Vereinzelt auch „zuhorchen“.
43 DICONALE: Diccionario conceptual del alemán y del español. Konzeptuell orientiertes Wörterbuch: DeutschSpanisch. USC. www.usc.es/gl/proxectos/diconale/aleman/. DLE (2014): Diccionario de la Lengua Española. 23. Aufl. Madrid. DLE: Diccionario de la Lengua española. Madrid. http://dle.rae.es/. Dornseiff, Franz/Wiegand, Herbert E./Quasthoff, Uwe (2004): Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen. 8., neubearb. Aufl. Berlin. (print und elektronisch). DSA: Diccionario de Salamanca – español para extranjeros (2006). Madrid. DUDEN (2010): Stilwörterbuch. 9., völlig neu bearb. Aufl. (= Der Duden 2). Mannheim. DUDEN-DaF (2010): Deutsch als Fremdsprache. Standardwörterbuch. 2., neu bearb. und erw. Aufl. Mannheim. DUDEN-online Portal. www.duden.de/. DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. www.dwds.de/. elexiko. Online-Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim. www. owid.de/wb/elexiko/start.html (Stand: 1.3.2013). E-VALBU: Valenzwörterbuch online. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim. http://hypermedia.idsmannheim.de/evalbu/index.html. Kempcke, Günter et al. (1999): Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin. KV-online: Online Nachschlagewerk zu Kommunikationsverben. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim. www.owid.de/docs/komvb/start.jsp. LEO. Zweisprachiges Wörterbuchportal. www.leo.org/. LGWB-DaF: Götz, Dieter (2015): Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Neubearbeitung. Berlin/München. LHWBe: Langenscheidts Handwörterbuch Spanisch (2006). Spanisch – Deutsch (LHWBe-SD) / Deutsch – Spanisch (LHWBe-DS): elektronische Fassung. Berlin/München. OpenThesaurus: Ein freies deutsches Wörterbuch für Synonyme. www.openthesaurus.de/. OWID: Online-Wortschatz-Informationssystem Deutsch. Institut für Deutsche Sprache, Mannheim. www.owid.de/. PONS-O: Das Sprachenportal. http://de.pons.eu/. PONS-DaF (2015): Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Neubearbeitung. Stuttgart. Quasthoff, Uwe (2011): Wörterbuch der Kollokationen im Deutschen. Berlin. Schumacher, Helmut et al. (2004): VALBU – Valenzwörterbuch deutscher Verben. (= Studien zur Deutschen Sprache 31). Tübingen. Wahrig-DaF: Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache (2008). Berlin. Wehrle, Hugo/Eggers, Hans (1993): Deutscher Wortschatz: ein Wegweiser zum treffenden Ausdruck. 17. Aufl. Stuttgart. WordReference: Diccionario de Español, Inglés Francés y Portugues. www.wordreference.com/es/. Wörterbuch für Synonyme: www.synonym.de. Wortschatz Universität Leipzig. http://wortschatz.uni-leipzig.de/. Woxikon: Online-Lexikon. www.woxikon.de. 4.2 Zitierte Literatur Abel, Andrea (2008): ELDIT (Elektronisches Lernerwörterbuch Deutsch-Italienisch) und elexiko: Ein Vergleich. In: Klosa (Hg.), S. 175-189. Abel, Andrea/Vettori, Chiara/Ralli, Natascia (Hg) (2014): Proceedings of the 16th EURALEX International Congress: The User in Focus. Bozen. Chuchuy, Claudio/Moreno, Antonio (2002): Diccionarios españoles en formato electrónico. In: Fuentes Morán/ Werner (Hg.), S. 89-108. Dentschewa, Emilia (2006): DaF-Wörterbücher im Vergleich: Ein Plädoyer für „Strukturformeln. In: Dimova, Ana et al. (Hg.): Zweisprachige Lexikographie und Deutsch als Fremdsprache. Hildesheim, S. 113-128. Domínguez Vázquez, María José et al. (Hg.) (2015): Lexicografía de las lenguas románicas. Aproximaciones a la lexicografía moderna y contrastiva. Bd. 2. Berlin u.a. Engel, Urich (2004): Deutsche Grammatik. Neubearbeitung. München.
