Dorothea von Brandenburg: Die zentrale Fürstin der dänischen und schleswig-holsteinischen Geschichte
Abstract
Dieser Beitrag untersucht die zentrale Rolle, die Königin Dorothea von Brandenburg (ca. 1431-1495) in der skandinavischen Geschichte spielte.…
Full text
| 39 Carsten Jahnke Dorothea von Brandenburg Die zentrale Fürstin der dänischen und schleswig-holsteinischen Geschichte Fürstinnen im Mittelalter erhielten ihre Machtposition aus einer Kombination verschiedener Faktoren heraus. Sie errangen Macht nicht nur durch ihre (zumeist angeheiratete) Position, sondern sie mussten von Haus aus eine entsprechende Erfahrung und Ausbildung mitbringen, sie mussten den persönlichen Willen zur Macht haben, sich in dem Milieu, in welches sie verpflanzt wurden, einpassen und Netzwerke bilden können – und in vielen Fällen mussten sie durch einen historischen Zufall die Gelegenheit zur persönlichen Machtausübung im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten erhalten. Es ist dabei zu bedenken, dass mittelalterliche Fürstinnen nicht per se oder per definitionem von der Machtausübung ausgeschlossen waren.1 Als Fürstentöchter hatten sie eine Ausbildung erhalten, die in weiten Teilen denen ihrer Brüder und Cousins entsprach.2 Es war auch natürlich, dass sie in Abwesenheit ihrer Männer oder als Mütter unmündiger Kinder die Regierung übernahmen,3 und der Krönungsordo von Königinnen4 wies auch auf die Klugheit und die ›Regierungseigenschaften‹ der zu Krönenden hin. Eigenständig regierende Fürstinnen, reginae regnantes, waren daher zwar nicht häufig, aber durchaus keine exotische Seltenheit – auch, wenn sie von den männlichen Chronisten des Mittelalters und den Historikern des 19. und 20. Jahrhunderts mit Argusaugen betrachtet und häufig als ›SheWolves‹ verdammt wurden.5 Dabei war es nicht die Tatsache an sich, dass eine Frau regierte, 1 Siehe Theresa Earenfigh: A Lifetime of Power. Beyond Binaries of Gender, in: Heather J. Tanner (Hg.): Medieval Elite Women and the Exercise of Power. 1100–1400 (The new Middle Ages), Cham 2019, S. 271–293. 2 Siehe unter anderem Benjamin Müsegades: Fürstliche Erziehung und Ausbildung im spätmittelalterlichen Reich (Mittelalter-Forschungen 47), Ostfildern 2014; Cordula Nolte: Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungsund Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440–1530) (Mittelalter-Forschungen 11), Ostfildern 2005, bes. S. 213–231. 3 Siehe zum Beispiel JoAnn McNamara: Women and Power Through the Family Revisited, in: Mary Erler/Maryanne Kowalewski (Hg.): Gendering the Master Narrative. Women and Power in the Middle Ages, Ithaca 2003, S. 17–30. 4 Reinhard Elze (Hg.): Die Ordines für die Weihe und Krönung des Kaisers und der Kaiserin (Monumenta Germaniae Historica, Fontes iuris Germanici antiqui in usum scholarum 9), Hannover 1960, S. 6–9. 5 Siehe unter anderem Elizabeth Casteen: On She-Wolves and Famous Women. Boccaccio, Politics, and the Neapolitan Court, in: Olivia Holmes/Dana Stewart (Hg.): Reconsidering Boccaccio. Medieval Contexts and Global Intertexts (Toronto Italian Studies), Toronto 2018, S. 219–245; Helen Castor: She-wolves. The women who ruled England before Elisabeth, London 2010. Kiel-UP • https://doi.org/10.38072/2943-5331/p3
40 | Fürstinnen in Schleswig-Holstein die den Unwillen erregte, sondern das Faktum, dass gerade ›diese‹ Frau Macht ausübte, die zum Mittel einer sexuell begründeten Diskriminierung führte. Unter den dänischen Königinnen und Fürstinnen von Schleswig und Holstein sticht eine besonders hervor, die die oben genannten Kriterien einer regina regnans in eindrucksvoller Weise erfüllt hat und die die Geschicke dieser Länder bis heute maßgeblich beeinflusst hat: Dorothea von Brandenburg, geboren circa 1431, Erzkönigin Skandinaviens von 1445 bis zu ihrem Tod im November 1495 und regierende Herzogin in Schleswig und Holstein von 1481 bis 1483. Von einer Schachbrettfigur zur regierenden Herrscherin Als Dorothea von Brandenburg um 1431 herum als dritte Tochter des Markgrafen Johann von Hohenzollern und Barbara von Sachsen-Wittenberg (wahrscheinlich in der Mark oder in Sachsen) geboren wurde, 6 konnte niemand ahnen, dass sie ihre Tage als eine der mächtigsten Fürstinnen des Nordens beenden würde. Ihr Vater, von seinem eigenen Vater und jüngeren Bruder 1437 aus der Regentschaft der Mark Brandenburg verdrängt, 7 hatte seitdem im Konzert der Mächtigen keine Rolle mehr gespielt, sondern wurde von seiner Familie zu alchimistischen Studien gezwungen, um Gold für diese zu produzieren. 