Die Ortschaft Karwajar in Arzach laut einem armenischen handschriftlichen Kolophon aus dem 15. Jh. | Արցախի Քարվաճառ բնակավայրը XV դ. հայերեն ձեռագիր հիշատակարանում
Abstract
Das Dorf Karwajar ist eine der Siedlungen der Region Tsar in der historischen Provinz Artsakh, das auch als Skriptorium bekannt war. Die einzige…
Full text
| 429 Tamara Minasyan Die Ortschaft Karwajar in Arzach laut einem armenischen handschriftlichen Kolophon aus dem 15. Jahrhundert 1 Abstract The village of Karvajar is one of the settlements of the Tsar region in the historical province of Artsakh, which was also known as a scriptorium. The only manuscript that has come down to us from Karvajar is dated 1402 and represents a collective work copied by Tuma Syunetsi. Its colophon has a unique historical and source value. Here, Karvajar is mentioned for the first time as an Armenian populated village, which was under the Dadivank monastery. The colophon is also a unique and exceptional source for the church that existed in Karvajar village in the Middle Ages, but its name is not mentioned by the scribe. Since no written or archaeological information about the church is preserved in other sources, and its name and time of foundation are unknown, Tuma Syunetsi remains the only witness to this extremely important and indeed singular information about the village and the sacred site. After the liberation of the district, according to the studies carried out here, it turned out that after 1725 the Armenian church of Karvajar was completely destroyed and the old cemetery with cross stones desecrated after the village was depopulated by Armenians and settled by the Muslim tribes that invaded here. In the early 1960s, Azerbaijanis built a historical museum of regional studies on the site of the church, where until April 1993, until the liberation of Karvajar, a cross stone with Armenian writing from 916, which had been transferred here in 1965, was presented by Azerbaijanis as a Khashdash of Aghuvian origin. Despite the lack of historical monuments and sources that have reached us from the village of Karvajar, the monuments found during the archaeological research in the settlements of the Karvajar administrative region (which later acquired the status of a district) prove that the territory of the region was inhabited by Armenians since ancient times. 1 Die Wiedergabe der armenischen Eigennamen ist möglichst der deutschen phonetischen Wiedergabe angenähert, bei den Literaturangaben hingegen ist meistens (Ausnahme bilden die Autorennamen, wo die Umschreibung festgelegt ist) das Hübschmann-Meillet-System angewendet (vgl. z. B. http://transliteration.eki.ee/pdf/Armenian.pdf [letzter Zugriff: 10.12.2022]). Kiel-UP • https://doi.org/10.38072/978-3-928794-95-4/p21
430 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Das Dorf Karwajar2 ist eine der Ortschaften (bnakavayr) der Region (gawa ṙ ) Tsar3 der historischen Provinz Arzach, das sich auf einem Hochplateau auf der linken Seite des Flusses Tartar erstreckt. Das ehemalige mittelalterliche Dorf, das bereits im 20. Jahrhundert den Status einer Stadt besaß, ist auch unter dem Namen Kelbadjar bekannt, bedingt durch die Sprachen der hier angesiedelten Nomadenstämme. Das Wörterbuch der Ortsnamen (Toponymica) umfasst mehrere Einträge zur Siedlung Karwajar und dem gleichnamigen Berg, in denen die Ortschaft als eine kleine Region (gawa ṙ ak) in der Provinz Arzach von Großarmenien erwähnt wird, später als eine Siedlung (Awan) in der Kaschatagh-Region der Republik Berg Karabach, dann als eine Siedlung des städtischen Typs (kaghakatip Awan) und als Zentrum der Kelbadjar-Region4 in der Republik Arzach, die dem im Mittelalter erwähnten Dorf Karawajar entspricht. Der Berg erstreckt sich nordwestlich der Siedlung des städtischen Typs in den Ausläufern der Gebirgskette des Östlichen Sewans.5 Zum Ortsnamen ›Karwajar‹ existieren verschiedene Erklärungen, die sich aber noch im Rahmen von Vermutungen bewegen und einer ernsthaften wissenschaftlichen Begründung bedürfen. Nach volkstümlicher Interpretation bedeutet er »ein Ort, an dem Steine verkauft werden«.6 Diese Deutung ist natürlich alles andere als wissenschaftlich und bleibt im Be2 Karwajar, das im Mittelalter als Dorf galt, hatte nach 1920 den Status eines Bezirks (schrdjan). Als der Bezirk an Aserbaidschan unter Zwang angeschlossen wurde, entstand hier der Verwaltungsbezirk Kjalbadjar (in türkischer Aussprache), dem bis Anfang der 1990er Jahre 122 große und kleine Dörfer unterstanden. Das historische armenische Dorf Karwajar wurde zum Zentrum eines kurdisch besiedelten Verwaltungsbezirks. 1923 wurde eine neue Verwaltungseinheit gebildet, die Region Rotkurdistan, an die die von der Region Sangesur der Sowjetrepublik Armenien und von Berg-Karabach abgeschnittene Gebiete angeschlossen wurden, und in der die Regionen Kjalbadjar (Karwajar), Latschin (Berdzor) und teilweise Ghubatlu (Worotan) gebildet wurden. 1929 wurde Rotkurdistan eliminiert, und das Gebiet wurde dem sowjetischen Aserbaidschan angegliedert. Seit den 1960er Jahren haben die aserbaidschanischen Behörden enorme Investitionen in der Region getätigt, und die aserbaidschanische Bevölkerung ist gewachsen. Karwajar erhielt von den aserbaidschanischen Behörden den Status einer Siedlung des städtischen Typs (kaghakatip Awan) und seit 1980 den Status einer Stadt. 1993 nach der Befreiung von Karwajar wurde die Siedlung in die Republik Arzach eingegliedert und wieder von Armeniern besiedelt. 2020 wurde die Region Karwajar aufgrund des armenisch-aserbaidschanischen Krieges erneut von Armeniern entvölkert und kam am 25. November unter die Kontrolle der aserbaidschanischen Streitkräfte. 3 Im Mittelalter entsprach die historische Region Tsar oder das Land Tsara, bekannt vom 12.–13. Jahrhundert auch als Werin (Oberer) Chatschen, der Region Wajkunik des ›Aschcharhazujz‹ (Weltkarte), die eine der zwölf Regionen der Provinz Arzach von Großarmenien war. Im frühen Mittelalter erstreckten sich Grenzen von Tsar im Osten durch das Rmbostjan-Gebirge, im Norden durch die Nordhänge des Mraw-Gebirges, im Süden durch das Aghahedjk- (Kaschatagh-) Gebirge, und im Osten schloss Tsar die Klöster Dadiwank und Chadawank sowie den Berg Hawkachaghaz. Auf dem Gebiet der Region befand sich die Palasttherme (›Baghanik arkunakank‹) oder Thermalquellen von Wajkunik (›Wajkunik djermukq‹). Movsēs Xorenacʽi, Ašxarhacʽoycʽ, 2172; Eremyan, Hayastanә әst Ašxarhacʽoycʽ-i, 82. Ab dem 18. Jahrhundert hieß die Region auch Kolani, aufgrund des hier eingewanderten kurdischen Stamm Kolani. Siehe Simēōn Erewancʽi, Jambṙ, Girkʽ, or kočʽi Yišatakaran, 283. 4 Gemäß der administrativen territorialen Einteilung der Republik Arzach gilt Karwajar als Verwaltungszentrum des Bezirks Nor (Neu) Schahumjan (Karwajar), der nach 1993 gebildet worden ist, gemäß der administrativen territorialen Aufteilung Aserbaidschans aber als Verwaltungszentrum des Bezirks Kelbadjar. Siehe Ghahramanyan, Tełekatu Arcʽaxi Hanrapetutyan varčʽatarackʽayin miavorneri socʽial-tntesakan bnutʽagreri; Azәrbaycan Respublikasının Dövlәt Statistika Komitәsi, İnzibati әrazi bölgüsü tәsnifatı 2019. 5 Hakobyan/Melik-Bakhshyan/Barseghyan, Hayastani ev harakicʽ šrǰanneri tełanunneri baṙaran, 332 u. 340. 6 Karapetyan, Hay mšakuytʽi hušarjannerә Xorhrdayin Adrbeǰanin brnakcʽvac šrǰannerum, 51.
