Houston Stewart Chamberlain und die europäische Dimension völkischen Denkens 1890–1918
Abstract
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Houston Stewart Chamberlain und die europäische Dimension völkischen Denkens 1890–1918 Sven Fritz– Helmut ‑Schmidt ‑Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg ABSTRACT Houston Stewart Chamberlain and the European dimension of völkisch ideology 1890–1914 This article revisits the intellectual and ideological formation of Houston Stewart Cham‑ berlain, the central anti ‑Semitic and racist public intellectual of the Wilhelmine Empire. Iintend to interpret Chamberlain’sideological disposition and political activism not only as aproduct of German national discourse, but as rooted in aEuropean context. The ar‑ ticle illustrates, firstly, how imagined European spatial dimensions informed Chamber‑ lain’sracial conceptions; secondly, his perception of the periphery of the Habsburg Empire as avölkisch battlefield; and, thirdly, the way in which he influenced ahost of different publics, primarily the German, but also other European societies like the Romanian. His ability to adjust and to modernise ensured the longevity of his intellectual legacy beyond the Wilhelmine Empire and connected his thinking with the origins of the early National Socialist movement. KEYWORDS Houston Stewart Chamberlain; Völkisch; Nazism; anti‑semitism; racism; nationalism; Bayreuth; Bosnia; Romania; Habsburg monarchy; German Empire; First World War Als am 5. April 1897 der österreichische Ministerpräsident Kasimir Felix Badeni eine Sprachverordnung erließ, die festschrieb, dass die Beamten in den Kronländern Böhmen und Mähren in Zukunft nicht nur Deutsch, sondern auch Tschechisch be‑ herrschen mussten, dekretierte er damit unwissentlich auch das bevorstehende Ende seiner Regierungszeit. Denn die Verordnung, die eigentlich dem Abbau der zuneh‑ menden Spannungen zwischen den Sprachgruppen dienen sollte, galt der deutschna‑ tionalen Bewegung in der Donaumonarchie als Ausdruck einer vermeintlich deutsch‑ feindlichen Politik. Sie reagierte mit Protest und parlamentarischer Obstruktion, vor allem aber mit der Mobilisierung ihrer Anhänger zu Massendemonstrationen. Da sich auch die tschechische Seite zunehmend radikalisierte, endete der Versuch des Aus‑ gleichs und der Krisenbewältigung per Dekret im gewalttätigen „heißen Herbst des Jahres 1897“ (Wladika 2005: 367–427). Vor aller Augen erwies sich für einige Monate das politische System des Habsburger ‑Imperiums als hilflos gegenüber radikalen nationalistischen Bewegungen, die ihrerseits demonstrierten, wie schnell in einer politisierten und polarisierten Massenöffentlichkeit die politische und gesellschaft‑
42 BRÜCKEN 29/1 liche Stabilität durch effektive Mobilisierungsstrategien zu erschüttern war (Judson 2017: 401–405).1 Die Bedeutung dieser Ereignisse war für die Zeitgenossen offensichtlich und wurde europaweit wahrgenommen. Selbst in der oberfränkischen Provinz, im abgeschiede‑ nen Bayreuth, registrierte man die politischen Verwerfungen in der Donaumonarchie. Dort verwaltete Cosima Wagner, die Witwe des Komponisten Richard Wagner und Leiterin der Bayreuther Festspiele, das künstlerische und weltanschauliche Erbe ihres verstorbenen Gatten. Als Oberhaupt des schillernden Familienclans gebot sie über Wagners Schriften und Werke, inszenierte einen ihn verherrlichenden Perso‑ nenkult und erhob den Anspruch, mit dieser Erbmasse zugleich über den Kern der zukünftigen deutschen Kultur und Identität zu verfügen– einer Identität, die selbst‑ verständlich die auf das Wilhelminische Kaiserreich hin orientierten Deutschen in der Donaumonarchie einschloss. Da traf es sich gut, dass in Wien einer ihrer engsten Freunde und Mitarbeiter lebte, der englischstämmige und noch weitgehend unbe‑ kannte Musikschriftsteller Houston Stewart Chamberlain, der sie fortwährend über die vermeintlich bevorstehende deutschnationale Revolution unterrichtete.2 Dabei erwies sich der Brite als aufmerksamer Beobachter, der die Friktionen in der politischen Tektonik nicht nur genau registrierte, sondern auch die daraus re‑ sultierenden Chancen zu erkennen vermochte. Bereits im März 1897, unmittelbar vor Badenis folgenschwerer Verordnung, hatte er an die Bayreuther Freundin geschrieben: „Inzwischen beschäftigt mich der Gedanke viel, wie wir es am besten anfingen, den Samen eines pangermanischen Gedankens auszusäen? Wenn englischer Muth, englische Kraft u. Zähigkeit sich zu deutschem Geist u. Genie gesellten, dann dürfte man noch Alles hoffen können– sonst kaum etwas.