44 Engelberg, Stefan (2010): Die lexikographische Behandlung von Argumentstrukturvarianten in Valenzund Lernerwörterbüchern. In: Fischer, Klaus/Fobbe, Eilika/Schierholz, Stefan (Hg.): Valenz und Deutsch als Fremdsprache. Frankfurt a.M., S. 113-141. Engelberg, Stefan (erscheint): The argument structure of psych-verbs: A quantitative corpus study on cognitive entrenchment. In: Boas, Hans/Ziem, Alexander (Hg.): Constructional approaches to argument structure in German. Boston/Berlin. Engelberg, Stefan (2015): Gespaltene Stimulus-Argumente bei Psych-Verben. Quantitative Verteilungsdaten als Indikator für die Dynamik sprachlichen Wissens über Argumentstrukturen. In: Engelberg, Stefan/Meliss, Meike/Proost, Kristel/Winkler, Edeltraud (Hg.): Argumentstruktur zwischen Valenz und Konstruktion. (= Studien zur Deutschen Sprache 68). Tübingen, S. 469-491. Engelberg, Stefan et al. (2011): Argumentstrukturmuster als Konstruktionen? Identität – Verwandtschaft – Idiosynkrasien. In: Engelberg, Stefan/Holler, Anke/Proost, Kristel (Hg.) (2011): Sprachliches Wissen zwischen Lexikon und Grammatik. Jahrbuch 2010 des Instituts für Deutsche Sprache. Berlin, S. 71-112. Engelberg, Stefan et al. (2012): Argument structures and text genre: Cross-corpus evaluation of the distributional characteristics of argument structure realizations. In: Heid, Ulrich (Hg.): Corpora and lexicography. (= Lexicographica 28). Berlin, S. 13-48. Engelberg, Stefan/Lemnitzer, Lothar (2009): Lexikographie und Wörterbuchbenutzung. 4. Aufl. Tübingen. Fuentes Morán, María Teresa (1997): Gramática en la lexicografía bilingüe. Morfología y sintaxis en diccionarios español-alemán desde el punto de vista del germanohablante. Tübingen. Fuentes Morán, María Teresa/Modal, Benedikt (Hg.) (2009): Investigaciones sobre lexicografía bilingüe. Granada. Fuentes Morán, María Teresa/Werner, Reinhold (Hg.) (1998): Lexicografías iberrománicas: problemas, propuestas y proyectos. Frankfurt a.M. González Ribao, Vanessa (2015): Sobre algunos conflictos en la ‘pre’-lexicografía: La selección de corpus para la elaboración de un diccionario conceptual alemán-español. In: Domínguez Vázquez et al. (Hg.), S. 247-269. González Ribao, Vanessa/Meliss, Meike (2015): Vorschläge zur Ausarbeitung eines onomasiologischkonzeptuell orientierten Produktionswörterbuches im zweisprachigen Lernerkontext: Deutsch-Spanisch. In: Calañas Continente, José A. et al. (Hg.): Die Wörterbücher des Deutschen. (= Studien zur Linguistik des Deutschen – Spanische Akzente 2). Frankfurt a.M., S. 109-136. González Ribao, Vanessa/Proost, Kristel (2015): El campo léxico al servicio de la lexicografía: Un análisis contrastivo en torno a algunos campos de los verbos de comuncación en alemán y español. In: Domínguez Vázquez et al. (Hg.), S. 223-245. Gouws, Rufus H. (1998): Das System der sogenannten Strukturformeln in Langenscheidts Grosswörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Eine kritische Übersicht. In: Wiegand (Hg.), S. 63-76. Haensch, Günther/Omeñaca, Carlos (2004): Los diccionarios del español en el siglo XXI. 2. Aufl. Salamanca. Harras, Gisela et al. (2004): Handbuch deutscher Kommunikationsverben. Teil 1: Wörterbuch. (= Schriften des Instituts für Deutsche Sprache 10.1). Berlin/New York. Harras, Gisela/Proost, Kristel/Winkler, Edeltraud (2007): Handbuch deutscher Kommunikationsverben. Teil 2: Lexikalische Strukturen. (= Schriften des Instituts für Deutsche Sprache 10.2). Berlin/New York. Haß, Ulrike (Hg.) (2005): Grundfragen der elektronischen Lexikographie. elexiko – das Online-Informationssystem zum deutschen Wortschatz. Berlin/New York. Haß, Ulrike/Schmitz, Ulrich (2010): Einleitung: Lexikographie im Internet 2010. In: Haß/Schmitz (Hg.), S. 1-18. Haß, Ulrike/Schmitz, Ulrich (Hg.) (2010): Lexikographie im Internet 2010. (= Lexicographica 26). Berlin/New York. Hausmann, Franz J. (1990a): Das Synonymenwörterbuch. Die kumulative Synonymik? In: Hausmann et al. (Hg.), S. 1076-1081. Hausmann, Franz J. (1990b): Das Antonymenwörterbuch. In: Hausmann et al. (Hg.), S. 1081-1083. Hausmann, Franz J. (1991): Die zweisprachige Lexikographie Spanisch – Deutsch / Deutsch – Spanisch. In: Hausmann et al. (Hg.), S. 2987-2991. Hausmann, Franz J./Werner, Reinhold (1991): Spezifische Bauteile und Strukturen zweisprachiger Wörterbücher: Eine Übersicht. In: Hausmann et al. (Hg.), S. 2729-2770.
45 Hausmann, Franz J. et al. (Hg.) (1990): Dictionaries. An international encyclopedia of lexicography. 2. Teilbd. (= Handbücher zur Sprachund Kommunikationswissenschaft 5.2). Berlin/New York. Hausmann, Franz J. et al. (Hg.) (1991): Dictionaries. An international encyclopedia of lexicography. 3. Teilbd. (= Handbücher zur Sprachund Kommunikationswissenschaft 5.3). Berlin/New York. Honnef-Becker, Irmgard (2002): Die Benutzung des DE GRUYTER WÖRTERBUCHES DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE in Situationen der Textproduktion. In: Wiegand (Hg.), S. 623-646. Kemmer, Katharina (2010): Onlinewörterbücher in der Wörterbuchkritik. Ein Evaluationsraster mit 39 Beurteilungskriterien. (= OPAL 2/2010). Mannheim. http://pub.ids-mannheim.de/laufend/opal/pdf/opal2010-2.pdf. Klein, Wolfgang/Geyken, Alexander (2010): Das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS). In: Haß/Schmitz (Hg.), S. 79-96. Klosa, Annette (2009): Modern German dictionaries and their impact on linguistic research. In: Bruti, Silvia et al. (Hg.): Perspectives on lexicography in Italy and Europe. Cambridge, S. 175-199. Klosa, Annette (Hg.) (2008): Lexikographische Portale im Internet. (= OPAL. Sonderheft 1/2008). Mannheim. http://pub.ids-mannheim.de/laufend/opal/pdf/opal2008-1.pdf. Konerding, Klaus P. (1998): Die semantischen Angaben in Langenscheidts Grosswörterbuch Deutsch als Fremdsprache. In: Wiegand (Hg.), S. 107-143. Korhonen, Jarmo (Hg.) (2001): Von der monozur bilingualen Lexikographie für das Deutsche. Frankfurt a.M. Köster, Lutz/Neubauer, Fritz (2002): Kollokationen und Kompetenzbeispiele im DE GRUYTER WÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE. In: Wiegand (Hg.), S. 283-310. Lehr, Andrea (1998): Kollokationen in Langenscheidts Grosswörterbuch Deutsch als Fremdsprache. In: Wiegand (Hg.), S. 256-281. Mann, Manfred (2010): Internet-Wörterbücher am Ende der „Nulljahre“. In: Haß/Schmitz (Hg.), S. 19-45. Meliss, Meike (2005): Recursos lingüísticos alemanes relaticos a ‘GERÄUSCH’ y sus posibles correspondencias en español. Un estudio lexicológico modular-integrativo. Frankfurt a.M. Meliss, Meike (2006): Kontrastive Wortfeldstudie für das Sprachenpaar Deutsch-Spanisch am Beispiel der Verben für GERÄUSCH. In: Wolf, Dietrich et al. (Hg.): Lexikalische Semantik und Korpuslinguistik. Tübingen, S. 141-167. Meliss, Meike (2013): Das zweisprachige Wörterbuch im bilateralen deutsch-spanischen Kontext. Alte und neue Wege. In: Domínguez Vázquez, María José (Hg.): Trends in der deutsch-spanischen Lexikographie. (= Spanische Akzente. Studien zur Linguistik des Deutschen 1). Frankfurt a.M., S 61-87. Meliss, Meike (2014a): Vorüberlegungen zu einem zweisprachigen Produktionslernerwörterbuch für das Sprachenpaar DaF und ELE. In: Reimann, Daniel (Hg.): Kontrastive Linguistik und Fremdsprachendidaktik. Iberoromanisch – Deutsch. (= Romanische Fremdsprachenforschung und Unterrichtsentwicklung 2). Tübingen, S. 113-137. Meliss, Meike (2014b): Die fremdsprachige Produktionssituation im Fokus eines onomasiologisch-konzeptuell orientierten, zweisprachig-bilateralen Wörterbuches für das Sprachenpaar Deutsch - Spanisch: Theoretische und methodologische Grundlagen von DICONALE. In: Abel/Vettori/Ralli (Hg.), S. 1119-1134. Meliss, Meike (2015a): Argumentstrukturen, Valenz und Konstruktionen: Eine korpusbasierte Studie deutscher und spanischer „Geruchsverben“ im Kontrast. In: Engelberg, Stefan et al. (Hg.): Argumentstruktur zwischen Valenz und Konstruktion. (= Studien zur Deutschen Sprache 68). Tübingen, S. 317-339. Meliss, Meike (2015b): Zum Kombinationspotenzial von Verben in einsprachigen DaF-Lernerwörterbüchern: Kritische Bestandsaufnahme – Neue Anforderungen. In: Zeitschrift für Deutsch als Fremdsprache 20, 1, S. 14-27. Meliss, Meike (2015c): Was suchen und finden Lerner des Deutschen als Fremdsprache in aktuellen Wörterbüchern? Auswertung einer Umfrage und Anforderungen an eine aktuelle DaF-Lernerlexikographie. In: Roelcke, Thorsten (Hg.): Wörterbücher für Deutsch als FremdspracheProbleme und Perspektiven. Themenreihe: Info DaF 42,4/2015, S. 401-432. Meliss, Meike (2016a): Wie viele und welche bilingualen Online-Wörterbücher brauchen wir für den DaF-Bereich? Erstellung eines Kriterienrasters und erste Bestandsaufnahme aus der Sicht eines hispanophonen Lernerkontextes. In: Cuartero Otal, Juan et al. (Hg.): Querschnitt durch die deutsche Sprache aus spanischer Sicht. Perspektiven der Kontrastiven Linguistik. Berlin, S. 187-210. Meliss, Meike (2016b): Gesprochene Sprache in DaF-Lernerwörterbüchern. In: Handwerker, Brigitte et al. (Hg.): Gesprochene Fremdsprache Deutsch. Baltmannsweiler, S. 179-199.
