Franz Bacher – Politiker und Journalist mit internationaler Ausstrahlung
Abstract
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Full text
Franz Bacher– Politiker und Journalist mit internationaler Ausstrahlung Hana Zatřepálková– Sozialwissenschaftliche Fakultät, Karls -Universität Prag ABSTRACT Franz Bacher– Politician and Journalist with International Reach Franz Bacher was aCzechoslovak Jewish politician and journalist of German nationality who worked in Prague during the interwar period. As arepresentative of the German Democratic Freedom Party, he advocated for liberal ideas and spoke out against war. His activities were focused on supporting the German minority in Czechoslovakia and fostering cooperation between Czechs and Germans. During the 1930s, he served as amember of the National Assembly. In addition to his political work, he expressed his views through various periodicals, both within Czechoslovakia and abroad. KEYWORDS Franz Bacher, Deutsche Zeitung Bohemia, Die Wirtscha", Neue Freie Presse, Deutsche Demokratische Freiheitspartei, German -Czech relations, Czechoslovakia in the interwar period, Reichsgewerkscha" der deutschen Presse 1. EINLEITUNG Die Zeit der tschechoslowakischen Ersten Republik nach dem Zusammenbruch der österreichisch -ungarischen Monarchie wird o" mit idealisierenden Vorstellungen von einer fortschri#lichen, modernen und demokratischen Gesellscha" in Verbindung gebracht, die als eine der wenigen in Mi#eleuropa alle politischen Krisen überstand und ihr demokratisches Wesen bis zum Vorabend des Zweiten Weltkriegs bewahrte. Für die Tschechen und Slowaken war es demnach eine Zeit der Emanzipation und Zufriedenheit nach langen Jahren der österreichisch -ungarischen Herrscha". Für die Deutschen in der Tschechoslowakei hingegen stellte diese Zeit eine neue Herausforderung dar. Sie rangen um Selbstbestimmung und versuchten, ihre Rolle in einer Gesellscha" zu definieren, in der sie als Minderheit wahrgenommen wurden. Eine herausragende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in jener Zeit, die uns einen Einblick in die Probleme und Stimmung der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei geben kann, ist der deutsch -jüdische Redakteur und Politiker Franz Bacher (1884–1945). Bereits 1914 übernahm Bacher die Leitung des Wirtscha"steils des traditionsreichen Deutschen Zeitung Bohemia (im Folgenden auch nur als Bohemia geführt); in der Tschechoslowakei war er an zahlreichen deutschsprachigen Zeitschri"en beteiligt. 1919 gründete er gemeinsam mit Friedrich Weil die wirtscha"liche Wochenzeitung
102 BRÜCKEN 30/2 Die Wirtscha!. Zudem war er regelmäßiger Mitarbeiter der liberalen Wiener Tageszeitung Neue Freie Presse, für die er die politischen Ereignisse und wirtscha"liche Lage der Tschechoslowakei kommentierte und dadurch das Bild des Landes in Österreich mitprägte. Besonders bedeutend waren seine Kommentare in den frühen 1930er Jahren, als er den Höhepunkt seiner politischen Karriere erreichte und Mitglied der Nationalversammlung wurde. Dieser Artikel stellt Bacher als vielschichtige Persönlichkeit dar und als einen Mann, der seiner Arbeit und seinen Überzeugungen als liberal gesinnter Politiker treu geblieben ist. Die ersten Kapitel fassen seine Biografie einschließlich seiner politischen Karriere und seiner Beteiligung an verschiedenen nichtpolitischen Organisationen zusammen. Der abschließende Teil behandelt den Journalisten Franz Bacher und seine zahlreichen Beiträge in den tschechoslowakischen und ausländischen Zeitschri"en. 2. DIE LEBENSABSCHNITTE UND DIE LEBENSEINSTELLUNGEN VON FRANZ BACHER Franz Bacher (manchmal auch František Bacher) wurde am 16.Juni 1884 in Prag als ältester Sohn des Prager jüdischen Kaufmanns Wilhelm1 und seiner Frau Luise (geb. Reichenstein) Bacher geboren. Bacher erinnert sich später in der Bohemia mit einer gewissen Nostalgie an seine Kinderjahre in Prag: Prag war damals eine so gemächliche und ruhige Stadt, dass wir auf dem Josefsplatz, dem jetzigen Platz der Republik, Räuber und Polizei spielten und auf dem Rossmarkt, der schon seit langem Wenzelsplatz heißt, die ersten Übungen an Radfahren machten. (Bacher 1932h: 14) 1890–1895 besuchte Bacher die private allgemeine Piaristenschule in der Panská -Straße. Insgesamt 50 deutsche und tschechische Jungen besuchten seine Klasse, darunter auch spätere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Max Brod, Felix Weltsch, Max Steiner sowie der etwas weniger bekannte Bankbeamte Ernst Si#ig 2 (Bacher 1932h: 14; Krolop 1967: 78). Mit Respekt und Ehrfurcht erinnert sich Bacher auch an seinen damaligen tschechischen Lehrer, Pater Beda Wysoký: Wenn P.Wysoký eintrat, wurde es mäuschenstill in der Klasse, obwohl hier an die fünfzig Buben beisammen saßen. Er war tschechischen Herkun" und mochte sich 1 Wilhelm Bacher war ein in der Prager Gesellscha" beliebter Großhändler. Sein Bruder, Dr.Eduard Bacher, war langjähriger Herausgeber der Wiener Tageszeitung Neue Freie Presse. Wilhelm verstarb am 15.Dezember 1921 im Alter von 72 Jahren nach einer kurzen Krankheit. Neben Franz ha#e er einen weiteren Sohn namens Georg, der als Rechtsanwalt tätig war (Anonym 1921: 2; Anonym 1908a: 1). 2 Ernst Si#ig (1884–1937) war Sohn von Heinrich Si#ig, dem Direktor der Böhmischen Union Bank in Prag. Im November 1908 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenscha"en an der Karl -Ferdinand Universität. In den 1920er Jahren arbeitete er als Angestellter bei der Tschechoslowakischen Bank in Berlin. Sein Bruder O#o war zu dieser Zeit außerordentlicher Professor an der Deutschen Universität in Prag. In den 1930er Jahren war er Leiter der Verkaufsabteilung der Optischen Werke Wilhelm Eckstein & Co. Er verstarb Anfang Dezember 1937 in Prag an einem Magenleiden (Anonym 1937: 4b; Anonym 1924: 3).
103HANA ZATŘEPÁLKOVÁ auch zur tschechischen Nationalität bekannt haben; an der Schule aber gab es nur Klassen mit deutscher Unterichtssprache. Er war ein guter Mensch mit roten Wangen und freundlichen Lächeln, der ein wenig hinkte, weil er ständig an der Gicht li#. […] Mit den Schülern tschechischer Herkun" tauschte er bisweilen Intimitäten in der gemeinsamen Mu#ersprache, wie mit dem etwas begriffsstutzigen Brandtner, den er mit „Vovče pitomá“ zu apostrophieren pflegte. Aber das war nie sehr böse gemeint; er war ein vorzüglicher Lehrer, und obwohl er große Strafen gab, ha#en wir ihn alle von Herzen gern. (Bacher 1932h: 14) Im Jahr 1895 begann Bacher seine Schulzeit am Altstädter Gymnasium im KinskýPalais.3 Während Bacher eher nostalgisch an die Piaristenschule zurückdenkt, bezeichnet er die Zeit am Gymnasium als eine der schwierigsten seines Lebens: Die Hackspielzeit4 gehört zu den schlimmsten Erinnerungen meines Lebens. Ich bemerke, dass ich ein sogenannter Vorzugsschüler war, so das meine Klage von dem Verdacht frei ist, aus dem dunkeln Salon der Zurückgewiesenen in die Oberwelt hinaufzudringen. (Bacher 1928: 15) Aber nicht alles aus dieser Zeit war so schlimm, und einige Erinnerungen Bachers fallen– in deutlicher feuilletonistischer Stilisierung– „als breiter Lichtkegel in die Trübsal dieses Gymnasiastendaseins und seine drückende Unerträglichkeit milderten“ (Bacher 1928: 15). Dazu gehört die Erinnerung an eine ausführliche Demonstration und Probe der Benutzung der Spültoile#e, die alle Erstsemester unter der Aufsicht von Professor Hackenspiel durchlaufen mussten,5 oder die Liebe der älteren Jungen zur sechzehnjährigen Tochter eines Professors (Bacher 1928: 15). Nach dem Abitur 1903 immatrikulierte sich Bacher an der Deutschen Universität in Prag, wo er 1909 seinen Doktor der Rechtswissenscha"en erlangte (Koutník 1936–1941:63). Während seines Studiums war er Mitglied der Burschenscha" Ostmark (Anonym 1908b: 2). Aus Bachers Studienjahren stammt eine Erinnerung von Ernst Feigl, dem Redakteur des Prager Tagbla"s. Bacher, der während seiner Studienzeit o" knapp bei Kasse gewesen sei, soll demnach das häufige Vorkommen bestimmter jüdischer Nachnamen wie Porges, Roubíček oder Ka(a ausgenutzt haben, um sich auf Empfänge nach jüdischen Hochzeiten zu schleichen und dort kostenlos zu essen: 3 Zu seinen Mitschülern zählten am Gymnasium auch Felix Weltsch, der eine Klasse höher war, sowie Franz Ka(a und Paul Kisch, der Bruder von Egon Erwin Kisch, die beide zwei Klassen höher waren (Jahresberichte des Staats -Gymnasiums, 1897). 4 Johann Konrad Hackspiel, genannt Betz, war ein gefürchteter Physikprofessor: „[…] in dem [Gymnasium] der alte ‚Betz‘ sein eisernes Regiment führte. Vor ihm zi#erten alle, bis vielleicht auf den fidelen Schuldiener Kletschka.“ (Bacher 1928: 15) 5 „alle 52 [Schüler], einer nach den anderen, traten vor und jeder ohne Ausnahme ha#e die Prüfung abzulegen, wie er mit dem Bre#, der runden Oeffnung und der tückschen Ke#e fertig zu werden gedenke. Der Betz stand dabei, musterte jeden Zug, jede Bewegung, bald lobend, bald scheltend, doch immer voll innerer Teilnahme. Der Klassenvorstand, ein Phlegmatiker für klassische Sprachen und Literatur, der eben erst seine Stelle angetreten ha#e, strich seinen tiefschwarzen Bart und schwieg. Was sollte er tun? Ein seitlich hingeworfener Blick des Betz schien ihm die Unzufriedenheit des Vorgesetzten über seine sträfliche Apathie auszudrücken. Achtzehn Jahre darauf begegnete ich mit dem Philologen ganz zufällig in einem Salzburger Weinkeller. An diesem Abend haben wir beide Tränen gelacht.“ (Bacher 1928: 15)