Minasyan: Die Ortschaft Karwajar in Arzach | 431 reich der laienhaften Erklärung. Laut Hovhannes Karagyozyan ist es möglich, dass der Name ›Karwajar‹ von dem im Alten Orient gebräuchlichen Wort ›Kar‹ abgeleitet werden kann, das ›Kolonie‹ oder ›Siedlung‹ bedeutet. Solchen Ortsnamen begegnet man in Babylonien (wie Kar-Duniasch), in Medien (wie Kar-Rbigalli, Kar-Baschschi), in Assyrien (wie Kar-Ninlil, Kar-Schamasnasir, Kar-Tukulti-Ninulta).7 Nach der Überzeugung des Denkmalexperten Samvel Karapetyan sollte die Interpretation des Wortes ›Karwajar‹ im armenischen Umfeld gesucht werden und damit verbunden werden, dass das Wort ›Kar‹ ein Bestandteil des Namens vieler Festungen im armenischen Hochland ist und den Wörtern ›Burg, Festung‹ entspricht, wie die Burg Karheghdz in der Region Sakam, die Burgen Kar Manakert und Kar Amjuk in Waspurakan, Deghnkar und Sarwandikar in Kilikien. Wenn man bedenkt, dass die Gegend der Ortschaft Karwajar alle für mittelalterliche Burgen typischen Bedingungen (Unzugänglichkeit, geheimer Fluchtweg, Wasserverfügbarkeit, Wachposten) aufweist, kann man mit S. Karapetyan annehmen, dass die Herkunft des Ortsnamens Karwajar daher kommt, dass es sich um eine Burg handelt.8 Karwajar ist für die Region von strategischer Bedeutung, wovon man Augenzeuge während der letzten Arzach-Kriege werden konnte. Quellen über das mittelalterliche Dorf Karwajar liefern nur sehr wenige Informationen. Obwohl die Region, zu der auch das Dorf gehörte, seit den früheren Zeiten in den handschriftlichen Quellen, Kolophonen und Inschriften mit den Namen Vajkunik, Tsar oder Werin Chatschen (Oberer Chatschen) benannt wird, wird der Ortsname Karwajar erstmals in einem Manuskript-Kolophon aus dem Jahr 1402 als Dorf und Skriptorium erwähnt. Dieses Manuskript wird im Maschtoz-Matenadaran von Jerewan unter der Nummer 3578 aufbewahrt. Karwajar wird zum zweiten Mal in einem Dokument aus dem Jahr 1661 unter einer Reihe von Dörfern der Region Tsar aufgeführt: »[…] die Dörfer Hajaw, Boru, Karwajar, Gomern, Suar«,9 und in einer Besitzurkunde aus dem Jahr 1873 wird Karwajar als dem Kloster Dadiwank gehörender Grundbesitz erwähnt. Es sei darauf hingewiesen, dass die ehemaligen Besitztümer von Dadiwank dank der langandauernden und mühseligen Arbeit des Metropoliten Baghdasar Hasan-Djalaljan erst in den 1830er Jahren durch den gerichtlichen Beschluss den hier lebenden Nomadenstämmen weggenommen und dem Kloster zurückgegeben wurden, womit seine Eigentumsrechte gewahrt blieben.10 Trotzdem wurde Dadiwank nach der Errichtung des Sowjetregimes seiner Besitztümer beraubt, und die historische Region Tsar, die in die 1923 gebildete Verwaltungseinheit Rotkurdistan eintrat, wurde 1929 eliminiert und unter Zwang an Aserbaidschan unter dem Namen Kelbadjar angeschlossen.11 7 Karagyozyan, Hakahaykakan sepә ev nra čʽors šrǰkentronnerә, 5. 8 Karapetyan, Hay mšakuytʽi hušarjannerә Xorhrdayin Adrbeǰanin brnakcʽvac šrǰannerum, 52. 9 Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 57, Liste 1, Werk 4, Nr. 4. 10 Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 468, Liste 2, Werk 73, Nr. 1. 11 Der Bezirk Karwajar grenzt im Osten an den Bezirk Martakert der Republik Arzach, im Süden an Kaschatagh (Latschin), im Westen an den Bezirk Wardenis der Republik Armenien und im Südwesten an die Bezirke Wajk und Sisian der Republik Armenien, im Norden an die Bezirke Daschkesan und Chanlar, die unter der Kontrolle von Aserbaidschan gekommen sind. Karapetyan, Hayastani patmutʽyun. Mṙavakankʽ, 209.
432 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Der Schreiber des Manuskripts, das aus dem Dorf Karwajar zu uns kam, ist Tuma Sjunezi, der 1402 auf Wunsch des Priesters Hunan den Matthäuskommentar von Grigor Tatewazi kopierte. Die Handschrift ist aus Papier, 18 x 12,5 cm groß, mit einem gestanzten braunen Ledereinband. Der Kopist schrieb mit einer schönen und regelmäßigen Rundschrift. Wahrscheinlich ist auch die Illuminierung aus seiner Feder entstanden. Sie ist nicht reichhaltig. Es gibt einen Halbbogen (Titelseite), viele Frontispitze, Vogelund Pflanzenrandverzierungen, Vogelund Knotenzierschriften (siehe Abb. 1 und 2). Die Handschrift wurde während der Katholikosatsjahren Karapets I. Keghezi (1393–1404) von Armenien und Karapets (1402–1420), Katholikos von Aghuank geschrieben. Zu dieser Zeit war Sakaria der Erzbischof der Region Tsar und der Abt von Dadiwank: »Dieses von Gott inspirierte Buch, das die Auslegung der Worte des Evangeliums enthält, wurde abgeschrieben, und es wird Exzerpt des Kapitels (scil. des Buches) des heiligen Evangelisten Matthäus genannt. Es enthält auch die Auslegung der vier Kapitel, die mit viel Mühe von dem großen Meister und die Welt erleuchtenden Rhetor Grigor, dem Schüler des dreifachen [Philosophen] Hovhan Worotnezi, zusammengestellt wurde. Und dies wurde im achthunderteinundfünfzigsten Jahr des armenischen Kalenders (1402) vollendet, in der Zeit der beiden Heiligkeiten, genannt Karapet, Katholikoi von Armenien und Aghuank – gegenwärtig sind die beiden Namensvetter – und während Pater Sakaria Erzbischof dieser Region und Abt von Dadiwank war, in diesem berühmten Land Tsar und im Dorf Karawajar, unter der Schirmherrschaft der Heiligen, die in diesem sind, durch den mit Sünden befleckten und ungewandten Schreiber Tuma Sjunezi auf Bitte des ehrenwerten und frommen Mönchs-Priesters Hunan« (MM 3578, Fol. 296b; siehe Abb. 3). In der Fortsetzung des Kolophons macht der Schreiber Tuma eine bemerkenswerte biografische Angabe über den berühmten Kommentator und Pädagogen Mattheos Jughajezi, einen Schüler von Hovhan Worotnezi und Grigor Tatewazi, der an der Universität Tatew studiert hat. Der Schreiber Tuma hält fest, dass Mattheos, der sich durch seine lehrmäßige und philosophische Besonnenheit auszeichnete und ein Gegner der Ketzer war, im Jahr der Niederschrift der Handschrift, d.h. 1402, durch die Einwilligung des Grigor Tatewazi und auf Bitten der Studenten von Tatew sich »auf den Thron der τελετή « setzte, d.h. er wurde zu einem der berühmten Wardapets (scil. kirchlichen Lehrer bzw. Archimandrit): »Er nahm ihn als eigenen Sohn und Erbe seiner Lehre an, der mit aller Güte blühte und mit den allermeisten Gaben, lehrmäßiger Klugheit und philosophischer Kunstfertigkeit geschmückt war, und sich den Ketzern widersetzte, der Wardapet (sc. Lehrer) Mattheos, der sich in diesem Jahr, mit Willen des Heiligen Geistes und durch die Bemühung des großen Wardapet Grigor und die Bittschriften seiner Schüler auf den Thron der τελετή setzte« (Fol. 297a; siehe Abb. 4).
