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Zentrum und Peripherie. Gescheiterte Ineinanderübersetzung in Franz Kafkas Beim Bau der chinesischen Mauer

Biti, Vladimir

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Zentrum und Peripherie. Gescheiterte Ineinanderübersetzung in Franz Kafkas Beim Bau der chinesischen Mauer Vladimir Biti– Universität Wien ABSTRACT Centre and Periphery. Failed Intertranslation in Franz Kafka’sAt the Construction of the Great Wall of China The article investigates the failed translation of center into the periphery, and vice versa, in Kafka’sstory. In the frame narrative, this translation is examined by the periphery; in the embedded parable, that was published during Kafka’slifetime under the title An Imperial Mission, it is prompted by the center. Despite this mirroring relation between the frame narrative and the embedded parable, the reader is prevented from smoothly translating them into one another. Yet just as Kafka takes care to save from oblivion that which remains untranslated in the first two translations, he expects the reader to do the same in translating one narrative into the other. KEYWORDS center, periphery, deputy, translation, remainder EIN BEFÜRWORTER DER PERIPHERIE? In seinem bahnbrechenden Essay zu Kafka verweist Walter Benjamin auf die systematische Auflösung der Zeitund Raumorientierung in der fiktionalen Welt des Schriftstellers. Die Gesten seiner Figuren seien „zu durchschlagend für die gewohnte Umwelt“, sodass sie auf die Bühne des „Welttheaters“ einbrechen, „dessen Prospekt der Himmel darstellt“ (Benjamin 1980: 418f.) Kafka nehme diesen Gesten „die überkommenen Stützen“ weg, um sie dadurch aus der historischen Wirklichkeit in einen „undurchschaubaren“ und „unübersehbaren“ Bereich überzuleiten, der dem „gewöhnlichen Menschen“ vorenthalten bleibt (Benjamin 1980: 420f.). An die Rätsel und Geheimnisse dieses Schauplatzes muss man „mit Umsicht, mit Behutsamkeit, mit Mißtrauen“ (Benjamin 1980: 422) herangehen, weil er keine verlässlichen Antworten zur Verfügung stellt. Benjamin schlussfolgert: Vielleicht wollte Kafka, den jeder Tag seines Lebens vor unenträtselbare Verhaltungsweisen und undeutliche Verlautbarungen gestellt hat, im Tode wenigstens seiner Mitwelt mit gleicher Münze heimzahlen. (Benjamin 1980: 422) 18 BRÜCKEN 29/2 Benjamins Anmerkung „im Tode wenigstens“ bezieht sich hier auf seine vorherige Deutung der verwirrenden Parabel Von den Gleichnissen. Darin sondert sich aus dem erzählenden „Wir“ „Einer“ heraus, der auf die These des kollektiven Erzählers von der Unverwendbarkeit der Gleichnisse im Alltagsleben Folgendes erwidert: Warum wehrt ihr euch? Würdet ihr den Gleichnissen folgen, dann wäret ihr selbst Gleichnisse geworden und damit schon der täglichen Mühe frei. (Kafka 1994c: 131f.) Benjamin verbindet diesen rätselhaften Ratschlag mit einer chinesischen Legende, in der ein Maler, nachdem er sein Gemälde fertiggestellt hat, darin unwiderruflich verschwindet und damit den Beobachtern alle Anweisungen zu dessen Deutung verweigert. In genau derselben Weise habe Kafka seine auktoriale Botschaft der Leserschaft vorenthalten. Indem er in den Labyrinthen seines Werks verschwand, hat er es seinen Zeitgenossen dafür, dass sie seine Wirklichkeit „vor unenträtselbare Verhaltungsweisen und undeutliche Verlautbarungen“ gestellt haben, sozusagen „heimgezahlt“. Als seine Leser mussten diese Zeitgenossen nun mit seiner ebenso verwirrenden Welt umgehen. So ist also das entstanden, was Benjamin als Kafkas unentzifferbare „Münze“ bezeichnet. In seinem späteren Essay Die Aufgabe des Übersetzers finden wir eine damit verbundene Behauptung, dass „kein Gedicht dem Leser, kein Bild dem Beschauer, keine Symphonie der Hörerschaft“ (Benjamin 1977a: 50) gilt, weswegen alle Übersetzungen der künstlerischen „Art des Meinens“ in ein „Gemeintes“ scheitern. Semiotisch ausgedrückt, übertrifft Kafkas auktoriale Signifikation alle Denotierungen. Damit nimmt Benjamin den Lévi -Straussschen