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Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein

Bendixen, Uta,Adam, Kay,Aldenhoff, Peter,Bendixen, Lennart,Drews, Arne,Gräper, Jan,Haack, Andreas,Kornmilch, Johann-Christoph,Koppitz, Christian,Meinecke, Philipp,Povel, Monika,Schmid-Egger, Christian,Schneider-Bujack, Andreas,Török, Marc,Voigt, Norbert,

Abstract

Durch intensive Sammelaktivitäten in den letzten Jahren, besonders der Mitglieder der AG Stechimmen Schleswig-Holstein im Zeitraum von 2016-2022,…

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7 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein First records and rediscovery of extinct species of wild bees and aculeate wasps for Schleswig-Holstein (Hymenoptera Aculeata) Uta Bendixen 1, Kay Adam 2, Peter Aldenhoff 3, Lennart Bendixen 4, Arne Drews 5, Jan Gräper 6, Andreas Haack 7, Johann-Christoph Kornmilch 8, Christian Koppitz 9, Philipp Meinecke 10, Monika Povel 11, Christian Schmid-Egger 12, Andreas Schneider-Bujack 13, Marc Török 14, Norbert Voigt 15, Michael Kuhlmann 16 1 Zoologisches Museum, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 3, 24105 Kiel, [email protected] , 2 Parkweg 6, 24211 Preetz, kay[email protected] 3 Wehweg 3, 23896 Panten, [email protected] 4 Paradies 3b, 24405 Mohrkirch, lennar[email protected] 5 Landesamt für Umwelt, Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek, [email protected] 6 Kleiststraße 10, 23566 Lübeck, jan-gr[email protected] 7 Diekhof 23, 25370 Seester, [email protected] 8 Theodor-Körner-Str. 20d, 17498 Neuenkirchen, [email protected] 9 Landesamt für Umwelt, Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek, [email protected] 10 Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein GmbH, Eschenbrook 4, 24113 Molfsee, [email protected] 11 Lerchenweg 2, 25832 Kating, Monika.P[email protected] 12 Fischerstr. 1, 10317 Berlin, [email protected] 13 Rendsburger Landstraße 216, 24113 Kiel, Sc[email protected] 14 Neverstaven 2, 23843 Travenbrück, T[email protected] 15 Mondspiegel 12, 24149 Kiel, [email protected]om 16 Zoologisches Museum, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Hegewischstr. 3, 24105 Kiel, [email protected]iel.de Schlüsselwörter: Wildbienen, Grabwespen, Faltenwespen, Wegwespen, Rote Liste, Klimawandel, Ausbreitung Zusammenfassung Durch intensive Sammelaktivitäten in den letzten Jahren, besonders der Mitglieder der AG Stechimmen Schleswig-Holstein im Zeitraum von 2016-2022, wurden 37 Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) erstmals für Schleswig-Holstein nachgewiesen sowie 19 Arten wiedergefunden, die für das Bundesland als verschollen galten. Die Erstnachweise werden im Kontext bekannter Vorkommen aus benachbarten (Bundes-)Ländern diskutiert. Hierbei ist vor allem eine starke Nordausbreitung wärmeliebender Arten durch klimatische Veränderungen zu beobachten. 13/2024 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 8 Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein Abstract Especially intensive collecting activities of the AG Stechimmen Schleswig-Holstein during the years 2016-2022 resulted in the discovery of 37 species of wild bees and aculeate wasps (Hymenoptera Aculeata) that were recorded for the first time in Schleswig-Holstein, Germany, as well as the rediscovery of 19 species that were considered extinct for this region. The newly discovered species are discussed regarding their known distribution in neighbouring regions. In particular, a strong northward dispersal of thermophilic species can be observed, presumably due to climate warming. 1. Einleitung In 2016 wurde die AG Stechimmen Schleswig-Holstein (SH) unter dem Dach der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG) e.V. ins Leben gerufen, unter anderem mit dem Ziel einer Aktualisierung und Überarbeitung der ‚Roten Liste‘ der Stechimmen (Hymenoptera Aculeata) des Landes (Smissen 2001). Die überwiegend durch die Mitglieder durchgeführten faunistischen Untersuchungen in verschiedenen Teilen Schleswig-Holsteins sowie die Auswertung anderer Quellen erbrachte seitdem eine Reihe von Erstnachweisen (37 Arten) und Wiederfunden verschollen geglaubter (RL-SH 0) Stechimmen (19 Arten), über die an dieser Stelle berichtet werden soll. Die Stechimmenfauna Schleswig-Holsteins befindet sich, auch bedingt durch die Klimaerwärmung, in deutlichem Wandel, beispielsweise durch den Trend zur Nordausbreitung eher thermophiler Arten (vgl. Haeseler 2020, 2023). Ausgehend von der letzten umfassenden Publikation, der Roten Liste der Wildbienen und Wespen Schleswig-Holsteins (Smissen 2001), die hier als Grundlage und Referenzwerk dient, werden diese Veränderungen in der Fauna hier bis einschließlich des Jahres 2022 dokumentiert. Dabei werden der Vollständigkeit halber unter Angabe der Quelle auch Neunachweise und Wiederfunde separat mit aufgeführt, die nach 2001 zwischenzeitlich bereits publiziert wurden (11 Arten), meist aber eher beiläufig und daher oft nicht leicht zugänglich in größeren faunistischen Arbeiten oder in wenig verbreiteten Zeitschriften. Einige der in dieser Arbeit aufgeführten Erstnachweise beruhen auf nach 2001 erfolgter Aufspaltung von Artenkomplexen in eigenständige Taxa. In diesen Fällen ist mitunter nicht klar, ob es sich tatsächlich um ‚echte‘ Erstnachweise handelt, d.h., es waren keine früheren Vorkommen bekannt, oder ob sich die Arten möglicherweise in älterem, aber (noch) nicht erneut untersuchtem Sammlungsmaterial verbergen. Diese Arten – es handelt sich dabei um Hylaeus gredleri Förster, 1871, H. incongruus Förster, 1871 und Nomada minuscula Noskiewicz, 1930 – sind entsprechend mit einem Kommentar versehen. Große Fortschritte hat es in den letzten zwei Jahrzehnten auch in der Taxonomie der Goldwespen gegeben (Paukkunen et al. 2015, Wiśniowski 2015), was zur Klärung des Status einiger in Schleswig-Holstein vorkommender Arten beigetragen hat. Ein Sonderfall ist die Wegwespe Homonotus sanguinolentus (Fabricius, 1793), die aus Schleswig-Holstein schon lange bekannt war (Smissen 2001). Die Art ist vor wenigen Jahren von Schmid-Egger (2018) in zwei Taxa aufgespalten worden, von denen aber nur die vormals als Synonym behandelte H. niger (Marquet, 1879) in Norddeutschland auftritt. Es handelt sich damit faktisch um einen neuen Namen für eine bereits als heimisch bekannte Art, darum wird sie hier nicht als Erstnachweis gewertet. 