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‚Konservative Revolution‘ transnational? Der Kulturbund und die Europäische Revue als Intellektuellennetzwerke der Zwischenkriegszeit

Heise, Tillmann

Abstract

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‚Konservative Revolution‘ transnational? Der Kulturbund und die Europäische Revue als Intellektuellennetzwerke der Zwischenkriegszeit Tillmann Heise– Ruprecht ‑Karls ‑Universität Heidelberg ABSTRACT ‘Conservative Revolution’ transnational? The Kulturbund and the Europäische Revue as intellectual networks of the interwar period This article examines the Kulturbund and the Europäische Revue, an association and ajournal that were of central importance for the anti ‑liberal discourse on Europe in the interwar period. Using an intellectual ‑historical approach, the study analyses how the two initiati‑ ves, which were founded out of adecidedly ‘conservative ‑revolutionary’ Weltanschauung, developed an intellectual and social radiance of European range in the 1920s. The paper focuses on both ideological and personal constellations of the networks, which at least temporarily transcended the political ‑ideological boundaries of the interwar period. KEYWORDS discourse on Europe; intellectual history; ‘Conservative Revolution’; interwar period; networks; cultural journals Das Thema Europa hatte in den 1920er und ‑30er Jahren Hochkonjunktur. Nach der historischen Zäsur des Ersten Weltkriegs entfaltete sich insbesondere in den neu‑ en Republiken in Deutschland und Österreich ein viraler, multidisziplinärer und politisch ‑weltanschaulich polymorpher öffentlicher Europa ‑Diskurs, der die epochale Krisenerfahrung am Ende des ‚langen 19. Jahrhunderts‘ vielstimmig reflektierte. Auch etliche Schriftsteller beteiligten sich in der Funktion öffentlicher Intellektueller an diesem Diskurs. Ihr zentrales Publikationsorgan war mit der Europäischen Re‑ vue die „bedeutendste deutschsprachige Europazeitschrift der Zwischenkriegszeit“ (Müller 1996: 162),1 die in der literarhistorischen Germanistik bislang weitgehend unberücksichtigt blieb.2 In dieser zwischen 1925 und 1944 monatlich erschienenen Rundschauzeitschrift führten deutschsprachige Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Gottfried Benn, Kasimir Edschmid oder Jakob Wassermann ge‑ meinsam mit europäischen Schriftsteller ‑Intellektuellen wie André Gide, Paul Valéry, T.S. Eliot oder José Ortega y Gasset einen transnationalen Intellektuellen ‑Diskurs über die Gegenwart und Zukunft Europas. 1 Zur Europäischen Revue siehe Bock (1999), Paul (2003), Müller (2005). 2 Eine Ausnahme bildet Urválek (2021). 60 BRÜCKEN 29/1 Viele Revue ‑Autoren waren zugleich Mitglieder oder Assoziierte des mit der Zeit‑ schrift eng verzahnten, europäischen Intellektuellennetzwerkes Kulturbund (1922– 1934). Mit intellektuellem Direktaustausch, regelmäßigen Vorträgen und Kongressen bildete der Kulturbund insbesondere im deutschsprachigen Raum ein Gravitations‑ zentrum des grenz‑ und disziplinenübergreifenden Europa ‑Diskurses (Müller 2005). An ihm beteiligten sich neben etlichen Schriftstellern auch namhafte Vertreter aus der Politik, zum Beispiel Konrad Adenauer oder der österreichische Bundeskanzler Ignaz Seipel, zahlreiche Hochschullehrer, darunter Ernst Robert Curtius, Friedrich Gundolf, C.G. Jung, Max Scheler und Alfred Weber, sowie mit Erich Wolfgang Korngold, Wilhelm Furtwängler und Max Beckmann prominente Vertreter aus dem Bereich der Musik und der bildenden Kunst. Mit ‚Europa‘ verbanden viele Intellektuelle in der Europäischen Revue und im Kultur‑ bund abweichend vom heute gängigen Begriffsverständnis nicht liberale und pluralisti‑ sche Vorstellungen, sondern formulierten ihre Europa ‑Entwürfe in Frontstellung dazu: Sie favorisierten beispielsweise soziokulturelle und kontinentale „Ordnungen der Ungleichheit“ (Breuer 2001), wiesen die Europa ‑Pläne des Völkerbundes als ‚westlich‘ zurück, orientierten sich traditionsstiftend am Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation oder liebäugelten in Reaktion auf die wissenschaftliche „Entzauberung der Welt“ (Max Weber) und die funktionale Ausdifferenzierung der modernen Massen‑ gesellschaft mit einer Wiederbelebung religiöser Weltdeutungen und sozialer Bin‑ dungen.3 Diese aus heutiger Sicht vielfach verstiegenen Europa ‑Entwürfe lassen sich grob unter dem Oberbegriff ‚antiliberal‘ subsumieren und politisch ‑ideologisch im polymorphen ‚rechten‘ Spektrum der Weimarer und Ersten Republik verorten (Breuer 2010). Sie taugen ausdrücklich nicht zur Identifikation für ein Europa der Gegen‑ wart, sind als integraler Bestandteil des politischen, intellektuellen und literarischen Europa ‑Diskurses der Zwischenkriegszeit aber von (literar‑)historischer Relevanz. An dieser Stelle seien einige terminologische und methodologische Erläuterungen vorweggeschickt: Wenn im Folgenden von Antiliberalismus die Rede ist, insinuiert dies keine Vorstellung einer homogenen weltanschaulichen Strömung. Die Kategorie ‚antiliberal‘ orientiert sich weder an einem normativen Merkmalskatalog noch an der Quellensprache, sondern ist in Anlehnung an Dieter Gosewinkel (2012) heuristisch motiviert: Sie macht als Analysekategorie Positionen greif‑ und beschreibbar, die sich im zeitgenössischen Europa ‑Diskurs gegen als ‚liberal‘ markierte Überzeugungen in Stellung gebracht haben, also eine bestimmte politisch ‑weltanschauliche Stoß‑ richtung implizieren, ohne deswegen untereinander identisch zu sein. Vielmehr soll gerade die Diversität und mitunter die Widersprüchlichkeit antiliberaler Europa‑ Vorstellungen sichtbar gemacht werden. Zugleich wird in Rechnung gestellt, dass es einen einheitlichen (Anti‑)Liberalismus der Zwischenkriegszeit nicht gegeben hat, und die Grenzen zwischen aus heutiger Sicht liberalen und antiliberalen Ideen oftmals fließend waren (Freeden 2015; Hacke 2018). Ähnlich ambivalent präsentiert sich das Stichwort ‚Konservative Revolution‘, das sich als ideengeschichtliche Sammelbezeichnung für rechtsintellektuelle Strömun‑ 3 Die historische Forschung zu antiliberalen Europa ‑Entwürfen hat sich maßgeblich erst in den letzten 20 Jahren entfaltet, darunter Elvert (1999), Conze (2005), Müller (2005), die Beiträge in Gosewinkel (2012; 2015) und Gusejnova (2016). 61TILLMANN HEISE gen der Weimarer Republik etabliert hat. Insbesondere Stefan Breuer hat in seinen zahlreichen Arbeiten nachgewiesen, dass die politisch ‑weltanschauliche Gemenge‑ lage, die sich hinter dem Syntagma ‚Konservative Revolution‘ auftürmt, im Grunde viel zu divers ist, um von einer einhelligen Bewegung zu sprechen (Breuer 1993; 2001; 2010). Ziel dieses Aufsatzes kann es demnach nicht sein, ein einheitliches, sich über ganz Europa erstreckendes Intellektuellenmilieu ‚Konservativer Revolutionäre‘ ausfindig machen zu wollen. Vielmehr geht es darum, anhand des Kulturbundes und der Europäischen Revue zu zeigen, wie ein Verein und eine Zeitschrift, die aus einer dezidiert konservativ ‑revolutionären Weltanschauung heraus gegründet wurden, eine intellektuelle Strahlkraft von europäischer Reichweite entfalten konnten. Der Kulturbund und die Revue werden in diesem Sinne als intellektuellengeschichtliches und ‑soziologisches Phänomen perspektiviert. 4 Dadurch soll auch der bisher über‑ wiegend ideengeschichtliche Blick auf den Verein und die in der Zeitschrift ver‑ handelten Positionen erweitert und der Diskurs an seine historischen Akteure und Aktionsformen rückgebunden werden. Konkret geht dieser Aufsatz in drei Schritten vor: Zunächst soll der Kulturbund skizzenartig im Spektrum intellektueller Vergemeinschaftung der Zwischenkriegs‑ zeit verortet werden (1.), bevor sich das Augenmerk auf konkrete Formen der Trans‑ nationalisierung von Diskursräumen und Intellektuellenmilieus richtet: Dazu rücken einerseits das Autorenprofil und redaktionelle Praktiken der Europäischen Revue in den Fokus (2.), andererseits werden am konkreten Beispiel des Kulturbundkongresses 1926 in Wien die personellen und weltanschaulichen Konstellationen im Kulturbund genauer beleuchtet (3.). Es geht im Folgenden also nicht um eine vollständige Ver‑ eins‑ und Zeitschriftenchronik, in dieser Hinsicht hat der Historiker Guido Müller (2005) wichtige Vorarbeit geleistet. Vielmehr werden schlaglichtartig zentrale welt‑ anschauliche Grundlagen, Aktionsformen und Gruppendynamiken behandelt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den 1920er Jahren und damit auf der aktivsten Phase des Kulturbundes und der Europäischen Revue. 