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Frachtbriefe. Zur Rezeption österreichischer Gegenwartsliteratur in Mitteleuropa. Wien: New academic press, 2022

Teichgräber, Stephan-Immanuel

Abstract

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Full text

144 BRÜCKEN 30/2 A ila Bombi z/Ch is oph Lei geb/Lukas Ma cel Vosicky (Hgg.): F ach b ie e. Zu Rezep ion ös e eichische Gegenwa sli e a u in Mi eleu opa. Wien: New academic p ess, 2022. 407 Sei en. S ephan ‑Immanuel Teichg äbe – Dokumen a ionss elle ü os ‑ und mi eleu opäische Li e a u Wien Die He ausgebe haben ih em Band mi einem gewissen Unde s a emen den Ti el F ach b ie e gegeben, dabei haben wi es hie mi einem so g äl igen und seh iel‑ äl igen Übe blick übe die Rezep ion de ös e eichischen Gegenwa sli e a u zu un, wobei ein gewisses Schwe gewich au die unga ische Rezep ion geleg wi d, was abe ga nich so e s aunlich is , is doch die Au a bei ung de mi eleu opäischen Li e a u en, um mi Mo i z Csáky zu sp echen, ein Anliegen o allem de unga ischen Li e a u wissenscha . Es soll noch einmal be on we den, dass ein solche Sammel‑ band ü die ös e eichische Li e a u wissenscha seh we oll is und dass ein solche schon lange zu e wa en wa . De e s e Bei ag is on dem wich igen Übe ‑ se ze ös e eichische Li e a u und zugleich Li e a u k i ike Miklós Gyö y, de da au hinweis , dass an i aschis ische Au o en wie F anz We el, S e an Zweig und Joseph Ro h zwischen 1948 und 1957 nich e schienen. Hie zeig sich, wie une wa e die Zensu in Unga n unk ionie e. Das zeig sich auch in den wei e en A ikeln, dass die Rezep ion in den ealsozialis ischen Lände n de Ideologie eigen lich nich en ‑ sp ich , was sich auch in de Rezep ion de jüdischen Li e a u in Unga n zeig . Ähn‑ lich e ging es A hu Schni zle , de zwischen 1901 und 1944 eine de am häu igs en Sch i s elle ins Unga ische wa , nach 1945 jedoch e schwunden wa . (S. 25) In de Ve mi lung de ös e eichischen Li e a u sind Zei sch i en, die au Wel li e a u ausge ich e wa en, besonde s wich ig, in Unga n wa es die Zei sch i Nagy ilág, au die en sp echenden Zei sch i en in den ande en Lände n we den wi noch zu sp echen kommen. In de genann en unga ischen Zei sch i e schien zue s Handkes Die Angs des To mannes beim El me e im Jah e 1970. Dies is inso e n he o zuheben, da in den ün zige und sechzige Jah en kein einziges We k eines ös e eichischen Gegenwa sau o s au Unga isch e schien. (S. 28) Eigena ig wa , dass de Eu opa‑ e lag, de 1958 begann zei genössische Wel li e a u he auszugeben, e s 1972 Elias Cane is Die S immen on Ma akesch in eine Übe se zung e ö en lich e. Wie bei B och wu den bei Cane i die wich ige en F ühwe ke o e s umgangen. Mi de Publika ion on F os 1974 on Thomas Be nha d begann dann die Rezep ion de ös e eichischen Li e a u . Bis dahin übe wogen nach Gyö y die Übe se zungen „wes deu sche an i aschis ische Au o en wie Böll, Sieg ied Lenz, Wol gang Koeppen“ bei den Ve lagen Eu ópa und Mag e ő. De Mann ohne Eigenscha en wu de 1977 on Dezső Tando i ins Unga ische übe se z , beinahe zei gleich mi de schechischen Übe se zung on Anna Siebenscheino á 1980, also eine Rezep ion mi unge äh ün ‑ zig Jah en Ve spä ung. Die le z en Tage de Menschhei , die im selben Jah on Tando i übe se z und e ö en lich wu den, wa en au Tschechisch schon 1933 e schienen. Besonde s in e essan is die Rezep ion on Pe e Handke, au die nich nu Gyö y, sonde n auch Edi Ko ács, A ila Bombi z und Edi Ki ály eingehen. Handke