46 Meliss, Meike/Sánchez Hernández, Paloma (2015): Theoretical and methodological foundations of the DICONALE project: A conceptual dictionary of German and Spanish. In: Silvestre, João Paulo et al. (Hg.): Dicionários que não existem. Lissabon, S. 163-179. Meyer, Meike/Wiegand, Herbert E. (2000): Gemischt-semiintegrierte Mikrostrukturen für deutsch-spanische Printwörterbücher. In: Wiegand, Herbert E. (Hg.): Studien zur zweisprachigen Lexikographie mit Deutsch V. (= Germanistische Linguistik 151-152). Hildesheim, S. 87-171. Model, Benedikt (2010): Syntagmatik im zweisprachigen Wörterbuch. Berlin. Müller-Spitzer, Caroline/Engelberg, Stefan (2011): Elektronische Lexikographie zwischen Grammatik und Lexikon. In: Engelberg et al. (Hg.), S. 559-572. Pöll, Bernhard (2010): Internetlexikographie der iberomanischen Sprachen. In: Haß/Schmitz (Hg.), S. 169-173. Proost, Kristel/Müller-Spitzer, Caroline (2014): Degrees of synonymity as the basis of a network for German communication verbs in the Online Reference Work Kommunikationsverben in OWID. In: Abel/Vettori/ Ralli (Hg.), S. 1171-1186. Roelcke, Thorsten (2002): Das Verhältnis der semasiologischen und onomasiologischen Angaben im DE GRUYTER WÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE. In: Wiegand (Hg.), S. 201-244. Schafroth, Elmar (2002): Die Grammatik der Verben im DE GRUYTER WÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE. In: Wiegand (Hg.), S. 57-74. Storrer, Angelika (2010): Deutsche Internet-Wörterbücher: Ein Überblick. In: Haß/Schmitz (Hg.), S. 154-164. Tarp, Sven (2012): Online dictionaries: Today and tomorrow. In: Heid, Ulrich (Hg.): Corpora and lexicography. (= Lexicographica 28). Berlin, S. 253-267. Torres del Rey, Jesús (2009): Diccionarios electrónicos bilingües: Nuevas posibilidades de futuro. In: Fuentes Morán/Modal (Hg.), S. 29-79. Werner, Reinhold (1998): La selección de lemas en los diccionarios español-alemán y alemán-español o ¿un diccionario de qué lengua es un diccionario de las lenguas española y alemana? In: Fuentes Morán/Werner (Hg.), S. 139-156. Wiegand, Herbert E. (2005): Äquivalentpräsentation und Wörterbuchfunktion in zweisprachigen Printwörterbüchern. Mit einem Seitenblick auf die so genannte „moderne lexikographische Funktionslehre“. In: Igla, Birgit/Petkov, Pavel/Wiegand, Herbert E. (Hg.): Kontrastive Lexikologie und zweisprachige Lexikographie. Hildesheim, S. 1-38. Wiegand, Herbert E. (Hg.) (1998): Perspektiven der pädagogischen Lexikographie des Deutschen. Untersuchungen anhand von „Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache“. Tübingen. Wiegand, Herbert E. (Hg.) (2002): Perspektiven der pädagogischen Lexikographie des Deutschen II. Untersuchungen anhand des „de Gruyter Wörterbuchs Deutsch als Fremdsprache“. Tübingen. Wolf, Norbert R. (2001): Kollokationen und semantische Valenz im einsprachigen Wörterbuch. In: Korhonen (Hg.), S. 153-162. Wolski, Werner (2002): Das DE GRUYTER WÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE und LANGENSCHEIDTS GROßWÖRTERBUCH DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE. Ein Vergleich im Hinblick auf die Semantik. In: Wiegand (Hg.), S. 3-34.
47 Anhang: Abbildungen 6b-e Deutsch: ⌂ untersuchen [−Wahrnehmung] (2.1.dt) Er hört den Brustkorb ab, sieht in den Rachen, begutachtet die Ohren. (NUN07/MAR.02161 NN, 19.03.2007) (2.2.dt) Ulrich Eggert hört im Transporter einem Patienten aus der Männerunterkunft die Herztöne ab. (HAZ09/MAR.01732 HAZ, 10.03.2009, S. 15) (2.3.dt) Wie ein Arzt seine Patienten abhorcht, röntgt oder verbindet, wird Kindern anhand ihrer Teddybären gezeigt. (BRZ05/SEP.16312 Braunschw. Z., 28.09.2005) (2.4.dt) Auskultiert man die Lunge direkt nach dem Aufstehen der Patienten nach langer Liegezeit, hört man [...] ein leises Knistern. (COSMAS) […] Spanisch: ⌂ examinar [−Wahrnehmung] (2.1.sp) El médico le auscultó el pecho y la espalda, en silencio. (CREA) [...] Abb. 6b: Stufe 1: Subfeld 2 (SF2) mit der Zuordnung einiger Lexeme und entsprechender Belegbeispiele in beiden Sprachen. SF2 MEDIZINISCH UNTERSUCHEN auscultar abhören1 auskultieren {med.} ¿? abhorchen1 ¿?