8 Allerdings ging Dorothea, wie ihre Schwestern, in den ›Töchterpool‹ der Familie ein, aus denen ihr Großvater und ihre Onkel passende Heiratskandidatinnen für strategische Ehen auswählen konnten, die deren politischen Ambitionen entsprachen. Eine solche Gelegenheit ergab sich im Frühjahr 1443, als der frisch gekrönte Erzkönig, archirex, Skandinaviens, Christopher von Pfalz-Neumarkt, in Wilsnack die Unterstützung norddeutscher Fürsten suchte.9 Christopher war in Skandinavien an die Macht gekommen, als die dortigen Reichsräte seinen Onkel Erich von Pommern abgesetzt hatten. Für die Reichsräte war er ein idealer Kandidat, da er nicht nur mit dem König blutsverwandt, sondern auch militärisch erfahren war. Zudem war er arm und ohne eigene Hausmacht und damit von den Reichsräten abhängig.10 Um seine Lage zu verbessern, musste der König sich profilieren – und hierzu sollte mittelfristig die Stadt Lübeck erobert und in sein Reich 6 Weder ihr Geburtsjahr noch ihr Geburtsort wurde von den Chronisten als wichtig erachtet und aufgezeichnet. Siehe dazu Carsten Jahnke: Dronning Dorothea af Brandenborg, Danmarks, Norges, Sveriges Dronning, Hertuginde af Slesvig og Holsten, ChristopherIII og ChristianI kone. En biografi (i. Vorb.), Kap. 2. 7 Reinhard Seyboth: Markgraf Johann der Alchimist von Brandenburg (1406–1464), in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 51 (1991), S. 39–70, hier S. 49–51. 8 Adolph Friedrich Johann Riedel (Hg.): Codex Diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtsquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten (CDB), Bd. 2.4, Berlin 1847, S. 150–152; siehe dazu Ders.: Ueber die alchimistischen Bestrebungen des Markgrafen Johann von Brandenburg und anderer Fürsten seines Hauses, in: Märkische Forschungen 4 (1850), S. 153–164, hier S. 158 f. 9 Friedrich Bruns (Hg.): Die Chroniken der niedersächsischen Städte. Lübeck, Bd. 4 (Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 30), Leipzig 1910, Nr. 1662, S. 19 f. 10 Jens E. Olesen: Rigsråd, Kongemagt, Union. Studier over det danske rigsråd og den nordiske kongemagts politik. 1434–1449 (Jysk Selskab for Historie 36), Aarhus 1980.
Jahnke: Dorothea von Brandenburg | 41 eingegliedert werden. Die dazu benötigten Bundesgenossen gewann Christopher auf der Wilsnacker Tagung.11 Der wichtigste Akteur in Norddeutschland waren die Hohenzollern in der Mark Brandenburg. Um diese für sich zu gewinnen, wurde eine strategische Ehe zwischen Christopher und einer Tochter des Hauses vereinbart.12 Christopher sicherte sich so auf dem Pergament strategische Verbündete, und die Hohenzollern erhofften sich, wie sie selbst später in anderem Zusammenhang schrieben, Geld und Einfluss von einem Herrscher, der so weit weg saß, dass er sich nicht in ihre Machtfelder einmischen konnte: Wir wanten, der konig solt vns geben, nachdem er drew reich hat vnd vns weyt gesessen ist. Sunst fruntschaft zu beweisen.13 Dorothea wurde Christopher wahrscheinlich auf dem Reichstag in Nürnberg im Spätsommer 1444 vorgestellt und von diesem gutgeheißen.14 Am 30. November 1444 sandte Christopher seine Delegation zu Eheverhandlungen nach Deutschland,15 die am 2. April 1445 in der Ausstellung eines offiziellen und eines geheimen Ehevertrages mündeten.16 Ziel der Vereinbarungen war es, die Unkosten für die Hohenzollern zu minimieren. Am Ende zogen sie, durch Betrug an ihrer Tochter bzw. Nichte, sogar einen direkten pekuniären Gewinn aus dieser Ehe.17 Allerdings hatte Christopher, um seine Stellung nach außen zu wahren, Dorothea eine außerordentlich hohe Morgengabe zugesprochen, die ihr nach der Hochzeitsnacht am 13. September und ihrer Krönung am 15. September 1445 zugesprochen wurde.18 Christopher hatte ihr in seinen vier Reichen, der Pfalz-Neumarkt, Dänemark, Schweden und Norwegen, jeweils 15.000 rheinische Gulden an Einnahmen nach seinem Tode überschrieben.19 Diese Einnahmen entsprachen nicht nur fast dem gesamten Fürstentum Pfalz-Neumarkt mit den Städten Auerbach und Eschenbach und den Burgen Hollenberg und Thurndorf, sondern lagen späterhin schwer auf dem Budget der nordischen Länder. 