wu de 145REZENSIONEN on den sechzige Jah en bis in die ach zige Jah e in ensi und zei nah ezipie , wäh end es nach 1990 ganz s ill um ihn wu de. Hie zeig sich, wie s a k die poli i‑ sche Hal ung eines Au o s seine Rezep ion e hinde n kann, dabei is es in e essan , dass sich alle unga ischen Ve lage diese Ablehnung anschlossen. A ila Bombi z e ‑ such in seinem Bei ag eine Eh en e ung Pe e Handkes und dass sich zumindes die unga ische Ge manis ik bis heu e ü das We k Handkes einse z (S. 182 .). Abe auch Ba ba a F ischmu h wu de sei 1990 nich meh übe se z und Pe e Rosei schon sei 1985. Be nha d ging es dagegen wesen lich besse , wo au de Bei ag on Ádám Szinge speziell eingeh , wobei Gyö y he o heb , dass die unga ische Li e a u ‑ k i ik Ende de siebzige Jah e Be nha ds We k als pessimis isch und o malis isch bezeichne e. E s Ende de ach zige Jah e wa ein Ve lag be ei , Übe se zungen on Be nha d he auszugeben. Wich ig is in dem Bei ag on Miklós Gyö y, dass e die wich igen Übe se ze Dezső Tando i und Is án Eö si he o heb , die in den neun‑ zige Jah en im ös e eichischen Li e a u leben eine wich ige Rolle gespiel haben. T o zdem haben in den ach zige Jah en Sch i s elle wie Es e házy, Ke ész ode K asnoho kai Thomas Be nha d ezipie , indem sie ihn im O iginal gelesen haben. Nach 1989– die Au o en e wenden die ideologisch belas e e Bezeichnung „Wende“– beginn e s ich ig die Übe se zung on Be nha d in Unga n, was auch zu Folge ha , dass „einige Übe se zungen au allend schwach“ wa en (S. 32). Die Übe se zung on El iede Jelinek se z seh spä ein, e s 1997 wi d die Kla ie spiele in übe se z , wobei dies eine Pa allele in de schechischen Li e a u inde , wo das e s e Thea e s ück Jelineks 1994 au Tschechisch e schien und die Liebhabe innen als e s e Roman 1999. Abe auch spä e wu de Jelinek in Unga n, abgesehen om Thea e s ück Rechni z und dem Nobelp eis, kaum wah genommen. Eine g oßen Popula i ä e eu sich Daniel Kehlmann, dessen Übe se zungen bei Mag e ő, dem wich igs en unga ischen Ve lag e schein , de sich bezeichnende weise sons kaum ü ös e eichische Li e a u in‑ e essie . Robe Schneide s Schla es B ude e schien in eine zwei elha en Übe se ‑ zung in den neunzige Jah en und wu de dann nich wei e übe se z , ebenso wu de on Pe e Henisch in diese Zei ein Buch übe se z , ohne dass wei e e Übe se zungen olg en. Die Übe se zung on Wol Haas besch änk sich au die B enne ‑K imis und au A no Geige , de zweimal übe se z wu de, wobei sich insgesam bei den einzel‑ nen Ve lagen eine gewisse S a egie zeig . Eine wich ige Rolle ü die Übe se zung ös e eichische Li e a u ha auch de Ve lag Kallig am in B a isla a gespiel , wobei e inzwischen seinen S ando in de Slowakei au gegeben und sich nach Budapes zu ückgezogen ha . Dami ging auch die Li e a u zei sch i Kallig am e lo en, die an de Ve mi lung ös e eichische Li e a u maßgeblich be eilig wa . Inzwischen we den auch Einwande e ins Unga ische übe se z wie Do on Rabino ici, Vladimi Ve lib und Julya Rabino ich. Gyö y zähl alle dings iele Au o en au , die bishe nich übe se z wu den, wobei sich ein gewisse T end zeig , dass deu schsp achige Li e a u in den le z en Jah en kaum übe se z wi d und Ös e eich diesem eben alls un e lieg . Wü de die ös e eichische Li e a u in eine ande en Sp ache gesch ieben, z. B. I alienisch ode Englisch, dann wä e die Si ua ion wah scheinlich ganz ande s. Die beiden Bei äge zu Rezep ion de ös e eichischen Li e a u on Ja oslaw Lopuschanskyj und Tymo ij Ha