Begriff des „überschüssigen Signifikanten“ vorweg, den Giorgio Agamben retrospektiv zum „Leitbegriff in den Humanwissenschaften des zwanzigsten Jahrhunderts“ (Agamben 2004: 47) erhoben hat. Jedes Werk Kafkas wird zu einer Parabel, deren Entschlüsselung weitere Parabeln fordert. Wer an den Schriftsteller mit dieser Einsicht herangeht, verwandelt sich sozusagen seinerseits in eine Parabel und wird „damit schon der täglichen Mühe frei“ (Kafka 1994c: 131). Was Benjamin aber in seiner aufschlussreichen Lektüre entgeht, ist, dass es sich hierbei lediglich um den Rettungsvorschlag des „Einen“ handelt, der auf dem unfassbaren „Drüben“ als letztendlichem Horizont des menschlichen Lebens besteht. „Ein Anderer“ hingegen, der auf der fassbaren Wirklichkeit als letztendlichem Lebenshorizont beharrt, hegt diesbezüglich klare Vorbehalte. Stellt sich Kafkas Autor in der Tat so entschlossen auf die Seite eines seiner Protagonisten? Es stimmt zwar, dass dieser in der Parabel das Schlusswort behält, da diese mit seiner Behauptung endet, dass der „Andere“ nur im Horizont der Wirklichkeit, aber nicht des „Drübens“ (Kafka 1994c: 132) Recht haben kann. Hat Kafka damit das „sagenhafte Drüben“ der nüchternen Wirklichkeit vorgezogen? Oder hat Benjamin dies in seinem Namen getan? In seiner großangelegten Studie Ursprung des deutschen Trauerspiels hat Benjamin das Teatrum Mundi als eine Bühne vorgestellt, die ihre Schauspieler aus deren frustrierender historischer Gegenwart herauslöst, um sie in den jenseitigen Bereich der entdifferenzierten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu versetzen. Die Durchbrüche dieser verschlungenen „Jetztzeit“1 schaffen es immer wieder, die Be1 Dieser Begriff entstammt Benjamins Essay Über den Begriff der Geschichte (Benjamin 1977b: 258). 19VLADIMIR BITI wohner der historischen Zeit „vor unenträtselbare Verhaltungsweisen und undeutliche Verlautbarungen“ zu stellen. Indem Kafka in seinen Werken das vorhistorisch entdifferenzierte „Drüben“ über die historisch differenzierte Wirklichkeit walten ließ, hat er, so Benjamin, die gegebene Gegenwart seiner Leser durch deren verdrängte Vorgeschichte herausgefordert. Es bleibt aber dennoch fraglich, ob Kafka ein derart leidenschaftlicher Befürworter der finsteren Vergangenheit gegenüber der aufgeklärten Gegenwart gewesen ist. In einem frühen Brief an Oskar Pollak hat er sich zu erster etwas vorsichtiger geäußert: „Man ehre den Maulwurf und seine Art, aber man mache ihn nicht zu seinem Heiligen.“ (Kafka 1958: 20) Es geht ihm also nicht so sehr darum, die Partei des Unsichtbaren in seinem Streit mit dem Sichtbaren zu ergreifen. In Von den Gleichnissen ist übrigens nicht der Autor derjenige, der das „Wir“ auf die Realität und die vereinzelten „Weisen“ auf die Einbildung bezieht. Das tut das „Wir“ als eine der teilnehmenden Parteien. In der entgegengesetzten Meinung der anderen Partei, d.h. der „Weisen“, stellt die Einbildung die einzig relevante Wirklichkeit dar und die sog. Realität eine Abwehrreaktion darauf. Mit anderen Worten, der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Täuschung bzw. Zentrum und Peripherie ist bei Kafka nie schlicht gegeben, sondern immer auf‑ gegeben. In der Parabel wird er aus zwei widerstreitenden Perspektiven gezogen. Als Anhänger des Perspektivenwechsels ist Kafka nie müde, einen Unterschied durch einen anderen aufzubrechen, ohne je auf einen allentscheidenden hinauszulaufen. EIN VERHÄLTNIS AUS ZWEITER HAND Von den Gleichnissen teilt dieses unermüdliche Hin -und -Her -Umschalten mit früheren Prosastücken wie z.B. Beim Bau der chinesischen Mauer, Die Abweisung, Ein altes Blatt oder Zur Frage der Gesetze. In dieser Reihe nimmt die Erzählung Beim Bau der chinesischen Mauer einen besonderen Platz ein, weil sie mit Von den Gleichnissen die Ineinanderschachtelung von Parabeln, mit Zur Frage der Gesetze das Interesse an der Unterordnung des Ichs unter ein Wir, und mit Der Abweisung und Einem alten Blatt den Schauplatz einer weit abgelegenen imperialen Peripherie verbindet. Während in den zwei letztgenannten Kurzgeschichten das Imperium ungenannt bleibt, deutet im Bau der chinesischen Mauer schon der Titel darauf hin, dass er sich auf das chinesische Kaiserreich bezieht. Doch obwohl geographisch verortet, erscheint dieses China, wie üblich bei Kafka, historisch kaum nachvollziehbar: „Alles entspricht dort einander, sanft geht alles ineinander über.