“3 Diese Hoffnung, deren politischer Widerhall die Badeni ‑Krise zu sein schien, knüpfte indes noch an einen zweiten Bezugspunkt an: Chamberlain selbst hatte mit dem Säen des pangermanischen Samens begonnen und ein publizistisches Großprojekt in Gang gesetzt, dessen Ergebnis er zwei Jahre später unter dem Titel Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts veröffentlichte und das eine ebenso nachhaltige wie verhängnisvolle Wirkung entfaltete. Ein kurzer biographischer Rückblick erscheint deshalb geboten. 1. BIOGRAPHISCHER ÜBERBLICK Houston Stewart Chamberlain wurde am 9. September 1855 in Southsea bei Ports‑ mouth in eine Familie von Kolonialoffizieren geboren.4 Sein Vater war ein Konter‑ admiral der britischen Marine, sein Onkel Feldmarschall und gefeierter Kriegsheld, 1 Als Überblicksdarstellung instruktiv Beller (2018) und Vocelka (2014). 2 Tagebuch Chamberlains (im Folgenden: HSC), 27.11.1897, Nationalarchiv der Richard Wagner ‑Stiftung Bayreuth (im Folgenden: NAB), Nachlass Chamberlain (im Folgenden: NLC), Tagebuch 11. 3 HSC/Cosima Wagner, 19.3.1897, NAB, NLC, Rot 92. 4 Der vorliegende Aufsatz präsentiert einige Forschungsergebnisse, die der Autor jüngst in einer um‑ fassenden Chamberlain ‑Biographie (Fritz 2022) vorgelegt hat und die als Grundlage für die folgenden Kapitel dienen. Um eine Dopplung bibliografischer Nachweise zu vermeiden, wird nur dort auf die Studie verwiesen, wo sie für die hier verhandelten Gegenstände hilfreiche Detaildiskussionen einzel‑ ner Probleme bietet.
43SVEN FRITZ die Mutter hingegen war bei seiner Geburt verstorben. Da es um die Gesundheit des Jungen nicht zum Besten stand, gab man ihn zu Verwandten nach Frankreich, wo das kontinentale Klima förderlich wirken sollte. Seine Schulbildung erhielt er des‑ halb zunächst auf französischen Schulen, bevor er als Jugendlicher häufig auf Kuren in der Schweiz weilte und dabei durch einen mitreisenden deutschen Hauslehrer unterrichtet wurde. Derart kosmopolitisch und mehrsprachig sozialisiert– englisch, französisch und deutsch beherrschte er fließend –, zugleich aber bindungsarm und mit wechselnden Bezugspersonen aufgewachsen, begann er 1879 ein Studium der Naturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Botanik an der Universität Genf. Obgleich zweifellos begabt und interessiert, scheiterte er an den Vorgaben des Studienablaufs und an mangeln‑ der Selbstdisziplin: Ohne Studienabschluss verließ er 1885 die Universität und geriet in eine persönliche Krise, aus der ihn erst die Begegnung mit Cosima Wagner im Sommer 1888 befreite.5 Diese leitete seit dem Tod ihres Gatten das Familienunternehmen, die Bayreuther Festspiele, und war als Erbin des berühmten Komponisten wie als Matriarchin einer der schillerndsten Familien des Deutschen Reiches auf der Suche nach einem patenten Mitstreiter– eine Aufgabe, die wie geschaffen für Chamberlain war, der selbst zu den Verehrern der revolutionären Wagnerschen Kunst gehörte. So trat er schnell in eine enge freundschaftliche Beziehung zur Wagner ‑Witwe, die ein Leben lang anhalten sollte und 1909 sogar zu Familienbande wurde, als Chamberlain Cosimas jüngste Tochter Eva heiratete. Der Bayreuther Kosmos, in den der Brite sich 1888 mit vollem Einsatz stürzte, war geprägt von der Weltanschauung Richard Wagners, in der sich kunstreligiöse, sozialrevolutionäre, lebensreformerische, rassistische, antisemitische und nationa‑ listische Anteile miteinander zum „Bayreuther Gedanken“ verbanden: Die Mensch‑ heit– mit den Deutschen an ihrer Spitze– schien aus dieser Perspektive bedroht zu sein vom zerstörerischen Einfluss des sich ausbreitenden Judentums, das nicht nur die Verantwortung trug für den Verfall alles Wahren, Schönen und Guten durch die Fliehkräfte der Moderne, sondern zugleich als Haupttriebkraft einer vermeintlich voranschreitenden rassischen Degeneration figurierte. Nur die Hinwendung zu einem artgerechten, vom jüdischen Einfluss gereinigten Christentum könne diesen Prozess umkehren und die Deutschen mit einer tragfähigen nationalen Identität und Kultur versehen, als deren Kern wiederum Wagners Kunst fungieren sollte. Die von ihm gegründeten Festspiele wurden so nicht nur Mittel zur Propagierung einer neuen Kunstform, sondern fungierten als Tempel, in dem die wallfahrenden Jünger am „Gottesdienst des Deutschtums“ teilhaben und zum Gründungskern einer art‑ gerechten, „deutschen Kultur“ heranwachsen konnten.6 Chamberlain machte sich diese Weltsicht zu eigen und avancierte schnell zu Cosi‑ mas wichtigstem und innovativstem publizistischen Streiter. Insbesondere seine 1895 veröffentlichte, umfängliche Biographie Richard Wagners trug den „Bayreuther Ge‑ danken“ in die Breite des deutschsprachigen Bürgertums (Chamberlain 1896). Zugleich 5 Zur frühen Biographie ausführlich Field (1981: 17–93) und Fritz (2022: 55–88). Aus der Vielzahl an bio‑ graphischen Überblicksartikeln sei vor allem hingewiesen auf Lobenstein ‑Reichmann (2017). 6 Prägnant dazu die Aufsätze von Hannes Heer (2013ab). Zum Antisemitismus als wesentlicher Säule wagnerscher Weltanschauung Fischer (2000) und Heer (2017).
