Kurze Geschichte der Diözese von Arzach | Արցախի թեմի համառոտ պատմություն
Abstract
Der Artikel gibt einen Überblick über die Kirchengeschichte von Arzach aus der Sicht eines ihrer Geistlichen. Der Überlieferung nach wurde sie…
Full text
| 83 Archimandrit Sahak Shakaryan Kurze Geschichte der Diözese von Arzach Abstract The article provides an overview of the church history of Artsakh from the perspective of one of its clergymen. According to tradition, it was founded by Gregory the Illuminator and has been called the ›Church of Aghvank‹ since the second half of the 5th century. Close links to Jerusalem can be observed early on under the apostle disciple Yeghishe. Dad and Khad also played a decisive role in the early days of the church of Artsakh, as evidenced by the magnificent monuments. School buildings modelled on the Mesrop Mashtoz helped to strengthen local Christianity. The Catholicate of Aghavank initially joined the Armenian Apostolic Church, but became independent after the conquest of the region by the Persians. In the 15th century, it finally received its centre in Gandzasar and had 1736 churches in its heyday. The situation changed with the transfer of the region to the Russian Empire in 1813 and the corresponding expansion of the role of the Russian authorities. In 1815, the Catholicate was accordingly abolished and assigned to Echmiadzin. The administration of the newly created diocese was transferred to Shushi. As early as 1918, difficulties caused by Turkish attacks were documented, including the violent killing of 5,000 Armenians. Under Soviet rule, almost all local churches were threatened with closure. The situation only changed in 1989, and in the last 33 years more than 100 church buildings have been renovated or newly built. Due to the war in 2020 and its consequences, the church in Artsakh is once again under massive threat. Die Zivilisation, die sich vor Tausenden von Jahren in der Region von Arzach zu entwickeln begann, ist nicht nur ein Wert für sich, sondern auch ein integraler Bestandteil der Weltgeschichte. Und all dies wurde aufgewertet und mit der Dornenkrone Christi gekrönt seit dem Tag, als das Christentum in das Leben von Arzach eintrat. Die armenische Kirche des Ostens, die sich in diesem Gebiet etablierte, ist seit ihrer Gründung eine der heiligen Stätten und bedeutungsvollsten Orten der Anbetung der apostolischen Kirche. Der lebendige Beweis dieser Worte ist die uralte Tradition, dass der Vater unseres Glaubens, der hl. Gregor der Erleuchter, den Ort der Anbetung von Arzach mit dem Märtyrer-Blut seines geliebten Enkels, des hl. Grigoris, eingeweiht hat. Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wurde sie generell ›Aghvanits Yekeghetsi‹ (Kirche von Aghvank) genannt, weil die Provinz Arzach ein Teil der gesamten Region Namens Aghvank wurde. Kiel-UP • https://doi.org/10.38072/978-3-928794-95-4/p4
84 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Wie wir aus der Tradition unserer apostolischen Kirche erfahren, kam das Christentum bereits im ersten Jahrhundert in diesen Teil der Welt und erreichte nachher die weiteren östlichen Gebiete Armeniens, nämlich die Provinzen Arzach und Utik. Diesbezüglich bezeugt der lokale, armenische Historiker Movses Kaghankatvatsi (7. Jh.), dass nach dem Märtyrertod des hl. Apostels Thaddeus sein Schüler Yeghise – im Altarmenischen auch genannt Yegishan – aus den Gebieten von Arzach und Artas nach Jerusalem pilgerte und dort seine Bischofsweihe direkt durch Jakobus den Herrenbruder erhielt. Danach kehrte er in den Osten zurück und erfüllte die Mission seines Lehrers in den Provinzen von Arzach und Utik. Zuerst ließ er sich in Tschogh (Derbend) nieder, zog aber dann an das rechte Ufer des Kur-Flusses, in die Stadt Ssoharn (Ssrharn) in der Provinz Utik und von dort in den Bezirk Gis, wo er persönlich eine Kirche gründete. Dann war er in Homenk oder Bomen, der Siedlung im Tal namens Zergun, wo er den Märtyrertod erlitt.1 Gläubige sammelten die Reliquien des Heiligen und begruben sie im Dorf Urekan. Ein Pfarrer Namens Stepannos nahm seinen Kopf und beerdigte ihn an einem separaten Ort. Später verlegte der König Vatschagan III. Barepascht (der Fromme) diese heilige Reliquie nach Dschervschtik und baute dort eine Grabkapelle, die später in ein bedeutendes Kloster des Apostels Yeghishe (nach aktueller Schreibweise) umgewandelt wurde. Hier wurde nachher auch der genannte König von Arzach, Vatschagan selbst begraben. 2 Unter denen, die seit den Zeiten der Apostel das Wort Christi in Arzach predigten, waren auch zwei andere Schüler des Apostels Thaddeus, die ebenso zu den ersten lokalen Bischöfen gehörten, nämlich Dad3 und Khad.4 Nach ihnen sind die beiden Klöster Dadivank und Khadavank benannt, die nachher die prächtigsten Denkmäler der mittelalterlichen armenischen Architektur der Region wurden. Sie kennzeichnen die Orte ihres Martyriums, wo sich gleichzeitig die Gräber der beiden Bischöfe mit ihren Reliquien befinden. Als das Christentum während der Herrschaft des Königs Trdat III. im Jahr 301 offiziell zur Staatsreligion Armeniens erklärt wurde, begleiteten auf königlichen Befehl mehrere Fürsten von Großarmenien den hl. Gregor den Erleuchter nach Cäsarea, wo er als erster Katholikos der Armenier feierlich geweiht wurde.5 Unter ihnen in gleicher Delegation war auch der Fürst von Tsavde aus Arzach, der nach seiner Taufe in den Gewässern des Euphrat-Flusses zurück in seine Heimat kam. Er scheute keine Mühe, das Christentum in Arzach zu verbreiten. Die zweite Periode der Erstarkung des Christentums beginnt in den östlichen Teilen Armeniens mit der Mission des hl. Gregors. In der Provinz Haband von Arzach gründet er die erste Kirche mit einer Pfarrschule in der Stadt Amaras (heute Kloster Amaras).6 Der Bau 1 Ka ł ankatuac‘i (1912), 9–11. 2 Ebd., 12; Tašean (1895), 60. 3 Asori Mixayel (1871), 33. 4 Jalalyanc‘ (1858), 229. 5 Agat’ange ł os (1983), 29–30. 6 Ka ł ankatuac‘i (1912), 35.