104 BRÜCKEN 30/2 Bacher schätzte zunächst aus einiger Entfernung die Situation ab, und als die Gäste aus der Synagoge ins Restaurant zu strömen begannen, gab er sich einen Schubs und schloß sich ihnen an, als gehöre er mit dazu. Am Eingang stand natürlich ein Aufpasser, mit der Aufgabe, ungebetene Gäste fernzuhalten. „Entschuldigen Sie“, fragte er Bacher mit verdächtigem Blick, „aber wie ist der Herr, bi#’schön, verwandt?“ „Durch Porges“, erklärte der hungrige Student, und schlüp"e hinein zum Buffet. (Rohan 1986: 54f.) Nach Studienabschluss und einer kurzen Tätigkeit am Wiener Landesgericht wurde Bacher 1910 an einer Filiale der Creditanstalt für Handel und Gewerbe in Prag angestellt. Dort war er bis 1914 tätig und arbeitete anschließend als Redakteur Bohemia (Koutník 1936–1941: 63). Zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig zur Armee und wurde 1915 dem 92.Infanterieregiment in Chomutov zugeteilt. Laut seinem Antrag auf ein Duplikat des Entlassungsberichts zwecks einer Auslandsreise wurde er nach eigenen Angaben „propuštěn jako četník6 vlétě roku 1916“ [„im Sommer 1916 als Gendarm entlassen“] (NACH, PŘ 1941–1951 a). 1920 wurde er vollständig von der Wehrpflicht befreit (Novotný 2016; NACH, PŘ 1941–1951 a). Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs am 18.April 1919 heiratete Bacher Frieda Lössel, geborene Spiethoff (Anonym 1916: 5, NACH, PŘ II– EO a).7 In der Zwischenkriegszeit reiste Bacher häufig ins Ausland, beruflich sowie privat. Außer Deutschland und Österreich besuchte er Italien, die Schweiz, Belgien, Holland, Rumänien, England und Frankreich (Koutník 1936–1941: 63; NACH, PŘ 1941–1951 a). Neben Deutsch und Tschechisch beherrschte er auch Französisch.8 Zu Bachers Interessen gehörten Wirtscha", +eater und Musik. Er engagierte sich auch im Ausbau der deutschen Kultur und Bildung in der Tschechoslowakei, wovon auch seine tätige Mitgliedscha" in verschiedenen Kulturinstitutionen zeugt.9 Außerdem war er ständiges Mitglied des Lehrkörpers der Svobodná škola politických nauk [Freien Hochschule für Politikwissenscha!], die sich im Karolinum befand. Dort hielt er Vorlesungen für deutschprachiges Publikum über wirtscha"liche und wirtscha"sjournalistische Fragen. (Anonym 1938b: 5; Šíma/Baxa 1938: 48, 69). 6 Das Wort četník [Gendarm] ähnelt dem četař [Zugsführer], ein militärischer Rang, den Bacher wahrscheinlich meinte. 7 Frieda wurde am 9.November 1889 in Düsseldorf in der Familie des Redakteurs Gustav Spiethoff(1845Arnsdorf–1912 Jablonec) geboren. Gustav Spiethoff begann im Alter von 20 Jahren seine Lau-ahn als Redakteur des Arnsdorfer Boten und wurde später Redakteur und Inhaber des Düsseldorfer Anzeigers. 1883 gründete er die Großmacht Presse in Berlin und arbeitete anschließend einige Jahre als Chefredakteur des Bromberger Tagbla"s in Bromberg. 1892 zog er nach Jablonec, kau"e die Gablonzer Zeitung, die er bis zu seinem Tod am 16.September 1912 leitete. Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er auch politisch aktiv und vertrat die liberale Linie in Jablonec. Frieda, seine Tochter, heiratete zum ersten Mal am 10.August 1903 in einer Kirche in Litoměřice den Kaufmann Fritz Lössel aus Plzeň, der am 17.November 1916 an der russischen Front fiel. Sie ha#en einen Sohn Hans (Anonym 1903: 3; Anonym 1912: 6; Anonym 1916: 5; NACH, PŘ II – EO a, Anonym 1928a: 3). 8 Im Oktober 1935 empfing er als Vertreter der deutschen Presse in der Tschechoslowakei eine Delegation von Journalisten aus der Sowjetunion. Die Kommunikation erfolgte in französischer Sprache, und er hielt eine kurze Rede über den Zustand der deutschen Presse in der Tschechoslowakei (Anonym 1935e: 3). 9 Er war Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Akademie für Musik, Vorstandsmitglied des Deutschen 'eaters und des Volksbildungshauses Urania in Prag (Koutník 1936–1941: 63).
105HANA ZATŘEPÁLKOVÁ Bereits die Tätigkeit als Redakteur der Bohemia und als Mitbegründer der Wochenschri" Die Wirtscha! belegen Bachers intensives journalistisches Engagement. Zudem war er in journalistischen Berufsorganisationen aktiv, v.a. der Reichsgewerkscha! der deutschen Presse. Andererseits prägte er das politische Leben der Tschechoslowakei mit. Nach langjähriger Tätigkeit in der Deutsch - demokratischen Freiheitspartei (DDFP) wurde er 1931 Mitglied der Nationalversammlung. An seinen Handlungen und Reden in beiden Bereichen lässt sich ein starkes Gefühl der Zugehörigkeit zur deutschen Nationalität ablesen.10 Gleichzeitig bezeugte er wiederholt seinen festen Glauben an den Liberalismus und die Demokratie. Er hoffte bis zuletzt auf mögliche Zusammenarbeit zwischen der tschechischund deutschsprachigen Bevölkerung des Landes. Insbesondere seine politischen Reden aus den späten 1930er Jahren (siehe Kapitel „Politischer Werdegang“) drückten den Optimismus aus, dass demokratische Prinzipien über die Diktatur siegen würden. Das Münchner Abkommen resp. Diktat im September 1938 und die daraus resultierenden Konsequenzen samt Reorganisation der periodischen Presse, die letztendlich zum Niedergang von Bachers Stammbla# Deutsche Zeitung Bohemia führte, brachen seinen Optimismus endgültig. Dokumente der Prager Polizeidirektion vom Dezember 1938 bezeugen die Auswanderungsversuche von Bacher und seiner Frau. In einem seiner Anträge gab Bacher eine der Kolonien oder Dominions Großbritanniens als Ziel an und erwähnte die Tickets im Wert von 14.600 Kronen nach Australien. Andere Dokumente vom Juni 1939 deuten auf einen Versuch hin, nach London auszuwandern (NACH, PŘ 1941–1951). Letztendlich konnten Bacher und seine Frau jedoch nicht ausreisen und am 17.März 1939, wenige Tage nach der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei, kamen zwei Gestapo -Männer nach 21 Uhr in Bachers Wohnung. Sie durchsuchten die gesamte Wohnung, beschlagnahmten verschiedene Dokumente und verboten Bacher, das Haus ohne ausdrückliche Erlaubnis zu verlassen. Bacher konnte die Situation nicht ertragen und beging einen Suizidversuch.11 Im einschlägigen Polizeibericht heißt es: Vbytě Bachera na psacím stole nalezena jedna lahvička od neznámého jedu, 2skleněné tuby od veronalu ajedna zakrvácená žiletka. Mimo to byl vbytě na témže stole nalezen dopis tužkou vněmecké řeči psaný. (NACH, PŘ 1941–1951) [Auf einem Schreibtisch in Bachers Wohnung wurden ein Fläschchen von einem unbekannten Gi", zwei Veronal -Glasröhrchen und eine blutige Rasierklinge gefunden. Außerdem wurde auf demselben Tisch ein mit Bleisti" geschriebener Brief in deutscher Sprache gefunden.] 10 Dies belegt seine Unterschri" unter den Appell der deutsch -jüdischen Integrationisten an die deutschjüdische Bevölkerung in der Tschechoslowakei, sich bei der Volkszählung 1930 zur deutschen Staatsangehörigkeit zu bekennen und sich damit nicht „aus dem deutschen Kulturkreis“ auszuschließen (Koeltzsch 2012: 53). 11 Bacher war nicht der einzige deutschsprachige Redakteur in Prag, der die Last der Ereignisse nicht ertragen konnte. Kurz nach Unterzeichnung des Münchner Abkommens, in der Nacht vom 8. auf den 9.Oktober 1938, nahmen auch Rudolf +omas, Chefredakteur des Prager Tagbla"s, und seine Frau Margarete Gi" und starben wenige Tage später (Mareš 1999: 208; Köpplová 2012: 32; Anonym 1938c:14; Jesenská/Wagner 1998: 213).