44 BRÜCKEN 29/1 erkannte der naturwissenschaftlich gebildete Brite, dass die erkennbar irrationalen Anteile dieser Weltdeutung für die modernen Debatten um Rasse, Antisemitismus und das Wesen der Nation nicht mehr geeignet waren. Diese Einsicht gab den Anstoß dafür, dass Chamberlain mit der Arbeit an seinem Hauptwerk begann: Die 1899 veröffentli‑ chen Grundlagen des 19. Jahrhunderts waren der Versuch, ein Weltanschauungsangebot vorzulegen, das die argumentative Lücke schloss und den „Bayreuther Gedanken“ um moderne Rassevorstellungen erweiterte (Fritz 2022: 265–376).7 Auf 1200 Seiten breitete der Autor darin die europäische Geschichte seit der griechisch ‑römischen Antike aus, die er konsequent als Geschichte eines endlosen Rassenkampfes zeichnete: Auf den Trümmern der antiken Welt und dem ihr nach‑ folgenden Völkerchaos waren demnach die Germanen und ihre aktuelle Existenzform, die germanischen Deutschen, als die einzige Rasse erstanden, die über kulturschöp‑ fende Kraft verfügte. Alle Errungenschaften menschlicher Zivilisation– in Kunst, Kultur, Wissenschaft, Technik, Politik und Gesellschaft– waren das Werk „germani‑ scher“ Genies, während alles vermeintlich Negative auf „ungermanische“ Umtriebe zurückging. Als wichtigste Gegenspieler in diesem rassischen Antagonismus zeich‑ nete Chamberlain die Juden, die als absolutes Negativum, als Gegenrasse, fungierten. Sie betrieben die vermeintliche Zersetzung alles angeblich organisch Gewachsenen, steckten hinter den bedrohlichen Bestandteilen der Moderne und wirkten als im Hintergrund agierende Alliance israélite stets darauf hin, die germanische Rasse durch Verwirrung des Intellekts, durch Kontaminierung der Religion und durch biologische „Bastardisierung“ zu zerstören. Dieses synkretistische Amalgam völkischer Ideologeme lud der Autor immer wieder mit einseitig ausgelegten Versatzstücken zeitgenössischer Forschung auf, kombinierte die Ergebnisse von Archäologie, Philologie und Geschichtswissenschaft, von Biologie, Medizin und Anthropologie, Kunstgeschichte, Völkerkunde und Theo‑ logie und verband sie mit eindrücklichen Bildern und Analogien aus seinem Alltag wie aus den Lebenswelten seines Publikums. Die Mixtur verfing und die Grundlagen wurden nicht nur eine der einflussreichsten Schriften in völkischen und alldeutschen Milieus, sondern wirkten in 26 Auflagen bis 1944 in die Breite des deutschen Bildungsbürgertums. Zudem erschienen Übersetzun‑ gen ins Englische, Französische, Italienische, Russische und Tschechische. Verstärkt wurde diese Wirkung dadurch, dass Chamberlain auch jenseits der Grundlagen über öffentliche Präsenz verfügte– als Autor einer ganzen Reihe weiterer Monographien, als agiler Publizist in Zeitungen und Zeitschriften wie als Korrespondenzpartner Kaiser WilhelmsII., kurz: als völkischer Intellektueller, der sich zu zahlreichen Themen zu Wort meldete und dabei geschickt und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst, die wesentlichen Bestandteile seiner Weltanschauung popularisierte: das Rassendogma, den Glauben an die germanische Superiorität, die Notwendigkeit einer Reinigung des Christentums von fremden Einflüssen und den konsequenten Kampf gegen den verderblichen Einfluss der Juden (Fritz 2022: 377–574). Der Erste Weltkrieg bescherte Chamberlain einen neuerlichen Popularitätsschub, denn er betätigte sich mit großem Erfolg als Autor von Propagandaschriften: Zwi‑ schen 1914 und 1918 erschienen nicht weniger als 25 so genannte Kriegsaufsätze im 7 Aus linguistischer Perspektive dazu Lobenstein ‑Reichmann (2005).