Shakaryan: Kurze Geschichte der Diözese von Arzach | 85 und die Einweihung dieser Kirche wurden von seinem Enkel Grigoris, dem ersten Bischof und Primas von Arzach, abgeschlossen und gefeiert.7 Grigoris predigte das Christentum in Aghvank und baute Kirchen in Tsri. So verbreitete er das Christentum zwischen 330–337 in verschiedenen Regionen vom Kern Aghvank aus, bis er auf dem Vatnia-Feld gemartert wurde. Er wurde an den Schweif eines Pferdes gebunden und zu Tode geschleift. Die Schüler von Grigoris transferierten seine Reliquien und begruben sie im Hof der o.g. Kirche von Amaras, die zu einem Wallfahrtsort und Zentrum der Eparchie wurde.8 489 fand König Vatschagan das Grab des hl. Grigoris und baute darauf eine neue, viel größere Kirche.9 Die Gründung von Schulen in mehreren Kirchengemeinden nach dem Vorbild des hl. Mesrop Maschtoz für das L ernen der armenischen Schrift trug ebenfalls zur Stärkung der Bekehrungen zum Christentum in allen östlichen Provinzen Armeniens bei. Die erste von diesen Schulen wurde, wie bereits erwähnt, in Amaras geöffnet. Seitdem wurde die Erstellung armenischer Literatur und eigener theologischer Werke gleichzeitig zur Garantie der kirchlichen Werte und der Volksidentität. Laut Koryun, dem Schüler des hl. Mesrop, gründete Maschtoz, der Schöpfer der armenischen Schrift, daher mehrere armenische Klöster mit dem Mönchtum zusammen, die für die neuentstandenen Schulen zuständig waren.10 Dadurch wurde das Christentum zur offiziellen Religion der gesamten Bevölkerung in Arzach und Utik bis zur ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Nach dem Niedergang des Arsakidischen Königreichs (428) bildeten Arzach und Utik zusammen mit den Regionen Lpink, Baghasakan und Mazktats das Katholikat von Aghvank. Dieses Katholikat mit seinen geistlichen Zentren von Kapaghak, Partav, Amaras und Gandzasar erkannte jedoch die Vorherrschaft der Armenisch-Apostolischen Kirche an. 428–462 wurden mit der von Persien durchgeführten Verwaltungsteilung die Provinzen Arzach und Utik von Armenien getrennt und der neu gebildeten Provinz Namens Aghvan (bekannt als Kaukasische Albanien) angegliedert.11 Die Kirchenleitungen dieser beiden Regionen unterstanden nun der aghvanischen Kirche. Bis 461 befand sich der Sitz des aghvanischen Katholikos in Kapaghak und dann für mehrere Jahrzehnte in Tschogh. Nach der Abschaffung der aghvanischen Fürstentümer blieben die beiden Diözesen von Utik und Arzach weiterhin unter der Jurisdiktion des aghvanischen Katholikats, dessen Sitz zu Beginn des 6. Jahrhunderts in die Stadt Partav in der Region Utik verlegt wurde.12 Während der erfolgreichen Regierungszeit des Königs Vatschagan III. wuchs die Rolle und der Einfluss der Armenier in diesen Gebieten. Besonders durch die von ihm durchgeführten Kirchenreformen wurden die Gründer der armenischen Kirche, der hl. Apostel Thaddäus, 7 Ebd., 68; Buzand P‘avstos (2003), 428; Barxudaryan (1982), 170. 8 Ka ł ankatuac‘i (1912), 72; Buzand P‘avstos (2003), 429; Ananun (2004), 63. 9 Ka ł ankatuac‘i (1912), 73. 10 Koryun (1981), 51. 11 Harutyunyan (1976), 92. 12 Yakobean (2006), 102–107.