48 Deutsch: ⌂ zuhören [+Wahrnehmung] [+auditiv] (3.1.dt) 15-jährig hörte er den Jazzpianisten Eroll Garner, spielte nach, was er hörte. (BRZ10/APR.13294 Braunschw. Z.,30.04.2010 ) (3.2.dt) Sie hörte die Aussagen der verängstigten Kinder. (RHZ05/JUN.16629 RZ, 15.06.2005) (3.3.dt) Wenn ich das über einen andern Künstler lesen würde, würde ich dessen Musik nie anhören. (A97/OKT.28423 St. Galler Tagblatt, 07.10.1997) (3.4.dt) Sie hören sich die Probleme an, die den Kindern auf den Nägeln brennen [...]. (R97/SEP.72386 Frankf. Rundschau, 15.09.1997, S. 4) (3.5.dt) [...] sie hat mir geduldig zugehört und geantwortet. (BRZ08/JUN.06305 Braunschw. Z., 12.06.2008) (3.6.) Mit großem Interesse hatten die Pflegekräfte [...], dem Vortrag zugehört [...]. M03/FEB.11701 Mannh. Morgen, 22.02.2003 (3.7.dt) Am Ziel angekommen, lauschten die Kinder aufmerksam der Piratin Lilli [...]. (A12/JUN.09072 St. Galler Tagbl., 20.06.2012, S. 41) (3.8.dt) Aber das Publikum lauschte an diesem Abend nicht nur den spannenden Krimis. (RHZ05/SEP.18942 RZ, 15.09.2005 (3.9.dt) Jago, das Aas, lauscht hinter Säulenfluchten den honorigen Erklärungen Othellos vor dem Rat von Venedig. (UN93/JUN.01879 NN, 26.06.1993, S. 22) (3.10.dt) In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus lauschten mehr als 2000 Besucher andächtig den Chorgesängen [...]. (L98/NOV.16306 Berliner Morgenpost, 01.11.1998, S. 9) (3.11.dt) Man setzt sich, horcht der Feldpredigt und geniesst die Sonne. (A00/JUN.38103 St. Galler Tagblatt, 02.06.2000) […] Spanisch: ⌂ escuchar [+Wahrnehmung] [+auditiv] (3.1.sp) „Cuando escuché a Bob Dylan tuve la sensación de que me iba a dedicar a la música“. (CREA) (3.2.sp) Esta noche, escribió, mientras oíamos el Otello de Verdi en el palco de sus distinguidos padres, he sentido la tentación de inclinarme hacia delante y besar sus hombros. (CREA) […] Abb. 6c: Stufe 1: Subfeld 3 (SF3) mit der Zuordnung einiger Lexeme und entsprechender Belegbeispiele in beiden Sprachen29 29 Es werden in diesem Feld keine Kommunikationsverben (z.B. jemandem die Vokabeln abhören (abfragen), jemanden verhören, die Zeugen hören, (sich) den Angeklagten anhören etc.) aufgenommen. SF3 BEWUSST AKUSTISCH WAHRNEHMEN UND MENTAL VERARBEITEN zuhören1 hören2 horchen1 KONZENTRIERT ¿? oír2 ¿? escuchar2 lauschen1 KONZENTRIERT (sich) anhören1 GENAU
49 Deutsch: ⌂ beobachten, überprüfen, kontrollieren [+/−Wahrnehmung] [+/−auditiv] (4.1.dt) Er hörte auf den regelmäßigen Atem des Tieres, [...]. (NUZ03/SEP.00686 NZ, 06.09.2003 ) (4.2.dt) [...] er hört in die Kompositionen hinein, formt sie [...]. (O94/APR.33863 Neue Kronen-Ztg., 13.04.1994, S. 20) (4.3.dt) Er hört seine Mailbox ab [...]