yli sind auch deswegen in e essan , weil die Au‑ o en aus Galizien s ammen und dami adi ionell einen s a ken Ös e eichbezug haben. Lopuschanskyj nenn die ös e eichischen Au o en de Gegenwa , die am 146 BRÜCKEN 30/2 häu igs en ins Uk ainische übe se z wu den: El iede Jelinek, Pe e Handke, Daniel Kehlmann, Ma in Pollack, Ka l ‑Ma kus Gauß, Ch is oph Ransmay , Jose Winkle , Ba ba a F ischmu h, Susanne Scholl, Ch is ine Nös linge (S. 43). Abe es wu den auch einige Kinde ‑ und Jugendbuchau o en wie Geo g Bydlinski, Thomas B ezina, Wol Ha an h, Lene Maye ‑Skumanz u. a. übe se z . Neben den Ve ö en lichungen in Buch o m spielen An hologien eine Rolle, so eine on Wol gang Mülle ‑Funk he ‑ ausgegebene, die 13 Au o en o s ell , die „zum kla de inie en Kanon de mode nen ös e eichischen Li e a u gehö en“ (S. 51). Einen wei e en Aspek de Rezep ion bilde die li e a u wissenscha liche Un e suchung de gegenwä igen ös e eichi‑ schen Li e a u . So ha Dmy o Za ons’kyj als e s e die Eigens ändigkei de ös e ‑ eichischen Li e a u be on , so gehö seine Monog aphie übe F anz Ka ka und sein Buch Ös e eichische Li e a u im 20. Jah hunde zu den Klassike n de uk ainischen Li e a u wissenscha . Lopuschanskyj geh au die zwei S udien Tymo ij Ha yli s ein, wobei eine au Deu sch und die ande e au Uk ainisch e ass is , die sich mi de Iden i ä sp oblema ik de ös e eichischen Li e a u beschä ig . Einen wich i‑ gen Bei ag zu Rezep ion de ös e eichischen Li e a u bilden die Sammelbände Ha yli s, in denen sich de Ve asse das Ziel se z , übe den K eis de uk ainischen Li e a u wissenscha le ein b ei e es Publikum anzusp echen, um dieses ü ös e ‑ eichische Li e a u zu in e essie en. I an Zymom ja ha mi seinen Monog aphien übe die ös e eichische Li e a u des 20. Jah hunde s S anda dwe ke de uk aini‑ schen Ge manis ik ü die Mode ne o schung o geleg (S. 58). Lopuschanskyj zeig , au wie ielen Ebenen die Rezep ion de ös e eichischen Li e a u in de Uk aine o sich geh . So weis e au Symposien hin, die de ös e eichischen Li e a u gewidme wa en. Die Akademie de Wissenscha en de Uk aine und die Ös e eichische Gesell‑ scha ü Li e a u nehmen bei de O ganisa ion diese wissenscha lichen Tagungen eine wich ige Rolle ein, wobei le z e e übe haup übe die Ös e eich ‑Biblio heken bei de Ve mi lung de ös e eichischen Gegenwa sli e a u in Mi eleu opa eine wich ige Rolle spiel . Hinzu kommen die jäh lichen Buchmessen in Kyï und L’ i , das In e na ionale Li e a u es i al in Odessa und die Ös e eich ‑Tage in D ohobyč hinzu. Es sind abe noch wei e e ös e eichische Ins i u ionen bei de Ve mi lung ös e eichische Li e a u zu nennen, so das Ös e eichische Kul u o um in Kyï , de OeAD und Kul u kon ak , de abe in le z e Zei eine ande e Aus ich ung besi z . Lopuschanskij weis auch au die Lee s ellen in de Ve mi lung hin, sodass eine Reihe on Au o en bis heu e nich übe se z sind, dabei seien nu Michael Köhlmeie , Ge ha d Ro h und Hans Eichho n un e ielen ande en genann . Einen seh in e essan en Zugang wähl Olha H onskaya bei de Da s ellung de Rezep ion ös e eichische Li e a u in Bela us. Sie s ü z sich au die Polyphonie on Michail Bach in, welche on de Au o in als „Konzep des Dialogismus“ bezeichne wi d, um mi diesem die Abgeschlossenhei de einzelnen Kul u en zu übe winden. Bach ins Ansa z wi d inzwischen in e schiedenen Wissenscha en angewand , so auch in de Pädagogik und den Cul u al s udies, sodass die Übe legungen H onskayas eine Wei e en wicklung des Modells on Bach