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Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt | Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը

Sternberg, Thomas

Abstract

Als globale Organisation ist die katholische Kirche an der Außenpolitik beteiligt, vor allem durch päpstliche Erklärungen und Aktivitäten. Eine…

Full text

| 357 Thomas Sternberg Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt Abstract As a global organization, the Catholic Church is involved in foreign policy, primarily through papal statements and activities. A certain difficulty arises from the coexistence of a Uniate Church linked to the Pope and the Armenian Church. The papal trips to Armenia and Azerbaijan, during which good neighbourliness was urged, are discussed. In Germany, it is mainly the Catholic relief organization Renovabis that organizes help and support. Since 2003, its periodical Ost-West-Perspektiven (EastWest Perspectives) has also dealt more intensively with the situation in Artsakh. The Chairs of Eastern Church Studies of the Catholic Theological Faculties are also competently involved in the question of Armenian Christians. A resolution by the Central Committee of German Catholics and Renovabis from December 2021 addresses the current conflict and calls for support and help. The Representation of Catholics in Germany expresses its solidarity with the struggle for the cultural heritage of Artsakh. In seinem Reisebericht durch das »östliche Europa bis nach Isfahan« unter dem Titel Entlang den Gräben, 2018 erschienen, schildert der Kölner Schriftsteller Navid Kermani eine Reise in die Heimat seiner Eltern, Iran. Er gelangt am 46. Tag seiner Reise auch nach Berg-Karabach/Arzach. Der Außenminister des völkerrechtlich nicht anerkannten Staates sagt ihm im Gespräch, es sei kein großer Unterschied, ein anerkannter oder nicht anerkannter Staat zu sein. Er vertrete sein Land in der Welt, allerdings ohne die traditionellen Mittel der Diplomatie: »Dadurch bin ich aber auch freier. Ich existiere ja praktisch nicht.«1 So besonders sei Arzach gar nicht, andere Länder hätten die gleichen Probleme. Und Kermani zitiert hier einen besonders hellsichtigen Schriftsteller-Kollegen aus dessen Buch von 1933, Franz Werfel aus Die Vierzig Tage des Musa Dagh: »Hier wie überall in der Welt war der herrschende Nationalismus am Werke, um ideenerfülte, ja religiöse Reichsgebilde in ihre biologischen Bestandteile aufzulösen«. Und Werfel lobt den Kosmopolitismus der 1 Kermani (2018), 332 f. Kiel-UP • https://doi.org/10.38072/978-3-928794-95-4/p17 358 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը alten Vielvölkerstaaten gegen den Nationalismus der Jungtürken: denn »durch ihren eigenen Nationalwahn erweckten sie den der unterworfenen Völker«.2 Die Armenier haben über die Jahrhunderte ihrer unterschiedlichen Herrschaften ihre Identität über die Religion bewahrt: jeder Armenier gilt aufgrund seiner Ethnie bereits als Christ, ob praktizierend oder nicht. Das gilt für die einheimischen ebenso wie für die Auslandsarmenier. Das älteste christliche Land der Welt zählt nach wie vor über 90% der Bevölkerung, nach dem Zensus von 2011 sind es knapp 93% armenische Christen, wobei allerdings die Intensität der Bindung an die Kirche nicht erfasst wird.3 Nach der Armenischen Apostolischen Kirche ist die zweitstärkste anerkannte Religionsgemeinschaft in Armenien die der Katholiken, also der römisch-katholischen und der mit Rom unierten Mechitaristen. Wie auch in anderen Ländern der Orthodoxie ist im heutigen Armenien das Nebeneinander von Unierten und armenisch-apostolischen Gemeinden ein ökumenisches Problem. Hier entstand eine armenisch-katholische Gemeinschaft erst im 19. Jahrhundert durch Flüchtlinge aus dem Osmanischen Reich. Ungesicherte Zahlen gehen von heute 50000 lateinischen und 220000 orientalischen, unierten Katholiken in Armenien aus. Heute zählt die armenisch-katholische Kirche weltweit insgesamt rund 500000 Gläubige in 15 Bistümern oder Missionen. Ihnen dienen mehr als 100 Priester und 125 Nonnen. Oberhaupt war bis zu seinem Tod am 25. Juni 2015 Patriarch-Katholikos Nerses Bedros XIX. Er residierte im Kloster Bzommar (Libanon). Zu seinem Nachfolger wurde am 24. Juli 2015 der emeritierte Bischof der armenisch-katholischen Kirche in Frankreich Krikor Bedros XX. Ghabroyan gewählt. Diesem folgte im September 2021 Raphaël Bedros XXI. Minassian als Patriarch von Kilikien.4 Raphaël Bedros XXI. Minassian (*24. November 1946 in Beirut) studierte ab 1966 am libanesischen Priesterseminar in Rom und wurde 1973 zum Ordenspriester der Patriarchalen Kongregation von Bzommar (ICPB) geweiht. Von 1996 bis 2006 war er Pfarrer der armenischkat holischen Gemeinde in Kalifornien, hier war er gleichzeitig Herausgeber der Zeitschrift Avetaber-Verelk (Freudebringender Aufstieg) und Gründer eines armenischen Fernsehsenders. 2005 wurde Minassian zum Patriarchalexarch von Jerusalem und Amman ernannt. Mit der Ernennung zum Ordinarius für die armenisch-katholischen Gläubigen in Osteuropa am 24. Juni 2011 erfolgte auch die Ernennung zum Titularerzbischof von Caesarea in Cappadocia degli Armeni. Der frühere Patriarch von Kilikien Erzbischof Nerses Bedros XIX. spendete ihm am 16. Juli 2011 die Bischofsweihe. Die Synode der armenisch-katholischen Kirche wählte Minassian im Einverständnis mit Papst Franziskus zum Patriarchen von Kilikien. Die Wahl wurde am 23. September 2021 bekanntgegeben. Als Patriarch nahm er den Namen Raphaël Bedros XXI. an.5 2 Ebd., 337. 3 Ich danke für Informationen und Hilfe besonders Thomas Bremer, Münster/Berlin, sowie Thomas Schumann und Herbert Schedler von Renovabis. 4 Die Zahlen und Angaben vor allem nach: Basten (2003), 301-303. 5 Siehe Armenian Patriarchal See of Cilicia (2023). Sternberg: Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt | 359 Der Staat Armenien und der Heilige Stuhl (Vatikan) unterhalten diplomatische Beziehungen. Der Sitz des Apostolischen Nuntius, welcher zugleich für Georgien und Aserbaidschan zuständig ist, befindet sich in Tiflis. Seit dem 1. März 2018 ist Erzbischof José Avelino Bettencou rt Nuntius in Armenien. José Avelino Bettencourt (* 23. Mai 1962 auf den Azoren, Portugal) ist ein kanadischer Geistlicher, Erzbischof und Diplomat. Vor seiner Ernennung 2018 war er Protokollchef des Päpstlichen Staatssekretariats. Bettencourt wanderte mit seiner Familie von den Azoren nach Kanada aus. Er empfing am 29. Mai 1993 die Priesterweihe und war zunächst im Erzbistum Ottawa tätig. 