Minasyan: Die Ortschaft Karwajar in Arzach | 433 Es sei hinzugefügt, dass sich die Spezialisten hinsichtlich dieser biografischen Angabe über Mattheos Jughajezi auf die von Tuma Sjunezi bereitgestellten Mitteilung verlassen.12 Am Ende der Kolophons bittet der Schreiber Tuma, sich an die Eltern und alle Blutsverwandten des Handschriftenstifters, des Geistlichen Hunan, zu erinnern, und ihn selbst für die große Schrift und die Fehler nicht zu tadeln. Dies ist die ganze Information, die der Kolophon des Manuskripts bietet. Das wichtigste und wertvollste im Kolophon ist für uns, dass der Name des Schreibers, die genaue Datierung und natürlich der genaue Ort der Abschrift hier festgehalten werden. Letzteres wird in der Form ›Karawajar‹ erwähnt. Tuma kopierte die Handschrift in der Kirche des Dorfes Karawajar, wie er sagt, »unter der Schirmherrschaft örtlicher Heiliger«. Der Schreiber liefert keine weiteren Details, er erwähnt nicht, um welche Stätte der Heiligenverehrung es sich handelt. Leider sind in anderen Quellen auch keine schriftlichen oder archäologischen Informationen über die Kirche erhalten, sowohl ihr ›Name‹ als auch ihre Gründungszeit bleiben unbekannt. Studien zu der Region haben ebenfalls keine Fakten über die Gründungszeit und den Namen der Kirche ermittelt.13 Hier stoßen wir auf Schwierigkeiten, denn die mittelalterlichen schriftlichen Quellen über die Kirche und das Dorf sind zu karg, was dazu führt, dass das Gesagte hypothetisch und disparat wird. Daher bleibt Tuma Sjunezi der Verfasser dieser überaus wichtigen und im Wesentlichen einzigartigen Information über die Stätte der Heiligenverehrung und das Dorf. Dieser Kolophon, der uns aus dem Jahr 1402 überliefert ist und eine genaue Mitteilung über die Lage des Dorfes Karwajar liefert, ist ein vollständiger Beweis dafür, dass Karwajar ein armenisch besiedeltes und dem Dadiwank unterstehendes Dorf in der Region Tsar des historischen Arzach war und das Schicksal der Region mit anderen Dörfern teilte. 12 Khachikyan, Mattʽeos Jułayecʽu kyankʽn u matenagrutʽyunә, 62. 13 Die ersten Studien/Untersuchungen zur Region wurden im 18. Jahrhundert durchgeführt. Der erste Forscher ist der Katholikos von Gandzasar Jesaji Hasan-Djalaljanz, der 1718 die Inschriften der Klöster und Kreuzsteine von Gandzasar, Chadawan, Dadi und der Umgebung 1718 sorgfältig sammelte und vervollständigte. Der Verbleib des Notizbuches mit den erwähnten Inschriften des Katholikos Jesaji ist unbekannt. Im Mesrop-Maschtoz-Matenadaran werden drei Kopien des Originals aufbewahrt: Manuskripte Nr. 4537, 7821 und 9923. In den 1830er Jahren wurden einige Inschriften der Klöster Dadi und Getamiji von Bischof Hovhannes (Johannes) Schahchatunjanz niedergeschrieben (Shahkhatuneants, Storagrowtʽiwn Katʽowłikē Ēǰmiacni ew hing gawaṙacʽn Araratay, 356–365). Epigraphische Studien in den Siedlungen/Ortschaften der Region Tsar boten Bischof Sargis Djalaljanz (Jalaleancʽ, Čanaparhordoutʽiwn i Mecn Hayastan, Bd. 1, 199–227 u. Bd. 2, 213–228), Archimandrit Chatschik Dadjan (Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 319, Liste 1, Werk 5, Nr. 23–28), Bischof Makar Barchudarjanz (Barxudareancʽ, Arcʽax) und Mesrop Ter-Mowsisjan (Tēr-Movsisean, Haykakan erekʽ mec vankʽeri Tatʽevi, Hałarcini, ev Dadi ekełecʽinerә ev vanakan šinutʽyunnerә, 83–104). 1960–1964 führte die wissenschaftliche Expedition unter der Leitung von Sedrak Barchudarjan archäologische Ausgrabungen im Bezirk Karwajar durch (Barkhudaryan (Hg.), Divan hay vimagrutʽyan, Prak 5. Arcʽax), 197–227). Von 1978 bis 2018 fanden im Bezirk Karwajar regelmäßig archäologische Untersuchungen von Spezialisten des Wissenschaftlichen Forschungszentrums für historisches und kulturelles Erbe (1993–2005, Leiter der Expedition: H. Simonyan) und der Organisation für die Untersuchung der Architektur Armeniens (1978–1987, 1993–1996, 2000er Jahre, Leiter der Expedition: S. Karapetjan) statt. Siehe Simonyan/Sanamyan/ Gnuni, Arcʽaxi ev azatagrvac tarackʽneri 1990–2005 tʽtʽ. hnagitakan hetazotutʽyunneri himnakan ardyunkʽnerә; Karapetyan, Hay mšakuytʽi hušarjannerә Xorhrdayin Adrbeǰanin brnakcʽvac šrǰannerum; Karapetyan, Hayastani patmutʽyun. Mṙavakankʽ, Bd. 4.