45SVEN FRITZ Umfang zwischen zehn und etwa einhundert Seiten, die– zu Hundertausenden als Broschüren verkauft und in unzählbarer Menge als Flugblätter und Zeitungsartikel vertrieben– die geläufigen Topoi deutscher Kriegspropaganda transportierten und mit fortschreitendem Kriegsverlauf und nachlassender Zensur immer unverhohlener rassistisch und antisemitisch argumentierten. Zugleich suchte er auch organisatorisch den Anschluss an die politische Rechte und trat, nachdem er sich als Deutscher hatte naturalisieren lassen, 1915 zunächst dem Alldeutschen Verband und 1917 der Deutschen Vaterlandspartei bei (Fritz 2022: 575–624, 645–496). So war es nur konsequent, dass er die Nachkriegsordnung der Weimarer Republik ablehnte und auf ihre baldige Überwindung setzte: Zwar hoffte er zunächst noch auf die Kriegshelden Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff, erkannte aber schon bald in Adolf Hitler und der NSDAP diejenige politische Kraft, die seine Weltanschau‑ ung am effektivsten in die Realität übersetzen würde. Seine letzten publizistischen Wortmeldungen in den Jahren 1923 bis 1925 galten daher dieser revolutionären Partei, die den greisen Autor ihrerseits zum Propheten des „Dritten Reiches“ stilisierte. Am 9. Januar 1927 ist Houston Stewart Chamberlain in Bayreuth gestorben. Richtet man den Blick auf die im Titel adressierte europäische Dimension, so ist sie zunächst einmal ganz offenkundig in Chamberlains Herkunft und Lebensgang an‑ gelegt: Er war der Spross einer Familie von britisch ‑imperialen Kolonialoffizieren, in Frankreich aufgewachsen und von einem deutschen Lehrer unterrichtet; hatte in der Schweiz studiert, dann in Dresden und schließlich für fast zwei Jahrzehnte in Wien ge‑ lebt, bevor er nach Bayreuth gezogen war. Doch neben diesen groben biographischen Linien lassen sich drei Episoden in Chamberlains Leben ausmachen, die seine welt‑ anschauliche Formierung wie sein öffentliches Wirken als völkischer Intellektueller deutlich konkreter mit dem europäischen Kontext verzahnen. Sie sollen, da von der Forschung bislang weitgehend ausgeblendet, im Folgenden im Mittelpunkt stehen. 2. AM GRAB DES BOGOMILEN: BOSNIEN In der ersten Episode begegnet uns Chamberlain ganz als Mann der Tat, der die Zurückgezogenheit des Privatgelehrten mit den Strapazen einer Reise tauschte, die ihn nach Bosnien führte. 8 Die ehemalige türkische Provinz stand seit 1878 unter österreichischer Verwaltung und führte seither eine randständige Existenz an der Peripherie der Donaumonarchie. Doch zu Beginn der 1890er Jahre begann die Er‑ schließung Bosniens, das, so entschied man in den zuständigen Wiener Ministerien, zunächst kulturell wie religiös befriedet und konsolidiert werden musste. Die in einen griechisch ‑orthodoxen und einen moslemischen Teil sowie in verschiedene Sprachgruppen unterteilte Bevölkerung sollte sich dazu in einer noch zu stiftenden, spezifisch bosniakischen Identität zusammenfinden und damit zugleich als Bollwerk gegen die panslawistischen Bestrebungen dienen, die vom südlichen Balkan wie von Russland und Serbien ausgingen. Kurz vor der Jahrhundertwende war Bosnien somit eine Region im Wandel, reizvoll für Erkundungsreisen mit der Aura des Abenteuers und ein attraktives Ziel für den aufkommenden Tourismus. 8 Ausführlich zu dieser Episode neben Fritz (2022: 135–141) auch Field (1981: 98–102). Zeitgenössische Erwähnungen bei Schroeder (1918: 72) und Anna Chamberlain (1923: 173, 186–187).