86 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը der hl. Gregor der Erleuchter, sein Enkel der hl. Grigoris, sowie die hl. Jungfrauen Hripsime, Gayane u.a. überall angebetet.13 Nach der schicksalhaften Schlacht von Avarair zwischen Armenien und dem sassanidischen Persien (451) und dem anschließenden Widerstand, erreichten die Wellen der persisch-politischen Diktatur sowie der zoroastrisch-kulturellen Unterdrückung nicht nur Mittelarmenien, sondern auch Arzach. Anschließend mit dem Friedensabkommen von Nvarsak 484 erhielt Armenien eine gewisse administrative Unabhängigkeit und das Recht, das Christentum frei auszuüben. Das zusammengefügte Land von Arzach-Utik, das sich von den übrigen unter-kurischen Gebieten abgrenzte, erlangte unter der Führung von König Vatschagan seine administrative Unabhängigkeit. Genau in diesen Zeiten begann auch König Vatschagan die in Arzach neuentstandenen Sekten zu bekämpfen. Nachdem er die Opponenten beseitigt hatte, baute er hier neue Kirchen gemäß der Anzahl der Tage im Jahr. Auch im Wirbelsturm der persisch-byzantinischen, politischen Auseinandersetzungen im 7. Jahrhundert blieb die armenischen Ortskirche des Ostens ihrem Glauben und ihrer dogmatischen Richtung treu. Die Katholikoi von Aghvank spielten eine aktive Rolle sowohl im kirchlich-spirituellen als auch im kulturellen und politischen Leben des Landes. Als integraler Bestandteil der Armenisch-Apostolischen Kirche überwand die armenischsprachige Ortskirche von Aghvank erfolgreich alle Übergriffe des Chalcedonismus in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts und bewahrte somit die ursprünglich Kirchenstruktur. Während dieser harten Zeit geriet Armenien, einschließlich der ostarmenischen Provinzen Arzach und Utik, aber unter die Kontrolle des arabischen Kalifats. In der Geschichte der armenischen Kirche des Ostens wurde die Periode zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert durch die Wanderung des Katholikats von einem zum anderen Ort gekennzeichnet. So wurde der Sitz des Kirchenleiters zunächst von der Stadt Partav in die Festung Berdakur am Ufer des Flusses Trtu verlegt und blieb dort bis zur Mitte des 9. Jahrhunderts. Danach wurde er nach Gandzak verlegt. Aufgrund der ungünstigen politischen Situation und äußeren Bedrohungen wurde er allerdings auch zwischendurch in die Dasno-Wüste, das Khamschi-Kloster in der MiaporProvinz Utik und wieder in die Stadt Gandzak verlegt. Im 15. Jahrhundert zog das Katholikat von Aghvank wiederum um und wurde schließlich im bekannten Kloster Gandzasar eingerichtet. Es wurde deshalb oft als ›Gandzasar-Katholikat‹ bezeichnet, dessen Leitung nun die Vertreter der Hasan-Dschalalian-Dynastie in Erbfolge übernahmen.14 Ende des 18. Jahrhunderts hatte dieses Katholikat insgesamt 1736 Gotteshäuser. Im 19. Jahrhundert wurden sie jedoch aufgrund der Kriege und Migration auf 1311 Klöster und Kirchen reduziert. Es ist wichtig zu betonen, dass ab dem frühen Mittelalter regelmäßig neue Schulen und Priesterseminare gegründet bzw. an verschiedene Klöster und Kirchengemeinden angegliedert wurden. Dadurch wurden beispielsweise die Klöster 13 Ebd., 107–108. Zu den kirchlichen Reformen des Königs Vatschagan siehe auch Ł aribyan (2020). 14 Ausführlicher zur Geschichte des aghvanischen Katholikats von Gandzasar siehe Ulubabyan (1998), 204–255; Mkrtumyan (2006); Ma ł alyan (2008).
