Arzach in der deutschen Reise- und Forschungsliteratur | Արցախը գերմանական ճամփորդական և հետազոտական գրականության մեջ
Abstract
Der Beitrag bietet einen Überblick über die deutschsprachige Literatur zu Armenien in der Moderne seit dem 15. Jahrhundert. Dabei wird sowohl…
Full text
| 59 Andreas Müller Arzach in der deutschen Reiseund Forschungsliteratur Abstract The article offers an overview of German-language literature on Armenia in the modern era since the 15th century. Historical as well as theological and church-historical literature is presented. Artsakh/ Nagorno-Karabakh is only explicitly mentioned in a few contributions. Ein Blick in die Reiseund Forschungsliteratur im westlichen Europa und besonders im deutschsprachigen Bereich macht eines mehr als deutlich: Es ist absolut notwendig und sinnvoll, das armenische kulturelle Erbe in Arzach genauer zu fokussieren. Auch wenn es eine Fülle von Literatur über die armenische Kunst, Kirche und Kultur gibt, so fehlen dabei weitgehend die Baudenkmäler und auch weitere Hinweise auf die armenische Kultur in der im deutschen Sprachbereich meist sogenannten Region Berg-Karabach. Im Folgenden möchte ich diese Feststellung an einigen ausgewählten Beispielen exemplifizieren. Ich räume dabei ein, dass ich Literatur übersehen haben kann, in der im Titel Armenien, Arzach oder auch armenische Kirche nicht explizit vorkommt. Ich denke aber, dass generell meine Feststellung Bestand haben wird: Diese Region hat in der Forschung zumindest explizit bisher kaum Beachtung gefunden. Dabei muss allerdings zunächst unbedingt noch die Frage gestellt werden, was mit der Region Arzach eigentlich genau gemeint ist. Die antike Provinz bzw. auch das mittelalterliche Fürstentum, oft auch Katchen genannt, erstreckten sich bekanntlich über ein wesentlich größeres Gebiet als die heutige Region und erst recht als das Staatsgebiet der Autonomen Republik. Im Folgenden werde ich vor allem letzteres fokussieren, aber auch einige Blicke in die Region werfen.1 Ich werde mich bei meinen Darstellungen auf die wissenschaftliche Reiseliteratur und die Forschungsliteratur im engeren Sinne konzentrieren. Berichte etwa über die Basler Mission in Arzach habe ich bewusst ausgelassen, weil an anderer Stelle des vorliegenden Bandes noch ausführlicher 1 Das bedeutet, dass ich kulturellen Zentren wie Amaras oder auch Gandzasar kaum Aufmerksamkeit schenken werde. Kiel-UP • https://doi.org/10.38072/978-3-928794-95-4/p3
60 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը darauf eingegangen wird.2 Erwähnt werden nicht nur Beiträge muttersprachlich deutscher Autoren, sondern auch Texte von Armenierinnen und Armeniern, die im deutschen Sprachbereich auf Deutsch publiziert worden sind. 1. Arzach in der westeuropäischen Reiseliteratur der Moderne Die m.W. älteste deutschsprachige Quelle für einen Aufenthalt in Arzach stellt der Bericht des Freisinger Kreuzfahrers Hans Schiltberger († nach 1427) dar. Schiltberger war in die Gefangenschaft der Mongolen gekommen und gelangte so nach Arzach, wo er Armenisch lernte. Er beschrieb die Region als einen Teil von Armenien, was die Akademie der Wissenschaften der Aserbaidschanischen SSR bei der Edition der russischen Übersetzung des Textes dazu brachte, den entsprechenden Abschnitt zu emendieren.3 Reiseberichte in die Region aus der Vormoderne sind wissenschaftlich noch nicht zusammengestellt und aufgearbeitet worden. Die Wahrnehmung Armeniens durch westliche Reisende ab dem 17. Jahrhundert und auch die daraus hervorgegangenen wissenschaftlichen Hypothesen etwa zum Kulturtransfer hat zuletzt Claudia Niederl-Garber in ihrer 2013 publizierten Dissertation Wie Europa Armenien ›entdeckte‹. Das Bekanntwerden der Kunstgeschichte Armeniens im Spiegel westlicher Reisender thematisiert.4 Obwohl sie selbst Feldforschungen in Armenien und Berg-Karabach durchgeführt hat und die Region damit im Blick hatte, taucht Arzach in den Berichten der Reisenden nach den Angaben Niederl-Garbers so gut wie gar nicht auf.5 Erstmals erwähnt sie eine Reise nach Arzach bei dem französischen Schweizer Frédéric DuBois de Montpéreux (1798-1850). Dieser sei »im Gebiet des heutigen Berg-Karabach [...] in den waldreichen Bergen immer wieder auf Spuren armenischer Provenienz« gestoßen.6 Dementsprechend habe er dort u.a. Grabmäler in Widdergestalt oder als typisch armenische Sarkophage im Dorf Kodjak’an gefunden. Dort beschrieb er auch eine Palastruine mit anderen armenischen Grabmälern. Eine weitere armenische Kirche habe er auf seinem Weg kurz vor Schuschi gefunden, die laut einer kurzen Inschrift in das Jahr 1158 zu 2 Vgl. dazu a. bereits Manoukian (2021). 3 Vgl. Muradjan (1993), 109f. 4 Vgl. Niederl-Garber (2013). 5 Zu ihren Feldforschungen vgl. ebd., 7. Sie hat allerdings die Angaben in den Reiseberichten auch nicht systematisch auf Arzach hin ausgewertet. So berichtet etwa der bei ihr zitierte Lynch (1901) sowohl von der Basler Mission in Schuschi als auch von Karabach allgemein, wenn auch nur grob. Niederl-Garber (2013), 169 bringt in einem Exkurs auch die problematische Situation von armenischen Kulturgütern zum Ausdruck: »Abgesehen von den armenischen Klöstern im Nordwesten des Irans [...] sind armenische Bauten in der Türkei, Aserbaidschan und zum Teil auch in Georgien aus politischen Gründen bewusst vernachlässigt, zweckentfremdet genutzt, nicht fachgerecht renoviert oder vorsätzlich zerstört worden. Auch die Leugnung armenischer Provenienz ist allgegenwärtig.« Schon die bei ihr behandelten Berichte machen bereits öfter die Dringlichkeit konservierender Denkmalpflege deutlich, vgl. ebd., 242. 6 Ebd., 69.