11 Wilhelm Bode: Hansische Bundesbestrebungen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Tl. 3, in: Hansische Geschichtsblätter 31 (1926), S. 28–71, hier S. 38–40; Bruns: Lübeck 4 (wie Anm. 9), Nr. 1662, S. 19 f.; Peter Hafft: Microcronicon Marchium, in: Adolph Friedrich Johann Riedel (Hg.): CDB, Bd. 4.1, Berlin 1862, S. 45–167, hier S. 63. 12 Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 4A. 13 Adolph Friedrich Johann Riedel (Hg.): CDB, Bd. 3.3, Berlin 1861, Nr. 65, S. 79–82, hier S. 80. 14 Jens E. Olesen: Christopher of Bavaria. King of Denmark, Norway and Sweden (1440–1448). Scandinavia and Southern Germany in the 15th century, in: Werner Paravicini (Hg.): Nord und Süd in der deutschen Geschichte des Mittelalters. Akten des Kolloquiums veranstaltet zu Ehren von Karl Jordan (Kieler Historische Studien 34), Sigmaringen 1990, S. 109–136, hier S. 121. 15 Jens E. Olesen (Hg.): Christoffer af Bayerns breve 1440–1448 vedrørende hans bayerske stamhertugdømme, Kopenhagen 1986, Nr. 32, S. 118 f. 16 Ebd., Nr. 42 f., S. 133–136; Tyge Alexander Becker/William Christensen (Hg.): De ældste danske Archivregistraturer, Bd. 4, Kopenhagen 1885, Nr. 146, S. 396. 17 Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 4B. 18 Gottfrid Carlsson: Drottning Dorotheas svenska morgongåfva, in: Historisk Tidsskrift 31 (1911), S. 238–268; Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 4F. 19 Jämtlands Biblioteks Diplomatarie-Kommitté (Hg.): Jämtland och Härjedalens Diplomatarium, Bd. 1, Östersund 1943, Nr. 263, S. 266–268; Absalon Taranger/Oscar Albert Johnsen (Hg.): Norges Gamle Love, Reihe 2: 1388–1604, Bd. 1: 1388–1447, Oslo 1912, Nr. 135, S. 266 f.; Christian Christoph Andreas Lange/Carl Richard Unger (Hg.): Diplomatarium Norvegicum. Oldbreve til Kundskab om Norges indre og ydre forhold, Bd. 7.2, Oslo 1869, Nr. 436, S. 423 f.; Olesen: Christoffer af Bayerns breve (wie Anm. 15), Nr. 56, S. 153–155, Nr. 57, S. 155 f., Nr. 57c, S. 159 f.
42 | Fürstinnen in Schleswig-Holstein In den Jahren 1445 bis 1447 spielte das aber keine Rolle, da Dorothea ihre Stellung als junge Gattin des Herrschers nahtlos erfüllte. Selbst in Schweden hinterließ sie in der Zeit einen positiven Eindruck.20 Allerdings blieb die Ehe zwischen ihr und Christopher kinderlos; es war das unfruchtbare Zentennium, in dem in Dänemark seit 1341 keine männlichen und seit 1351 überhaupt keine königlichen Nachfahren mehr geboren worden waren. Dorotheas Stellung änderte sich am 5. Januar 1448 dramatisch, als sie durch den plö tzlichen und unerwarteten Tod Christophers in Helsingborg zum ersten Mal Witwe wurde – eine vermögende Witwe mit Einnahmen von 60.000 Gulden jährlich aus vier Reichen. Auf dem Wege zur regina regnans Mit Christophers Tod starb die (angeblich) bis dahin regierende Jellingdynastie bis auf den exilierten Erich von Pommern aus. Dorothea steht damit am Ende einer Dynastie, die seit dem 10. Jahrhundert die Geschicke Dänemarks bestimmt hatte. In den nordischen Reichen bestand eine Einigkeit darüber, dass man Erich von Pommern nicht wieder ins Land holen wollte. Damit war die Zeit reif für einen Dynastiewechsel. Gleichzeitig aber gab es in den Reichen zwei etwa gleich starke politische Fraktionen, die entweder für oder gegen den Erhalt der nordischen Union waren.21 Dorothea nutzte nun diese Gelegenheit, um nicht nur die Parteien gegeneinander auszuspielen, sondern auch, um die Macht in Dänemark (und später in Skandinavien) selbst zu übernehmen. Zum einen hatte sie es durch geschickte Netzwerkbildung vermocht, einflussreiche Kreise des Reichsrates in Dänemark für sich zu gewinnen.22 Das Verhältnis zwischen beiden Fraktionen war so gut, dass der Rat im Sommer 1448 nach Hause geschickt wurde und Dorothea allein regierte.23 Zum anderen konnte sie die