46 BRÜCKEN 29/1 Aus dieser Interessenlage heraus organisierte man in Wien eine Imagekampagne, zu der auch mehrmonatige Erkundungsreisen für ein interessiertes Publikum ge‑ hörten: „Wir sollen beweisen“, so erklärte Chamberlain im September 1890 einem Freund, „dass das Land für Touristen zugänglich ist, so wie jedes andere civilisierte Land. […] Etwas Strapaziöses gibt es in der ganzen Fahrt nicht, es gehen also auch Damen mit.“9 Von Mai bis September 1891 reiste man daraufhin nach Bosnien und er‑ kundete zumeist zu Pferd auch dessen entlegene Gebiete. Besonders beeindruckend, so schilderte Chamberlain seine Reiseeindrücke der in Bayreuth weilenden Cosima Wagner, seien die Bosniaken, die, bedroht von „griechischem Kaisertum, ungarischer Kriegslust, päpstlichen Kreuzzügen […], österreichischer sog. Protektion […], eine […] kräftig entwickelte Individualität behalten“ hätten. Die einheimische Bevölkerung verfüge immer noch über „dieselben physischen und moralischen Eigenschaften“ wie „von den ältesten Schriftstellern aufgeführt“, sei also von den Deformationen der Mo‑ derne noch unberührt und habe sich ihre „Ursprünglichkeit“ bewahrt.10 Zwar seien die gewöhnlichen „Mohammedaner fanatisch und indolent“, die „Bauern roh und abergläubig [sic!]“, die Bevölkerung in ihren einzelnen Teilen also durchaus „nicht ideal“. Ihr Leben allerdings erschien ihm als „von einer „Harmonie durchtränkt […], deren wir ewig verlustig geworden“.11 Die Erklärung für diese vermeintlichen Beharrungskräfte fand Chamberlain in der Abstammung und insbesondere in der angeblichen rassischen Reinheit der moslemischen Oberschicht, die bereits unter türkischer Herrschaft die Elite gebildet hatte und diese nun ebenfalls unter österreichischer Verwaltung stellte. Dieser „alte Adel“ sei „ausnahmslos mohammedanisch aber ohne Beimengung türkischen Blutes“.12 In der Wahrnehmung seiner Umwelt derart prädisponiert, fand der Brite alleror‑ ten Beweise für seine Thesen: Die Gesänge der Bosnier etwa seien „Urweisen, die von Melodik nichts enthalten“, während die slawischen Beamten– „Kroaten, Slovaken, Polen, Slovenen etc.“– lediglich „diese moderne slawische Musik“ und damit nichts anderes als ein „entsetzliches Gewäsch“ produzierten.13 Die zahlreichen Zeugnisse der untergegangenen Kultur der Bogomilen, deren Grabmale er auf der Reise immer wieder bewunderte, erschienen ihm weniger als Artefakte einer kämpferischen mit‑ telalterlichen Glaubensgemeinschaft und mehr als Beleg dafür, dass in ihnen „Rassen‑ seele“ und Religion eine ideale Verbindung eingegangen waren. „Denken Sie an die Bogomilen!“, schrieb er noch Jahre später an Cosima, „betrachten Sie die Slawen, die sich inmitten des bigotten Ungarn stets durch die Jahrhunderte hindurch, bis auf den heutigen Tag, anti ‑römisch und ausgesprochen national (also arisch) erhalten haben.“14 Diese hier nur kurz skizzierte Bosnien ‑Episode erweist sich bei näherer Betrach‑ tung als ein Markstein in Chamberlains weltanschaulicher Entwicklung. Denn der Bri‑ te, so darf man auf Grundlage seiner Briefe annehmen, lauschte in Bosnien nach den Echos einer längst vergangenen Zeit, in der ihm wesentliche Aspekte seiner eigenen im Entstehen begriffenen Weltanschauung Realität gewesen zu sein schienen. Dabei 9 HSC/Otto Böhler, 2.9.1890, NAB, NLC, Rot 196, EZ Otto Böhler. 10 HSC/Cosima Wagner, 13.3.1891, NAB, NLC, Rot 96. 11 HSC/Cosima Wagner, 4.6.1891, NAB, NLC, Rot 96. 12 HSC/Cosima Wagner, 4.6.1891, NAB, NLC, Rot 96. 13 HSC/Cosima Wagner, 26.8.1891, NAB, NLC, Rot 96. 14 HSC/Cosima Wagner, 23.3.1896, NAB, NLC, Rot 91.
47SVEN FRITZ verbanden sich für ihn die bereits vorhandenen Bestandteile seines Welterklärungs‑ modells mit dem Rassedogma, das sich rasch zum zentralen Axiom seines Denkens entwickelte. Den Treibsatz dafür lieferte nicht die intellektuelle Auseinandersetzung mit der „Rassenfrage“ im Wiener Studierzimmer, sondern das Gefühl, die angeblich überzeitlichen Kräfte der „Rasse“ gewissermaßen in Aktion gesehen zu haben. 3. RASSENKAMPF AN DER IMPERIALEN PERIPHERIE: GRENZLANDDEUTSCHTUM Am Ende des Jahrzehnts zeitigte dieser Entwicklungsprozess Ergebnisse: Im Winter 1899 erschienen die Grundlagen des 19. Jahrhunderts, die Chamberlains Karriere als völkischer Intellektueller begründeten. Mit der gleichen Energie, mit der er seinerzeit den bogomilischen Kriegern nachgespürt hatte, widmete er sich nun der Rezeption seines Werkes. Eine willkommene Unterstützung seiner Bemühungen stellte dabei die großzügige Spende des Mäzens August Ludowici dar, der als millionenschwerer Fabrikantensohn und Chamberlain ‑Verehrer 15 000 Mark bereitstellte, um die Ver‑ breitung der Grundlagen ganz nach den Vorstellungen des Autors sichern zu helfen. In Rücksprache mit dem Bruckmann ‑Verlag, der das Buch publiziert hatte, erschie‑ nen daraufhin in zahlreichen großen Zeitungen Anzeigen, die das Publikum von der Möglichkeit zum Erhalt von Freiexemplaren informierten– vorausgesetzt, die Interessenten gaben Auskunft über ihre Motivation und machten durch Nennung der Anzahl ihrer Schüler, Mitglieder oder ihres Einzugsgebietes deutlich, inwieweit sie als Multiplikatoren taugten. Das Angebot verfing und binnen kurzem liefen bei Bruckmann über tausend Gesuche ein, die der Verleger sammelte und nach Wien schickte, wo der Autor sich persönlich um den Verteilungsschlüssel kümmern wollte. „Die Berücksichtigung der Lehrer“, so erklärte Chamberlain sein Vorgehen, „stand obenauf; am liebsten hätte ich ihre Gesuche alle mit ‚ja‘ beantwortet“. Dann aber schränkte er ein: „Ich fürchte, dass in manchen Fällen die zum Verständnis […] nötige Geisteskultur fehlt; […] Die Grund‑ lagen kann aber unmöglich ein Bauer und wohl kaum ein Volksschullehrer lesen.