. (RHZ09/SEP.14382 RZ, 16.09.2009) (4.4.dt) [...] blieb noch einige Sekunden über sie gebeugt und horchte auf die tiefen, regelmäßigen Atemzüge. (GR1/TL1.12150 Weyden: Träume, 1990 [S. 23] ) (4.5.dt) Die Zeiten, in denen ein Auto-Mechaniker mit seinem fachlich geschulten Ohr kurz in den Motorraum horcht [...] sind heute größtenteils vorbei. (BRZ06/APR.12848 Braunschw. Z., 26.04.2006) (4.6.dt) Mit Geophonen horchen Bundesherrsoldaten den Boden ab - bisher erfolglos. (O98/JUL.72449 Neue Kronen-Ztg., 25.07.1998, S. 8) (4.7.dt) Um Amphibien zu zählen, zieht er am Abend los und lauscht auf die Rufe der Tiere. (A12/MAI.12895 St. Galler Tagbl., 30.05.2012, S. 26) (4.8.1.dt) Moritz schloß die Augen und lauschte auf die Atemzüge des Alten. (BRZ07/APR.00154 Braunschw. Z., 28.04.2007) (4.8.2.dt) Dann lag sie da und lauschte den Atemzügen ihrer Mutter. (M03/APR.27702 Mannh. Morgen, 28.04.2003 ) (4.9.dt) Er blieb mitten im Zimmer stehen und lauschte auf den Hund, der da unten bellte, [...] (BRZ06/ NOV.07368 Braunschw. Z., 14.11.2006) (4.10.dt) Auf einer vorgegebenen Route wandernd, lauscht sie in den Wald. (A12/MAI.12993 St. Galler Tagbl., 30.05.2012, S. 39) (4.11.dt) Der Verein [...] bietet im März einen Erlebnistag am Weiher für Kinder und Jugendliche oder beobachtet und belauscht im April Vögel in der Region. (A97/SEP.24729 St. Galler Tagblatt, 17.09.1997) […] Spanisch: ⌂ observar, comprobar, controlar, sentir, revisar, registrar [+/−Wahrnehmung] [+/−auditiv] (4.1.sp) Es una enfermedad muy común a lo largo del viaje, y es contagiosa, incluso al acercarse y sentir la respiración de otro […]. (CREA) (4.2.sp) Necesita hablar para desalojar la angustia y recomponer todos los días que transcurrieron hasta que ocurrió lo que podía no haber sucedido si una noche, al volver a casa, hubiera escuchado la única llamada que registraba su contestador. (CREA) […] Abb. 6d: Stufe 1: Subfeld 4 (SF4) mit der Zuordnung einiger Lexeme und entsprechender Belegbeispiele im Deutschen. Das Spanische lexikalisiert die hier relevanten Konzepte nicht und muss daher auf andere sprachliche Ausdrucksmittel zurückgreifen. SF4 MIT DEM GEHÖR BEOBACHTEN / ÜBERPRÜFEN horchen2 KONZENTRIERT abhorchen2 belauschen1 HEIMLICH ¿? Ø escuchar hören3 abhören2 lauschen2 KONZENTRIERT
50 Deutsch: ⌂ überwachen, kontrollieren, spionieren [−Wahrnehmung] (5.1.dt) Damals horchte die Bundespolizei unter ihrem berühmt-berüchtigten Direktor Edgar Hoover ständig US-Bürger und Politiker illegal ab. (P93/NOV.37089 Die Presse, 19.11.1993) (5.2.dt) Wolfsburger Rauschgift-Großhändler muss 3 Jahre 6 Monate in Haft – Beamten horchten Telefonate ab. (BRZ10/JAN.08580 Braunschw. Z., 21.01.2010) (5.3.dt) Aus sicherer Entfernung wurde das Flugzeug mit Spezialgeräten abgehorcht, die wie die raffinierten „James-Bond-Waffen“ der Einheit auf geheime