Shakaryan: Kurze Geschichte der Diözese von Arzach | 87 Amaras, Gandzasar, Dadivank, Khadavank, Gtschavank, Hakob von Metsaran, Yeghishe der Apostel und Yeritsmankants zu bemerkenswerten Zentren des Schreibens der Manuskripte. Diese monastischen Zentren waren nicht nur in Arzach selbst bekannt, sondern auch im gesamten mittelalterlichen Armenien, weil sie sehr reiche Bibliotheken und theologische Archive aufbauten und dadurch zur Bewahrung des Christentums überall in Armenien beitrugen - trotz der islamischen Invasionen und Unterdrückungen. Diese Situation änderte sich jedoch rasch, als 1813 gemäß dem Friedensvertrag von Gulistan die Region Arzach dem russischen Reich übertragen wurde.15 Seitdem nahm der Einfluss der russischen Behörden auf das örtliche, kirchliche Leben erheblich zu. Der russische Hof war stark daran interessiert, die geistliche Oberhoheit des Katholikats aller Armenier in allen armenischen Gebieten unter seinem Einfluss zu stärken. Daher ist es kein Zufall, dass die damaligen russischen Behörden kategorisch die Trennung des Katholikats von Aghvank bzw. Gandzasar von Etchmiadzin ablehnten, was dagegen von den lokalen muslimischen Obrigkeiten sehr angestrebt wurde. 1815 wurde mit Zustimmung der russischen Behörden und durch die Anordnung des Katholikos aller Armenier Eprem I. Dzorageghtsi (1809–1830) das Katholikat von Aghvank-Gandzasar abgeschafft. Stattdessen wurde dessen Hierarchen lediglich der Status eines Metropoliten bzw. Erzidözesanbischofs zugeordnet.16 Gemäß dem russisch-persischen Vertrag von Turkmantschai 1828 kamen weitere Gebiete Ostarmeniens unter die Kontrolle des russischen Reiches. Auf dessen Territorium befand sich auch Etchmiadzin bzw. das Katholikat aller Armenier. Daher wurde 1836 auf Initiative der russischen Behörden die spezielle Charta für die Leitung der Armenisch-Apostolischen Kirche in Russland, ›Polozhenie‹,17 veröffentlicht, durch die auf dem Territorium des Russischen Reiches nun sechs Diözesen unter dem Katholikat aller Armenier gegründet wurden. Darunter war auch die Diözese von Karabach/Arzach, die, wie bereits oben gesagt, seit 1815 den Status einer Metropole besaß.18 Zwischen 1815 und 1828 war Sargis Hasan-Dschalalian Primas dieser Erzdiözese. Zwei Jahre nach seinem Tod, 1930 wurde sein Neffe, Baghdasar Hasan-Jalalyan (1830–1854) durch die Enzyklika des Katholikos aller Armenier Eprem zum Metropoliten der Diözese von Karabach ernannt.19 Nach der neuen Satzung wurde die Administration der Diözese nach Schushi verlegt. Seitdem wurde diese Festungsstadt offiziell als geistliches Zentrum von Karabach anerkannt. 1854 nach dem Tod von Metropolit Baghdasar blieb die Diözese Karabach zunächst ohne Primas. Erst 1857 wurde Gevorg Vehapetian zum vorläufigen Diözesanleiter ernannt. Ab 1864 wurde die Diözese von Karabach von Erzbischof Sargis Dschalalian geleitet. Er wurde jedoch 1876 krankheitsbedingt von seinem Amt auf eigenes Gesuch entbunden. 1876 wurde Archimandrit Gevorg Sureniants zunächst zum 15 Юзефович (1869), 208–214. 16 Берже (1873), Nr. 522, 443. 17 Положение (1936). 18 Eric‘ean (1895), 567; Mkrtumyan (2006), 206–207. 19 Hier und unten alle Angaben zu den Primassen aus dem Archiv der Diözese von Arzach.
88 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Vikar der Diözese von Arzach ernannt. Zwischen 1877–1881 war es dann Archimandrit Aristakes Sedrakyan, 1882 Erzbischof Andreas, gefolgt von Erzbischof Grigor Saghinyants im Jahr 1883. Nach dem Abschied von Erzbischof Grigor aus Schuschi 1887 blieb die Diözesanleitung von Karabach zunächst unbesetzt. Die Aufgabe, einen neuen Primas zu ernennen, verzögerte sich aufgrund der aktiven Einmischung russischer Bürokraten in die innerkirchlichen und politischen Beziehungen Armeniens. Es gab daher nur stellvertretende Vikare auf Kurzzeit, wie beispielsweise Bischof Karapet Aivazian (1887–1889), Erzbischof Garegin Satunian (1895–1897), sowie später auch Bischof Anania Hamazaspian, Bischof Ashot Shakhian, Archimandrit Benik und Bischof Zaven Babayan. Am 20. Mai 1916 wurde Bischof Vahan Ter-Grigorian laut patriarchaler Anordnung des Katholikos aller Armenier Gevorg V. Sureniants (1911–1930) zum Primas von Karabach ernannt. Der Brief von Bischof Vahan von 1918 an die Mutterkirche in Etchmiadzin beschreibt die