106 BRÜCKEN 30/2 Bacher wurde schwer vergi"et ins Privatsanatorium von Prof.Ondřej Schneider in Prag eingeliefert, wo er mehrere Tage lang bewusstlos lag (NACH, PŘ 1941–1951). Zu diesem Zeitpunkt war seine politische und journalistische Karriere jedoch bereits beendet. 3. POLITISCHER WERDEGANG Franz Bacher spielte in der Deutsch - demokratischen Freiheitspartei (DDFP) eine führende Rolle. Auch seine Frau Frieda war politisch aktiv und leitete die Frauenund Mädchengruppe der DDFP (Anonym 1932: 5). Die DDFP war programmatisch mit der 1896 gegründeten liberalen Deutschen Fortschri"spartei verbunden (Šebek 2005: 469). Sie setzte sich vor allem für die Autonomie der deutschen Bevölkerung ein und kritisierte die tschechoslowakische Außenpolitik, die nach Ansicht der DDFP den Interessen der Deutschen in der Tschechoslowakei widersprach. Die DDFP gehörte dennoch zu den aktivistischen Parteien, die für tschechisch -deutsche Zusammenarbeit eintraten und grundsätzlich bereit waren, an der tschechoslowakischen Regierung teilzunehmen. Obwohl die DDFP die kleinste deutsche Partei in der Tschechoslowakei war, ha#e sie Anhänger vor allem unter einflussreichen Universitätsintellektuellen und jüdischen Industriellen, u.a. zählte der Cousin Franz Ka(as, Professor Bruno Ka(a, und ein weiterer Juraprofessor Ludwig Spiegel dazu. 1928 fusionierte die DDFP mit der Gruppe um Alfred Rosche und Gustav Peters zur Deutschen Arbeitsund Wahlgemeinscha! (DAWG). Diese Verbindung wurde später revidiert, da Rosches Gruppe nationalistische Ressentiments und Sympathien für den Antisemitismus aufwies und die Förderung der DDFP seitens jüdischer Industrieller missbrauchte. Wegen der Annäherung der anderen DAWG -Mitglieder mit Konrad Henlein trennte sich die DDFP im Jahr 1933 von der DAWG und kandidierte später mit anderen kleinen Parteien. Schließlich wurde die DDFP nach dem Münchner Diktat im Herbst 1938 aufgelöst, nachdem sie sich als einzige bürgerliche deutsche Partei nach dem „Anschluss“ Österreichs mit der Sudetendeutschen Partei zu fusionieren weigerte (NACH, PZÚ 207a; Šebek 2005: 861–891). Bachers politische Karriere in der DDFP entwickelte sich allmählich. Bereits 1920 kandidierte er für die Abgeordnetenkammer, wurde aber nicht gewählt. Er kämp"e mit Wahl -Misserfolgen auf verschiedenen Ebenen, 12 bis er am 21.Oktober 1931 als Nachrücker für den verstorbenen Bruno Ka(a in die Abgeordnetenkammer berufen wurde. 1935 wurde er von der Regierung zum Mitglied der Böhmischen Landesvertretung ernannt (NACH, PZÚ 207b). Bacher war einer der führenden Vertreter der DDFP und nahm häufig an Verhandlungen mit anderen Parteien teil. Im März 1936 fanden Wahlen für den Regionalvorstand der Partei sta#, bei denen Bacher ebenfalls gewählt wurde (NACH, PZÚ 207a). Anfang 1937 kam es jedoch zu einem Vorfall, der Bacher dazu zwang, am 24.Februar 1937 von allen seinen Parteiämtern zurückzutreten. Zufällig gerieten seine politischen und redaktionellen Aktivitäten aneinander, als er sich in seinem Artikel Zagha!er Anfang (Bacher 1937a: 1) vom 21.Februar 1937 kritisch über 12 Bei den Wahlen zum Zentralrat der Hauptstadt Prag 1927 und 1928, als er für die Deutsche Arbeitsund Wirtscha!sgemeinscha! (DAWG) für den Regionalrat in Böhmen kandidierte, blieb er erfolglos. Ein Jahr später versuchte er erneut, für die DAWG ins Parlament einzuziehen. Obwohl die Partei einen Sitz in der Abgeordnetenkammer errang, war Bacher nur Ersatzmann und wurde erst 1931 Abgeordneter. Zu Beginn dieses Jahres kandidierte er erneut erfolglos für die DAWG im Prager Stadtrat.
107HANA ZATŘEPÁLKOVÁ den Abschluss der Verhandlungen zwischen deutschen Aktivisten und der Regierung äußerte. Sein Artikel verursachte eine scharfe, gegen die gesamte DDFP gerichtete Reaktion in der Deutschen Landpost, dem offiziellen Organ des Bundes der Landwirte, dessen Vertreter ebenfalls an den Verhandlungen teilgenommen ha#en. Bacher antwortete in der Bohemia am 24.Februar. Doch zu seiner Überraschung veröffentlichte die Deutsche Landpost noch am selben Abend eine offizielle Stellungnahme der führenden Vertreter der DDFP, Senator Karl Kostka und Professor Dr.Schmidt, in der sie sich von Bachers Artikel distanzierten und erklärten, dass die Bohemia kein offizielles Parteiorgan sei und ihre Ansichten zu den tschechisch -deutschen Verhandlungen in der Regierung nicht mit denen der Partei übereinstimmten. Bacher erfuhr von dieser Erklärung erst im Nachhinein. Um sich in Zukun" ähnliche Überraschungen zu ersparen und damit seine Ansichten nicht mehr als die Position der DDFP interpretiert werden konnten, beschloss Bacher, von seinem Posten im Parteivorstand zurückzutreten. Sein Mandat als Landesvertreter (Anonym 1937: 4) und die Parteimitgliedscha" behielt er jedoch bei. Im Artikel In eigener Sache (Bacher 1937b: 5) erklärte er seinen Standpunkt, dankte seinen Unterstützern und äußerte die Hoffnung, dass sie der DDFP als der „einzigen noch bestehenden politischen Organisation deutschen, demokratischen Freisinns außerhalb der Schweiz“ treu bleiben würden (Bacher 1937b: 5). In den 1930er Jahren war Bacher Hauptredner bei mehreren öffentlichen Versammlungen der DDFP. Sehr interessant sind dabei Bachers Raktionen auf die aktuelle innenund außenpolitische Situation. Auf einer „Protestkundgebung der Prager Deutschen“ am 27.Juni 1932, an der über 130 Personen teilnahmen, kritisierte er die geplanten Steuerreformen, die rückwirkend gelten sollten und sich seiner Meinung nach zu Unrecht vor allem gegen Rentner, Frauen und die deutsche Bevölkerung richteten (NACH, PZÚ 207c). Bachers Rede wurde auch in einem Artikel der Bohemia kurz zusammengefasst: Zu der Tagesordnung übergehend, erkläre Dr.Bacher, das, was die Vorlage über die neuen Einkommensteuerzuschläge und der Entwurf über die Einschränkung der Pensionen der öffentlichen Beamten und Lehrer gemeinsam haben, sei die rückwirkende Kra", die die Gesetze, das eine formell und materiell, das andere allerding nur materiell zum Ausdruck bringen. […] Das Wörtchen „social“ ist wohl nur zur Verhöhnung der Betroffenen in die Vorlage geraten. Man hat sich wieder einmal jene Gruppe von Staatsbürgern ausgesucht, von denen man den geringsten Widerspruch befürchtet, nämlich die Staatsbeamten und die noch wenigen widerstandsfähigen Pensionisten. Auch die Einkommensteuerzulage werden alle halbwegs besser gestellten mitzutragen haben und nun geht man so weit, dass man ihnen einfach jede Redenbeschä"igung und auch unentgeltliche Redenbeschä"igung willkürlich verbieten lassen will. Das gibt zu Rankünen, besonders gegen deutsche Beamte alle erdenklichen Möglichkeiten. (Anonym 1932d: 2) In seiner Rede bestri# Bacher nicht, dass der Staat höhere Einnahmen brauche, aber es sei besser, sie durch Einsparungen im Militärhaushalt und bei den Militära#achés im Ausland zu erzielen oder durch den Verzicht auf kostspielige Bauprojekte wie den umfangreichen Umbau und die Fertigstellung des Czernin -Palastes am Loretaplatz
108 BRÜCKEN 30/2 sowie durch die Reorganisation der Staatsverwaltung. Er betonte, dass es auch ratsam wäre, stärker zu kontrollieren, wo das eingesparte Geld anschließend investiert wird. Bei dieser Gelegenheit rief er auch zur Einheit der Deutschen in der Tschechoslowakei auf (NACH, PZÚ 207c). Einige Monate später, am 11.September 1932, nahm Bacher an einer Generalversammlung des Deutschen Böhmerwaldbundes in Pilsen teil, deren Ziel die Unterstützung der deutschsprachigen Bevölkerung im Böhmerwald war. Die Monatszeitschri" Čechoslovák schrieb über diese Generalversammlung: Valná hromada měla ráz slavnostní, neboť oslaveny současně i75.narozeniny předsedy Jos. Taschka, někdy známého germanizátora Budějovicka, který vBöhmerwaldbundu pracuje od začátku. Lesku dodali poslanci, přísedící zemského výboru, zemské školní rady adelegáti různých německých korporací, peněžních ústavů, ihosté ze zahraničí, znichž zástupce spolku „Bayerischer Waldverein“ pozdravil shromáždění.