2. Material und Methoden Die Auflistung der Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten erfolgt in drei Abschnitten: 1. Nach 2001 bereits publizierte Erstnachweise, 2. Unpublizierte Erstnachweise und 3. Wiederfunde verschollener Arten (RL-SH 0). Innerhalb der Abschnitte sind die Verwandtschaftsgruppen systematisch angeordnet, in der Regel nach Familien, und die Arten in alphabetischer Reihenfolge. Wegen der einfacheren Auffindbarkeit sind die ‚Grabwespen‘ unter Spheciformes und die Wildbienen unter Anthophila / Apiformes zusammengefasst (Schmid-Egger et al. 2021). Funddaten sind von Nord nach Süd und nach Datum (frühester Nachweis zuerst) sortiert. Fundortkoordinaten werden Keywords: wild bees, aculeate wasps, red list, climate change, dispersal Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 9 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 als Dezimalgrad angegeben (ggf. vorher umgerechnet) und als Dezimaltrennzeichen wird ein Punkt verwendet, um eine direkte Verwendung in Google Maps zu ermöglichen. Sind für einen Fundort in der Originalquelle (z.B. Etikett, Publikation) keine Koordinaten angegeben, sind diese mit Hilfe von Google Maps ermittelt worden und wurden zur Kennzeichnung in eckige Klammern gesetzt. Als Abkürzung für die Sammlung des Zoologischen Museums der Universität Kiel wird das Akronym ZMUK verwendet. Beobachtungen ohne Beleg (z.B. Foto) werden nur berücksichtigt, wenn es sich um im Feld eindeutig identifizierbare Arten und erfahrene Melder handelt. Am Foto eindeutig bestimmbare Arten wurden zusätzlich in den gängigsten Citizen Science und Meldeplattformen (iNaturlist.org, Observation.org, naturgucker.de) gezielt gesucht, um ein genaueres Bild ihrer aktuellen Verbreitung zu erhalten. Die dort gemeldeten Funde wurden durch die Autoren geprüft und ebenfalls unter den Funddaten aufgelistet, die URL wird dabei als Quellenangabe aufgeführt. Wie in Smissen (2001) wurden Ameisen (Formicidae) nicht erfasst und von den Chrysidoidea nur die Goldwespen (Chrysididae) berücksichtigt. Funde erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesener Arten werden in einem regionalen faunistischen Kontext (z.B. angrenzende Bundesländer, Dänemark) diskutiert. Die Bundesländer werden dabei abgekürzt (MecklenburgVorpommern=MV, Niedersachsen=NDS, SchleswigHolstein=SH). Bei Wiederfunden erfolgen Kommentare nur im Fall besonders bemerkenswerter Arten (z.B. Halictus sexcinctus). Nicht aufgeführt werden reine nomenklatorische Veränderungen, die zumindest für Schleswig-Holstein keine Relevanz für den Artstatus eines Taxons besitzen, wie etwa die Synonymisierung von Andrena albofasciata Thomson, 1870 mit A.afzeliella (Kirby, 1802) (Praz et al. 2022). Unberücksichtigt bleiben auch nicht zur heimischen Fauna gehörende, eingeschleppte und sich mitunter invasiv ausbreitende Arten (Neozoen), wie die drei Grabwespen-Arten Isodontia mexicana (de Saussure, 1867), Sceliphron caementarium (Drury, 1773) und S. curvatum (Smith, 1870) (z.B. Burger 2015, Tischendorf 2016), für die nur fotografische Nachweise aus Schleswig-Holstein vorliegen. 3. Erstnachweise und Wiederfunde 3.1 Nach 2001 bereits publizierte Erstnachweise Chrysididae – Goldwespen Chrysis clarinicollis Linsenmaier, 1951 Ratzeburg (N53.6786, E10.7917), 1.viii.2004, 1♂, leg. J. Smissen (Smissen 2010, Coll. Wiśniowski, Polen). Die Art parasitiert solitäre Faltenwespen, wie Ancistrocerus oviventris (Wesmael, 1836) und A. scoticus (Curtis, 1826), und gilt allgemein als selten (Wiesbauer et al. 2020). Aus den benachbarten Bundesländern NDS und MV ist sie noch nicht bekannt (J. Kornmilch, F. Wagner, pers. Mitteil., Jacobs & Kornmilch 2007, Theunert 2022b). Chrysis terminata Dahlbom, 1854 Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, 2km SO [N53.65, E10.64], 28.viii.2002, 1♂, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; Sterleyer Heide (N53.6192, E10.8169), 8.viii.2004, 2♂, 21.vii.2007, 1♂, leg. J. Smissen (Smissen 2010, Coll. Wiśniowski, Polen); Büchen (N53.4728, E10.6147), 2.vi.2002, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010, Coll. Wiśniowski, Polen); Bad Schwartau, Balkon (N53.9131, E10.6842), 1.vi.2004, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010, Coll. Wiśniowski, Polen). Die Art wurde in der Vergangenheit häufig mit Chrysis ignita (Linnaeus, 1758) verwechselt, bzw. als ignitaForm A benannt. Daher bedarf es bei vielen bisherigen Fundmeldungen erst einer Überprüfung von Belegtieren. In MV liegen bisher nur Einzelfunde (als ignita-Form A) vor, der aktuellste aus 1988 (Jacobs & Kornmilch 2007). In NDS ist Chrysis terminata besonders im Osten und Süden verbreitet und dort die häufigste Art innerhalb der ignita-Gruppe (Theunert 2011, 2022b). Auch in Schweden die häufigste Art der Gruppe (Smissen 2010). Elampus panzeri (Fabricius, 1804) Lübeck, Siems (N53.9161, E10.7708), 17.vi.2002, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010, Coll. Wiśniowski, Polen), Panten, ehem. Kalksandsteinwerk (N53.6571, E10.6368), 12.vii.2018, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff. In der aktuellen Roten Liste für SH (Smissen 2001) tauchte E. panzeri bereits auf, dabei handelte es sich jedoch um Individuen von E. constrictus (Förster, 13/2024 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 10 Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 1853), die mit der damals verwendeten Literatur (Kunz w1994) nicht getrennt werden konnten (Smissen 2010). In MV ist die Art im ganzen Land verbreitet, westlich bis zur Grenze SH (Jacobs & Kornmilch 2007). Auch in NDS vorkommend (Theunert 1994b, 2005b). Als Wirte sind die Grabwespenarten Mimesa equestris (Fabricius, 1804) und M. lutaria (Fabricius, 1787) bekannt (Wiesbauer et al. 2020), die in SH nicht selten sind (Smissen 2001), daher ist eine weitere Verbreitung anzunehmen. Vespidae – Faltenwespen Polistes nimpha (Christ, 1791) Ahrensburg (N53.6838, E10.2437), 12.viii.2022, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Langenlehsten, 2 km SO, Sandtrockenrasen (N53.4844, E10.7467), 6.viii.2020, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, Sandgebiet (N53.65, E10.64), 18.ix.2017, 1♀, >10 weitere Indiv. beobachtet, 22.viii.2018, 1♀, 25.viii.2020, 5♀, 8.x.2020, 1♀, >10 weitere Indiv. beobachtet, 2.xii.2020, noch 2 Indiv. im Nest beobachtet, 4.xii.2020, 1♀, 3.ix.2021, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff (Aldenhoff 2021). Die xerotherme Art bevorzugt trockenwarme und hochstaudenreiche Offenlandbiotope (Witt 2009, Tischendorf et al. 2015). Seit 2008 ist die Art in MV nachgewiesen (Frommer 2013, Brunk et al. 2021), mittlerweile dort verbreitet und mäßig häufig (F. Wagner pers. Mitteil.). In NDS seit 2010 auch mit weiterer Nordausbreitung bekannt (Theunert 2011, 2016, 2022b). Die sich gegenwärtig stark nach Norden ausbreitende Art profitiert wahrscheinlich vom Klimawandel, kommt jedoch bisher noch nicht in Dänemark vor (Frommer 2013, Theunert 2022b). Spheciformes – ‚Grabwespen’ Cerceris quadricincta (Panzer, 1799) Kiel-Wik, Schleusenpark (N54.3635, E10.1402), 26.viii.2016, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; St. Peter Ording (N54.3097, E8.6188), 23.viii.2021, 1♀, leg., Coll. Haack; Stockelsdorf, Curau (N53.9517, E10.6183), 10.viii.2022, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Lübeck, Moislinger Baum (N53.8481, E10.6409), 19.vii.2020, 2♀, >10 weitere Indiv. beobachtet, leg., Coll. N. Voigt; Lübeck, NSG Wakenitz, Sandtrockenrasen Eichholz (N53.8381, E10.7348], 23.vii.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019b); Bad Oldesloe, Höter Berg, extensive Streuobstwiese (N53.8211, E10.3885), 13.viii.2022, 1♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2022); Panten, ehem. Kalksandsteinwerk (N53.6571, E10.6368), 11.vii.2019, 9♀, 28.viii.2019, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung (N53.6510, E10.6427), 18.vi.2019, 1♂, leg., Coll. P. Aldenhoff, 23.vi.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Büchen (N53.4728, E10.6147), 30.vii.2004, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010). Fotobelege aus Internetforen: Barnitz (N53.8155, E10.4594), 29.vii.2022, 1♀, (https://observation.org/photos/55512200/); Pinneberg, Kleingarten (N53.6428, E9.7761), 14.viii.2020, 1♀, (https://observation.org/observation/243251925/). Die Art wird als südliches Faunenelement eingestuft. (Blösch 2000). Mittlerweile ist C. quadricincta auch verstreut aus MV (F. Wagner pers. Mitteilung) und NDS (Theunert 1994a, 1994b, 2005b, 2008, 2011, 2022b) bekannt. Häufigere Funde lassen vermuten, dass sich die Bestände erholen (Blösch 2000). In SH ist C. quadricincta im Süden und mittleren SH bis Höhe Kiel zu finden, fehlt aber bisher im Norden. Bis Dänemark scheint die Art noch nicht vorgedrungen zu sein (Lomholdt 1984, Blösch 2000, Schmidt & Tolsgaard 2023). Passaloecus pictus Ribaut, 1952 Bad Schwartau, Balkon (N53.9131, E10.6842), 16.vii.2004, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010). Der Fund des Weibchens von P. pictus wurde bereits von Smissen (2010) publiziert. Die früher nur in Südeuropa vorkommende Art wurde bisher nur vereinzelt für Deutschland gemeldet. Blösch (2000) verzeichnet Funde in Karlsruhe, Berlin und Brandenburg, meist aus Siedlungsbereichen oder Kiesgruben. Ein neuerer Einzelfund ist auch aus MV bekannt (Jacobs et al. in Vorber.), in der Vergangenheit dort aber nicht gelistet (Jacobs 1989, Jacobs 2000). In NDS auch wenige Einzelfunde (Theunert 1994b, 2005b, 2008, 2011, 2022b). Theunert (2008) gibt an, dass über die Ausbreitung der Art in Deutschland wenig bekannt ist, da sie selten gefunden wird. Vermutlich wird sie durch ihre Lebensweise oft übersehen. Bevorzugte Neststandorte sind nicht, wie bei anderen Passaloecus-Arten, Zweige und Totholz, sondern vertikale Strukturen, wie Böschungen, Sandsteinwände oder mit Lößlehm gefüllte Steinwände (Blösch 2000). Eine Ausbreitung nach Däne- Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 11 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 mark oder andere nördliche Bereiche ist nicht bekannt (Schmidt & Tolsgaard 2023). Sphex funerarius Gussakovskij, 1934 Kiel-Friedrichsort, Falckensteiner Strand (N54.392, E10.188), 13.vii.2019, 2♂, leg. N. Voigt (Bodingbauer et al. 2020); Nordoe, NSG Binnendünen Nordoe, Borstgras-Rasen (N53.8880, E9.5119), 28.vi.2021, 1♂, leg., Coll. J. Gräper; St. Peter-Ording (N54.3176, E8.6057), 7.vii.2021, 1♂, leg., Coll. A. Haack; Nordoe, NSG Binnendünen Nordoe, vegetationsreiche Binnendüne (N53.8861, E9.4903), 12.viii.2021, 1♀, leg., Coll. J. Gräper; Nordoe, NSG Binnendünen Nordoe, Feuchtheide (N53.8837, E9.5064), 12.viii.2021, 1♀, leg., Coll. J. Gräper; Damsdorf, 2 km O, Sandgrube, auf Feldthymian (N54.0644, E10.3301), 16.vii.2022, 1♂, leg., Coll. A. Drews; Tarbek, 2km S, Sandgrube (N54.0378, E10.3034), 12.viii.2022, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Lübeck, NSG Wakenitz, Sandtrockenrasen Eichholz (N53.8400, E10.7348), 24.vii.2019, 4♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019b), 28.vii.2019, 2♀, 8 weitere Beob., 25.viii.2019, 2 Indiv., Beob. N. Voigt, größere Nistkolonie im nördlichen Teil des NSG; Holm, 2 km O, Holmer Sandberge (N53.6170, E9.6980), auf Sandfläche, 24.vii.2020, 1♂, 24.vii.2021, 1♂, (N53.6160, E9.6970), am Gewässerrand, 22.viii.2020, 1♀, 24.vi.2021, 1♂, auf Sandfläche, leg. M. Török (Coll. ZMUK); Göttin, NSG Talhänge bei Göttin (53.5369, 10.7011), 18.viii.2022, 5 Indiv., Beob. A. Drews. Das erstmalige Auftreten dieser ehemals als Sphex rufocinctus Brullé, 1833 bekannten auffälligen und großen Grabwespe in Schleswig-Holstein wurde bereits von Bodingbauer et al. (2020) publiziert. Diese Art hat in den letzten 20 Jahren eine starke Nordausbreitung vollzogen. Während sie nach Blösch (2000) nur vereinzelt aus dem Süden Deutschlands und mit einer isolierten Population auf Gotland (Schweden) bekannt war, ist sie nun auch vermehrt in Norddeutschland zu finden. Seit 2016 in MV (Bodingbauer et al. 2020) und 2017 in NDS (Hallas 2022, Theunert 2022b) nachgewiesen. Aus