434 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Im Allgemeinen sind über viele der historischen und kulturellen Denkmäler im Gebiet des Bezirks Karwajar nur sehr wenige oder gar keine Informationen verfügbar, denn die meisten dieser Denkmäler existieren aus dem einfachen Grund nicht mehr, dass es, durch die von den aserbaidschanischen Behörden geförderte Ansiedlung muslimischer Bevölkerungsgruppen in der Region Tsar insbesondere während der Sowjetzeit eine gezielte Vernichtung des armenischen kulturellen Erbes gab.14 Viele der historischen und kulturellen Denkmäler, die Opfer der ›Albanisierung‹ wurden, wurden zerstört oder derart verwüstet, dass nicht einmal eine Spur ihres Armenischenseins erhalten blieb. Die Steine der zerstörten Denkmäler wurden als Bausteine in anderen Gebäuden verwendet. Nach der Befreiung des Bezirks arbeitete ein Forschungsteam unter der Leitung von Samvel Karapetyan der Organisation für die Studien der armenischen Architektur mit einer neuen Studie heraus, dass die armenische Kirche in Karwajar vollständig zerstört und der alte Friedhof mit Kreuzsteinen geschändet worden waren. Anfang der 1960er Jahre wurde an der Stelle der Kirche ein historisches Museum für Regionalkunde errichtet, in dem bis April 1993, bis zur Befreiung von Karwajar, ein Kreuzstein mit armenischer Schrift aus dem Jahr 916, der 1965 hierhergebracht worden war, von den Aserbaidschanern unentwegt als Chaschdasch aghuanischer Herkunft präsentiert wurde. Dieser Kreuzstein wurde jedoch später in das Kloster Gandzasar überführt.15 Aus dem Gebiet des Dorfes Karwajar sind aus der Reihe der erhaltenen historischen und kulturellen Denkmäler neben diesem Kreuzstein auch Grabsteine aus dem 13.–17. Jahrhundert und ein mittelalterlicher Ölmühlen-Stein bekannt.16 Trotz des Mangels an historischen Denkmälern und Quellen, die uns aus dem Dorf Karwajar überliefert sind, zeigen die archäologischen Studien in den Siedlungen des Verwaltungsbezirks Karwajar, der bereits regionalen Status erlangt hat, dass das Gebiet der Region seit uralten Zeiten von Armeniern bewohnt war. Die hier entdeckten Petroglyphen aus dem 4.–3. Jahrtausend ähneln in ihrer Ikonographie, Kunst und stilistischen Besonderheiten vergleichbaren Denkmälern, die in den Bergen der benachbarten Regionen Sjunik, Geghama und Vardenis erhalten sind. Die zahlreichen und verschiedenartigen mittelalterlichen Denkmäler aus unterschiedlichen Siedlungen – Kirchen, Kapellen, Brücken, Kreuzsteine zeugen davon, dass die Spur des Armenischen bis zur Deportation der Armenier im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts nicht unterbrochen wurde. Karwajar, zusammen mit vielen Dörfern in der Region, wurde nach 1725 von Armeniern entvölkert, dann blieb die Gegend für eine ziemlich lange Zeit, bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, unbewohnt. Anschließend aber wurde nicht nur das Dorf, sondern die ganze Region allmählich von muslimischen Stämmen kurdischer Herkunft besiedelt, die hier eingedrungen waren 14 Die russische Archäologin Jewgeniya Ptchelina, die 1924 in einigen Siedlungen/Ortschaften der Region archäologische Untersuchungen durchführte, stellte fest, dass der Großteil der bewohnten Höhlen, zerstörten Dörfer, Festungsmauern, Kirchen und Kapellen nicht nur nicht erforscht, sondern auch in der Literatur nicht erwähnt worden waren, nicht einmal in den Registerlisten als Einheiten. Siehe Ptchelina, Armyanskiye pamyatniki na territorii Azerbaydzhanskoy SSR, 243. 15 S. Karapetyan, Hay mšakuytʽi hušarjannerә Xorhrdayin Adrbeǰanin brnakcʽvac šrǰannerum, 52–54. S.Karapetyan, Hayastani patmutʽyun. Mṙavakankʽ, Bd. 4, 386. 16 Ghahramanyan, Tełekatu Arcʽaxi Hanrapetutyan varčʽatarackʽayin miavorneri socʽial-tntesakan bnutʽagreri, 276.
Minasyan: Die Ortschaft Karwajar in Arzach | 435 und Schafzucht betrieben. Mit der Ansiedlung musl imischer Stämme trat zu der homogenen armenischen Bevölkerung in Arzach ein fremdes ethnisches Element hinzu. Genau von dieser Zeit an begann die Verfremdung der Ortsnamen anderer armenischer Siedlungen in Arzach. Die fremden Stämme passten die Namen an die Besonderheiten ihres phonetischen Systems an, begannen den Ortsnamen Karwajar Kjarwadjar, Kjalbadjar oder Kelbadjar, die Region Tsar Tsarlu, Sar oder Sarusibil (Sarusiwil) zu nennen.17 So wurde Aghahejk zu Latschin, Djermadjur zu Istisu, Igadzor zu Baghrlu, Jeritsuschen zu Keschischkjand, Sewadjur zu Gharasu, Zrtnot zu Sojughbulagh etc. Während der Untersuchungen im Bezirk Karwajar wurden muslimische Kulturdenkmäler des 19.–20. Jahrhunderts gefunden, wie z. B. gewölbte Mausoleen, genannt Kjumbaz, pferdeund widderförmige Grabsteine, die eindeutig davon zeugen, dass diese Stämme nicht die einheimische Bevölkerung waren. Katholikos Simeon Jerewanzi (1710–1780) listet in seinem Werk ›Djambr‹ die Namen von etwa dreißig Dörfern in der Region Tsar auf, die als Besitztümer von Dadiwank Etchmiadzin unterstanden.18 Die aus den Inschriften und Manuskripten bekannten Namen wie Karwajar und einiger anderer Dörfer fehlen in dieser Liste, was beweist, dass diese Dörfer bereits im 18. Jahrhundert nicht mehr von Armeniern besiedelt waren. Die Region, mit Ausnahme von dem Dorf Chutawan und dem Bischofssitz Dadiwank, wurde in den 1760er Jahren vollständig von Armeniern entvölkert. Die ausgewanderten Bewohner von Tsar liessen sich in verschiedenen Teilen Georgiens nieder. Wir fassen zusammen: Karwajar war eines der berühmten Dörfer der Region Tsar in der Provinz Arzach von Großarmenien, das auch als Skriptorium bekannt war. Das einzige Manuskript, das uns aus Karwajar überliefert ist, ist jenes von Tuma Sjunezi abgeschriebene Sammelwerk, dessen Kolophon einen außergewöhnlichen historischen und Quellenwert hat. Hier wird Karwajar zum ersten Mal als armenisch besiedeltes Dorf erwähnt, das dem Kloster Dadiwank unterstand. Der Kolophon ist auch eine einzigartige und außergewöhnliche Quelle für die Kirche, die im Dorf Karwajar im Mittelalter existierte, die jedoch nach 1725 vollständig zerstört wurde, als das Dorf von Armeniern entvölkert und von hier eingedrungenen muslimischen Stämmen bewohnt wurde. 17 Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 57, Liste 1, Werk 4, Nr. 1. 18 Simēōn Erewancʽi, Jambṙ, Girkʽ, or kočʽi Yišatakaran, S. 283.