Müller: Arzach in der deutschen Reiseund Forschungsliteratur | 61 datieren gewesen wäre. In der Kirche habe er zahlreiche figürliche Votivgaben in Form von Rindern oder Pferden aus Terrakotta entdeckt. Eine weitere Kirchenruine aus dem 11./12. Jh. beschrieb DuBois auf dem Weg nach Elisabethpol oberhalb von Chak‘-Bulak.7 DuBois ist einer der wenigen westeuropäischen Reisenden mit wissenschaftlichem Interesse, der auch Objekte aus der Region Arzach beschreibt, die er selber besichtigt hat. Die seltene Erwähnung derselben dürfte u.a. damit zu tun haben, dass die meisten Reisenden von Jerewan durch das Arax-Tal über Nachitschevan nach Isfahan/ Neu Djulfa reisten und die bergigen Regionen im Osten dementsprechend umgingen. 2. Kirchengeschichtliche Artikel und theologische Literatur über Armenien Durchsucht man die gängigen deutschsprachigen Lexika im theologischen und kirchenhistorischen Bereich, so findet Arzach so gut wie keine Erwähnung. Ähnliches gilt für Überblickswerke zur armenischen Kirche. In der umfangreichen Theologischen Realenzyklopädie findet sich nicht nur kein Artikel zu Arzach – was wenig erstaunt. Vielmehr wird die Region auch in allen anderen LexikonArtikeln nicht gestreift. Dabei gibt es einen ausführlichen Artikel zu Armenien, dessen erster Teil von Wolfgang Hage und dessen zweiter von Bertold Spuler verfasst worden sind.8 Beide sehr kenntnisreich geschriebenen Artikel erwähnen Arzach nicht. Im Reallexikon für Antike und Christentum finden sich ebenfalls zwei Artikel zu Armenien. Bereits 1950 wurde der erste von Gerhard Klinge publiziert, der allerdings auf Arzach nicht gesondert eingeht.9 Im Supplementum wurde 2001 ein Artikel von Michel van Esbroeck zum kaukasischen Albanien abgedruckt.10 Dieser streift auch allenfalls Arzach mit einer Erwähnung, verweist aber auf die Diskussionen über die Rolle bei der Ethnogenese der Armenier respektive der Azeris.11 Viel präzisere Angaben zu unserem Thema bietet das Kleine Lexikon des Christlichen Orients in seiner zweiten Auflage. Darin bearbeitete Josef Rist die Lemmata ›Albanien (in Kaukasien)‹,12 ›Albanische Kirche‹ und ›Armenien‹ sowie Karl Pinggéra das Lemma ›Ar7 Vgl. ebd., 70. 8 Vgl. Hage (1979); Spuler (1979). Eine Volltextrecherche ergab, dass Arzach/ Berg Karabach in der TRE sonst überhaupt nicht vorkommt. 9 Vgl. Klinge (1950). 10 Vgl. van Esbroeck (2001). 11 Vgl. ebd., 258, zu Arzach 262. 12 Vgl. Rist (2007a+b). Demnach sind die Gebiete Albaniens südlich der Kura 387 n.Chr. an Armenien gefallen und in kleineren Einzelherrschaften regiert worden. Im 9. Jh. sei Albanien als eigenständige politische Größe ganz verschwunden und zwischen 1000 und 1266 das Königreich Arzach entstanden. Im westlichen Bergland (Karabach) seien die albanischen Christen mit den Armeniern und Georgiern verschmolzen und ab dem 15. Jh. unabhängige christliche Fürstentümer
62 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը menischApostolische Kirche ‹ . Die Region Arzach wurde demnach von Albanern besiedelt, die bereits im 4. Jahrhundert von Armenien aus christianisiert wurden, stets in enger Verbindung mit der armenischen Kirche blieben und zunehmend von Armeniern assimiliert wurden. Lediglich dieses Lexikon bietet auch einen eigenen Artikel Nagorny-Karabach ebenfalls von Josef Rist.13 In diesem hebt er hervor, dass Arzach in historischer Kontinuität zum christlichen Königreich Albanien stehe, wovon die Gebirgslandschaft nur einen kleinen Teil ausmache, und das durch Verschmelzung mit armenischen Zuwanderern im Mittelalter zum ostarmenischen Siedlungsgebiet geworden sei. Die christliche Enklave habe sich Armenien stets kulturell und religiös aufs engste verbunden gefühlt. Der Konflikt mit Aserbaidschan habe seinen »Niederschlag in höchst kontroversen Hypothesen armen. und azerbaidžanischer Forscher bezüglich der Ethnogenese der kaukasischen Albanier« gefunden.14 Mit diesen Aussagen dürfte Rist in etwa den aktuellen Forschungsstand der deutschen Forschung korrekt umreißen. Als Monografie zur Armenischen Kirche sticht besonders das 1983 von Lothar Heiser publizierte Buch Das Glaubenszeugnis der armenischen Kirche hervor.15 Der Band eröffnete in populärer Weise für viele deutschsprachige Interessierte einen Zugang zur Geschichte, Religion und Theologie Armeniens. Heiser erwähnt u.a. die missionarische Tätigkeit bereits von Mesrop Maschtotz auch unter Georgiern und Albanern im Kaukasus, für die er auch ihrer Sprache angemessene Alphabete entworfen habe.16 Da der Band aber eher Theologie und Frömmigkeit der armenischen Christenheit thematisiert, geht er auf das kulturelle Erbe in Arzach nicht weiter ein. Das 1985 publizierte Buch von Lore Bartholomäus über Armeniens Erbe und Gegenwart ist sehr empathisch und auch informativ geschrieben.17 Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der armenischen Kirche stellt es nicht dar, bietet aber gleichwohl eine Fülle an Informationen. Zu Arzach und den dortigen Kulturgütern findet sich dort aber nichts, was auch angesichts eines deutlichen Schwerpunkts auf dem Armeniertum in Jerusalem verständlich ist. (Melikate) entstanden. Die kirchliche Selbständigkeit der albanischen Kirche sei auf einer 488 n.Chr. in Partav von König Vač‘agan III. einberufenen Synode verabschiedet worden. Bischof Abas (552-596) habe dann den Titel eines albanischen Katholikos übernommen, dessen Residenz sich ab dem 13. Jh. in Gandzasar befand. 13 Vgl. Rist (2007c). 14 Ebd., 371. 15 Vgl. Heiser (1983). 16 Vgl. ebd., 23. 17 Vgl. Bartholomäus (1985).
Müller: Arzach in der deutschen Reiseund Forschungsliteratur | 63 3. Arzach in kunstgeschichtlichen Darstellungen Sehr substanzielle kunsthistorische Bände zu Armenien erstellte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem der Hallenser Professor für vorderasiatische Archäologie Burchard Brentjes (1929-2012). In diesen taucht allerdings das kulturelle Erbe Arzachs allenfalls am Rande auf. Das mag vor allem auch damit zusammenhängen, dass in der Sowjetunion Arzach politisch nicht zur Sowjetrepublik Armenien gehörte. Und eben diese hatte Brentjes in erster Linie im Blick. Darüber hinaus behandelte er allenfalls bedeutende armenische Architektur wie in Achtamar, Ani oder auch Gandsasar. Brentjes Buch Dreitausend Jahre Armenien erschien immerhin in drei Auflagen zwischen 1973 und 1984. Zwar erwähnt der Autor Arzach sehr gelegentlich am Rande, geht aber keineswegs auf die dortigen Kulturgüter ausführlicher ein.18 Auch wird in seinen Darstellungen die Angliederung der Region an Aserbaidschan (1923) nirgends dokumentiert. Damit macht das Buch indirekt deutlich, dass der – in der damaligen DDR lebende – Autor die bestehenden Sowjetgrenzen uneingeschränkt übernimmt. Dementsprechend bietet auch eine angehängte Karte lediglich einen Überblick über Baudenkmäler in der Sowjetrepublik. Aufgrund der Fokussierung auf die Sowjetrepublik Armenien dürfte Arzach auch weitgehend in der äußerst beachtlichen Zusammenstellung armenischer Kunst nicht zu finden sein, die Brentjes gemeinsam mit Stepan Mnazakanjan und Nona Stepanjan herausgegeben hat. Außer wenigen historischen Bemerkungen, die sich in dem bereits erwähnten Buch von Brentjes finden,19 ist lediglich ein weiterer Hinweis zur Kunst des 13. Jahrhunderts zu finden: »Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die kleinen provinziellen Kirchen aus Karabach. Hier sind Reste der Ausmalungen in der Kirche von Aratschadsor und in der 1214 von der Fürstin Arsun-Hatun gebauten Kirche in Dadi zu finden. In letzterer lassen sich Fragmente der Steinigung des heiligen Stephanus erkennen.« 20 Weitere Angaben zu der Kultur von Arzach finden sich in diesem Band nicht. Neben der geographischen Marginalität scheinen für Brentjes und seine Koautoren die Kulturdenkmäler in Arzach auch aufgrund ihres provinziellen Charakters zu vernachlässigen gewesen zu sein. 18 Vgl. Brentjes (1984), 161f., wo er auf den Frieden von 1620 und die Einrichtung der persischen Provinz Karabach eingeht. Ferner erwähnt er hier den Versuch eines Sohnes des Meliks von Karabach Israel Ori zusammen mit dem Katholikos Hagop IV. die Union mit dem Westen voranzubringen. 19 Vgl. Brentjes (1981), 42. Es handelt sich um dieselben Informationen wie in Anm. 18. 20 Brentjes (1981), 240.