(B.1932: 240) [Die Mitgliederversammlung war festlich, denn sie feierte auch den 75.Geburtstag des Vorsitzenden Jos. Taschek, des bekannten Germanisierers der Budweiser Region, der im Böhmerwaldbund von Anfang an tätig war. Zum Glanz der Veranstaltung trugen Abgeordnete des Landtages, Beisitzende des Landesausschusses, des Landesschulrates und Delegierte verschiedener deutscher Korporationen, Geldinstitute und ausländische Gäste bei, unter denen ein Vertreter des Bayerischen Waldvereins die Versammlung begrüßte.] Die Hauptpunkte des Vereinsjahresberichts, den der Vorsitzende Josef Taschek für das vergangene Jahr zusammengestellt ha#e, wurden auch in der Bohemia veröffentlicht. Taschek schätzte ein, dass sich die Aktivitäten des Vereins in allen Bereichen erfolgreich ausweiteten, obwohl die finanziellen Mi#el immer knapper wurden, wofür laut Taschek (1932: 6) die Konkurrenz der tschechischen Národní jednota pošumavská [Nationale Böhmerwaldvereinigung] verantwortlich war. Bacher unterstützte in seiner kurzen Rede auf der Generalversammlung die Aktivitäten des Vereins und grenzte sich gegen die Propaganda der Národní jednota pošumavská ab (NACH PZÚ 207d). Am 1.Oktober 1934 sprach Bacher auf einer der nächsten öffentlichen Versammlungen der DDFP vor 70 Zuhörern. Im zweistündigen Vortrag gab er zunächst einen Überblick über die internationale Lage und dann ging er auf die Frage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei ein. Die außenpolitische Situation, so Bacher, könne durch drei wesentliche Momente charakterisiert werden: Den Austri# Deutschlands aus dem Völkerbund, den Eintri# Sowjetrusslands und schließlich das Scheitern der Abrüstungskonferenzen. Bacher wies auf zwei gegensätzliche Strömungen in der Außenpolitik hin, nämlich die dynamische Strömung, vertreten vor allem durch Deutschland, Ungarn und Bulgarien, die nicht an den Bedingungen der Versailler Friedenskonferenz festhalten wollten, und die ‚statische‘ Strömung, vertreten vor allem durch Frankreich und die Vertragsstaaten, die auf der Unverletzlichkeit der Friedensverträge bestanden. Bacher betrachtete die Frage der Sudetendeutschen als ein innenpolitisches Problem, das jedoch stark von der Situation im benachbarten Deutschland beeinflusst wurde. Der Austri# Deutschlands aus dem Völkerbund im
109HANA ZATŘEPÁLKOVÁ Oktober 1933 erschwerte demnach die Lage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakei zusätzlich. Zwar verstand Bacher diesen Akt als berechtigte Auflehnung gegen die französische Hegemonie, doch der Austri# würde das allgemeine Misstrauen gegenüber den Deutschen verstärken und außerdem beraubte sich Deutschland selbst der Möglichkeit, als Anwalt deutscher Minderheiten im Ausland zu agieren. Insgesamt trage die Situation zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten unter den Deutschen in der Tschechoslowakei bei. Bacher bemerkte, dass die Einstellung der deutschen Minderheit zu den Friedensverträgen, wenn auch anders als die der tschechoslowakischen Regierung, auf der Ansicht beruhte, dass Veränderungen nur „auf dem Wege der gütlichen Einigung“ erreicht werden könnten. Bacher ging schließlich auf die Entwicklung der deutschen Politik seit 1918 ein, kritisierte Hitlers Präferenz des Machtprinzips vor dem Rechtsprinzip und betonte, dass Hitlers Methoden, wie die Einschränkung der Versammlungsoder Pressefreiheit, auch in demokratische Staaten eindrangen (NACH, PZÚ 207c). Einer der nächsten Vorträge Bachers fand am 14.November 1935 auf einer Versammlung der DDFP für Groß -Prag sta#. Die Veranstaltung, an der 60 Personen teilnahmen, stand unter dem Mo#o „Mut zum Freidenkertum, Demokratie und Liberalismus“. Bacher betonte, dass die Demokratie (als Staatsform) und der Liberalismus (als Denkrichtung) die Grundprinzipien der DDFP seien. Er behauptete, dass selbst autoritäre Regime Elemente des Liberalismus nicht aufgeben wollen– auch Konrad Henlein habe ihm schließlich mitgeteilt, dass er die liberalen Grundsätze aus der Verfassung nicht streichen wolle. Des Weiteren übte Bacher Kritik am Sozialismus und rief dazu auf, liberale Werte zu unterstützen und öffentlich zu propagieren (NACH, PZU 207c). Eine seiner letzten politischen Reden hielt Bacher am 10.Juni 1938 auf einer Versammlung der DDFP und der Jungdemokraten in Ve smečkách 22, Prag -Neustadt, an der 45 Personen teilnahmen. Bacher äußerte sich optimistisch über die allgemeine politische Lage. Er glaubte nicht an den Kriegsausbruch, da seiner Meinung nach die Diktatoren einen ungewissen Ausgang fürchteten. Der Bürgerkrieg in Spanien habe ja auch nicht auf andere Länder übergegriffen. Bacher schilderte das innenpolitische Geschehen mit der Überzeugung, dass die Demokratie in der tschechischen und sudetendeutschen Bevölkerung stark verwurzelt sei, obwohl sich durch die deutsche Geschichte wohl starke autoritäre Tendenzen ziehen. Bacher zufolge wollten die Tschechen nach dem Ersten Weltkrieg eine moderne Demokratie nach dem Vorbild der Westmächte schaffen, aber die übermäßige Flexibilität der Verfassung gab ihnen die Möglichkeit, sie in einem „zentralistischen Geist“ auf Kosten der deutschen Minderheit zu nutzen. Dies habe letztlich dazu geführt, dass man sich (temporär) von der Demokratie entfernt habe. Bacher war jedoch der Ansicht, dass die Demokratie schließlich die Oberhand gewinnen würde (NACH, PZÚ 207c). 4. FRANZ BACHERS AKTIVITÄTEN IN VERBÄNDEN UND VEREINEN Seit der zweiten Häl"e des 19.Jahrhunderts wurden in den Böhmischen Ländern Journalistenorganisationen gegründet, um die soziale Absicherung von Journalisten und Redakteuren zu verbessern. Ihr Hauptanliegen war meist die Einrichtung eines Pensionsfonds sowie gezielter Druck auf die Verlage und die Gesetzgeber, um Maßnahmen zu fördern, die die Arbeitsund Lebensbedingungen von Journalisten ver-
116 BRÜCKEN 30/2 Wesselski von einem Sokol -Anhänger wegen „feindseliger Äußerungen über den Staatsstreich auf Deutsch“ im Café Orient denunziert. Beide Journalisten wurden verha"et und zu verschiedenen Gendarmerieposten in Prag gebracht; auf dem Weg zwischen den Stationen sogar von Leuten aus der Menge angegriffen. Bacher verlor dabei nur seinen Hut, aber Wesselski wurde mit der Faust auf den Kopf geschlagen. Nach der Bericht -Niederschri" im Polizeipräsidium wurden sie freigelassen. Da sich der Sokol -Mann, trotz seiner Zusage, zwecks offizieller Anzeige nicht mehr meldete, verfolgte die Polizei den Fall nicht weiter32 (NACH, PŘ 1941–1951 a). Die Reorganisation der periodischen Presse, die nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens resp. Diktats im September 1938 sta#fand, betraf auch die Bohemia. Obwohl es im November 1938 laut einem Bericht des Prager Polizeipräsidenten so aussah, als würde die Bohemia mit Walter Wannnenmacher 33 als neuem Chefredakteur zur zentralen Zeitung für die verbliebene deutsche Minderheit in der Tschechoslowakei werden, kam es nicht dazu. Die Leserscha" der Bohemia lebte hauptsächlich in den Grenzgebieten, die nach dem Münchner Abkommen an Deutschland angegliedert worden waren und nun verstärkt reichsdeutsche Zeitungen lasen. Die politische Ausrichtung der Bohemia -Leserscha" entsprach jedoch trotz ihrer nationalistischen Orientierung nicht den Bedürfnissen der SdP und der NSDAP. Der Verlust eines bedeutenden Teils der Leserscha" führte schließlich dazu, dass die Bohemia Ende 1938 ihr Erscheinen einstellte (Köpplová 2012: 32). Die letzte Ausgabe der Bohemia erschien am 31.Dezember 1938 (Höhne/Köpplová 2017: 101f.). Die Redaktion, zu der auch Bacher34 gehörte, verabschiedete sich von ihren Lesern mit folgenden Worten: Natürlich bedeutet das Ende einer so alten Zeitung, der weitaus ältesten dieses Staates, der zweitältesten der ehemaligen Doppelmonarchie und einer der allerältesten der deutschen Geisteswelt überhaupt, eine denkbar traurige Stunde für unsere Werksta# -Gemeinscha". Vom Schri"leiter, Druckerleiter und Verwaltungsbeamten bis zum Me#eur, Setzer und Maschinisten (und es sind solche darunter, die dreißig und fast fünfzig Jahre in ihrem Beruf, manche fast ebensolang in diesem Betrieb standen) verliert heute jeder von uns nicht etwa bloß seinen Broterwerb, sondern vielmehr ein unersetzliches Stück seines Lebensinhaltes. (Anonym 1938d: 1) 5.2. DIE WOCHENZEITUNG DIE WIRTSCHAFT Die erste Ausgabe der Prager Wochenschri" Die Wirtscha! mit dem Untertitel Wochenzeitschri! für Industrie, Handel und Landwirtscha! erschien am 14.Juni 1919. Bacher und Weil als Eigentümer, Herausgeber und Redakteure zugleich steuerten auch regelmäßig Beiträge bei, insbesondere die Leitartikel. Die Wirtscha! war unpolitisch 32 Bacher ging einige Tage später zur Polizei, um sich nach den Gründen für ihre Verha"ung zu erkundigen und ob ihnen etwas zur Last gelegt wurde. Ihm zufolge der Verfassung (NACH, PŘ 1941–1951). 33 Walter Wannenmacher (1902–?) arbeitete 1926–1935 im Wirtscha"steil des Prager Tagbla"s. Am 1.Oktober 1935 wurde er Redakteur und ab Januar 1936 Chefredakteur der SdP -Zeitung Die Zeit. Ab April 1939 war er Chefredakteur der Zeitung Der Neue Tag. Im August 1940 wurde er zum Chefredakteur der Wirtscha! ernannt. 1945 wurde er verha"et und 1948 vom Außerordentlichen Volksgericht zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 1955 wurde er entlassen und deportiert. Später arbeitete er als Redakteur des Wirtscha"steils der Zeitung Christ und Welt in Hessen (Köpplová 2012: 32). 34 Laut Krolop (2015: 261) dür"e Franz Bacher der Autor dieses Abschiedsartikels sein.