436 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Literaturverzeichnis Az ә rbaycan Respublikasının Dövl ә t Statistika Komit ә si. » İ nzibati ә razi bölgüsü t ә snifatı 2019« (Staatliches Statistikkomitee der Republik Aserbaidschan. »Klassifizierung der administrativen Gebietsaufteilung 2019«), R ә smi n әş r, Baki 2020. Barkhudaryan, S. (Hg.), Դիվան հայ վիմագրության, Պրակ 5 . Արցախ Divan hay vimagrut ʽ yan, Prak 5. Arc ʽ ax (Corpus inscriptionum armenicarum, Liber V: Arzach), Jerewan 1982. Barxudareanc ʽ , M., Արցախ Arc ʽ ax (Arzach), Baku 1895. Eremyan, S. Հայաստանը ըստ »Աշխարհացոյց«-ի Hayastan ә ә st Ašxarhac ʽ oyc ʽ -i (Armenien nach der ›Weltkarte‹), Jerewan 1963. Erewanc ʽ i, Sim ēō n, Ջամբռ, Գիրք, որ կոչի Յիշատակարան Jamb ṙ , Girk ʽ , or ko čʽ i Yišatakaran (Djambr [Archivkammer]: Buch, das Gedenkschrift genannt wird), Wagharschapat 1873. Ghahramanyan, H., Տեղեկատու Արցախի Հանրապետոթյան վարչատարածքային միավորների սոցիալ-տնտեսական բնութագրերի Tełekatu Arcʽaxi Hanrapetutyan varčʽatarackʽayin miavorneri socʽialtntesakan bnutʽagreri (Verzeichnis der sozioökonomischen Merkmale der administrativen Gebietseinheiten der Republik Artsakh), Jerewan 2015. Hakobyan, T. / Melik-Bakhshyan, S. / Barseghyan, H., Հայաստանի և հարակից շրջանների տեղանունների բառարան Hayastani ev harakic ʽ šr ǰ anneri te ł anunneri ba ṙ aran (Wörterbuch der Ortsnamen von Armenien und benachbarten Regionen), Bd. 5, Jerewan 2001. Karagyozyan, H., Հակահայկական սեպը և նրա չորս շրջկենտրոնները Hakahaykakan sepә ev nra čʽors šrǰkentronnerә (Der antiarmenische Keil und seine vier regionalen Zentren), in: Zeitung ›Yerkir‹, 1994, Nr. 131. Jalaleanc ʽ , S., Ճանապարհորդութիւն ի Մեծն Հայաստան Č anaparhordout ʽ iwn i Mecn Hayastan (Reise nach Großarmenien), Bd. 1, Tp ʽ xis (Tbilisi) 1842, Bd. 2, Tp ʽ xis (Tbilisi) 1858. Karapetyan, S., Հայ մշակույթի հուշարձանները Խորհրդային Ադրբեջանին բռնակցված շրջաններում Hay mšakuytʽi hušarjannerә Xorhrdayin Adrbeǰanin brnakcʽvac šrǰannerum (Denkmäler der armenischen Kultur in den annektierten Gebieten des sowjetischen Aserbaidschans), Jerewan 1999. Karapetyan, S., Հայաստանի պատմություն. Մռավականք Hayastani patmut ʽ yun. M ṙ avakank ʽ (Geschichte Armeniens: Mrawakank), Bd. 4, Jerewan 2019. Khachikyan, L., Մատթեոս Ջուղայեցու կյանքն ու մատենագրությունը Matt ʽ eos Ju ł azec ʽ u kyank ʽ n u matenagrut ʽ yun ә (Leben und Werke des Matthäus von Djugha), in: Banber Matenadarani 3 (1956), 57–84. Ptchelina, E., Армянские памятники на территории Азербайджанской ССР Armyanskiye pamyatniki na territorii Azerbaydzhanskoy SSR(Armenische Denkmäler der Sozialistischen Sowjetrepublik Aserbaidschan), in: Труды Отдела Востока Государственного Эрмитажа Trudy Otdela Vostoka Gosudarstvennogo Ermitazha (Werke der Abteilung für Orient der Staatlichen Ermitage), Bd. 3, Leningrad (Sankt Petersburg) 1940, 243–256. Shahkhatuneants, Y., Ստորագրութիւն Կաթուղիկէ Էջմիածնի և հինգ Գաւառացն Արարատայ Storagrowt ʽ iwn Kat ʽ ow ł ik ē Ēǰ miacni ew hing gawa ṙ ac ʽ n Araratay (Beschreibung des Muttersitzes Etchmiadzin und der fünf Regionen von Ararat), Bd. 2, Etchmiadzin 1842. Simonyan, H. / Sanamyan, H. / Gnuni, A., Արցախի և ազատագրված տարածքների 1990–2005 թթ. հնագիտական հետազոտությունների հիմնական արդյունքները Arcʽaxi ev azatagrvac tarackʽneri 1990–2005 tʽtʽ. hnagitakan hetazotutʽyunneri himnakan ardyunkʽnerә (Hauptergebnisse der archäologischen Untersuchungen 1990-2005 in Arzach und befreiten Gebieten), in: Պատմամշակութային ժառանգություն մատենաշար Patmamšakutʽayin žaṙangutʽyun matenašar (Reihe Historisches und kulturelles Erbe), Nr. 2, Jerewan 2007. Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 57, Liste 1, Werk 4, Nr. 1 Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 57, Liste 1, Werk 4, Nr. 4. Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 319, Liste 1, Werk 5, Nr. 23–28. Staatliches historisches Zentralarchiv der Republik Armenien, Fonds 468, Liste 2, Werk 73, Nr. 1. T ē r-Movsisean, M., Հայկական երեք մեծ վանքերի՝ Տաթևի, Հաղարծինի և Դադի եկեղեցիները և վանական շինութիւնները Haykakan erek ʽ mec vank ʽ eri Tat ʽ evi, Ha ł arcini, ev Dadi eke ł ec ʽ iner ә ev vanakan šinut ʽ yunner ә (Kirchen und Klosterbauten von drei armenischen Klöstern: Tatev, Haghartsin und Dadi, Jerusalem 1931. Xorenac ʽ i, Movs ē s, Աշխարհացոյց Ašxarhac ʽ oyc ʽ (Weltkarte), siehe in: Մատենագիրք Հայոց Matenagirk ʽ Hayoc ʽ (Armenische klassische Autoren), Bd. 2, Einleitung von P. Muradean und K. Yuzbashean, Antelias 2003.
Minasyan: Die Ortschaft Karwajar in Arzach | 437 Autorin Tamara Minasyan, PhD Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Mesrop-Maschtoz-Institut für alte Manuskripte (Matenadaran), Jerewan, Armenien, [email protected] Übersetzerin: Anahit Avagyan