64 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը 4. Die Wahrnehmung von Arzach in der deutschen Literatur ab 1988 1988 beantragte bekanntlich der Oberste Sowjet des Autonomen Gebietes Berg-Karabach den Anschluss der Region an Armenien, was von Aserbaidschan abgelehnt wurde. Dies war der Auslöser für eine Reihe von Konflikten, die in der Unabhängigkeitserklärung Arzachs 1991 und der zunächst nur versuchten Rückeroberung durch Aserbaidschan gipfelten. Im Mai 1994 musste letzteres einem Waffenstillstand unter Verlust von Gebietsansprüchen zustimmen. Genau in diese Zeit zwischen 1988 und 1994 fallen die ersten bedeutenden Publikationen in Deutschland zum kulturellen Erbe Arzachs. Dabei handelt es sich eher um thematische Einführungen und historische Überblicke als wirklich um wissenschaftliche Ausarbeitungen. Bereits im September 1988 veranstaltete die Katholische Akademie Hamburg unter der Federführung von Monsignore Wilm Sanders eine ›Informationstagung‹ unter dem Titel ›Armenien. Kleines Volk mit großem Erbe‹.21 Den Auslöser dafür stellten explizit die Ereignisse in der damaligen Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik und in der autonomen Region Berg-Karabach dar.22 Während in den meisten Artikeln Karabach allenfalls am Rande behandelt wird,23 bietet Tessa Hofmann hier einen ersten substantiellen Beitrag unter dem Titel Karabach – Armeniens offene Wunde. Dabei reflektiert sie die geschichtlichen Wurzeln des Konflikts und betont insbesondere die äußerst ambivalente Rolle Russlands.24 Über die kulturelle Bedeutung Arzachs spricht sie dabei allerdings nur am Rande: »Karabach ist seit alters armenisches Kulturland, geschmückt mit zahlreichen Denkmälern weltlicher und sakraler armenischer Baukunst. Die wertvollsten kaukasischen Teppiche werden hier geknüpft, auch war Karabach für seine ›goldfarbenen‹ Pferde berühmt. In 21 Vgl. Sanders (1989). 22 Ebd., 7. 23 Vgl. Kantian (1989), hier 69, wo er betont, dass Arzach als erster Teil Armeniens 1813 unter russische Herrschaft geriet, obwohl gerade die unwirtlichen Bergregionen Armeniens meist den besten Schutz gegen Feinde dargestellt hätten (anders Hofmann [1989], 117, wonach Arzach bereits 1804 unter russische Herrschaft kam); ferner Sanders (1989), 104f. berichtet von der Wiedereröffnung zweier Kirchen im Gebiet Berg Karabach durch die sowjetischen Behörden, die damit seit über 60 Jahren den armenischen Christen in Karabach erstmals wieder eigene Gotteshäuser zugestanden hätten. Noch 1920 habe es dort 100 armenische Kirchen und Klöster gegeben, aktuell (bzw. am Ende 1980er) gäbe es für die 160.000 Armenier nach Angaben des ÖRK keine einzige funktionierende Kirche. 24 Hofmann (1989). Vgl. dort Aussagen wie: »Rußland hat den Armeniern ihre guten Dienste niemals entlohnt.« (108); »[...] doch die Eingriffe der russischen Bürokratie in die Schulund Kirchenverwaltung Armeniens waren schwerwiegend, 1903 kam es sogar zu einer Beschlagnahmung sämtlicher nicht für die unmittelbare Religionsausübung benötigter Kirchenschätze.« (111); »Bei blutigen Zusammenstössen zwischen Armeniern und Aserbeidschanern [...] hielt sich das russische Militär absichtlich lange zurück und lieferte somit die Armenier den aggressiveren und zahlenmäßig überlegeneren Aserbeidschanern aus.« (112); »Die Armenier waren mithin für Rußland, entsprechend dessen jeweiliger Haltung zur Türkei, nur die bisweilen nützlichen Bauern bei Schachzügen in der russischen Orientpolitik. [...] ›Armenien ohne Armenier‹« galt Aleksej Lobanow-Rostowskij als »Ziel russischer Außenpolitik« (112); vgl. letztlich a. zu dem den Russen entgegengebrachten Vertrauen und der Abhängigkeit von der Sowjetunion, ebd. 130.
Müller: Arzach in der deutschen Reiseund Forschungsliteratur | 65 erster Linie stellt das Gebiet für Armenier jedoch einen Inbegriff von Freiheitsliebe und Widerstandsgeist dar. [...]« 25 Und auch die Situation der Kulturdenkmäler hält sie nur summarisch fest: »Von den 1600 amtlich registrierten Bauund Kulturdenkmälern des Autonomen Gebiets werden nur 64 vom Staat unterhalten. Die Mehrzahl ist [...] dem Verfall oder, wie in Dutzenden von Fällen, sogar der mutwilligen Zerstörung preisgegeben [...]. Zwischen 1929 und 1932 wurden sämtliche 100 Dorfkirchen und die 18 Einsiedeleien Karabachs geschlossen. [...] jetzt wurde die Wiedereröffnung zweier Kirchen in Aussicht gestellt.« 26 Zu einer genaueren Beschäftigung mit den Kulturgütern Arzachs kam es aber erst in einer 1993 von Manfred Richter herausgegebenen Veröffentlichung unter dem Titel Armenisches Berg-Karabach/Arzach im Überlebenskampf.27 Von besonderer Bedeutung ist darin der Beitrag von Hravard Hakobian, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Matendaran tätig war und die Geschichte Arzachs im Mittelalter in kulturgeschichtlicher Hinsicht darstellte.28 Er bearbeitete nicht nur die Literatur, sondern auch die Architektur, die Khatschkare mit ihrer großen Originalität, die dekorativen und angewandten Künste wie z.B. den ältesten armenischen Teppich überhaupt aus dem Jahr 1202,29 die Fresken u.a. aus Dadivank, Arachadzor und Kirants sowie die Buchmalerei. Damit werden viele wichtige Themen gestreift, aber natürlich nicht erschöpfend behandelt. In diesem Sinne lädt das Schlusswort des Verfassers geradezu zu weiterer Beschäftigung ein: »Dieser kurze Abriß der Kunst des mittelalterlichen Arzach ist nur der erste Versuch, noch eine andere Geschichte der vielfältigen und reichen Erbschaft des armenischen Volkes aufzuschlagen, deren Grenzsteine jedoch noch eines ausführlichen und vertiefenden Studiums bedürfen.« 30 25 Ebd., 116f. 26 Ebd., 119f. 27 Vgl. Richter (1993). In dem Band findet sich u.a. auch ein sehr allgemeiner Beitrag von Koutcharian (1993a). Darin führt er die Arzacher Diözese auf den Enkel Gregor des Erleuchters Gregoris zurück, der als Märtyrer von Albanien den Märtyrertod fand. Bis 1815 habe das Katholikat Albanien an unterschiedlichen Stellen seinen Sitz gehabt, in Gandzsassar bis 1815. Unter russischer Herrschaft wurde es zur Metropolie herabgestuft und 1931 von den Aseris aufgehoben. Erst 1989 sei die Diözese wieder eingerichtet worden. In einem weiteren Beitrag hält Koutcharian (1993b), 94 fest, dass die Arzacher Kirche ab 302 dem albanischen Katholikat, ab dem 8. Jh. dem armenischen Klerus unterstanden habe. 28 Vgl. Hakobian (1993). 29 Ebd., 37. 30 Ebd., 44.
