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Rezension Lottlisa Behling. Die Handzeichnungen des Mathis Gothart Nithart genannt Grünewald, Weimar 1955 (H. Böhlau Nachfolger), 128 Textseiten mit 31 Abbildungen und 41 Bildtafeln / J.A. Schmoll gen. Eisenwerth

Schmoll, Josef A.

Abstract

UB Digital. Annales Universitatis Saraviensis / Rezension Lottlisa Behling. Die Handzeichnungen des Mathis Gothart Nithart genannt Grünewald, Weimar 1955 (H. Böhlau Nachfolger), 128 Textseiten mit 31 [...] / J.A. Schmoll gen. Eisenwerth. In: Annales Universitatis Saraviensis. Jg.3. 1955, S. n [188-189]

Full text

Uni e si ä sbiblio hek Pade bo n Annales Uni e si a is Sa a iensis / Philosophie Rezension Lo lisa Behling. Die Handzeichnungen des Ma his Go ha Ni ha genann G ünewald, Weima 1955 (H. Böhlau Nach olge ), 128 Tex sei en mi 31 Abbildungen und 41 Bild a eln Schmoll, Jose A. 1955 u n:nbn:de:hbz:466:1-37456 J.A.Schmoll gen .Eisenwe h Rezension :Lo lisa Behling: Die Handzeichnungen des Ma his Go ha Ni ha genann G ünewald .Weima 1955. In: Annales Uni e si a is Sa a iensis .Philosophie .Jg.3(1955), H.4,S.188 . LOTTLISA BEHLING : Die Handzeichnungen des Ma his Go ha Ni ha genann G ünewald , Weima 1955 (H. Böhlau Nach olge ), 128 Tex sei en mi 31 Abbildungen und 41 Bild a eln . Das dem Andenken Wilhelm Pinde s gewidme e Buch de ehemaligen Schüle¬ in on Paul F ankl ( ühe Halle / Saale , je z P ince on ) und Wilhelm Pinde be¬ handel gleichsam aus dem Geis e beide so un e schiedlichen ühe en Leh e eines de schöns en und zugleich schwie¬ igs en Kapi el aus de Geschich e de al deu schen Zeichenkuns . De We des Un e angens lieg zunächs in de so g¬ äl igen Sammlung alle Fak en , in de Zusammen assung de bishe igen Fo ¬ schungse gebnisse und o allem in dem Ve such , die neues en Funde in das be¬ kann e We k des Meis e s einzugliede n . Diese Bemühung allein ech e ig die Da s ellung des Zeichne s « G ünewald », dessen le z e g ündliche Behandlung G. Schönbe ge noch ohne Kenn nis de jüngs en Funde o genommen ha e . (G. Schönbe ge , The D awings o Ma his Go ha Ni ha , called G ünewald , New Yo k 1948). Dach e man nach Schönbe ¬ ge s Ve ö en lichung , dass de Meis e des be ühm en Isenheime Al a s als Zeichne so e schöp end behandel sei wie e u ¬ kundlich uns in seinem male ischen We k du ch H . A. Schmid , H . Feu s ein und o allem W . K. Zülch gewü dig und du chleuch e e schien , — so sahen sich die G ünewald -Fo schung und alle F eun¬ de de Kuns des Seligens äd e Meis e s du ch die z. T. aben eue lichen En dek - kungen e lo engeglaub e ode ganz un¬ bekann e We ke seine Hand in Donau¬ eschingen (die E gänzungs a eln zu den beiden F ank u e Al a lügeln ), Ma bu g (6 Zeichnungen aus eine Ab allg ube ) und Be lin (3 Zeichnungen , ausgeschni en und in eine al e Bibel gekleb ) o eine ganz neuen Si ua ion . Wäh end die neugewon¬ nenen Dokumen e on Donaueschingen (Fü s enbe gische Sammlungen ) und Be ¬ lin (Mä kisches Museum ) bald allgemein als zum We k Meis e Ma his gehö end ane kann wu den , eg e sich gegen die Au o scha G ünewalds , ja gegen die Ech hei und das Al e de Ma bu ge Zeichnungen so o ein wachsende Ve ¬ dach . Nach dem he igen S ei um die¬ se F agen , de in de Tagesp esse begann und in Fachzei sch i en wei e ge üh wu de , nimm man das neue Buch on L. Behling besonde s gespann zu Hand . Mi äusse s e So g al ha die Ve asse¬ in , die dem Kuns geschich lichen Ins i u de Uni e si ä Jena o s eh , alle Meinun¬ gen gegeneinande abgewogen und bei alle Zu ückhal ung doch eindeu ig S el¬ lung genommen : auch sie kann sich zu ollen Ane kennung de Ma bu ge Zeich¬ nungen nich du ch ingen und neig zu These on W . Niemeye , de die Ma ¬ bu ge Zeichnungen dem G ünewald¬ schüle Hans G imme zusch eiben möch¬ e . Abe sie äusse auch hie zu Beden¬ ken , da wi on G imme s A zu zeich¬ nen