“15 Es waren also die Lehrervereine der Gymnasien und Realgymnasien, die Studenten‑ und akademischen Vereine, die Seminar‑ und Universitätsbibliotheken sowie die städtischen Zentralbibliotheken, auf die es ankam. Am Ende schließlich belief sich die Abrechnung auf 1181 Empfänger und insgesamt etwa 2 500 versandte Exemplare.16 Besonders am Herzen lagen dem Autor allerdings die Vereine in den Grenzgebieten des Reiches oder jenseits der Reichsgrenzen sowie die Großvereine, die in diesen Ge‑ bieten Zweigstellen unterhielten: Er sei „durchaus dafür, dass der Ostmarkenverein in Berlin die von ihm geforderten 100 Exemplare bekommt“, schrieb Chamberlain und bemerkte, er habe ausnahmslos „alle Gesuche in der Ostmark und auch in Böhmen, in Siebenbürgen, etc., die irgendwie reell erschienen“, positiv beschieden. „In solchen 15 HSC/Hugo Bruckmann, 25.12.1902, NAB, NLC, Rot 284. 16 Dies ergab die Auswertung der Schreiben in NAB, NLC, Rot 189 und Rot 190.
48 BRÜCKEN 29/1 Gegenden“, so erklärte er dem Verleger, „ist die Wirkung des Buches sicher und muss es möglichst jedem Deutschen zugänglich gemacht werden“.17 Bruckmann wiederum hielt sich akribisch an die Vorgaben seines Autors und stell‑ te im Anschluss alle Anfragen wie die dazugehörigen Dankschreiben in großen Map‑ pen zusammen. Deren systematische Durchsicht ergibt 168 Bittschreiben von Vereinen, die in die Kategorie des sog. Grenzlanddeutschtums fallen. Dabei entstammten nahezu sämtliche dieser Anfragen den Gebieten an der Peripherie Österreich ‑Ungarns– sie kamen insbesondere aus Böhmen, Mähren, Siebenbürgen, dem Banat und dem Ol‑ sagebiet– und richteten sich an Vereine, die sich oft besonders kämpferisch um die Pflege des „Deutschtums“ in den „Grenzlanden“ bemühten und damit als Keimzelle wie als Motor der Formierung und Radikalisierung der deutschnationalen Bewegung der Donaumonarchie fungierten.18 Besonders augenfällig wurde dies bei Vereinen wie etwa der Ortsgruppe Fulnek des Bundes der Deutschen in Nordmähren, die ihr Schreiben nicht auf den 3. März 1903, sondern auf den 3. Lenzmond 1903 datierte, um durch die Nutzung vermeintlich ger‑ manisierter Monatsnamen ihre völkische Gesinnung zu verdeutlichen– eine Praxis, die von zahlreichen derartigen Vereinigungen ausgeübt wurde. Erwartungsgemäß findet sich unter den Antragstellern auch eine Anzahl von Ver‑ einen aus Brünn, das zu jener Zeit über eine deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit verfügte. Von dort fragten an der Deutsch ‑akademische Leseverein, der Lehrerhausverein, der Verein deutscher Juristen, der Verein deutscher Hochschüler „Silesia“, der Brünner Lehrerverein, die Deutsche Gesellschaft in Altbrünn, die Bücherei des Deutschen volks‑ wirtschaftlichen Vereins im 3. Brünner Gemeindebezirk, der Verein deutscher Studenten aus Nordmähren in Wien, Cartell: Verein deutscher Techniker „Sudetia“ und mindestens eine Dependance des Vereins der Deutschen in Mähren.19 Insgesamt, so viel dürfte anhand der Beispiele deutlich geworden sein, weist das Verteilungsmuster klar in eine Richtung: Chamberlain hatte die alldeutschen und völkischen Vereine und Verbände als diejenigen Exponenten der politischen Sphäre identifiziert, die seiner Weltanschauung am nächsten standen. Für die Verteilung in die Breite der Gesellschaft und die Wirkung auf ein junges Publikum beschenkte er außerdem gezielt die Lehrer, Hochschullehrer und politischen Aktivisten als Multi‑ plikatoren ins Bildungsbürgertum– nicht dagegen die Volksschullehrer, die keinen Zugriff auf eine attraktive Klientel hatten.20 Sein Versuch, gezielt auf die Studenten, die Gymnasiasten, kurz: auf die Jugend zu wirken, zeigt, wie ernst es ihm mit der Gestaltung der Zukunft im Sinne der Grundlagen war. 4. DER CHAMBERLAIN AUS WIEN: RUMÄNIEN Die Mitgestaltung der Zukunft war auch die treibende Kraft in der dritten Episode, in der sich Chamberlain im Herbst 1901 zu einer publizistischen Intervention in die Politik Rumäniens motiviert sah. Das Land im Grenzraum zwischen Mittel‑ und Süd‑ 17 HSC/Hugo Bruckmann, 25.12.1902, NAB; NLC, Rot 284. 18 Zum Komplex des Grenzlanddeutschtums Schmid (2009) sowie Schmid (2008: 464–479). Außerdem die Beiträge in Hahn (2007). 19 Vgl. die Schreiben der jeweiligen Vereinigung in NAB, NLC, Rot 189. 20 Zum österreich ‑ungarischen Verbindungswesen siehe Graf (2014).