in da s ell . Die Un e schiede zwischen de ös e eichischen und de belo ussischen Kul u und Li e a u scheinen au den e s en Blick iel g öße zu sein als die Gemeinsamkei en, jedoch sind beide Lände du ch Mul ikul u alismus und Polye hnizi ä gep äg . Auch in de Hal ung zum Zwei‑ en Wel k ieg sieh die Au o in eine Gemeinsamkei , die Ös e eiche gäben sich selbs 147REZENSIONEN die Schuld, Op e des na ionalsozialis ischen Deu schlands gewo den zu sein, die Belo ussen li en un e einem Op e synd om (S. 62). Auße dem en sp äche die ewige Suche de Belo ussen de ös e eichischen ‚Heima losigkei ‘, die de e wähn e Dmy‑ o Za onskij dem sowje ischen Lese en hüll e. De Ve gleich de ös e eichischen und belo ussischen D ama ik in de Disse a ion on Ta iana Ba yche skaya u besonde es In e esse he o . Die Au o in konzen ie sich in ih e Da s ellung de P äsenz de ös e eichischen Li e a u au Zei sch i en und das In e ne , weil es nu wenige Übe se zungen ins Belo ussische in Buch o m gib . So is die Übe se zung on Kehlmanns Tyll 1920 beinahe eine Ausnahme, wobei H onskaya au die ambi alen e S ellung Kehlmanns eingeh , dass e sowohl de deu schen als auch de ös e eichi‑ schen Li e a u angehö . Die wich igs en Zei sch i en ü die Rezep ion sind ARCHE pača ak, Dzejasloў und das Online ‑Magazin P ajdziS e . Eine Sonde ausgabe de e s en Zei sch i b ach e 2011 die belo ussische Sich au Ös e eich nich nu in Bezug au die Li e a u , sonde n auch au ande e Be eiche. Du ch die Zei sch i en wu de den belo ussischen Lese n e s bewuss , dass iele bekann e deu schsp achige Au o en eigen lich Ös e eiche sind. Die Sonde ausgabe p äsen ie eine An i ‑Heima li e a u und zeig Ös e eich als ein Land de Ve wüs ung, des Schweigens, de Einsamkei und Sinnlosigkei . Ein zwei es Sonde he e such Ös e eich nich zu e s ehen, sonde n nu nüch e n die li e a ischen Tendenzen da zus ellen. Das Heima bild sei eines de zen alen Themen de ös e eichischen Li e a u des 20. Jah hunde s gewesen, doch da au se z e eine Gegenbewegung ein, die du ch die En emdung de Be ölke ung on ih em eigenen Land mo i ie wa und nun ein Land mi „ e wüs e e Be ölke‑ ung“ zeig e (S. 68). Die zen alen Anliegen de ös e eichischen Li e a u seien die eigene Iden i ä , das Bild om Mu e land und die Beziehung zu Sp ache und das Sp achexpe imen . Sowohl in de ös e eichischen als auch in de belo ussischen Li e a u änden wi die Suche nach sich selbs und nach dem Bild de Heima , was eng mi einande e knüp sei und zu eine „Ve balisie ung des Na ionalen“ üh e. Die Hal ung de Sch i s elle zu ih e Heima wi d on dem eiwilligen Bei i Ös e eichs zu Nazideu schland, dem Nachk iegsschweigen und de Selbs e klä ung Ös e eichs als e s es Op e des Faschismus gep äg und bekomm einen ambi alen en Cha ak e . Die F age, ob Ös e eich eine Na ion sei, abe keine Heima , s ell sich de belo ussischen Lese in nun auch ü ih eigenes Land. Die beiden zen alen Ges al en, die diese An i ‑Heima ‑Li e a u e e en, sind Thomas Be nha d und El iede Jelinek. Die Aus o ung de belo ussischen In elligenz in de e s en Häl e des 20. Jah hun‑ de s, denken wi nu an Janka Kupala, abe auch die E eignisse 2020–2021 üh en dazu, dass in de belo ussischen Li e a u das Heima land ganz ande s konno ie is . Es dien als S ü ze und Fundamen , um die eigene na ionale Iden i ä zu bewah en und es wi d sozusagen sak alisie , sodass die Konzen a ion au die eigene Pe son als Abweh komplex gegen die Ze s ö ung de eigenen Iden i ä wi k (S. 70). De Roman