schwierige Situation in seiner Diözese infolge der türkischen Angriffe. Er berichtet über die Plünderungen und Zerstörungen von mehreren Klöstern und Kirchen. Die Lage verschlimmerte sich besonders während der Müsavat-Regierung im Jahre 1920. Es wurden insgesamt 5.000 Armenier gewaltsam getötet, darunter auch der Primas selbst und viele Mitglieder der Diözesanverwaltung. Die barbarischen Angreifer enthaupteten Bischof Ter-Grigorian und gingen mit seinem Kopf in der ganzen Stadt angesichts des jubelnden und tobenden Mobs umher. Am 26. Mai 1920 wurde Karabach sowjetisch und am 5. Juli 1921 mit dem willkürlichen Beschluss des Kaukasus-Büros der kommunistischen Partei Russlands Bolschewiki KPR(B) in Aserbaidschan eingegliedert. Die Diözese Arzach kam dadurch praktisch vollständig unter die Macht des sowjetischen Aserbaidschans. Die Repressionen begannen sofort sowohl gegen Arzach-Armenier als auch die hiesigen Kirchenstrukturen. Nach dem tragischen Tod von Bischof Ter-Grigorian wurde die Diözese zwei Jahre lang von verschiedenen Vikaren, den Archimandriten Biuzand und Suren, geleitet. Am 27. März 1922 wurde Erzbischof Anania Hamazaspian durch die patriarchale Anordnung von Katholikos Gevorg V. zum Primas der Diözese mit einem neuen Sitz im Dorf Avetaranoz des Varanda Bezirks ernannt. 1924 war allerdings Erzbischof Anania schon in einem respektablen Alter. Aufgrund schwieriger Bedingungen und seines hohen Alters war er nicht mehr in der Lage als Primas zu agieren. Deswegen reichte er seinen Rücktritt am 27. Mai 1924 an die Mutterkirche in Etchmiadzin ein. Katholikos Gevorg V. entsprach seiner Bitte. Am 3. Juni 1924 wurde Erzbischof Anania von seinen Führungsaufgaben entbunden. 1925 wurde der Archimandrit Vrtanes Hakobian aus der Bruderschaft von hl. Etchmiadzin zum Vikar der Diözese Arzach sowie gleichzeitig zum Abt der Klöster Gandzasar und Amaras ernannt. Sein administrativer Sitz wurde wiederum das Kloster Gandzasar. Der neue Kirchenleiter kam am 7. April 1925 in Arzach an und dank seines Eifers rief er viele aufbauende Initiativen ins Leben, trotz des schrecklichen Zustands der Diözese. Er versammelte zunächst die in ihren Diensten treugebliebenen Geistlichen um sich und bildete ein geistliches Kollegium. Gleichzeitig baute er beispielsweise einigermaßen gute Beziehungen
Shakaryan: Kurze Geschichte der Diözese von Arzach | 89 zu den örtlichen Behörden auf, gründete den neuen Diözesanrat, sowie mehr als zehn verschiedene Unternehmen, ernannte Äbte, nahm eine Bestandsaufnahme des Vermögens aller Klöster vor und organisierte Seelsorgebesuche und andere geistliche Veranstaltungen in den Dörfern von Khatschen, Dschraberd und Varanda. Am 16. Juni 1925 wandten sich die Mitglieder des etablierten Diözesanrates von Arzach an Katholikos Gevorg V. mit der Bitte, Archimandrit Vrtanes zum Bischof zu weihen. Der Katholikos berücksichtigte die beträchtlichen Verdienste des Vikars in der Diözese, und 1928 wurde er deshalb zum Bischof geweiht. Diese hohe kirchliche Position ermöglichte dem neuen Primas nun neue Geistliche zu ordinieren. Dadurch wurde die Zahl der Priester in der Diözese erhöht. Trotz diesen positiven Entwicklungen drohte der Diözese Arzach in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Abschaffung, an der die aserbaidschanisch-sowjetische Regierung selbstverständlich ihren Anteil hatte. Bereits im Jahre 1929 wurden fast alle Kirchen der Diözese geschlossen und die meisten Priester zwangslaisiert. Am 7. Februar 1930 wurde Bischof Vrtanes unter falschen Anschuldigungen festgenommen. Er verbrachte zwei Jahre in den Gefängnissen von Schuschi und Baku. Am 1. Januar 1932 wurde der Primas schließlich aus der Haft entlassen. Die aserbaidschanische Regierung verbot ihm jedoch nach Arzach zurückzukehren und seine Führungsaufgaben künftig wahrzunehmen. 