“ (Kafka 1992b: 332) Es handelt sich zwar um den Bau der chinesischen Mauer, doch dieser fing gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. während der Ch’in Dynastie an, wurde im 14. Jahrhundert n. Chr. während der Ming Dynastie fortgesetzt und erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts fertiggestellt. Die Vereinigung Chinas, die in der Erzählung angesprochen wird, fand während der ersten Dynastie, die ebenso angesprochene Verteidigung Chinas gegen die Nordvölker während der zweiten statt. Nicht nur, dass diese um etwa achtzehn Jahrhunderte auseinander liegenden Epochen hier „sanft ineinander übergehen“, sie werden darüber hinaus in die Spanne eines menschlichen, nämlich des Erzählerlebens eingebaut. Nahezu nebenbei erwähnt dieser Erzähler drei Episoden, die weitere Verblüffung verursachen: einige Zeit nach der Verkündigung des Mauerbaues war er ein Kleinkind im Kindergarten 20 BRÜCKEN 29/2 (Kafka 1994a: 66), dreißig Jahre nach der Verkündigung war er zehn (Kafka 1994a: 79) und zu Beginn des Mauerbaues (fünfzig Jahre nach der Verkündigung) zwanzig Jahre alt (Kafka 1994a: 67). Selbst wenn wir uns lediglich an den Bau während der Ming Dynastie halten, kann kein menschliches Leben drei Jahrhunderte umfassen. Darüber hinaus erzählt der Erbauer diese Geschichte aus einer erheblichen zeitlichen Distanz, bespricht „jene Zeiten“ und das „[D]amals“ (Kafka 1994a: 68f.) des Baues als einen indifferenten Gegenstand seiner Forschungen, der ihn persönlich nichts angeht. „[A]us den längst verflogenen Gewitterwolken zuckt kein Blitz mehr.“ (Kafka 1994a: 71) Die chinesische Geschichte wird also stark zusammengedrängt, das Leben des Erzähler -Protagonisten über alle Maßen ausgedehnt. Indem Kafka mit zeitlichen Daten so unbekümmert umgeht, scheint sein Interesse am chinesischen Kaiserreich nicht gerade historisch zu sein. In der kritischen Situation seiner Doppelmonarchie kurz vor deren Auflösung, so meinte daher Benno Wagner, könnte es sich hier um eine „Krypto -Staatskritik“ handeln, „wie sie der spätere Begründer der tschechischen Presse, Karel Havlíček Borovský, […] in fiktiven Auslandskorrespondenzen aus Irland und China begründet hatte“ (Wagner 2008: 92). Kafkas Prosafragment wurde bislang, grob gesagt, entweder im metaphysischen (so Schoeps 1930), zionistischen (so z.B. Anders 1993; Schillemeit 2004; Alt 2005) oder im Rahmen der jüdischen Traditionsübermittlung 2 gedeutet. Wagner (2008) versucht ihn politisch zu lesen, bleibt aber früheren Versuchen treu, indem er ihn in eine bestimmte, d.h. österreichisch -ungarische Wirklichkeit „übersetzt“. Sobald aber eine Erzählung Kafkas in welche konkrete Wirklichkeit auch immer übersetzt wird, tauchen unübersetzte Reste auf. Was die blinde Unterwerfung des Volks unter die politische Obrigkeit betrifft, war China vom damaligen Wien zwar nicht so weit entfernt. In einem Brief an Milena nannte Kafka die „Vorstellung, dass Tibet weit von Wien ist“ schlechthin „dumm“ (Kafka 1966: 29). Dennoch hat er China als Schauplatz des politischen Gehorsams nicht von ungefähr ausgewählt, weil die westlichen Philosophen letzteren üblicherweise den asiatischen Despotien zugeschrieben haben. Charles de Montesquieu hat z.B. argumentiert, dass asiatische Völker ihr Augenund Ohrenschließen vor ihren Herren als selbstverständliche Unterordnung unter die Naturgesetze erklären (Montesquieu 1995: 158). Sie seien geborene Sklaven, die ihre menschliche Todesangst durch die feige Angst vor politischer Bestrafung zu überwinden versuchen (Montesquieu 1873: 1). Das vorbehaltslose Beugen unter einen Herrn werde bei ihnen sogar zum Heroismus erhoben. Dabei handelt der Herrscher unpersönlich, sozusagen wie ein leeres Zentrum, das seine Macht lediglich durch seine Stellvertreter ausübt; im Bau findet das tatsächlich zuerst durch die „oberste Führerschaft“ und dann durch eine ganze Hierarchie von Untergebenen statt. Montesquieus Grundsatz vom asiatischen Despotismus erläutert Alain Grosrichard folgendermaßen: „[L]e vizir crée le despot, tout autant que le despot crée le vizir.