Dänemark bisher noch nicht bekannt (Lomholdt 1984, Blösch 2000, Bodingbauer et al. 2020, Schmidt & Tolsgaard 2023). Diese wärmeliebende Art trockener Standorte ist ein Gewinner des Klimawandels (Bodingbauer et al. 2020) und breitet sich zunehmend aus, sofern geeignete Lebensräume mit trockenwarmem Mikroklima (Hallas 2022) vorhanden sind. Anthophila / Apiformes – Wildbienen Colletes halophilus Verhoeff, 1944 Über das neue Vorkommen dieser Art in SH wurde bereits ausführlich von Klammer et al. (2021) und Drews et al. (2023) berichtet. Von C. halophilus liegen aktuelle Funde von verschiedenen Orten entlang der Nordund Ostseeküste SH vor. Sie wird darum hier nur der Vollständigkeit halber und ohne Nennung von Fundangaben aufgeführt. Durch die Sturmflut im Oktober 2023 sind einige bekannte Fundorte von C. halophilus entlang der Ostseeküste stark beeinträchtigt worden, eine aktuelle Bestandsaufnahme der verbliebenen Populationen sollte daher erfolgen. Nomada castellana Dusmet, 1913 Sterleyer Heide, ca. 9 km SO Ratzeburg, Sandentnahmestelle (N53.6192, E10.8169), 2.vi.2004, 1♀, leg. J. Smissen (Smissen 2010). Über die Art ist bisher wenig bekannt, in Deutschland scheint sie mäßig verbreitet mit vielen Verbreitungslücken (Westrich 2019, Scheuchl et al. 2023). Aus NDS ist sie bekannt (Theunert 2005b, 2022b) und auch in MV ist sie von wenigen Fundorten in Vorpommern bekannt (Smissen 2010, Wagner et al., in Vorber.). Nomada zonata Panzer, 1798 Neumünster, Einfeld, 2 km S Einfelder See und Dosenmoor, Ackerbrache (N54.1129, E9.9956), 16.v.2019, 1♂, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019a). Die Art gilt in Deutschland als weit verbreitet, aber gebietsweise selten (Westrich 2019), in Mitteldeutschland ist sie jedoch als ungefährdet eingestuft (Scheuchl et al. 2023). Die Wirte dieser Art sind noch nicht hinreichend bekannt, in SH kommt bisher nur Andrena dorsata in Frage (Westrich 2019), die aktuell eine deutliche Ausbreitung zeigt (s. oben). In NDS ist N. zonata schon länger vereinzelt gefunden worden (Theunert 1994b, 1997, 2005b, 2011, 2022b), für MV liegen jedoch erst aus jüngster Zeit zweifelsfreie Nachweise vor (Brunk et al. 2021, F. Wagner pers. Mitteil.). Nicht aus Dänemark nachgewiesen, aber ein Vorkommen wird als möglich angesehen (Madsen & Calabuig 2012, Madsen et al. 2016, 2021). 13/2024 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 12 Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein Osmia cornuta (Latreille, 1805) Langballig, Lorenzenhof (N54.8028, E9.6326), 12.iii.2022, 30 Indiv., Nistkolonie in Gebäudewänden, Beob. C. Koppitz; Flensburg, Siedlungsbereich, an Erica (N54.7830, E9.4263), 10.iii.2022, 5 Indiv., Fotobeleg H. Jux; Kiel, Bremerskamp, Versuchsgelände des Ökologiezentrums, Christian-Albrechts-Universität Kiel (N54.3471, E10.1071), 2016-2018, mehrere Individuen an Nisthilfen, Beob. U. Bendixen; Kiel, Schreventeich (N54.3295, E10.1216), 10.iii.2022, 5 Indiv. an Nisthilfe, Fotobe leg Nadine Bühre; Kiel-Oppendorf, Garten (N54.3278, E10.2167), regelmäßig Ende März/ April 2017-2023, maximale Anzahl an einem Beobachtungstag: ca. 80 Indiv iduen; Fotobeleg: 02.iv.2020, 1♂, Beob. N. Voigt; Flintbek, Sinnesgarten BNUR (N54.2469, E10.0519), 25.iv.2022, 2 Indiv., an Nisthilfe, Beob. C. Koppitz; Preetz, Kleingartenanlage (N54.2352, E10.2930), 5.iii.2021, 1♂, 15.iv.2021, 1♀, 18.iii.2022, 1♂, leg., Coll. K. Adam; Schönhorst (N54.2188, E10,1231), 21.iv.2022, 1 Indiv., Beob. I. Rabe; Neumünster, Tasdorf (N54.1005 , E10.0082), 12.iv.2022, 1♀ an Scilla, Beob. C. Koppitz; Lübeck, Stadtpark (N53.8381, E10.7348), 18.iv.2019, 1♀, Abb. 1: Fundpunkte in Schleswig-Holstein von Osmia cornuta bis einschließlich des Jahres 2022. Die Erstbesiedelung verschiedener Standorte durch die insbesondere im Siedlungsbereich häufig an Nisthilfen zu findende Art erfolgte wahrscheinlich durch Einbringung von Kokons, die im Handel zur Bestäubung von Kulturpflanzen erhältlich sind. Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 13 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019b); Lübeck, Moislinger Baum (N53.8481, E10.6409), 11.iv.2020, 1♀, leg., Coll. N. Voigt, mehr als 50 weitere Indiv. beobachtet; Panten, Wehweg, Garten (N53.6628, E10.6193), 9.iv.2018, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; Sterleyer Heide, ca. 9 km SO Ratzeburg, kleine Sandgrube, ehem. Heidegebiet (N53.6192, E10.8169), 28.iv.2000, 1♂, leg. J. Smissen (Smissen 2002, 2010). Fotobelege aus Internetforen: Wendtorferstrand (N54.4164, E10.2847), 13.iii.2022, 1♀, (https:// observation.org/observation/277709002/); Kiel (N54.32, E10.12), 40 Beobachtungen 15.iii.2020-2.v.2022, (u.a. https://www.inaturalist.org/observations/138594310, https://observation.org/observation/237197767/); Oldenburg i . Holstein (N54.2900, E10.8887), 8.v.2022, 1♀, (https://observation.org/observation/240686531/); Rönne (N54.2689, E10.1758), 23.iii.2022, 1♂, (https://observation.org/observation/235959984/); Postfeld (N54.21, E10.21), 26.iii.2021, 1♂, (https://www.inaturalist.org/ observations/72153913), 13.iv.2022, 1♀, (https://observation.org/observation/237550837/); Lübeck (N53.8773, E10.6363), 15.iii.2020, 1♂, (https://www.inaturalist.org/ observations/40019580), einige weitere Funde im Lübecker Stadtgebiet auf verschiedenen Plattformen; Pinneberg (N53.6489, E9.7894), 18.iii.-28.iv.2022, mehrere Indiv., (https://observation.org/observation/239807222/, https://observation.org/observation/239736619/); Gröhnwold (N53.6399, E10.4109), 16.iv.2022, 1♀, (https://www.inaturalist.org/observations/111618426); Breitenfelde (N53.6097, E10.6350), 26.iii.2022, 1♀, (https://observation.org/observation/236237523/); Wedel (N53.581, E9.712), 7.iv.2020, 1♀, ( https://www.inaturalist.org/observations/41608882), 12.iv.2022, 1♀, ( https://www.inaturalist.org/observations/111554663 ). Mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet, jedoch meist auf wärmere Lagen unter 500 m üNN begrenzt (Westrich 2019). Durch den kommerziellen Handel mit Mauerbienenkokons zur Bestäubung von Kulturpflanzen wurde eine starke Ausbreitung beobachtet. Auch in MV (Kornmilch 1998, Scheuchl et al. 2023) und NDS mittlerweile verbreitet (Theunert 1994b, 2005b, 2011, 2022b). In Dänemark erstmals 2014 im Raum Odense mit mehreren Beobachtungen nachgewiesen (Madsen & Calabuig 2010, Rasmussen et al. 2016, Madsen et al. 2016, 2018, 2021). Im Siedlungsbereich häufig an Nisthilfen zu finden. 