117HANA ZATŘEPÁLKOVÁ und versprach bereits in ihrer ersten Ausgabe, „eine Tribüne der deutschen Industrie, dem Handel und der deutschen Landwirtscha" in der Tschechoslowakei“ (Bacher/ Weil 1919: 1) zu schaffen. Sie ha#e das Ziel, Experten eine Pla#form zu bieten, um die weltwirtscha"liche Entwicklung zu verfolgen, den Freihandel zu fördern und die Wirtscha" vom Geist des Krieges und vom Geist des Völkerhasses zu befreien. Veröffentlicht wurden hauptsächlich Artikel von deutschsprachigen Ökonomen wie Alfred Amonn, Hugo Müller und Werner Sombart. Es gab auch Übersetzungen von anderen Autoritäten und Experten wie Gustav Cassels, John Maynard Keynes, Henry Ford und Tomáš Garrigue Masaryk. Die Zeitschri" ha#e Korrespondenten in Wien, Berlin, Paris und in anderen ausländischen Städten35 und berichtete über die allgemeine Lage auf den Weltmärkten, an der Prager Börse sowie über Analysen des Geldmarktes und der jüngsten Regierungsreformen. Während des Erscheinens der Wirtscha" wurden mehrere spezialisierte Beilagen veröffentlicht: Warenmarkt, Chemikalienmarkt, Technik, Steuern und Gebühren, Die Industrie in Böhmen und Mähren oder Die Woche des Kaufmanns. Die Auflage der Zeitschri" betrug in den 1920er Jahren über 2.000 Exemplare und stieg in den 1930er Jahren auf 4.000 Exemplare an (NACH PZÚ AMV 207b; NACH, PŘ– ODD). Gedruckt wurde die Zeitschri" zunächst von der Druckerei A. Haase. Ab dem 30.November übernahm die Deutsche Zeitungs -Aktien - Gesellscha! (später Rota) den Druck. Ab August 1940 wurde die Zeitschri" von der Böhmisch - Märischen Verlagsund Druckerei G.m.b.H. gedruckt (NACH, PŘ II– ODD). Den Posten des verantwortlichen Redakteurs übernahm zunächst Bacher, der jedoch 1921–1927 von Georg Oplatka 36 abgelöst wurde. Dann kehrte Bacher auf den Posten zurück, sein politisches Engagement und insbesondere seine Ernennung zum Abgeordneten führten jedoch dazu, dass er die Wochenzeitung verließ. Die Wirtscha! positionierte sich als überparteiliches Periodikum und Bacher selbst beschloss, seine Position als Verleger und verantwortlicher Redakteur für die Dauer seines Mandats ruhen zu lassen (Anonym 1931d: 1). Er verließ die Wochenzeitung am 12.September 1931, etwa einen Monat bevor er sein Abgeordnetenmandat erhielt, und kehrte nicht mehr zurück. Friedrich Weil übernahm darau6in die gesamte Leitung des Bla#es 35 Das Netz der Auslandskorrespondenten der Zeitschri" Die Wirtscha! war umfangreich und profitierte von den Verbindungen ihrer Verleger im Ausland. Aus Bachers Verbindung zur Neuen Freien Presse dür"e der „Wiener Finanzbrief“ hervorgegangen sein, der zunächst von Bernhard Neufeld und ab dem 5.Mai1921 von Dr.Stefan Müller, Wirtscha"sredakteur und späterem Chefredakteur der Wiener Neuen Freien Presse, verfasst wurde. Friedrich Weil wiederum gelang es als Korrespondent des Berliner BörsenCouriers, dessen Redakteur Hans Hirschstein für die Rubrik „Berliner Finanzbrief“ zu gewinnen. Beide Rubriken änderten im dri#en Jahr der Zeitschri" ihr Format, als ihre festen Namen durch variable Titel ersetzt wurden, die den Inhalt besser wiedergaben. Die Artikel beschrieben die Situation auf den Finanzmärkten und brachten Börsennachrichten der letzten Woche aus Wien, Berlin sowie evtl. aus ganz Österreich und Deutschland. Die Anzahl der Informationen aus dem Ausland nahm vor allem in der zweiten Häl"e der 1920er Jahre zu. Hier sind insbesondere Franz Picks Wirtscha"snachrichten aus Paris, Julius Ehenha"s Beiträge aus Budapest, William Gregorys Artikel aus London sowie die Briefe aus Zagreb zu erwähnen, die von einem regelmäßigen Korrespondenten unter dem Pseudonym Plutus stammten. 36 Georg Oplatka (1898–1944) war jüdischer Angestellter der tschechischen Eskompt -Bank. Im Februar 1943 wurde er nach +eresienstadt und im September 1944 nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde (Anonym 1922: 4; Anonym 1934: 227f; Hermelin 2022; NACH PŘ – ODD).
118 BRÜCKEN 30/2 und war bis zu seiner Emigration im Februar 1939 dessen Herausgeber. 37 Im März 1939 wurden alle jüdischen Mitarbeiter der Wirtscha! entlassen und Herbert Fasser38 wurde Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschri". Im August 1940 übernahm Die Wirtscha! Verlagsgesellscha! m.b.H. die Herausgabe und Walter Wannemacher wurde Chefredakteur. Am 5.Mai 1945 stellte die Wochenzeitung ihr Erscheinen ein (Kubíček 2004; NACH, PŘ II– ODD; NACH, PŘ– ODD). 5.3. KORRESPONDENT DER NEUEN FREIEN PRESSE Bachers Engagement für ausländische deutschsprachige Periodika lässt sich bis ins Jahr 1919 zurückverfolgen. Er schrieb regelmäßig für die Wiener liberale Tageszeitung Neue Freie Presse 39 und die in Breslau erscheinenden Breslauer Neueste Nachrichten (NACH, PZÚ 207b). Am 23.März 1919 sollte Bacher sogar eine Stelle als Redakteur bei Der Neue Tag in Wien antreten. Der Vertrag wurde jedoch nur telefonisch vorvereinbart, und Bacher zog es offenbar vor, in Prag zu bleiben (NACH, PŘ 1941–1951 a). Seine nachfolgende Arbeit bei der Neuen Freien Presse war jedoch vor allem in den frühen 1930er Jahren recht intensiv, wie das Ausschni#archiv des Außenministeriums aus dieser Zeit belegt (NACH, MZV VA). Die Neue Freie Presse erschien ab September 1864 und ihre Popularität wuchs rasch. 1901 erreichte sie die Auflage von 55.000 Exemplaren und bis 1930 stieg sie an Wochentagen sogar auf bis zu 78.000 Exemplare an. Sie war eine der einflussreichsten Zeitungen in Österreich und wurde nicht nur von Liberalen abonniert. Es gelang ihr mit führenden liberal gesinnten Politikern, Schri"stellern und Wissenscha"lern aus dem Inund Ausland zusammenzuarbeiten. Zu den beliebten Rubriken gehörten zweifellos Essays bekannter Schri"steller, politische Leitartikel und der Wirtscha"steil „Economist“, zu dem Bacher am häufigsten beitrug. Der Erfolg der Neuen Freien Presse war maßgeblich das Werk des Journalisten und Wirtscha"stheoretikers Moritz Benedikt, der seit 1880 Mitherausgeber und seit 1908 Chefredakteur war und nach seinem Tod 1920 von seinem Sohn Ernst Martin Benedikt abgelöst wurde. 1932 wurde Stefan von Müller40 neuer Chefredakteur. Unter seiner Leitung wurde die Zeitung schri#weise an die österreichische Regierung verkau". Die Neue Freie Presse erschien 37 Danach wechselten mehrere Personen auf der Position des verantwortlichen Redakteurs, ab September 1931 war es Pavel Frankenstein (geb. 18.April 1891 in Prosiměřice), ab Dezember 1934 Weil selbst, aufgrund einer Reise in die USA gab er am 20. Januar 1936 die Leitung an Rolf (Rudolf) Tschapp (geb. 12.Dezember 1909 in Prag) ab. Tschapp ha#e bisher die Zeitschri" Die Woche des Kaufmanns geleitet, die jedoch Ende 1935 ihr Erscheinen einstellte und der Wirtscha! als Beilage beigefügt wurde (NACH, PŘ 1931–1940b; NACH, PZU AMV 207a; NACH, PŘ II – ODD; NACH, PŘ – ODD). 38 Herbert Fasser wurde am 20. November 1898 geboren. Bereits im Juni 1930, als er Hilda Raave heiratete, war er Redakteur der Wochenzeitung Die Wirtscha!. Er starb am 26. August 1970 (Anonym 1930e:6; Anonym 2015). 39 Eine Verbindung zur Neuen Freien Presse ha#e auch Franz Bachers Onkel Eduard. Eduard Bacher (1846–1908) trat 1872 als Parlamentsberichtersta#er in die Redaktion der Neuen Freien Presse ein und war 1879–1908 ihr Chefredakteur. Er wurde auch Verleger und Mitbesitzer des Unternehmens (Jewish Virtual Library). 40 Stefan von Müller (1877–1938) studierte Rechtswissenscha"en an der Universität Wien und arbeitete viele Jahre als Wirtscha"sredakteur. Er war auch Korrespondent der Wirtscha!. Am 5.Mai 1938 beging er Selbstmord (Go#schalk 1975).