1997 trat er der Päpstlichen Diplomatenakademie in Rom bei und wurde nach einem Studium des Kirchenrechts und seiner diplomatischen Ausbildung in der Nuntiatur der Demokratischen Republik Kongo eingesetzt.6 Die Apostolische Administratur Kaukasien (lat.: Apostolica Administratio Caucasi Latinorum) mit Sitz in Tiflis/Georgien wurde am 30. Dezember 1993 mit dem Dekret ›Quo aptius‹ aus dem Bistum Tiraspol heraus gegründet. Ursprünglich umfasste sie die Staaten Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Am 11. Oktober 2000 verlor die Administratur das aserbaidschanische Territorium zugunsten der Errichtung der Mission ›sui juris‹ Baku. Die katholischen Armenier leben größtenteils in den Staaten des Nahen Ostens. Auch in Nordamerika befindet sich eine große katholische Diaspora, welche über eine eigene Eparchie verfügt. Im Jahre 1991 wurde ein Ordinariat für katholische Armenier mit Sitz in Gjumri/ Armenien gegründet, das später um Georgien und Osteuropa erweitert wurde. In der Volkszählung in Arzach von 2005 wurde die Religionszugehörigkeit nicht erhoben. Die armenische Bevölkerung, die laut Volkszählung von 2005 über 99% der Bevölkerung ausmacht (137380 von 137737), gehört wie in Armenien mehrheitlich der Armenischen Apostolischen Kirche an. Nach dieser Zählung gab es damals ganze 6 Aseris, die hier leben und wohl Schiiten waren. Nach Abwanderungen soll es im Jahre 2004 von einst mehreren Tausend noch etwa 30 Juden gegeben haben. Es gab außerdem sehr kleine Gruppen von evangelischen und von orthodoxen Christen. Wie die Zahlenverhältnisse nach Flucht und Vertreibung infolge des Krieges von 2020 aussehen, konnte ich nicht ermitteln. Katholischunierter Bischof dieses Gebiets ist Giuseppe Pasotto CSS, der 10 Pfarreien mit 9 Priestern, 11 Ordensbrüdern und 15 Ordensschwestern leitet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte das dem russischen Reich einverleibte Berg-Karabach noch 222 Kirchen und Klöster. Das Denkmalamt der Republik Arzach listete insgesamt 4.433 christliche Kulturdenkmäler inclusive Kreuzsteinen und archäologische Spuren auf.7 Das vorgegebene Thema lässt keine Darstellung einer durchgehenden Stellungnahme der Katholischen Kirche, bzw. der Katholiken in Deutschland zu. Die Katholische Kirche in Deutschland hat sich zum Konflikt nur gelegentlich geäußert. Für Arzach interessieren sich in der Regel, wie Harutyun Grigorian in seinem Aufsatz über Möglichkeiten und Hindernisse von Versöhnung am Beispiel Berg-Karabach resigniert feststellt, nur wenige: »Die Haupt6 Mehr zu seiner Biographie und Tätigkeit mit weiteren Nachweisen siehe unter: Wikipedia, José Avelino Bettencourt (2023). 7 Nach: Pulling (2022). 360 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը akteure im Publikum zahlreicher öffentlicher Diskussionsveranstaltungen sind jedoch fast immer dieselben Personen aus einem engen Kreis«.8 Das gilt weitgehend auch für die nur sporadischen Wahrnehmungen des Berg-KarabachKonflikts in den deutschen Medien und von Stellungnahmen der deutschen Bischofskonferenz oder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Kontinuität in der Befassung der Themen findet man an Lehrstühlen für Ostkirchenkunde an deutschen Katholisch-Theologischen Fakultäten. Besonders zu nennen sind hier Prof. Dr. Thomas Bremer, Professor für Ökumenik, Ostkirchenkunde und Friedensforschung am Ökumenischen Institut der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster,9 Prof. Dr. Thomas Kremer, Professor für Theologie des Christlichen Ostens der Katholischen Universität Eichstätt10 und Dr. Johannes Oeldemann, Direktor des Johann-Adam-MöhlerInstituts für Ökumenik in Paderborn.11 Alle drei Genannten sind Mitunterzeichner des Aufrufs zum Schutz der Kulturgüter in Karabach von deutschsprachigen Theologinnen und Theologen aus Deutschland und anderen Ländern vom 4. März 2021.12 Im deutschsprachigen Raum sind die österreichischen Bischöfe besonders aufmerksam für die Region. In ihrer Stellungnahme zum Waffenstillstand vom 10. November 2020 weisen sie auf die historischen Verbindungen Österreichs mit »dieser bedeutsamen Region des größeren Europas« hin. Sie heben die persönlichen Bindungen zu Verantwortungsträgern im Südkaukasus hervor, insbesondere zum armenisch-apostolischen Patriarchen Katholikos Karekin II., der in Wien studiert hat. In Pressemeldungen schließen auch sie sich den Friedensappellen des Papstes Franziskus an. Der Papst hatte die beteiligten Konfliktparteien aufgerufen, »nicht daran zu denken, den Konflikt mit Gewalt zu lösen, sondern mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft aufrichtige Verhandlungen zu führen.«13 In diesem Zusammenhang ist der Hinweis wichtig, dass außenpolitische Stellungnahmen der katholischen Kirche als global agierende Institution aus den vatikanischen Stellen, bzw. vom Papst selbst kommen und in Deutschland gegebenenfalls kommentiert werden. In diesem Zusammenhang sind vor allem die beiden Besuche von Papst Franziskus in Armenien vom 24. – 26. Juni 2016 und in Georgien und Aserbaidschan vom 30. September – 2. Oktober desselben Jahres zu beachten. Papst Franziskus war bereits in seiner Zeit in Argentinien mit armenischen Klerikern der apostolischen wie der katholischen Kirche befreundet.14 Nach dem Besuch in Armenien gab der Papst auf dem Flug eine Pressekonferenz, in der er von dem deutschen ARD-Journalisten Tassilo Forchheimer gefragt wurde: 8 In: Ost-West-Perspektiven (2018). 9 Biographie und Tätigkeit siehe unter: Universität Münster (2023). 10 Biographie und Tätigkeit siehe unter: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (2023). 11 Biographie und Tätigkeit siehe unter: Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, Paderborn (2023). 12 Vor allem nach Tamcke (2021), 151-155. 