Schweden, die einen eigenen König wählen wollten, durch die legitime Einforderung ihrer Morgengabeeinnahmen politisch unter Druck setzen. Den Rest ihres Lebens übte sie durch Einschaltung geistlicher und weltlicher Instanzen, die ihr Recht auf ihre Morgengabe bestätigten und sicherten, so viel Einfluss auf den schwedischen Reichsrat aus, dass dieser widerwillig ihren zweiten Mann und ihren Sohn immer wieder als König anerkannten.24 Gleiches lässt sich für Norwegen sagen. Nur ihre pfälzischen Besitzungen gab sie auf.25 Zum Dritten widerstand Dorothea auch allen Bemühungen ihrer Familie, sie mit dem Bruder des Kaisers oder dem polnischen König zu verheiraten. Um ihre eigene Macht wissend 20 Gustaf Edvard Klemming (Hg.): Nya eller Karls-Krönikan. Början af Unions-Striderna samt Karl Knutssons Regering 1389–1452, Bd. 2: Svenska Medeltidens Rim-Krönikor, Stockholm 1866, S. 248 f., Z. 7202–7234. 21 Poul Enemark: Kriseår 1448–1451. En epoke i nordisk unionshistorie, Kopenhagen 1981, S. 68–70. 22 Siehe zum Weiteren Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 5. 23 Ebd. 24 Ebd. 25 Ebd., Kap. 6.
Jahnke: Dorothea von Brandenburg | 43 und weit genug vom Machtkreis der Hohenzollern entfernt, ignorierte sie alle Avancen ihrer Onkel und deren Boten bzw. nutzte diese zu eigenen Zwecken.26 1448 hatte sich Dorothea von ihrer Familie emanzipiert und nutzte ihre Stellung als Witwe selbstbewusst aus. Die Begründung der neuen Dynastie Allerdings war sich Dorothea bewusst, dass ihre Macht auf tönernen Füßen stand. Als nur angeheiratete Gattin des letzten Fürsten und ohne Kinder, die die Dynastie hätten fortsetzen können, besaß sie keinen legitimen Anspruch auf nur irgendeinen Thron. Eine direkte Wahl zu einer regina regnans in Dänemark schien auch außerhalb aller Optionen zu liegen. Es musste also ein Umweg gefunden werden: Dorothea musste einen Mann heiraten, der, offiziell zum König gewählt, ihr die Regentschaft ermöglichen würde. Die Idee dieses Planes, wie am Hofe ihres Sohnes Friedrich I. erzählt wurde, stammte von Adolf VIII. von Schauenburg, Grafen von Holstein und Herzog von Schleswig: Es hatt aber gedachter Hertzog, Adolf Ein schwester gehabt, welche dem graffen zw vldenpurgk vortrawet gewessen, vnd gerharden, gehabt, vor welche drey graffen, Hochgedachter hertzog, Adolff, als seiner schwester kindt vorpet, gegen den Denischen stenden gethan, das sie einen auß denselben, zw Irem konige vnd herren, Erwelen [S. 4] wolthe, darzw ehr als ein weyser Furst bey der konigin, welche damales Im Reich auf Iren konigklichen witfraw stuel gesessen, heymlich ansuchung vnd Ermanung gethan, das sie zw den sachen hulflichen vnd forderlich sein woldt, das gedachter graffen einer zum konige möcht erwelet werdenn, vnd sich alßdan demselbigen Ehelichen vortrawen lassenn, So bliebe sy als ein gewaltige konigin, mit Irem herren, In silgedachten [sic!] Reichen besitzen, Es hatt solche vorschlagk, hochgedachter konigin Dorothea, als einem weibe die viler Ehren, grosser herschung vnd Regirung darzu viller lanndt vnd leut, auch großes guts, wies ernach males die erfharung offetmales außgeweiset, begirig, Solcher vorschlag nit vbel gefhallen, Vnd sie, als ein weise geschickte konigin von wegen des das sich kegen denn Denischen herren vnd adel, auch kegen dem gemeinen mahn zw Ider zeit gnedigklichen geschickt Ein groß ansehen gehat hatt sie die stende des Reichs, auff Ir ansuchung, das do leichtlicher, zw sulcher Hertzog adulffs vorpet bewegen mogen, So aber In gedachten dreien Graffen, als Brudern, Ein grosse scheinliche, vngeleicheit, lebens, siethen, vnde wessens, Befunden, Christian ein fromer christlicher gotfurchtiger, gerechter vnd gantz milder, gutiger herr Darzw von personn Ein hubscher, starcker, gewachsener kuner heldt sich doch mit gerynger anzal, bey gedachtem hertzog, Adolffen, Im hoff, teglichen enthalten, Moritz, fast zw fielem hochem Prasse, Sauffenn vnd schlemmen auch Rennen vnd stechen, Frawen vnd Jungkfrawen sich behechlichen zu machen, vnd der pulschaft fast geubet, aber Gerhardt dem adel geferlich die paurschaft, an sich zw tzien gantz kondig, zw vffrur, kriege 26 Ebd., Kap. 5.