119HANA ZATŘEPÁLKOVÁ kontinuierlich bis zum 31.Januar 1939, als sie mit dem Neuen Wiener Journal zum Neuen Wiener Tagbla" zusammengelegt wurde (Czeike 2004a: 373). Zwischen November 1929 und Juli 1934, als die Welt von der Weltwirtscha"skrise erfasst war, veröffentlichte die Neue Freie Presse mindestens 39 Artikel Franz Bachers. 41 Obwohl er bereits vor dem Ausbruch der Krise als Korrespondent für die Neue Freie Presse tätig war und auch nach 1934 weiterhin Artikel für sie schrieb,42 erreichte die Häufigkeit seiner Beiträge in jenen Jahren ihren Höchststand. In der Tschechoslowakei verlief die Krise anders als in den westlichen Ländern. Sie trat schleichend und mit Verzögerung auf. Der Bankensektor blieb relativ stabil, während die Agrarkrise und der Rückgang der Exporte zuerst spürbar waren. Kurz nach dem Schwarzen Freitag fanden Parlamentswahlen sta#, aus denen im Dezember eine neue Regierungskoalition hervorging. Diese sogenannte Konzentrationskoalition umfasste alle Parteien, die die Republik unterstützten, einschließlich der DDFP, die als Kandidatin der DAWG antrat (Kárník 2017: 561). Die Große Depression schien zunächst vermieden zu werden, doch im Sommer 1931 traf die zweite Welle der Krise ein, insbesondere in der Industrie, und wirkte sich in der Tschechoslowakei tiefer als in anderen Ländern aus (Kárník 2018: 36). Die deutsche Minderheit war stark betroffen, da die exportabhängige Industrie vor allem in den von Deutschen bewohnten Grenzgebieten konzentriert war. Der Vergleich mit Deutschland, das bereits 1933 aus der Krise herauskam, führte zu politischer Radikalisierung und verstärkte nationale Spannungen zwischen Tschechen und Deutschen in der Tschechoslowakei (Balcarová 2015; Kárník 2018: 48). Die wirtscha"liche Not und die verschlechterten Beziehungen zwischen den tschechischen und deutschen Bevölkerungsgruppen spiegeln sich deutlich in Bachers Artikeln für die Neue Freie Presse aus dieser Zeit wider. Je nach Inhalt waren Bachers Texte entweder in der Wirtscha"srubrik „Der Economist“ zu finden, auf der Titelseite als politischer Leitartikel oder auf der zweiten Seite als Artikel über die politische und wirtscha"liche Situation der ČSR im Allgemeinen. Unabhängig von ihrer Platzierung waren seine Texte fast immer mit „Von unserem Korrespondenten“ überschrieben und endeten mit Bachers Unterschri". In den wirtscha"sbezogenen Beiträgen setzte er sich o" kritisch mit den Maßnahmen der tschechoslowakischen Regierung zur Wirtscha"skrise auseinander: mit der deflationären Geldpolitik (Bacher 1933a: 9; Bacher 1933b: 2; Bacher 1933c: 11), der protektionistischen Politik und dem Streben nach Autarkie in der Landwirtscha" auf Kosten der Bedürfnisse der Industrie (Bacher 1933a: 9; Bacher 1933d: 2; Bacher 1933e: 9; Bacher 1932b: 11). Ebenfalls sprach er sich gegen den Rückgriff auf Steuererhöhungen und die Erhebung neuer Steuern als Hauptfinanzierungsquelle für die steigenden Staatsausgaben zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aus und plädierte für rechtzeitigen Verwaltungsreform (Bacher 1933a: 9; Bacher 1930a: 11). Aus seinen Texten lässt sich klare Opposition gegen den Aufstieg der Rüstungsindustrie herauslesen, die zwar in den 1930er Jahren als einer der wenigen Lichtblicke in der wirtscha"lichen Entwicklung erschien, an der aber „der Wirtscha"spolitiker keine reine Freude empfinden kann“ (Bacher 1930a: 11). Noch in den frühen 1930ern sah Bacher in der Kürzung der 41 Siehe Anhang 1 mit der Liste der recherchierten Artikel. 42 Der erste gefundene Artikel stammt aus dem Jahr 1923, die letzten Artikel sind von 1936.
120 BRÜCKEN 30/2 Militärausgaben eine mögliche Lösung, um Einsparungen bei den staatlichen Haushaltsausgaben zu erzielen (Bacher 1932c: 11). Bachers zurückhaltende Einstellung lässt sich auch zwischen den Zeilen in seinen Bezugnahmen auf den Ökonomen und Politiker Karel Engliš ablesen. Dies betrifft sowohl die Zeit, als Engliš als Finanzminister die Fusion kleinerer Banken zu größeren Instituten befürwortete,43 was nach Bachers Ansicht unter anderem zur Schwächung der Živnostenská Banka [Gewerbebank] hä#e führen sollen (Bacher 1930b: 12), als auch Engliš’ spätere Jahre als Professor an der Masaryk -Universität, als er die Einführung von Importzuschlägen vorschlug, die als Exportsubventionen verwendet werden sollten (Bacher 1934: 12).44 Zwischen 1929 und 1932 ha#e Bacher sieben Artikel auf der Titelseite. Diese beschä"igten sich mit den Problemen der Bildung einer Regierungsmehrheit nach den vorgezogenen Wahlen im Herbst 1929 sowie den darauffolgenden schwierigen Koalitionsverhandlungen (Bacher 1929: 1; Bacher 1930c: 1). Im April 1930 berichtet er auf der Titelseite der Abendausgabe über die Bemühungen von Karl Kramář um Intervention in Russland. Bacher bezeichnet dies als „das alte Lied mit der bekannten Melodie“ und als Versuch, Europa in blutige und unabsehbare Kämpfe hineinzuziehen (Bacher 1930d: 1). In den nächsten beiden Artikeln auf der Titelseite kommentiert Bacher die Entwicklung der Wirtscha"skrise in der Tschechoslowakei (Bacher 1931: 1f.) und die Schwierigkeiten beim Versuch, eine wirtscha"lich kooperative Integration Mi#eleuropas in die Wege zu leiten (Bacher 1932d: 1). Bachers letzte Leitartikel, die im Herbst 1932 in den Abendausgaben der Neuen Freien Presse abgedruckt wurden, betreffen die sich verschlechternden Beziehungen zwischen der tschechischen und deutschen Bevölkerung innerhalb der Tschechoslowakei. In ihnen kritisiert Bacher den tschechischen Nationalismus und weist auf die allgegenwärtige Ausgrenzung der Deutschen hin, die die Arbeit der deutschen Aktivisten erschwere und den nationalistischen Parteien in die Hände spiele. Der Aufstieg der Nationalisten werde auch durch den vielbeachteten Prozess gegen Mitglieder der Volkssport -Gruppe in Brünn begünstigt.45 Die Wirtscha"skrise verschär"e das Problem noch, da Tschechen und Deutsche um jeden Arbeitsplatz kämp"en. Als weiteres Problem sieht Bacher das Verbot des Prager Bürgermeisters Karel Baxa, Grabinschri"en in deutscher Sprache anzubringen, und erwähnt, dass es in Prag bereits als empörend gilt, Deutsch auf der Straße zu hören. Bacher kritisiert die ständige Kampagne gegen den deutschen Rundfunk und Film in der Tschechoslowakei und stellt fest, dass die offensiven Angriffe des tschechischen Nationalismus die Atmosphäre derart vergi"en, dass an ein friedliches Zusammenleben von Tschechen und Deutschen in einem Staat vielleicht nicht mehr zu denken ist; es wachse „eine deutsche Jungend heran, die sich in ihren tiefsten Gefühlen 43 Z. B. Anglo -tschechoslowakische Bank mit der Prager Kreditbank und der Böhmischen Kommerzialbank. 44 Obwohl Bacher Engels als einflussreiche und charismatische Figur anerkennt und ihn nicht direkt kritisiert, stellt er seinen Vorschlag mit einer Reihe von Forderungen in Frage und bezeichnet ihn als Experiment. 45 Auf diesen Prozess kommt Bacher in einem weiteren Artikel über die Au6ebung der Immunität von vier deutschen nationalsozialistischen Abgeordneten zurück, der allerdings nicht mehr auf der Titelseite erscheint, wo er den Prozess als „Brünner Volksportprozess, der mit der Verurteilung von sieben jungen Studenten wegen angeblicher staatsfeindlicher Umtriebe endete“ bezeichnet (Bacher 1933f: 2).