“ (Grosrichard 1979: 102) [Der Wesir erschafft den Despoten genauso viel wie der Despot den Wesir erschafft.] Jenseits der Vergegenwärtigung verortet, können sich weder Despot noch seine Untertanen direkt einander vergewissern. Ihre Identität wird durch ihre Stellvertreter vermittelt: je zahlreicher die letzteren, desto nebelhafter und respekterregender die ersteren. 2 Siehe Liska (2017: 1f.), die sich vor allem mit der eingebetteten Parabel Eine kaiserliche Botschaft befasst. 21VLADIMIR BITI Im Bau der chinesischen Mauer schildert der Erzähler den Kaiser dementsprechend als eine „allerundeutlichste Einrichtung“ (Kafka 1994a: 73), die wie „etwa eine Wolke, ruhig unter der Sonne sich wandelnd im Laufe der Zeiten“ (Kafka 1994a: 77) schwebt. Doch gerade seine Unerreichbarkeit hält das Volk zusammen, denn „der einzelne Kaiser fällt und stürzt ab, selbst ganze Dynastien sinken endlich nieder“ und trotzdem bleibt „das Kaisertum […] unsterblich“ (Kafka 1994: 74). Turbulente Ereignisgeschichte gegenwärtiger Herrscher erweckt vor allem bei der Peripheriebevölkerung kein Interesse: [W]ie Zuspätgekommene, wie Stadtfremde stehen sie am Ende der dichtgedrängten Seitengassen, ruhig zehrend vom mitgebrachten Vorrat, während weit vorn auf dem Marktplatz in der Mitte die Hinrichtung ihres Herrn vor sich geht. (Kafka 1994a: 75) Obwohl das Kaisertum „seine letzten Stützen“ im „Volk“ hat (Kafka 1994a: 73), gehorcht das letztere nicht dem regierenden Kaiser, sondern der „Weisung und Warnung, die aus alten Zeiten zu uns herüberreicht“ (Kafka 1994a: 78). Die längst verstorbenen Kaiser sind in seiner „Vorstellungsund Glaubenskraft“ (Kafka 1994a: 78) viel mächtiger als der gegenwärtige. Diese bedenkenlose Verbundenheit den „alten Zeiten“ gegenüber ist das „wichtigste Einigungsmittel“ „unseres Volkes“, „der Boden, auf dem wir leben“; es zu tadeln hieße an „unsern Beinen zu rütteln“ (Kafka 1994a: 79). Grosrichard führt aus: La force du système despotique est donc de faire croire que le despot est partout, quand il n’est réelement nulle part, qu’il est tout -pouissant, quand il n’est rien par lui même, qu’il est unique et singulier, quand il est à la fois toues et personne. (Grosrichard 1979: 105f.) [Die Stärke des despotischen Systems besteht also darin, die Menschen glauben zu machen, dass der Despot überall ist, wobei er in Wirklichkeit nirgends ist; dass er allmächtig ist, wobei er an sich nichts ist; dass er einmalig und einzigartig ist, wobei er zugleich alle und niemand ist.] Nicht also der Mauerbau an sich interessiert hier Kafka, sondern seine Auswirkungen: wie ihn die „oberste Führerschaft“ (Kafka 1994a: 70) für politische Zwecke einsetzt. Der Erzähler lässt keinen Zweifel daran, dass dies „eine Kernfrage des ganzen Mauerbaues“ sei, der er als ein selbstgeschulter Forscher „nicht genug tief nachbohren“ kann (Kafka 1994a: 68f.). Diese Untersuchung darf er sich allerdings erst nach der Fertigstellung der Mauer leisten. Während des Baues hätte sie die Aufrechterhaltung des Volks gefährdet (Kafka 1994a: 71), die auf der Überzeugung ruhte, die Führerschaft bestehe „seit jeher“ (Kafka 1994a: 73) und arbeite lediglich daran, göttliche Pläne zu bewerkstelligen (Kafka 1994a: 70). Der aus uralten Zeiten herkommende Erlass für den Mauerbau war im „allerundeutlichsten“ Kaiserreich „das einzige zweifellose Gesetz“; es wäre unvernünftig, darauf zu verzichten (Kafka 1992c: 273). Ist nun dieser sklavische Gehorsam innerhalb der Erzählung nur ein Merkmal der asiatischen Peripherie, das den