3.2 Unpublizierte Erstnachweise Vespidae – Faltenwespen Discoelius zonalis (Panzer, 1801) Itzehoe, SO, Lägerdorf, Kreidewerke (N53.8972, E9.5930), 29.viii.2021, Gelbschale, 1♀, leg. A. Haack (Coll. Schmid-Egger). In den letzten Jahren ist eine Arealausbreitung dieser Art zu beobachten, vermutlich aufgrund der Klimaveränderungen (Theunert 2022b). Trotzdem sind die Funde noch selten und zerstreut. Durch ihre Präferenz für hohes, südexponiertes Totholz mit großen Käferfraßgängen, wird die Art vermutlich oft übersehen (Witt 2009). In NDS ist D. zonalis seit 2005 bekannt, danach wenige Einzelfunde, jedoch in den letzten 12 Jahren nicht mehr gesichtet (Theunert 2005a, 2005b, 2010, 2011, 2022b). Aus MV sind nur alte Einzelfunde bekannt (Wagner 1940). Vermutlich ist die Art auf wenige Lokalitäten begrenzt und ohne Dauerfallen wahrscheinlich schwer nachweisbar (F. Wagner, pers. Mitteil.). Die Art ist nördlich bis Schweden verbreitet (Neumeyer 2019). Eumenes coronatus (Panzer, 1799) Neverstaven, Garten auf Gutsgelände (N53.8293, E10.2577), 2.viii.2022, 1♂, leg. M. Török (Coll. ZMUK); Holm, 2 km O, Holmer Sandberge, (N53.6160, E9.6970), am Gewässerrand 24.viii.2021, 1♂, leg. M. Török (Coll. ZMUK); Panten, Wehweg, Garten (N53.6628, E10.6199), 20.vii.2019, 1♀, 30.vii.2019, 1♂, 12.ix.2019, 1♀, 21.ix.2020, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; Panten, ehem. Kalksandsteinwerk [N53.6571, E10.6368], 30.viii, 2019, 1♀ leg., Coll. P. Aldenhoff; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, Sandgebiet [N53.6528, E10.6421], 28.viii.2019, 1♀, 11.ix.2019, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff. In manchen Regionen Deutschlands die häufigste Art der Gattung (Tischendorf et al. 2015). In den nördlichen Bundesländern bisher nur verstreute Funde, jedoch mit deutlicher Nordausbreitung und wohl vom Klimawandel profitierend (Theunert 2022b). Seit 2008 in NDS (Theunert 2011, 2016, 2022b), in MV zerstreute rezente Vorkommen im ganzen Land, dabei ist die Nachweischance in Siedlungsnähe deutlich höher (Lange 2014, F. Wagener, pers. Mitteil.), ein alter Fund wird in Duty (1997) erwähnt, jedoch ist das dort gelistete Männchen 1 3/ 2 0 2 4 F A U NI S TI S C H - Ö K O L O GI S C H E MI T T EI L U N G E N KI E LU P • DOI: 10.38072/2699-7762/p2 4 1 4 B e n di x e n et al.: Er st n a c h w ei s e u n d Wi e d erf u n d e v er s c h oll e n er St e c hi m m e n art e n ( H y m e n o pt er a A c ul e at a) i n S c hl e s wi g - H ol st ei n ni c ht sic h er b esti m m b ar. I n S H bis h er n ur i n d er s ü d - li c h e n L a n d es h älft e, ei n e w eit er e N or d a us br eit u n g ist j e d o c h z u v er m ut e n. A us D ä n e m ar k bis h er ni c ht b ek a n nt, a b er a ns c h ei n e n d bis i n d e n N or d e n Sc h w e d e ns v er br eit et ( htt ps: / / artf a kt a.s e / arti nf or m ati o n /t a x a / e u - m e n esc or o n at us2 3 2 9 0 4 / d et alj er ). P o m pili d a e – W e g w e s p e n A g e ni oi d e us us ur ari us ( To ur ni er, 1 8 8 9) D a ms d orf, Ki es gr u b e ( N 5 4. 0 6 3 5, E 1 0. 3 2 5 3), 1 4. vii. 2 01 8, 1 ♀ , l e g., C oll. N. Voi gt. Di e Art wir d als s elt e n ei n g est uft ( Witt 2 0 0 9), s c h ei nt a b er i n d e n m eist e n B u n d esl ä n d er n, bis a uf M V u n d S H ( Wolf & Wo y d a k 2 0 0 8), v ertr et e n z u s ei n. I n N D S g el a n g d er Erst n a c h w eis 1 9 9 0 i m We n dl a n d ( S miss e n 2 0 10), d a n a c h si n d n ur Ei n z elf u n d e b e k a n nt a us d er östli c h e n L a n d es h älft e ( T h e u n ert 2 0 0 5 b, 2 0 10, 2 0 11, 2 0 21, 2 0 2 2 b). A us D ä n e m ar k gi bt es k ei n e b e k a n nt e n N a c h w eis e. Di e Art nist et a n Tr o c k e n m a u er n s o wi e a n Wal dr ä n d er n mit st ei ni g e n bis l e h mi g e n B ö d e n ( Witt 2 0 0 8), w ur d e i n N D S j e d o c h h a u pts äc hlic h f er n a b v o n Wäl d er n u n d a uc h i m ur b a n e n R a u m g ef u n d e n ( T h e u n ert 2 0 21). D urc h di e v erstr e ut e n F u n d e ist ei n a kt u ell er A us br eit u n gstr e n d ni c ht f est z ust ell e n. A uf gr u n d d er N a hr u n gs a uf n a h m e, h a u pts ä c hli c h a n H o ni gt a u a uf Ei c h e ( T h e u n ert 2 0 21), wir d di e Art w a hrs c h ei nli c h h ä u fi g ü b ers e h e n . Di p o g o n bif as ci at us ( G e offr o y, 1 7 8 5) H ol m, G olf cl u b ( N 5 3. 6 31, E 9. 7 0 3), 11. vii. 2 0 1 7, 1 ♀ , l e g., C oll. A. H a a c k . A us N D S ist di e Art b er eits s eit d e n 1 9 6 0 er J a hr e n b e k a n nt, s eit d e m j e d o c h n ur s p ärli c h n a c h g e wi es e n u n d v er m utli c h bis w eil e n ü b ers e h e n ( T h e u n ert 2 0 0 5 b, 2 0 11, 2 0 21, 2 0 2 2 b, J a c o bs 2 01 2). Di e m eist e n F u n d e i n N D S v or 2 0 01. I n M V bis h er n ur ei n n e u er er F u n d i m R a u m G üst o w b e k a n nt ( Br u n k et al. 2 0 21). Bis D ä n e m ar k a ns c h ei n e n d ni c ht v org e dr u n g e n ( Wi śni o ws ki 2 0 0 9). Kei n e A us br eit u n gs d y n a - mi k er k e n n b ar a uf gr u n d d er s elt e n e n F u n d e i m N or d e n. Nist et i n h o hl e n P fl a n z e nst ä n g el n, K äf er b o hr g ä n g e n u n d a u c h i n Nist hilf e n, a uf gr u n d d er Vorli e b e f ür kl ei n e G a n g - d ur c h m ess er ( 3, 54, 0 m m) ( Witt 2 0 0 9) vi ell eic ht h ä u fi g er ü b ers e h e n. D er i n Wolf & Wo y d a k ( 2 0 0 8: 8 6) a n g e g e b e n e F u n d p u n kt n a h e d er Gr e n z e z u D ä n e m ar k ist ei n e Fe hl - d arst ell u n g i n d er K art e u n d b e zi e ht sic h a uf d e n Ort Tri e n z n ör dli c h H eil br o n n i n B a d e nW ürtt e m b er g. E v a g et es litt or alis ( We s m a el, 1 8 5 1) Ol d e n b ur g i n H olst ei n, Weiss e n h ä us er Str a n d ( N 5 4. 3 0, E 10. 