Auslöschung on Thomas Be nha d sei dagegen eine endlose Ze s ö ung. Das Anliegen de Tex e on El iede Jelinek läge jedoch da in, sich on de Heima und dami on de Sp ache zu be eien, was da au zu ückzu üh en sei, dass die deu sche Sp ache du ch den Na ionalsozialismus disk edi ie wu de. Viele ös e eichische Sch i s elle wü den e suchen, die deu sche Sp ache zu e lassen, da au seien die Sp achexpe imen e zu ückzu üh en, und eine neue Sp ache zu e inden. Das ganze Sp achexpe imen sei nich s wei e als ein P o es gegen das Kul u klima in Ös e ‑ 148 BRÜCKEN 30/2 eich. Jelinek zeichne sich du ch eine „su eale Schich ung de Bilde “ aus, wobei de Lese mi den gleichen „Bedeu ungs hizomen“ echnen muss, wenn e die e s eck en Anspielungen ih e Tex e en schlüsseln will, de en e wi endes Sp achspiel hil , die deu sche Sp ache on aschis ischen und mode nen Missb äuchen zu be eien. H onskaya s ell eine Pa allele zu Be nha d he , wenn Jelinek das Schweigen du ch einen Sch ei ode eine Explosion übe winden will, denn dies e inne an Be nha ds bekann e Aussage: „Jede Sa z eine Wel e olu ion.“ Dabei bezieh sich die Au o in ausd ücklich au die ussische Li e a u wissenscha le inL. Sokolo a. Jelinek wa es zu e danken, dass die To en zu sp echen begannen. Die Au o in schläg den Bogen zu Ludwig Wi gens ein, de om Apopha ischen, dem Unsagba en sch ieb und so das Schweigen de Nachk iegszei o wegnahm. Dabei we den zwei un e schiedliche Zugänge zu Wi gens eins We k bei Ingebo g Bachmann, Paul Celan, E ns Jandl, F ie‑ de ike May öcke und ande en a an ga dis ischen Sch i s elle n deu lich. Bachmann und Celan seien au de Suche nach de Sp ache de Liebe, um aus dem Ge ängnis de deu schen Sp ache auszub echen. Auch E ns Jandl ze s ö e die al e Sp ache, um eine neue Sp ache zu e inden, die eine Ve wandlung des Landes zu Folge haben wü de. Jandls Auseinande se zung mi de na ionalen Iden i ä kulminie e in de ungelös en F age des Übe gangs om Aus o aschismus zum Na ionalsozialismus in Ös e eich. In de Nach olge Jandls s eh Fe dinand Schma z’ Essay, eine neue eie Sp ache und ein neues eies Denken zu inden (S. 74). Um je z zu Rezep ion de belo ussischen Li e a u zu ückzukeh en, so gib es in de belo ussischen zwei Zugänge zu Suche nach eine neuen Sp ache. Eine sei s gib es die Ze s ö ung des Sp achma e ials, ande e sei s i eine me aphysische philosophische Poesie au , zu de die Dich e Ba adulin und Ales Razanau gehö en. Fü die Belo ussen mach die Suche nach de eigenen Iden i ä , die Suche nach de Heima und die Suche nach eine neuen Sp ache die ös e eichische Li e a u so wich ig. Um zu MichailM. Bach in zu ückzukeh en, bes eh das Ziel des Dialogs da in, dass sich die belo ussische Li e a u du ch die ös e eichische selbs besse e s eh . Au die Rezep ion de ös e eichischen Gegenwa sli e a u in Bulga ien geh Maja Razbojniko a ‑F a e a ein, wobei sie zue s die Rilke ‑Rezep ion behandel , denn die Duinese Elegien wu den sei 2014 d eimal übe se z . Eine Vo ausse zung de Rezep ion sei, dass sie au die Anbindung an einen Bildungskanon e zich e , dabei sei he o gehoben, dass die ös e eichische Schule ausd ücklich au einen Li e a u ‑ kanon e zich e . Die ös e eichische Li e a u wü de du ch in Inko po ie ung in die bulga ische Li e a u e was meh zu Wel li e a u (S. 78). So sind Be nha d und Handke e olg eich in de bulga ischen Li e a u angekommen. Razbojniko a ‑F a e a weis auch au die Bedeu ung de Li e a u ‑ und Thea e k i ik bei de Rezep ion de Übe se