individualisierten westlichen Demokratien fremd ist? Asiatische Despotien zeichnen sich durch eine von oben auferlegte Rangordnung 22 BRÜCKEN 29/2 aus, die während des Mauerbaues durch eine sorgfältige Aufteilung der Gruppenzuständigkeiten aufgebaut wurde. Die „unwissenden Taglöhner“ nehmen die niederste Stufe ein, danach kommen die „im Baufach gebildeten Männer“, danach die „mittleren“ und „oberen Bauführer“, die mit größeren Anforderungen und „persönlicher Verantwortung“ rechnen müssen, und auf dem nebelhaften Gipfel, schließlich, sitzt die „oberste Führerschaft“ (Kafka 1994a: 66f.). Doch Kafka scheint diesen verästelten riesigen Staatsapparat nicht ausschließlich mit der „Weltperipherie“, d.h. mit China, zu assoziieren. Wäre er so peripher, warum würde der Westen von diesem Apparat so stark beunruhigt sein? In einem frühen Brief an Oskar Pollak erläuterte der Schriftsteller den Leitfaden seines Schaffens folgendermaßen: Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? […] Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka 1958: 27) Hätte der erforschte Gegenstand also keinen Bezug zu heimischen politischen Zuständen gehabt, hätte er Kafka kaum interessiert. Man beachte außerdem, dass er Entwicklungen, die ihn persönlich betrafen, in seinen Werken auf entfernteste Schaubühnen zu versetzen und so aus zweiter Hand darzustellen pflegte. Peinliche Erfahrungen mit dem Eisenbahnbau im Kongo, von denen sein Pariser Onkel Josef Löwy seinen Eltern einmal berichtet hatte, sind in Kafkas Erinnerungen an die Kalda‑ bahn in die eiskalten russischen Steppen verlagert (Alt 2005: 28). Doch nicht allein zwischen zwei weit entfernten Peripherien, dem Kongo und den russischen Steppen, finden Kafkas Versetzungen statt; das Zentrum bleibt von ihnen auch nicht verschont. Das Schnellverfahren des Kriegsrechts, das In der Strafkolonie in einer abgelegenen französischen Kolonie stattfindet, überfällt Josef K. gleich zu Beginn des Processes, und zwar inmitten, wie er anfangs glaubt, „eines Rechtsstaates“, in dem „überall Friede herrschte“ und „alle Gesetze aufrecht bestanden“ (Kafka 1994b: 12). Das Gesetz, das die Wächter auf ihn anwenden wollen, „kenne er nicht“, weil dieses „wohl auch nur in Ihren Köpfen“ bestünde (Kafka 1994b: 14f.). Zu Beginn tief erstaunt von dieser Schattenseite des Gesetzwesens seines Landes, erläutert Josef K. seinem verblüfften Onkel, nachdem er diese Unrechtsverhältnisse besser kennengelernt hat, sein Fall werde nicht von einem „gewöhnlichen Gericht“ behandelt (Kafka 1994b: 100). Zur Eigenart des für solche Fälle zuständigen Untersuchungsgerichts hat sein Anwalt Huld Folgendes zu sagen: Die Rangordnung und Steigerung des Gerichtes sei unendlich und selbst für den Eingeweihten nicht absehbar. Das Verfahren vor den Gerichtshöfen sei aber im allgemeinen auch für die unteren Beamten geheim, sie können daher die Angelegenheiten, die sie bearbeiten, in ihrem ferneren Weitergang kaum jemals vollständig verfolgen, die Gerichtssache erscheint also in ihrem Gesichtskreis, ohne daß sie oft wissen, woher sie kommt, und sie geht weiter, ohne daß sie erfahren, wohin. (Kafka 1994b: 124) 23VLADIMIR BITI In der Tat war kein Gerichtsbeamter welcher Rangstufe auch immer im Proceß mit dem Wortlaut des Gesetzes vertraut, genauso wie keiner der sorgfältig ausgewählten Erbauer im Bau der chinesischen Mauer den letztendlichen Zweck des Baues verstand. Das Gesetz bleibt in den verschlungenen „einleitenden Schriften“ des Gesetzbuches und der Zweck in den unzugänglichen Stuben der Führerschaft versteckt; beide sind also lediglich aus zweiter Hand erhältlich. Es ist daher der fragwürdigen Auslegung der Stellvertreter auf beiden Seiten überlassen, die Grundlagen des Gemeinwesens zu bestimmen. Darin also liegt die Verbindung zwischen dem alten China und der Doppelmonarchie zu Kafkas Zeit: ein allumfassender Staatsapparat macht dessen Zentrum und Peripherie ausschließlich über ihre Stellvertreter füreinander vorhanden. Indem aber diesen Apparat letztendlich