7 8), 1 7. vi. 2 01 0, 1♂ , l e g., C oll. A. H a a c k; 1 7. viii. 2 0 10, 1 ♂ , l e g. A. H a a c k ( C oll. S c h mi dE g g er). Di e Art wir d als s e hr w är m e b e d ürfti g ei n g est uft u n d k o m mt i n tr o c k e n w ar m e n, off e n e n L e b e nsr ä u m e n v or, wi e S a n d e n u n d Bi n n e ns o wi e K üst e n d ü n e n ( T h e u n ert 2 0 21). E v a g etes litt or alis s c h m ar ot zt a n N est er n a n d er er We g w es p e n, i n S H ist n ur di e als Wirt b e k a n nt e Ar ac h n o - s pil a c o ns o bri n a ( D a hl b o m, 1 8 4 3) ( T h e u n ert 2 0 21) n ac hg e wi es e n, di e j e d o c h als v o m A usst er b e n b e dr o ht a n g e - g e b e n wir d ( S miss e n 2 0 01). I n d er Ver g a n g e n h eit n ur i m S ü d e n bis H ess e n v or k o m m e n d s o wi e i m Ost e n i n Br a n - d e n b ur g, B erli n u n d i m östli c h e n S a c hs e n ( Wolf & Wo y - d a k 2 0 0 8). S eit d e m a u c h v erstr e ut e u n d s elt e n e F u n d e i n M V (J a c o bs 2 0 1 2), i n N D S j e d o c h bis h er n ur ei n F u n d a us 2 01 2 b e k a n nt ( T h e u n ert 2 01 6, 2 0 2 2 b). I n D ä n e m ar k k o n nt e di e Art bis h er n o c h nic ht n a c h g e wi es e n w er d e n ( Wi ś ni o ws ki 2 0 0 9). D urc h di e s e hr v erstr e ut e n F u n d e i n d e n n ör dlic h e n B u n d esl ä n d er n ist m o m e nt a n ei n A us br ei - t u n gstr e n d ni c ht z u er k e n n e n. A uf gr u n d d er kli m atis c h e n A ns pr ü c h e a n d e n L e b e nsr a u m ist j e d o c h ei n e A us br ei - t u n g i n n ör dlic h e G e bi et e d urc h di e Kli m a er w är m u n g z u er w art e n, s of er n p ass e n d e Wirts art e n v or k o m m e n. Pri oc n e mis p elli pl e uris Wa hi s, 1 9 9 8 Br öt h e n, Gr e n zstr eif e n ( N 5 3. 4 7 2 5, E 1 0. 6 6 6 4), 6. vi. 1 9 9 2, 1 ♀ , l e g. J. S miss e n ( C oll. Wiśni o ws ki, P ol e n). I n d er Ver g a n g e n h eit oft Fe hl d et er mi n ati o n e n, d a erst s eit S miss e n ( 1 9 9 8) ei n e Tr e n n u n g d er Wei b c h e n v o n P. p elli ple uris u n d P. p ar v ul a D a hl b o m, 1 8 4 5 si c h er m ö gli c h ist. Alt e F u n d e a us M V si n d u n kl ar, d a Ref e - r e n zti er e erst ü b er pr üft w er d e n m üsst e n (J a c o bs 2 01 2). A us N D S n ur alt e F u n d e (J ac o bs 2 0 1 2). S p h e cif or m e s – ‚ Gr a b w e s p e n’ C erc eris i nt err u pt a ( P a n z er, 1 7 9 9) Pa nt e n, e h e m. K al ks a n dst ei n w er k ( N 5 3. 6 5 71, E 10. 6 3 6 8), 2 8. viii. 2 0 1 9, 2 ♀ , 2 3. vii. 2 0 2 0, 1♂ , l e g., C oll. A. Al d e n h off. F ot o b el e g a us I nt er n etf or u m: L ü b e c k, Gr ö n a u er H ei d e ( N 5 3. 8 0 0 8, E 1 0. 7 21 6), 1 4.i x. 2 0 21, 1 I n di v., M. Wolf ( htt ps: / / w w w.i n at ur alist. or g / o bs er v ati o ns / 9 4 8 5 7 21 7 ). E xtr e m x er ot h er m o p hil e Art v e g et ati o ns ar m er S a n d - l e b e nsr ä u m e ( H all as 2 0 2 2). Di e bis h er n ur s elt e n Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 15 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 und vereinzelt nachgewiesene Art ist auf trockenwarme Standorte beschränkt. Cerceris interrupta gilt für Deutschland als gefährdet und ist vornehmlich durch den Verlust von Sandbiotopen bedroht (Blösch 2000). In den nördlichen Bundesländern war sie bisher nur in NDS nachgewiesen und ist dort bis ins Wendland verbreitet (Theunert 2005b, 2008, 2011, 2022b, Hallas 2022), in MV gilt sie als verschollen / ausgestorben (Jacobs 2000). Aus Dänemark sind keine Funde bekannt (Lomholdt 1984, Schmidt & Tolsgaard 2023). Durch die klimatischen Veränderungen auch zukünftig in trockenwarmen Sandbiotopen zu erwarten, sofern diese in einem offenen Zustand erhalten bleiben. Gorytes quinquecinctus (Fabricius, 1793) Tangstedt, Golfclub Wulfsmühle (N53.693, E9.846), 29.vi.2017, 8♂, leg., Coll. A. Haack. Diese Art wird für viele Regionen Deutschlands als die häufigste Gorytes-Art angegeben (Blösch 2000), ist jedoch in SH bisher nur an einem Standort gefunden worden. Auch in NDS nur historische Funde um 1900 bekannt (Theunert 2005b, 2022b). In MV gilt sie als sehr selten (Jacobs 1989) und vom Aussterben bedroht (Jacobs 2000). Sonst nördlich bis Finnland vorkommend und weit verbreitet (Blösch 2000), fehlt jedoch anscheinend in Dänemark (Lomholdt 1984, Blösch 2000, Schmidt & Tolsgaard 2023). Die Art bevorzugt Sandgebiete, Trockenund Steppenrasen sowie lichte Eichen-Kiefernwälder und warme Waldränder (Blösch 2000) und ist dadurch möglicherweise in ihrer Ausbreitung limitiert . Nysson niger Chevrier, 1868 Niendorf [N53.99, E10.83], 1♀ (Coll. Konow) (Oehlke 1970, Jacobs & Oehlke 1990). Bisher auch vereinzelt aus NDS (Jacobs 1989, 2000, Theunert 2005b, 2007, 2022b) und MV (Jacobs 1989, Jacobs 2000) bekannt. Der bei Oehlke (1970) angegebene Fundort Niendorf wird von Jacobs & Oehlke (1990) bei Schönberg in MV verortet. Nach Angabe von F. Wagner (pers. Mitteilung) bezieht sich der vor 1900 gemachte Fund mit großer Wahrscheinlichkeit aber auf den gleichnamigen Ort bei Travemünde in SH (Jacobs et al. in Vorber.). Der Sammler ist nicht bekannt, jedoch hatte Heinrich Friese, der in dieser Zeit sammelte, dort ein Sommerdomizil, in dem auch der bekannte Hymenopterologe H. Brauns Zeit verbrachte (Wagner pers. Mitteilung). Letzte Gewissheit über den Fundort gibt es nicht, ein Vorkommen der Art im Südosten Schleswig-Holsteins erscheint aber plausibel, da hier auch der mutmaßliche Wirt von N. niger, Gorytes laticinctus (Lepeletier, 1832) (Blösch 2000), verbreitet ist (Smissen 2001). Blösch (2000) stuft N. niger als ziemlich seltene und südliche Art ein, deren Hauptverbreitung in Zentralund Osteuropa liegt. Lokal auch in Finnland und Gotland vorkommend, dort vermutlich von Osten eingewandert. In Dänemark bisher fehlend (Schmidt & Tolsgaard 2023). Anthophila / Apiformes – Wildbienen Andrena nycthemera Imhoff, 1868 Bordelum, NSG Bordelumer Heide (N54.6546, E8.9377), 1.iv.2019, 1♂, leg., Coll. M. Povel; Gremersdorf-Wandelwitz, 1 km NW, Löß-Bodenentnahme (N54.3396, E10.8740), 13.iv.2022, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Damsdorf, 2 km O, Sandgrube (N54.0631, E10.3272), 28.iii.2020, 3♀, 19.iv.2020, 2♀, leg., Coll. A. Schneider-Bujack; 17.iv.2021, 3♀, leg., Coll. K. Adam; 19.iii.2022, 