Sonderbestellung von der französischen Industrie angefertigt worden sind. (NUN94/DEZ.02222 NN, 28.12.1994, S. 3) (5.4.dt) Tim lauschte an ihrer Tür – ob sie vielleicht verreist war? (M02/DEZ.97379 Mannh. Morgen, 28.12.2002) (5.5.dt) Der präpubertäre Lüdecke lauschte an der verschlossenen Tür seiner zehn Jahre älteren Schwester. Mit ihrem Freund diskutierte sie Orte und Themen der Zeit. (RHZ03/APR.02569 RZ, 03.04.2003) (5.6.dt) Sie stieg die Treppe hinauf und horchte an ihrer Tür: alles still. (BRZ06/NOV.08431 Braunschw. Z., 16.11.2006 ) (5.7.dt) Der Heimatdienst-Mann erklärte John, er könne am Telefon nicht offen sprechen, da er das Gefühl habe, seine Kollegen belauschten ihn. (L98/MAI.02387 Berliner Morgenpost, 28.05.1998, S. 31) (5.8.dt) Bis einer der drei zufällig eine Unterhaltung der beiden anderen belauscht und unangenehme Dinge über sein Privatleben erfährt. (M12/JAN.03051 Mannh. Morgen, 12.01.2012, S. 28) (5.9.dt) Die Polizei belauschte die Telefone der Bande, verwanzte ihre Autos [...]. (D HMP11/APR.00482 MOPO, 06.04.2011, S. 13) (5.10.dt) Im Vorfeld belauschten die Ermittler hunderte Telefongespräche. (I00/JUL.42625 Tiroler Tagesztg., 22.07.2000) (5.11.dt) Polizei hört Anwaltsgespräche ab. (SWR 4M08/NOV.87862 Mannh. Morgen, 12.11.2008, S. 22) (5.12.dt) Während zweier Jahre habe die Politische Polizei seine Post geöffnet, das Telefon abgehört und versucht, Freunde zu überreden, ihn zu bespitzeln (E97/APR.08712 Zürcher Tagesanzeiger, 11.04.1997, S. 9) (5.13.dt) Ihm selbst folgten Sicherheitsbeamte auf Schritt und Tritt, hörten ihn ab und schüchterten seine Interviewpartner ein. (NUN05/DEZ.00312 NN, 03.12.2005) [...] Spanisch: ⌂ controlar, espiar, interceptar, pinchar … [−Wahrnehmung] (5.1.sp) [...] los servicios de inteligencia interceptaron una comunicación radiofónica en la que el jefe del bloque Caribe de las FARC, Iván Márquez, hablaba sobre el frustrado atentado. (CREA) (5.2.sp) Durante la última etapa de las negociaciones entre estadounidenses y panameños, los primeros espiaron con micrófonos las conversaciones de los segundos […]. (CREA) (5.3.sp) Los jueces anulan la condena a dos „narcos“ porque les pincharon el teléfono ilegalmente. (CREA) (5.4.sp) [...] los propios servicios de inteligencia del Estado pincharon y grabaron conversaciones del Rey sobre el Consejo de Europa [...]. (CREA) [...] Abb. 6e: Stufe 1: Subfeld 5 (SF5) mit der Zuordnung einiger Lexeme und entsprechender Belegbeispiele im Deutschen. Das Spanische lexikalisiert die hier relevanten Konzepte nicht und muss daher auf andere sprachliche Ausdrucksmittel zurückgreifen. SF5 AUDITIV HEIMLICH ÜBERWACHEN / KONTOLLIEREN horchen3 KONZENTRIERT abhorchen3 abhören3 ¿? Ø escuchar2 lauschen3 KONZENTRIERT belauschen