alle Staatsbürger vertreten, wagen nur jene unter ihnen eine „Kritik“ an ihm, die von ihrer Beteiligung an seiner Reproduktion absehen. Kafka, der sich für ein jedes Rädchen dieses Apparats verantwortlich fühlte, kann selbst kaum dazu zählen. In einem Brief von 31. Juli 1920 vertraut er Milena an: [M]ir aber ist das Bureau– und so war es die Volksschule, Gymnasium, Universität, Familie, alles, ein lebendiger Mensch, der mich, wo ich auch bin, mit seinen unschuldsvollen Augen ansieht, ein Mensch, mit dem ich auf irgendeine mir unbekannte Weise verbunden worden bin, trotzdem er mir fremder ist, als die Leute, die ich jetzt im Automobil über den Ring fahren höre. (Kafka 1966: 106) Es ist daher nicht der Autor, wie Wagner behauptet, sondern es sind seine verblendeten Protagonisten, z.B. Josef K., welche „Staatskritik“ üben. So bemerkt Josef K. erbittert: Eine Organisation, die nicht nur bestechliche Wächter, läppische Aufseher und Untersuchungsrichter, die günstigsten Falles bescheiden sind, beschäftigt, sondern die weiterhin jedenfalls eine Richterschaft hohen und höchsten Grades unterhält, mit dem zahllosen, unumgänglichen Gefolge von Dienern, Schreibern, Gendarmen und andern Hilfskräften, vielleicht sogar Henkern, ich scheue vor dem Wort nicht zurück. (Kafka 1994b: 56) Im damaligen Ausnahmezustand der Monarchie wohnte ihr also, Josef K. zufolge, der Despotismus der asiatischen Peripherie inne. Was das österreichische Zentrum mit der chinesischen „Peripherie“ verbindet, sei dieselbe launische Stellvertretung, bei der „nur Einzelne und nicht das ganze Volk an der Auslegung [der Gesetze] sich beteiligen dürfen“ (Kafka 1992c: 270). Alle anderen kennen das Gesetz nur aus zweiter Hand. Und es ist für das dabei ausgeklammerte Volk „doch etwas äußerst Quälendes, nach Gesetzen beherrscht zu werden, die man nicht kennt“ (Kafka 1992c: 270). Das ist aber wohlgemerkt bloß die Stellungnahme eines Untertans, der wie ein Kind immer die Anderen beschuldigt. 24 BRÜCKEN 29/2 DER PARALLELVERLAUF VON DIFFERENZIERUNG UND ENTDIFFERENZIERUNG Der Autor selbst bleibt diesbezüglich sowohl in Zur Frage wie im Proceß zurückhaltend. Das Prosastück wurde 1921 verfasst, also kurz nach der Auflösung des Habsburgerreiches. Zur Zeit der Verfassung des Processes, im Jahr 1914, wollte sein Protagonist Josef K. noch glauben, er befinde sich inmitten „eines Rechtsstaates“, in dem „überall Friede herrschte“ und „alle Gesetze aufrecht bestanden“ (Kafka 1994b: 12). Beim Bau der chinesischen Mauer ist dazwischen, im Jahre 1917, gegen Ende des Krieges und nur wenige Monate nach dem Tod des Kaisers entstanden (Alt 2005: 583), als die Auflösung der Monarchie vor der Tür stand. Der versinkende Staat musste bereits in den letzten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts in Kauf nehmen, dass seine Peripherien selbst für die „Hinrichtung ihres Herrn auf dem Marktplatz“ (Kafka 1994a: 75) nicht das geringste Interesse zeigen würden. Um ihrer politischen Abtrennung vorzubeugen, versuchte die Regierung, sie für das imperiale Zentrum zurückzugewinnen. Im Unterschied zum chinesischen Kaiserreich, das einer Außengefährdung ausgesetzt war, fühlte sich die Doppelmonarchie eher von innen bedroht. Deren Zentrum ersetzte daher, als ein Zeichen des Entgegenkommens, die jahrhundertelange Assimilierung der östlichen und südöstlichen Peripherien durch die Unterstützung ihrer ethnischen, sprachlichen und kulturellen Eigenart. Den Provinzen wurde ihre ethnische Zugehörigkeit sogar gesetzlich auferlegt, wodurch ihre Identitäten kollektiv abgestempelt und dadurch ethnische Stereotype befördert wurden (Anderson 1991: 162–185; Stourzh 1994). Nicht allein die Peripherien haben in ihrer verblendeten Vorstellung vom Zentrum verharrt, das letztere blieb diesbezüglich keinen Schritt hinter ihnen zurück. Statt nun die eine oder andere Partei zu ergreifen, zieht Kafka es vor, ihre gegenseitige Konditionierung zu erforschen. Zentrum und Peripherie, Oben und Unten verkehren miteinander nur durch ihre launischen Stellvertreter, was ihr Verhältnis mancherlei Paradoxien ausliefert. Ihre Versuche, voneinander Abstand zu nehmen, münden schlussendlich in einer starken gegenseitigen Abhängigkeit. Am 1. August 1920 schreibt Kafka an Milena: Ich gefalle mir [selbst] auch so wenig, ich sitze hier vor der Direktoratstür, der Direktor ist nicht da, aber ich würde nicht staunen, wenn er herauskäme und sagte: „Mir gefallen Sie auch nicht, deshalb kündige ich Ihnen.