1. DER KULTURBUND UND DIE INTELLEKTUELLE VERGEMEINSCHAFTUNG DER ZWISCHENKRIEGSZEIT Seinen Anfang nahm der Kulturbund als weltanschauliche Programmschrift des 23jährigen hochadligen Privatiers Karl Anton (Prinz) Rohan 1921 in Österreich. Ein halbes Jahr, bevor der Verein im April 1922 in Wien das erste Mal öffentlich in Er‑ scheinung trat, hatte Rohan mit der Gründungsschrift des Kulturbundes ein Amalgam aus gegenwartsdiagnostisch ‑kulturkritischem Manifest und Vereinsprogrammatik vorgelegt, das in mehrfacher Hinsicht sowohl die allgemein ‑politischen Ereignisse als auch Rohans persönliche Erfahrungen seit dem Ende des Ersten Weltkriegs ver‑ arbeitet (Rohan 1921). Das Ende der Habsburgermonarchie und die Ausrufung der „Republik Deutschösterreich“ 1918, die österreichischen Gebietsverluste durch den 4 Methodisch knüpft die Studie sowohl an die jüngere Intellektuellengeschichte und ‑soziologie an (Hübinger 2006; Moebius 2011; Faber/Puschner 2013) als auch an die kulturwissenschaftliche Zeit‑ schriftenforschung (Neuffer 2020). 62 BRÜCKEN 29/1 Vertrag von Saint ‑Germain und das Adelsaufhebungsgesetz vom 3. April 1919 bilden den real‑ und erfahrungsgeschichtlichen Hintergrund der Kulturbund ‑Gründung. 5 Rohan war es fortan verboten, den Titel „Prinz“ im Namen zu führen, er musste auf die politischen und sozialen Privilegien verzichten, mit denen er in den hochadligen Kreisen der späten Doppelmonarchie sozialisiert worden war, und nicht zuletzt trübten sich seine standesgemäßen Karriereaussichten in k.u.k. Diensten durch den republikanischen Umschwung erheblich ein (Müller 2005: 311–315). Diese kollektive und persönliche Verlusterfahrung markiert gleichermaßen einen biographischen Bruch und den Ausgangspunkt für Rohans Theoriebildung und Vereinsgründung. Das 1921 ausgerufene Ziel des Kulturbundes, zunächst in Österreich einen elitären Kreis von Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur zu bilden (Rohan 1921), ist damit in erster Linie als nachkriegszeitliche Krisenbewältigungsstrategie zu verstehen. Der Kulturbund steht mit dieser prononcierten weltanschaulichen Überformung in der Tradition eines um 1900 einsetzenden signifikanten Wandels im deutschsprachigen Vereinsleben: Kurz nach der Jahrhundertwende gründeten sich zunehmend solche Gesellschaften, die „die weltanschauliche Orientierung weiter Teile des deutschen Bürgertums“ übernahmen, sich selbst als Bünde verstanden und auch so nannten, etwa der kulturkritische Dürerbund oder der konservativ ‑katholische Gralbund (Hempel 2008: 47). Weltanschaulich überformte elitäre Vergemeinschaftung ist im deutschsprachi‑ gen Raum der Zwischenkriegszeit so gesehen keine Seltenheit. Die kulturkritische Gründungsmotivation und das elitäre Selbstverständnis des Kulturbundes erinnern denn auch an Vergesellschaftungsformen im ‚konservativ ‑revolutionären‘ Milieu der Weimarer Republik, etwa an den 1919 gegründeten jungkonservativen Juniklub um Arthur Moeller van den Bruck und Heinrich von Gleichen (Breuer 2010: 178–191; Mohler/Weissmann 2005: 115–144). Auch der Juniklub wurzelte ideologisch in einer bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden antiliberalen Zivilisationskritik, die sich ab 1919 politisch als Fronstellung zur neuen Republik ausdrückte. Er vernetzte (rechts‑) konservative Funktionseliten aus Verwaltung, Militär, Industrie und Presse und gab als publizistisches Sprachrohr die Zeitschrift