44 | Fürstinnen in Schleswig-Holstein entporung vnlusten, auch gethaner gelobbe vnd zw sage, fast vorgessen, vnnd wenigk darvon gehalten, Derhalben auch zw seinen tzeithen, vnd vmb seiner mißhandelung willen, vnd die graffschafft Delmenhorst, von den graffen zw aldenpurg, an das stift zw Munster gekhomen, Derhalben konigin Dorothea, vnd die stende der kronen zw Denemargk Einen grossern willen vnd zw neichung, zw graf Christian, dan zw graff Mauritzen vnd Gerharthen getragen, vnd Inen vmb seiner, adelichen tugent geschicklicheit, vnd gerechtikeit willen, zw Irem konige vnd herren erwelet, vnd gerne angenohmen, welchen auch Hertzogk adolff, von stunden an, mit achthundert pferden, In die Reich gefuret, welchen auch die Denischen herren vnd Rette, zw kolding vor der prucken, mit funfftzehen hundert pferden entpfangen, vnd foder nach Coppenhagen gefuret, Vnd von stunden an, konigin Dorothean, witfraw, Ehelichen, vormelet, Also seindt, hochgedachte Reich an dye Graffen, zw Oldenpurgk, gekhommen. 27 Will man Wolf von Uttenhofen, dem Kanzler Friedrichs I., von dem dieser Bericht stammt, Glauben schenken, so wählte die Königin aus der Reihe der Kandidaten nicht nur den tugendhaftesten, sondern auch den Kandidaten, den sie am besten lenken konnte. Christian wurde von den Reichsräten nicht nur zum König gewählt, sondern angeblich, so die Aussagen beispielsweise des dänischen Chronisten Arild Huitfeldt (1546–1609), von der Königin auf Herz und Nieren geprüft – schon zu ihrer Hochzeit am 26. Oktober 1449 sollte die Königin schwanger gewesen sein und Ende 1449 oder Anfang 1450 das erste von zehn Kindern des Paares und den ersten männlichen Thronfolger in Dänemark seit 1341 geboren haben.28 Sie nahm damit »den Makel der Unfruchtbarkeit vom königlichen Haus«, wie ein Chronist bemerkte.29 Diese Aussage steht aber im Gegensatz zu den zeitgenössischen Beschreibungen des deutschen Minnesängers Michel Beheim, der die Geburt des Thronfolgers sehr sicher auf den Herbst 1450 datiert.30 Es ist also nicht von skandalösen Zuständen am Königshof auszugehen. Die Hohenzollern hatten mit dem Arrangement dieser Ehe nichts zu tun, sondern wurden am 30. September in einem kurzen Schreiben von Christian darüber informiert, dass er Dorothea ›um der guten Gelegenheit willen‹ zur Frau nehmen wolle: Unsen besundergen vrundliken grud myd angeborner leue touorn hochgeborne furste leue ohem wy don Iuwer leue vrundliken toweten dat wy na rade vnser redere vnde ock vmme belegenicheid willen vnser rike denken myd godes hulpe vnse brutlechtes werschopp tohebbende myd der hochgebernen furstinnen koninginnen dorotheen Iuwer leuen vedderken to kopenhauen ame Sondage negest vor sunte Simonis vnde Jude dage worumme bidden wy 27 Niels Matthias Petersen: Samtidig Beretning om Forhandlingerne imellem Kong Christian den Anden og Hertug Frederik, samt dennes Kongevalg, in: Danske Magazin 3.3 (1851), S. 1–26, hier S. 3 f. 28 Ernst Adolph Theodor Laspeyres (Hg.): Chronicon Sclavicum, quod vulgo dicitur parochi Suselensis, Lübeck 1865, S. 198. 29 Ebd. 30 Hans Gille/Ingeborg Spriewald (Hg.): Die Gedichte des Michel Beheim, nach der Heidelberger HS. CPG 334 [...], Bd. 2: Gedichte Nr. 148–357 (Deutsche Texte des Mittelalters 64), Berlin 1970, Nr. 327, S. 672.