13 Erklärung der Bischofskonferenz Österreichs vom 1.11.2020 und vatikanische Pressemeldung am selben Tag. 14 So in der ersten Frage der Pressekonferenz des Heiligen Vaters auf dem Rückflug nach Armenien, 26. Juni 2016, Der Heilige Stuhl, Pressekonferenz auf dem Rückflug nach Armenien (2016). Sternberg: Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt | 361 »Gestern Abend haben Sie bei dem ökumenischen Gebetstreffen die Jugendlichen aufgefordert, Urheber der Versöhnung mit der Türkei und mit Aserbaidschan zu sein. Ich möchte Sie einfach fragen – da Sie ja in einigen Wochen nach Aserbaidschan reisen –: Was können Sie, was kann der Heilige Stuhl konkret tun, um uns zu helfen, voranzukommen? Was sind die konkreten Zeichen – in Armenien haben Sie solche getan –, welches sind die Zeichen, die Sie morgen in Aserbaidschan setzen werden?« Die Antwort des Papstes: »Ich werde zu den Aserbaidschanern von der Wahrheit sprechen, von dem, was ich gesehen habe, von dem, was ich empfinde. Und ich werde auch sie ermutigen. Ich hatte eine Begegnung mit dem aserbaidschanischen Präsidenten und habe mit ihm gesprochen. Und ich werde auch sagen, dass es eine dunkle Angelegenheit ist, wegen eines Stückchen Landes – denn es ist ja nicht viel – keinen Frieden zu schließen… Aber das sage ich beiden: den Armeniern und den Aserbaidschanern. Vielleicht einigen sie sich nicht über die Modalitäten des Friedenschlusses, und daran muss man eben arbeiten. Aber darüber hinaus weiß ich nichts zu sagen. Ich werde das sagen, was mir zum gegebenen Moment spontan kommt, aber immer im Positiven und im Bemühen, Lösungen zu finden, die gangbar sind, die weiterführen.«15 Auf dem Rückflug aus Baku am 2. Oktober stellte der gleiche Redakteur eine Frage zum gleichen Thema: »Heiliger Vater, nachdem mit allen gesprochen wurde, die diese hässliche Geschichte zwischen Armenien und Aserbaidschan verändern können – was muss geschehen, um zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen, der die Menschenrechte schützt? Was sind die Probleme und welche Rolle kann Eure Heiligkeit haben?« Papst Franziskus darauf: »Zweimal, in zwei Reden, habe ich das Thema angeschnitten. In der letzten habe ich von der Rolle gesprochen, welche die Religionen spielen, um dabei zu helfen. Ich glaube, der einzige Weg ist der Dialog, der aufrichtige Dialog, ohne Heimlichkeiten, ehrlich, Auge in Auge. Die aufrichtige Verhandlung. Und wenn man nicht so weit kommen kann, muss man den Mut haben, vor ein internationales Gericht zu gehen, nach Den Haag zum Beispiel, und sich dem internationalen Urteil unterwerfen. Ich sehe keinen anderen Weg. Die Alternative ist der Krieg, und der Krieg zerstört immer, mit dem Krieg verliert man alles! Und für die Christen gibt es außerdem das Gebet: für den Frieden beten, dass die Herzen diesen Weg des Dialogs, der Verhandlung wählen oder aber ein internationales Gericht anrufen. Aber man kann solche Probleme nicht beibehalten… [...] Und Armenien ist ein 15 Ebd. Der Papst verwendet hier wie schon früher bewusst den Begriff »Völkermord/Genozid« für die osmanischen Verbrechen an den Armeniern. 362 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Land ohne offene Grenzen; es hat Probleme mit Aserbaidschan. Man muss vor das internationale Gericht ziehen, wenn Dialog und Verhandlung nicht fruchten; einen anderen Weg gibt es nicht. Und das Gebet, das Gebet für den Frieden.« 16 Der Papst setzt offenbar auf eine Verhandlungslösung, die unter Umständen von einem internationalen Gerichtshof zu entscheiden ist. In der offiziellen gemeinsamen Erklärung von Papst Franziskus und Katholikos Karekin II., in Etchmiadzin, am Sonntag, dem 26. Juni 2016 abgefasst, heißt es: »Wir bitten die Verantwortungsträger der Nationen inständig, auf das Flehen von Millionen von Menschen zu hören, die sich nach Frieden und Gerechtigkeit in der Welt sehnen, die die Achtung ihrer gottgegebenen Rechte verlangen, die dringend Brot brauchen, nicht Waffen. Leider beobachten wir eine Darstellung von Religion und religiösen Werten in fundamentalistischer Weise, die gebraucht wird, um die Verbreitung von Hass, Diskriminierung und Gewalt zu rechtfertigen. Die Rechtfertigung solcher Verbrechen aufgrund religiöser Vorstellungen ist unannehmbar, denn ›Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens‹ (1 Kor 14,33). Außerdem ist die Achtung gegenüber religiösen Unterschiedlichkeiten die notwendige Bedingung für das friedliche Zusammenleben verschiedener ethnischer und religiöser Gemeinschaften. Gerade weil wir Christen sind, sind wir aufgerufen, Schritte zu Versöhnung und Frieden zu suchen und auszuführen. In diesem Zusammenhang bringen wir auch unsere Hoffnung auf eine friedliche Lösung der Probleme um Nagorny-Karabach zum Ausdruck.« 17 In einem Treffen des Papstes mit aserbaidschanischen Regierungsund Behördenvertretern zitiert der Papst seinen Vorgänger Johannes Paul II. mit einem weit interpretierbaren Satz von dessen Reise in die Region 2002 über die Konfliktregion im Kaukasus: »Ich bin zuversichtlich, dass der Kaukasus mit Gottes Hilfe und dem guten Willen der Parteien der Ort sein kann, wo die Streitfragen und die Unstimmigkeiten durch Dialog und Verhandlungen beigelegt und überwunden werden. Auf diese Weise kann diese Zone, die Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Ihrem Land mit einem schönen Bild als ›Tor zwischen Ost und West‹ bezeichnete, auch zu einem offenen Tor für den Frieden werden und zu einem Vorbild, auf das man schauen kann, um alte und neue Konflikte zu lösen.« 18 Die Verbreitung und Übernahme von Stellungnahmen des Vatikan ist eine der Formen der politischen Meinungsbildung und Einflussnahme der Katholischen Kirche in Deutschland. 16 Der Heilige Stuhl, Pressekonferenz auf dem Rückflug Baku-Rom (2016). 17 Vgl. Der Heilige Stuhl, Gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und Karekin II. (2016). 