66 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Kleine weitere Schritte in diese Richtung sind bereits unternommen worden. Drei Beispiele möchte ich abschließend dafür noch beibringen.31 5. Die Wiederentdeckung einer alten Kulturlandschaft – Armenienbilder nach 1994 1995, also unmittelbar nach Abschluss des ersten Karabach-Krieges, fand vom 14. Januar bis 17. April eine umfangreiche Armenien-Ausstellung in Bochum statt. Der Katalog der Ausstellung macht deutlich, dass Arzach nun ganz selbstverständlich bei den Exponaten berücksichtigt wird, auch wenn eine eigene Thematisierung der Region nach wie vor ausbleibt.32 Auch in den ausgewogenen historischen Einführungen wird Arzach nun erwähnt.33 Jean-Pierre Mahé sah etwa in Karabach eine Gebirgsregion, die »vom Mittelalter bis zur Neuzeit die letzte Zuflucht der armenischen Unabhängigkeit geblieben« sei.34 Er hält es für paradox, dass in der ersten Hälfte des 20. Jh.s der »Kern der alten Provinz Arzakh, die als erstes armenisches Territorium den Anschluß an Rußland gefordert hatte, nicht zur Republik Armenien« gehört.35 Auch in der Einführung in armenische Architektur von Armen Zarian taucht Arzach nun selbstverständlich auf.36 Und sogar in den ausführlichen Zeittafeln am Schluss des Bandes wird nun auf Arzach hingewiesen, wenn auch nach wie vor entscheidende Ereignisse für die politische Entwicklung der Region im 19. und 20. Jahrhundert in den Tabellen fehlen.37 31 Ich kann hier nicht auf die gesamte deutschsprachige Armenien-Literatur nach 1994 eingehen. Zu erwähnen wäre u.a. noch Eid (2006). Die Situation der Kaukasus-Armenier streift auch Feigel (1989). 32 Vgl. Museum Bochum (1995). An Exponaten aus Arzach sind in dem Katalog u.a. zu finden: Nr. 174, Evangeliar o.D. (Matenadaran Cod. 2743; dort datiert auf 1232); Nr. 175, Evangeliar vor 1261 und 13. Jh. (Matenadaran Cod. 378). Erwähnt werden auch Teppiche aus Schuschi (von 1815), ebd. 328; Nr. 241 (Staatliches Museum für Volkskunst Jerewan, Inv. Nr. 1600). Ferner sind bestickte Handtücher aus Arzach ausgestellt worden, vgl. Nr. 252f. jeweils aus dem 19. Jh. (Staatliches Museum der Geschichte Armeniens, Jerewan, Inv. Nr. 282; 8410/3). Auch auf Künstler, die in Arzach geboren wurden, wird hingewiesen, so z.B. auf Hakob Gurdjian (*1881 in Schuschi; 384). 33 Vgl. Mahé (1995). Mahé beschäftigt sich u.a. mit der ethnischen Herkunft der Armenier, die er bei den Uratäern vermutet, auch wenn die Armenier dann eine Sprache anderer Herkunft angenommen haben (ebd. 10). Er verweist ferner auf historische Details wie darauf, dass Abbas Mirza 1826 nicht nur einen muslimischen Aufstand in Transkaukasien gefördert, sondern auch einen erneuten Überfall der Berge Karbachs durchgeführt habe. 34 Ebd., 15. 35 Ebd., 17. 36 Vgl. Zarian (1995). Dort erwähnt er ein Beispiel für den Soradirund Hrispime-Kirchentyp in Okht Drnevan (Ende 5. Jh., scil. heute im Hadrut Bezirk) und stellt dementsprechend fest, dass die ersten Belege für diesen Bautyp in Arzach-Sünik zu finden sind (ebd., 122). Ferner erwähnt er allgemein Melikburgen auch in Arzach (ebd., 125). 37 Vgl. Museum Bochum (1995), 464 (853/54 greifen arabische Truppeneinheiten Arzach vergeblich an); 467 (1722-1728/30 finden Aufstände der Armenier in Arzach und Sünik unter David Bek gegen Perser und Türken statt); 468 (am 11. März 1836 tritt die Kirchenverfassung der Armenier im russischen Reich ›Polojenye‹ auch in Karabach in Kraft). Es fehlen Hinweise etwa auf das Jahr 1923 und dessen Bedeutung für Arzach.
Müller: Arzach in der deutschen Reiseund Forschungsliteratur | 67 Detaillierter wird Arzach auch in der 2007 publizierten Habilitationsschrift von Annegret Plontke-Lüning behandelt, die sich mit der Frühchristlichen Architektur in Kaukasien auseinandergesetzt hat.38 Die Arbeit beschäftigt sich grundsätzlich mit dem frühen Kirchenbau in Kaukasien und behandelt Arzach und Uti(k) dabei als »Grenzmarken«. Plontke-Lüning hebt hervor, dass der Raum vor allem im Blick auf regionale Vielfalt untersucht werden muss.39 Sie fokussiert dementsprechend einige Bauten aus Arzach, das sie zwar Albanien als Grenzmark zuordnet,40 andererseits durch armenische Kultur41 zutiefst beeinflusst sieht.42 Kirchenpolitisch habe die Kirche von Arzach zwar ab 363/387 n.Chr. der albanischen Jurisdiktion unterstanden, die sich ihrerseits im 7. Jh. aber der armenischen Kirche unterstellt habe.43 Die Art der Behandlung des regionalen Kulturerbes durch Plontke-Lünig ist vorbildlich, allerdings nur auf den engen Zeitraum der Spätantike und auch nur auf die kirchliche Architektur in literarischen44 und archäologischen45 Quellen begrenzt. Insgesamt ist die Zahl der von ihr angeführten Bauwerke sehr überschaubar. Letztlich haben die Herausgeber der vorliegenden Dokumentation in einem 2021 publizierten Band den Versuch, das Kulturgut spezifisch von Arzach in einer breiteren Perspektive zu fokussieren unternommen, der unter Federführung von Martin Tamcke herausgegeben worden ist.46 Dabei sollte insbesondere ein Aufruf zum Schutz der Kulturgüter in Arzach publiziert werden, von denen die Handschriften in besonderer Weise in dem Band von Tamara Minsayan vorgestellt wurden.47 Die meisten Beiträge der Tagung vom 9. Juni 2021 wurden publiziert. Gleichwohl hat ihr spezifischer Fokus das gesamte Kulturerbe Arzachs noch nicht genügend in den Blick genommen. Eine noch differenziertere und vollständigere Betrachtung desselben wird daher mit dem aktuell vorliegenden Band dargeboten. 38 Vgl. Plontke-Lüning (2007). 39 Zusammenfassend zu den Bauten in den Regionen Kaukasiens, vgl. ebd., 347. Arzach taucht dort als regional besonderer Raum nicht auf. 40 Die literarische Überlieferung zu albanischen spätantiken Kirchbauten betrifft nach Plontke-Lüning (2007), 195, ausschließlich das »armenische Albanien« mit Arzach und Uti(k), was insbesondere auch auf die Herkunft des Autors der Hauptquelle Movses Dascuranc‘i zurückzuführen ist. 41 Vgl. ebd., 131 spricht von einer armenischen Bevölkerung von Arzach, das dem multiethnischen Albanien bis zu dessen Zerfall verbunden gewesen sei. 42 Vgl. ebd., 122, hält fest, dass 387 n.Chr. die nordöstlichen (sic!) armenischen Provinzen Arzach und Uti(k), Gardman und Kolt‘ Albanien zugeschlagen worden seien. Ausführlicher behandelt sie die Geschichte von Arzach vom 2. Jh. v. bis zum 20. Jh. n.Chr. im Überblick, ebd., 131. Hier betont sie, dass die ursprünglichen Grenzen von Arzach im Einzelnen schwer zu bestimmen seien. An dieser Stelle datiert sie die Zuschlagung Arzachs an Albanien bereits in das Jahr 363 n.Chr. 43 Vgl. ebd., 152. Hier hält sie auch fest, dass die Bischöfe von Amaras zu den wichtigsten Bischöfen in Arzach gehörten. 44 Zu den literarischen Quellen über frühe Kirchenbauten in Arzach, vgl. ebd., 187-193. Sie behandelt hier u.a. Giš und Ĵvrštik beim Dorf Tonašen im Rayon Mardakert sowie die Kathedrale von Mec’ Irank’ und die Kirche von Glxoy Vank’ (Glkavank’) im Mec’ Kuenk’ im Trtu-Tal. 45 Zu den archäologischen Zeugnissen früher Kirchbauten in Arzach, vgl. ebd., 275, wo sie zunächst auf den geringen Dokumentationsstand hinweist. Hier führt sie Basiliken in Barda-Partaw (in Uti), Tazakend und Amaras auf. Ein Kreuzbau läßt sich im Rayon Agdam in Vankasar (Tigranokerta) beobachten, vgl. ebd., 291. 46 Vgl. Tamcke (2021). 47 Vgl. Minasyan (2021).