keine deu liche Vo s ellung besi zen . Jeden alls wi d die u. a. auch on Zülch o geschlagene These , dass de G imme ¬ schüle U enbach zu F ank u a. M. (de als Enkelschüle G ünewalds Zeichnungen des g ossen Meis e s besass ) als Au o de Ma bu ge . S udien in F age komme , aus s ilis ischen G ünden on L. Behling en ¬ schieden abgewiesen . Gegen die gewich¬ ige S imme F ied ich Winkle s , des heu e unbes i en g öss en Kenne s al deu ¬ sche Zeichenkuns , de sich ü die Ech ¬ hei de Ma bu ge Funde und ü die Au o scha G ünewalds (schon aus ech¬ nischen G ünden ) aussp ach , ass L. Beh¬ ling alle Bedenken sachliche A , die bis¬ he geäusse wu den , zusammen , und un¬ e s eich selbs noch einmal die küns ¬ le isch -s ilis isch abweichende Hal ung und Fo m de Ma bu ge Zeichnungen , die nich allein mi de Auswaschung de dem Regen länge e Zei p eisgegebenen Blä e e klä we den könn e . Vo sich ig olge sie aus allen A gumen en des Fü und Wide , dass die Fo schung in diesem Punk e jeden alls noch im Fluss sei . Neben dem iel ach e b ei e en s ilk i¬ ischen Unbehagen gegenübe de Ma ¬ bu ge « Handsch i » is ü diese Fes ¬ s ellung o allem auch die noch unge¬ lös e ikonog aphische P oblema ik (eine in den Lü en schwebende Ve onika ? u .s. .) massgebend , obwohl bewuss is , dass sich in G ünewalds unange och enen Zeichnun¬ gen auch ähnliche Rä sel s ellen (z. B. denke man nu an das wunde ba e Be ¬ line Bla mi dem knienden K onen ä¬ ge und die da um ge üh e Diskussion : L. Behling möch e gegen Keh e . doch in de Haup igu den Ch is us eine Ma ien¬ k önung sehen , gib abe zu, dass die Szene au einem Waldboden höchs me k¬ wü dig e schein ). Die ikonog aphischen Bedenken soll e man ge ade bei G üne¬ wald zule z p ü en , und wo keine ech¬ nischen bes ehen (wie Winkle nachwies ) bleib eben doch nu die s ilk i ische Me¬ hode üb ig . Und in diesem Feld is es eilich ein wei e Weg om Unbehagen zum Beweis . Imme hin deu e L. Behling au eine ganze Reihe k i ische Punk e in den Ma bu ge Zeichnungen , die man auch nich ein ach o schieben kann . Vielleich lieg des Rä sels Lösung wi k¬ lich in jenem noch so unbekann en Be¬ eich de G ünewald -Nach olge , die ge¬ sonde zu un e suchen ein d ingliches An¬ liegen wä e . Im Lese , de sich in die schwie igen F agen le z e Kenne scha e ie , en ¬ s eh de Wunsch , gelegen lich eine Neu¬ au lage des Behlingschen Buches zu e ¬ leben , de alle besp ochenen Zeichnungen als Faksimile -D ucke in eine Mappe bei¬ ge üg we den soll en . Denn es läss sich COMPTES-RENDUS — BUCHBESPRECHUNGEN 189 an Hand de zwa gu en , abe doch e ¬ kleine en und nu in de schwa z -g au - weiss -Skala wiede gegebenen Abbildungen des o liegenden Buches kein genügendes Bild om Zus and , on de Bescha en¬ hei und o allem on de G össe und Fa bigkei de kos ba en Blä e , gewin¬ nen . Wenn es schon nich möglich sein soll e , in absehba e Zei eine G ünewald - Gesam auss ellung zu e ans al en — wie die Ve asse in o schläg —, so soll e man doch den Ve such un e nehmen , die 41 behandel en Zeichnungen in adäqua en D ucken zu publizie en , eine Au gabe , die des Deu schen Ve eins ü Kuns wissen¬ scha wü dig wä e . E s dann könn e die Diskussion um die z. T . so schwe zugänglichen Zeichnungen o ge üh we den , eine Diskussion , ü die L . Beh¬ ling ein gediegenes Fundamen geb ei e ha . Denn das neue Buch gib den le z en S and de Fo schung an, en häl eine aus üh liche Li e a u übe sich und einen k i ischen Ka alog de besp ochenen Blä ¬ e . In de Auseinande se zung mi den iel äl igen , e s eu en Äusse ungen zu einzelnen Zeichnungen komm die Ve as¬ se in auch zu neuen Bes immungen hin¬ sich lich de Da ie ung (z. B. se z sie den Rückenak des Tubabläse s nach 1520 an ) und de Deu ung (so sp ich sie gegen H . Köhns Einwand doch wiede da ü , dass die Weima e Zeichnung eines al en Mannes den Isenheime Au aggebe