121HANA ZATŘEPÁLKOVÁ verletzt und eine hoffnungslosen Zukun" überantwortet sieht“ (Bacher 1932e: 1f.; 1932f: 1f.). In einem weiteren Artikel vom November 1932 kommentiert Bacher das Programm der neuen tschechoslowakischen Regierung und stellt fest, dass der neue Ministerpräsident Jan Malypetr die Nationalitätenfrage in seiner Antri#srede völlig ausklammerte, obwohl die Spannungen zunahmen und „einige versöhnende Sätze, eine Verurteilung des tschechischen Chauvinismus sicher sehr gelegen gekommen“ (Bacher 1932g:1) wären. Den Sieg des Nationalsozialismus und die Machtübernahme Hitlers in Deutschland 1933 kommentiert Bacher nur am Rande in Bezug auf die Tschechoslowakei (Bacher 1933g: 2) und stellt fest, dass diese Situation den Rüstungsfreunden in die Hände spiele, weil sie zu weitere Diskussionen über die Notwendigkeit der Aufrüstung führt46 (Bacher 1933h: 2). Die Revision der Friedensverträge wird ebenfalls zu einem neuen +ema, wobei sich die tschechischen und slowakischen47 Politiker grundsätzlich dagegen aussprechen (Bacher 1933h: 2; Bacher 1933i: 2). Bacher bemerkt auch, dass anlässlich der internationalen Situation erstmals in der Geschichte der Tschechoslowakei Militärparaden abgehalten wurden– zur Feier der 15 Jahre Unabhängigkeit– und dass die Sudetendeutschen, die normalerweise an diesem Feiertag zurückhaltend waren, sich diesmal „in überraschendem Maße“ beteiligten. „Das politisch Bemerkenswerte“ sei nach Bacher, „dass damit ein unzweideutiges Abrücken der breiten Massen von den Ideen der beiden aufgelösten radikalen Parteien, den Deutschnationalen und der Nationalsozialisten, zum Ausdruck gekommen ist“ (Bacher 1933j: 2). Seine Überzeugung, dass das Sudetendeutschtum durch diese Einstellung das Wissen ausdrückte, „dass es seine Politik und sein nationales Schicksal selbst gestalten muss und vom Ausland nichts zu erwarten hat“, bewahrheitete sich leider nicht. 6. DER ZWEITE WELTKRIEG UND DAS ENDE VON FRANZ BACHERS LEBENSGESCHICHTE Wahrscheinlich aufgrund der arischen Abstammung seiner Frau entging Bacher der Deportation48 und versuchte, sich für die Dauer des Krieges zurückzuziehen. Die Er46 „Wo früher doch hin und wieder Bedenken über die schweren Lasten durchklangen, die durch Rüstungen der Tschechoslowakei auserlegt werden, sind diese seit dem März dieses Jahren verstummt. Die Rüstungsfreunde haben Oberwasser und sparen nicht mit hämischen Bemerkungen über jene Gegner, die den Frieden Europas schon als gesichert ansahen.“ (Bacher 1933h: 2) Auch hier kann man Bachers distanzierte Haltung gegenüber den Rüstungsausgaben erkennen, die ihn dazu brachte, die Situation zu unterschätzen. 47 Bacher spricht aber nie über die deutschen Politiker und äußert seine Meinung nicht offen: „So schwerwiegend die Meinungsverschiedenheiten und die Reibungsflächen sind, die zwischen den einzelnen tschechischen Parteien bestehen, und so groß auch die Gegnerscha"en sein mögen, mit denen Dr.Benesch in der Tschechoslowakei trotz seinen Erfolgen noch immer zu kämpfen hat, in dem Punkt ‚äußerster Widerstand gegen jede Revision‘, sind sich alle tschechischen und slowakischen Parteien einig.“ (Bacher 1933h: 2) 48 Ihre Staatsangehörigkeit ist in den Nachlassdokumenten als deutsch, ihre Religion als „ohne Glauben“ angegeben (Archiv hlavního města Prahy, dědický spis F. Bachera). Die Deportation von Juden aus Mischehen begann erst Ende Januar 1945 (Felger 2021: 39), als Bacher bereits gesundheitlich angeschlagen war.
122 BRÜCKEN 30/2 eignisse, die ihm in dieser Zeit widerfuhren, lassen jedoch eine gewisse Apathie und Resignation vermuten. Am 28.Oktober 1939 zog Bacher mit seiner Frau von ihrer Wohnung in der Straße UVozovky in Holešovice in die Španělská Straße in Královské Vinohrady um (NACH, f. PŘ II– EO). Am 15.Oktober 1940 wurde Bacher entweder zu einer Geldstrafe von 3.000 Kronen oder zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt, weil er am 12.September 1940 auf der Pla#form eines Straßenbahnwagens mitgefahren war, obwohl er als Nichtarier nur die hintere Häl"e des Wagens benutzen dur"e. Bacher beantragte zwar eine Stra-efreiung oder zumindest eine Strafmilderung durch Begnadigung, das Gesuch wurde jedoch abgelehnt mit der Begründung, dass seine Mi#el ausreichen müssten, um die Geldstrafe zu bezahlen (NACH, PŘ 1941–1951). Im selben Jahr, kurz vor Weihnachten am 23.Dezember 1940, betrat Franz Bacher trotz Warnung eines Polizisten die Fahrbahn der damaligen Richard -Wagner -Allee49 und stieß mit seinem Körper gegen die rechte Frontseite einer vorbeifahrenden Straßenbahn. Er wurde auf die Fahrbahn geschleudert, blieb aber nach eigenen Angaben unverletzt. Ein herbeieilender Polizist machte Bacher für den Vorfall verantwortlich (NACH, PŘ 1941–1951). Für die folgenden vier Jahre verliert sich die Spur Bachers– und taucht erst kurz vor Kriegsende auf. Ab dem 2.Januar 1945 befand sich Bacher laut Eintrag im Melderegister im „Jüdischen Krankenhaus“ in Prag– Josefov (NACH, f. PŘ II– EO), Nummer 14150 (Archiv hlavního města Prahy, dědický spis F.Bachera), wo er schließlich am 16.März 1945 verstarb.51 LITERATUR UND QUELLEN Anonym (1903): Trauung.– In: Leitmeritzer Zeitung 33/63 (15.08.), 3. Anonym (1908a): Dr.Eduard Bacher gestorben.– In: Bohemia 81/15 (16.01.), 1. Anonym (1908b): Der Sonntags -Bummel.– In: Bohemia 81/293 (26.10.), 1f. Anonym (1912): Redakteur Speithoff †.– In: Prager Tagbla" 37/257 (17.09), 6. Anonym (1914): Personales.– In: Bohemia 87/127 (10.05.), 20. Anonym (1916): (Im Kriege gefallen).– In: Prager Tagbla" 41/307 (05.11.), 5. Anonym (1917): (Promotion.).– In: Prager Tagbla" 42/334 (06.12.) 4. Anonym (1919a): Für die Pressfreiheit. Eine deutsche Journalistenversammlung in Prag.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 92/17 (18.02.), 5f. Anonym (1919b): Reichsgewerkscha" der deutschen Presse in der tschechoslowakischen Republik. Gründende Versammlung.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 92/162 (07.10.), 3f. Anonym (1919c): Redakteure als Verwaltungsräte.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 92/59 (06.06.), 5. 49 Die heutige Wilsonova -Straße. 50 Heute befindet sich an dieser Adresse die Bibliothek des Jüdischen Museums in Prag. 51 Über den Todesort gibt es unterschiedliche Angaben. In der Bachelorarbeit von Petra Bendlová wird fälschlicherweise Auschwitz angegeben. Sie bezieht sich auf das Kapitel „Politische Parteien der deutschen Minderheit“ von Jaroslav Šebek, in dem jedoch +eresienstadt als Ort von Bachers Tod genannt wird. Nach den Unterlagen des Jüdischen Museums in Prag wurde Franz Bacher jedoch nicht deportiert. Außerdem geht aus den Archiven hervor, dass Franz Bacher in Josefov in Prag gestorben ist (NACH, f. PŘ II– EO; NACH, PŘ 1941–1951, Archiv hlavního města Prahy, dědický spis F. Bachera; Šebek 2005: 889; Bendlová 2011; Bartáková 2017).
123HANA ZATŘEPÁLKOVÁ Anonym (1921): Sterbefall.– In: Prager Presse 1/264 (19.12.), 2. Anonym (1922): Vermählung.– In: Prager Tagbla" 47/74 (29.03.), 4. Anonym (1924): Sterbefälle.– In: Prager Tagbla" 49/3 (03.01.), 3. Anonym (1927): Der Kampf um das Selbstbestimmungsrecht.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 100/25 (30.01.), 7. Anonym (1928a): Německý tisk ajeho poměr kmin. zahraničních věcí [Die deutsche Presse und ihr Verhältnis zum Außenministerium].– In: Expres 1/79 (14.12.), 3. Anonym (1928b): Unsere Feuilletonisten. Einst und jetzt.– In: Montagsbla" aus Böhmen, 50/18 (30.04.), 15. Anonym (1930a): Redakteur Richard Milrad gestrorben.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 103/193 (17.08.), 6. Anonym (1930b): Redakteur Richard Milrad gestrorben.– In: Prager Presse 10/225 (17.08.), 5. Anonym (1930c): Trauerfeier für Karl Bayer und Richard Milrad.– In: Prager Tagbla" 55/264 (11.11.), 4. Anonym (1930d): Direktor Dr.Alfred Korn gestorben.– In: Prager Presse 10/227 (09.10.), 5. Anonym (1930e): Vermählung.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 103/152 (29.06.), 6. Anonym (1931a): Josef Stern– 80 Jahre.– In: Prager Presse 11/55 (24.02.), 5. Anonym (1931b): Offizieller Glückwunsch an Josef Stern.– In: Prager Presse 11/56 (25.02.), 5. Anonym (1931c): Josef Stern– Achtzig.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 104/47 (24.02.), 3. Anonym (1931d): An unsere Leser!– In: Die Wirtscha! 13/37 (12.09.), 1. Anonym (1932a): Die Frauenund Mädchen -Ortsgruppe der DAWG.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 105/129 (01.06.), 5. Anonym (1932b): Generalversammlung der Reichsgewerkscha" der deutschen Presse in der Tschechoslovakei.– In: Prager Presse 12/45 (12.04.), 4f. Anonym (1932d): Gegen die neuen Steuergesetze.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 105/152 (28.06.), 2. Anonym (1933a): 50 Jahre Journalist.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 106/119 (21.05.), 5. Anonym (1933b): Moritz Wien.– In Prager Presse 13/141 (23.05.), 5. Anonym (1934a): Dr.Ernst Rychnovsky gestorben.– In: Prager Presse 14/113 (26.04.), 5. Anonym (1934b): Dr.Ernst Rychnovsky.– In: Prager Tagbla" 96/59 (27.04.), 15. Anonym (1934c): Verlagsdirektor Dr.Gustav Pohl tot.– In: Prager Presse 14/119 (03.05.), 5. Anonym (1934d): Dr.Franz Wien -Claudi. In: Deutsche Zeitung Bohemia 107/300 (23.12.), 3. Anonym (1934e): Sebevražda ředitele tiskárny [Der Selbstmord des Direktors der Druckerei].– In: Lidové noviny 42/223 (03.05.), 7. Anonym (1934f): Uvedeni byli [Es wurden aufgelistet].– In: B‘nai B‘rith 13/5, 227. Anonym (1935a): 60 Jahre Journalist.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 108/300 (25.12.), 5. Anonym (1935b): Albert Wesselski.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 108/152 (02.07.), 4. Anonym (1935c): Im Trüben fischen…– In: Prager Presse 15/1 (01.01.), 3. Anonym (1935d): Rücktri# des Chefredakteurs der „Bohemia“.– In: Prager Presse 15/176 (02.07.), 6. Anonym (1935e): Vereint für den Frieden.– In: Prager Presse 273/15 (09.10.), 3. Anonym (1935f): „Sekretářka“ pana poslance [Die „Sekretärin“ des Abgeordneten].– In: Polední list 9/37 (06.02.), 5. Anonym (1936): Hauptversammlung der Reichsgewerkscha" der deutschen Presse.– In: Prager Presse 16/111 (21.04.), 6. Anonym (1937a): Bruch Kostka– Bacher.– In: Prager Presse 61/17 (02.03.), 4. Anonym (1937b): Todesfall.– In: Pilsner Tagbla" 38/279 (04.12.), 4. Anonym (1938b): Pořad přednášek na Svobodné škole politických nauk [Vortragsreihe an der Freien Hochschule für Politikwissenscha"].– In: Venkov 33/253 (27.10.), 5. Anonym (1938c): Selbstmord des Chefredakteurs des „Prager Tagbla#es“.– In: Innsbrucker Nachrichten 85/238 (13.10.), 14. Anonym (1938d): Zum Abschied.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 111/308 (31.12.), 1.