Gewissen heraus (Breuer 2010: 178f.). Analog dazu veröffentlichte der Kulturbund ab Juli 1922 eine eigene Zeitschrift mit philosophischem Großbegriff im Titel: Der Zeitgeist erschien in drei Heften bis 1923 und publizierte neben weltanschaulichen und kunsttheoretischen Essays von Rohan, Oskar A.H. Schmitz und dem österreichischen Expressionisten Robert Müller auch Gedichte von Joseph Gregor und Stefan Zweig sowie einen Teildruck von Thomas Manns Rede Von deutscher Republik.6 Außerdem enthielt insbesondere das erste Heft einen großen Rezensionsteil, in dem unter anderem die ständestaatlichen Ideen Othmar Spanns, Erich von Kahlers positivismuskritisches Wissenschaftsverständnis, Richard Coudenhove ‑Kalergis neoaristokratisches Manifest Adel (1922) und die kunst‑ historischen Arbeiten Wilhelm Hausensteins gewürdigt werden (Zeitgeist 1922: 54–62). Schon das erste Heft der Zeitschrift zeigt wie unter einem Brennglas das Konglo‑ merat aus geistesgeschichtlichen und weltanschaulichen, aber auch literarischen 5 Zur Konstitutionsphase der Ersten Republik als erfahrungsgeschichtlichem Hintergrund von Rohans Theoriebildung Konrad/Maderthaner (2008). 6 Eine Auflistung aller Beiträge des Zeitgeist bei Wallas (1995: 449–452). 63TILLMANN HEISE Affinitäten des Herausgebers Rohan, die Eingang in das inhaltliche Profil des Zeitgeist und später der Europäischen Revue wie auch des Kulturbundes fanden: Korporatistisch‑ ständische Gesellschaftsmodelle, Wissenschaftskritik und Neuadelskonzepte bilden, analog zum deutschen Juniklub, den ‚konservativ ‑revolutionären‘ Ideologie ‑Fundus, den Rohan österreichspezifisch katholisiert und dem Kulturbund unterlegt. Allerdings würde es zu kurz greifen, den Kulturbund schlicht als austriazisierte Kopie des Juni‑ klubs zu behandeln, da der Verein neben weltanschaulichen Kongruenzen auch sig‑ nifikante Unterschiede hinsichtlich Wirkungsabsicht und Aktionsradius beobachten lässt. So sehr auch Rohans politische Sympathien bzw. Antipathien klar verteilt waren und sich gegen die aufklärerischen ‚Ideen von 1789‘ im Allgemeinen und die parla‑ mentarische Erste Republik im Konkreten richteten (Müller 2011), war der Kulturbund dem Selbstverständnis nach keine politisch festgelegte Interessengemeinschaft zur Beseitigung der Demokratie. Vielmehr betont die Kulturbund ‑Satzung mit Nachdruck den unpolitischen Charakter des Vereins: „Der Kulturbund ist eine Vereinigung der geistigen Führer und Träger der Kultur, um unabhängig von Partei, Klasse und Rasse und mit Ausschluß jeder Politik schöpferische Beziehungen zwischen den verschie‑ densten Standpunkten und Auffassungen zu ermöglichen.“ (Kulturbund 1925: 62f.) Im Sinne eines soziokulturellen „Synthese“‑Programms öffnete sich der Kulturbund damit grundsätzlich auch für solche Kreise und Personen, die Rohan politisch zwar fern standen, aber vom Versprechen nach kultureller Vergesellschaftung angezogen wurden. Was Rüdiger vom Bruch, Friedrich Wilhelm Graf und Gangolf Hübinger für die Konjunktur des Kulturbegriffs um 1900 in Deutschland konstatiert haben, lässt sich auch beim nicht von ungefähr Kulturbund genannten Verein nach 1920 in Österreich beobachten:7 Er bediente den „akute[n] Wunsch des Bürgertums nach ‚kul‑ tureller Vergesellschaftung‘, d.h. nach verbindlichen Deutungsmustern, Werten und Verhaltensregeln, auf die es in Entscheidungssituationen zurückgreifen konnte“ (vom Bruch/Graf/Hübinger 1989: 15), wobei im Österreich nach dem Adelsaufhebungsgesetz sich nun auch vermehrt adlige Akteure nach kultureller Orientierungshilfe umsahen.8 Die vom Kulturbund ostentativ zur Schau gestellte Politik ‑Ferne darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein gerade mit diesem Gestus implizit doch poli‑ tisch Stellung bezog: Vanessa Conze hat anhand der rechtskatholischen Abendland‑ Bewegung in Deutschland herausgearbeitet, dass die Rede vom Unpolitischen oftmals die Vorbehalte der Konservativen und Rechtsaußen gegen eine zunehmende Poli‑ tisierung