“ „Danke“, würde ich sagen, „ich brauche das dringend für eine Wiener Reise.“ „So“, würde er sagen, „jetzt gefallen Sie mir wieder und ich ziehe die Kündigung zurück.“ „Ach“, würde ich sagen, „nun kann ich also wieder nicht fahren.“ „Oja“, würde er sagen, „denn jetzt gefallen Sie mir wieder nicht und ich kündige.“ Und so wäre das eine endlose Geschichte. (Kafka 1966: 107) Zu Kafkas Lebzeiten übersiedelten die Mechanismen der „Kapillarüberwachung“ aus anderen europäischen Reichen in den politischen Raum der Doppelmonarchie, um diesen nach dem ethnischen Prinzip umzugestalten (Cohen 2013; Judson 2016). Paradoxerweise ermutigte die vorgenommene Modernisierung die ethnische Homogenisierung der Peripherien und förderte dadurch die Stärkung ihres Widerstands gegen das politische Zentrum (Evans 2006, Cornwall 2006: 174f.). Die Eisenbahnen, die mit 25VLADIMIR BITI dem Ziel gebaut wurden, die ökonomische Expansion des Zentrums zu ermöglichen, wurden von den Peripherien in ein wichtiges Mittel des Widerstands gegen dieses verwandelt (Schenk 2013). Die Ausbildung der Provinzeliten in den imperialen Zentren befähigte die ersteren, sich den letzteren entgegenzusetzen (Barkey 1996: 110). Mit einem Wort, die für die Monarchie zerstörenden ethnischen Nationalismen waren „forged in the context of Habsburg imperial institutions and in the possibilities these institutions foresaw“ (Judson 2016: 452). Die moderne Erfindung der ausdifferenzierten Gesellschaft wurde, unerwartet und unwillentlich, zur „Bedingung für die genauere Profilierung des Gemeinschaftsbegriffs“, insofern er nun zum Sammelbegriff all dessen avancieren kann, was im Gesellschaftsbegriff nicht aufgeht. Während „Gesellschaft“ so immer mehr zum Inbegriff der Moderne wird, bündelt sich im Begriff der Gemeinschaft eine romantische Sehnsucht mit einer grundlegenden Kritik der Moderne. (Gertenbach/Rosa 2010: 37f.) Die vom Erzähler des Baues angesprochene Abwendung des Volks von der großen Geschichte des Imperiums und seine leidenschaftliche Hinwendung zur lokalen (Ur-) Vergangenheit (Kafka 1994a: 78f.), gilt es also dieser ungeplanten Vergemeinschaftung der Peripherien im Prozess ihrer anvisierten Vergesellschaftung zuzuschreiben. Ihre „romantische Sehnsucht“ nach eigener Ursprünglichkeit wurde durch das Beharren des politischen Zentrums auf ihrer ethnischen, sprachlichen und kulturellen Eigenart verursacht. Hätten nun die Provinzen diesen ihren nicht gerade selbstverschuldeten Tatbestand hinterfragt, hätten sie ihre Selbsterhaltung gefährdet. Doch obwohl der Erzähler auf diesem Überlebensprinzip beharrt, nimmt er sich selbst zugleich aus ihm heraus. Das vergangenheitsorientierte In -Sich -SelbstVerschließen der Peripherie deutet er weniger als Anlass zum Feiern denn als Beweis für die misslungene Modernisierung. Er ist nur deswegen imstande, diese kollektive Versunkenheit in die eigenen nebeligen Ursprünge zum Gegenstand seines Forschungsinteresses zu machen, weil er inzwischen von ihr Abstand genommen hat. Aus dem selbstgefesselten Wir seiner Gemeinschaft hat sich sein nachforschendes Ich entfernt, was ihn vom Erbauer mit einem klar eingeschränkten Wissenshorizont schrittweise in einen äußerst neugierigen Forscher verwandelt. Für den mehrheitlichen Trieb nach Gemeinsamkeit kann er nur deswegen Verständnis einfordern, weil er sich ihm nicht weiter beugt. Er sieht sich hingegen von einem Freiheitstrieb getragen, der jedem menschlichen Wesen eigen ist: Das menschliche Wesen, leichtfertig in seinem Grunde, von der Natur des auffliegenden