18 Vgl. Ansprache bei der Begrüßungszeremonie am 22. Mai 2002: L’Osservatore Romano [dt.] Jg. 32, Nr. 22, 31. Mai 2002, 7. Sternberg: Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt | 363 Hier ist eine Reihe von Positionierungen zur aktuellen Auseinandersetzung in und um Arzach zu finden. Die ›Katholische Nachrichten-Agentur‹ (KNA) berichtete in den vergangenen b eiden Jahren auch über das Arzach-Problem. • Am 27. September 2020, dem Tag des Ausbruchs der Kampfhandlungen um Arzach, berichtete KNA über die Rede des Papstes zum Angelus-Gebet in Rom. Der Papst forderte die Gläubigen auf, für Frieden im Krisengebiet Kaukasus zu beten. Er mahnte die Konfliktparteien, guten Willen zu zeigen. Durch Waffengewalt sei keine Lösung zu erzwingen. • Am 7. Oktober 2020 berichtete KNA, Erzbischof Minassian habe ein Eingreifen der EU im Konflikt gefordert. Er wird zitiert mit dem Satz: »Menschliches Leben ist viel kostbarer als Öl und Gas. Lassen sie uns verhindern, dass eine Handvoll Dollar einen Krieg auslöst und Menschen sterben lässt.« Ergänzt wird die Meldung durch Informationen zu Arzach/Berg-Karabach und zu den Flüchtlingen im Kriegsgebiet. • Am 10. Oktober 2020 wird der Primas von der Diözese Arzach, Erzbischof Pargew Martirosian zitiert. Er setze auf die deutsche Bundesregierung bei der Lösung des Konfliktes. Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel könne mit ihrem großen Einfluss helfen, eine Lösung und Frieden zu finden. Der Bericht geht ausführlich auf die Zerstörung der Christ-Erlöser Kathedrale in Schuschi ein. • Am 11. Oktober 2020 lautet die Überschrift der KNA-Meldung: »Papst fordert Einhaltung des Waffenstillstands im Kaukasus«. Erneut hatte der Papst beim Mittagsgebet in Rom zu dem Konflikt Stellung genommen. Er mahnte, den Verlust von Menschenleben zu vermeiden und Häuser und Kirchen nicht weiter sinnlos zu zerstören, um der Bevölkerung weiteres Leid zu ersparen. Mit vertiefenden Informationen wird die Äußerung der deutschen Bundesregierung zitiert, die ebenfalls aufgerufen hatte, den Waffenstillstand zu respektieren. • Ein Jahr später, am 13. Oktober 2021 berichtet KNA über den Versuch der Religionsführer, zur Versöhnung zwischen Aserbaidschan und Armenien beizutragen. Der Katholikos Karekin II. und der Großmufti Aserbaidschans Scheich-ul-Islam Allahshukur Paschazade seien bei Patriarch Kyrill I. in Moskau getroffen. Man wolle eine Antwort finden auf Versuche, den Krieg mit Religion zu verbinden. Das Frieden stiftende Potential der Religionen solle das Zusammenwohnen ermöglichen. Der Glaube an Gott und die Liebe trage dazu bei, die Wunden zu heilen. Auf diesem schwierigen Weg seien Weisheit und Weitblick erforderlich. Vertrauen, Respekt und gegenseitige Hilfe seien notwendig, um eine gute Nachbarschaft zwischen Religionen und Völkern zu ermöglichen. Es gebe keine andere Zukunft für das aserbaidschanische und das armenische Volk als das Zusammenwohnen. • Ein besonders ausführlicher Hintergrund-Artikel erschien am 14. Februar des Jahres 2022. Autor war der Redakteur der katholischen Partneragentur in Österreich ›Kathpress‹, Georg Pulling. Anlass war die Ankündigung Aserbaidschans, angebliche »Fälschungen« christlicher Inschriften in Arzach zu zerstören. »Gilt nun die Geschichtsschreibung des Stärkeren?« lautet seine Titelfrage. Anfang Februar hatte der aserbaidschanische Kultur- 364 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը minister Anar Karimov die Bildung einer Arbeitsgruppe für die zurückeroberten Gebiete Berg-Karabachs angekündigt. Sie solle »fingierte Spuren der Armenier an albanischen religiösen Stätten« entfernen. Die historische Begründung bezieht sich auf ein antikes kaukasisches Königreich Albanien, das bis ins 9. Jahrhundert existierte. Schon im Mai 2021 hatten Behörden begonnen, die zerstörte Kathedrale von Schuschi zu »restaurieren«, um ihr ihre »ursprüngliche Form« zurückzugeben. Der Protest der armenischen Kirche gegen diesen »antizivilisatorischen Akt« der Feindseligkeit und des Hasses wird berichtet. Die armenische Kirche hatte gegen den »offenen kulturellen Genozid durch Aserbaidschan« die internationale Gemeinschaft und Organisationen zur Unterstützung aufgerufen. Der Artikel beklagt die mangelnde internationale Aufmerksamkeit für diesen »Kulturkampf«. Die Indienstnahme von historischen Vorgängen zur Legimitierung gegenwärtiger nationalistischer Interessen ist, möchte ich ergänzen, ein Muster, das auch den aktuellen Krieg Russlands gegen die Ukraine und auch 84 Jahre früher den Überfall Deutschlands auf Österreich und Tschechien grundiert. Bei dem letztgenannten Artikel handelt es sich um die umfassendste Darstellung der Situation in Arzach/Berg-Karabach in den letzten Jahren. Die wichtigste deutsche katholische Stimme zu den Kaukasusrepubliken ist die der ›Solidaritätsaktion Renovabis‹. Als »Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittelund Osteuropa« wurde Renovabis 1993 von derDeutschen Bischofskonferenz(DBK) gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken( ZdK) gegründet. Die Aktion sollte »eine Antwort der deutschen Katholiken auf den gesellschaftlichen und religiösen Neuanfang in den Staaten des ehemaligen Ostblocks nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme« sein. Renovabis unterstützt pastorale, soziale und gesellschaftliche Projekte in den ehemalssozialistischenLändern.Dort ist der zuständige Referent Herbert Schedler, der sich seit 1995 mit den Kaukasus-Republiken befasst.19 Diese Organisation ist zu einer gewichtigen Stimme im Kontakt zu mittelund osteuropäischen Ländern nicht zuletzt durch ihr Publikationsorgan Ost-West-Perspektiven geworden. Ein Heft der Zeitschrift befasste sich 2003 ausführlich mit den Kirchen in den Kaukasus-Republiken. Projektpartner von Renovabis ist der armenisch katholische Erzbischof Minassian. Unter anderem wurde am 9. Oktober 2020, zwei Tage nach Beginn der Kampfhandlungen, eine Soforthilfe von 30000 € für die Region bereitgestellt.20 Mit diesem Geld konnten 50 geflüchtete Familien aus Arzach in einem früheren Sommerferienlager der Caritas-Armenien untergebracht werden. Im Februar 2021 fand im Rahmen der On-Line-Gesprächsreihe ›Listen to the East‹ von Renovabis und Katholischer Akademie in Berlin eine 19 Informationen über die Hilfsleistungen und Aktivitäten von Renovabis vor allem über die Website։ www.renovabis.de (letzter Zugriff: 28.8.2023). 