1930 wurde die Diözese Arzach auf offizielle Anordnung aus Baku faktisch abgeschafft. Im gesamten Arzach hörten die Glocken der armenischen Kirche auf zu läuten. Alle Klöster und Gemeindekirchen wurden enteignet und geschlossen. Ein erheblicher Teil von ihnen wurde geplündert und zerstört. Erst im Jahre 1989, im Vorfeld der armenischen Unabhängigkeit, wurde die Diözese der Armenisch-Apostolischen Kirche von Arzach mit der patriarchalen Enzyklika des Katholikos aller Armenier, Vazgen I. Baljian (1955–1994) wiedereröffnet. Als geistliches Territorium der Diözese wurden die Grenzen von 1836 anerkannt. Bischof Pargev Martirosyan wurde zum neuen Primas der Diözese ernannt. Das Kloster Gandzasar wurde nochmals zum Diözesanzentrum. Am 1. Oktober 1989 wurde dort nach einer langen Pause wieder die heilige Liturgie gefeiert. Archimandrit Mikael Ajapahyan aus der Bruderschaft von Etchmiadzin erbrachte zunächst seine Dienste in der wieder gegründeten Diözese und war gleichzeitig der Abt von Gandzasar. Jetzt ist er schon Erzbischof und Primas der Diözese Shirak/Armenien. Hieromönch Vrtanes Abrahamyan war ebenfalls einer der ersten Geistlichen in der wiedereröffneten Diözese. Später war er der Vikar und jetzt der gegenwärtige Primas von Arzach. Am 8. Mai 1992 wurde während der härtesten Periode des ersten Arzach-Krieges die Stadt Schuschi befreit und wieder zum geistlichen Zentrum von Arzach erklärt. Die berühmte Ghazanchetsvots Kirche von Schuschi (Kathedrale des Erlösers) wurde restauriert und neugeweiht. Sie wurde erneut zur Kathedrale der Diözese. Seit der Wiedereröffnung der Diözese bzw. in den letzten 33 Jahren wurden mehr als 100 Klöster, Kirchen und Kapellen gebaut bzw. renoviert. Eine große Menge an religiöser Literatur wurde veröffentlicht. Am 7. April 2019 am Fest Mariä Verkündigung wurde die neu erbaute hl. Gottesmutter Kathedrale in Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach,
90 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Wiedereröffnung der Diözese eingeweiht. Sowohl während des ersten Arzach-Krieges (1992–1994) als auch in den aktuellen Nachkriegszeiten behielt unsere Diözese die Sicherheit ihrer Gläubigen mit allen damit verbundenen sozialen Problemen im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit und Fürsorge. Während aller bewaffneten Auseinandersetzungen stand die Diözese von Arzach deshalb mit all ihren Geistlichen und kirchlichen Institutionen immer im Zentrum des Kampfes um die Freiheit. Trotz der schwierigen Situation bleibt die Diözese heute unter der Führung des jetzigen Primas Bischof Vrtanes Abrahamyan auf dem Weg der Christlichen Mission. Dabei wollen wir nicht nur versuchen, unser Volk und das Land physisch zu beschützen, sondern vor allem die traumatisierten Menschen geistlich wieder zu erwecken und die zerstörte Heimat in Frieden wiederaufzubauen. Dabei bleibt das Bewahren des Landes und das geistliche Wiedererwachen unseres Volkes unsere tägliche Pflicht. Besonders nach dem letzten zerstörerischen Krieg vom September-November 2020 wurden in der Diözese Arzach unter Beteiligung unserer ökumenischen Brüder und Schwestern sowohl am Gebet festgehalten als auch durch die diakonische Unterstützung und dank wirksamer und sich stärkender zwischenkirchlicher Beziehungen viele soziale Programme umgesetzt, die nicht nur materielle Hilfe für die bedürftigen Menschen anbieten, sondern auch das kontinuierliche Erwachen des Glaubens fördern.20 Vor allem der letzte Krieg forderte viele Menschenleben und öffnete die Tür zu neuen Katastrophen für mehrere nachkommende Generationen. Wir haben drei Viertel des Territoriums von Arzach verloren. Auf dem von Aserbaidschan besetzten Gebiet verblieben 211 Kirchen und Klöster. Ich hoffe sehr, dass das armenische Volk mit seiner Einheit und mit gemeinsamen Anstrengungen der Weltgemeinschaft eines Tages wieder in allen Kirchen und Klöstern beten kann, die im Jahr 2020 besetzt wurden bzw. nach dem verheerenden Krieg unter die Kontrolle von Opponenten geraten sind und bis heute nacheinander vernichtet oder entarmenisiert werden. Leider muss auch mit Schmerz zur Kenntnis genommen werden, dass Aserbaidschan täglich mit weiteren provokativen Aktionen das normale Leben der Arzach-Armenier stört. Seit dem 12. Dezember 2022 blockierten Aserbaidschaner mit Pseudogründen wie angeblichem Umweltschutz die einzige Straße zwischen Arzach und Armenien. Dadurch bleibt der Berdzor/ Lachin-Korridor bis heute de facto gesperrt.21 Als Fazit kann ich nur nochmals wiederholen, dass die von Aserbaidschan auf dem historischen, armenischen Boden verübte Diktatur und Völkermord gemeinsam mit der Weltgemeinschaft unverzüglich verhindert werden müssen. 20 Dazu mehr u.a. Harutyunyan (2022). 21 Harutyunyan (2023), 9–11.