von Staat und Gesellschaft codierte und sich gegen die Republik richtete (Conze 2005: 36). Nichtsdestoweniger erreichte der österreichische Kulturbund ein größeres und politisch ‑ideologisch diverseres Spektrum an Mitgliedern, Gästen und Interessenten als vergleichbare Vereine aus dem Umfeld der ‚Konservativen Revolution‘ in Deutschland. Die vielfach betonte Überparteilichkeit mag dies ebenso begünstigt haben wie der Umstand, dass sich der Kulturbund eben nicht als ‚rechte‘ Weltanschauungsgemeinschaft inszeniert hat, sondern in erster Linie als kulturel‑ 7 Zur (kulturellen) Orientierungskrise in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg und den verschiedenen Reaktionsformen darauf Kucher/Bertschik (2011). 8 Adlige Kulturbund ‑Mitglieder, die nach 1919 ihre Titel in Österreich nicht mehr tragen durften, waren neben Rohan unter anderem Wenzeslaus (Graf) Gleispach, die Diplomaten Albert (Graf) von Mensdorff‑ Pouilly und Paul (Graf) Thun ‑Hohenstein sowie der Kunstmäzen Felix (Freiherr von) Oppenheimer (Kulturbund [1937]: 7f.). 64 BRÜCKEN 29/1 ler Akteur mit hochkarätigem Programm öffentlich in Erscheinung getreten ist: am sichtbarsten durch wöchentliche Vortragsveranstaltungen und Autorenlesungen mit prominenten Gästen aus dem In‑ und Ausland. Allein in Wien reichte die Band‑ breite des Programms von wissenschaftlichen Erörterungen Friedrich Dessauers zur „Philosophie der Technik“, Carl Gustav Jungs zur Psychoanalyse und Friedrich Meineckes zum „modernen Historismus“ über im weitesten Sinne weltanschauliche Ausführungen eines Friedrich Gundolf, Rudolf Kassner, Ludwig Klages, Max Sche‑ ler oder Werner Sombart bis hin zu Autorenlesungen von Hermann Broch, Annette Kolb, Thomas, Heinrich und Klaus Mann, Felix Salten, Paul Valéry und Franz Werfel (Kulturbund 1937: 5–30). Spätestens seit Mitte der 1920er Jahre gehörte der Kulturbund zum festen Inventar der kulturellen Vereine in Wien und wurde von der Tagespresse aufmerksam beobachtet und besprochen (Anonymus 1922; 1924; 1925). Am deutlichsten setzt sich der Kulturbund jedoch durch seinen europäischen Aktionsradius von den sehr viel stärker national fokussierten (und erforschten) Vergemeinschaftungen der ‚Konservativen Revolution‘ in Deutschland ab. Schon Armin Mohler als langjähriger Taktgeber der Forschung perspektivierte das Phäno‑ men fast ausschließlich auf Deutschland begrenzt und suchte unter dem Stichwort „Konservative Revolution in Europa?“ auf wenigen Seiten nur sehr kursorisch nach ideologischen Kongruenzen zwischen dem rechten Intellektuellenmilieu in Deutsch‑ land und dem einiger Nachbarländer (Mohler/Weissmann 2005: 193–196). Auch die seit den 1990er Jahren maßgeblichen Arbeiten Stefan Breuers zur intellektuellen und politischen Rechten wählen einen nationalen Betrachtungsrahmen (Breuer 1993; 2001; 2010). Demgegenüber weitet der Kulturbund als Forschungsgegenstand einerseits schon durch seinen österreichischen Gründungskontext die Analyseperspektive und lenkt den Blick auf Spielarten des Rechtsintellektualismus abseits der reichsdeutschen und zumeist (kultur‑)protestantischen Varianten, andererseits exportiert Rohan das Vereinsmodell des Kulturbundes bereits ab 1923 sukzessive ins europäische Ausland. Die weltanschauliche Fundierung dieser europäischen Expansion leistet Rohan in der zentralen Programmschrift Europa. Streiflichter von 1923, die neben dem Europa‑ Diskurs auch für den Neuadels ‑Diskurs der 1920er Jahre von Bedeutung ist.9 Denn nach diversen zivilisations‑ und modernekritischen Untergangsdiagnosen skizziert Rohan als Zukunftsvision Europas eine ständisch ‑hierarchische Gesellschaftsord‑ nung mit einem neuen übernationalen Adel der „guten Europäer“ (Rohan 1923: 37) an der Spitze. Diesen konturiert Rohan in dezidierter Anlehnung an die topische Figur des „guten Europäers“, die Friedrich Nietzsche in der Fröhlichen Wissenschaft als geistesaristokratischen (Über‑)Menschentypus entworfen hatte,10 als neuadlige Führungselite aus Vertretern des alten Adels, aber ebenso auch aus Exponenten der Wissenschaft, Wirtschaft, Literatur und bildenden Kunst. Diese, wie Rohan sie nennt, „Kulturoberschicht“ (Rohan 1923: 40) auf europäischer Ebene zusammenzuführen, erklärt er zum wichtigsten Anliegen seines seit 1923 europaweit expandierenden Kulturbundes (Rohan 1923: 41f.). 