20 Nach einer Pressemeldung von Renovabis in: KNA-Notizblock vom 5. Juli 2022. Sternberg: Die katholische Kirche in Deutschland und der Arzach-Konflikt | 365 Veranstaltung über die Situation in Armenien und Arzach mit 190 Teilnehmern statt.21 Gesprächspartner war der Projektleiter an der Diözese in Vayots Dzor/Armenien sowie Dozent an der Amerikanischen Universität in Jerewan, Harutyun G. Harutyunyan, der in Eichstätt und Münster studiert hatte. Eine dezidierte Stellungnahme der Katholiken in Deutschland zum Konflikt um Berg-Karabach/Arzach erschien am 3. Dezember 2021 als eine gemeinsame Erklärung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und der Solidaritätsaktion Renovabis. Der Titel lautet: Vertreibung stoppen – Menschliches Elend lindern – Kulturelles Erbe bewahren! Katholiken rufen zur Unterstützung der Berg-Karabach-Armenier auf. Zu Beginn der Erklärung wird die Situation beschrieben: »Mit großer Sorge sehen das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und die Solidaritätsaktion Renovabis die bedrohte Lage der Menschen in der umkämpften Region BergKarabach. Die dort nachweislich seit Jahrhunderten lebenden christlichen Armenierinnen und Armenier sind existentiell bedroht. Heute beziffert sich ihre Zahl auf 150.000. Unsere Geschwister im Glauben fürchten um ihr Leben. In Folge des jüngsten Krieges zwischen Aserbaidschan und Armenien hat sich ihre unsichere Situation weiter verschärft. Der Konflikt hat bereits Tausende Menschenleben gekostet. Das reiche armenische Kulturgut sowie Kirchen und Klöster wurden gezielt zerstört und sind weiterhin bedroht. Durch Vermittlung von Russland ist nunmehr ein Waffenstillstand ausgehandelt worden, der für viele Armenier den Verlust ihrer Heimat bedeutet. Aus den Gebieten, die an Aserbaidschan übergeben werden sollen, fliehen die Menschen zu Zehntausenden in die Republik Armenien. Die Auseinandersetzungen um Berg-Karabach gehen auch auf weit über hundert Jahre währende ethnische und religiöse Spannungen zurück. Viele der heutigen Bewohner sind Nachkommen von Überlebenden des Völkermords an den Armeniern des Osmanischen Reichs 1915/16. Auf dem Hintergrund ihrer traumatischen kollektiven Erinnerung, angesichts der massiven Beteiligung der Türkei am Konflikt und aserbaidschanischer Kriegspropaganda löste der Angriff auf ihre Region bei den Armeniern tiefe Existenzangst aus. Auch die aktive Teilnahme der vom Nachbarland Türkei in die Region geschleusten islamistischen Söldner an den Kriegshandlungen verursachte Entsetzen und Panik und vertiefte den Eindruck eines auch religiös motivierten Krieges. Das armenische Volk und seine Kultur in der Kaukasusregion sind massiv gefährdet. Darauf weist auch der Ökumenische Rat der Kirchen in seiner Verlautbarung von Mitte November hin.« Auf diese Analyse und »der existentiellen Bedrohung unserer christlichen Geschwister« folgt der Aufruf an die Kirchen, die Bundesregierung und die Europäische Union: 21 Nachzuhören bei Renovabis (2023). 372 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը կոչերին։ Ինչպես գիտենք, Հռոմի պապն ինքը երկու կողմերին էլ կոչ էր արել «չմտածել հակամարտությունը ուժային ճանապարհով լուծելու մասին, այլ անկեղծ բանակցություններ վարել միջազգային հանրության օգնությամբ»։13 Այս համատեքստում ուշագրավ է այն հանգամանքը, որ կաթոլիկ եկեղեցու պարագայում` որպես գլոբալ դերակատարություն ունեցող մի կառույց, արտաքին քաղաքականության բոլոր արտահայտված դիրքորոշումներն արվում են Վատիկանի իշխանությունների կամ համապատասխանաբար անձամբ Հռոմի պապի կողմից և պետք եղած դեպքում՝ մեկնաբանվում Գերմանիայում: Այս կապակցությամբ հարկ է նշել Հռոմի պապ Ֆրանցիսկոսի զույգ այցերը նախ 2016 թ. հունիսի 24-26-ը Հայաստան, և ապա նույն տարվա սեպտեմբերի 30-ից հոկտեմբերի 2-ը Վրաստան ու Ադրբեջան։ Հռոմի Ֆրանցիսկոս պապը, նախապես Արգենտինայում եղած ժամանակ, արդեն իսկ մտերմիկ հարաբերություններ ուներ առաքելական և կաթոլիկ եկեղեցիների հայ հոգևորականների հետ:14 Հայաստան կատարած այցից հետո Հռոմի պապը մամլո ասուլիս է տվել թռիչքի ընթացքում, որտեղ նրան գերմանական ARD հեռուստաալիքի լրագրող Տասիլո Ֆորխհայմերը հարցրել է. «Երեկ երեկոյան էկումենիկ աղոթքի հանդպիման ժամանակ Դուք երիտասարդներին կոչ արեցիք հաշտության սկզբնադիր դառնալ Թուրքիայի և Ադրբեջանի հետ։ Ուղղակի կցանկանայի Ձեզ հարցնել, քանի որ մի քանի շաբաթից պատրաստվում եք մեկնել Ադրբեջան, ի՞նչ կարող եք Դուք, ի՞նչ կարող է կոնկրետ Սուրբ Աթոռն անել, որպեսզի օգնի մեզ առաջխաղացում ունենալ: Որո՞նք են այն կոնկրետ ազդակները, նման ազդակներ Դուք տվել եք Հայաստանում, ի՞նչ ազդակներ եք տալու վաղն Ադրբեջանում»: Պապի պատասխանը. «Ադրբեջանցիների հետ ես կխոսեմ ճշմարտության մասին, այն, ինչ տեսել եմ, ինչ զգում եմ: Եվ ես նրանց նույնպես կխրախուսեմ։ Ես հանդիպել և զրուցել եմ Ադրբեջանի նախագահի հետ։ Եվ ես կասեմ նաև, որ սա մի խավար գործ է, մի հողակտորի պատճառով, որն այնքան էլ մեծ չէ, հաշտություն չկնքել... Սակայն սա ես երկուսին էլ ասում եմ՝ հայերին և ադրբեջանցիներին։ Միգուցե նրանք չեն համաձայնվում խաղաղության կնքման եղանակների վերաբերյալ, և հենց դրա վրա պետք է աշխատանք տանել: Դրանից բացի չգիտեմ ինչ ասեմ։ Կասեմ այն, ինչ տվյալ պահին ինքնաբերաբար կգա մտքիս, բայց միշտ դրական դաշտում և՝ այնպիսի լուծումներ գտնելու ձգտումով, որոնք կենսունակ են ու նպաստում են առաջխաղացմանը»։ 15 13 2020 թ. նոյեմբերի 1-ի Ավստրիայի եպիսկոպոսաց ժողովի հռչակագիրը և նույն օրվա Վատիկանի մամուլի հաղորդագրությունը։ 14 Մամլո ասուլիսի առաջին հարցում 2016 թ. հունիսի 26-ին Հայաստանից հետադարձ թռիչքի ժամանակ։ Տես՝ Der Heilige Stuhl, Pressekonferenz auf dem Rückflug nach Armenien (2016)։ 15 Նույնը։ Այստեղ նույնպես, ինչպես և նախկինում, Հռոմի պապը միտումնավոր օգտագործում է Շտերնբերգ, Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը | 373 Հոկտեմբերի 2-ին, Բաքվից վերադարձի թռիչքի ժամանակ նույն խմբագիրը միևնույն թեմայով մեկ այլ հարց է տվել. «Սրբազան հայր, բոլոր նրանց հետ խոսելուց հետո, ովքեր կարող են փոխել այս ահավոր պատմությունը Հայաստանի և Ադրբեջանի միջև, ի՞նչ պետք է արվի՝ մնայուն խաղաղության հասնելու համար, որը կպաշտպանի մարդու իրավունքները: Որո՞նք են հիմնախնդիրները և ի՞նչ դեր կարող է ունենալ Ձերդ Սրբությունը»։ Ֆրանցիսկոս պապն՝ ի պատասխան. «Երկու անգամ, երկու ելույթներում ես շոշափեցի այդ թեման։ Վերջինում խոսեցի այն դերի մասին, որ կրոնները խաղում են՝ տվյալ պարագայում աջակցելու համար: Կարծում եմ, որ միակ ճանապարհը երկխոսությունն է, անկեղծ երկխոսությունը, առանց գաղտնիության, անկեղծ՝ երես առ երես։ Անկեղծ բանակցությունը։ Եվ եթե չես կարող այդքան հեռու գնալ, պետք է համարձակություն ունենաս, միջազգային դատարանի դիմել, օրինակ Հաագայում, և միջազգային դատավճիռն ընդունել: Այլ ճանապարհ ես չեմ տեսնում։ Այլընտրանքը պատերազմն է, իսկ պատերազմը մշտապես կործանում է, և պատերազմով կորցնում ես ամեն ինչ։ Իսկ քրիստոնյաների պարագային բացի