49SVEN FRITZ osteuropa war, ganz wie das Deutsche Kaiserreich, ein noch junger Staat, der sich in den 1860er Jahren gebildet hatte. Anders als in Deutschland, wo mit der Staatsgrün‑ dung die rechtliche Gleichstellung der deutschen Juden einherging, blieben die etwa 200 000 Juden auf dem Gebiet Rumäniens vom Projekt des geeinten Nationalstaates ausgeschlossen: Die neue Rechtsordnung verwehrte ihnen die Staatsbürgerschaft und machte sie zu Staatenlosen. Als sich Rumänien in den folgenden Jahren innenpolitisch konsolidierte, wurde die jüdische Minderheit zunehmend als „fremd“ stigmatisiert und zum Ziel einer immer gewalttätigeren nationalistischen Mobilisierung. Offene Diskriminierung und Pogrome gehörten nun zum Alltag und führten zu einer massiven Fluchtwelle unter den zumeist hoffnungslos verarmten rumänischen Juden. Kurz vor der Jahrhundert‑ wende kam es, nach jahrelanger Agitation und politischer Einflussnahme durch die in der rumänischen Antisemiten ‑Liga versammelten völkisch ‑nationalistischen Kräfte, erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen, die von den Städten auf die Provinz über‑ griffen und erst nach einigen Monaten wieder abebbten (Müller 2005; Onac 2017). So erschien der politischen und intellektuellen Elite des Landes am Beginn des 20. Jahrhunderts die „Judenfrage“ als drängendes Problem, das auf nationaler Ebene gelöst werden musste. Auf der Suche nach Expertise wandte sich deshalb die Noua Revista Romana, eine der führenden Gelehrtenzeitschriften Rumäniens, an europäi‑ sche Intellektuelle, Wissenschaftler und Politiker und bat um die Beantwortung einer einzigen Frage: „Würden Sie den Rumänen raten, den Juden die volle bürgerliche und politische Gleichberechtigung sowie das Recht auf Grundeigentum zu gewähren?“21 Chamberlain, den die „Grundlagen“ in den Kreis europäischer Sachverständiger zur „Judenfrage“ befördert hatten, erarbeitete innerhalb von fünf Tagen einen um‑ fänglichen Artikel, der wesentliche Eckpfeiler seines Weltanschauungsangebotes vorstellte und dann mit einer Reihe politischer Konkretionen aufwartete (Chamber‑ lain 1901; weitere Zitate von dort). So stellte der Autor zunächst Überlegungen zum Rasse ‑Thema in den Vordergrund und bemerkte, im „gemischten Blute der heutigen Rumänen“ habe sich „ein Teil altrömisches bewahrt“, der „als politischer Instinkt sich heilbringend kundtut“– ein schmeichelhafter Rekurs auf den rumänischen Na‑ tionalmythos dakisch ‑römischer Abkunft und für Chamberlain aufs Engste mit der Existenz des Staates verknüpft. Denn ohne diesen aus der Herkunft resultierenden politischen Instinkt könne „keine Nation gegründet werden und ohne Nation kann keine Zivilisation und Kultur Wurzel fassen“– eine Einsicht, die man nicht zuletzt am negativen Beispiel der anderen „sonst so sympathischen, rein slavischen Balkanvöl‑ ker“ verfolgen könne. Doch den Rumänen seien in ihrer Staatswerdung drei wichtige Manöver gelungen: 1. Die Abwehr des slawischen Einflusses, 2. die Einsetzung eines durch adlige „Zuchtwahl“ zum Herrscher herangebildeten „Fürsten aus dem Hause Hohenzollern“, nämlich CarolI., sowie 3. die Verhinderung der Judenemanzipation durch die Etablierung einer antisemitischen Politik der Diskriminierung. Damit war der Judenhass als wesentlicher Baustein staatlicher Politik etabliert und wurde im Verlauf des Textes durch ausführliche Exkurse immer wieder aufs Neue legitimiert: die Juden als Fremde im biblischen Palästina, die Juden als Totengräber des Kleingewerbes wie als unredliche Profiteure der Industrialisierung, als Bande 21 Ausführlich dazu Fritz (2022: 388–402), dort auch mit den weiteren Teilnehmern der Umfrage.