444 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը ձեռագիր մատյանը պահվում է Երևանի Մ. Մաշտոցի անվան Մատենադարանում և կրում է 3578 թվահամարը: Քարվաճառը երկրորդ անգամ, ի թիվս Ծար գավառի մի շարք գյուղերի, հիշատակվում է 1661 թ . մի վավերաթղթում. «[...] գիւղօրայքս Հաճաւ, Բօրու, Քարվաճառ, Գոմէրն, Զուար»,8 իսկ 1873 թ . մի կալվածագրում Քարվաճառը հիշատակված է որպես Դադիվանքի վանքապատկան կալվածք: Նկատենք, որ տակավին 1830-ական թվականներից Բաղդասար մետրոպոլիտ Հասան-Ջալալյանի երկարատև ու տքնաջան աշխատանքի շնորհիվ Դադիվանքին ենթակա երբեմնի կալվածքները դատական կարգով վերցվեցին այստեղ բնակվող քոչվոր ցեղերից և վերադարձվեցին վանքին՝ պահպանելով նրա կալվածատիրական իրավունքները։9 Չնայած դրան՝ խորհրդային կարգերի հաստատումով Դադիվանքը զրկվեց իր կալվածքներից, իսկ պատմական Ծար գավառը, որ մտել էր 1923 թ. կազմավորված Կարմիր Քուրդիստան վարչատարածքային միավորման մեջ, 1929 թ. վերացվեց և բռնակցվեց Ադրբեջանին՝ Քելբաջար անունով։10 Քարվաճառ գյուղից մեզ հասած ձեռագրի գրիչը Թումա Սյունեցին է, որը 1402 թ . Հունան քահանայի խնդրանքով ընդօրինակում է Գրիգոր Տաթևացու Մատթեոսի Ավետարանի մեկնությունը: Մատյանը թղթյա է, 18x12,5 մեծությամբ, դրոշմազարդ շագանակագույն կաշվե կազմով: Գրիչը գրել է գեղեցիկ ու կանոնավոր բոլորգրով: Հավանաբար, նկարազարդումը նույնպես կատարել է գրիչը: Այն հարուստ չէ. ունի մեկ կիսախորան, բազմաթիվ ճակատազարդեր, թռչնային և բուսական լուսանցազարդեր, թռչնագիր և հանգուցագիր զարդագրեր (տե՛ս նկար 1 և 2): Մատյանը գրվել է Հայոց Կարապետ Ա Կեղեցի (1393-1404) և Աղվանից Կարապետ (1402-1420) կաթողիկոսների հայրապետության տարիներին: Այս ժամանակ Ծար գավառի արքեպիսկոպոսն ու Դադիվանքի առաջնորդն էր տեր Զաքարիան: «Գրեցաւ գիրքս այս աստուածաշունչ, որ ունի ամբարեալ առ ինքն զմեկնութիւն բանից Աւետարանին և կոչի քաղուածու գլխոյն Մատթէոսի սուրբ աւետարանչի: Նաև ունի ընդ ինքեան զլուծումն չորից գլխոցն, զոր բազում աշխատութեամբ ժողովեալ է մեծ րաբունոյ և տիեզերալոյս հռետորի Գրիգորի՝ աշակերտի եռամեծին Յովհաննու Որոտնեցոյ: Եւ կատարեցաւ սա ի թուականութեանս հայկազեան տաւմարի ութ հարիւրերորդի յիսներորդի առաջնորդի ամի (1402) ի հայրապետութեան Հայոց և Աղուանից երկուցունց տերանց Կարապետք կոչեցելոց, զոր այսպես պատահեցան ի մերումս ժամանակի, անուանակիցք գոլ միմեանց, և յարհեպիսկոպոսութեան այսմ նահանգիս՝ տէր Զաքարիայի՝ 8 ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 57, ց. 1, գ 4, թ. 4: 9 ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 468, ց. 2, գ 73, թ. 1: 10 Քարվաճառի շրջանը արևելքից սահմանակից է Արցախի Հանրապետության Մարտակերտի շրջանին, հարավից՝ Քաշաթաղին (Լաչին), արևմուտքից ՀՀ Վարդենիսի և հարավարևմուտքից՝ Վայքի և Սիսիանի շրջաններին, հյուսիսից՝ Ադրբեջանի տիրապետության տակ անցած Դաշքեսանի և Խանլարի շրջաններին: Կարապետյան, Հայաստանի պատմություն. Մռավականք, 209:
Մինասյան, Արցախի Քարվաճառ բնակավայրը | 445 Դադիվանուց վերատեսջի, ի հռչակաւոր երկիրս Ծար՝ ի գևղս Քարավաճառ՝ ընդ հովանեաւ սրբոցս, որ ի սմայ, ձեռամբ մեղսամակարթ և անարհեստ գրչի՝ Թումայի Սիւնեցոյ՝ ի խնդրոյ պատուական և սրբասնեալ կուսակրաւն քահանայի Յունանու» (ՄՄ ձեռ. 3578, թ. 296բ։ Տե՛ս նկար 3): Հիշատակարանի շարունակության մեջ Թումա գրիչը տալիս է ուշագրավ մի կենսագրական տեղեկություն Տաթևի համալսարանում ուսանած, Հովհան Որոտնեցու և Գրիգոր Տաթևացու աշակերտ, նշանավոր մեկնիչ և մանկավարժ Մատթեոս Ջուղայեցու վերաբերյալ: Թումա գրիչը գրում է, որ Մատթեոսը, որ առանձնանում էր իր վարդապետական ու փիլիսոփայական խոհեմությամբ և ախոյան էր հերձվածողաց, մատյանի գրչության թվականին, այսինքն՝ 1402ին, Գրիգոր Տաթևացու հաճությամբ և Տաթևի համալսարանի աշակերտների խնդրանքով նստում է «յաթոռ տէլէտութեան», այսինքն՝ դառնում է նշանավոր վարդապետներից մեկը. «Ունելով որդի հարազատ և ժառանգ վարդապետութեան իւրոյ, զծաղկեալն ամենայն բարութեամբ և զարդարեալն ամենալի շնորհիվ, վարդապետական խոհեմութեամբ և փիլիսոփեական արհեստիւ, զախոյեանն ընդդէմ հերձուածողաց՝ վարդապետն Մատթէոս, որ յայսմ ամի, կամակցութեամբ Սուրբ Հոգոյն և ջանիւ մեծ վարդապետին Գրիգորի և աղաչանաւք գրոց աշակերտեալ անձանց, նստաւ յաթոռ տէլէտութեան» (թ. 297ա: Տե՛ս նկար 4): Հավելենք, որ Մատթեոս Ջուղայեցու կենսագրական այս դրվագը հիշատակելիս, մասնագետները հիմնվում են Թումա Սյունեցու հաղորդած տվյալի վրա։11 Գրիչ Թուման հիշատակարանի վերջում խնդրում է հիշել ձեռագրի պատվիրատու Հունան կրոնավորի ծնողներին և բոլոր արյունակից հարազատներին, իսկ խոշոր գրի ու սխալների համար անմեղադրություն է խնդրում: Ահա այն ամբողջ տեղեկությունը, որ տալիս է մեզ ձեռագրի հիշատակարանը: Ամենից կարևորը և արժեքավորը մեզ համար հիշատակարանում այն է, որ այստեղ պահպանված են գրչի անունը, գրչության ստույգ թվականը և, իհարկե, գրչության ստույգ վայրը: Վերջինս հիշատակված է ‹Քարավաճառ› ձևով: Թուման մատյանն ընդօրինակել է Քարավաճառ գյուղի եկեղեցում, ինչպես ինքն է ասում, «տեղի սրբերի հովանու ներքո»: Գրիչն այլ մանրամասներ չի հաղորդում, չի հիշատակվում, թե խոսքը որ սրբավայրի մասին է: Ցավոք, եկեղեցու վերաբերյալ այլ աղբյուրներում ևս չեն պահպանվել գրավոր կամ հնագիտական տեղեկություններ, անհայտ են մնում նրա և՛ անունը, և՛ հիմնադրվելու ժամանակը: Եկեղեցու անվան և հիմնադրվելու ժամանակի վերաբերյալ որևէ փաստ չեն արձանագրել նաև 11 Խաչիկյան, Մատթեոս Ջուղայեցու կյանքն ու մատենագրությունը, 62:
446 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը գավառի տարածքում կատարված ուսումնասիրությունները։12 Այստեղ բախվում ենք դժվարությունների, որովհետև եկեղեցու և գյուղի վերաբերյալ միջնադարյան գրավոր սկզբնաղբյուրները չափազանց ժլատ են, ինչի հետևանքով էլ ասելիքը թեական ու կցկտուր է լինում: Ուստի, այս հույժ կարևոր և, ըստ էության, գյուղի և սրբավայրի մասին եզակի տեղեկության հեղինակը մնում է Թումա Սյունեցին: 1402 թ . -ից մեզ հասած այս հիշատակարանը, որը ստույգ տեղեկություն է Քարվաճառ գյուղի տեղադրության վերաբերյալ, լիովին ապացույց է, որ Քարվաճառը պատմական Արցախի Ծար գավառի մեջ մտնող և Դադիվանքի ենթակայության տակ գտնող հայաբնակ գյուղ է եղել և մյուս գյուղերի հետ կիսել է գավառին վերահասած ճակատագիրը: Ընդհանրապես, Քարվաճառի շրջանի տարածքում եղած պատմամշակութային հուշարձաններից շատերի մասին չափազանց քիչ տեղեկություններ են պահպանվել, կամ գրեթե տեղեկություններ չկան, քանի որ այդ հուշարձանների մեծ մասը այլևս գոյություն չունի այն պարզ պատճառով, որ Ծար գավառում մահմեդական տարրերի բնակեցմամբ ադրբեջանական իշխանությունների հովանավորությամբ, հատկապես խորհրդային տարիներին, հայկական մշակութային արժեքների ծրագրավորված ոչնչացում է տեղի ունեցել։13 Պատմամշակութային այդ հուշարձաններից շատերը, դառնալով ալբանացման զոհ, ավերվել ու ամայացել են այնպես, որ հայկականության հետքն իսկ չի պահպանվել, իսկ քանդված հուշարձանների քարերն էլ գործածվել են այլ շինությունների մեջ որպես շինաքար: Շրջանի ազատագրումից հետո հայկական ճարտարապետությունն ուսումնասիրող կազմակերպության արշավախմբի 12 Գավառի տարածքում առաջին ուսումնասիրությունները կատարվել են XVIII դարում: Առաջին ուսումնասիրողը Գանձասարի կաթողիկոս Եսայի Հասան-Ջալալյանցն է, որը 1718 թ . խնամքով հավաքել ու ամբողջացրել է Գանձասարի, Խադավանքի, Դադի ու շրջակա տարածքի վանքերի ու խաչքարերի արձանագրությունները: Եսայի կաթողիկոսի կազմած հիշյալ արձանագրությունների տետրակի գտնվելու վայրն անհայտ է: Մատենադարանում են պահվում բնօրինակից կատարված երեք ընդօրինակությունները՝ 4537, 7821 և 9923 ձեռագրերը: 1830-ական թթ. Դադի և Գետամիջի վանքերում մի քանի արձանագրություններ է գրի առել Հովհաննես եպս. Շահխաթունյանցը (Շահխաթունեանց, Ստորագրութիւն Կաթողիկէ Էջմիածնի և հինգ գաւառացն Արարատայ, 356–365): Ծար գավառի բնակավայրերում վիմագրական ուսումնասիրություներ են կատարել Սարգիս արք. Ջալալյանցը (Ջալալեանց, Ճանապարհորդութիւն ի Մեծն Հայաստան, հ. Ա, 199– 227 և հ. Բ, 213–228), Խաչիկ վրդ. Դադյանը (ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 319, ց. 1, գ 5, թ. 23-28), Մակար եպս. Բարխուդարյանցը (Բարխուդարեանց, Արցախ), Մեսրոպ Տեր-Մովսիսյանը (Տէր-Մովսիսեան, Հայկական երեք մեծ վանքերի՝ Տաթևի, Հաղարծինի և Դադի եկեղեցիները, 83–104): 1960–1964 թթ. Սեդրակ Բարխուդարյանի գլխավորած գիտական արշավախումբը Քարվաճառի շրջանում հնագիտական պեղումներ է իրականացրել (Դիվան հայ վիմագրության, Արցախ, 197–227): 1978–2018 թթ . Քարվաճառի շրջանում պարբերաբար հնագիտական ուսումնասիրություններ են կատարել Պատմամշակութային ժառանգության գիտահետազոտական կենտրոնի (1993–2005 թթ., արշավախմբի ղեկավար՝ Հ. Սիմոնյան) և Հայաստանի ճարտարապետությունն ուսումնասիրող կազմակերպության մասնագետների կողմից (1978–1987 թթ., 1993–1996 թթ., 2000-ական թթ., արշավախմբի ղեկավար՝ Ս. Կարապետյան): Տե՛ս Սիմոնյան/Սանամյան/Գնունի, Արցախի և ազատագրված տարածքների 1990-2005 թթ. հնագիտական հետազոտությունների հիմնական արդյունքները; Կարապետյան, Հայ մշակույթի հուշարձանները; Կարապետյան, Հայաստանի պատմություն. Մռավականք: 13 1924 թ. գավառի մի շարք բնակավայրերում հնագիտական ուսումնասիրություններ կատարած ռուս հնագետ Ե. Պչյոլինան բնակելի քարայրերի, ավերակված գյուղերի, բերդապարիսպների, եկեղեցիների ու մատուռների մասին ցավալիորեն նշում է, որ դրանց մեծ մասը ոչ միայն չեն հետազոտվել, այլև չեն նշվել գրականության մեջ, թեկուզ՝ հաշվառման կարգով: Տե՛ս Пчелина, Армянские памятники , 243.
Մինասյան, Արցախի Քարվաճառ բնակավայրը | 447 (ղեկավար՝ Սամվել Կարապետյան) վերստին կատարված ուսումնասիրության արդյունքում պարզվում է, որ հիմնովին ավերվել է նաև Քարվաճառի հայկական եկեղեցին և պղծվել է խաչքարերով հին գերեզմանոցը: Եկեղեցու տեղում 1960-ականների սկզբին կառուցվում է պատմագավառագիտական թանգարան, որտեղ մինչև 1993 թ. ապրիլ ամիսը, այսինքն մինչև Քարվաճառի ազատագրումը 916 թ . հայագիր մի խաչքար, որ այստեղ է տեղափոխվել 1965 թ., ջանադրաբար ադրբեջանցիների կողմից ներկայացվել է որպես աղվանական ծագման խաշդաշ: Այդ խաչքարը, սակայն, հետագայում փոխադրվել է Գանձասարի վանք։14 Քարվաճառ գյուղի տարածքում բացի այս խաչքարից պահպանված պատմամշակութային հուշարձաններից հայտնի են նաև XIII-XVII դդ . տապանաքարեր և միջնադարյան ձիթհանի մեկ քար։15 Չնայած Քարվաճառ գյուղից մեզ հասած պատմական հուշարձանների և սկզբնաղբյուրների սակավությանը՝ հետագայում արդեն շրջանի կարգավիճակ ձեռք բերած Քարվաճառի վարչական տարածքի բնակատեղիներում կատարված հնագիտական ուսումնասիրությունների ժամանակ հայտնաբերված հուշարձանները փաստում են, որ գավառի տարածքը հայերով բնակեցված է եղել վաղնջական ժամանակներից: Այստեղ հայտնաբերված մ. թ. ա. IV-III հազարամյակներով թվագրվող ժայռապատկերներն իրենց պատկերագրությամբ, արվեստով և ոճական առանձնահատկություններով նման են հարևան Սյունիքի, Գեղամա և Վարդենիսի լեռներում պահպանված նմանատիպ հուշարձաններին, իսկ գավառի տարբեր բնակատեղիներում բազմաթիվ ու տարաբնույթ միջնադարյան հուշարձանները՝ եկեղեցիներ, մատուռներ, կամուրջներ, խաչքարեր, վկայում են, որ հայկականության հետքն այստեղ չի ընդատվել մինչև XVIII դ . առաջին քառորդի հայերի տեղահանումը: Քարվաճառը գավառի շատ գյուղերի հետ հայաթափվել է 1725 թ . հետո, ապա բավական երկար ժամանակ՝ մինչև XIX դարասկիբը, անմարդաբնակ մնալուց հետո ոչ միայն գյուղը, այլև ողջ գավառն աստիճանաբար բնակեցվել է այնտեղ ներթափանցած քրդական ծագմամբ մահմեդական խաշնարած ցեղերով: Մահմեդական ցեղախմբերի բնակեցմամբ Արցախում բնակվող միատարր ու միաձույլ հայության մեջ մտավ օտարասեռ էթնիկ տարրը: Հենց այդ ժամանակից էլ սկսվեց Արցախի նաև մյուս հայկական բնակավայրերի անվանումների օտարացումը: Օտարամուտ այդ ցեղախմբերն, իրենց լեզվահնչյունական համակարգի յուրահատկություններին հարմարեցնելով, Քարվաճառ տեղանունը սկսեցին անվանել Քյարվաջար, Քյալբաջար կամ Քելբաջար, իսկ Ծար գավառը՝ Ծարլու, Զար կամ Զարուզիբիլ (Զարուզիվիլ)։16 Այսպես էլ Աղահեճքը դարձավ Լաչին, Ջերմաջուրը` Իստիսու, Իգաձորը՝ Բաղրլու, Երիցուշենը՝ Քեշիշքյանդ, Սևաջուրը՝ Ղարասու, Ցրտնոտը՝ Սոյուղբուլաղ և այլն: Քարվաճառի շրջանում ուսումնասիրություների ընթացքում հայտնաբերվել են նաև 14 Կարապետյան, Հայ մշակույթի հուշարձանները, 52–54: Կարապետյան, Հայաստանի պատմություն, 386: 15 Ղահրամանյան, Տեղեկատու, 276: 16 ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 57, ց. 1, գ 4, թ. 1:
448 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը XIX-XX դդ. մահմեդական մշակույթի հուշարձաններ՝ քյումբազ կոչված գմբեթավոր դամբարաններ, ձիակերպ և խոյակերպ գերեզմանաքարեր, որոնք բացառապես վկայում են այդ ցեղերի ոչ բնիկ լինելու մասին: Սիմեոն Երևանցի կաթողիկոսը (1710–1780) «Ջամբռ» աշխատության մեջ թվարկում է Ծար գավառի մեջ մտնող մոտ երեք տասնյակ գյուղերի անուններ, որոնք, որպես Դադիվանքի կալվածքներ, ենթարկվում էին Էջմիածնին։17 Այդ ցանկից բացակայում են Քարվաճառ և վիմագիր ու ձեռագիր արձանագրություններից հայտնի ևս մի քանի գյուղերի անունները, ինչը վկայում է այն մասին, որ XVIII-րդ դարում արդեն այդ գյուղերը հայաթափվել էին: Գավառը, բացառությամբ Խութավան գյուղի և եպիսկոպոսանիստ Դադիվանքի, ամբողջովին հայաթափվում է 1760ական թվականերին: Արտագաղթած ծարեցիները բնակություն են հաստատում Վրաստանի տարբեր բնակավայրերում: Ամփոփենք. Մեծ Հայքի Արցախ նահանգի Ծար գավառի նշանավոր գյուղերից էր Քարվաճառը, որը հայտնի էր նաև որպես գրչության կենտրոն: Քարվաճառից մեզ հասած միակ ձեռագիր մատյանը 1402 թ. Թումա Սյունեցու ընդօրինակած ձեռագիր մատյանն է, որի հիշատակարանը ունի պատմական և աղբյուրագիտական բացառիկ արժեք: Այստեղ առաջին անգամ հիշատակվում է Քարվաճառը՝ որպես Դադիվանքի ենթակայության տակ գտնող հայաբնակ գյուղ: Հիշատակարանը նաև եզակի և բացառիկ սկզբնաղբյուր է միջնադարում Քարվաճառ գյուղում գործած եկեղեցու վերաբերյալ, որը, սակայն, հիմնովին արվերվել է 1725 թ.-ից հետո, երբ գյուղը հայաթափվել է և բնակեցվել այստեղ ներթափանցած մահմեդական ցեղերով: Գրականություն 17 Սիմէօն Երևանցի, Ջամբռ, 283: Ադրբեջանի Հանրապետության պետական վիճակագրական կոմիտե, «Վարչական տարածքային բաժանման դասակարգում, 2019», պաշտոնական հրատարակություն, Բաքու 2020 / Azәrbaycan Respublikasının Dövlәt Statistika Komitәsi. «İnzibati әrazi bölgüsü tәsnifatı, 2019», Rәsmi nәşr, Baki 2020։ Երեմյան, Ս., Հայաստանը ըստ «Աշխարհացոյց»-ի, Երևան 1963։ Երևանցի, Սիմէօն, Ջամբռ, Գիրք, որ կոչի Յիշատակարան, Վաղարշապատ 1873։ Խաչիկյան, Լ., Մատթեոս Ջուղայեցու կյանքն ու մատենագրությունը, «Բանբեր Մատենադարանի», 1956, թ. 3: Խորենացի, Մովսէս, Աշխարհացոյց, տե՛ս Մատենագիրք Հայոց, հ. Բ, առաջաբանը՝ Պ. Մուրադեանի և Կ. Իւզբաշեանի, Անթիլիաս 2003։ Կարագյոզյան, Հ., Հակահայկական սեպը և նրա չորս շրջկենտրոնները, «Երկիր» օրաթերթ, 1994, թ. 131: Կարապետյան, Ս., Հայ մշակույթի հուշարձանները Խորհրդային Ադրբեջանի բռնակցված շրջաններում, Երևան 1999: Կարապետյան, Ս., Հայաստանի պատմություն. Մռավականք, հ. Դ, Երևան 2019։ Հակոբյան, Թ. / Մելիք-Բախշյան, Ստ. / Բարսեղյան, Հ., Հայաստանի և հարակից շրջանների տեղանունների բառարան, հ. 5, Երևան 2001։
Մինասյան, Արցախի Քարվաճառ բնակավայրը | 449 ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 57, ց. 1, գ 4, թ. 4: ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 468, ց. 2, գ 73, թ. 1: ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 319, ց. 1, գ 5, թ. 23-28: ՀՀՊՊԿԱ, ֆ. 57, ց. 1, գ 4, թ. 1 : Ղահրամանյան, Հ., Տեղեկատու Արցախի Հանրապետության վարչատարածքային միավորների սոցիալ-տնտեսական բնութագրերի, Երևան 2015։ Շահխաթունեանց, Հովհ., Ստորագրութիւ ն Կաթողիկէ Էջմիածնի և հինգ գաւառացն Արարատայ, հ. Բ, Էջմիածին 1842: Ջալալեանց, Ս., Ճանապարհորդութիւն ի Մեծն Հայաստան, հ. Ա, Տփխիս 1842, հ. Բ, Տփխիս 1858: Սիմոնյան, Հ. / Սանամյան, Հ. / Գնունի, Ա., Արցախի և ազատագրված տարածքների 1990-2005 թթ. հնագիտական հետազոտությունների հիմնական արդյունքները, «Պատմամշակութային ժառանգություն մատենաշար», թ. 2, Երևան 2007 : Տէր-Մովսիսեան, Մ., Հայկական երեք մեծ վանքերի՝ Տաթևի, Հաղարծինի և Դադի եկեղեցիները և վանական շինութիւնները, Երուսաղէմ 1931: Դիվան հայ վիմագրության, Արցախ, պրակ V, կազմեց՝ Ս. Բարխուդարյան, Երևան 1982: Пчелина Е., Армянские памятники на территории Азербайджанской ССР, Труды Отдела Востока Эрмитажа, т. 3, Ленинград 1940։ Հեղինակ Թամարա Մինասյան, բան. գիտ. դր. «Մատենադարան» Մեսրոպ Մաշտոցի անվան հին ձեռագրերի գիտահետազոտական ինստիտուտի ավագ գիտաշխատող, Արվեստի պատմության և գրչության կենտրոնների բաժին, Երևան, Հայաստան, [email protected] Open Access This paper is published under the Creative Commons Attribution–ShareAlike 4.0 International license (CC BY-SA 4.0). Please note that individual, appropriately marked parts of the paper may be excluded from the license mentioned or may be subject to other copyright conditions. If such third party material is not under the Creative Commons license, any copying, editing or public reproduction is only permitted with the prior consent of the respective copyright owner or on the basis of relevant legal authorization regulations.