այդ գոյություն ունի նաև աղոթքը. աղոթել խաղաղության համար, որպեսզի սրտերն ընտրեն երկխոսության ու բանակցությունների այս ճանապարհը, կամ էլ միջազգային դատարան դիմեն: Բայց նման խնդիրները չի կարելի շարունակ պարտակել... [...] Իսկ Հայաստանը բաց սահմաններ չունեցող երկիր է. նա խնդիրներ ունի Ադրբեջանի հետ։ Պետք է դիմել միջազգային դատարան, երբ երկխոսությունն ու բանակցություններն ապարդյուն են մնում, այլ ճանապարհ չկա։ Եվ աղոթքը, աղոթք խաղաղության համար»:16 Հռոմի պապը, ակնհայտորեն, կարևորում է բանակցային հանգուցալուծումը, որը, որոշակի հանգամանքներում, պետք է որոշվի միջազգային դատարանի կողմից: Հռոմի Ֆրանցիսկոս պապի և Գարեգին Բ կաթողիկոսի պաշտոնական համատեղ հայտարարության մեջ, որը շարադրված է Էջմիածնում, 2016 թ. հունիսի 26-ին, կիրակի օրը, ասվում է. «Մենք հորդորում ենք ազգերի առաջնորդներին՝ ունկնդրելու միլիոնավոր մարդկային արարածների կոչին, ովքեր խաղաղություն և արդարություն են տենչում աշխարհում, ովքեր հարգանք են պահանջում իրենց աստվածատուր իրավունքների նկատմամբ, ովքեր անհապաղ կարիք ունեն հացի, այլ ոչ թե զենքերի: Ցավոք, մենք ականատես ենք կրոնի և կրոնական արժեքների արմատական «ցեղասպանություն/գենոցիդ» եզրույթը՝ հայերի դեմ օսմանյան ոճրագործությունների դեպքում։ 16 2016 թ. հունիսի 26-ի Սրբազան Հոր մամլո ասուլիս Բաքվից դեպի Հռոմ հետադարձ թռիչքի ժամանակ։ Տես՝ Der Heilige Stuhl, Pressekonferenz auf dem Rückflug Baku-Rom (2016)։ 374 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը դրսևորումների, որոնք կիրառվում են՝ ատելության, խտրականության ու բռնության տարածումն արդարացնելու համար: Նմանատիպ հանցանքների՝ կրոնական գաղափարներով արդարացումն անընդունելի է, քանի որ «Աստված խռովության Աստվածը չէ, այլ խաղաղության» (Ա Կոր. 14:33): Ավելին, կրոնական տարբերությունների հանդեպ հարգանքն անհրաժեշտ պայման է էթնիկ ու կրոնական տարբեր համայնքների խաղաղ համակեցության համար: Եվ հենց քրիստոնյա լինելով է, որ մենք կոչված ենք խաղաղության ու հաշտության ուղիներ փնտրելու և իրագործելու: Այս իմաստով մենք հուսով ենք, որ Լեռնային Ղարաբաղին վերաբերող հարցերը կգտնեն խաղաղ լուծում»։ 17 Ադրբեջանական կառավարության և պաշտոնական ներկայացուցիչների հետ հանդիպման ժամանակ Հռոմի պապը վկայակոչել է իր նախորդի՝ Հովհաննես Պողոս Բ-ի լայն մեկնաբանություն թույլատրող նախադասությունը, որը վերջինս արտահայտել էր 2002 թ. այս երկրամաս կատարած այցի ժամանակ՝ Կովկասում հակամարտող տարածաշրջանի մասին. «Լիահույս եմ, որ Աստծո օգնությամբ և կողմերի բարյացակամությամբ Կովկասը կարող է այն տարածաշրջանը լինել, որտեղ հարցերն ու տարաձայնությունները կարգավորվում և հանգուցալուծվում են երկխոսության և բանակցությունների միջոցով: Այսպիսով` այս գոտին, որը Հովհաննես Պողոս Բ-ն, Ձեր երկիր կատարած այցի ժամանակ, մի գեղեցիկ պատկերով բնութագրել էր որպես «դարպաս արևելքի և արևմուտքի միջև», կարող է նաև դեպի խաղաղություն բացված դուռ և տիպար դառնալ, որից կարելի է օրինակ վերցնել, հին ու նոր հակամարտությունները հանգուցալուծելու համար»: 18 Վատիկանի կո ղմից հայտարարությունների տարածումն ու ընդունումը դա Գերմանիայում կաթոլիկ եկեղեցու քաղաքական կարծիքներ ձևավորելու և ազդեցություն ձեռք բերելու ձևերից մեկն է։ Այստեղ կարելի է գտնել մի շարք դիրքորոշումներ Արցախում և նրա շուրջ ընթացող ներկայիս վիճաբանության վերաբերյալ։ Վերջին երկու տարիներին արցախյան խնդրին անդրադարձել է նաև տեղի կաթոլիկ լրատվական գործակալությունը (Katholische Nachrichten-Agentur/KNA)։ • 2020 թ. սեպտեմբերի 27-ին, այն օրը, երբ սկսվեցին Արցախի շուրջ մարտական գործողությունները, KNA-ն հաղորդում է Հռոմում, Անգելուս աղոթքի ընթացքում պապի ելույթի մասին։ Նա հավատացյալներին կոչ է անում աղոթել 17 Տեքստի հայերեն տարբերակը՝ Արմենպրես, 26 հունիս 2016, «Ամենայն Հայոց կաթողիկոսն ու Հռոմի պապը ստորագրել են համատեղ հռչակագիր», տես՝ https://armenpress.am/arm/news/852281.html (hարցվել է 28.8.2023)։ 18 Տե՛ս 2002 թ. մայիսի 22-ի դիմավորման արարողության ուղերձը՝ L‘Osservatore Romano [գերմ.] հ. 32, թիվ 22, 31 մայիսի 2002, 7։ Շտերնբերգ, Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը | 375 կովկասյան ճգնաժամային գոտում խաղաղության համար, իսկ հակամարտող կողմերին հորդորում՝ բարի կամք դրսևորել, քանզի ոչ մի լուծում չի կարող պարտադրվել զենքի ուժով։ • 2020 թ. հոկտեմբերի 7-ին KNA-ն հայտնում է, որ Ռաֆայէլ արքեպս. Մինասեանը կոչ է արել ԵՄ-ին՝ միջամտել հակամարտությանը: Նրա խոսքի մեջբերումն է. «Մարդկային կյանքը շատ ավելի արժեքավոր է, քան նավթն ու գազը: Եկեք թույլ չտանք, որ մի բուռ դոլարի պատճառով պատերազմ սկսվի և մարդիկ մահանան»: Զեկույցը հավելվել է Արցախի/Լեռնային Ղարաբաղի և պատերազմական գոտում փախստականների տեղեկություններով: • 2020 թ. հոկտեմբեր 10-ին մեջբերում է կատարվում Արցախի առաջնորդ, Պարգև արքեպս. Մարտիրոսյանից: Նա շեշտադրում է, որ Գերմանիայի կառավարությունը պետք է ներգրավվի հակամարտության հանգուցալուծմանը։ Ժամանակի կանցլեր, Անգելա Մերկելը կարող է իր մեծ ազդեցությամբ օգնել, որպեսզի գտնվի խաղաղության լուծումը։ Զեկույցը մանրամասնորեն անդրադառնում է Շուշիի Ամենափրկիչ տաճարի ավերմանը: • 2020 թ. հոկտեմբերի 11-ին KNA հաղորդման վերնագիրն է՝ «Հռոմի պապը կոչ է անում պահպանել հրադադարը Կովկասում»։ Պապը կրկին մեկնաբանել է հակամարտությունը Հռոմում կեսօրյա աղոթքի ժամանակ: Նա կոչ է արել խուսափել մարդկային կյանքի կորուստներից և դադարեցնել այլևս տների ու եկեղեցիների անիմաստ ավերումը՝ բնակչությանն էլ ավելի տառապանք չպատճառալու համար։ Ավելի խորքային տեղեկություններով մեջբերվում է Գերմանիայի դաշնային կառավարության հայտարարությունը, որտեղ նույնպես կոչ էր արվել հարգել զինադադարը։ • Մեկ տարի անց՝ 2021 թ. հոկտեմբերի 13-ին, KNA-ն հաղորդում է Ադրբեջանի և Հայաստանի միջև հաշտեցմանը նպաստելու կրոնական առաջնորդների փորձի մասին։ Գարեգին Բ կաթողիկոսն ու Ադրբեջանի մեծ մուֆթի, շեյխ ուլ-իսլամ Ալլահշուքյուր Փաշազադեն հանդիպել են Մոսկվայում՝ պատրիարք Կիրիլ Ա-ի մոտ։ Նրանք կամենում են պատասխան գտնել` պատերազմը կրոնի հետ կապելու փորձերի դեմ։ Կրոնների խաղաղարար ներուժը պետք է հնարավոր դարձնի համակեցությունը: Հավատքն առ Աստված և սերն օգնում են բուժել վերքերը: Այս դժվարին ճանապարհը պահանջում է իմաստություն և հեռատեսություն: Անհրաժեշտ են վստահություն, հարգանք և փոխադարձ օգնություն՝ կրոնների և ժողովուրդների միջև բարիդրացիական հարաբերությունների հաստատման համար: Ադրբեջանցի և հայ ժողովրդի համար չկա այլ ապագա, քան միասին ապրելը։ • Հատկապես հանգամանալից և խորքային մի հոդված է հրապարակվել է 2022 թ. փետրվարի 14-ին: Հեղինակն Ավստրիայի գործընկեր, Kathpress կոչվող կաթոլիկ գործակալության խմբագիր՝ Գեորգ Փուլինգն էր: Շարժառիթն Արցախում քրիստոնեական արձանագրությունները «կեղծիքների» պատրվակով ոչնչացնելու մասին Ադրբեջանի հայտարարությունն էր։ 376 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը «Արդյո՞ք այժմ առավել ուժեղներն են պատմագրություն թելադրողները», այսպես է հնչում նրա վերնագրի հարցը։ Փետրվարի սկզբին Ադրբեջանի մշակույթի նախարար Անար Քարիմովը ծանուցել էր Լեռնային Ղարաբաղի վերագրավված տարածքների համար հատուկ աշխատանքային խմբի ստեղծման մասին։ Այն պետք է որ վերացներ «հայերի մտացածին հետքերը ալբանական սրբավայրերի վրայից»։ Դրա պատմական հիմնավորումն է անտիկ շրջանի կովկասյան Ալբանիայի թագավորությունը, որը գոյություն է ունեցել մինչև 9-րդ դ.