9 Zu Neuadels ‑Diskursen im frühen 20. Jahrhundert Gerstner (2008) und Conze u.a. (2013). 10 Zum Typus des „guten Europäers“ bei Nietzsche Venturelli (2010). 65TILLMANN HEISE Bis 1931 entstanden nach österreichischem Vorbild in 13 weiteren europäischen Nationen Kulturbundgruppen,11 beginnend 1923 und 1924 in Frankreich und Italien. Diese Expansionsrichtung legt zum einen Zeugnis davon ab, dass Rohan mit dem Kulturbund besonders die Intellektuellenverständigung zwischen Frankreich und dem deutschsprachigen Raum anstrebte, und ist zum andern seinen Sympathien für den italienischen Faschismus geschuldet.12 Beides schlägt sich auch im Mitglieder‑ profil der jeweiligen Gruppen nieder: Den französischen Kulturbund dominierten Befürworter einer intellektuellen Wiederannäherung an Deutschland, etwa der Sorbonne ‑Germanist Henri Lichtenberger oder Paul Valéry, in Italien zählten neben Mussolinis Geliebter Margherita Sarfatti überwiegend faschistische Parteifunktionäre und Hochschullehrer zum Kulturbund ‑Gründerkreis (Kulturbund 1931: 8f.). Um die nationalen „Kulturoberschichten“ im Sinne der Europa ‑Programmatik zu europäisieren, gründete Rohan im November 1924den Verband für kulturelle Zu‑ sammenarbeit, der als föderative Dachorganisation die nationalen Kulturbünde auf europäischer Ebene überwölbte. Die konkrete Aufgabe des Verbandes bestand einer‑ seits darin, die Kontaktaufnahme zwischen Kulturbundmitgliedern unterschiedlicher Nationen zu erleichtern, etwa durch die Vermittlung von Postanschriften oder die Organisation von Auslandsbesuchen (Kulturbund 1925b). Am sichtbarsten trat der Verband andererseits in Erscheinung durch jährliche Kongresse, die zwischen 1924 und 1934 in wechselnden europäischen Städten stattfanden und auf denen Delegierte der nationalen Kulturbünde drei Tage lang Fragen zur europäischen Zukunft dis‑ kutierten.13 Diese Kongresse waren insbesondere in den 1920er Jahren hochkarätig besetzte, medial aufmerksam verfolgte und öffentlich sichtbare Veranstaltungen von kosmopolitisch ‑mondänem Flair.14 2. „DIE GEISTIGE EINHEIT EUROPAS“? DIE EUROPÄISCHE REVUE ZWISCHEN TRANSNATIONALEM PLURALISMUS UND KULTURELLER HEGEMONIE Ihr publizistisches Pendant fand die Verbandstätigkeit in der von Rohan gegründeten und herausgegebenen Zeitschrift Europäische Revue, die im April 1925 erstmals im Leipziger Weltanschauungsverlag Der neue Geist erschien. Die Revue teilte das zivili‑ sationskritische Programm des Kulturbundes und verfolgte auf intellektuellem Gebiet das Ziel, die „geistige Einheit Europas“ durch die „wechselseitige Durchdringung na‑ 11 Kulturbünde bestanden 1931 in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Österreich, Polen, Rumänien, Spanien, Ungarn und der Tschechoslowakei (Kultur‑ bund [1931]: 5–10). 12 Rohans Faschismus ‑Emphase zeigt sich besonders in Rohan (1923: 22–26). 13 Kongresse fanden statt in Paris (1924), Mailand (1925), Wien (1926), Heidelberg (1927), Prag (1928), Barcelona (1929), Krakau (1930), Zürich (1932) und Budapest (1934). Zu den bekanntesten Teilnehmern zählten Max Beckmann, Le Corbusier, E.R. Curtius, Hugo von Hofmannsthal, C.G. Jung, Carl Schmitt und Alfred Weber. 14 Das beweisen z.B. die Anwesenheit staatlicher Würdenträger und die Wahl der Konferenzorte: 1926 besuchte in Vertretung für Kanzler Ignaz Seipl Außenminister Heinrich Mataja die Tagung in der Wiener Hofburg (Anonymus [1926a/b]), 1927 eröffnete der badische Staatsminister Gustav Trunk den Kongress in der Alten Aula der Universität Heidelberg (Anonymus [1927]). 