zungen hin. He o zuheben is , dass ih Bei ag sich mi den neues en Übe se zungen de ös e eichischen Li e a u beschä ig , die zwischen 2011 und 2021 e schienen sind. Die Zahl de übe se z en We ke de ös e eichischen Li e a u is ge inge als die de deu schen und soga de Schweize Li e a u (wobei nu die deu schsp achigen be ücksich ig we den). In e essan , dass auch in Bulga ien die übe se z e Kinde ‑ und Jugendli e a u s a k e e en is , dagegen wi d die Ly ik kaum übe se z . Hil eich is , dass die Li e a u zei sch i en genann we den, da die bulga ischen On ‑line ‑Zei sch i en wie Kul u a und Li e a u en es nik eine hohe Quali ä haben. Neben den übe se z en Au o en gib es auch solche, die zwa im li e‑ 149REZENSIONEN a ischen Disku s in Bulga ien bekann sind, abe noch au ih e Übe se zung wa en. Die Au o in mein , dass die Auswahl de Übe se zungen on de Beschlagenhei , den Kenn nissen und dem Geschmack de Übe se ze in ode des Übe se ze s abhäng , die dann im Zusammenspiel mi de Aus ich ung des Ve lages zu Publika ion üh . Ebenso ha de Au i au de Buchmesse in So ia einen posi i en E ek , wie es sich bei Ma lene S ee uwi z und Robe Menasse gezeig ha . Doch gib es im In e ne , da die Ve lage on eine Finanzie ung on außen abhängig sind, Geis e übe se zungen. In e essan e weise gehö Robe See hale du ch zahl eiche Übe se zungen zu den bekann es en und belieb es en ös e eichischen Au o en in Bulga ien. Eine wesen ‑ liche Rolle ü die Ve b ei ung spielen die sozialen Medien und Blogs de Lese . Abe auch Daniel Kehlmann is du ch das Fe nsehen, Li e a u zei sch i en, das In e ne und Übe se zungen in Buch o m es in de bulga ischen Li e a u landscha e ‑ wu zel . Wich ig is eine Li e a u sendung on Radio Plo di zu Ve b ei ung de ös e eichischen Li e a u . Die akademische Rezep ion e olg dagegen in deu sche Sp ache, wobei Gesp äche ös e eichische Au o en mi bulga ischen S udie enden on g oße Bedeu ung sind. Am Ende we den Au o en genann , die bishe nich übe ‑ se z wu den und übe die auch noch nich gesp ochen wi d, wobei wiede Michael Köhlmeie und Pe e Henisch dabei sind. Tymo iy Ha yli widme sich in seinem Bei ag dem ös e eichischen D ama, wobei die uk ainische Rezep ion ös e eichische Li e a u nach dem E s en Wel ‑ k ieg einse z , da zu An ang de Sowje union die uk ainische Li e a u und Kul u einen s a ken Au schwung nahm, de dann du ch den Holodomo und die s alinis‑ ische Rep ession abgeb ochen wu de. Ha yli eil die Rezep ion in d ei Pe ioden, wobei die d i e mi de Pe es ojka einse z . Un e Rezep ion e s eh de Au o eine „b ei e Pale e“, au de de Übe se zung eine „Schlüssel olle zukomm .“ Du ch das Übe se zen, heb Ha yli he o , inde eine e s e In e p e a ion s a , es is also nich nu eine „T ansplan a ion on Fo m und Sp ache“, sonde n es i noch ein wei e e Aspek hinzu. Die Au a bei ung de F emdli e a u in einem Zieldisku s bleib den Li e a u wissenscha le n o behal en, die übe die en sp echenden Sp achkenn ‑ nisse e ügen, das be i nich nu Deu sch, sonde n auch F anzösisch, Englisch ode Chinesisch. Dies wä e auch eine An egung ü wei e e F ach b ie e aus de ankophonen Wel , de angelsächsischen und de chinesischen. Ha yli geh , be o e die Rezep ion de zwei en Häl e des 20. Jah hunde s in den Blick nimm , noch einen Sch i zu ück. Die Übe se ze zu o übe se z en auch aus ande en Sp achen, so aus dem F anzösischen, dabei heb e den Sch i s elle Vale jan Pidmohylnyj he o , de den anzösischen S ad oman du ch seine Übe ‑ se zungen in