։ Արդեն իսկ 2021 թ. մայիսին պետական մարմինները սկսել էին «վերականգնել» Շուշիի ավերված տաճարը՝ այն իր «բնօրինակ տեսքին» վերադարձնելու նպատակով։ Հաղորդվում է նաև Հայ եկեղեցու բողոքի մասին՝ թշնամանքի և ատելության այս «հակաքաղաքակրթական ակտի» դեմ։ Հայ եկեղեցին կոչ էր արել միջազգային հանրությանը և կազմակերպություններին՝ աջակցություն ցուցաբերել «Ադրբեջանի կողմից իրականացվող բացահայտ մշակութային ցեղասպանության» դեմ։ Հոդվածում ափսոսանք է հայտնվում այս «մշակութային պատերազմի» նկատմամբ միջազգային թերի ուշադրության համար։ Կցանկանայի իմ կողմից ավելացնել, որ պատմական իրադարձությունների օգտագործումն առկա ազգայնական շահերն արդարացնելու համար՝ մի շաբլոնային օրինակ է, որն ընկած է նաև Ուկրաինայի դեմ Ռուսաստանի ներկայիս պատերազմի ու նաև 84 տարի առաջ՝ Ավստրիայի և Չեխիայի վրա Գերմանիայի հարձակման հիմքում: Վերջում նշված հոդվածը ներառնում է Արցախում/Լեռնային Ղարաբաղում վերջին տարիների իրավիճակի ամենից ընդգրկուն ներկայացումը։ Կովկասի հանրապետություններին ուղված կարևորագույն ձայնը Գերմանիայի կաթոլիկների պարագայում պատկանում է «Ռենովաբիս համերաշխության նախաձեռնությանը»: Այն հիմնադրվել է 1993 թ. Գերմանիայի կաթոլիկ եպիսկոպոսների խորհրդի և գերմանացի կաթոլիկների կենտրոնական կոմիտեի կողմից` որպես «գերմանացի կաթոլիկների համերաշխության նախաձեռնություն կենտրոնական և արևելյան Եվրոպայի ժողովուրդների հետ»։ Այս նախաձեռնությունը պետք է լիներ «գերմանացի կաթոլիկների պատասխանը նախկին արևելյան բլոկի երկներում կոմունիստական համակարգերի փլուզումից հետո սկսված սոցիալական և կրոնական վերածննդի»։ Ռենովաբիսը աջակցություն է ցուցաբերում նախկին սոցիալիստական երկրներում իրականացվող հովվական, սոցիալական և համայնքային ծրագրերին։ Դրա տարածաշրջանային պատասխանատուն է Հերբերտ Շեդլերը, ով 1995 թ.-ից զբաղվում է կովկասյան հանրապետություններով։19 Այս կազմակերպությունը կարևոր դերակատար է դարձել կենտրոնական և արևելյան Եվրոպայի երկրների հետ շփման հարցերում, շնորհիվ հատկապես 19 Ռենովաբիսի օգնության ծրագրերի ու առհասարակ տարածաշրջանային գործունեության մասին տեղեկությունները հիմնականում կարելի է տեսնել իրենց կայքում՝ www.renovabis.de (hարցվել է 28.8.2023)։ Շտերնբերգ, Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը | 377 իր «Արևելք-արևմուտք հեռանկարներ» (Ost-West-Perspektiven) պարբերականին: 2003 թ. մի ողջ համար մանրամասնորեն անդրադարձել էր կովկասյան հանրապետությունների եկեղեցիներին։ Ռենովաբիսի գործընկերը, ծրագրային առումով, հայ կաթոլիկ արքեպիսկոպոս Մինասեանն է։ 2020 թ. հոկտեմբերի 9-ին, ռազմական գործողությունների սկսվելուց երկու օր անց, ի թիվս այլ օժանդակությունների, 30000 եվրոյի չափով շտապ օգնություն է տրամադրվում տարածաշրջանին:20 Այս գումարի շնորհիվ՝ Արցախից տեղահանված 50 ընտանիք կարողանում են տեղավորվել Հայաստանի Կարիտասի նախկինում միայն ամառային շրջանում գործող ճամբարում։ 2021 թ. փետրվարին Ռենովաբիսի և Բեռլինի կաթոլիկ ակադեմիայի կազմակերպած «Լսիր արևելքին» առցանց բանախոսությունների շարքում տեղի ունեցավ միջոցառում՝ նվիրված Հայաստանում և Արցախում տիրող իրավիճակին, որին ներկա էին 190 դիտորդ։21 Հրավիրված զրուցակիցը Վայոց ձորի Հայ առաքելական եկեղեցու թեմի ծրագրերի ղեկավար, ինչպես նաև Հայաստանի ամերիկյան համալսարանի դասախոս, Հարություն Գ. Հարությունյանն էր, ով ուսանել է Այխշթեթում և Մյունստերում։ 2021 թ. դեկտեմբերի 3-ին հրապարակվել է Գերմանիայում կաթոլիկների հստակ դիրքորոշումը Լեռնային Ղարաբաղի/Արցախի հակամարտության վերաբերյալ` որպես գերմանացի կաթոլիկների կենտրոնական կոմիտեի և Ռենովաբիսի համատեղ հայտարարություն: Դրա վերնագրում ասվում է. «Դադարեցնե՛լ տեղահանումները – Ամոքե՛լ մարդկային տառապանքները – Պահպանե՛լ մշակութային ժառանգությունը: Կաթոլիկները կոչ են անում աջակցել Լեռնային Ղարաբաղի հայերին»։ Հայտարարության սկզբում նկարագրվում է իրավիճակը. «Գերմանացի կաթոլիկների կենտրոնական կոմիտեն և Ռենովաբիս համերաշխության նախաձեռնությունը մեծ անհանգստությամբ են դիտում Լեռնային Ղարաբաղի վիճելի տարածաշրջանում վտանգված մարդկանց իրավիճակը: Դարեր շարունակ այնտեղ ապրող քրիստոնյա հայերին, ինչը փաստված է, ներկայումս գոյաբանական վտանգ է սպառնում։ Այսօր նրանց թիվը հասնում է 150 հազարի։ Մեր հավատակից եղբայրներն ու քույրերը վախենում են իրենց կյանքի համար: Նրանց անապահով իրավիճակն ավելի է սրվել Ադրբեջանի և Հայաստանի միջև վերջին պատերազմի հետևանքով։ Այդ հակամարտությունն արդեն հազարավոր կյանքեր է խլել։ Հայկական հարուստ մշակութային արժեքները, ինչպես նաև եկեղեցիներն ու վանքերը միտումնավոր ավերվել են և դեռ մնում են վտանգված։ Այժմ Ռուսաստանի միջնորդությամբ համաձայնություն է ձեռք բերվել զինադադարի մասին, ինչը բազում հայերի համար հայրենիքի կորուստ է նշանակում։ Այն տարածքներից, որոնք պետք է հանձնվեն Ադրբեջանին, տասնյակ հազարավոր մարդիկ փախչում են Հայաստանի Հանրապետություն։ 20 Համաձայն Ռենովաբիսի մամուլի հաղորդագրության՝ KNA-Notizblock (5 հուլիսի 2022): 21 Կարելի է լսել իրենց կայքում՝ www.renovabis.de (hարցվել է 28.8.2023)։ 378 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Լեռնային Ղարաբաղի շուրջ բախումների հիմքում ընկած են ավելի քան հարյուր տարի տևող էթնիկ և կրոնական լարվածություններ: Այսօրվա բնակիչներից շատերը դա 1915-1916 թթ. օսմանյան կայսրության կողմից հայերի հանդեպ իրագործված ցեղասպանությունից վերապրածների ժառանգներն են: Նրանց տրավմատիկ հավաքական հիշողության ֆոնին, հաշվի առնելով Թուրքիայի զանգվածային ներգրավվածությունը հակամարտությանը և Ադրբեջանի պատերազմաքարոզչական պրոպագանդան, հայերի մոտ սեփական տարածաշրջանի վրա հարձակումն առաջացրել է գոյութենաբանական խորքային սարսափներ։ Հարևան Թուրքիայից անօրինական կերպով տարածաշրջան տեղափոխված իսլամիստ վարձկանների ակտիվ մասնակցությունը պատերազմին ևս սարսափ ու խուճապ է առաջացրել, ինչպես նաև՝ հիմնավորել կրոնական դրդապատճառներ ունեցող պատերազմի տպավորությունը։ Հայ ժողովուրդն ու նրա մշակույթը կովկասյան տարածաշրջանում զանգվածայնորեն վտանգված են։ Այս մասին բարձրաձայնում է նաև Եկեղեցիների համաշխարհային խորհուրդն իր նոյեմբերի կեսերին հրապարակված հայտարարությամբ»։ Այս վերլուծությանը և «մեր քրիստոնյա եղբայրներին ու քույրերին սպառնացող գոյաբանական սպառնալիքին» հաջորդում է