3♀, 8♂, leg., Coll. A. Drews; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, ca. 2 km SO [N53.6528, E10.6421], 10.iv.2002, 1 Indiv., leg. R. Stübinger (Coll. ZMUK). Die Art gilt als verbreitet, aber selten (Westrich 2019, Scheuchl et al. 2023). Aus den benachbarten Bundesländern sind nur historische oder zerstreute Nachweise bekannt (Theunert 2005b, Theunert 2011, Theunert 2022b, Wagner et al., in Vorber.). In Dänemark konnte die Art erstmals am Nordufer der Flensburger Förde nachgewiesen werden (Calabuig & Madsen 2009, Rasmussen et al. 2016, Madsen et al. 2016, 2018, 2021). In SH in den letzten Jahren zerstreut gefunden durch intensive Sammelaktivitäten der AG Stechimmen. Andrena nycthemera, oligolektisch an Weiden (Salix), bevorzugt als Nistplatz vegetationsfreie Sandlebensräume (Westrich 2019) und ist dementsprechend an diesen Lebensraum gebunden und von dessen Offenhaltung abhängig. Andrena propinqua Schenck, 1853 Halstenbek, Brande, Garten (N53.8991, E9.5906), 19.v.2020, 1♀, leg., Coll. M. Török. Siehe auch unter der nah verwandten A. dorsata, da in der Vergangenheit mit dieser Art vermengt (Schmid-Egger & Scheuchl 1997). In NDS mit A. dorsata synony- 13/2024 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 22 Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein Andrena fulvago (Christ, 1791) Langenlehsten, Sandtrockenrasen (N54.484, E10.7390), 16.vi.2022, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Lübeck, NSG Wakenitz, Sandtrockenrasen Eichholz (N53.8380, E10.73479), 18.iv.2019, 1♂, 1♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019b). Coelioxys aurolimbata Förster, 1853 Nehmten, Bredenbek (N54.0761, E10.3854), 16.vi.2022, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Lägerdorf, 2 km O, randlich Kreidegrube (N53.8848, E9.5914), 15.viii.2021, 1♂, leg. A. Haack (Coll. Schmid-Egger); Panten, Wehwe g, Garten (N53.6628, E10.6199), 8.vi.2018, 1♀, 26.vi.2020, 1♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; Halstenbek-Brande, Garten (N53.6200, E9.8260), 25.vi.2021, 1♀, leg. M. Török (Coll. ZMUK). Coelioxys conoidea (Illiger, 1806) Kiel-Friedrichsort, Falckensteiner Strand (N54.3909, E10.1885), 13.vii.2019, 1♂, leg., Coll. N. Voigt; Kiel, ehemaliges Kasernengelände MFG5 (N54.3761, E10.1496), 19.vii.2017, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; St. Peter-Ording, Küstendünen (N54.3219, E8.6046), 2.ix.2021, 2♀, Abb. 2: Fundpunkte in Schleswig-Holstein von Andrena dorsata bis einschließlich des Jahres 2022. Nach einem Bestandseinbruch in den 1950er Jahren befindet sich die Art seit Mitte der 2000er Jahre von Südosten her in Wiederausbreitung und hat das ursprüngliche Areal fast wieder komplett besiedelt. Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 23 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 7.vii.2021, 3♂, Gelbschale, 3.vii.2021, 1♂, 24.vi.2021, 1♂, leg., Coll. A. Haack; St. Peter-Ording, Küstendüne (N54.3214, E8.6064), 9.viii.2022, 1♂, 1 ♀, leg., Coll. A. Drews; St. Peter-Ording, Küstendüne (N54.3176, E8.6057), 5.viii.2021, 1♂, 21.vii.2021, 2♂, Gelbschale, 7.vii.2021, 4♂, Gelbschale, leg., Coll. A. Haack; St. Peter-Ording, Küstendüne (N54.3136, E8.6133), 29.vi.2019, 1♀, 23.vi.2020, 2♂, leg., Coll. M. Povel; St. Peter-Ording, Küstendüne (N54.3097, E8.6188), 2.ix.2021, 2♀, leg., Coll. A. Haack (Schmid-Egger & Haack 2022); St. Peter-Ording, Küstendüne (N54.3050, E8.6250), 25.vi.2020, 2♂, leg., Coll. M. Povel; St. Peter Ording, Küstendüne (N54.2984, E8.6378), 6.vii.2017, 1♀, 2♂, leg. J. Klammer (Coll. ZMUK) (Klammer 2018); Hohwacht, 1 km SO, Küstendüne (N54.3136, E10.6795), 25.v.2022, 1♂, leg., Coll. A. Drews. Halictus sexcinctus (Fabricius, 1775) Kiel-Friedrichsort, Falckensteiner Strand (N54.3909, E10.1885), 2.vi.2019, 1♀, 1 weiteres ♀ beobachtet, leg., Coll. N. Voigt; Kiel-Wik, Schleusenpark (N54.3634, E10.1402), 1.vii.2019, 1♀, 2 weitere ♀ beobachtet, leg., Coll. N. Voigt; Stocksee, Grube (N54.1012, E10.3553), 13.viii.2021, 1♂, leg., Coll. A. Drews; Damsdorf, ehem. Kiesgrube, Anhöhe, Sandfläche (N54.0624, E10.3269), 1.vi.2019, 1♀, leg. M. Török (Coll. ZMUK), 4.viii.2019 1♀, 17.v.2020, 1♀, 9.viii.2020, 1♂, leg., Coll. A. Schneider-Bujack; Tensfeld, Biotopdüne (N54.0382, E10.3043), 4.vi.2021, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Tarbek, Auskiesung (N54.0289, E10.2876), 4.vi.2021, 1♂, 23.viii.2022, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Tarbeker Moor, Auskiesung (N54.0267, E10.2952), 26.v.2022, 10♀, Beob. A. Drews; NSG Wittenborner Heide, Heidefläche [N53.928, E10.190], 16.viii.2019, 1♂, 7.viii.2020, 2♂, leg., Coll. P. Meinecke; 17.viii.2021, 5♂, schlafend in Cirsium eriophorum, 28.vi.2022, 1♂, Beob. A. Drews, 9.viii.2022, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Nordoe, NSG Binnendünen Nordoe, gewässernahe Ginsterheide (N53.8893, E9.5011), 31.viii.2021, 1♀, leg., Coll. J. Gräper; Nordoe, NSG Binnendünen Nordoe, Borstgras-Rasen (N53.8880, E9.5119), 31.viii.2021, 1♀, leg., Coll. J. Gräper; Nordoe, Binnendünen, Panzerwüste (N53.8861, E9.5082), 19.v.2022, 5 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Schenefeld, Steinkoppel, Heide/Sandgebiet (N53.86, E9.78), 5.vi.2021, 1 Indiv., leg. M. Török (Coll. ZMUK); Bokel, 2,7 km O, Bokeler Heide (N53.8548, E9.7820), ehem. Sandabbau, 5.vi.2021, 1♀, leg. M. Török (Coll. ZMUK); Lübeck, Eichholz, Herrnburger Düne (N53.8382,10.7406), 19.viii.2021, 5 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♂, leg., Coll. A. Drews; Lübeck, NSG Wakenitz, Sandtrockenrasen Eichholz (N53.8381, E10.7348), 24.vii.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Kaltenkirchen, 4 km WSW, Kaltenkirchener Heide (N53.8200, E9.9100) 27.vii.2020, 4♂, leg. M. Török (Coll. ZMUK), dutzende weitere Männchen beobachtet; Tangstedt, Kiesgrube, Sandhang (N53.7336, E10.0678), 22.vii.2020, 7♀, 6♂, leg. M. Povel (1♂ Coll. Povel, 7♀, 5♂ Coll. ZMUK), 2.viii.2020, 1♀, 2♂, 4.viii.2020, 1♀, an Hieracium pilosella, Jasione montana (mind. 100 Nester an versch. Sandhängen) (2♀, 1♂, Coll. Povel, 1♂ Coll. ZMUK); Ahrensburg (N53.6838, E10.2437), 12.viii.2022, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Panten, ehem. Kalksandsteinwerk, (halb)offene Bereiche (N53.6571, E10.6368), 14 Begehungen im Zeitraum 29.v.