Staubes, verträgt keine Fesselung, fesselt es sich selbst, wird es bald wahnsinnig an den Fesseln zu rütteln anfangen und Mauer Kette und sich selbst in alle Richtungen zerreißen. (Kafka 1994a: 70) Diese Befreiung von den Fesseln seiner Gemeinschaft im Namen des „Menschen an sich“ äußert sich durch sein beständiges Bemühen, dem politischen Hintergrund des Systems des Mauerbaues auf die Spur zu kommen. Bei Kafka sind nachforschende Außenseiter ihrer Gemeinschaften oft anzutreffen– man denke nur an Den neuen Ad‑ vokat, Die Abweisung, Zur Frage der Gesetze, Ein altes Blatt, Die Forschungen eines Hundes 32 BRÜCKEN 29/2 Anfang des Lesevorgangs parallel entlang der Handlungsund Kommunikationsachse bewegen, werden das ehemalige Selbst des Erzählers und wir, die Parabelleser, durch das angesprochene Du sozusagen gleichgesetzt. Diese Verschmelzung leuchtet einem analytisch angelegten Leserauge allerdings, wenn überhaupt, erst retrospektiv ein. Den Löwenanteil der Leser schafft sie unmerklich, dazu anzuleiten, mit dem zu kurz gekommenen Du des Protagonisten zu „fusionieren“, um dadurch eine amorphe Leidensgemeinschaft, ein „Wir der Zukurzgekommenen“, zustande zu bringen. Nicht nur dieses von ihm oft eingesetzte Autormanöver hat Kafka in seinem Tagebucheintrag vom 13. Dezember 1914 ausführlich erläutert, sondern darüber hinaus, wie er sich gleichzeitig aus der gestifteten Leidensgemeinschaft herauszieht: An allen diesen guten und stark überzeugenden Stellen [meines Schreibens] handelt es sich immer darum, dass jemand stirbt, dass es ihm sehr schwer wird, dass darin für ihn ein Unrecht und wenigstens eine Härte liegt und dass das für den Leser, wenigstens meiner Meinung nach, rührend wird. Für mich aber, der ich glaube, auf dem Sterbbett zufrieden sein zu können, sind solche Schilderungen im geheimen ein Spiel, ich freue mich in dem Sterbenden zu sterben, nütze daher mit Berechnung die auf den Tod gesammelte Aufmerksamkeit des Lesers aus, bei viel klarerem Verstande als er, von dem ich annehme, dass er auf dem Sterbbett klagen wird, und meine Klage ist daher möglichst vollkommen, bricht auch nicht etwa plötzlich ab wie wirkliche Klage, sondern verläuft schön und rein. (Kafka 1989: 326f.) Auf dieselbe Art und Weise, indem nämlich der Parabelerzähler das Potenzial des schriftlichen Mediums, das sowohl räumliche als auch zeitliche Distanzen viel leichter überbrückt, einsetzt, erwirbt er seine „imperialen“ Fähigkeiten. Statt als „jämmerlicher Untertan“ des mächtigen Kaisers zu fungieren, ist er nun derjenige, der den Kaiser als seinen Charakter verwaltet. Während der Bericht des Rahmenerzählers Jahrhunderte umfasst, deckt sein eigener Bericht Jahrtausende ab. Beide Erzähler aber verwandeln sich von festgenagelten Untertanen in höchst bewegliche Beobachter mit einem souveränen Überblick. Auch diesbezüglich agieren sie als Stellvertreter ihres Autors, der in seinem Tagebucheintrag vom 28. September 1917 notiert: Wenn ich mich auf mein Endziel hin prüfe, so ergibt sich, daß ich nicht eigentlich danach strebe, ein guter Mensch zu werden und einem höchsten Gericht zu entsprechen, sondern, sehr gegensätzlich, die ganze Menschenund Tiergemeinschaft zu überblicken, ihre grundlegenden Vorlieben, Wünsche, sittlichen Ideale zu erkennen, sie auf einfache Vorschriften zurückzuführen… (Kafka 1989: 390) So unterschwellig führt Kafka als Autor die Verwandlung der Peripherie ins Zentrum durch. Gleichzeitig werden seine Leser in die Peripherie verlegt, wo sie sich auf die Suche nach verstreuten Möglichkeiten begeben sollen, die seine vorenthaltene Botschaft hinterlassen hat. 33VLADIMIR BITI LITERATUR Adorno, Theodor Wiesengrund (1996): Probleme der Moralphilosophie. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Adorno, Theodor Wiesengrund (2001): Minima Moralia. Reflexionen aus dem geschädigten Leben. Frankfurt/M.: Suhrkamp. Agamben, Giorgio (2004): Ausnahmezustand, übers. von Ulrich Müller -Schöll. 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