74 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Որպես հայոց եկեղեցուն վերաբերող մենագրություն, հատկապես առանձնանում է Լոթար Հեյզերի 1983 թ. հրատարակած «Հայոց եկեղեցու հավատքի վկայությունը»։15 Սույն աշխատությունը հանրաճանաչ դարձրեց Հայաստանի պատմությունը, կրոնն ու աստվածաբանությունը գերմանախոս բազմաթիվ հետաքրքրված ընթերցողների համար: Հեյզերն, ի թիվս այլ տեղեկությունների, մատնանշում է Մեսրոպ Մաշտոցի առաքելությունը վրացիների և Կովկասի ալբանացիների շրջաններում, որոնց համար նա նաև նախագծել է իրենց լեզուներին համապատասխան այբուբեններ։16 Սակայն քանի որ մենագրության թեման առհասարակ աստվածաբանությունն ու հայ քրիստոնեության բարեպաշտությունն են, այն էլ ավելի չի ծավալվում Արցախի մշակութային ժառանգության ուղղությամբ: 1985 թ. հրատարակված Լորե Բարթոլոմեուսի՝ Հայաստանի ժառանգության և ներկայի մասին գիրքը, շատ կարեկից և բովանդակալից կերպով է շարադրված:17 Սա հայոց եկեղեցու վերաբերող գիտական վերլուծություն չէ, բայց և այնպես մեծաքանակ ու կարևոր տեղեկություններ է պարունակում: Այդուամենայնիվ, սույն գրքում ևս ոչ մի խոսք չկա Արցախի կամ այնտեղի մշակութային արժեքների մասին, ինչը մասամբ հասկանալի է՝ հաշվի առնելով հեղինակի ուշադրության կենտրոնն առաջին հերթին դեպի Երուսաղեմի հայություն։ 3. Արցախն արվեստի պատմության հրապարակումներում Հայաստանի արվեստի պատմության մասին 20-րդ դ. երկրորդ կեսին շատ նշանակալից հատորներ է հեղինակել Հալլեի համալսարանի Մերձավոր Արևելքի հնագիտության պրոֆեսոր Բուրխարդ Բրենտյեսը (1929-2012)։ Սակայն դրանց մեջ Արցախի մշակութային ժառանգությունը միայն լուսանցքային հիշատակում է գտել: Դա հավանաբար կապված է այն փաստի հետ, որ Խորհրդային Միությունում Արցախը քաղաքական իմաստով Հայաստանի Հանրապետության կազմում ընդգրկված չէր։ Հենց այս իրողությունն էլ ի սկզբանե աչքի առջև է ունեցել Բրենտյեսը: ՀԽՍՀ-ից դուրս, նա համենայն դեպս զբաղվել է հայկական կարևոր ճարտարապետական կոթողներով, ինչպես օր.՝ Աղթամարը, Անին և Գանձասարը: Բրենտյեսի «Երեք հազար տարիների Հայաստան» գիրքը լույս է տեսել երեք հրատարակությամբ 1973-1984 թթ. միջև: Թեև հեղինակը ժամանակ առ ժամանակ լուսանցքային եղանակով հիշատակում է Արցախը, բայց և այնպես մանրամասն չի անդրադառնում տեղի մշակութային արժեքներին:18 Նաև նրա ներկայացման մեջ 15 Տե՛ս Heiser (1983)։ 16 Տե՛ս նույնը, 23։ 17 Տե՛ս Bartholomäus (1985)։ 18 Տե՛ս Brentjes (1984), 161 և շար., որտեղ նա քննարկում է 1620 թ. խաղաղությունն ու պարսկական Ղարաբաղի
Մյուլլեր, Արցախը գերմանական ճամփորդական և հետազոտական գրականության մեջ | 75 տարածաշրջանի բռնակցումը Ադրբեջանին (1923 թ.) ոչ մի տեղ փաստագրված չէ։ Այս կերպ գիրքն անուղղակիորեն պարզ է դարձնում, որ այդ ժամանակ Դեմոկրատիկ Գերմանիայի Հանրապետությունում ապրող հեղինակն առանց վերապահումների որդեգրում է առկա խորհրդային սահմանները։ Համապատասխանաբար ներփակ քարտեզը ներկայացնում է միայն մասնակիորեն ՀԽՍՀ-ի հուշարձանները: Խորհրդային Հայաստանին կենտրոնացած լինելու պատճառով Արցախը նույնպես դժվար թե տեղ գտներ հայկական արվեստին վերաբերող մեկ այլ չափազանց ուշագրավ ժողովածուում, որը Բրենտյեսը հրատարակել է Ստեփան Մնացականյանի և Նոնա Ստեփանյանի աշխատակցությամբ։ Բացի մի քանի ընդհանուր պատմական տեղեկություններից, որոնք արդեն իսկ առկա էին Բրենտյեսի վերոնշյալ գրքում,19 այստեղ Արցախի մասին միայն մեկ հիշատակում կարելի է գտնել, որը նվիրված է 13-րդ դարի արվեստին. «Այս շրջանին են պատկանում նաև Ղարաբաղի գավառական փոքր եկեղեցիները։ Այստեղ կարելի է գտնել որմնանկարների մնացորդներ Առաջաձորի եկեղեցում և Դադիի վանքում, որը կառուցվել է Արզու-Խաթուն արքայադստեր կողմից 1214 թվականին։ Վերջինիս մեջ մասամբ նշմարելի է Սբ. Ստեփանոսի քարկոծման տեսարանը»։ 20 Արցախի մշակույթի մասին այլ տեղեկություններ չկան այս հատորում։ Աշխարհագրական մարգինալության հետ մեկտեղ, Բրենտյեսի և նրա համահեղինակների կողմից Արցախի մշակութային հուշարձանները կարծես թե անտեսվել են նաև իրենց այսպես ասած գավառական բնույթի պատճառով։ 4. Արցախի ընկալումը գերմանական գրականության մեջ 1988 թ. սկսյալ Ինչպես հայտնի է, 1988 թ. ԼՂԻՄ-ի գերագույն խորհուրդը հայտ է ներկայացրել՝ Հայաստանին միանալու համար, ինչը մերժվել է Ադրբեջանի կողմից։ Սա մի շարք հակամարտությունների խթան հանդիսացավ, որոնց գագաթնակետերը եղան 1991 թ. Արցախի անկախության հռչակումն ու Ադրբեջանի կողմից այն վերանվաճելու փորձերը: 1994 թ. մայիսին վերջինս ստիպված էր կնքել հրադադար՝ համաձայնելով տարածքային նահանգի ստեղծումը։ Դրանից բացի նա նշում է Ղարաբաղի մելիքներից մեկի որդու, Իսրայել Օրիի նախաձեռնությունը Հակոբ Դ (Ջուղայեցի) կաթողիկոսի հետ միասին՝ Արևմուտքի ուղղությամբ միությունն առաջ տանելու փորձը։ 19 Տե՛ս Brentjes (1981), 42։ Խոսքը միևնույն տեղեկությունների մասին է, ինչպես որ ներկայացված է հմր. 18 ծանոթագրությունում։ 20 Brentjes (1981), 240։