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98 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը թ. հունվարի 1-ին Արցախի առաջնորդը վերջապես ազատվում է կալանքից, բայց Ադրբեջանի կառավարության կողմից մեկընդմիշտ արգելվում է նրան վերադառնալ Արցախ և կատարել առաջնորդական պարտականությունները: 1930 թ. Բաքվի պաշտոնական հրամանով փաստացիորեն փակվեց Արցախի թեմը և դադարեց Հայ եկեղեցու զանգերի ղողանջն այս պատմական թեմում: Փակվեցին բոլոր եկեղեցիներն ու վանքերը: Նրանց մի զգալի մասը կողոպտվեց ու ավերվեց: Միայն 1989 թ . ` Հայաստանի անկախության նախաշեմին, Ամենայն Հայոց Վազգեն Ա Պալճյան կաթողիկոսի (1955–1994) կոնդակով վերաբացվեց Հայ Առաքելական եկեղեցու Արցախի թեմը: Որպես թեմի հոգևոր տարածք` հաստատվեցին 1836 թ.թեմական սահմանները: Առաջնորդ նշանակվեց Պարգև եպս. Մարտիրոսյանը: Թեմի առաջնորդանիստ դարձավ Գանձասարի վանքը, որտեղ երկար դադարից հետո 1989 թ . հոկտեմբերի 1-ին վերստին մատուցվեց սուրբ պատարագ: Վերաբացված թեմում առաջին տարիներին իրենց ծառայությունն են բերել Միքայել վրդ. Աջապահյանը (այժմ արքեպիսկոպոս, Շիրակի թեմի առաջնորդ), Վրթանես աբղ . Աբրահամյանը (այժմ՝ եպիսկոպոս, Արցախի թեմի առաջնորդ)։ 1992 թ. մայիսի 8-ին, Արցախյան առաջին պատերազմի դժվարագույն փուլում, երբ ազատագրվեց Շուշին, այն վերստին դարձավ Արցախի հոգևոր կենտրոնը: Վերականգնվեց ու վերաօծվեց Շուշիի Ղազանչեցոց Սբ. Ամենափրկիչ եկեղեցին՝ դառնալով թեմի առաջնորդանիստը: Թեմի վերաբացումից հետո` 33 տարիների ընթացքում, թեմի տարածքում կառուցվել և վերանորոգվել են հարյուրից ավելի վանքեր, եկեղեցիներ ու մատուռներ, հրատարակվել և վերահրատարակվել է մեծաքանակ գրականություն: 2019 թ. ապրիլի 7-ին` ս. Աստվածածնի Ավետման տոնին, թեմի վերաբացման 30-ամյակի առիթով օծվել է մայրաքաղաք Ստեփանակերտի նորակառույց Սբ. Աստվածածին Մայր տաճարը: Արցախի թեմը մշտապես իր ուշադրության ու հոգածության կենտրոնում է պահել մեր ժողովրդի անվտանգային և սոցիալական հարցերը թե՛ առաջին պատարեզմի (1992–1994) ընթացքում և թե՛ ներկայիս հետպատերազմական շրջանում: Բոլոր մարտական ճգնաժամերի ընթացքում Արցախի թեմն իր հոգևորականներով ու եկեղեցական կառույցներով մշտապես եղել է ազգային պայքարի կիզակետում։ Չնայած ստեղծված բարդ իրավիճակին` այսօր Արցախի թեմի նորանշանակ առաջնորդ Տ . Վրթանես եպս. Աբրահամյանի գլխավորությամբ և եռանդուն ջանքերով թեմը կրկին կանգնած է քրիստոնեական առաքելության ճանապարհին։ Այդ ընթացքում մեր ամենօրյա պարտականությունն է նաև երկրի պահպանումն ու ժողովրդի հոգևոր վերազարթոնքը: Հատկապես 2020 թ. պատերազմից հետո, աղոթակից քրիստոնյա եղբայրների ու քույրերի մասնակցությամբ, միջեկեղեցական արդյունավետ ու ամրապնդվող կապերի շնորհիվ բազում սոցիալական ծրագրեր են կյանքի կոչվել Արցախի թեմում, որոնք ոչ միայն նյութապես աջակցում են կարիքավոր մարդկանց, այլև խթանում
Շաքարյան, Արցախի թեմի համառոտ պատմություն | 99 են հավատքի շարունակական զարթոնքը։20 Վերջին պատերազմն անշուշտ բազում մարդկային կյանքեր խլեց ու նորանոր աղետների դռներ բացեց սերունդների առաջ։ Կորցրեցինք Արցախի տարածքի երեք քառորդը։ Ադրբեջանի կողմից օկուպացված տարածքում մնացին թվով 211 եկեղեցի ու վանք։ Լիահույս եմ, որ հայ ազգն իր միասնությամբ ու համաշխարհային հանրության համատեղ ջանքերի գործադրմամբ կկարողանա կրկին աղոթք հնչեցնել բոլոր այն եկեղեցիներում ու վանքերում, որոնք 2020 թ . ավերիչ պատերազմից հետո մնացին հակառակորդի հսկողության ներքո։ Ցավով պետք է նշել, որ Ադրբեջանը կրկին հերթական սադրիչ գործողություններով խաթարում է արցախահայության բնականոն կյանքը։ Կեղծ բնապահպանական պատճառաբանությամբ 2022 թ. դեկտեմբերի 12-ից ադրբեջանցիները փակել են Արցախը Հայաստանին կապող միակ ճանապարհը՝ Բերձորի/Լաչինի միջանցքը։21 Ադրբեջանի կողմից հայոց պատմական հողի վրա իրագործվող բռնապետությունն ու ցեղասպանությունը