-2.viii.2018, 18♂, 10♀, 11.vii.2019, 1♂, 8 Begehungen im Zeitraum 8.v.-3.ix.2020, 2♂, 16♀, leg., Coll. P. Aldenhoff; 23.vi.2019, 1♀, leg., Coll. A. Schneider-Bujack, 3.vii.2021, 10♀, Beob. A. Drews; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, Sandgebiet zwischen Steinauer Berg und Kanal (N53.6530, E10.6427), 23.vi.2019, 3♀, leg., Coll. N. Voigt, 3♀, leg. M. Török (Coll. ZMUK), Zeitraum 29.v.-26.vi.2018, 3♂, 8♀, 18.vii.2020, 1♀, 5.viii.2020, 1♂, leg., Coll. P. Aldenhoff; Mölln, O, Grundloser Kolk, Parkplatz (N53.6221, E10.7057), 3.vii.2021, 1♀, l e g., Coll. A. Drews; Stapelfeld, 1 km N, NSG Höltigbaum (N53.6206, E10.2112), 13.vii.2022, 20 Indiv. Sichtbeobachtung, 3♂, leg. A. Drews (Coll. ZMUK); Woltersdorf (N53.5742, E10.6605), 16.vi.2022, 10♀, Beob. A. Drews; Hornbek (N53.5611, E10.6597), 16.vi.2021, 3 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♀, leg., Coll. A. Drews; Segrahner Berg, 3km Ö Gudow, Kiesgrube (N53.5528, E10.8014), 30.v.2004, 1♀, leg. J. Smissen (Coll. Wiśniowski, Polen); Göttin, NSG (N53.5369, E10.7011), 18.viii.2022, 10 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♂, leg., Coll. A. Drews; Langenlehsten, Fortkrug, Sandtrockenrasen (N53.4843, E10.7466), 6.viii.2020, 13 Indiv. Sichtbeobachtung, 4♂, 1♀, 16.vi.2021, 3 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♀, 12.vii.2021, 5 Indiv. Sichtbeobachtung, 1♂, leg. A. Drews (Coll. Drews, Coll. ZMUK), 23.vi.2021, 10 Indiv., Beob. Knud Schulz (Fotobeleg); Bröthen, 5,5 km Ö Büchen, DDR-Grenzstreifen (N53.4725, E10.6664), 22.viii.2002, 2♂, leg. J. Smissen (Coll. Wiśniowski, Polen) (Smissen 2010). Die als verschollen gegoltene Art (Smissen 2001) hat eine bemerkenswerte Wiederausbereitung vollzogen. Auch aus NDS und MV wurden neuere Einzelfunde pu- 13/2024 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 24 Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein bliziert (Scheuchl et al. 2023, Theunert 2012, 2022b). In SH ist ein deutlicher Ausbreitungstrend im ganzen Land nördlich bis Kiel zu beobachten. Trotzdem gibt Westrich (2019) für H. sexcinctus für Deutschland insgesamt einen abnehmenden Trend an, auch ist die Art in der aktuellen Checkliste für fast alle Bundesländer als gefährdet bis vom Aussterben bedroht eingestuft (Scheuchl et al. 2023). Aus Dänemark nur alte Funde von 1913 bekannt (Madsen & Calabuig 2011, Rasmussen et al. 2016, 2022, Madsen et al. 2016, 2021). Die Art besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen, bevorzugt sandige Böden wie Binnendünen, nistet aber auch in lehmigen Böden (Westrich 2019). Lasioglossum lativentre (Schenck, 1853) Lübeck, NSG Wakenitz, Sandtrockenrasen Eichholz (N53.8381, E10.7378), 18.iv.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019b); Kükels, Harderhof, Garten (N53.8969, E10.2363), 17.v.2020, 1♀, leg., Coll. P. Meinecke; Panten, NSG Pantener Moorweiher und Umgebung, 2 km SO, Sandabgrabung (N53.6573, E10.6367), 23.vii.2020, 1♂, leg., Coll. P. Aldenhoff. Abb. 3: Fundpunkte in Schleswig-Holstein von Halictus sexcinctus bis einschließlich des Jahres 2022. Die seit 1952 als verschollen gegoltene Art (Smissen 2001, Fundpunkt bei Lübeck nicht dargestellt) hat sich in den letzten Jahren rasant von Südosten kommend nördlich bis Kiel ausgebreitet. Bendixen et al.: Erstnachweise und Wiederfunde verschollener Stechimmenarten (Hymenoptera Aculeata) in Schleswig-Holstein 25 FAUNISTISCH-ÖKOLOGISCHE MITTEILUNGEN 13/2024 KIEL-UP • DOI: 10.38072/2699-7762/p24 Megachile rotundata (Fabricius, 1787) Kiel-Friedrichsdorf, Falckensteiner Strand (N54.3909, E10.1885), 28.vi.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Neumünster, Kieler Straße, Alte Obstwiese (N54.1119, E9.9923), 18.vii.2019, 1♀, leg., Coll. N. Voigt (Voigt 2019a); Lübeck, Moislinger Baum (N53.8481, E10.6409), 19.vii.2020, 1♀, leg., Coll. N. Voigt. Melitta nigricans Alfken, 1905 Lübeck, Moislinger Baum (N53.8481, E10.6409), 19.vii.2020, 1♂, 1♀, leg., Coll. N. Voigt; Schenefeld, 1 km südlich, randlich Regenrückhaltebecken (N53.6120, E9.8200), 7.viii.2019, 2♀, 9.viii.2019, 1♂, 03.viii.2020, 2♂, 1♀, leg. M. Török (Coll. ZMUK). Fotonachweise aus Internetforen: Pinneberg, Kleingarten (N53.6434, E9.7753), 2.viii.2020, 1.-7.viii.2021, 21.vii.-22.viii.2022 regelmäßige Beobachtung mehrerer Indiv., C. Baermann (u.a. https://observation.org/observation/240577785/, https://observation.org/observation/240357558/, https://observation.org/observation/250418851/). Danksagung Die Aktivitäten der AG Stechimmen Schleswig-Holstein unter dem Dach der Faunistisch-Ökologischen Arbeitsgemeinschaft (FÖAG e.V.) wurden von 2018 bis 2021 durch eine Projektförderung des Landes Schleswig-Holstein, vertreten durch das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) finanziell unterstützt. Ein herzlicher Dank an R. Witt für die Überprüfung einiger taxonomisch schwieriger Arten, die von Mitgliedern der AG Stechimmen gesammelt wurden. Wir danken F. Wagner für zahlreiche Angaben zur Verbreitung von Arten in Mecklenburg-Vorpommern, B. Wiśniowski, Ojców (Polen), für Auskünfte zu Goldund Wegwespen in der dort befindlichen Coll. van der Smissen, sowie T. Behrends für Informationen zum Erstnachweis von Xylocopa violacea in SchleswigHolstein. Herzlich bedanken möchten wir uns bei V. Haeseler für die hilfreichen Hinweise im Zuge der Begutachtung des Manuskripts, die zur Verbesserung der Arbeit beigetragen haben. Autorin Uta Bendixen Uta Bendixen arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Forschung und Lehre am Institut für Zoologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Zuvor hat sie am Institut für Naturund Ressourcenschutz zum Thema solitäre Faltenwespen und Agrarökologie promoviert. Zudem engagiert sie sich in der AG Stechimmen der FÖAG. Literatur Aldenhoff P (2021) (Hym. Vespidae, Polistinae) – Polistes nimpha (CHRIST, 1791) – Neu für Schleswig-Holstein. Bombus 4(4): 97-99. Amiet F (2008) Vespoidea 1. Mutillidae, Sapygidae, Scoliidae, Tiphiidae. Fauna Helvetica 23, Neuchâtel. 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