76 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը կորուստներին։ Հենց այս ժամանակահատվածում, 1988-1994 թթ. միջև, Գերմանիայում լույս տեսան Արցախի մշակութային ժառանգությանը նվիրված առաջին կարևոր հրապարակումները։ Սակայն դրանք ավելի շատ թեմատիկ ներածություններ են և պատմական ակնարկներ, քան իսկապես խորը գիտական մշակումներ: Արդեն իսկ 1988 թ. սեպտեմբերին Համբուրգի կաթոլիկ ակադեմիան մոնսինյոր Վիլմ Սանդերսի նախագահությամբ կազմակերպեց «Հայաստան. փոքր ժողովուրդ մեծ ժառանգությամբ» խորագրով մի տեղեկատվական գիտաժողով:21 Դրա պատճառը բնականաբար այն ժամանակվա ՀԽՍՀ-ում և ԼՂԻՄ-ում տեղի ունեցած իրադարձություններն էին:22 Ներկայացված հոդվածների մեծ մասում Ղարաբաղը միայն հակիրճ է քննարկվում։23 Միայն Տեսսա Հոֆմանն է այստեղ առաջին էական զեկույցը ներկայացնում՝ «Ղարաբաղ. Հայաստանի բաց վերքը» խորագրով։ Դրանում նա անդրադառնում է հակամարտության պատմական արմատներին և շեշտում հատկապես Ռուսաստանի չափազանց երկկողմ դերը։24 Արցախի մշակութային նշանակության մասին նա միայն լուսանցքում է խոսում. «Ղարաբաղը հնագույն ժամանակներից հանդիսանում է հայկական մշակութային տարածք՝ զարդարված հայկական աշխարհիկ և կրոնական ճարտարապետության բազմաթիվ հուշարձաններով։ Այստեղ են հյուսվում կովկասյան ամենաթանկ գորգերը։ Ղարաբաղը հայտնի է եղել նաև իր ‹ոսկեգույն› ձիերով: Հայերի համար, սակայն, այս տարածքն առաջին հերթին ազատասիրության և դիմադրության ոգու ուղն ու ծուծն է։ [...]» 25 21 Տե՛ս Sanders (1989)։ 22 Նույնը, 7։ 23 Տե՛ս Kantian (1989), այստեղ էջ 69, ուր նա ընդգծում է, որ Արցախը Հայաստանի առաջին մասն էր, որը 1813 թ.- ին հայտնվեց ռուսական տիրապետության տակ, թեև Հայաստանի այս դժվարանցանելի լեռնային շրջանը սովորաբար լավագույն պաշտպանությունն էին ներկայացնում թշնամիների դեմ (այլ կարծիքի է Hofmann-ը (1989), 117, ըստ որի Արցախն արդեն իսկ 1804 թ. Ռուսաստանի կառավարման ներքո էր անցել); նաև Sanders (1989), 104 և շար. հաղորդում է խորհրդային իշխանությունների կողմից Լեռնային Ղարաբաղի տարածաշրջանում երկու եկեղեցիների վերաբացման մասին, ինչի շնորհիվ ավելի քան 60 տարվա ընթացքում առաջին անգամ Ղարաբաղի հայ քրիստոնյաներին վերստին տրվում է իրենց սեփական աղոթատեղիների իրավունքը։ 1920 թ. այնտեղ դեռ կար 100 հայկական եկեղեցի և վանք, սակայն ներկայումս (այսինքն 1980-ականների վերջին), ըստ ԵՀԽ-ի, 160.000 հայերի համար ոչ մի գործող եկեղեցի չկա: 24 Hofmann (1989): Տե՛ս այնտեղ այնպիսի հայտարարություններ, ինչպիսիք են. «Ռուսաստանը երբեք չի վարձատրել հայերին նրանց լավ ծառայությունների համար» (108); «[...] ռուսական բյուրոկրատիայի միջամտությունները Հայաստանի դպրոցների ու եկեղեցիների տնօրինման հարցում ծանր ազդեցություն ունեցան, [այսպես] 1903 թ. բռնագրավվեցին բոլոր այն եկեղեցական գանձերը, որոնք անհրաժեշտ չէին անմիջականորեն ծիսակատարությունների համար» (111); «Հայերի և ադրբեջանցիների միջև արյունալի բախումների ժամանակ [...] ռուսական բանակը միտումնավոր երկար ժամանակ հետ է կանգնել և այդպիսով հայերին հանձնել ավելի ագրեսիվ և թվով գերազանցող ադրբեջանցիներին» (112); «Հետևապես, հայերը Ռուսաստանի համար եղել են միայն երբեմն օգտակար շախմատային զինվորներ՝ վերջինիս արևելյան քաղաքականության խաղային քայլերում՝ ըստ Թուրքիայի նկատմամբ տվյալ իրավիճակում որդեգրած պահվածքի։ [...] ‹Հայաստանն առանց հայերի›» այսպես էր սահմանվում Ալեքսեյ Լոբանով-Ռոստովսկու «ռուսական արտաքին քաղաքականության նպատակը» (112); տե՛ս վերջապես նաև ռուսների հանդեպ ունեցած վստահությունն ու Խորհրդային Միությունից կախվածությունը, նույնը 130։ 25 Նույնը, 116 և շար.։
Մյուլլեր, Արցախը գերմանական ճամփորդական և հետազոտական գրականության մեջ | 77 Եվ ընդամենը ամփոփիչ կերպով է մոտենում մշակութային հուշարձանների վիճակին. «Ինքնավար այս մարզի պաշտոնապես գրանցված 1600 ճարտարապետական և մշակութային հուշարձաններից միայն 64-ն է պահպանվում պետության կողմից: Մեծամասնությունը [...] մատնված է քայքայման կամ ինչպես տասնյակ հայտնի դեպքերում, նույնիսկ՝ միտումնավոր կործանման [...]: 1929-1932 թվականներին փակվել են Ղարաբաղի բոլոր 100 գյուղական եկեղեցիներն ու 18 մենաստանները։ [...] այժմ նախատեսվում է երկու եկեղեցիների վերաբացումը։» 26 Արցախի մշակութային արժեքներով առաջին անգամ մանրամասն զբաղվեց 1993 թ. Մանֆրեդ Ռիխտերի խմբագրած «Հայկական Լեռնային Ղարաբաղը/Արցախը գոյատևման մարտում» վերնագրով ժողովածուն։27 Այնտեղ հատկապես կարևոր է Հրավարդ Հակոբյանի ներդրումը, ով որպես Մատենադարանի գիտաշխատող ներկայացրել է Արցախի միջնադարյան պատմությունը՝ մշակութաբանության տեսանկյունից:28 Նա ուսումնասիրել է ոչ միայն գրականությունն, այլև ճարտարապետությունը, խաչքարերն իրենց հայտնի ինքնատիպությամբ, դեկորատիվ և կիրառական արվեստները, որոնց վառ օրինակներից է՝ 1202 թ. ամենահին հայկական գորգը։29 Ի թիվս այլոց, ներկայացվում են նաև Դադիվանքի, Առաչաձորի և Կիրանցի որմնանկարներն, ինչպես նաև այնտեղի ձեռագրերի մանրանկարչությունը։ Դրանով անշուշտ շոշափվում են շատ կարևոր թեմաներ, բայց իհարկե դեռևս սպառիչ կերպով չեն քննարկվում։ Այս առումով հեղինակի եզրափակիչ խոսքերը մեզ ամենքիս հրավիրում են հետագա ուսումնասիրությունների. «Միջնադարյան Արցախի արվեստի այս համառոտ ուրվագիծը միայն առաջին փորձն է, որպեսզի բացահայտվի հայ ժողովրդի բազմազան ու հարուստ ժառանգության ևս մեկ պատմություն, որի սահմանագծային ուղենիշները դեռևս մանրակրկիտ ու խորաթափանց ուսումնասիրության կարիքն ունեն։» 30 26 Նույնը, 119 և շար.։ 27 Տե՛ս Richter (1993): Հատորը ներառում է նաև Koutcharian-ի (1993a) շատ ընդհանուր հոդվածը, ուր Արցախի թեմի հիմնումը վերագրվում է Գրիգոր Լուսավորիչի թոռանը՝ Գրիգորիսին, որը նահատակվել է Աղվանքում իբրև մարտիրոս։ Մինչև 1815 թ. Աղվանից կաթողիկոսության նստավայրը տարբեր վայրերում է տեղակայվել, և ի վերջո գտնվել Գանձասարում՝ մինչև 1815 թ.։ Ռուսական իշխանության օրոք այն իջեցվել է մետրոպոլիտության մակարդակի և 1931-ին փակվել ազերիների կողմից։ Թեմը վերականգնվել է միայն 1989 թ.։ Մեկ այլ աշխատության մեջ Koutcharian (1993b), էջ 94-ում նշվում է, որ Արցախի եկեղեցին 302 թ.-ից գտնվում էր Աղվանից կաթողիկոսության ներքո, իսկ 8-րդ դարից՝ հայ հոգևորականության։ 28 Տե՛ս Hakobian (1993)։ 29 Նույնը, 37։ 30 Նույնը, 44։