die uk ainische Li e a u ein üh e. Diese Uni e sali ä , aus meh e en Sp achen zu übe se zen, ging im S alinismus e lo en. De e wähn e Übe se ze und Sch i s elle ende e im Gulag und seine We ke wu den e s 1991 wiede e leg . Die Rezep ion de ös e eichischen Li e a u in de e s en Häl e des 20. Jah hunde s muss also in einem g öße en eu opäischen Kon ex gesehen we den. Beim Übe se zen wu de Ly ik und P osa bei wei em dem D ama o gezogen (S. 95). Sei 2005 we den wiede um wei meh Gedich e übe se z als P osawe ke. Ein wich ige D amenübe ‑ se ze is Bo ys H ynčenko, dessen Übe agungen Schni zle s ehe ein Nebenp oduk seine au die Weima e Klassik konzen ie en Tä igkei sei. Von 1907 bis 1920 wa Schni zle in de Uk aine äuße s belieb und du ch seine S ücke en s and eine neue 150 BRÜCKEN 30/2 Gene a ion on Thea e au o en. Hunde Jah e spä e we den die in de Zwischen‑ zei e bo enen und e gessenen Übe se zungen wiede au ge üh und es en s eh ein Dialog zwischen zwei Kul u epochen. In de e s en Epoche, o und wäh end des E s en Wel k ieges wu den die deu schsp achigen Tex e so o ins Deu sche übe se z , wäh end spä e die Ve zöge ungen de Rezep ion imme länge we den. Bei Ma ija H inčenko bleib e was unkla , aus welchen Sp achen sie übe se z , wenn sie haup ‑ sächlich aus dem Englischen und dem Russischen übe se z ha und als Au o en Ibsen, Sude mann und Mae e linck genann we den. Fü Pe e Al enbe g gab es in den e s en Jah zehn en des 20. Jah hunde s ein e s ä k es In e esse, jedoch de Lieblingsau o de uk ainischen Übe se zung wa Hugo on Ho manns hal. In e essan e weise gab es zu diese Zei eine uk ainische exp essionis ische P osa. Wäh end in de P osa de anzösische Roman das Vo bild wa , wa en es in de D ama ik das deu schsp achige und das skandina ische D ama. Bei de Rezep ion de ös e eichischen Li e a u de e s en Häl e des 20. Jah hunde s in de Uk aine kann man das agische Schicksal de Übe se ze nich übe sehen, die zu einem g oßen Teil Op e des s alinis ischen Te o s wu den. Es gäbe noch eine Reihe in e essan e Bei äge zu besp echen, besonde s de übe Es e házys Donaubuch on Edi Ki ály, doch möch e ich die Rezension nich übe ‑ ach en. Es is insgesam ein seh in e essan e und in o ma i e Band gewo den. Ein Index de Namen wü de das A bei en mi dem Band wesen lich e leich e n, weil man so schnelle sehen könn e, welche Sch i s elle in und welche Sch i s elle übe se z ode nich übe se z is und zum ande en könn e man schnelle die Übe ‑ se ze inden und den einzelnen We ken zuo dnen. Sabine Voda Eschg älle /Milan Ho ňáček (Hgg.): LoandoII. Bei äge Olmü ze Dok o anden zu deu schböhmischen und deu schmäh ischen Li e a u . Olomouc: Palacký ‑Uni e si ä , 2022. 252 Sei en. S e en Höhne– Hochschule ü Musik Weima /F ied ich ‑Schille Uni e si ä Jena Dass die Olmü ze Ge manis ik höchs ak i is bei de li e a u wissenscha lichen Re‑ kons uk ion de mäh ischen (und auch böhmischen) Li e a u egion konn e bishe du ch eine Vielzahl an Publika ionen eind ucks oll un e Beweis ges ell we den, on denen hie nu de Sonde band des Jah buches b ücken N.F. 18/1–2 (2010) genann sei, de einen um assenden Übe blick de Fo schungen zu deu schmäh ischen Li e a u e sammel und de maßgeblich aus A bei en des Olmü ze Ins i u s bes i en wi d. Hie an kann de jüngs e schienene Band Loando II anknüp en, de A bei en Olmü ze Dok o anden zu deu schen Li e a u aus den Böhmischen Lände n e sammel . De k yp ische Ti el, wie die He ausgebe im Vo wo e me ken, geh au den deu sch‑