66 BRÜCKEN 29/1 tionaler Atmosphären“ (Rohan 1925: 2) bewusst zu machen. Konkret kombinierte sie fortan monatlich auf circa 80 bis 100 Seiten als Rundschauzeitschrift kaleidoskopartig politische, wirtschaftliche, kulturphilosophische und literarische Texte von Autoren aus ganz Europa sowie vereinzelt aus Übersee. In den zwanzig Jahrgängen ihres Er‑ scheinens (1925–1944) publizierten in der Revue gut 1200 Autoren unterschiedlicher Professionen, besonders zahlreich vertreten waren Hochschullehrer aller Diszipli‑ nen (ca. 33%), Schriftsteller (ca. 25%) sowie Politiker und Diplomaten (ca. 20%).15 Die anfängliche Auflage von 10.000 Exemplaren pro Heft wurde sukzessive verkleinert und pendelte sich ab den frühen 1930er Jahren bei etwa 3500 ein (Paul 2003: 510). Als Herausgeber fungierte bis 1936 der Zeitschriftengründer Rohan, als Schriftleiter bis 1932 der Heidelberger Politikwissenschaftler Max Clauss, ein Schüler Alfred Webers (Paul 2003: 518f.). Beide wurden auf Geheiß des NS ‑Propagandaministeriums, das die Zeitschrift ab 1933 verdeckt finanzierte, vom Romanisten und späteren Merkur‑ Herausgeber Joachim Moras abgelöst, der die Revue bis zu deren Einstellung 1944 maßgeblich prägte (Müller 2005: 404f.; Urvalek 2021). Konzeptionell orientierte sich die Europäische Revue in erster Linie am Format euro ‑ päischer Rundschauzeitschriften wie der 1909 gegründeten Nouvelle Revue Française. Zugleich aber griff die Zeitschrift mit der titelgebenden Revue ein Unterhaltungs‑ format auf, das im Europa der 1920er Jahre seine Hochkonjunktur erlebte. So wie eine Revue auf der Bühne Musik‑, Tanz‑ und Wortbeiträge unter einem allgemeinen Oberthema nebeneinanderstellt, ohne eine einheitliche oder stringente Handlung zu verfolgen, arrangierten Rohan und Clauss Beiträge unterschiedlicher Disziplinen und Weltanschauungen zur Europäischen Revue, die sich zwar im Allgemeinen dem Thema ‚Europa‘ verschrieben hatte, sich aber bewusst einer einheitlichen politischen Linie oder Meistererzählung enthalten wollte.16 Anders als die Unterhaltungsrevue der Zwischenkriegszeit richtete sich Rohan aber nicht an ein Massenpublikum, son‑ dern entwarf mit seiner Zeitschrift ein elitäres und publizistisches Gegenprogramm zum Unterhaltungstheater. Er beanspruchte damit einen im Medien ‑Kosmos der 1920er Jahre höchst populären Genre ‑Begriff und transponierte ihn von der Unter‑ haltungs‑ in die Elitenkultur; ganz ähnlich tat dies bereits seit 1924 die im Berliner Ullstein ‑Verlag erscheinende Zeitschrift Querschnitt, das „publizistische Flaggschiff der Neuen Sachlichkeit“ (Streim 2001: 6). Darüber hinaus betrieb Rohan mit der elitären Zuspitzung des Autoren‑ und Ad‑ ressatenkreises zugleich auch die Politisierung, oder besser: ‚Verweltanschaulichung‘ des Revue ‑Formats. Er tat dies– zumindest nach eigener Aussage– zunächst allerdings nicht mit politisch ‑agitatorischen Absichten als Anwalt einer bestimmten Ideologie, sondern wollte unterschiedliche und widersprüchliche Weltanschauungen revuehaft im gleichen Medium arrangieren (Rohan 1925). Im ersten Jahrgang wurde die Zeit‑ schrift diesem Anspruch auch durchaus gerecht: So konnten etwa im Mai ‑Heft 1925 in direkter Nachbarschaft der ‚Konservative Revolutionär‘ Leopold Ziegler und der liberale italienische Philosoph und Faschismusgegner Benedetto Croce publizieren (Ziegler 1925; Croce 1925). 15 Da es noch keinerlei elektronische Datensätze der Europäischen Revue gibt, beruhen die folgenden Be‑ obachtungen ausschließlich auf meiner eigenen händischen Zählung und Berechnung. 16 Zum populären Revue ‑Format in der Zwischenkriegszeit Linhardt (2008). 