78 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Այս ուղղությամբ արդեն որոշ փոքր հավելյալ քայլեր են արվել։ Ավարտելով՝ կցանկանայի դրանցից երեք օրինակ բերել։31 5. Հին մշակութային լանդշաֆտի վերագտնում. Հայաստանի պատկերները 1994 թ. հետո Արցախյան առաջին պատերազմի ավարտից անմիջապես հետո, 1995 թ., հունվարի 14-ից ապրիլի 17-ը Բոխումում տեղի ունեցավ Հայաստանին նվիրված լայնածավալ ցուցահանդես։ Դրա կատալոգը հստակորեն ցույց է տալիս, որ Արցախն այժմ բնականաբար հայկական ցուցանմուշների մեջ է, անգամ եթե տվյալ տարածաշրջանի ուրույն թեմատիկացման խնդիրը, ինչպես և նախկինում, իրագործված չէ:32 Արցախը ներառնվում է նաև բոլոր հավասարակշռված պատմական ներածություններում։33 Ժան-Պիեր Մահեն Ղարաբաղի դեպքում տեսնում է մի լեռնային շրջան, որը «միջնադարից մինչև նոր ժամանակներ հայկական անկախության վերջին ապաստանն» է հանդիսացել։34 Նա պարադոքսալ է համարում այն փաստը, որ 20-րդ դ. առաջին կեսին «Արցախի հինավուրց նահանգի կորիզը, որն իբրև առաջին հայկական տարածք պահանջել էր միություն Ռուսաստանի հետ, այդուամենայնիվ չի պատկանում Հայաստանի Հանրապետությանը»։35 Արցախը բնականաբար ներկայացվում է նաև Արմեն Զարյանի հեղինակած հայկական ճարտարապետության ներածությունում։36 Ժողովածուի վերջում տպված մանրամասն ժամանակագրական աղյուսակներում ևս անդրադարձ է կատարվում 31 Այստեղ ես չեմ կարող 1994-ից սկյսալ ողջ գերմանախոս գրականությունը ներկայացնել, որը նվիրված է հայերին։ Հիշարժան է ի միջի այլոց Eid-ը (2006)։ Կովկասում հայերի իրավիճակին է անդրադառնում նաև Feigel-ը (1989)։ 32 Տե՛ս Museum Bochum (1995)։ Արցախի ցուցանմուշներից կարելի է այս կատալոգում ի միջի այլոց տեսնել՝ Nr. 174 – Ավետարան առանց թվ. (Մատենադարան, ձեռ. № 2743, այստեղ՝ 1232 թ.); Nr. 175 – Ավետարան 1261 թ.-ից առաջ և 13-րդ դ. (Մատենադարան, ձեռ. № 378)։ Հիշատակվում են նաև Շուշիի գորգերը (1815 թ.), նույնը, 328; Nr. 241 (Ժողովրդական արվեստի թանգարան, Երևան, նմուշ № 1600): Բացի դրանից ցուցադրվել են 19-րդ դ. ասեղնագործություններ Արցախից, տե՛ս Nr. 252 և շար. (Հայաստանի պատմության թանգարան, Երևան, նմուշներ № 282 և 8410/3)։ Կատալոգում նաև հղում է կատարվում Արցախում ծնված արվետսագետների մասին, ինչպես օր.՝ Հակոբ Գյուրջյանը (*1881 Շուշիում; նույնը, 384): 33 Տե՛ս Mahé (1995): Ի թիվս այլ նյութերի, հեղինակը զբաղվում է հայերի էթնիկ ծագումնաբանությամբ, և առաջ քաշում այն թեզը, որ նրանք ուրատացիներից են գալիս՝ անգամ եթե հայերը հետագայում այլ ծագման լեզու են ընդունել (նույնը, 10): Նա նաև վկայակոչում է այնպիսի պատմական մանրամասներ, որ օրինակ ԱբբասՄիրզան ոչ միայն աջակցել է 1826 թ. Անդրկովկասում մահմեդականների ապստամբությանն, այլև հերթական հարձակումն է իրականացրել Ղարաբաղի լեռներում։ 34 Նույնը, 15։ 35 Նույնը, 17։ 36 Տե՛ս Zarian (1995): Այնտեղ նա նշում է Զորադիր (Սորադիր) և Հռիփսիմե եկեղեցիների տիպը Օխտը Դռնի վանքի դեպքում (5-րդ դ. վերջ, այսօր՝ Հադրութի շրջան) և ըստ այդմ փաստում, որ այս տիպի եկեղեցաշինության առաջին օրինակները փաստորեն գտնվում են Արցախ-Սյունիքում (նույնը, 122)։ Բացի դրանից նա ընդհանուր ուրվագծերով հիշատակում է նաև Արցախում եղած մելիքների ամրոցները (նույնը, 125)։
Մյուլլեր, Արցախը գերմանական ճամփորդական և հետազոտական գրականության մեջ | 79 Արցախին՝ նույնիսկ եթե այնտեղ բացակայում են 19-րդ և 20-րդ դդ. տարածաշրջանի քաղաքական զարգացումների վճռորոշ իրադարձությունները։37 Արցախն ավելի մանրամասն է դիտարկվում Աննեգրետ Պլոնտկե-Լյունինգի 2007 թ. հրապարակված հաբիլիտացիոն ատենախոսությունում, որն ընդհանրապես Կովկասի վաղ քրիստոնեական ճարտարապետությանն է նվիրված:38 Աշխատությունը հիմնովին ուսումնասիրում է Կովկասի վաղ եկեղեցաշինությունը՝ այդ ընթացքում քննարկելով Արցախը և Ուտիքը որպես «սահմանագծային նշանակիրներ»: Պլոնտկե-Լյունինգը կարևորում է, որ տվյալ երկրամասը պետք է ուսումնասիրվի՝ նախևառաջ հաշվի առնելով տարածաշրջանային բազմազանությունը։39 Ըստ այդմ, նա կենտրոնանում է Արցախից մի քանի պատմական շինությունների վրա, որոնք որպես սահմանագծային նշանակիրներ վերագրում է Աղվանքին,40 սակայն մյուս կողմից դրանք համարում հայկական մշակույթով41 խորապես ազդված կոթողներ:42 Եկեղեցական-քաղաքական առումով Արցախի եկեղեցին թեև 363/387 թթ. գտնվել է Աղվանքի իրավասության ներքո, 7-րդ դ. սկսյալ այն, սեփական նախաձեռնությամբ, հայոց եկեղեցու ենթակայությանն է անցել։43 Տարածաշրջանային մշակութային ժառանգությանը նման մոտեցման ձևը Պլոնտկե-Լյունիգի կողմից անշուշտ օրինակելի է, բայց այն սահմանափակվում է ուշ անտիկ շրջանի կարճ հատվածով՝ հիմնվելով միայն եկեղեցական ճարտարապետության գրական44 և հնագիտական45 37 Տե՛ս Museum Bochum (1995), 464 (853/54 թթ. արաբական զորամիավորումներն ապարդյուն հարձակվում են Արցախի վրա); 467 (1722-1728/30 թթ. Դավիթ Բեկի գլխավորությամբ տեղի են ունենում հայերի ապստամբություններ Արցախում և Սյունիքում՝ պարսիկների և թուրքերի դեմ); 468 (1836 թ. մարտի 11-ին Ղարաբաղում ուժի մեջ է մտում Ռուսական կայսրությումում գործող հայոց եկեղեցու նոր կանոնադրությունը՝ «Պոլոժենիե»-ն): Հիշատակումներ չկան 1923 թվականի և Արցախի պահով դրա ճակատագրական կարևորության մասին։ 38 Տե՛ս Plontke-Lüning (2007)։ 39 Ամփոփիչ կերպով Կովկասի շրջանների շինությունների մասին, տե՛ս նույնը, 347։ Արցախն այնտեղ չի առանձնանում իբրև ուրույն գոտի։ 40 Ըստ Plontke-Lüning-ի, ուշ անտիկ ժամանակների աղվանական եկեղեցական շինությունների գրական ավանդույթն Արցախով և Ուտիքով հանդերձ, վերաբերում է բացառապես «Հայկական Աղվանքին», ինչը կարելի է վերագրել մասնավորապես հիմնական աղբյուրի հեղինակ՝ Մովսես Դասկուրանցիի ծագմանը (նույնը, 195)։ 41 Տե՛ս նույնը, 131 խոսում է Արցախի հայ բնակչության մասին, որը կապված էր բազմազգ Աղվանքի հետ, մինչև վերջինիս անկումը։ 42 Տե՛ս նույնը, 122, հաստատում է, որ 387 թ. հայկական հյուսիս-արևելյան (sic!) մարզեր՝ Արցախը և Ուտիքը, ինչպես նաև Գարդման ու Կողթ գավառները վերցվել էին Աղվանքի կողմից։ Նա ավելի մանրամասն ներկայացնում է Արցախի պատմությունը ն. Քր. 2-րդ դ. մինչև 20-րդ դ. մի ակնարկում (նույնը, 131)։ Այստեղ նա շեշտում է, որ միայն առանձին Արցախի նախկին սահմանները դժվար է նշել ու թվագրում Արցախի յուրացումը Աղվանքի կողմից արդեն իսկ 363-ին։ 43 Տե՛ս նույնը, 152։ Այստեղ նա հաստատում է, որ Ամարասի եպիսկոպոսներն Արցախի կարևորագույն առաջնորդներից են եղել։ 44 Արցախի եկեղեցական շինությունների վերաբերյալ գրական աղբյուրների մասին տե՛ս նույնը, 187-193։ Այստեղ նա հիշատակում է ի թիվս այլոց Գիշն ու Ջրվշտիկը (Եղիշե առաքյալի վանքը), Մարտակերտի շրջանի Տոնաշեն գյուղի մոտակայքում, ինչպես նաև Մեծ Իրանքի տաճարն ու Գլխավանքը՝ նույնպես Մեծ Կվենք գավառում, Տրտու (Թարթառ) գետի հովտում։ 45 Արցախում վաղ շրջանի եկեղեցական շինությունների վերաբերյալ հնէաբանական վկայությունների մասին տե՛ս նույնը, 275, ուր նա նախևառաջ մատնանշում է փաստագրությունների սակավությանը։ Այստեղ
80 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը աղբյուրներին: Ընդհանուր առմամբ, նրա կողմից թվարկված պատմական շինությունների քանակը շատ սակավաթիվ է: Ի վերջո հարկ է նշել, որ ընթացիկ գիտաժողովի կազմակերպիչները 2021 թ. Մարտին Թամքեի առաջնորդությամբ հրատարակված գիտական ժողովածուում նախաձեռնել են ևս մեկ փորձ՝ ավելի լայն տեսանկյունից կենտրոնանալու հատկապես Արցախի մշակութային արժեքների վրա։46 Մասնավորապես այնտեղ հարկ էր հրապարակել Արցախում մշակութային կոթողների պաշտպանության հրատապ կոչը։ Այդ մշակութային արժեքների ցանկում ընդգրկված ձեռագրերն իրենց յուրահատկությամբ ներկայացվել են նշված ժողովածուում Թամարա Մինսայանի կողմից։47 2021 թ. հունիսի 9-ի մեր գիտաժողովի զեկույցների մեծ մասն արդեն իսկ հրապարակվել է։ Միևնույն ժամանակ, նրանց հատուկ ուշադրությունը դեռևս բավարար չափով հաշվի չի առել Արցախի ողջ մշակութային ժառանգությունը։ Այդ իսկ պատճառով, տվյալ նյութի էլ ավելի տարբերակված ու ամբողջական ուսումնասիրությունը կներկայացվի սույն հատորում: Գրականություն ներկայացվում են Պարտավի (Ուտիքում), Թազաքենդի և Ամարասի բազիլիկները։ Մի խաչաձև շինություն կարելի է տեսնել Աղդամի շրջանի (Տիգրանակերտի մոտակայքի) Վանքասարում, տե՛ս նույնը, 291։ 46 Տե՛ս Tamcke (2021)։ 47 Տե՛ս Minasyan (2021): Bartholomäus, Lore, In jedem Kreuz ein Lebensbaum. Aus Armeniens Erbe und Gegenwart, Köln [1985]: Brentjes, Burchard, Drei Jahrtausende Armenien, Leipzig 3 1984: Brentjes, Burchard, Stepan Mnazakanjan, Nona Stepanjan, Kunst des Mittelalters in Armenien, Berlin 1981: Eid, Volker Im Land des Ararat. Völker und Kulturen im Osten Anatoliens, Darmstadt 2006: Esbroeck, Michel van, Art. Albanien (in Kaukasien), in: RAC Suppl. 1 (2001), 257-266: Feigel, Uwe, Das evangelische Deutschland und Armenien, Die Armenierhilfe deutscher evangelischer Christen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im Kontext der deutsch-türkischen Beziehungen, Kirche und Konfession 28, Göttingen 1989: Hage, Wolfgang, Art. Armenien 1. Alte Kirche und Mittelalter, in TRE 4 (1979) 40-57: Hakobian, Hravard, Zur Geschichte Arzachs im Mittelalter in kulturgeschichtlicher Hinsicht, in: Manfred Richter (ed.), Armenisches Berg-Karabach/Arzach im Überlebenskampf. Christliche Kunst – Kultur – Geschichte, Berlin 1993, 15-66: Heiser, Lothar, Das Glaubenszeugnis der armenischen Kirche, Sophia 22, Trier 1983: Hofmann, Tessa, Karabach – Armeniens offene Wunde, in: Wilm Sanders (ed.), Armenien – Kleines Volk mit großem Erbe, Hamburg 1989, 107-132: Kantian, Raffi, Das Lied vom Ararat, in: Wilm Sanders (ed.), Armenien – Kleines Volk mit großem Erbe, Hamburg 1989, 59-91: Klinge, G.[erhard], Art. Armenien, in: RAC 1 (1950), 678-689: Koutcharian, Gerayer, Das Katholikat von Albanien bzw. Gandsassar (4. bis 19. Jahrhundert), in: Manfred Richter (ed.), Armenisches Berg-Karabach/Arzach im Überlebenskampf. Christliche Kunst – Kultur – Geschichte, Berlin 1993 (1993a), 90-92: Koutcharian, Gerayer, Armenien 1915, Arzach 1992, in: Manfred Richter (ed.), Armenisches Berg-Karabach/ Arzach im Überlebenskampf. Christliche Kunst – Kultur – Geschichte, Berlin 1993 (1993b), 93-97: Lynch, Henry F.B., Armenia. Travels and Studies, I+II, London 1901:
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82 | Das kulturelle Erbe von Arzach | Արցախի մշակութային ժառանգությունը Հեղինակ Անդրեաս Մյուլլեր, ածբն. գիտ. դոկտ., պրոֆ. Քիլի Քրիստիան-Ալբրեխտ համալսարանի Եկեղեցիների և կրոնների պատմության ամբիոնի վարիչ, Աստվածաբանական գիտությունների միությունում Եկեղեցիների պատմության մասնագիտական խմբի ղեկավար և Քրիստոնեության պատմության ուսումնասիրության միջազգային կոմիտեում Գերմանիայի եկեղեցու պատմության ազգային ներկայացուցիչ, [email protected] Թարգմանությունը՝ Հարություն Գ. Հարությունյանի Open Access This paper is published under the Creative Commons Attribution–ShareAlike 4.0 International license (CC BY-SA 4.0). Please note that individual, appropriately marked parts of the paper may be excluded from the license mentioned or may be subject to other copyright conditions. If such third party material is not under the Creative Commons license, any copying, editing or public reproduction is only permitted with the prior consent of the respective copyright owner or on the basis of relevant legal authorization regulations.