Guido Gue si da s ellen könne ; bei den neuen Zeichnungen des Mä kischen Mu¬ seums Be lin se z sie sich gegen Zülch — und mi S engel — da ü ein , hie S udien agmen e ü das e lo ene Main¬ ze Ve klä ungsbild zu e kennen , un e ihnen namen lich das Bild des g ossa i¬ gen übe dem Tabo schwebenden Moses ). Da übe hinaus gib L. Behling eine Gliede ung des Gesam s o es in 4 Ab¬ schni en : 1. ühe A bei en (ca. 1503 - 1512), 2. S udien zum Isenheime Al a (1512-1516), 3. de « b ei e » S il (um und nach 1515), 4. die spä en Zeichnungen (1520-28). So wi d die Einhei de Zeich¬ nungen behu sam di e enzie und die einzelnen Abschni e lassen sich am male¬ ischen We k kon ollie en . Dabei weis die Ve asse in schon eingangs da au hin , dass wi noch imme keine Vo s el¬ lung on Ma his Ni ha -Go ha s F ühzei haben . Hie lieg zwei ellos die g öss e Lücke in de i a des Küns le s . Man s elle sich o , wi hä en on Dü e , de wie « G ünewald » 1528 s a b , e s om Jah e 1503 ab Bildu kunden , ode — um ein ganz ande es Beispiel zu nennen : — wi hä en on Goya , de 1828 s a b , e s Bilde om Jah e 1803 ab (also nach dem gesam en Jugendwe k und nach dem ganzen We k de Rei ezei , ja de ei s en Epoche zwischen 1792 (Beginn de Ca - p ichos !) und den Bilde n om Mai -Au - s and 1802 . . . : man müss e dann doch alles , was ab 1803 o handen is , dem Al e ss il zu echnen ( om 58. Lebensjah e ab) ! Inso e n is also die Bezeichnung « ühe A bei en » ü das G ünewald - We k zwischen 1503 und 1512 nu ela i gül ig , da wi nich wissen , wann de Meis e gebo en wu de , wie al e 1503 wa . In diese Ungewisshei e bi g sich denn auch die Möglichkei , ü den unbe¬ kann en , wi klich « ühen » G ünewald imme neue Hypo hesen au zus ellen , die in den Vo schlägen on H . Naumann und H . Haug ü den Be eich zwischen Schon - gaue und dem Hausbuchmeis e bishe dich es e , wenn auch on de Fo schung noch nich e ns ha disku ie e Ges al angenommen haben , au die L. Behling in Besch änkung au das in seinem Ke n gesiche e We k nich eingeh . Auch die Zusch eibung des Lindenha d e Al a s als « F ühwe k » da wohl un e diesem — wie un e s ilis ischen Gesich spunk en — noch nich als absolu gesiche gel¬ en . T o z diese Einwände lassen sich un e kennba e en wicklungsmässige Ten¬ denzen on de « Ve spo ung Ch is i » in München (1503 ) zum Isenheime Al a in Kolma (um 1515) und on do zu G uppe de le z en We ke um 1525 (Ascha enbu ge Beweinung z. B.) zei¬ gen , die L. Behling auch im zeichne i¬ schen S il kla nachweis . Endlich wi d de geis esgeschich lichen Vo ausse zungen (an Hand de Vo a ¬ bei en on Zülch u . a.) und des kuns ge¬ schich lichen Wu zelbodens de Zeichen¬ kuns Ni ha -Go ha s gedach . Diese wi d im Anschluss an die Un e suchungen on F iedlände , G aul , Hagen , Holzinge , Reau , Schönbe ge , Winkle u. a. noch um manche lei Hinweise e dich e , wobei o allem de au die inne e Ve wand ¬ scha manche Fo mulie ungen G üne¬ walds mi de Plas ik des « weichen S ils » im ühen 15. Jah hunde und mi de Kuns Liona dos Beach ung e dien . (Die¬ se Hinweis kann ielleich auch einen Finge zeig au die Gene a ionszugehö ig¬ kei des Meis e s geben !) Schliesslich sei nich e gessen , dass L. Behling imme wiede au den eligiösen U g und , aus dem G ünewald schu , leuch e , jenen mi ¬ elal e lich -mys ischen Glaubensg und , « den zu en hüllen in seine ganzen He ¬ lichkei das o nehms e Anliegen seines Schöp e s gewesen is und auch das eine e ns ha en Fo schung sein soll e » (aus dem Vo wo on L. Behling ). So is dieses neue G ünewaldbuch in seine beschei¬ denen Fo m , seine gediegenen Ausa bei¬ ung und Auss a ung ein willkommene Bei ag zu Klä ung de neues en Si ua¬ ion de G ünewald o schung und zugleich die wünschenswe e Ein üh ung ü den Laien in die Geheimnisse de Zeichen¬ kuns eines de g öss en deu schen Male . J. A. SCHMOLL gen . EISENWERTH .