Jahnke: Dorothea von Brandenburg | 45 Iuwe leue myd gantzen flite vnde andechtichliken begheren gij willen vppe de tiid darsuluest myd Iuwen heren vnde frunden to vns komen vnde Iw myd vns vnde mer vnsen vnde eren leuen heren vnde frunden vrolik vnde ghudehogen maken vnde vormoden vns gantzliken vnde ock to Iw vnde Iwen leuen heren vnde frunden vorlaten dat gij vns das nicht enweygeren vnde wor wy Iuwer leue vnde des Inuwen myd vnsen heren vnde frunden to willen vründ schopp vnde denste wesen komen do wy alletiid gherne myd gantzen willen Gode siit beuolen salich vnde ghesund tolangen tiiden. Schreuen to flensborch des Dinxtedages negest na sunte michacles dage vnde vnsem Secrete anno dni etc. 49. 31 Die Hohenzollern erschienen nicht zur Hochzeit ihrer Tochter, und das Verhältnis zwischen den Familien sollte sich erst langsam wieder normalisieren. Das Machtverhältnis innerhalb der Eheleute, aber auch innerhalb der dänischen Politik, lässt sich vielleicht am besten durch ein Phänomen der ersten Regierungsjahre Christians beleuchten. Christians Integration in die dänischen und später auch norwegischen Machtverhältnisse erfolgte erstaunlich reibungslos, was darauf schließen lässt, dass ihm der Weg zur Macht geebnet wurde. Vieles spricht dafür, dass es Dorothea war, die ihn aktiv in ihre Netzwerke der Macht integriert hat. Zumindest tragen wenigstens neun Dokumente aus der Zeit zwischen 1453 und 1480 den bemerkenswerten Nachsatz: Dn rex per se, presente domina regina Dorothea (»gezeichnet vom König in Anwesenheit der Königin Dorothea«).32 Es ist die (nicht unumstrittene)33 These des Verfassers, dass Dorothea die ihr zur Verfügung stehenden Mittel insoweit ausgenutzt hat, dass sich Christian als König fest etablieren konnte, um dadurch Dorotheas Macht zu erhalten. Beide arbeiteten als ein Familienteam, wobei sich das Zentrum der Macht zugunsten des Hofes der Königin verschob, wie im Weiteren zu zeigen sein wird. Die ›Firma‹ Die (politische) Ehe zwischen Dorothea und Christian I. zeichnet sich durch vier Merkmale aus. Zum Ersten gebar die Königin bis 1461 neun Kinder, fünf Jungen und vier Mädchen. 34 1471 kam mit Friedrich (I.) noch ein Nesthäkchen dazu. Sie war in procreandis filiis felicior et diligentior, wie sie ihrer Schwester Barbara nach Mantua schrieb. 35 Von diesen Kindern überlebten drei (Johann [I.], Friedrich [I.] und Margarethe [Königin von Schottland]), wobei durch einen 31 Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStAPK), Brandenburg-Preußisches Hausarchiv, Rep 25 IXa5. 32 Siehe Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 7B.1. 33 Werner Paravicini: König Christian in Italien (1474), in: Oliver Auge (Hg.): König, Reich und Fürsten im Mittelalter (Beiträge zur Geschichte der Universität Greifswald 12), Stuttgart 2017, S. 255–368, hier S. 351 f. 34 Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 7A. 35 Archivio di Stato di Mantova, Archivio di Gonzaga, Mappe 2888, Buch 48, S. 32v; Ebba Severidt: Struktur und Entfaltung von Verwandtschaft im Spätmittelalter. Die Beziehungen der Gonzaga, Markgrafen von Mantua, zu den mit ihnen verwandten deutschen Fürsten (1444–1519), Freiburg i. B. 1998, S. 63.