համաշխարհային հանրության հետ մեկտեղ անհապաղ պետք է կանխել։ Գրականություն 20 Այս մասին տե՛ս օր. Harutyunyan, Eine traumatisierte Gesellschaft: 21 Harutyunyan, Abgeschnitten. Die Blockade und humanitäre Krise von Berg-Karabach, 9–11: Ագաթանգեղոս, Հայոց պատմություն, Երևան 1983: Անանուն, Կեանք և վարք Վաչագան արքայի, առաջաբանը և քնն. բնագիրը Ա. Յակոբեանի, Մատենագիրք Հայոց, հ. Գ, Անթիլիաս 2004: Ասորի, Միխայել, Ժամանակագրութիւն, Երևան 1871: Բարխուդարյան Ս. (կազմ.), Դիվան հայ վիմագրության, Պ. 5. Արցախ, ՀՍԱՀ ԳԱ Հնագիտության և ազգագրության ինստիտուտ, Երևան 1982: Բուզանդ, Փաւստոս, Պատմութիւն Հայոց, Մատենագիրք Հայոց, հ. Ա, առաջաբանը Պ. Մուրադեանի, Կ. Իւզբաշեանի, Անթիլիաս 2003: Երիցեան, Դ. Աղեքսանդր, Ամենայն հայոց կաթողիկոսութիւնը և Կովկասի հայք XIX դարում, Մասն Բ, Կաթողիկոսութիւն Տ. Յովհաննէս VII Կարբեցւոյ և «Պօլօժէնիէ» (1831– 1842 թ.), Թիֆլիս 1895: Կաղանկատուացի, Մովսէս, Աղուանից աշխարհի պատմութիւն, Մոսկվա 1860։ Կորյուն, Վարք Մաշտոցի, Երևան 1981: Հարությունյան, Բ., Մեծ Հայքի հյուսիսարևելյան մարզերի վարչաքաղաքական կացությունը 387–451 թթ., Բանբեր Երևանի համալսարանի, թ. 2, Երևան 1976: Harutyunyan, Harutyun G., Abgeschnitten. Die Blockade und humanitäre Krise von Berg-Karabach [Մեկուսացված. Լեռնային Ղարաբաղի շրջափակումն ու հումանիտար ճգնաժամը], in: Religion und Gesellschaft in Ost und West, Institut G2W 5/2023, 9–11: Harutyunyan, Harutyun G., Eine traumatisierte Gesellschaft: Armenien ein Jahr nach dem Karabach-Krieg [Տրավմայի ենթարկված մի հասարակություն. Հայաստանն Արցախյան պատերազմից մեկ տարի անց], in: Nachrichtendienst Östliche Kirchen, 27. Januar 2022, unter: https://noek.info/hintergrund/2249eine-traumatisierte-gesellschaft-armenien-ein-jahrnach-dem-karabach-krieg (հարցվել է 1.6.2023)։ Ջալալեանց, Սարգիս արք., Ճանապարհորդութիւն ի Մեծն Հայաստան, հ. Բ, Տփխիս 1858: Ղարիբյան, Ն., Վաչագանի վեպը և խաչի պաշտամունքի առանձնահատկությունները վաղքրիստոնեական Աղվանքում, Բանբեր Մատենադարանի, հ. 29, Երևան 2020, 239–272: Մաղալյան, Ա., Աղվանից (Գանձասարի) կաթողիկոսների գավազանագիրքը,
100 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Պատմաբանասիրական հանդես, թ.3, Երևան 2008, 268–271: Մկրտումյան, Լ., Աղվանից (Գանձասարի) կաթողիկոսությունը XVII-XIX դդ., Երևան 2006։ Յակոբեան, Ալեքսան, Արքայատոհմերն ու իշխանատոհմերը Բուն Աղուանքում և Հայոց Արևելից կողմանքում անտիկից մինչև ԺԳ դար, Երևան 2020։ Տաշեան, Յակովոբս, Ցուցակ հայերէն ձեռագրաց մատենադարանին Մխիթարեանց ի Վիեննա, Վիեննա 1895։ Ուլուբաբյան, Բ., Հայոց Արևելից կողմանց եկեղեցին և մշակույթը, Երևան 1998։ Берже, Ад. (изд.), Акты, собранные Кавказской археографической комиссией, Архив Главного Управления Наместника Кавказского, том V, Тифлис 1873: Положение об управлении делами АрмяноГригорианской церкви в России (11.03.1836), տես՝ https://erevangala500.com/upload//pdf/1324321669. pdf (հարցվել է 19.7.2023): Юзефович, Т. (изд.), Договоры России с Востоком. Политические и торговые, С. Петербург 1869: Հեղինակ Սահակ վրդ. Շաքարյան ՀԱԵ Արցախի թեմի փոխառաջնորդ և Գանձասարի վանահայր, Արցախ։ Open Access This paper is published under the Creative Commons Attribution–ShareAlike 4.0 International license (CC BY-SA 4.0). Please note that individual, appropriately marked parts of the paper may be excluded from the license mentioned or may be subject to other copyright conditions. If such third party material is not under the Creative Commons license, any copying, editing or public reproduction is only permitted with the prior consent of the respective copyright owner or on the basis of relevant legal authorization regulations.