բոլոր մյուս եկեղեցիներին, Գերմանիայի դաշնային կառավարությանը և Եվրամիությանն ուղղված կոչը. • «Պահանջում ենք մարդասիրական լայնածավալ աջակցություն` Կովկասում ձմռան սկզբին Հայաստան փախած և իրենց տներն ու բնակարանները կորցրած մարդկանց: • Լեռնային Ղարաբաղը (բացի մինչև գործող զինադադարը Հայաստանի կողմից գրավված շրջանների) իր հայ բնակչությամբ պետք է անցնի ՄԱԿ-ի մանդատի պաշտպանության ներքո։ Միայն այսպես կարելի է տարածաշրջանում տևապես կանխել նոր պատերազմական գործողություններն ու ամրապնդել ապագա խաղաղ գոյակցությունը։ • Կոչ ենք անում Գերմանիայի դաշնային կառավարությանը` արգելել զենքի մատակարարումը՝ Լեռնային Ղարաբաղում հետագա հակամարտությունների պոտենցիալ դերակատարներին և չբացառել տնտեսական պատժամիջոցները, որպես քաղաքական ազդեցություն գործադրելու միջոց (ագրեսորների դեմ): • Ակնկալում ենք, որ Գերմանիայի դաշնային կառավարությունը բացահայտ կերպով կդատապարտի Լեռնային Ղարաբաղի շուրջ զինված հակամարտությունների ժամանակ կատարված հանցագործությունները։ Եկեղեցիների ռմբակոծումը և կասետային ռումբերի օգտագործումը միջազգային իրավունքի խախտումներ ու ռազմական հանցագործություններ են, որոնք պետք է հստակորեն իրենց անունով կոչվեն և պատժվեն: • Դեմ ենք արտահայտվում քաղաքական և ռազմական նպատակներով կրոնի գործիքավորմանը, ինչն ակնհայտորեն տեղի է ունեցել այս Շտերնբերգ, Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը | 379 հակամարտությունում: Երբ կրոնը չարաշահվում է քաղաքականապես, ապա դա խորապես հակասում է իր էությանը: • Ակնկալում ենք թե՛ Գերմանիայի դաշնային կառավարության և թե՛ հասարակական բոլոր խմբերի, ու հատկապես եկեղեցիների մասնակցութությունը՝ պաշտպանելու հայազգի կրոնական փոքրամասնությանն ու նրա մշակութային արժեքներն Ադրբեջանի կողմից գրավված տարածքներում: Ադրբեջանական Նախիջևանի Ինքնավար Հանրապետությունից հայ բնակչության արտաքսումը և հայկական մշակութային արժեքների ոչնչացումը չպետք է կրկնվեն Լեռնային Ղարաբաղում։ Անհրաժեշտ է բոլոր միջոցներով կանխել տարածաշրջանում հայկական մշակութային ժառանգության կործանումը։ • Կոչ ենք անում բոլոր դավանանքների քրիստոնյաներին` կապ հաստատել Գերմանիայի հայախոս համայնքների հետ և կարեկից դառնալ մեր հավատակից քույրերին և եղբայրներին` իրենց վախերի և նեղության մեջ»: Ինչպես մատնանշվեց ավելի վերևում, այս պահանջները ներկայացվում են Լեռնային Ղարաբաղի/Արցախի հակամարտության վերաբերյալ գերմանացի կաթոլիկների կողմից հնչող, շատ եզակի, հայտարարությունների, ինչպես նաև այս ուղղությամբ Վատիկանի գործունեության համատեքստում: Ցավոք սրտի, տվյալ բանաձևը չգտավ սպասված արձագանքն ամենօրյա մամուլում, բայց որպես դիրքորոշում, վստահաբար ունենալու է դեռ իր հետագա ազդեցությունը։ «Հայկական մշակութային ժառանգությունը Լեռնային Ղարաբաղում/Արցախում և գերմանացիները» թեմայով գիտաժողովի նյութերի հրատարակիչներն ամրագրել են. «Այսօր, համենայն դեպս Գերմանիայում, քչերն են իսկապես ծանոթ Հայ առաքելական եկեղեցուն։ Դրանք հիմնականում նշված ոլորտի մասնագետներն են, կամ առանձին անհատներ, որոնք առնչություն ունեն իրենց հարևանությամբ ապրող հայերի հետ։ Մենք՝ գիտաժողովի կազմակերպիչներս, շահագրգռված ենք շարունակելու վերոնշյալ ավանդույթը։ [...] Մենք շահագրգռված ենք մատնանշելու այն փաստը, որ նաև այստեղ այս յուրահատուկ քրիստոնեական ժառանգությունը պետք է պահպանվի: [...] Հայ եկեղեցին տառապում է Թուրքիայի շատ վայրերում և հարևան Նախիջևանում իր մշակութային ժառանգության կործանման եղելությունից։ Տվյալ իրողությունը պարտավորեցնում է մեզ՝ իբրև հավատակից քույրեր ու եղբայրներ, աջակցելու և պաշտպանելու Հայ եկեղեցին»: 22 Սրան են միանում նաև Գերմանիայում կաթոլիկ քրիստոնյաները։ 22 Tamcke (2021), 30 և շար.: 380 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Գրականություն Armenian Patriarchal See of Cilicia, Bishops, տես՝ http://www.gcatholic.org/dioceses/diocese/cili0. htm?focus=25212&tab=bishops hարցվել է 03.09.2023)։ Basten, Jörg, Länderinfo: Armenien, in: OST-WEST Europäische Perspektiven [OWEP] 4 /2003, 301-303, թարմացված տարբերակով տես՝ www.renovabis. de/laender-projekte/laenderinformationen/armenien (hարցվել է 30.08.2023): Der Heilige Stuhl, Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Armenien. Gemeinsame Erklärung von Seiner Heiligkeit Papst Franziskus und Seiner Heiligkeit Karekin II. im heiligen Etschmiadsin, Republik Armenien, 2016, տես՝ https://www.vatican.va/content/ francesco/de/speeches/2016/june/documents/papafrancesco_20160626_armenia-dichiarazione-congiunta.html (hարցվել է 03.09.2023)։ Der Heilige Stuhl, Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Armenien. Pressekonferenz mit dem Heiligen Vater auf dem Rückflug nach Armenien, 2016, տես՝ https://www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2016/june/documents/papa-francesco_20160626_armenia-conferenza-stampa.html (hարցվել է 03.09.2023): Der Heilige Stuhl, Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Georgien und Aserbaidschan. Pressekonferenz mit dem Heiligen Vater auf dem Rückflug BakuRom, 2016, unter: https://www.vatican.va/content/ francesco/de/speeches/2016/october/documents/ papa-francesco_20161002_georgia-azerbaijan-conferenza-stampa.html (hարցվել է 03.09.2023)։ Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik, Paderborn, Mitarbeiter. Dr. Johannes Oeldemann, տես՝ https://de.moehlerinstitut.de/institut/mitarbeiter/ wissenschaftliches-kollegium/92-institut/mitarbeiterinnen/149-dr-johannes-oeldemann (hարցվել է 03.09.2023)։ Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Mitarbeitende der Stiftungsprofessur. Prof. Dr. Thomas Kremer, տես՝ https://www.ku.de/thf/theologie-deschristlichen-ostens/mitarbeitende/prof-dr-thomaskremer (hարցվել է 03.09.2023)։ Kermani, Navid, Entlang den Gräben. 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Հյուսիսային Հռենոս-Վեսթֆալիա նահանգի արվեստի հիմնադրամի նախագահ, Դյուսելդորֆ, Գերմանիա, [email protected] Թարգմանությունը՝ Արտակ Ավետիս Սահակյանի Շտերնբերգ, Գերմանիայի կաթոլիկ եկեղեցին և Արցախյան հակամարտությունը | 381 Open Access This paper is published under the Creative Commons Attribution–ShareAlike 4.0 International license (CC BY-SA 4.0). Please note that individual, appropriately marked parts of the paper may be excluded from the license mentioned or may be subject to other copyright conditions. If such third party material is not under the Creative Commons license, any copying, editing or public reproduction is only permitted with the prior consent of the respective copyright owner or on the basis of relevant legal authorization regulations.