124 BRÜCKEN 30/2 Anonym (2015). Herbert Fasser.– In:Biografický slovník českých zemí[Biographisches Wörterbuch der tschechischen Länder]. Historický ústav AV ČR [Historisches Institut der Akademie der Wissenscha"en]. URL:h#p://biography.hiu.cas.cz/Personal/index.php/FASSER_Herbert_20.11.1898–26.8.1970 [7.4.2023]. Archiv hl. m. Prahy, dědický spis F.Bachera – spis býv. Okresního soudu civilního pro Prahu -jih [Stadtarchiv Prag, Nachlassakte von F. Bacher – Akte des ehemaligen. Bezirkszivilgericht für Prag -Süd], spisová značka D II 315/45. B. (1932): „Deutscher Böhmerwaldbund“.– In: Čechoslovák 12/8 (15.10.), 240. Bacher, Franz (1928): Erinnerungen an das Altstädter Gymnasium.– In: Montagsbla" aus Böhmen 50/18 (30.04.), 15. Bacher, Franz (1929): Auf der Suche nach einer Regierungsmehrheit in Prag. Udrzal verhandelt noch immer. Das Gleichgewicht zwischen Bürgerblock und Sozialisten.– In: Neue Freie Presse 66/23411A (16.11.), 1. Bacher, Franz (1930a): Die Wirtscha"slage in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 67/23725M (30.09.), 11. Bacher, Franz (1930b): Die Prager Bankenfusion.– In: Neue Freie Presse 67/23552M (08.04.), 12. Bacher, Franz (1930c): Schwierigkeiten im Prager Parlament. Die Gegensätze der Regierungskoalition.– In: Neue Preie Presse 67/23559A (15.04.), 1. Bacher, Franz (1930d): Dr.Kramar für die Intervention in Rußland. Ein neuer Appell anläßlich der religiösen Verfolgungen.– In: Neue Freie Presse 67/23567A (24.04.), 1. Bacher, Franz (1931): Krisenmaßnahmen in der Czechoslowakei. Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen.– In: Neue Freie Presse 68/24137M (24.11.), 1f. Bacher, Franz (1932a): Die Regierungskrise in der Czechoslowakei. Von Udrzal zu Malypetr.– In: Neue Freie Presse 69/24463M (20.10.), 2f. Bacher, Franz (1932b): Der agrarische Kurs in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 69/24498M (25.11.), 11. Bacher, Franz (1932c): Die Wirtscha"ssorgen der Czechoslowakei. Wachsende Arbeitslosigkeit.– In: Neue Freie Presse 69/24235M (03.03.), 11. Bacher, Franz (1932d): Die Czechoslowakei und der Donaublock, Die Schwierigkeiten der neuen Pläne.– In: Neue Freie Presse 69/24254M (22.03.), 1. Bacher, Franz (1932e): Wachsende nationale Spannungen in der Czechoslowakei. Verschlechterung in den Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen.– In: Neue Freie Presse 69/24427A (14.09.), 1f. Bacher, Franz (1932f): Die Deutschen in der Czechoslowakei. Wachsende Verschlechtung des Verhältnisses zu den Czechen.– In: Neue Freie Presse 69/24455A (12.10.), 1f. Bacher, Franz (1932g): Das Kabine# Malypetr. Das Programm der neuen tschechoslowakischen Regierung. Telegramm unseres Korrespondenten.– In: Neue Freie Presse 69/24479A (05.11.), 1f. Bacher, Franz (1932h): Die Klasse Beda Wysoký. Erinnerungen an die Piaristen -Schule.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 105/116 (15.05.), 14. Bacher, Franz (1933a): Die Wirtscha"slage in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 70/24567M (03.02.), 9. Bacher, Franz (1933b): Wirtscha"spolitische Fragen in der Tschechoslowakei. Die deflationistischen Bestrebungen.– In: Neue Freie Presse 70/24724A (13.07.), 2. Bacher, Franz (1933c): Die Wirtscha"slage in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 70/24822M (19.10.), 11. Bacher, Franz (1933d): Die Wirtscha"spolitik in der Tschechoslowakei. Neue Steuer Gesetze.– In: Neue Freie Presse 70/24553A (20.01.), 2. Bacher, Franz (1933e): Tschechoslowakische Wirtscha"sprobleme.– In: Neue Freie Presse 70/24892M (30.12.), 9.
125HANA ZATŘEPÁLKOVÁ Bacher, Franz (1933f): Politische und wirtscha"liche Schwierigkeiten in der Tschechoslowakei. Die Auslieferung der nationalsozialistischen Abgeordneten.– In: Neue Freie Presse 70/24589A (18.02.), 2. Bacher, Franz (1933g): Neue Probleme der Prager Politik.– In: Neue Freie Presse 70/24787A (14.09.), 2. Bacher, Franz (1933h): Die Tschechoslowakei und die internationale Lage.– In: Neue Freie Presse 70/24768M (26.08.), 2. Bacher, Franz (1933i): Die Tschechoslowakei und die Revisionsfrage.– In: Neue Freie Presse 70/24879A (15.12.), 2. Bacher, Franz (1933j): Politische Feiern in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 70/24838A (04.11.), 2. Bacher, Franz (1934): Die Exportförderungspläne in der Tschechoslowakei.– In: Neue Freie Presse 71/24961M (25.01.), 12. Bacher, Franz (1937a): Zagha"er Anfang.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 110/45 (21.02.), 1. Bacher, Franz (1937b): In eigener Sache.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 110/52 (02.03.), 5. Bacher, Franz/Weil, Friedrich (1919): Was wir wollen.– In: Die Wirtscha! 1 (14.06.), 1. Bacher, Franz/Steiner, Franz (1919): Reichsgewerkscha"skonferenz der deutschen Journalisten in der tschechoslowakischen Republik.– In: Deutsche Zeitung Bohemia 92/147 (19.09.), 5. Balcarová, Jitka (2015):„Blaho národa stojí nad zájmy jednotlivce!“ Ideové východisko „mentální převýchovy“ Němců vletech velké hospodářské krize vČSR (30. léta 20. století). [„Das Wohl der Nation steht über den Interessen des Einzelnen!“ Die ideologische Grundlage für die ‚geistige Umerziehung‘ der Deutschen während der Jahre der Großen Depression in der Tschechoslowakei (1930er Jahre)].– In: Kubů, Eduard/Soukup, Jindřich/Šouša, Jiří (Hgg.),Fenomén hospodářské krize včeských zemích 19. až počátku 21. století: cyklický vývoj ekonomiky vprocesu gradující globalizace. [Das Phänomen der Wirtscha"skrise in den böhmischen Ländern vom 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts: zyklische Wirtscha"sentwicklung im Prozess der schri#weisen Globalisierung]. Praha: Nová tiskárna Pelhřimov, 335–348. Bartáková, Daniela ([email protected]). Č.j.: 1372/17 RE: Franz Bacher– archivní záznamy [Franz Bacher– Archivaufzeichnungen]. Message to: [email protected]. 16.11.2017 09:10. Persönliche Nachricht. [08.05.2023] Bendlová, Petra (2011): Činnost německé novinářské organizace Reichsgewerkscha! der deutschen Presse in der Tschechoslowakischen Republik vČeskoslovensku vletech 1919–1943 [Tätigkeit der Reichsgewerkscha" der deutschen Presse in der Tschechoslowakischen Republik in den Jahren 1919–1943]. Bachelorarbeit. Praha: Sozialwissenscha"liche Fakultät der Karls -Universität. Cebe, Jan (2015): Spolkový život českých novinářů vletech 1945–1948 [Das Vereinsleben der tschechischen Journalisten 1945–1948]. Praha: Karolinum. Czeike, Felix (2004a):Historisches Lexikon Wien: Band 4, Le–Ro. Wien: Kremayr u. Scheriau/Orac, 373. d (1933a): Případ Bohemie [Der Fall Bohemia].– In: Lidové noviny 41/470 (19.09.), 2. d (1933b): Případ Bohemie [Der Fall Bohemia].– In: Lidové noviny 41/476 (22.09.), 2. Felgr, Luboš (2021): Židovská rada starších vokupované Praze (1943–1945) [Jüdischer Ältestenrat im besetzten Prag (1943–1945)]. Diplomarbeit. Praha: Pädagogische Fakultät der Karls - Universität. Frankl, Oskar (Hg.) (1933): Von deutscher Kultur in der Tschechoslowakei. Festschri! zur Eröffnung des neuen Urania - Hauses. Praha: Urania. Go#schalk (1975): Müller, David Heinrich von.– In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 6. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenscha"en, 410f. Hajn, Antonín (Hg.) (1925): Organizace novinářů včeskoslovenském státě [Organisationen der Journalisten im tschechoslowakischen Staat],– In: Ročenka Československé republiky, ročník IV, 110.