46 | Fürstinnen in Schleswig-Holstein historischen Zufall alle männlichen Erben die hohenzollernsche Namentradition fortsetzten. Ihre Söhne Olav, Knud, Erich (skandinavisch) und Diedrich (schauenburgisch) sowie eine bekannte Tochter Barbara (hohenzollernsch) überlebten die Kindheit nicht. Von Christian I. dagegen ist nur ein außereheliches Kind bekannt, die wahrscheinlich 1458 geborene ›Prinzessin‹ Elisabeth, deren Sohn Christopher 1511 Lord of Brechin in Schottland wurde. 36 Im Vergleich zu anderen Fürsten der Zeit scheint Christian mit Dorothea sehr eng verbunden gewesen zu sein. Zum Zweiten unternahm Dorothea alles in ihrer Macht Stehende, um Christian auf den norwegischen und den schwedischen Thron zu helfen. So begleitete sie (schwanger) Christian 1453 zum Beispiel zu seiner ersten Norwegenreise nach Bergen.37 Dass sie dort nicht nur als zierende Begleitperson auftrat, wird daran ersichtlich, dass der norwegische Reichsrat sich unter anderem 1458 verpflichtete, sie nach einem möglichen Ableben Christians als Regentin zu akzeptieren: Føgher oc Gudh, at høg boren førstinna, war nadige frwe drotning Dorothea, warss nadige herris liiff offerliffuer, tha lofwan wii wilia witha hennis betzste og bestand med all hulscap og troskap oc wara henne til wilie oc thieniste epter wara betzste maght oc formaaghe. 38 Und in Schweden wurde sie zur persona non grata, da sie bis zu ihrem Tod ihre (ihr oft verweigerten) Einnahmen aus ihrer Morgengabe immer und immer wieder dazu nutzte, das Land und/oder den Reichsrat mit Interdikt und Bann zu belegen, um so politischen Druck erst für ihren Mann und dann für ihren Sohn Johann auszuüben. So schrieb sie 1483 eigenhändig in einem heute nur verstümmelt überlieferten Brief an ihren Sohn: Leue sone. Wij vorseen vns gans, desse ban schal juw de [Sweden in de hant (?)] bringen. Darvmme schriue wy dessen breeff, [vmme dat] de rede in Dennemarken mit allem gelimpe den Sweden aue [...] de copien senden. Vorneme gij grunt, dat sik de Sweden v[nder juw geuen (?)] willen, so muge gij de sake des bannes so vp nemen in der wy[se, alse wy juw to] vormechtigen willen in redeleker mathe, dar kone gy nu v[...] mit grotem gelimpe by komen. Vorneme gy averst de grunt [...] juw vorlengen vnde vorleggen willen, da [...] wy hebben vn der gnade Gades eñ scharper sweert des bannes, dar willen wij se juw mede in de hant bringen, mit der hulpe Gades, gij scholen id volen. 39 36 William Mollerup: Om en hidtil ukjend Prindsesse af det danske Koneghus, in: Historisk Tidskrift 5.5 (1885), S. 88–97; Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 7A. 37 Ludvig Daae: Kong Christian den Förstes norske Historia. 1448–1458, Oslo 1879, S. 42, 105–107. 38 Oscar Albert Johnsen/Oluf Kolsrud/Absalon Taranger (Hg.): Norges Gamle Love, Reihe 2: 1388–1604, Bd. 2: 1448– 1482, Oslo 1914, Nr. 79, S. 135–139, hier S. 136. 39 Aktstykker i Bandsagen mellem Dronning Dorothea og Hr. Sten Sture, in: Aarsberetninger fra det Kongelige Geheimarkiv 4 (1866–1870), S. 369–430, hier 391–393, Nr. 8 (S. 393, Cedula jnclusa).
Jahnke: Dorothea von Brandenburg | 47 Der konstante Druck, den sie ausüben konnte, hielt die Schweden von 1448 bis zu ihrem Tod in der Kalmarer Union, sie wurde zur »schrecklichsten Frau, die man nur finden konnte«, wie die Karlschronik berichtete: Om hans drothningh dorothea kan jak ey scriffua goth Wthan onth smäligh och spoth Thz war teh wärsta qvinna Som man kan fynna. 40 Zeit ihres Lebens und aus Sicht ihrer dänischen Familie war Dorothea mit dieser Taktik erfolgreich,41 auch wenn sich damit auf Dauer kein positives dynastisches Verhältnis zwischen den Oldenburgern und den Schweden entwickeln konnte. Friedrich I. beendete dann auch vorerst das schwedische Abenteuer. Zum Dritten beteiligte sich Dorothea aktiv am Regierungsgeschehen in Dänemark. So stellte sie unter anderem gegen Bezahlung zahlreiche Geleitbriefe für hansische Kaufleute aus und wurde zur Nemesis hansischer Politik, wie es etwa der lübische Vogt auf Schonen 1466 ausdrückte:42 De konynck is nicht in Selande ofte in Schone; hadde he hiir by der hant ghewesen, de voghede wolden toghen hebben vor syne gnade. De konynghynne is to deme Ellebagen; ik wolde se uns hiir nicht negher queme, ik fruchte, se wil tho Valsterbode wesen.43 Die Machtverhältnisse werden auch unter anderem daran deutlich, dass zum Beispiel 1453 der Bischofelekt von Børglum seinen Treueid explizit beiden, König und Königin, ausstellen musste.44 Beide, König und Königin, arbeiteten als Familienduo, wobei eine Tendenz erkennbar ist, dass Christian mehr die kriegerische und repräsentative Front wahrte, wohingegen Dorothea für den Kern harter Verhandlungen und das Finanzielle zuständig war. Zum Vierten, und als Folge ihres ökonomischen Talentes, konnte Dorothea bis 1480 ihren Mann in eine große (und fast vollständige) finanzielle Abhängigkeit von ihr bringen. Durch die Einnahmen aus ihren Morgengaben, die ihr zumindest aus Dänemark und Norwegen regelmäßig zuflossen, war Dorothea für die Krone ein eigenständiger, ökonomischer Faktor. Die Kriege (primär gegen Schweden) und andere Ausgaben des Königs wurden durch Anleihen bei seiner Frau mitfinanziert, die sich diese durch Pfandbesitzungen absichern ließ. Damit wuchs ihr Einfluss noch weiter. 40 Gustaf Edvard Klemming (Hg.): Svenska Medeltidens Rim-Krönikor, Bd. 3: Nya Krönikans Fortsättningar eller StureKrönikorna (Samlingar 17.3), Stockholm 1867–1868, S. 85 f. 41 Carlsson: Morgongåfva (wie Anm. 18). Siehe ausführlich Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 7C. 42 Jahnke: Dronning Dorothea (wie Anm. 6), Kap. 7B.1. 43 Goswin Freiherr von der Ropp (Hg.): Hanserecesse, Abt. 2: 1431–1476, Bd. 5, Leipzig 1888, S. 591 f., Nr. 805, hier S. 591. 44 Danske Magazin 3.3 (1851), S. 267, Anm. 1.