67TILLMANN HEISE In literarhistorischer Hinsicht ergibt sich mit Blick auf die Schriftsteller ‑Intellek‑ tuellen, die während der ersten zehn Jahrgänge– das heißt, bis zur Übernahme durch das NS ‑Propagandaministerium– in der Europäischen Revue vertreten waren, geradezu ein idealtypischer Kanon der europäischen ‚Klassischen Moderne‘: Mit Hof‑ mannsthal, Thomas Mann, Stefan Zweig, Gide, Valéry, Romain Rolland, D.H. Lawrence, Luigi Pirandello und Ortega y Gasset17 finden sich in der Revue überwiegend solche Autoren, die sich eine Generation und ihre literarische Sozialisation während oder im Gefolge der Jahrhundertwende ‑Modernen teilen. Literatursoziologisch lassen sich zudem noch weitere verbindende Elemente erkennen: Erstens hat man es mit Autoren zu tun, die im literarischen Feld ihres Landes bereits vor den 1920er Jahren etabliert waren, also zu den Positionsinhabern und vielfach zu den prominentesten Vertretern der jeweiligen Nationalliteratur zählten. Ergänzen ließen sich Ivan Cankar, Karel Čapek und Karol Hubert Rostworowski als zentrale Gestalten der slowenischen, tschechischen und polnischen Literatur des ersten Jahrhundertdrittels.18 Zweitens sind es vielfach solche Autoren, die wie der ehemalige Jungwiener Hofmannsthal, die einstigen ‚Kosmiker‘ Karl Wolfskehl und Oskar A.H. Schmitz, der Georgeaner Gundolf oder der britische Dymock Poet John Drinkwater an literarisch ‑kulturellen Gruppenbildungen teilhatten; 19 dazu kommen mit den Zeitschriftengründern und herausgebern Gide (Nouvelle Revue Française), Ortega (Revista de Occidente) und Franz Blei (Der Amethyst, Opale, Hyperion) solche Autoren, die nach 1900 zentrale Netz‑ werkfunktionen in den jeweiligen nationalliterarischen Feldern innehatten,20 oder aber wie Hermann Keyserling als Begründer und Leiter der Darmstädter Schule der Weisheit spätestens in der Zwischenkriegszeit zu Schlüsselfiguren der Intellektuel‑ lenvernetzung avancierten.21 Drittens repräsentieren insbesondere die großen Namen der ‚Klassischen Moderne‘ in der Zeitschrift ein literarisch ‑kulturelles Milieu, das sich vor dem Ersten Weltkrieg bereits nicht nur durch eine gewisse gesellschaftliche Exklusivität, sondern durch eine die Nationalliteraturen überwölbende europäische Vernetzung ausgezeichnet hat; ob in Gestalt von solch umtriebigen Kulturvermittlern wie Blei,22 von Dichterfreundschaf‑ ten und ‑briefwechseln wie zwischen Zweig und Rolland (Zweig/Rolland 1987) oder in Form von persönlichen Zusammentreffen in den kulturellen und intellektuellen Salons der europäischen Metropolen.23 Die Europäische Revue speist ihr Schriftsteller‑ Profil damit aus einer seit der Jahrhundertwende europaweit gut vernetzten kultu‑ rellen Elite. Dahinter mag sich womöglich auch eine gewisse Fin de Siècle ‑Nostalgie verbergen, die im Vorgriff auf Stefan Zweig wehmütig das exklusiv ‑kosmopolitische Flair der vorkriegszeitlichen Welt von Gestern evoziert; mit Blick auf die Kulturbund‑ und Revue ‑Programmatik lässt sich darin aber ebenso eine stärker gegenwarts‑ und 17 Im Folgenden werden in Klammern lediglich die Zeitschriften ‑Jahrgänge der Revue vermerkt, in denen die jeweiligen Autoren vertreten waren: Hofmannsthal (Jg. 1; 6), Mann (1), Zweig (1), Gide (1; 4; 6), Valéry (1–3; 9; 10), Rolland (4), Lawrence (3; 5; 10), Pirandello (1), Ortega (2–4; 7–10). 18 Cankar (Jg. 5), Čapek (1; 2; 7), Rostworowski (6). 19 Wolfskehl (Jg. 3; 4; 9), Schmitz (1; 2; 8), Gundolf (4–7), Drinkwater (1). 20 Blei (Jg. 6). Zu Kulturzeitschriften als Knotenpunkten im literarisch ‑kulturellen Feld Grunewald/Bock (2002). 21 Zu Keyserling und der Schule der Weisheit Gusejnova (2016: 121–138). 22 Vgl. zu Franz Blei als Schlüsselfigur europäischer Kulturvermittlung Mitterbauer (2003). 23 Zum kulturellen Milieu europäischer Metropolen im frühen 20. Jahrhundert Hunkeler/Kunz (2011). 74 BRÜCKEN 29/1 [Anonymus] (1924): Internationale Versammlung der Kulturbunddelegierten.– In: NFP vom 18. November, 6. [Anonymus] (1925): Der derzeitige Stand der internationalen Kulturbundbewegung. Mitteilungen des Prinzen Karl Rohan.– In: NFP vom 22. Juni, 6. [Anonymus] (1926a): Dritte Generalversammlung des Verbandes für kulturelle Zusammenarbeit.– In: NFP vom 18. Oktober, 5f. [Anonymus] (1926b): Schlusssitzung des Kongresses für kulturelle Zusammenarbeit.– In: NFP vom 21. Oktober, 8. [Anonymus] (1926c): DerIII. Kongress des Verbandes für kulturelle Zusammenarbeit, 18.–20. 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