56 BRÜCKEN 29/1 Geulen, Christian (2004): Wahlverwandte. Rassendiskurse und Nationalismus im späten 19. Jahrhun‑ dert. Hamburg: Hamburger Edition. Graf, Hermann (2014): „Los von Rom“ und „heim ins Reich“. Das deutschnationale Akademikermilieu an den cisleithanischen Hochschulen der Habsburgmonarchie 1859–1914. Graz: Univ. Diss. Hahn, Hans Henning (Hg.) (2007): Hundert Jahre sudetendeutscher Geschichte. Eine völkische Bewe‑ gung in drei Staaten. Frankfurt/M. u.a.: Lang. Hartmann, Christian/Vordermayer, Thomas/Plöckinger, Othmar/Töppel, Roman (Hgg.) (2016): Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition, 2 Bde. München, Berlin: Institut für Zeitgeschichte. Heer, Hannes (2013a): „Richard Wagners Schatten. Ein Vorwort“.– In: Ders./Fritz, Sven (Hgg.), Weltanschauung en marche. Die Bayreuther Festspiele und die „Juden“ 1876 bis 1945. Würzburg: Königshausen & Neumann, 7–18. Heer, Hannes (2013b), „Wenn es nicht sein muss, wollen wir doch die Juden aussen lassen“. Antise‑ mitische Besetzungspolitik in der Ära Cosima Wagner.– In: Ders./Fritz, Sven (Hgg.), Weltan‑ schauung en marche. Die Bayreuther Festspiele und die „Juden“ 1876 bis 1945. Würzburg: Königs‑ hausen & Neumann, 111–150. Heer, Hannes (2017): Verschwörungstheorien und Vertreibungspläne. Die skandalöse Neuedition von Richard Wagners Pamphlet „Das Judenthum in der Musik“ 1869.– In: Ders./Glanz, Chris‑ tian/Rathkolb, Oliver (Hgg.), Richard Wagner und Wien. Antisemitische Radikalisierung und das Entstehen des Wagnerismus. Wien: Hollitzer, 23–66. Holler, Wolfgang/Püschel, Gudrun/Wendermann, Gerda (Hgg.) (2014): Krieg der Geister. Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1914. Dresden: Sandstein. Judson, PieterM. (2017): Habsburg. Geschichte eines Imperiums 1740–1918. München: Beck. Leonhard, Wolfgang (2001): Vom „Nationalkrieg“ zum „Kriegsnationalismus“. Projektion und Grenze nationaler Integrationsvorstellungen in Deutschland, Großbritannien und den Ver‑ einigten Staaten im Ersten Weltkrieg.– In: Hirschhausen, Ulrike v./Ders. (Hgg.), Nationalis‑ men in Europa: West‑ und Osteuropa im Vergleich. Göttingen: Wallstein, 204–240. Leonhard, Wolfgang (2018): Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs, München: Beck. Lobenstein ‑Reichmann, Anja (2005): Houston Stewart Chamberlain. Zur textlichen Rekonstruktion einer Weltanschauung. Eine sprach‑, diskurs‑ und ideologiegeschichtliche Analyse. Berlin, New York: de Gruyter. Lobenstein ‑Reichmann, Anja (22017): Houston Stewart Chamberlain.– In: Fahlbusch, Michael/ Haar, Ingo/Pinwinkler, Alexander (Hgg.), Handbuch der Völkischen Wissenschaften. Berlin, Boston: de Gruyter, 114–118. Mommsen, Wolfgang J. (Hg.) (1996): Kultur und Krieg. Die Rolle der Intellektuellen, Künstler und Schriftsteller im Ersten Weltkrieg. München: Oldenbourg. Müller, Dietmar (2005): Staatsbürger auf Widerruf. Juden und Muslime als Alteritätspartner im rumänischen und serbischen Nationalcode. Ethnonationale Staatsbürgerschaftskonzepte 1878–1941. Wiesbaden: Harrassowitz. Onac, Iulia (2017): „In der rumänischen Antisemiten ‑Citadelle“. Zur Entstehung des politischen Anti‑ semitismus in Rumänien 1878–1914. Berlin: Metropol. Puschner, Uwe (2002): Die völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Sprache, Rasse, Reli‑ gion. Darmstadt: WBG. Rohkrämer, Thomas (1999): Eine andere Moderne? Zivilisationskritik, Natur und Technik in Deutsch‑ land 1880–1933. Paderborn: Schöningh. Schmid, Julia (2008): Deutschböhmen als Konstrukt deutscher Nationalisten in Österreich und dem Deutschen Reich.– In: Bohemia 48/2, 464–479. Schmid, Julia (2009): Kampf um das Deutschtum. Radikaler Nationalismus in Österreich und dem Deut‑ schen Reich 1890–1914. Frankfurt/M.: Campus. Schroeder, Leopold von (1918): Houston Stewart Chamberlain. Ein Abriß seines Lebens auf Grund eige‑ ner Mitteilungen. München: Lehmann.
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