54 | Fürstinnen in Schleswig-Holstein lichen Haus. Sie ist aber auch und gleichzeitig Politikerin und Haushälterin, die ihren Mann politisch und finanziell stützt. Allerdings nicht altruistisch, sondern als gestandene Haushälterin mit einem eigenen Haushalt. Diese Verschuldung bei der eigenen Ehefrau war dabei nicht ungewöhnlich, da diese Schulden bzw. Pfandverschreibungen nach dem Tode der Frau an die Familie zurückfielen und damit auf natürliche Weise getilgt wurden. Es ist gerade ihr ökonomisches (und politisches) Geschick, das Christian immer mehr in die Abhängigkeit von seiner Frau bringt. Auch ihr Agieren in den Herzogtümern erklärt sich aus ihrem dynastischen und ökonomischen Geschick. Weitsichtig vorausplanend versucht sie, beide männlichen Erben des Hauses Oldenburg in Dänemark adäquat abzufinden, wobei ihrem ältesten überlebenden Sohn Johann selbstverständlich die prestigeträchtigere Rolle eines skandinavischen Königs zugedacht gewesen war. Damit agiert sie nicht nur als Stammmutter eines königlichen Hauses, sondern auch als Mutter zweier Söhne, die das Erwachsenenalter erreicht hatten. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang einzig der Weg, den sie zur Absicherung gewählt hatte. Allerdings hätte sie Friedrich mit Schleswig und Holstein und einem außer Kraft gesetzten Wahlrecht der Stände eine komfortable Machtposition geschaffen, die ihm weniger Probleme bereitet hätte als die konstante Auseinandersetzung der skandinavischen Könige mit ihren jeweiligen Reichsräten. Hier strebte sie dem Vorbild ihres Großvaters und ihrer Onkel in der Mark Brandenburg nach. Und selbst nach dem Scheitern ihrer Bemühungen durch das machtzentrierte Beharren Johanns auf ein Alleinrecht blieb sie ihm gegenüber in Skandinavien loyal, auch, wenn sie sich ihm in den Herzogtümern widersetzte. Dorothea hat also die ihr zur Verfügung stehenden Freiräume und Möglichkeiten bis zum Äußersten genutzt. Sie hat ihre Rolle als Königin ernst genommen, sie hat für ihre Dynastie und ihre Herrschaft gewirkt. Dass sie dabei mit anderen Parteien in Konflikt geriet, ist selbstverständlich. Bei Fürsten hätte man dieses als geschickte (und friedvolle) Politik bezeichnet, bei einer Frau aber heißt es dann nur: Thz war teh wärsta qvinna, Som man kan fynna. Aber vielleicht hat der Dichter der Karlschronik in Europa nur nicht ordentlich gesucht, denn Frauen gleichen Kalibers gab es im 15. Jahrhundert mehrere. Man muss sie nur suchen. Abstract This article examines the central role that Queen Dorothea of Brandenburg, circa 1431–1495, played in Scandinavian history. Married to the last king of the Jelling dynasty, she became the link to and door-opener for the new Oldenburg dynasty after the last king’s death. At the same time, she used her position as queen to actively exercise political power and to establish a personal power base for herself with Schleswig and Holstein, which she intended to pass on to her youngest son, Frederick.
Jahnke: Dorothea von Brandenburg | 55 Autor Dr. habil. Carsten Jahnke Associate Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Kopenhagen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Wirtschaftsund Sozialgeschichte Nordeuropas sowie der Königinnengeschichte Skandinaviens. E-Mail: [email protected] Open Access // Der Beitrag ist unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) veröffentlicht. Den Vertragstext finden Sie unter: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0. Bitte beachten Sie, dass einzelne, entsprechend gekennzeichnete Teile des Beitrags von der genannten Lizenz ausgenommen sein bzw. anderen urheberrechtlichen Bedingungen unterliegen können.